Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->
Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Samstag, 02.03.19, 12:20

Liebe Mitglieder,
ich wende mich an Euch, weil ich seit 40 Jahren Tranxilium nehme/genommen habe. Mehrmals in dieser Zeit habe ich die Tbl. abgesetzt aber nie wirklich für immer aufgehört. Ich dachte, ich wäre nicht abhängig davon, was bei den Symptomen, die ich seit über 2 Jahren durchmache, ein Trugschluss war. Die meisten der Entzugs-/Absetzsymptome aus Eurer Liste kenne ich. Sie scheinen aber nie wirklich vorüber zu gehen.

Bereits als Jugendlicher habe ich erste Erfahrungen mit FRISIUM gemacht, weil ich sehr unruhig und ängstlich/zwanghaft war.
Anfang 30, ich war aus meiner Heimatstadt weggezogen, weil ich einen attraktiven Job bekam, der mit Stress verbunden war, verschrieb ein Neurologe LEXOTANIL. Ich habe nicht täglich aber alle paar Tage eine genommen, um meinen Stress abzubauen. Nach 2 oder 3 Wochen habe ich sie aus dem Autofenster geworfen, weil sie mir nicht gut taten.In meinem nächsten Job fing der Stress wieder an und ich entdeckte TRANXILIUM.
Diese Tabletten haben mir durch mein bisheriges Leben geholfen.

Mal 1 oder 2 Tranxilium 10 am Tag, dann wieder mehrere Tage keine. Also nicht jeden Tag aber doch über die Jahre mein ständiger Begleiter. Bei der Arbeit und auf Reisen hatte ich immer einige im Koffer und einige bei mir, damit ich im Notfall etwas nehmen kann. ich will jetzt nicht weiter ins Detail gehen, weil es bestimmt ermüdend ist. Ich bin jetzt 71 Jahre und habe vor 2 oder 3 Jahren aufgehört, TR zu nehmen. Es war die Hölle, die ich aber überstand. Schmerzen und Krämpfe in allen Knochen, Muskeln, Erschöpfung, Schwindel ...

Seit 20 Jahren extreme Schweissausbrüche Tag und Nacht, ständigen Stress, Angst, Muskelverkrampfungen Kopf, Nacken, rechter Arm. Bauchschmerzen,
Brust, Rücken, Kiefer, Gesicht. Alle Fibromyalgie-Symptome, Herzhneurose, Blutdruck geht rauf und runter, von 100 auf 200.Hitzewallungen, ständiges Frieren, Grippesymptome, krampfhaftes Gähnen, Verdauungsstörungen, Harndrang, erhöhte Reizüberflutung, Allergie durch Gerüche (Parfums, Möbel)...

Seit einem Jahr Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Netzhauteinblutung (Lasern), Hautveränhderungen (Flecken, Ekzeme, Jucken) die nicht weggehen. Benommenheit täglich seit Jahren, Schwindel, Muskelkrämpfe anhaltend, Kopfdruck, Priapismus, ständige Unruhe, Angst, Zwang, Erregungszustände, Müdigkeit. Wandernde Schmerzen im ganzen Körper, Druck, Stiche, Ziehen.

Ich bin verzweifelt. Zwischendurch wieder TR eingenommen aber immer nur 1/4 Tablets = 5 mg. November 2018 5 x 1/4, Dezember 2018 1 x 1/4,

Januar 2019 5 x 1/4, Februar 2019 1 x 1/4 Tablette.
Vor einigen Wochen habe ich einen Schlaganfall bekommen und bringe alle Symptome mit der Einnahme von TR in Verbindung, da ich sonst fast keine Medikamente genommen habe. Herzrhythmusstörungen und verschwommenes Sehen kann durch die Muskeln kommen, die von TR beeinflusst sind über die Jahrzehnte. Vertrage keine Medikamente, auch nicht die, die ich nehmen müsste. Die Ganzkörperschmerzen haben vor einem halben Jahr aufgehört. Dafür sind die Hautsymptome gekommen mit Ekzemen, die nicht weggehen.

Meine Frage: Sollte ich wieder mehr Tranxilium nehmen, damit die starken Symptome aufhören ? Sollte ich gar nichts mehr nehmen ? Nach 40 Jahren, die ich ohne TR nicht ausgehalten hätte, ist es sinnvoll aufzuhören oder besser Weiternehmen ?
Vielen Dank für Eure Antworten.
Zuletzt geändert von Jamie am Samstag, 02.03.19, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt, Titel ergänzt
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 4):
SalamanderDomuratBittchenLavendulina
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 17866
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 44422 Mal
Danksagung erhalten: 23088 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von padma » Samstag, 02.03.19, 17:52

hallo Chor, :)

willkommen im ADFD.

Das hört sich nach einer sehr langen, schweren Leidenszeit an. :(
Seit 20 Jahren extreme Schweissausbrüche Tag und Nacht, ständigen Stress, Angst, Muskelverkrampfungen Kopf, Nacken, rechter Arm. Bauchschmerzen,
Brust, Rücken, Kiefer, Gesicht. Alle Fibromyalgie-Symptome, Herzhneurose, Blutdruck geht rauf und runter, von 100 auf 200.Hitzewallungen, ständiges Frieren, Grippesymptome, krampfhaftes Gähnen, Verdauungsstörungen, Harndrang, erhöhte Reizüberflutung, Allergie durch Gerüche (Parfums, Möbel)...
Diese Symptome sind aufgetreten, nachdem du bereits 20 Jahre Tranxillium genommen hast? Was glaubst du, was die Ursache dafür ist?
Mal 1 oder 2 Tranxilium 10 am Tag, dann wieder mehrere Tage keine. Also nicht jeden Tag aber doch über die Jahre mein ständiger Begleiter.
Das war zwar noch im Niedrigdosisbereich, durch die lange Halbwertszeit von Tranxillium hattest du das Benzo jedoch durchgehend im Blut. Du warst mit Sicherheit körperlich abhängig.
Eine so lange Einnahme kann leider Schäden im Organismus hinterlassen.


