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Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

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Nepomuk
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Nepomuk » Samstag, 16.11.19, 10:10

Hallo Straycat,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Ich hoffe, das sich das Blatt nochmal zum guten wendet. Im Moment wechseln sich die Tage öfter ab, mal ein Tag voller Verzweiflung (Abends dann meistens etwas besser) und am nächsten Tag steht die Herzangst im Vordergrund.

Ich würde das alles wirklich gerne ohne Antidepressiva durchstehen, jedoch weiß ich nicht ob ich das schaffe.

Ich möchte nur wieder für meine kleine Familie da sein können.

Das Leben ist so kurz und ich habe Angst jetzt mehrere Jahre in Angst und Depression zu verbringen.

Um einen Therapeuten habe ich mich bemüht und bekomme auch einen Platz und Hypnosetherapie werde ich auch ausprobieren.

Was kann ich nur noch tun?

Euch einen schönen Tag.

Viele Grüße
Nepomuk
Venlafaxin 75mg seit ca. 2007

Seit Februar 2019 Beginn mit dem ausschleichen:

-28.02.19 37,5mg
-15.05.19 25mg
-30.06.19 12,5 mg
-10.08.19 7 mg
-13.08.19 0 mg

Weitere Medikamente:
Blutdrucksenker
PPI (mal mehr mal weniger)
Vitamin D3 20.000ie 1mal die Woche (festgestellte Mangel vom Arzt)
Dazu nehme ich noch Vitamin K2 und Magnesium

Nepomuk
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Nepomuk » Samstag, 16.11.19, 10:44

Hallo nochmal,

eine Psychaterin wollte mir gestern unbedingt Escitalopram verschreiben. Ich habe Ihr gesagt, dass ich das nicht möchte und momentan große Angst habe Nebenwirkungen was mein Herz betrifft zu bekommen.

Mir wurde auch gesagt, dass wenn ich in eine Klinik möchte, die Einnahme von Antidepressiva bei mir Pflicht wäre.

Ich habe aber das Gefühl, das eine Klinik für mich momentan das Beste wäre, ich möchte das meiner Frau nicht länger antun.

Viele Grüße
Nepomuk
Venlafaxin 75mg seit ca. 2007

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carlotta
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von carlotta » Samstag, 16.11.19, 15:49

Hallo Nepomuk,
Nepomuk hat geschrieben:
Samstag, 16.11.19, 10:44
Mir wurde auch gesagt, dass wenn ich in eine Klinik möchte, die Einnahme von Antidepressiva bei mir Pflicht wäre.
Nix Pflicht, solange man nicht zwangsmedikamentiert wird wegen Eigen- oder Fremdgefährdung, entscheidet jeder selbst, was er oder sie einnimmt. Alles andere widerspricht dem Patientenrechtegesetz.

Natürlich kann das auch von der Klinik abhängen. Wenn die tatsächlich nur Medikamente als Behandlung anbieten, hat man wohl schlechte Karten. Die sollten schon noch was anderes im Programm haben. Und Du solltest das Interesse an therapeutischen Alternativen signalisieren.

Ansonsten oder auch grundsätzlich wäre eine psychiatrische Patientenverfügung von Vorteil:
http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de ... atrie.html

Vergiss nicht: Du entscheidest, es geht um Deine Gesundheit, Du trägst die Konsequenzen - nicht der Arzt. Der ist meist fein raus, egal wie's ausgeht.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von padma » Samstag, 16.11.19, 17:32

hallo Nepomuk, :)

es wäre wichtig die Klinik gut auszuwählen und vorab zu klären, dass du keine Psychopharmaka möchtest. Du kannst mal nach psychomatischen Kliniken mit einem ganzheitlichen Ansatz oder auch nach einer anthroprosophischen Klinik schauen, da sind die Chancen besser.
Hier haben wir einen thread mit Klinikerfahrungen: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=8&t=9073

