Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Samstag, 07.09.19, 13:25

Hallo ihr lieben,

zuerst einmal: Ich weiß gar nicht, wie sehr ich euch danken soll!
Ohne eure Hilfe würde ich den Entzug von Anti-depressiva wohl nicht durch stehen.

Lange Zeit habe ich nur mitgelesen, mich informiert. Nun möchte ich euch auch an meiner Geschichte teilhaben lassen.

Bevor ich auf die Absetzsymptomatik eingehe beschreibe ich euch, wie es zu der Medikamenteneinnahme kam.


VORSICHT: Langer Text :P_____________________________________________________________________________________________________

Vorgeschichte

Ich bin nicht bei meiner leiblichen Familie aufgewachsen. Mit knapp 1 Jahr wurde ich adoptiert.
Meine Kindheit war sehr schwierig, ich war ein außenseiterkind. Ich wurde ständig gemobt, weil ich schon damals anders war als die meisten Kinder.
Ich war sehr gutmütig. Diese gutmütigkeit wurde jedoch größtenteils nur ausgenutzt. Ich wurde "verarscht" und beleidigt, konnte als kleines Kind auch nicht begreifen wieso die Welt so ungerecht zu mir war.

Dies kratzte sehr an meinem Selbstbewusstsein. Ich merkte schnell, dass mich eigentlich kaum jemand mag wie ich bin. Also wurde ich zum Einzelgänger, zum Einzelkämpfer.Wenn ich mal "Freunde" hatte basierte die Freundschaft meist nur auf Oberflächlichkeit, was als Kind und Jugendliche jedoch wohl ganz normal zu sein schien.
Jedoch war ich ebend anders. Während andere Kinder spielten, wollte ich bei den Erwachsenen mitreden. Ich wollte die Welt verstehen und stellte Fragen, wieso/weshalb die Dinge in dieser Welt sind wie sie sind.

Meine Situation besserte sich mit der Pubertät etwas. Ich kam mehr aus mir raus, wurde jedoch oft noch aufgrund meines Übergewichts und meiner roten ("orangenen") Haare beleidigt und ausgegrenzt.
Wirklich beliebt wurde ich trotzdem nicht. Freundschaften und Beziehungen hielten nicht lange, da Misstrauen zu den meisten Menschen größer war als das Vertrauen. Es war unmöglich für mich, jemand wirklich zu Vertrauen.
Auch zu meinen adoptiv Eltern konnte ich nie ein Grundvertrauen herstellen, da wir einfach viel zu verschieden waren und ebend die geburtliche Verbindung gefehlt hat.
______________________________________________________________________________________________________

Nahe Vergangenheit - Anfang Psychiatrieerfahrung
Mit 16 Jahren begann ich nun, über mich hinaus zu wachsen. Meine Noten in der Schule besserten sich, ich wurde beliebter und konnte mich mehr für Sport begeistern. Ich begann auch, mich heftig mit meinen Eltern zu streiten. Aus dem gutmütigem, braven "Ja"-Sager wurde auf einmal jemand, der sich auch mal wehrte. Da stoß ich bei meinen Eltern und auch bei vielen "Freunden" auf heftigen Gegenwind.
Ab dem 17. Lebensjahr ging es mir jedoch wieder zunehmend schlechter. Mein 1. Besuch in einer Kinder- und Jugendpsychatrie brachte mir die Diagnose "Pubertäre Vestimmung" oder so ähnlich ein.
Nach der Klinik ging es mir für weitere 6 Monate gut bis ich wieder einen Tiefen Absturz in eine Depression hatte.

Nun ging es zum Psychiater, der mir die Diagnose "Bipolare Störung - manisch depressiv" verpasste.
Ich lernte nun auch zum 1. mal eine Erwachsenen Psychatrie kennen.
Von hier an begann auch die Odysee mit den Psychopharmaka und regelmäßigen Klinikaufenthalten.


Tabletteneinnahme
In Reihenfolge, soweit ich mich erinnern kann:
1. Citalopram 20-40 mg - früh wieder abgesetzt, da diese nicht wirklich geholfen haben
Begleitend dazu gab es mal Risperidon und auch Lyrica (Geringe Dosis).
Diese nahm ich jedoch nicht lange, da ich durch diese am nächsten Morgen sehr Müde war.
So müde, dass ich mich kaum wach halten konnte.