Ich würde gerne zunächst noch genauer sortieren:
Welche der Symptome hattest du bereits vor der Benzoeinnahme?
Welche der Symptome hattest du bereits unter der Einnahme?
Welche sind erst nach dem Entzug aufgetreten?
Hat sich seit dem Entzug etwas verbessert oder verschlechtert?
Wenn du jetzt zwischendurch etwas eingenommen hast, hat dir das Erleichterung verschafft?

In deinem Alter, geht es, denke ich, wirklich um Lebensqualität. Daher ist es wichtig herauszufinden, ob dir die Einnahme einer kleinen Dosis tatsächlich helfen würde.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 10):
AnnanasBrunoJamiegioiaUluluSalamanderSiggielmario27BittchenDomurat
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
15.06.2019: 0,04 mg



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Montag, 04.03.19, 13:25

Hallo,
herzlichen Dank für die schnelle Antwort auf meinen Beitrag. Die von Ihnen gestellten Fragen sind nach dieser langen Zeit der Einnahme schwer zu beantworten. Da Benzos mein Leben bestimmt haben, liegen die ursprünglichen Gründe natürlich sehr lange zurück. Als Kind, es begann irgendwann um die Pubertät, begannen meine Zwangsgedanken und Handlungen. Ich hatte große Angst um die Gesundheit meiner Mutter. Ich dachte, wenn ich diese oder jene Handlung ausübe, kann ihr nichts passieren. Dadurch kam ich in eine Angst- und Unruhespirale, die mich nicht mehr losließ. Also verschrieb mir ein Arzt Frisium, ist auch zur Beruhigung gewesen. Extrem würde es, als ich beruflich bedingt mit ca. 30 Jahren aus meiner Heimatstadt wegzog. Kreislaufprobleme, Ängste und auch die Zwände traten wieder auf. Beim Besuch eines Solariums kam es zu einem Kreislaufzusammenbruch, weil die Klimaanlage ausgefallen war. Ein Arzt verschrieb mir Lexotanil, das ich nur kurz einnahm.
TRANXILIUM begann, als ich nach Süddeutschland zog. Allein, Angst und vielleicht eine Panikattacke im Hotel.
Durch die Einnahme ging es mir besser. Ich war entspannt, ruhig, ausgeglichen und hatte absolut keine Nebenwirkungen.
Beruflich immer mehr Stress, Reisen ins Ausland führten dann dazu, das ich ohne TR nicht mehr das Haus verlassen habe.
Einen Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik habe ich abgebrochen, weil ich keine Hilfe bekam nach meiner Ansicht.
Mir war klar, dass nur ich mir helfen kann. Urlaub war für mich nicht möglich, da ich mich weit von zuhause nicht erholen konnte und noch mehr Angst hatte. Angst, krank zu werden, keine Hilfe zu erhalten.
Mehrmals habe ich die Einnahme abgebrochen, durch die dann aufkommenden Verspannungen und Ängste immer wieder niedrig dosiert begonnen. Erst als ich aus dem Stress herauskam wagte ich den endgültigen Ausstieg vor 5 Jahren. Am Anfang dachte ich, es ist alles gut aber dann begannen die Krämpfe im Nacken, Kopf, Schulter, Arm, eigentlich die ganze linke Körperseite.
Mein Arzt erkannte eine Depression, ich nicht. Mein Neurologe meinte, es gäbe Menschen, die müssen genetisch bedingt immer Benzo nehmen und verschrieb mir wieder eine Packung. Auf meinen Wunsch, ein Mittel zu nehmen, das ich ganz gering dosieren konnte, verschrieb er mir RIVOTRIL Tropfen. Aus Angst vor neuen Nebenwirkungen habe ich sie nicht genommen.
Seitdem gehören Nervosität, Unruhe, furchtbare Verspannungen und Krämpfe, Beben des Kopfes, Nachts mehrmals schweißgebadet, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, Erschöpfung, Schmerzen im ganzen Körper, Unterleibsschmerzen, Missempfindungen, Unverträglichkeit fast aller Medikamente, Atemenge, extreme anhaltende Gähnkrämpfe, Brennen der Schleimhäute, Blutdruckkrisen und starker Druck im Kopf zu meinen ständigen Begleitern. Es ist also nach dem Entzug, den ich vielleicht zu konsequent und abrupt durchgeführt habe zu keiner Verbesserung sondern eher zu einer Verschlechterung gekommen. Am Anfang hat 1/4 noch etwas geholfen. Wenn ich jetzt 1/4 nehme ist die Wirkung sehr gering oder gar nicht da.
Früher, wenn ich 10 mg nahm, half es mir, nahm ich aber 2-3 mal hintereinander 5 mg fühlte ich mich traurig. Deshalb habe ich immer nur bei Bedarf eingenommen und schwankte zwischen etwas ausgeglichen und völliger Unruhe und Verspannung.
Das war jetzt wieder sehr viel. Ich hoffe, Sie werden nicht überfordert.
Viele liebe Grüße
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 4):
SalamanderJamielunettaLavendulina
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Smilla
Beiträge: 780
Registriert: Freitag, 11.01.19, 16:10
Hat sich bedankt: 1076 Mal
Danksagung erhalten: 1221 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Smilla » Montag, 04.03.19, 15:22

Hallo lieber Chor,

(falls Du ein Mann bist, sonst liebe ...)