Die meisten Kliniken haben allerdings keine Kenntnisse über die Entzugsproblematik. Intensive Psychotherapie und ein sehr volle Therapieprogramm sind im Entzug eher kontraproduktiv. Besser geeignet ist etwas mit viel Ruhe und Entspannung.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Straycat
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Straycat » Sonntag, 17.11.19, 0:20

Hallo Nepomuk,

ich kann mich dem, was padma :) und carlotta :) geschrieben haben nur anschließen.
Oft ist ein Klinikaufenthalt kontraproduktiv und viele kommen dann mit einfach einem neuen Medikamentencocktail wieder aus der Klinik und der ganze Horror mit dem Absetzen beginnt von vorne.
Nepomuk hat geschrieben:
Samstag, 16.11.19, 10:10
Ich hoffe, das sich das Blatt nochmal zum guten wendet. Im Moment wechseln sich die Tage öfter ab, mal ein Tag voller Verzweiflung (Abends dann meistens etwas besser) und am nächsten Tag steht die Herzangst im Vordergrund.
Das hört sich für mich sehr nach einem Wellen-Fenster-Muster an. Unser Gehirn heilt nicht linear, sondern wellenartig. Da kommt es immer wieder zu Wellen mit stärkeren Symptomen und dann wieder Fenstern, in denen die Symptome schwächer oder im besten Fall sogar ganz weg sein können.

Versuche das auch als Heilen deines Gehirnstoffwechsels zu sehen.
Dein Gehirn versucht sich gerade an das Auskommen ohne Venlafaxin anzupassen - und das nach einem sehr raschen Absetzen mit großen Dosisreduktionen. Da muss es gerade echte Höchstleistungen bringen. Und dabei zeigt sich das dann leider mit einer Fülle an sehr unangenehmen Symptomen.
Nepomuk hat geschrieben:
Samstag, 16.11.19, 10:10
Das Leben ist so kurz und ich habe Angst jetzt mehrere Jahre in Angst und Depression zu verbringen.
Das verstehe ich sehr gut. Leider lassen sich aber weder Ängste noch Depressionen mit PP heilen. Sie können maximal die Symptome deckeln und oft auch das nur für eine bestimmte Zeit.
Nepomuk hat geschrieben:
Samstag, 16.11.19, 10:10
Um einen Therapeuten habe ich mich bemüht und bekomme auch einen Platz und Hypnosetherapie werde ich auch ausprobieren.
Das ist super!! Und ich bin mir sicher, dass dir das auch viel weiterhelfen wird. Vielleicht nicht akut bei irgendwelchen Symptomen, aber langfristig bei der Behebung des Grundproblems.
Nepomuk hat geschrieben:
Samstag, 16.11.19, 10:10
Was kann ich nur noch tun?
Dir Ruhe gönnen. Und Geduld haben.
Ich weiß, keine sehr befriedigende Antwort, weil man meistens sehr darauf eingestellt ist, etwas gegen unangenehme Zustände zu TUN, aber genau in der Zeit während und nach dem Absetzen ist es oft kontraproduktiv. Nichts aktiv zu tun und sich möglichst in Geduld mit einem selbst und den Symptomen zu üben ist leider das beste, das man tun kann.

Ich hoffe sehr, es geht dir bald besser und deine Wellen werden seltener und die Fenster länger und besser!

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Nepomuk
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Nepomuk » Sonntag, 17.11.19, 20:50

Guten Abend liebe Forumsgemeinde,

gerne würde ich lernen, damit umzugehen wenn ich so extrem verzweifelt, hoffnungslos, wertlos bin aber dieser Zustand ist so überwältigend und ich bin dann immer in Tränen aufgelöst.

Das dabei mir dann meine Frau und mein 5 monatiger Sohn zuschauen müssen ist für mich sehr schlimm.