Diese Medikamentenphase ging ca. 6 Monate.

2. Nun kamen die Medikamente "Venlaflaxin" und "Lithium" ins Spiel, welche ich insgesamt 9 Jahre lang nahm.

Anfangsdosis: Venlaflaxin 75 mg Morgens, Quilonum retard/Lithium 675 mg Morgens - 900 mg Abends

Ich fühlte ich mich vorerst wohler, jedoch nervte mich das starke schwitzen und die zunehmende Emotionslosigkeit sehr.
So richtig wohl fühlte ich mich auch damit nicht. Meine Eltern konnten sich mein gemecker jedoch nicht mehr anhörem und sagten mir dauernd, dass ich meine Krankheit doch akzeptieren solle. Dies bekam ich dann auch von der Psychaterin zu hören.
Ich hatte oft gesagt, dass ich nicht krank sei, dass ich mich auch mit diesen Tabletten nicht wohl fühle und die Tabletten nicht mehr nehmen möchte. Doch bei meinen Eltern sowie meiner Psychiaterin staß ich auf Granit.

Das einzige was passierte war, dass das die Dosis Venlaflaxin auf 150 mg Morgens hoch gesetzt wurde.
Später kamen noch 75 mg Venlaflaxin Mittags dazu.
-----------------------------------------------------------
Resüme und Absetzen der Tabletten

"Glücklicherweise" war ich damals sturr und "vergaß" zum Teil, meine Tabletten einzunehmen. Ich erntete oft Kritik von meinen Eltern. Heute weiß ich, warum ich dies gemacht habe und bin sogar stolz darauf.

In den ~11 Jahren der Medikamenteneinnahme war ich 8 mal in der Psychiatrie. Immer als Notfall und immer schwer depressiv.
"Manische"-Phasen hatte ich während der Medikamenteneinnahme nur wenige.

Nun war es Ende des letzten Jahres soweit: Ich sagte meiner Psychiaterin, dass ich die Tabletten absetzen möchte. Sie war ebenso wie meine Eltern nicht begeistert davon. Das war mir glücklicherweise egal. Eine Empfehlung, wie ich die Tabletten absetze, kam von meiner Psychiaterin nicht.
Also informierte ich mich selbstständig im Internet und staß zum Glück auf das Buch "Anti-depressiva Absetzen" von Melanie Müller und Mischa Miltenberger.

Ich reduzierte die Anti-Depressiva innerhalb von 6 Monaten nach der Kügelchen Methode von 150 mg auf 0 mg.
In dieser Zeit war ich ironischerweise als Kurierfahrer im Auftrag eines großen Pharmavertriebhandels tätig.

Absetzsymptome hatte ich wie im Buch beschrieben: Teilweise Übelkeit, "Stromschläge", Gereiztheit...

Quilonum setzte ich ohne abrupt ab (war nicht schön, aber zum Glück nicht schlimm da ich mich vorher etwas erkundigt hatte)

Nach der letzten Tablette im April 2019 ging es mir 3 Monate "gut". Ein Psychiater würde heute sagen: Sie waren manisch.
Da mein Job nicht gut bezahlt war und ich mit den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden war, wechselte ich den Job zu einem vermeintlich besseren Unternehmen.
Dieses Unternehmen entpuppte sich als totale Ausbeuterfirma. Aus Gründen, auf die ich hier nicht eingehen möchte, bekam ich Verfolgungswahn (welcher begründet war aber natürlich glaubt keiner einem psychisch kranken).

Ich schlief nicht, machte die Nacht durch und begab mich am nächsten Tag auf einen Ausflug mit "Freunden". Ich war sehr müde, döste lediglich 1 Stunde in der Sonne.
Mein Körper war immer in Alarmbereitschaft, ließ mir jedoch vor meinen Freunden nichts anmerken.
Gegen Nachmittag bekam ich eine so große Panikattacke, dass ich dachte ich muss sterben.
Ich wurde mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert und verbrachte dort 4 Stunden.
Die Ärzte fanden natürlich nichts.