Du beschreibst eindrucksvoll und erschuetternd, was so eine lange Benzo-"Karriere" mit einem macht. Ich selbst erkenne Aehnlichkeiten der Beweggruende bei uns...

Leider habe ich keinen Rat fuer Dich, kämpfe selbst, aber danke fuer Deine offene Schilderung, die mich in meiner Sicht nochmal bestaerkt hat, dass ich meine Chance jetzt ergreifen muss.

Von Herzen alles Gute.

Teilnehmende Gruesse, Smilla
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Smilla für den Beitrag (Insgesamt 4):
JamieClarissapadmaSiggi
► Text zeigen

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18033
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 23032 Mal
Danksagung erhalten: 29550 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Jamie » Montag, 04.03.19, 15:53

Hallo Chor, :)

die Forschung hält sich bedeckt, was das Publizieren von Langzeitschäden bei Benzos betrifft, aber wir wissen, dass es diese Schäden leider gibt.
Ein Teil davon wird bei dir vermutlich nicht mehr rückgängig zu machen sein, andere Symptome haben vielleicht trotzdem Potential, sich auch wieder zu besseren.

Ich hoffe ich nehme dir weder Mut noch Hoffnung, wenn ich dir schreibe, dass du nach 40 Jahren vermutlich zu denen gehörst, die da nicht mehr so glimpflich wegkommen :oops:; aber ich ahne, dass du das eigentlich selber weißt.

Die Fragen aller Fragen ist, ob es angesichts deiner Situation und auch deines Alters nicht Sinn macht, das Medikament wieder einzunehmen, um wenigstens ein paar Symptome zu lindern.
Die Dosis sollte dabei einen niedrigen bis mittleren Bereich jedoch nicht überschreiten.

Wenn man den Großteil seines Lebens gelebt hat und das Alter mit all seinen Beschwerlichkeiten auf einen zukommt, dann ist die Frage in der Tat recht und billig, ob man sich einen protrahierten Entzug, und in dem steckst du, wirklich noch antun kann und will.
Man darf hier zurecht auch das Wort Lebensqualität verwenden. :hug:

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass ein paar deiner Symptome, insbes. der hohe Blutdruck, in medizinische / internistische Hände gehört und auch eingestellt gehört. Nimmst du denn Blutdruckmittel? Nimmst du andere Medikamente? Bitte alles mal nennen, das ist wichtig für uns.

Die Muskel -und Gelenkschmerzen und der schmerzende Körper sind ganz typische Benzofolgen und sie sind nicht leicht in den Griff zu kriegen, aber man kann ggf. lindernde Maßnahmen finden. Hier ist dein eigenes Engagement gefragt. Begib dich auf die Suche!
Gerne verlinken wir dir Threads dazu und bieten Infos an.

Der Zusammenhang zum Medikament besteht darin, falls du es noch nicht weiß, dass Benzos die Muskelspannung verändern (sie entspannen / relaxieren) und wenn man sich entwöhnen will oder das Mittel absetzt, dann muss der Körper lernen, einen eigenen Tonus neu aufzubauen und das ist meistens mit extremen Verkrampfungen, Schmerzen und Spannungszuständen verbunden. Wir Benzo´ler kennen das leider bestens :(.

Zu deinen Symptomen:
Seitdem gehören Nervosität, Unruhe, furchtbare Verspannungen und Krämpfe, Beben des Kopfes, Nachts mehrmals schweißgebadet, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, Erschöpfung, Schmerzen im ganzen Körper, Unterleibsschmerzen, Missempfindungen, Unverträglichkeit fast aller Medikamente, Atemenge, extreme anhaltende Gähnkrämpfe, Brennen der Schleimhäute, Blutdruckkrisen und starker Druck im Kopf zu meinen ständigen Begleitern. Es ist also nach dem Entzug, den ich vielleicht zu konsequent und abrupt durchgeführt habe zu keiner Verbesserung sondern eher zu einer Verschlechterung gekommen. Am Anfang hat 1/4 noch etwas geholfen. Wenn ich jetzt 1/4 nehme ist die Wirkung sehr gering oder gar nicht da.
Nervosität, Unruhe, Kopfbeben etc. sind alles Entzugssymptome.
Die Verspannungen und Krämpfe auch; ich habe oben erklärt, weswegen es auftritt.
Benommenheit, Schwindel, Missempfindungen, Erschöpfung, Sehstörungen, beengtes Atmen, Gähnen.. sind leider auch alles Benzoentzugssymptome - du hast die ganze Palette :(
Auch das Schleimhautbrennen ist etwas ganz Typisches, vielleicht schaut rafa13 mal vorbei, er ist benzoanbhängig und leidet seit Jahren darunter.
Selbst Bluthochdruckkrisen können im Postentzugszustand auftreten; ich finde aber, dass diese in ärztliche Hände gehören. Ein Betablocker kann da ggf. Erleichterung bringen.