Oft frage ich mich warum das alles so schlimm gekommen ist. Ist es so, dass das absetzen des Venlafaxins meinen Zustand zu verantworten hat oder hat mich das Venlafaxin, als ich es nahm, davor geschützt depressiv zu werden und wieder die Herzangst zu bekommen.

Gerne würde ich den unerschütterlichen Glauben haben, dass alles was es für mich bedarf, ein wenig Geduld und eine Therapie ist.

Viele Grüße
Nepomuk
Venlafaxin 75mg seit ca. 2007

Seit Februar 2019 Beginn mit dem ausschleichen:

-28.02.19 37,5mg
-15.05.19 25mg
-30.06.19 12,5 mg
-10.08.19 7 mg
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Straycat » Montag, 18.11.19, 11:16

Hallo Nepomuk,

du hast in deinem ersten Post geschrieben, dass du die AD wegen eines traumatischen Erlebnisses bekommen hast.
Die Vermutung liegt für mich nahe, dass darin dein Problem liegt. Die AD können maximal Symptome deckeln, aber niemals die Ursache für zB Depressionen beheben.
Vermutlich könntest du dich bei einer Psychotherapie näher mit dem auslösenden Ereignis und den Gründen für deine Depression befassen.
Allerdings empfehle ich dir eine solche aufarbeitende Therapie nicht in einem akuten Entzugs.
Was du allerdings während des Entzugs machen könntest, wäre eine Therapie, die auf den Umgang mit diesen Symptomen fokussiert ist - also das Erlernen von diversen Skills und Strategien mit Ängsten und depressiven Schüben umzugehen.

Liebe Grüße,
Cat
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Nepomuk
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Nepomuk » Sonntag, 24.11.19, 9:01

Hallo Zusammen,

kennt jemand von Euch aufschrecken aus der Tiefschlafphase?

Ich kannte das bis jetzt immer nur während der Einschlafphase ich bin dann immer einen kurzen Moment verwirrt und denke, ich muss sterben und vielleicht auch Herzstolpern dabei.

Diese Nacht hatte ich es aber während der Tiefschlafphase und mache mir Sorgen.

Vielleicht kennt das ja jemand auch.

Euch einen schönen Sonntag. :)

Viele Grüße
Nepomuk
Venlafaxin 75mg seit ca. 2007

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Annanas
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Annanas » Sonntag, 24.11.19, 11:19

Hallo Nepomuk :) ,
ich kenne das phasenweise auch, verbunden mit Herzrasen, - stolpern u manchmal heftigem Zittern.

Du kannst über die Suchfunktion "Aufschrecken" eingeben - es erscheinen viele Beiträge, sowohl zum morgendlichen, als auch zum nächtlichen Aufschrecken.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Bittchen
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Registriert: Freitag, 24.11.17, 9:35

Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Bittchen » Sonntag, 24.11.19, 18:08

Lieber Nepumuk,

sehr gut verstehe ich dich,ich habe das so ähnlich wie du erlebt.
Zwar bin ich sehr viel älter wie du ,aber ich habe auch noch länger wie du, immer wieder andere Psychopharmaka genommen.
Es ist eine echte Schweinerei ,was die Ärzte uns immer wieder so raten,denn sie verschreiben uns das Zeug,wissen aber auch sehr genau ,wie schwierig es ist,es wieder los zu werden.
Betroffene einer psychischen Störung gehen schon fix und fertig zum Psychiater und wollen nur zu gerne schnelle Hilfe ,die ihnen durch die Pillen ja auch versprochen wird.
Das behaupte ich Mal so,dann geht der Teufelskreis los.
Denn so blöd sind Ärzte heute auch nicht mehr,dass sie nicht wissen was sie damit anrichten können.
In den Medien werden Psychopharmaka ja auch immer öfter kontrovers diskutiert.

