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Hitze und Sonne bei Lagerung von SSRI schädlich?

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Hitze und Sonne bei Lagerung von SSRI schädlich?

Beitrag von lama » Dienstag, 05.02.19, 21:34

Guten Abend zusammen,
ich habe mittlerweile die Vermutung, dass die extreme Reaktion, die 1 bzw. 2 Tabletten von Sertralin in meinem Magen wenige Momente nach Einnahme ausgelöst haben (und die zu Nervenschaden am Magen geführt hat), auf eine durch zu hohe Lagertemperaturen veränderte Tablette zurückgehen könnten. In diesem Artikel wird zumindest von entsprechenden Veränderungsprozessen bei Medis in Bezug auf Antibiotika und Aspirin gesprochen, die dann in einer schädigenden Wirkung des Medikaments auf den Magen resultieren könnten: https://www.pharmacy-forum.co.uk/forum/ ... edications

Bei der entsprechenden Sertralin-Packung ist eine entsprechende Wärme/Sonneneinwirkung nicht auszuschließen, die sieht zumindest sehr vergilbt/nicht mehr weiß aus.

Hat jemand von den Mitlesenden schon einmal irgendwie eine veränderte Wirkung bei seinem SSRI (Sertralin) festgestellt, die er womöglich mit extremen Lagertemperaturen des Medikamentes in Verbindung bringen könnte?
Achtet ihr darauf, dass euer Medikament nie höher als 30°C ausgesetzt ist, oder war es durchaus schonmal der Fall, dass das Medikament im Sommer in Auto liegen geblieben ist, ihr bei der Einnahme aber nichts Ungewöhnliches festgestellt habt? Oder eben doch was bemerkt habt?

Gibt es irgendwo eine Stelle, bei der man konkret Medis auf ihre Qualität/Inhalt prüfen lassen kann?

Danke euch!! :)
Zuletzt geändert von Jamie am Dienstag, 05.03.19, 11:17, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel auf Wunsch des Users abgeändert
2015 - Escitalopram (20mg) für Angst/Zwangsstörung
2016 - Sertralin " " (100mg)
Ende 2016 abgesetzt
--> ohne Medis
Mitte 2017: 1x Sertralin (50mg) --> Magen/Darm-Beschwerden
Mitte 2018: 5 Wochen Sertralin (50mg), 2x auf nüchternen Magen --> sofort starke Magenschmerzen, abgesetzt; Magen hat sich nie wieder erholt --> Gastroparesis

Jamie
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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 06.02.19, 11:25

Hallo lama, :)

hohe Lagerungstemperaturen sind für alle Medikamente schädlich.
Schlimmstenfalls können da chemische Reaktionen passieren, die das Medikament "giftig" (jetzt nicht im Sinne von dass man sofort tot umfällt), unwirksam, unbekömmlich oder sonstwas werden lassen.
Tropfen zB verderben sehr schnell, wenn sie Hitze ausgesetzt werden.

Ich weiß jetzt nicht genau, was da im Sertralin passiert ist und ob da vielleicht toxische Substanzen in der Tablette entstanden sind, aber ich kann es mir schon vorstellen, dass falsch gelagerte Arzneien Probleme machen können, so wie dir das anscheinend auch passiert ist.

Übrigens gilt das Ganze auch für Kälte, die manchen Präparaten nicht bekommt.

Du müsstest privat ein Labor oder chemisches Prüfinstitut beauftragen, eine Tablette der entsprechenden Schachtel analysieren zu lassen, aber das wird Tausende Euro kosten und ich denke, es rechtfertigt nicht den Einsatz so hoher Summen.