Dass du auch keine Medikamente mehr verträgst ist auch sowas von typisch. Das schildern viele hier.
Ich verlinke dir mal unsere Absetzsymptomliste. Sie ist zwar eigentlich für AD und NL, aber die Benzos machen fast die gleichen Beschwerden:
viewtopic.php?f=18&t=12534

Zum Schluss noch einen Hinweis. Wir duzen uns hier. Ist es in Ordnung, dass wir dich mit Helmut und Du ansprechen? :)

Und ein PS noch: Gut, dass du die Hände vom Rivotril gelassen hast! Bloß nicht nehmen! Es ist ein sehr starkes Benzo und würde dich noch viel abhängiger machen :wacko:.

Grüße und willkommen im Forum :hug:
Und es tut mir leid, wie schlecht es dir geht :(. Ich kann es dir so nachempfinden.
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag (Insgesamt 7):
AnnanasFineFinchenpadmalunettaSiggiSalamanderLavendulina
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Smilla
Beiträge: 780
Registriert: Freitag, 11.01.19, 16:10
Hat sich bedankt: 1076 Mal
Danksagung erhalten: 1221 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Smilla » Montag, 04.03.19, 16:01

Oh, also, hallo Helmut! :)

Ja, ganz automatisch habe ich zum Du gegriffen ...

Gelenk-(und Muskel?)schmerzen machen mir momentan explizit zu schaffen. Auch wenn es einen anatomischen Grund zu geben scheint, so habe ich dennoch den Eindruck, dass der Entzug mitwirkt.

Ich begegne den Schmerzen gerade mit einer Ernährungsumstellung auf vorwiegend entzündungshemmende Lebensmittel und mache gleichzeitig eine sog. Basenkur; denn eine "Übersäuerung" des Organismus' hat bei derartigen Schmerzen manchmal mit ihre Hände im Spiel (bei mir mit Sicherheit).

Dies nur als Hinweis, dass sich auch aktiv etwas unternehmen lässt - falls man es verträgt; diese Einschränkung muss leider jeder eventuellen Möglichkeit hinzugefügt werden, da man es nicht wissen kann für sich; am besten immer vorsichtig antesten.

LG Smilla
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Smilla für den Beitrag (Insgesamt 3):
AnnanaspadmaSalamander
► Text zeigen

Clarissa
Beiträge: 2696
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37
Hat sich bedankt: 2581 Mal
Danksagung erhalten: 5497 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Clarissa » Montag, 04.03.19, 16:47

Hallo, Helmut.

Ich bin 64 und habe mit 60 alle Psychopharmaka abgesetzt. Für mich gab es definitiv keinen anderen Weg und ich habe es nie bereut. Ich verstehe aber jeden, der einen Benzoentzug nicht durchstehen kann.

Ich habe nicht so lange und low dose Benzos genommen, also sie haben nicht mein gesamtes Leben bestimmt.

Trotzdem kommen mir die Symptome, die Du beschreibst, sehr bekannt vor. Ich habe an vielen von ihnen gelitten und sie begleiten mich - in abgeschwächter Form - teils immer noch. U.a. die Schmerzen und Verkrampfungen des Bewegungsapparates, Unverträglichkeiten, schnelle Erschöpfbarkeit und die Mißempfindungen. Benommenheit, Schwindel und Blutdruckerhöhung sind großteils verschwunden.

Insgesamt konnte ich mich recht gut mit meinen Symptomen arrangieren und führe ein ganz zufriedenes, ruhiges Leben - auf etwas niedrigem Niveau!

Ich habe leider keine wirksamen Maßnahmen gegen meine Symptome gefunden, sondern die Zeit für mich arbeiten lassen (müssen).
Zum Glück für mich bin ich berentet.

Ob eine Wiedereindosierung Linderungen bringt, habe ich nie ausprobiert.

Ich will nicht verhehlen, es ist ein langer und langsamer Weg der Besserung, der viel Geduld und Akzeptanz abverlangt.

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarissa für den Beitrag (Insgesamt 2):
SmillaSalamander
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Montag, 04.03.19, 18:16

Hallo Clarissa,

erst einmal vielen Dank für Deine Antwort. Es ist so schön, dass es Menschen wie Dich und auch die anderen in diesem Forum gibt, die sich die Zeit nehmen, sich mit Problemen anderer zu beschäftigen und dann auch noch Hilfestellungen geben.

Ich bewundere Dich für Deine Kraft, die Du aufgebracht hast, um Abstand von den Benzos zu bekommen.

Ich habe es immer wieder im Laufe meinen Lebens versucht, auch vorübergehend geschafft, glaube aber, dass viele meiner heutigen Erkrankungen Resultat meines nicht wirklich kontrollierten Absetzens sind. 40 Jahre sind eine lange Zeit aber die Benzos waren nicht wirklich nur meine Feinde sondern auch Freunde, ohne die ich mein Leben nicht überstanden hätte.

Danke und viele Grüße

Chor
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 2):
SmillaSalamander
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Montag, 04.03.19, 18:25

Hallo Smilla,

Danke für Deine liebe Antwort. Es tut mir sehr leid, dass Du momentan wieder starke Schmerzen hast. Mir wurde immer von meinem NeurolGen gesagt, es könne nicht von den Benzos kommen.

Ich bin aus Verzweiflung zu einem Heiler gegangen, der durch Berührung feststellte, dass mir ein Instrinsic Factor fehlt und ich dadurch kein Vitamin B 12 aufnehmen kann. Meine Ärzte fanden den Ansatz lächerlich. Eine Laboruntersuchung nicht nur des Vit. B 12 sondern des Holo TC im Blut gab dem Heiler recht. Mein B 12 Spiegel war nahe Null. Seitdem gebe ich mir Spritzen, die ohne über den Darm zu gehen aufgenommen werden können.