Ich schlief dannach insgesamt 13 Stunden.
Meine Hausärztin (zur Psychiaterin hatte ich den Kontakt abgebrochen) verschrieb mir wieder Venlaflaxin weil sie dachte, die "Krankheit" sei zurück. Ich dosierte innerhalb von 2 Wochen auf 75 mg ein, dann jedoch wieder auf 37,5 mg herunter da ich auf 75 mg wieder total emotionslos war.
Meine Hausärztin wiedersprach mir und sagte, dass 37,5 mg zu wenig seien. Ich blieb jedoch sturr und beließ die Dosis auf 37,5 mg, da ich den Entzug durchziehen wollte.

Von nun an ging ich jedoch durch die Hölle. Meine Selbstmordgedanken waren zum Teil sehr sehr stark,weil ich im Prinzip niemand hatte der mir glaubte. Ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. Es fühlte sich so an, als würde meine Seele aus meinem Körper heraus gleiten.
Ich hatte vorher noch nie ernsthafte Gedanken mich umzubringen, doch nun waren sie plötzlich da.

Glücklicherweise konnte ich mir aufgrund meiner Arbeitslosigkeit sehr viel ruhe gönnen.
Und ja zum Glück wusste ich auch von diesem Forum.
Während meines 1. Absetzversuches hatte ich auch kritische Berichte über Anti-Depressiva auf Youtube gesehen, die von den verstärkten Selbstmordgedanken mit Plänen beschrieben. Es wurde sogar von Selbstmorden berichtet.
Nun konnte ich dies traurigerweise auch nachvollziehen.

Ich blieb stark und wurde belohnt. Es kam zu den "Fenstern", von denen hier oft beschrieben wurde.
Zeitweise gings mir sehr sehr gut, wie befreit. Jedoch holten mich dann nach ein paar Tagen neue Asetzsymptome wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Wärmeempfinden im Brustbereich, Zeitweise Muskelschmerzen (Waade und Fuß), Zuckungen in verschiedensten Körperbereichen und Schmerzen beim Wasserlassen wieder ein.
Nun war die Euphorie wieder verflogen. Doch auch diese Symptome wurden besser.

Das schlimmste was ich zwischendurch hatte waren Libidoprobleme. Da hatte ich sehr, sehr große Sorgen das dies so bleibt. Jedoch gab sich das auch nach ein paar Tagen wieder.
Derzeit merke ich, dass mein kurzzeitgedächtnis sehr stark selektiert. Ich hoffe, dass wird noch besser. Vielleicht ist es auch ein Schutz, um Kraft zu sparen.

Ich merke, dass ich vom Charakter her wieder komplett der alte bin. Mit Ecken und kannten, mit guten und Schlechten Seiten.

Ich weiß nun auch, dass meine große Stärke eindeutig im Schreiben liegt (das zeigt auch der lange Text :D).

positiv:
- Mehr Lebensfreude
- Mehr Emotionen
- Jeder Tag ist wertvoll
- weniger schwitzen
- ich werde wieder vor dem Wecker wach
- mehr Selbstbewusstsein

negativ:
- teils noch eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis
- laute Umgebungsgeräusche werden verstärkt wahr genommen -> bedeutet erst einmal stress, an den sich mein Körper wieder gewöhnen muss
- "Verletzlichkeit" gegenüber Aussagen anderer Rücksichtsloser Menschen ist wieder da - arbeite aber daran, mir so etwas nicht mehr gefallen zu lassen

Nun habe ich aber genug geschrieben :P

Danke fürs zuhören.

Liebe Grüße

Tim
Zuletzt geändert von Annanas am Samstag, 07.09.19, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 6072
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Annanas » Samstag, 07.09.19, 16:43

Hallo Tim :) ,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19412
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von padma » Samstag, 07.09.19, 18:23

hallo Tim, :)

auch von mir willkommen.

Du hast ja Schlimmes hinter dir.
Deine Kindheit und Jugend war ja nicht einfach, für mich hört es sich so an, als ob eine psychische Erkrankung aus verständlichen Verhaltensproblemen konstruiert worden wäre. Was gibt es denn normaleres als eine "pupertäre Verstimmung"? :roll:

Warst du denn jemals manisch?
Venlafaxin wäre bei einer bipolaren Störung sowieso unangebracht.