Ich selber habe Sertralin früher genommen, aber korrekt gelagert, kann also nichts zu Lagerungsschäden sagen.
Meine Medikamente haben alle, da hab ich aber auch kein Sertralin mehr genommen, auch einen dreimonatigen Aufenthalt in der Hitze Indiens irgendwie überlebt, aber danach habe ich sie alle weggeschmissen, sicherheitshalber.
Hatte währenddessen aber nicht den Eindruck, dass sie kaputt waren. Sie waren allerdings auch nie einer direkten Sonneneinstrahlung (da kann so eine Schachtel ja mal 50 Grad heiß werden) ausgesetzt, sondern waren in meiner dunklen Reisetasche (aber warm war es halt).

Generell denke ich, dass gerade Tabletten auch mal ein paar Wochen Hitze aushalten können (wohlgemerkt Hitze, nicht direkte Sonneneinstrahlung wie auf einer zB Fensterbank liegend).
Tropfen, Lösungen, Salben und Zäpfchen sind sehr viel wärmeanfälliger und verderben schneller; sie würde ich bei Reisen in heiße Gebiete eher meiden und versuchen, vorher alles auf Tabletten umzustellen.

Viele Grüße
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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von Schniepchen » Mittwoch, 06.02.19, 23:01

Hallo,

ich habe mit dem Präparat zwar keine Erfahrung, aber wenn sich die Tabletten verfärbt haben, würde ich davon ausgehen, dass sie nicht mehr in Ordnung sind.

Bei anderen Medikamenten habe ich diesbezüglich mal den Hersteller kontaktiert, die in meinem Fall Entwarnung geben konnten. Würde ich auch mal versuchen an Deiner Stelle, dürfte der einfachste Weg sein. Im Zweifel eine neue Packung holen. Wenn Du es wissen willst, um herauszufinden, was Du mit Deinem Magen machen kannst, könnten die Dir dort noch am ehesten sagen (wenn überhaupt jemand), was los ist.

Viele Grüße
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Opipramol (wegen Schlafstörungen):
seit Juni 2010: 75mg (selten und kurz mal mehr)
erster Absetzversuch 2013: 0mg -> erste 2 Wochen gut, aber immer weniger geschlafen, nach 3-4 Wochen ca. 5Std. Schlaf, damit kam ich auf Dauer nicht mehr aus -> wieder 75mg Opipramol
seit 26.8.18 100mg
seit 17.1.19 87,5mg

Zolpidem:
immer wieder mal, in den letzten Wintern aber längere Zeit am Stück (meist 2,5mg) und dann direkt weggelassen (1-2 schlechte Nächte im Anschluß, dann ok)
zuletzt 28.8.-18.9.18 + 17.11.18-4.1.19 2,5-5mg (sehr variabel, auch mal 0mg)

Einnahme- Hintergrund:
Schlafstörungen vor Opipramol nicht so massiv, aber wegen Zusammenhang Schlafstörungen - Infektanfälligkeit war Opipramol damals ein Versuch.
Inzwischen andere Ursachen für Infektanfälligkeit gefunden, die ich aktuell folgendermaßen behandele (länger dauernd) ->

Andere Behandlungen und Einflussfaktoren:
Schwermetallausleitung (DMPS), Darmsanierung, Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine usw.)
Vielleicht demnächst auch noch Lymphdrainage, Neuraltherapie, Hormone.

Leider durch Situation Krankheit-Arbeit(slosigkeit) insgesamt verstärkt Sorgen/Stress (gerade gehts)

Letztes Update 21.1.19

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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 07.02.19, 12:57

Hallo Lama,
natürlich kann es sein, daß durch falsche Lagerung eines Medikamentes, Probleme nach Einnahme auftreten können.

Mir sind zu deinem Bericht noch ein paar andere Gedanken gekommen:
1. hattest du nach deiner Signatur, schon 2017 nach Einnahme von Sertralin, Magen- und Darmbeschwerden bekommen u dieses Mal zudem auf nüchternen Magen genommen - im Beipackzettel sind Magen- Darmbeschwerden als sehr häufige NW aufgeführt,

2. müssen ja außerdem Probleme aufgetaucht sein, die dich 2017/2018 wieder zu Sertralin greifen ließen - evtl sind diese Probleme in Kombination mit Sertralin der Auslöser für die Magenbeschwerden - Stress, egal welcher Art, kann sich auch sehr stark auf das Verdauungssystem niederschlagen.