Falls Du das noch nicht versucht hast, wäre das eine Option.

Viele Grüße

Chor
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 2):
SmillaSalamander
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Montag, 04.03.19, 18:51

Hallo Jamie,

Danke Dir für Deine Tips. Wegen des hohen Blutdrucks bin ich bei verschiedenen Ärzten gewesen, einer gab mir sofort Blutdrucksenker, ein anderer meinte, mein Blutdruck sei in Ordnung, ein anderer schob es auf meine Psyche, das Krankenhaus wollte mich zu einem Medikamententest überreden und verschrieb mir eine Einkaufstüte Medikamente, die ich alle nicht nahm. Einer stellte Rhythmusstörungen fest, ein anderer diagnostizierte eine Angststörung. Alles ist richtig aber je nachdem, wann es festgestellt wurde, weil sich alles laufend ändert. Beta Blocker habe ich vor vielen Jahren einmal genommen, habe aber nach einigen Wochen Atemprobleme bekommen.

Seit 2 Wochen nehme ich Blutverdünner CLOPIDOGREL, abgesetzt wegen starker Darmbeschwerden.

Außerdem habe ich zu große Angst, mehr als 1 Medikament gleichzeitig einzunehmen. Selbst bei Erkältungen habe ich kein Benzo genommen, wenn ich andere Mittel, Paracetamol oder Antibiotika nehmen musste. Es war jedesmal furchtbar.

Vielleicht sollte ich doch mal wieder etwas nehmen, weil meine Krämpfe unerträglich werden und auch meiner Frau mein Stöhnen großen Kummer macht. Wir sind nur noch traurig und wissen nicht weiter.

Die Benommenheit ist so stark, dass ich auch an einen Tumor dachte. MRT ohne Befund. Mein Optiker kann keine Brille mehr anpassen, weil die Werte von heute Morgen nicht mehr stimmen. Der Augenarzt sagt, er kann mir nicht helfen.

Ich werde weitermachen, wie weiß ich nicht. Jeder Tag ist ein Kampf, den ich momentan noch aufnehme. Der Kampf gegen den Terroristen, wie ihn meine Frau nennt, kostet uns alle große Nerven.

Mach‘ s gut

Chor
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 2):
Frieda-MarieJamie
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

krasiva
Beiträge: 147
Registriert: Donnerstag, 21.02.19, 11:59
Hat sich bedankt: 934 Mal
Danksagung erhalten: 252 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von krasiva » Montag, 04.03.19, 21:46

Guten Abend Chor, :)

bin so wie du erst seit kürzem hier im Forum. Habe zwar nicht so lange Leidensgeschichte wie du hinter mir, doch ich dachte dir Mut zuzusprechen. Das als erste.
Zweitens wollte ich dich fragen, ob du nicht einen guten Arzt, der sich mit seriös. Naturheilkunde beschäftigt aufsuchen würdest (klassische Hoömeopathie, Anthroposophische Medizin, Orthomolekulare Medizin). Bitte gebe nicht auf. Ich kann dich sehr gut verstehen. Manchmal ist einem, als würde man aus der Haut "gehen wollen". Aber es geht. Auch Ernährung ist wichtig. Ich merke, dass ich seit vorigem Jahr extrem empfindlich darüber reagiere. Über Ernährung und Psyche hat mir sehr viel das Buch von Julia Ross (Was die Seele essen will) geholfen. Eine ganze Bewegung in der USA ist vorhanden. Hier ist Europa mal nicht auf dem ersten Platz.
Eine gute gute Lösung finden wünsche ich dir.

Und hier noch paar Verse für dich:
Auf der Reise
"Um Mitternacht, auf pfadlos weitem Meer,
wenn alle Lichter längst im Schiff erloschen,
wenn auch am Himmel nirgends glänzt ein Stern,
dann glüht ein Lämpchen noch auf dem Verdeck,
ein Docht, vor Windesungestüm verwahrt,
und hält dem Steuermann die Nadel hell,
die ihm untrüglich seine Richtung weist.
Ja, wenn's hütten, führt durch jedes Dunkel
ein Licht uns, stille brennend in der Brust."

Autor: Ludwig Uhland

Alles nur erdenklich gute für dich,

krasiva
Zuletzt geändert von Annanas am Montag, 11.03.19, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Autor ergänzt
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor krasiva für den Beitrag:
Smilla
► Text zeigen
Risperidon 0,6mg seit 25.02.2019

Rafa13
Beiträge: 470
Registriert: Freitag, 31.05.13, 9:14
Hat sich bedankt: 360 Mal
Danksagung erhalten: 539 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Rafa13 » Dienstag, 05.03.19, 9:25

Hallo Helmut,

beinahe sämtliche deiner Symptome habe ich in unterschiedlicher Ausprägung auch wie viele Langzeitbetroffene. Ich kann gar nicht auf alles eingehen, aber das Brennen der Schleimhäute habe ich sehr stark, vor allem im Mund, Zungen und Halsbereich, aber auch in anderen Körperteilen.

Die Medikamente wirken allesamt nicht mehr außer, dass sie mich irgendwie noch im Leben halten, aber tendenziell geht es leider nicht aufwärts. Wobei wie ich verstanden habe bist du ja auf Null bzw. nimmst kaum mehr etwas.

Was ich sagen kann ist, dass sämtliche Ersatzmittel mehr schaden wie ADs, NL und Co. und Menschen "wie uns" nicht helfen. Auch Benzodiazepine mit anderen Wirkstoffen "greifen" nicht mehr.