Jetzt dazu ,was du tun kannst.
Dabei gehöre ich nicht zum Moderatorenteam und habe selbst darauf gehört, was mir hier von ihnen geraten wurde.
Darüber bin ich heute sehr dankbar.
Auch ich konnte nicht wieder eine ganz niedrige Dosis nehmen,mein Körper hat sofort paradox reagiert und sich gegen den "Stoff" gewehrt.
Ich hatte zuletzt Es-Citalopram 20mg,die Höchsdosis, durchgängig 7 Jahre konsumiert.
Venlafaxin bis zur Höchstdosis hatte ich davor auch lange genommen,musste aber umstellen,wegen starker Nebenwirkungen und keiner Wirkung mehr.
Immer wieder das selbe Spiel bei mir.

Zuerst habe ich meinen Mann den Artikel hier über die Neuro -Emotionen lesen lassen.
Denn es war sonst nicht meine Art,so aggressiv zu reagieren.
Eher habe ich mich zurückgezogen und wollte nichts sehen und nichts hören.
Er hat den Zusammenhang mit dem Entzug von dem Medikament und meinem Verhalten dadurch sehr viel besser verstanden.
Dann war ich sehr froh wieder weinen zu können,denn das war mir in den vielen Jahren verloren gegangen,ich konnte nicht mehr weinen und war oft wie versteinert.

Die Weinkrämpfe am Anfang, waren irgendwie eine Erleichterung,als wenn das ganze Leid aus mir raus geschwaschen würde.
Auch sollte immer wieder in die Klinik,ich hatte ja auch Suizidgedanken, einen Termin für die Klinik hatte ich schon ,aber ich wollte das nicht,denn ich wusste durch das Forum woher meine Zustände kamen.
Auch darüber konnte ich mit meinem Mann sprechen,er war eine große Stütze, er hatte es wirklich auch nicht einfach mit mir in dieser Zeit.
Dabei war ich auch nicht alleine Zuhause ,das war auch wichtig .
Auch wollte ich meiner Familie nicht dieses Leid antun.
Mein eigenes Leben war mir damals oft recht gleichgültig,das hat sich heute wieder sehr stark zum Positiven verändert.
Ich lebe heute, trotz einiger erneuten Schicksalsschläge ,wieder gerne.

So habe ich Tag für Tag durchgestanden ,nicht einfach,aber ganz langsam wurde es leichter.
Heute bin Ich 2 1/2 Jahre nach null und mir geht es viel besser.
Ich will dir Mut machen diesen Weg zu Ende zu gehen,aber natürlich ist es deine Entscheidung, wenn du meinst du brauchst einen geschützten Raum, es wäre besser für dich in die Klinik zu gehen,dann ist es für dich richtig .
Auch das kann ich gut verstehen,es gibt nicht Wichtigeres als dein Leben zu retten.
Egal wie,ich wünsche dir alles erdenklich Gute,viel Kraft und Geduld.
Glaube mir,es wird auch wieder besser.
Liebe Grüße
Bittchen
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Nepomuk
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Re: Nepomuk: Venlafaxin abgesetzt!

Beitrag von Nepomuk » Sonntag, 24.11.19, 19:29

Bittchen hat geschrieben:
Sonntag, 24.11.19, 18:08
Lieber Nepumuk,

sehr gut verstehe ich dich,ich habe das so ähnlich wie du erlebt.
Zwar bin ich sehr viel älter wie du ,aber ich habe auch noch länger wie du, immer wieder andere Psychopharmaka genommen.
Es ist eine echte Schweinerei ,was die Ärzte uns immer wieder so raten,denn sie verschreiben uns das Zeug,wissen aber auch sehr genau ,wie schwierig es ist,es wieder los zu werden.
Betroffene einer psychischen Störung gehen schon fix und fertig zum Psychiater und wollen nur zu gerne schnelle Hilfe ,die ihnen durch die Pillen ja auch versprochen wird.
Das behaupte ich Mal so,dann geht der Teufelskreis los.
Denn so blöd sind Ärzte heute auch nicht mehr,dass sie nicht wissen was sie damit anrichten können.
In den Medien werden Psychopharmaka ja auch immer öfter kontrovers diskutiert.