Mal von dieser Seite betrachtet, vllt ist die Lagerung hier doch nicht die Ursache!

Wie wurde die Gastroparese eigentlich festgestellt? Wurden spezielle Tests durchgeführt?

LG Anna

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Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von Kimeta » Sonntag, 10.02.19, 7:44

Hallo,

eventuell off topic, aber ich möchte meinen Tipp gerne weitergeben, falls jemand diese Lösung noch nicht kennt:

Für meine Migränemedikamente verwende ich bei heißen Temperaturen eine Kühltasche von Frio. Damit kann man nicht richtig kühlen im Sinne von Kühlschranktemperaturen, aber normale Lagertemperaturen von 18-26 Grad erreichen.

Viele Grüße
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- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013. Aktuell seit 28.12.2018: 2,0 mg.

Hintergründe und Absetzverlauf:
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:schnecke: Mein Thread :schnecke:

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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von lama » Montag, 11.02.19, 14:02

Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 06.02.19, 11:25
Du müsstest privat ein Labor oder chemisches Prüfinstitut beauftragen, eine Tablette der entsprechenden Schachtel analysieren zu lassen, aber das wird Tausende Euro kosten und ich denke, es rechtfertigt nicht den Einsatz so hoher Summen.

Ich selber habe Sertralin früher genommen, aber korrekt gelagert, kann also nichts zu Lagerungsschäden sagen.
Meine Medikamente haben alle, da hab ich aber auch kein Sertralin mehr genommen, auch einen dreimonatigen Aufenthalt in der Hitze Indiens irgendwie überlebt, aber danach habe ich sie alle weggeschmissen, sicherheitshalber.
Hatte währenddessen aber nicht den Eindruck, dass sie kaputt waren. Sie waren allerdings auch nie einer direkten Sonneneinstrahlung (da kann so eine Schachtel ja mal 50 Grad heiß werden) ausgesetzt, sondern waren in meiner dunklen Reisetasche (aber warm war es halt).

Generell denke ich, dass gerade Tabletten auch mal ein paar Wochen Hitze aushalten können (wohlgemerkt Hitze, nicht direkte Sonneneinstrahlung wie auf einer zB Fensterbank liegend).
Hey Jamie,
erstmal vielen Dank!

Ich werde versuchen die Tablette über das Untersuchungsamt des entsprechenden Bundeslandes (Bayern bei Heumann) prüfen zu lassen, da alle bisher kontaktierten Labore keine Leistungen für Privatpersonen anbieten.

Ich bin mir in meinem Fall natürlich auch nicht absolut sicher, dass die Tabletten tatsächlich einer inadäquaten Lagerung ausgesetzt waren. Mir kam der Gedanke erst im Laufe meiner Erkrankung (und nachdem ich mir die Packung mal genauer angeschaut hatte). Rückblickend kann ich mich dunkel an etwas erinnern, dass ich sie im Sommer mal irgendwie im Auto hatte liegen lassen. Aber ob das genau diese Blisterpackung war, die am Ende so reingehauen hat - kA. Es ist eine Vermutung, die ich irgendwie gerne für meinen Seelenfrieden geprüft hätte. Bzw. ist wohl auch nicht völlig abwegig, dass irgendetwas anderes in der Tablette war, was da nicht unbedingt hingehörte.

Dass Sertralin generell auf den Magen schlägt (vor allem nüchtern bzw. mit zu wenig Essen eingenommen) ist ja ebenfalls bekannt. Vielleicht rührt daher auch die extreme Überreaktion meines Magens.