Ich habe auch viel Rat aus den verschiedensten Kreisen eingeholt, und heute stehe ich da und mir wird gesagt, dass ich eh mehr weiß, wie alle Experten, aber in Wirklichkeit weiß ich auch nichts.

Ich persönlich versuche die Symptome so gut es geht auszuhalten, ich gehe aber nicht davon aus, dass es besser wird, alternative Methoden mögen kleine Linderungen bringen, aber sonst gibt es einfach nichts. Auch nach Null gehe ich mittlerweile aufgrund von Erfahrungen anderer (Ausnahmen gibt es vielleicht) davon aus, dass man die Symptome ein Leben lang hat.

Das war vielleicht nicht sehr hilfreich, aber ich würde lügen würde ich dir eine andere Perspektive schreiben, halte dich von Ärzten fern so gut es geht, alles schadet zusätzlich. Du kannst nur versuchen, und das haben dir andere auch geraten, so wenig Belastung wie möglich in deinem Leben zu haben, sprich gute Lebensumstände, Bewegung und viel Ruhe und trotz allem auf das zu schauen, was funktioniert in deinem Leben. Das Leben besteht leider oft auch aus Leid, aber auch im Leid kann man glückliche Momente finden.

Ich denke auch es ist wichtig irgendwann aufhören zu suchen nach Lösungen und mit gewissen Dingen abzuschließen. Alles was du erreichen kannst ist das was du selbst an Energie investierst. Wie gesagt, sämtliche Medikamente waren bei meinen Beschwerdebildern nicht erfolgreich. Normalerweise ist man nicht mehr arbeitsfähig, ich versuche es nach wie vor, aber es wird von Monat zu Monat mühsamer.

Andererseits will ich auch nicht akzeptieren, dass mein Leben vorbei ist und daher gebe ich die Hoffnung nicht auf, mir ist aber bewusst, dass sich ohne aktive Eigeninitiative nichts verändern kann, daran arbeite ich täglich, alles Gute für Dich, LG Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Rafa13 für den Beitrag (Insgesamt 3):
ClarissaJamieSiggi
Diazepam Abhängig Langzeitbereich, selten Alprazolam
unregelmäßige Einnahmen, Durchschnitt zur Zeit 20-30 mg Diazepam

krasiva
Beiträge: 147
Registriert: Donnerstag, 21.02.19, 11:59
Hat sich bedankt: 934 Mal
Danksagung erhalten: 252 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von krasiva » Dienstag, 05.03.19, 9:45

Guten Morgen Chor,

ich wollte meine mail von gestern mit perönl. Erfahrung ergänzen. Vieles (in der Klinik und danach) wäre für mich ohne zusätzliche Sachen (die auch in meiner Signatur stehen) viel viel schlimmer gewesen, ich hätte höhere Dosen und mehr Medikamente. Ich bin der Meinung, dass sich immer was machen läßt, wenn man wirklich gute Helfer (in der Richtung in welcher ich gestern schrieb) findet. Außerdem helfen die Ruhe, frische Luft und Bewegung und achten auf die Ernährung eine ganze Menge.

Wünsche dir eine gute gute Besserung,

krasiva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor krasiva für den Beitrag:
Jamie
► Text zeigen
Risperidon 0,6mg seit 25.02.2019

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Dienstag, 05.03.19, 10:17

Rafa13

Hallo Kevin,

ich danke Dir sehr für Deine ehrliche Meinung. Ich denke auch wie Du. Mein/unser Leben ist eigentlich keins mehr, es ist ein ständiger Kampf ums Überleben.

Ich bin durch diese selbst herbeigeführte Krankheit (ich nenne es einfach Krankheit, weil es für mich eine ist) in eine wie es scheint ausweglose Situation gekommen, gebe aber die Hoffnung nicht auf, irgendwann selbst einen Weg zu finden, der mir eine deutliche Linderung verschaffen wird. Ärzte spielen dabei keine Rolle. Sie haben verlernt, Menschen zu helfen, sie verschreiben nur noch mehr Medikamente, die ich nicht nehmen kann. Sie sind hilflos, sie sind nur noch Verschreiber der Pharmaindustrie.

Ich bin inzwischen in alle Richtungen untersucht worden, MRT/CT von jeder Stelle meines Körpers, Lumbalpunktion wegen Verdacht auf MS, Neuroborreliose etc., Herzkatheter, Knochenmarkpuntion...

Da man Gott sei Dank nichts gefunden hat, bin ich ein eingebildeter Kranker, der den Praxisalltag stört.

Aus Hilflosigkeit habe ich mich intensiv mit Homöopathie beschäftigt. Manches hilft etwas, ich nehme auch Hochpotenzen, es stärkt meine Hoffnung, führt aber auch zu keiner Besserung.

Die Schleimhäute sind auch ein echtes Problem für mich. Es brennt im Hals, in den Bronchien, im Magen, im Darm und auch im Kopf. Wenn Du etwas versuchen willst, lies mal über Arsenicum Album, ein homöopathisches Mittel, bei dem das Brennen einen
Schwerpunkt hat.

Momentan schwitze ich wieder extrem in Schüben in der Nacht. Bettwäsche ist durchnässt, morgens bin ich immer erkältet und fühle mich sehr krank. Wenn ich spazieren gehe, nehme ich 1 oder 2 T-Shirts mit, um mich umziehen zu können.

Ich möchte mich noch nicht aufgeben aber ich glaube an kein Wunder mehr.