Hast du ein spezielles Anliegen an uns, oder wolltest du v.a. deine Geschichte berichten?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Montag, 09.09.19, 10:40

Hallo Padma,

Ja, meine Kindheit und Jugend war alles andere als einfach.

Nunja ich teile mittlerweile die Ansicht, das im allgemeinen psychische Erkrankungen durch Kindheitserlebnisse entstehen.
Ich war 1 Jahr alt, als mich meine leibliche Mutter weg gegeben hat. Kurz vor der Adoption ist auch noch meine leibliche Oma gestorben.

Als kleines Kind nimmst du das unbewusst war. Vermutlich war das zu viel für mich.

Meiner Meinung nach entsteht eine "bipolare Störung" allein durch solche Traumata in der Kindheit.
Aber Psychiater verschreiben da lieber Tabletten, dass Spiel kennen wir ja ;).
______________
"Manische Phasen" hatte ich nicht so oft. Meist waren es depressive Phasen.

Venlaflaxin ist bei einer "bipolaren Störung" unangebracht? Würde mich nicht wundern.
______________

Ja, ich wollte euch erst einmal meine "Krankengeschichte" mitteilen und meinen großen Dank aussprechen.

Mich interessiert wie euer Leben mit wenig/ohne Medikamente weiter gegangen ist bzw. weiter geht.
Ich merke, dass mein "altes ICH" wieder da ist.

Aber ich habe sorge, dass die Medikamente einen gesundheitlichen Schaden angerichtet haben.
Meine Laborwerte sind laut allen Ärzten gut.
Ich fühle mich auch psychisch um längen besser, da ich endlich wieder fühlen kann.

Doch das meine Haare weniger und meine Zähne schlechter geworden sind sagt mir, dass die Medikamente nicht wirklich gesund waren.
Streitet zwar jeder Arzt ab, jedoch glaube ich da nicht mehr an Zufälle.
Vor der Medikamenteneinnahme hatte ich übermäßig viele Haare und nahezu perfekte Zähne.

LG

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19412
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von padma » Montag, 09.09.19, 19:06

hallo Tim, :)

könntest du bitte noch eine Signatur erstellen? Da du bereits auf 0 bist, muss sie nicht so ausführlich sein.
Doch das meine Haare weniger und meine Zähne schlechter geworden sind sagt mir, dass die Medikamente nicht wirklich gesund waren.
Gesund sind sie wirklich nicht. Deine Haare werden sich wieder erholen. Dass AD die Zähne schädigen ist bekannt, das lässt sich leider nicht rückgängig machen.
Ich fühle mich auch psychisch um längen besser, da ich endlich wieder fühlen kann.
Ja, PP dämpfen alle Emotionen, die unangenehmen aber auch die angenehmen. Die Dämpfung mag ja vorübergehend Erleichterung bringen, als Dauerzustand nimmt es Lebendigkeit.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Dienstag, 10.09.19, 16:36

Hallo Padma,

Ja die Signatur wird noch erstellt :).

Auf 0 bin ich leider noch nicht, bin derzeit bei 25 mg Venlaflaxin.

Das meine Haare sich erholen hätte ich nicht gedacht. Bei meinem 1. Absetzversuch haben sich merkwürdigerweise meine Zähne auch etwas erholt. Zwar nur leicht, aber immerhin.

Ja ich merke nun auch das ich mich an meine Emotionen erst einmal wieder gewöhnen muss.

Ich frage mich aber auch irgendwie, wie es möglich ist das ich durch die Medikamente ein komplett anderer Mensch war.

Schon erschreckend.

Lieben Dank für deine Antwort

Liebe Grüße

Tim (…)
Zuletzt geändert von FineFinchen am Dienstag, 10.09.19, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen aus Datenschutzgründen entfernt
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18661
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 11.09.19, 15:27

Hallo Freedome, :)

Lithium kann die Schilddrüse völlig in ihrer Arbeit behindern.
Bist du in all den Jahren regelmäßig diesbezüglich kontrolliert worden (Blutwerte SD)?
Es ist eigentlich eine Pflichtuntersuchung bei auf Lithium eingestellte Patienten.