Auf jeden Fall scheint er für die Ewigkeit nun versaut. Das Ganze war im Juli letzten Jahres.
Schniepchen hat geschrieben:
Mittwoch, 06.02.19, 23:01
ich habe mit dem Präparat zwar keine Erfahrung, aber wenn sich die Tabletten verfärbt haben, würde ich davon ausgehen, dass sie nicht mehr in Ordnung sind.

Bei anderen Medikamenten habe ich diesbezüglich mal den Hersteller kontaktiert, die in meinem Fall Entwarnung geben konnten. Würde ich auch mal versuchen an Deiner Stelle, dürfte der einfachste Weg sein. Im Zweifel eine neue Packung holen. Wenn Du es wissen willst, um herauszufinden, was Du mit Deinem Magen machen kannst, könnten die Dir dort noch am ehesten sagen (wenn überhaupt jemand), was los ist.
Hey Schniepchen,
vielen Dank für deine Antwort!

Ich habe das möglicherweise missverständlich ausgedrückt. Die Tablette an sich sieht/sah normal aus, die Blisterpackung ist verfärbt. S. Bild hier: https://www.bilder-upload.eu/bild-d60ca ... 4.jpg.html

Ich habe Pfizer und Heumann direkt kontaktiert. Außer Plattitüden und Verklausulierungen kam dabei nichts rum.
Annanas hat geschrieben:
Donnerstag, 07.02.19, 12:57
Mir sind zu deinem Bericht noch ein paar andere Gedanken gekommen:
1. hattest du nach deiner Signatur, schon 2017 nach Einnahme von Sertralin, Magen- und Darmbeschwerden bekommen u dieses Mal zudem auf nüchternen Magen genommen - im Beipackzettel sind Magen- Darmbeschwerden als sehr häufige NW aufgeführt,

2. müssen ja außerdem Probleme aufgetaucht sein, die dich 2017/2018 wieder zu Sertralin greifen ließen - evtl sind diese Probleme in Kombination mit Sertralin der Auslöser für die Magenbeschwerden - Stress, egal welcher Art, kann sich auch sehr stark auf das Verdauungssystem niederschlagen.

Mal von dieser Seite betrachtet, vllt ist die Lagerung hier doch nicht die Ursache!

Wie wurde die Gastroparese eigentlich festgestellt? Wurden spezielle Tests durchgeführt?
Hey Anna,
vielen Dank für deine Antwort!

Es gibt bestimmt mehrere potentielle Ursachen, jedoch stehen sie alle zwingend im Zusammenhang mit Sertralin. Ich habe bei den beiden Malen (binnen der 5 Wochen Zeitspanne, wo ich sie 2018 genommen hatte), bei denen ich die Tablette auf nüchternen Magen (oder eben zu wenig Essen) genommen hatte, direkt nach dem Schlucken (also wenige Minuten) einen Schmerz im Magen gespürt. Dieser ging nach dem ersten Mal nach 14 Tagen wieder weg (hatte natürlich direkt abgesetzt) und nach dem zweiten Mal (musste nochmal eindosieren wegen Absetzerscheinungen) nicht mehr. Wenn ich die Tablette nach einer großen Mahlzeit genommen hatte, spürte ich diesen Effekt nur sehr schwach, das Ganze wurde also gepuffert. Es muss aber nicht unbedingt an einer veränderten Tablette gelegen haben; es kann auch irgendein Füllermaterial gewesen sein, auf das ich überreagiert habe. Oder der "übliche" Effekt von Sertralin auf den (nüchternen) Magen.