Ich melde mich wieder bei Dir, alles Gute

Claude (das Forum nennt mich Helmut)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 4):
Rafa13SmillaJamieSiggi
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Dienstag, 05.03.19, 10:39

Hallo Krasiva,

danke für Deine netten Worte. In unserer Situation kann man dies sehr brauchen.

Ich habe eine sehr liebe Frau, die in jeder Hinsicht Verständnis für mich hat. Ich rede mit ihr über meine Symptome, den ganzen Tag beschäftige ich mich damit, weil es nie aufhört. Sie tut mir so leid, weil ich kein Partner mehr bin, mit dem sie etwas unternehmen kann, mit dem man reisen kann. Immer ist die Angst da und die Symptome, die einem den Weg in ein schönes Leben versperren.

Du schreibst von Luft, Bewegung etc. Ich habe mich sehr zurück gezogen, gehe zu keinen Geburtstagen mehr...
Habe viel zuhause gesessen weil ich wegen meiner Schwitzattacken ständig Zug ausgesetzt bin, der mich krank macht.

Ich habe mich vor einigen Jahren selbständig gemacht, weil ich nicht mehr zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten, für bestimmte Menschen arbeiten konnte. Es war eine gute Entscheidung, so konnte ich viel Zeit zuhause aber leider auch im Internet auf der Suche nach Hilfe verbringen. Diese Hilfe kommt nicht von außen, nur wir können uns durch unsere Einstellung helfen.

Was mir hilft sind Entspannungsübungen aber nur, solange ich sie mache.

Das es Dir in Zukunft besser geht wünsche ich Dir. Das einige was hilft, ist die Zeit.

LG

Claude (Helmut)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chor für den Beitrag (Insgesamt 3):
ClarissaRafa13Smilla
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Rafa13
Beiträge: 470
Registriert: Freitag, 31.05.13, 9:14
Hat sich bedankt: 360 Mal
Danksagung erhalten: 539 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Rafa13 » Dienstag, 05.03.19, 11:26

Hallo Claude,

ja, ich kann es kurz machen. Betroffene, die hier sind kennen meinen Standpunkt, wobei ich nicht sage, dass er richtig ist, ist ja nur meine persönliche Erfahrung.

Was möglich ist weiß ich nicht, es gilt aber Schadensbegrenzung zu versuchen, also nicht noch mehr vergiften, was du ohnedies verstanden hast. Wird nicht immer möglich sein, aber das Ziel halt.

Unsere Lebensqualität ist natürlich bescheiden, wobei auch hier die Fragestellung, ob das besser wird? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es ja schon Erfolg, wenn es stabil bliebe.

Die Ärzte wissen auf diesem Gebiet definitiv nichts, also nicht wenig sondern nichts, also nichts was hilfreich wäre, Wissen werden sie schon was, nämlich das Schädigungspotential.

Das Wort "Schuld" verwende ich ungern, es ist niemand "schuld". Also ich für mich sehe es so, dass ich die Verantwortung trage, ich habe einfach einiges nicht richtig gemacht und jetzt gilt es das eben besser zu machen, wobei zugegeben es wird nicht leicht.

Dass was wir tun können oder versuchen habe ich dir geschrieben, die Lösungen liegen in uns und da kann keiner von Außen groß helfen. Nichts desto trotz dürfen wir auch ein kleines Stück Hoffnung behalten. Pessimismus ist zwar durchaus berechtigt, aber bringt auch nicht weiter, also eine gewisse Form sich auch wenn viele sagen, das bringt nichts, am Positiven zu orientieren finde ich zumindest Versuchens Wert.

Wobei ich die Fakten damit nicht beschönigen will, es ist wie es ist, LG Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Rafa13 für den Beitrag:
Siggi
Diazepam Abhängig Langzeitbereich, selten Alprazolam
unregelmäßige Einnahmen, Durchschnitt zur Zeit 20-30 mg Diazepam

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18033
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Jamie » Dienstag, 05.03.19, 11:30

Hallo Claude, :)
Claude (das Forum nennt mich Helmut)
das mit helmut ist mein Versehen. :whistle: :o

Es hat sich vor ein paar Tagen auch jemand mit heftiger Benzodiazepin Problematik angemeldet, der helmut65 heißt. Hat das Zeug auch viele Jahre genommen.

siehe hier: viewtopic.php?f=35&t=16388

Leider habe ich die beiden Namen, also deinen und seinen, durcheinander geschmissen, was mir sehr leid tut. :roll:

Natürlich nenne ich dich (und die anderen auch) ab sofort wieder Chor oder Claude. :)

Es tut mir leid, dass ich Verwirrung gestiftet habe.

Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Chor
Beiträge: 46
Registriert: Donnerstag, 28.02.19, 14:07

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Chor » Dienstag, 05.03.19, 11:56

Hallo an alle,

habe jetzt mal eine dringende Frage.

Wenn ich wieder einen Schub habe wie jetzt, starke Krämpfe, Schütteln und Beben des Kopfes, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Blutdruckkrise, Brennen in der Brust (Schleimhäute ?), Schwitzen, Kopfdruck ... und vielleicht doch wieder TRANXILIUM nehmen würde, in welcher Dosierung sollte ich dann etwas nehmen. 5 mg oder 10 mg in der Hoffnung, dass es hilft.

Ich weiß, es ist schwer einen Rat zu geben, ich habe Angst, wieder einen Schlaganfall zu bekommen, wenn ich nichts tue.