Das sehr abrupte Absetzen kann die SD auch sehr beeinträchtigen.
Ich schreibe dies wegen den Haaren, wobei das auch durchaus von den Medikamenten kommen kann.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Katharina
Beiträge: 5168
Registriert: Samstag, 28.08.04, 22:24

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 11.09.19, 15:58

Hallo Tim !

Ich mag Deinen dynamischen Schreibstil, der trotz Deines nicht leichten Lebens Frische aufweißt.

Pubertäre Verstimmung -
wenn nicht dann
wie so viele junge Leute die durch Höhen und Tiefen
und mit vollem Recht in diesen Jahren mit der Entwicklung die oft schnell Veränderung mit sich bringt
da ist das normalste und hat jetzt einen Namen:
Pubertäre Verstimmung -
und ab in die Medikamente.

Das tut mir endsetzlich leid Tim, und macht mich wütend ich bin in jeder Lebenslage verstimmt ab und an.

Keine Tollertanz in unserer Zeit für Andersartigkeit, schlimm ist das.

( Ich kam mit vier in die ambulante Kinder/Jugendpsychiatrie habe damals keine Medikamente bekommen, später ja dann entzogen
etwas anderes wurde Thema wieder Psychofarmaka
und ja:
Der alte Kern bleibt
die Gefühle kommen zurück;

Du magst einen Ordner voller Diagnosen haben, ich auch.

Ich habe vielleicht das Glück ich bin viel viel älter auf den Papier, 62, was mich aber nicht bremsen lässt.

Es lässt sich reduzieren Du zeigt es auf, und es lässt sich wieder gut leben.
Schmeiß die Abstempelei innerlich beiseite, Tim.
Innerlich.

Wenn sie da draußen meinen heutzutage ist keiner ohne Diagnosen, ohne Stempel
entscheide Du wie Du auch entschieden hast das reduzieren möglich ist,

Du hast Dich belesen und bist informiert
und trotz der schweren Zeiten klingt Du lebens-zugewandt.

Bleibe dabei.
Und hier bist Du nicht alleine.

Alles Gute und weiterhin viel Elan,
herzlich, Katharina

( P.s.: ohne Tippfehler geht es nicht bei mir,
ich tipp' am Handy in kleinem 'Schreibfenster', nach Korrektur verbessert Google die Fehler gern zurück in die Fehler.
Ich bitte um Nachsicht. )
► Text zeigen

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Samstag, 21.09.19, 9:17

Hallo Jamie,

Danke, dass du das Thema ansprichst. Da ich (in dem Fall "glücklicherweise") oft in der Klinik war wurden auch meine Schilddrüsenwerte immer kontrolliert.
Auch von meiner Neurologin. Da war immer alles in Ordnung.

Hallo Katharina,

vielen dank für deine lieben Worte. Da wird mir echt warm ums Herz.

Ja ich war und bin schon immer ein Kämpfer gewesen. Ich habe der Welt da draußen noch einiges zu geben und deswegen gehe ich auch frohen Mutes wieder ins Leben hinein.
Die schlimme Zeit werde ich auch überstehen.

Du machst mir nochmal Mut weiter zu kämpfen!
Ich wünsche dir auch weiterhin alles alles liebe. Bleib wie du bist!

Viele Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

PPI Ja oder Nein? (Pantoprazol Aurobindo 40mg)

Beitrag von Freedome90 » Montag, 28.10.19, 14:00

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Ich bin derzeit bei meinem Venlaflaxin seit 2 Monaten bei 25mg.

Mal ging es mir richtig gut, mal ging es mir richtig schlecht.

Seit ca. 2 Wochen habe ich vermehrt mit Reflux und Halsschmerzen zu kämpfen.
Heute war ich aufgrund des anhaltenden Refluxes bei meinem Hausarzt.

Nach einem 2 minütigem Gespräch verschrieb er mir Pantoprazol Aurobindo 40mg und sagte mir,
das eine Magenspiegelung gemacht wird wenn die Symptome sich nach 2 Wochen Einnahme des Medikaments nicht bessern.

Aufgrund der Geschichten hier im Forum bin ich bei PPI doch etwas zögerlich.
Soll ich Sie wirklich nehmen oder geht es auch ohne?