Schwierigkeiten bei der Zuordnung dieser Kausalitäten macht auch einfach die Tatsache, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich 2017 Sertralin aus der gleichen Packung genommen hatte wie 2018. Es könnte durchaus sein, dass es beide Male noch ein Überbleibsel aus 2016 war. Ich hatte ab Mitte 2017 (erstes Mal, dass ich nochmal zu Medis gegriffen hatte) mit starker Apathie, Müdigkeit, Anhedonie, innerer Leere, kognitiven Einbußen zu kämpfen und händeringend nach Lösungen gesucht. Irgendwann war ich wieder soweit das Sertralin zu nehmen (auch wenn es rückblickend vll sogar der Auslöser dafür war, also die Einnahme 2015/2016). Das kombiniert mit einer grundsätzlich mangelnden Selbstfürsorge führte dann zu dem im Nachhinein eher sorglosen Umgang mit den Medis. Ich hätte eigentlich wissen müssen, dass es mir nicht gut bekommt - schon nach dem Vorfall 2017. Da hätte es mehrere Möglichkeiten geben können, anderes Präparat, oder zumindest anderer Hersteller (oder mindestens neue Packung, falls es denn wirklich die alte war) und beim zweiten Mal einfach mit Escitalopram oder so die Absetzerscheinungen abdämpfen.

Naja, im Nachhinein ist man immer schlauer - vor allem in diesem Fall. Ich war zu der Zeit erst recht nicht in der Lage alles zu überschauen. trotzdem würde es mir einen kleinen Trost spenden, wenn das Medikament geprüft werden würde und das Ergebnis käme ohne Beanstandung zurück; würde die Liste der "Selbstvorwürfe" etwas minimieren. ;) Meinen Magen wird es natürlich nie wieder heile machen.

Zu der Diagnostik: Ich hatte unabhängig von dieser Medisache nicht Probleme mit dem Magen oder Darm. Mein Magen wurde dann im August 2018 nach dem Vorfall zweimal endoskopiert - ohne Befund, alles perfekt. Die Magenentleerungsszintigraphie ergab dann eine erheblich verzögerte Magenentleerung (Halbwertszeit von 290, normal ist unter 100 Min.). Aber auch ohne diesen Befund wär die Sache für mich klar: Ich spüre wie langsam er sich entleert, bin dauernd am hochwürgen/aufstoßen und habe ständig Schmerzen.
2015 - Escitalopram (20mg) für Angst/Zwangsstörung
2016 - Sertralin " " (100mg)
Ende 2016 abgesetzt
--> ohne Medis
Mitte 2017: 1x Sertralin (50mg) --> Magen/Darm-Beschwerden
Mitte 2018: 5 Wochen Sertralin (50mg), 2x auf nüchternen Magen --> sofort starke Magenschmerzen, abgesetzt; Magen hat sich nie wieder erholt --> Gastroparesis

Annanas
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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von Annanas » Mittwoch, 13.02.19, 21:04

Hallo lama :) ,
es hört sich tatsächlich nach einer Unverträglichkeit an, entweder durch Zusatzstoffe oder vllt auch als NW, die aber dann wirklich heftig ausgefallen ist.

Wenn du die Tablette prüfen läßt u deine Vermutung hinsichtlich Lagerung usw bestätigt sich nicht, würde ich diese starke NW melden.

Es kann doch nicht sein, daß man sich seine Organe, gerade auch bei nur kurzfristiger Einnahme, dermaßen ruiniert, daß man eine funktionelle Störung diagnostiziert bekommt.
lama hat geschrieben:
Montag, 11.02.19, 14:02
Die Magenentleerungsszintigraphie ergab dann eine erheblich verzögerte Magenentleerung (Halbwertszeit von 290, normal ist unter 100 Min.). Aber auch ohne diesen Befund wär die Sache für mich klar: Ich spüre wie langsam er sich entleert, bin dauernd am hochwürgen/aufstoßen und habe ständig Schmerzen.

Konnten dir die Ärzte wenigstens sagen, ob das reversibel ist ?

LG Anna
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Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Hohe Lagertemperaturen schädlich?

