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Malaika: Neuvorstellung, Langzeiteinnahme, aktuell Fluoxetin

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malaika
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Malaika: Neuvorstellung, Langzeiteinnahme, aktuell Fluoxetin

Beitrag von malaika »

Hallo an alle zusammen,

ich habe noch nie in einem Forum geschrieben und hoffe, ich mache alles richtig.

Seit vielen Jahren lese ich in unregelmäßigen Abständen hier mit und bin sehr, sehr dankbar, dass es Euch gibt.

Seit ca 1999 nehme ich Antidepressiva, anfangs unterschiedliche SSRI, die an- und wieder abgesetzt wurden, bis ich dann ca 2006 bei Venlafaxin landete und dies mit gescheiterten Absetzversuchen bis 2016 nahm.

Der letzte Absetzversuch ging also bis 2016 (begonnen Ende 2014), endete wie üblich in der Psychiatrie mit schwersten depressiven Schüben und der auch hier schon oft beschriebenen schweren körperlichen Symptomatik (die, ebenfalls wie üblich, nicht ernst genommen wurde) und ich nicht weiter durchhielt, so dass ich, obwohl ich schon einige wochen auf Null war, wieder ein SSRI eingeschlichen habe.

Ich konnte einfach nicht mehr, den Zustand dieser Hölle aufzuschreiben, erspare ich Euch bzw viele kennen es ja selbst.
Wegen der längeren Halbwertszeit habe ich dann angefangen, Fluoxetin 10 mg zu nehmen, um es dann eventuell später leichter auszuschleichen als das Venlafaxin.

Ich möchte den Beitrag nicht zu lang halten, alles genau aufzuschreiben würde ewig dauern und evtl auch Eure Geduld überfordern, ich versuche es
zusammenzufassen und hoffe, niemanden zu entmutigen mit meiner Geschichte - jeder Körper und Entzugsverlauf ist anders, und das folgende gilt somit ja nur für mich.

Die Hoffnung, jemals von SSRI ganz runterzukommen, habe ich aufgegeben. Es gibt im Grunde keine Reduktionsschritte mehr, die Sinn machen würden.

Jede einzelne Reduktion, die sich fast schon im homöopathischen Bereich abspielt, löst heftige Tiefs aus, die sehr sehr lange dauern, bis ich mich wieder gefangen habe. Ich habe die Wasserlösemethode benutzt bzw tue es noch (bin jetzt dauerhaft bei 0,6 mg).
Selbst wenn ich 100 Jahre alt werden würde, würde ich in dem Tempo am Ende nicht bei Null angekommen sein - und das dann trotzdem mit ständigen Absetzsymptomen.

Die hier von Euch verlinkte Rezeptorenbelegung zeigt ja auch sehr deutlich, dass es zum Ende hin um so schwieriger wird.

Alle Faktoren, die ein Absetzen erschweren bzw Absetzsymptome wahrscheinlich machen, treffen auf mich zu:
Sehr lange Einnahme von SSRI, häufiges und abruptes An- und Absetzen (am Anfang, mieser Arzt!!), Wahl des Medikaments >Venlafaxin, auch hier zweimal viel zu schnelles Absetzen und lange Zeit Höchstdosierung.

Ich denke, meine Empfindlichkeit an den Rezeptoren (platt ausgedrückt) ist dauerhaft massiv erhöht und versuche, mich damit abzufinden.

Alles klingt so sachlich beschrieben, und doch sagt es nichts über das persönliche Drama, was hinter einer solchen Karriere steht, die doch bei vielen, auf jeden Fall aber in meinem Fall, damit begonnen hat, einem Arzt zu glauben, der beteuerte, dieses Medikament würde nicht abhängig machen.

Ich hatte mich sehr lange gegen die Einnahme gesträubt, und kann nicht fassen, dass es so gekommen ist. Mit der Lüge, es gäbe keine Abhängigkeit, ist es ja nicht getan - Nebenwirkungen, vor allem aber Absetzsymptome wurden bagatellisiert bis geleugnet - wochenlange Durchfälle, Darmkrämpfe, Erbrechen, Gehirnblitze -alles angeblich psychosomatisch und auf keinen Fall mit dem Medikament in Verbindung zu bringen.

Mittlerweile stehen die Dinge, die ich vor vielen Jahren meinen Ärzten beschrieb, nun teilweise in den Beipackzetteln :frust:
Besser ist es trotzdem nicht geworden! Die Ärzte verschreiben munter weiter und sind sich keiner Schuld bewusst. Es fällt mir mittlerweile sehr schwer, ein normales Verhältnis zu Psychiatern zu haben, weil ich doch sehr mit dieser erfahrenen Ungerechtigkeit und den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen habe.

Bestimmt hört Ihr diese Frage oft, aber ich stelle sie trotzdem und bin dankbar für jeden Hinweis: Ich wünsche mir so sehr einen Arzt/Ärztin, die die Problematik wirklich ernst nimmt.