Derzeitige Absetzsymptome:
- teils starke Halsschmerzen / brennen im Hals
- Magenschmerzen
- Wärme/Kältegefühl
- ab und an das Gefühl, neben sich zu stehen


Essen klappt ganz normal und es geht mir nach dem Essen meist sogar besser
Am Tag trinke ich viel Tee, Rauchen und Alkohol sind komplett tabu bei mir.

Liebe Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

FineFinchen
Teamunterstützung
Beiträge: 2294
Registriert: Mittwoch, 08.04.15, 17:34

Re: PPI Ja oder Nein? (Pantoprazol Aurobindo 40mg)

Beitrag von FineFinchen » Montag, 28.10.19, 14:18

Hallo Tim,

wir haben hier im Forum einen eigenen PPI-Thread "PPI absetzen. Probleme, Hilfe, Tipps, Austausch"
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=57&t=9393

Und hier gibt es auch noch mehr Informationen zum Thema PPI

Infoartikel Magenprobleme / PPI / Hausmittel
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=57&t=13501

Viele Grüße & gute Besserung
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
► Text zeigen

Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 6072
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Annanas » Montag, 28.10.19, 14:45

Hallo Tim :) ,
ich habe deinen neuen Beitrag u Finchens :) Antwort hier in deinen Thread verschoben.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Dienstag, 29.10.19, 20:44

Hallo ihr lieben,

Ja, die Seiten über die PPI habe ich gelesen doch ich wollte noch einmal eure Meinung einholen.

Heute Abend habe ich die erste Tablette Pantropazol genommen.

Ich weiß nicht ob es die Angst vor den Tabletten war aber mir ging es ca. 2 Stunden recht komisch.
Hatte Panik, das mit mir etwas nicht stimmen könnte.

Nunja kurz nach der Einnahme habe ich mir auch den Beipackzettel durchgelesen, der mich sehr getriggert hat.
Nun geht es wieder besser. Bin nur etwas schlapp, aber das steht auch unter den Nebenwirkungen.

Ich denke ich werde die Tabletten dann nun erstmal bis zur Magenspiegelung durchnehmen da ich nicht so richtig weiß, wie sehr mein magen leidet / gelitten hat.

Zufrieden bin ich mit der Situation nicht, da ich schon eine Angst vor neuen Tabletten entwickelt habe, aber möglicherweise sind diese Medikamente derzeit das kleinere Übel.

Liebe Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Clarissa
Beiträge: 3164
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 30.10.19, 5:24

Hallo, Tim.

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Pantoprazol gemacht!

Ich bekam im Entzug aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden eine einzige Tablette, mir wurde derart "blöd" davon im Kopf, daß ich die weitere Einnahme verweigert habe. Ich kannte und kenne den Beipackzettel nicht. Mein gereiztes ZNS reagierte irgendwie unangemessen darauf.

So geht es mir noch heute mit Medikamenten, weswegen ich keine nehme, wenn es sich irgendwie vermeiden läßt.
Nichtmal Kaffee vertrug ich anfangs, das geht zum Glück wieder. Ich liebe Kaffee (in Maßen!). Alkohol fällt weiter aus, Nikotin war nie meins.

Alles Gute und VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Mittwoch, 30.10.19, 13:55

Hallo Clarissa,

vielen Dank für deine Nachricht, es beruhigt mich sehr das ich nicht der einzige bin dem es so geht.

Das ist auch meine letzte Tablette gewesen. Bin durch die Tablette depressiver als sonst und meine Halsschmerzen sind auch nicht wirklich weg.
Möglicherweise sind es auch "nur" starke Halsschmerzen ?!

Werde mich jetzt auch voll auf magenschonende Ernährung konzentrieren und auf Maloxaan im Notfall zurückgreifen.

Dann muss ich dem Arzt die Tage ebend vorgaukeln das es mir sehr schlecht geht, damit ich meine Magenspiegelung bekomme!

Liebe Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

carlotta
Beiträge: 3803
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 30.10.19, 19:16

Hallo Tim,

ich hatte über Monate am Stück entzugsbedingt Halsschmerzen/-brennen. Besuch beim HNO, der nur eine leichte Rötung feststellen konnte, was von aufsteigender Säure faselte und mir daraufhin Pantoprazol verschrieb, was ich für 14 Tage nehmen sollte. Hab ich auch gemacht (glücklicherweise damals ohne spürbare NW), hat nur nichts an den Beschwerden geändert. Dann weggelassen, alles vorher wie nachher.