Beitrag von lama » Montag, 04.03.19, 17:25

Annanas hat geschrieben:
Mittwoch, 13.02.19, 21:04
Hallo lama :)
LG Anna
Hey Anna,
sorry für die späte Antwort!
es hört sich tatsächlich nach einer Unverträglichkeit an, entweder durch Zusatzstoffe oder vllt auch als NW, die aber dann wirklich heftig ausgefallen ist.
Ja, war wohl eine Überreaktion auf einen der (Zusatz)Inhaltsstoffe und weniger die serotonerge Wirkung des Medikaments: das dauert sicherlich etwas länger, bis das absorbiert (womöglich erst im Dünndarm) und im Blut angekommen ist.
Wenn du die Tablette prüfen läßt u deine Vermutung hinsichtlich Lagerung usw bestätigt sich nicht, würde ich diese starke NW melden.
Um die Tablette beim Landesuntersuchungsamt bzw. der Untersuchungsbehörde des entsprechenden Bundeslandes prüfen zu lassen, muss man erst eine UAW-Meldung abgeben. Die ist auch schon seit 2 Wochen über einen Arzt an die Arzneimittelkommission rausgegangen, aber laut meinem Ansprechpartner beim Untersuchungsamt wohl noch nicht bei denen angekommen. Alles etwas schwierig und bürokratisch und definitiv nicht Verbraucher freundlich, aber ich habe mich schon damit abgefunden, dass wenns sch*** läuft, es sch*** läuft. Solange das Ganze dann noch vor Verfallsdatum der Tabletten über die Bühne geht, bin ich dankbar......
Es kann doch nicht sein, daß man sich seine Organe, gerade auch bei nur kurzfristiger Einnahme, dermaßen ruiniert, daß man eine funktionelle Störung diagnostiziert bekommt.
Ich bin selbst daran Schuld - mir hätte nach der ersten Überreaktion klar sein müssen, dass ich unter keinen Umständen nochmal zu dem Medi greifen darf (auch nicht, um Entzugserscheinungen abzudämpfen). Ich mein....wenn man 14 Tage ununterbrochen Magenschmerzen von einer Tablette hat... Aber leider war ich zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage Dinge umfassend zu überblicken und entsprechend zu entscheiden, ebenso wenig wie mein Umfeld, das sowieso einen Hang dazu hat, stiefmütterlich mit mir und solchen Dingen umzugehen. Dass es dann ein zweites Mal dazu kam, dass ich zu wenig gegessen hatte vor der Einnahme (nicht "nichts", aber das wäre noch unverzeihlicher gewesen) hatte dann auch zwingend wieder mit den Personen zu tun, die um mich herum waren. Passt also alles. Unglücklich gelaufen ist untertrieben. Und dass nach so einem Nackenschlag für den Magen eine erneute Gabe dieses Medikaments zu so einem Desaster führen kann (und dann auch führte) ist irgendwie gut vorstellbar.
Konnten dir die Ärzte wenigstens sagen, ob das reversibel ist ?
Das ganze ist irreversibel, da ein Nervenschaden entstanden ist. Das wirklich Tragische ist, dass es auch nicht wirklich Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die Medikamente, die auch nur Symptome verbessern sollen (wie MCP, Domperidon), sind "Ex-Psychopharmaka", die Dopamin blocken, mit den zu erwartenden Nebenwirkungen. MCP hat mich nach 3 Tagen suizidal gemacht; ganz zu schweigen von den dyskinetischen Folgen, die diese Medikamente auslösen können. Aber geholfen hats eh nicht, von daher...der nächste Schritt ist dann eine Magenentfernung :lol:
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2015 - Escitalopram (20mg) für Angst/Zwangsstörung
2016 - Sertralin " " (100mg)
Ende 2016 abgesetzt
--> ohne Medis
Mitte 2017: 1x Sertralin (50mg) --> Magen/Darm-Beschwerden
Mitte 2018: 5 Wochen Sertralin (50mg), 2x auf nüchternen Magen --> sofort starke Magenschmerzen, abgesetzt; Magen hat sich nie wieder erholt --> Gastroparesis

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Re: Hitze und Sonne bei Lagerung von SSRI schädlich?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 05.03.19, 19:05

Titel auf lamas Wunsch abgeändert
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