Jetzt dazu ,was du tun kannst.
Dabei gehöre ich nicht zum Moderatorenteam und habe selbst darauf gehört, was mir hier von ihnen geraten wurde.
Darüber bin ich heute sehr dankbar.
Auch ich konnte nicht wieder eine ganz niedrige Dosis nehmen,mein Körper hat sofort paradox reagiert und sich gegen den "Stoff" gewehrt.
Ich hatte zuletzt Es-Citalopram 20mg,die Höchsdosis, durchgängig 7 Jahre konsumiert.
Venlafaxin bis zur Höchstdosis hatte ich davor auch lange genommen,musste aber umstellen,wegen starker Nebenwirkungen und keiner Wirkung mehr.
Immer wieder das selbe Spiel bei mir.

Zuerst habe ich meinen Mann den Artikel hier über die Neuro -Emotionen lesen lassen.
Denn es war sonst nicht meine Art,so aggressiv zu reagieren.
Eher habe ich mich zurückgezogen und wollte nichts sehen und nichts hören.
Er hat den Zusammenhang mit dem Entzug von dem Medikament und meinem Verhalten dadurch sehr viel besser verstanden.
Dann war ich sehr froh wieder weinen zu können,denn das war mir in den vielen Jahren verloren gegangen,ich konnte nicht mehr weinen und war oft wie versteinert.

Die Weinkrämpfe am Anfang, waren irgendwie eine Erleichterung,als wenn das ganze Leid aus mir raus geschwaschen würde.
Auch sollte immer wieder in die Klinik,ich hatte ja auch Suizidgedanken, einen Termin für die Klinik hatte ich schon ,aber ich wollte das nicht,denn ich wusste durch das Forum woher meine Zustände kamen.
Auch darüber konnte ich mit meinem Mann sprechen,er war eine große Stütze, er hatte es wirklich auch nicht einfach mit mir in dieser Zeit.
Dabei war ich auch nicht alleine Zuhause ,das war auch wichtig .
Auch wollte ich meiner Familie nicht dieses Leid antun.
Mein eigenes Leben war mir damals oft recht gleichgültig,das hat sich heute wieder sehr stark zum Positiven verändert.
Ich lebe heute, trotz einiger erneuten Schicksalsschläge ,wieder gerne.

So habe ich Tag für Tag durchgestanden ,nicht einfach,aber ganz langsam wurde es leichter.
Heute bin Ich 2 1/2 Jahre nach null und mir geht es viel besser.
Ich will dir Mut machen diesen Weg zu Ende zu gehen,aber natürlich ist es deine Entscheidung, wenn du meinst du brauchst einen geschützten Raum, es wäre besser für dich in die Klinik zu gehen,dann ist es für dich richtig .
Auch das kann ich gut verstehen,es gibt nicht Wichtigeres als dein Leben zu retten.
Egal wie,ich wünsche dir alles erdenklich Gute,viel Kraft und Geduld.
Glaube mir,es wird auch wieder besser.
Liebe Grüße
Bittchen
Hallo Bittchen,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Das tut mir gut.

Ich hoffe auch, dass ein Klinikaufenthalt nicht nötig ist, zumindest vollstationär aber das wird die Zukunft zeigen. An manchen Tagen denke ich, das es ohne gehen könnte.

Ich habe mit meiner Frau auch schon über meine Reizbarkeit gesprochen aber es ist natürlich trotzdem für sie schwer. Ich bete wirklich, dass das mal dauerhaft besser wird.

Ich möchte weiter versuchen den Kopf über Wasser zu halten und den Richtigen Weg für mich finden.

Euch noch einen schönen Abend. :)

Gruß
Nepomuk
Venlafaxin 75mg seit ca. 2007

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