Ich brauche dringend einen Psychiater/in im Raum Hamburg (meine frühere hat aufgehört) und schaffe es seit über einem Jahr nicht, wenigstens mal irgendwo anzurufen. Dabei könnte es mir egal sein, wie er/sie dazu steht, da meine Entscheidung ja getroffen ist und man nach so langer Zeit der Beschäftigung mit dem Thema den Ärzten auf dem Gebiet ja sowieso oft voraus ist. Wahrscheinlich dürft ihr gar keine Namen nennen, aber ich bin mittlerweile etwas verzweifelt weil meine Hausärztin mich drängt, mir jemanden zu suchen, weil sie das Fluoxetin in letzter Zeit verschrieben hat, aber dies an einen Psychiater abgeben möche.

Davor war ich lange Zeit in der psychiatrischen Ambulanz in meinem Stadtteil angebunden. Die vielen Jahre und Erfahrungen mit Psychiatrie und Ärzten haben mich mittlerweile fast schon allergisch gemacht. Aber ohne geht es auch nicht.

Ich wäre so dankbar für jeden Hinweis, wo ich mich hinwenden könnte - einfach so ins Blaue schaffe ich den ersten Schritt einfach nicht.

Nun ist es doch sehr lang geworden, obwohl ich das Gefühl habe, gar nicht so viel gesagt zu haben.

Danke fürs Zuhören und liebe Grüße fürs Erste

Malaika
Zuletzt geändert von Jamie am 05.03.2019 18:53, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt
Jamie
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Re: Malaika: Neuvorstellung, Langzeiteinnahme, aktuell Fluoxetin

Beitrag von Jamie »

Hallo Maleika,

willkommen im Forum :)

Das klingt nach einer langen, harten und beschwerlichen Leidenszeit.
Viele von uns können dir deine Qualen nachempfinden. :(

Darf ich fragen, wie es zZt medikamentös aussieht? Du nimmst noch 0,6mg Fluoxetin, richtig?
Seit wie lange? Nimmst du noch andere Medikamente?
Wie hast du denn bislang abgesetzt?

Wir haben eine kleine interne Arztliste, auf die wir mal schauen können und dir eine PN schreiben können. Nur versprechen können wir leider nichts.
Aufgeschlossene Ärzte sind leider rar gesät, so traurig das auch ist.

Was sind vorrangig deine stärksten / belastendsten Symptome durch Entzug und Einnahme des SSRI?
Bist du damit arbeitsfähig oder berentet? Wie darf man sich deinen Alltag vorstellen?
Dass es große Einschränkungen gibt, hast du bereits anklingen lassen. :oops:

Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass sich in Hamburg gerade eine Selbsthilfegruppe des ADFD am Etablieren ist. Wäre das nicht eine schöne Sache?
Vielleicht kommst du durch den Mitgliederkontakt da auch an eine gute Arztadresse?
Auf jeden Fall ist dir Verständnis, Mitgefühl und support durch die anderen sicher. :group:


Ich verlinke es dir:
viewtopic.php?f=65&t=16134

Viele Grüße
Jamie
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Malaika: Neuvorstellung, Langzeiteinnahme, aktuell Fluoxetin

Beitrag von padma »

hallo Malaike, :)

willkommen im ADFD.

Alles richtig gemacht. :D

Das ist ja eine schlimme Geschichte, die du hinter dir hast. :hug:
Es ist so schlimm,was diese Substanzen anrichten können. Und kaum einer will es wahrhaben.

Ich setzte auch Fluoxetin ab, und in diesem untersten Dosisbereich geht es auch bei mir nur extrem langsam.
Kannst du bitte noch schreiben, wie genau du reduziert hast?

Wenn die Entzugssymptomatik bei dir selbst bei kleinsten Schritten so heftig ist, ist es verständlich, wenn du sagst, du bleibst jetzt auf den 0,6 mg. Das ist ja auch schon ein enormer Erfolg, dass du es soweit runter geschafft hast.


Wegen eines Arztes habe ich unserer kleinen internen Liste nachgeschaut, für Hamburg ist da leider kein Eintrag.

Du kennst unsere Infos vermutlich alle schon, ich kopiere dir unseren Einführungstext, dennoch nochmal rein:

Hier einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander.

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Bitte lies dich aber zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen "Umgang mit dem Entzug" und "Gesundheit". Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.
Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse
padma

überschnitten mit Jamie :)
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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krasiva
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Re: Malaika: Neuvorstellung, Langzeiteinnahme, aktuell Fluoxetin

Beitrag von krasiva »

Hallo Malaika,

vielleicht kann Peter Lehmann (von Antipsychiatrie Verlag) weiter helfen. Auf jeden Fall sollte er viel auf dem Gebiet wissen.

Viel Erfolg! Ich drucke dir die Daumen,

krasiva

Edit von padma: Mail Adresse und Telefonnummer entfernt. Bitte Adressen nur per PN weiter geben.
Zuletzt geändert von padma am 05.03.2019 22:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
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