Die Halsbeschwerden gingen dann irgendwann von allein weg. Hat allerdings etwas gedauert (s. o.).

Übrigens, viele Betroffene schildern im Entzug solches Brennen von Hals und/oder Zunge. Eine Verlegenheitsdiagnose von Ärzten scheint wohl Reflux zu sein. - Und: PPI sind keinesfalls harmlos. Sie können auch Entzugssymptome triggern und machen selbst abhängig. Zudem entziehen sie dem Körper wichtige Nährstoffe.

Fast kein Behandler kann die Symptome richtig einordnen, weil die meisten von PP-Entzug keine Ahnung haben und das nicht mitdenken.

Liebe Grüße und gute Besserung
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Donnerstag, 31.10.19, 17:06

Hallo Carlotta,

Das ist einfach nur noch traurig was uns angetan wird und macht mich mega wütend.

Derzeit mache ich eine sehr schwere phase durch: Habe derzeit kaum kraft etwas zu machen, mache mir große sorgen um meine gesundheit und meine finanzen sind miserabel wie noch nie.

War heute vor lauter Verzweiflung in der Psychatrie zu einem ambulanten Gespräch, aber so viel Ablehnung habe ich noch nie erlebt.

Es ist einfach unfassbar, wie viel Ignoranz und Arroganz mir entgegen gebracht wurde.

Egal was ich gesagt habe, man hat mich kein Stück Ernst genommen. Von Absetzsymptomen haben sie nie etwas gehört. Wenn nur bei Benzodiazapinen.

Ich könnte heulen und gleichzeitig ausrasten vor wut.

LG

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

carlotta
Beiträge: 3803
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 31.10.19, 21:17

Hallo Tim,

ich kann Dich so gut verstehen. :hug:

Im Grunde ist das Körperverletzung, was die da betreiben.
Freedome90 hat geschrieben:
Donnerstag, 31.10.19, 17:06
Es ist einfach unfassbar, wie viel Ignoranz und Arroganz mir entgegen gebracht wurde.
Das ist genau die Mischung, die ziemlich viele Behandler an den Tag legen und die m. E. aus einem Arzt einen schlechten Arzt macht. Behandler sollten Patienten auf Augenhöhe begegnen, dazu gehört, die von ihnen geschilderten Symptome ernst zu nehmen. Das trifft man gerade im psychiatrischen Bereich leider eher selten.

Man kann nur zusehen, dass man jetzt an valide, unabhängige Infos kommt und sich selbst helfen, so gut es geht. Mit gegenseitiger Unterstützung hier (und anderswo). :group:

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Dienstag, 05.11.19, 7:43

Liebe Carlotta,

Oh ja, das ist körperverletzung.

Ich werde die Hoffnung für einen guten Arzt nicht aufgeben, doch ich bin sehr misstrauisch geworden.

Derzeit kann ich auch auf keine Unteratützung von Anderson Menschen bauen, Doch ich bin dran das zu ändern.

Liebe Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Freedome90
Beiträge: 18
Registriert: Samstag, 07.09.19, 7:50

Re: Freedome90: Absetzen von Venlafaxin (bipolare Störung)

Beitrag von Freedome90 » Dienstag, 05.11.19, 8:15

Werde nun heute nochmal zu meinem Hausarzt und eine Magenspiegelung anfordern.

Zum HNO gehts am Freitag.

Mache mir (wie wahrscheinlich jeder von euch) große Sorgen um meine Gesundheit (insbesondere die Sache mit den Halsschmerzen).

Das schwankt teilweise sehr. Mal denk ich mir, dass der Entzug doch gar nicht so schlimm ist und es geht mir echt gut.
Dann kann es passieren das es mir 1 Stunde später wieder miserabel geht und ich mir wieder denke: "Wie stehe ich das nur durch?".

Schlimm ist dabei auch, dass ich kaum planen kann. Mal kann ich mich auffringen etwas zu tun, mal geht es gar nicht.

Gibt es die Möglichkeit, dass man sich hier mal mit ein paar Leuten treffen kann? Ich denke, das würde mir auch enorm Kraft verleihen!