LG

Claude (Helmut)
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

FineFinchen
Teamunterstützung
Beiträge: 1125
Registriert: Mittwoch, 08.04.15, 17:34
Hat sich bedankt: 1504 Mal
Danksagung erhalten: 1787 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von FineFinchen » Dienstag, 05.03.19, 12:14

Hallo Claude und herzlich willkommen :)

Sich mit Menschen auszutauschen, die gerade Ähnliches durchmachen empfinde ich als große Stütze. Ich hoffe, wir können Dir auf Deinem Weg hilfreich sein.

Ich habe Deine Beiträge gelesen und ich würde gerne noch Lücken schließen. Darf ich folgendes nachfragen:

- Ging es Dir mit dem Benzo eindeutig besser, d.h. mehr Lebensqualität für Dich und auch im Zusammenleben mit Deiner Frau?
- Seit wann genau bist Du auf 0?
- Hattest Du diese Hitzewallungen schon, bevor Du das Medikament bekommen hast?

Du brauchst das nicht zu beantworten, wenn Du nicht magst. Wenn doch, dann freue ich mich.

Viele Grüße vom
Finchen <3


Zum aktuellen Anliegen: Hole bitte sofort den Notarzt, wenn Du der Meinung bist, dass Du akut schlaganfallgefährdet bist!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor FineFinchen für den Beitrag (Insgesamt 4):
krasivaJamiepadmaSiggi
28.05.2019: Ursprünglicher Benutzernamen (Finchen015) aufgrund von Namensähnlichkeiten und zur Vermeidung von Verwechslungen geändert zu FineFinchen.
► Text zeigen

Rafa13
Beiträge: 470
Registriert: Freitag, 31.05.13, 9:14
Hat sich bedankt: 360 Mal
Danksagung erhalten: 539 Mal

Re: Chor: 40 Jahre Tranxilium (Clorazepat)

Beitrag von Rafa13 » Dienstag, 05.03.19, 12:34

Hallo Claude,

also ich habe jetzt deine Geschichte nicht komplett gelesen, wobei wenn du auf Null bist und warst, dann würde ich jedem "normalen" Betroffenen raten gar nichts zu nehmen, maximal einen Blutdrucksenker, aber wenn du einen Gehirnschlag schon mal hattest bin ich auch überfragt.

Ich glaube übrigens nicht, dass dich ein Benzo hier "retten" würde, der Blutdruck sollte runter, aber das eine hat mit dem anderen nur bedingt zu tun, wobei ich weiß, dass der Blutdruck bei einem Benzoentzug in die Höhe geht, das hat mir auch mal ein Suchtarzt gesagt, dass ich da aufpassen muss und ich kann es bestätigen, nehme ich einige Tage nichts geht er ordentlich rauf - leider trotz Blutdrucktablette.

ABER mein Internist meinte zuletzt ich solle mich davon nicht beeindrucken lassen, ich habe ihm damals gesagt, ich liege so zwischen 160/100 und er meinte wenn das kein Dauerzustand ist, dann brauch ich mir keine Sorgen machen. Ich gebe dir hier nur weiter was ein guter Internist mir sagte, ob es stimmt weiß ich nicht.

Fakt ist für mich, wenn man sich mal entschließt einen Entzug durchzuziehen, dann in aller Konsequenz, das heißt keine PPs. Das ist ja der Grund warum so viele rückfällig werden, der Körper spielt verrückt, der Betroffene bekommt Angst um sein Leben und wird rückfällig und das Elend fängt von neuem an.

Ich kann über Medikamenten Sucht wenig sagen, obwohl es meine Sucht ist, was ich dir aber sagen kann, alle "Drogensüchtigen" die wegkamen und da kenne ich einige haben es KALT geschafft. Wobei ich zugeben muss Heroin oder Opiate sind ja angeblich "einfacher" als Medikamente abzusetzen.

Die Frage ist für mich kann man nach 40 Jahren überhaupt aufhören, aber das wird dir auch ein Arzt nicht beantworten können, wie auch? "Wir" als Betroffene sind die Experten und wissen es nicht.

Ich habe einmal kalt abgesetzt und war 12 Tage im Ausnahmezustand und ich habe da auch meinen Tod in Kauf genommen, ich wollte es damals einfach so stark, es war mir egal. Ich habe überlebt und hatte auch keine Krampfanfälle, die lebensgefährlich waren, aber nochmals das ist keine Empfehlung, das ist nur meine Geschichte und meine Sicht.

Das ist so heikel hier Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen, wie könnte ich das tun? Das musst wirklich du entscheiden, da wird kaum jemand was wissen.

Nochmals ich würde versuchen den Blutdruck runterzubekommen, aber kein Benzo! Alles Gute - sorry, für die vielleicht harte "Linie" - vor allem in Anbetracht, dass ich deine Geschichte zu wenig kenne.

Ich hatte mal einen Betreuer, ich habe geschrien neben ihm vor Schmerzen, es hat ihn Null beeindruckt, wobei er hatte auch keine Angst, dass mir was passieren würde. Er meinte machen sie sich keine Sorgen, wenn sie was haben rette ich sie, bei mir ist noch niemand gestorben und so kurios das klingt, der hat 1.000te Menschen behandelt mit den verschiedensten Erkrankungen und mit den skurrilen Methoden, aber niemand ist bei einer Behandlung gestorben oder hat Schaden erlitten.

Alles Gute Kevin
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Rafa13 für den Beitrag (Insgesamt 2):
JamieSiggi
Diazepam Abhängig Langzeitbereich, selten Alprazolam
unregelmäßige Einnahmen, Durchschnitt zur Zeit 20-30 mg Diazepam

Antworten