Liebe Grüße

Tim
2008
- Feststellung Diagnose "Bipolare Störung"
- Verschreibung von Risperidon (Dosis nicht mehr zur Hand, ABENDS) und Citalopram (20mg, MORGENS)
Keine wirkliche Besserung der Symptome
- Erhöhung der Dosis von Citalopram auf bis zu 40mg MORGENS

2009
- Absetzen von Citalopram
- Einschleichen von Venlaflaxin 37,5 mg bis auf 75 mg MORGENS
- Einschleichen von Quilonum retard 450 mg, 1,5 Tabletten MORGENS - 1,5 Tabletten ABENDS
- Einschleichen von Lyrica, jedoch schnell wieder abgesetzt da es mich morgens sehr sehr müde gemacht hat

~ 2010
- Erhöhung auf Venlaflaxin 150 mg MORGENS
- Erhöhung Quilonum retard auf 2 Tabletten Abends
- Schwitzen ist schon sehr stark

~ 2012
- Erhöhung von Venlaflaxin -> zusätzlich 75 mg MITTAGS
- Schwitzen verstärkt sich weiter
- Aufstehen klappt nur, wenn ich persönlich geweckt werde (zig Wecker helfen nicht)

10-2018
- Absetzversuch von Venlaflaxin innerhalb von 6 Monaten
- Absetzsymptome: "Brainzaps", Müdigkeit...

04-2018
-Venlaflaxin auf 0 mg -> Ich bin der Meinung, dass es mir sehr gut geht
-Kaltentzug von Quilonum retard

06-2018
- Arbeitsplatzwechsel -> Große Euphorie
- Neuer Arbeitgeber ist leider ein Reinfall -> Beginn einer Psychose mit Verfolgungswahn
- Starke Gelenkschmerzen -> konnte fast nur noch Humpeln. Am Tag darauf musste ich ins Krankenhaus,
da ich meinen rechten Fuß nicht mehr belasten konnte.
Artzt stellte eine Überanspruchung fest. Nun weiß ich, dass es durch den Medikamentenentzug kam :/
- Heftige Panikattacke mit Krankenhausaufenthalt (32 Stunden ohne Schlaf).
EKG und Blutbild unauffällig.
- Darauf folgend: Klinikaufenthalt
- Klinikaufenthalt nach 1 Woche gegen ärztlichen Rat abgebrochen, da Hauptziel die weitere Gabe eines neuen
"Stimmungsstabilisators" war. Therapiegespräche haben nicht stattgefunden
- Stimmung bessert sich nicht. Hausarzt verschreibt wieder Venlaflaxin 37,5 mg - Dosis kurzweilig auf 75 mg erhöht und nach 1 Woche wieder auf 37,5 mg runter, da mit 75 mg zu starkes Schwitzen und Gefühl der Leere


07 und 08-2019
- Reduktion auf 25 mg Venlaflaxin
-> Starke Absetzsymptome: Verstärkte Selbstmordgedanken, Übelkeit, Rückenkribbeln / leichte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, starke Stimmungsschwankungen
- Geruchssinn kehrt langsam zurück
- Gefühle werden wieder intensiver
- Komme mit weniger Schlaf aus (~7 Stunden). Wenn ich aufwache, fühle ich mich wieder gut.
- Übermäßiges Schwitzen kaum noch vorhanden

09-2019
- Dosis verbleibt auf 25 mg Venlaflaxin
- Absetzsymptome: Säurereflux 1 Tag, Übelkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, teils starke Kopfschmerzen, bei Aufregung steigt Blutdruck etwas an

10-2019
- Weiter auf 25 mg Venlaflaxin
- Blutdruck sehr stabil
Absetzsymptome: Säurereflux, teils starke Halsschmerzen, durch Pantropazol starke Angstgefühle (1 und letzte Tablette), Zukunftsangst, starke Stimmungsschwankungen

11-2019
- Reduktion auf 22,5 mg Venlaflaxin
- Blutdruck weiterhin sehr stabil
Absetzsymptome: Angst- und Wutgefühle wechseln sich ab, noch leichter Tinitus, noch leichte Halsschmerzen, teilweise leichte Übelkeit

Während der Zeit der Medikamentengabe war ich insgesamt 8 mal notfallbedingt in der Psychatrie.

Antworten