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Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

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Dio_Joestar
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Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Freitag, 20.09.19, 10:58

Hallo,

ich habe ein Problem beim Absetzen vom Cipralex und hoffe, dass ihr mir einen Rat geben könnt, was ich am besten in dieser Situation tun kann.

Habe mit der Einnahme von Cipralex das erste Mal im Juni 2018 begonnen (10mg), der Grund dafür waren Panikattacken. Ich war eigentlich immer gegen die Einnahme von Psychopharmaka, war aber damals einfach so stark verzweifelt und hatte jeden Tag diese heftigen Panikattacken, dass ich mich dazu entschloss das Zeug zu nehmen.
Die Panikattacken und die Angst verschwanden zwar, aber ich wurde immer fauler und lethargischer, hatte auf nichts mehr Lust und keine Motivation auf irgendwas.
Hatte dann im Winter keine Lust mehr das Zeug zu nehmen und hörte damit auf. Ich weiß jetzt natürlich, dass es ziemlich blöd war, weil Psychopharmaka langsam ausgeschliechen werden sollen, aber das wusste ich damals einfach nicht.
Dementsprechend hatte ich natürlich Absetzsymptome, war extrem depressiv, hatte Derealisation und viele weitere Symptome. Habe aber gedacht, dass diese Symptome eh irgendwann wieder verschwinden.

Im April wurde es mir dann immer besser, die Symptome verschwanden immer mehr und ich fühlte mich immer mehr wie vor der Einnahme von Cipralex.
Bis ich im Mai starken persönlichen Stress hatte und die Panikattacken, Angst und alles ander wiederkam. Ich war einfach am Ende und wusste nicht weiter. Mein Arzt sagte, ich sollte es nochmal mit dem Cipralex probieren und wiederwillig stimmte ich dem zu.

Habe Anfang Juni mit 5mg begonnen und fühlte mich einen Monat später wieder besser. Allerdings began ich zu merken, dass irgendwas nicht stimmte, ich hatte die ganze Zeit diese innere Unruhe und Ende Juli bekam ich plötzlich diese Hautausschläge am Arm :shock:
Ende August wurde es immer schlimmer, diese Innere Unruhe, die in einer extremen Panikattacke mündete, die ich so noch nie hatte.
Habe extremes zittern bekommen, Herzrasen, Kribbeln am ganzen Körper und war vollkomen neben der Spur.
Im Krankenhaus konnten die Ärzte nichts finden, Blutbild und EKG alles top. Aber ich fühlte dass irgendwas mit meinem Körper, besser gesagt mit meinem Nervensystem nicht stimmte :cry:

Habe extreme Angst bekommen, dass es vom Cipralex kommt und habe das Zeug dann wieder sein lassen. Nach ein paar Tagen extremer innerer Unruhe, verschwanden diese Symptome wieder. Zwar habe ich mich schlecht gefühlt und hatte Grippegefühle, aber war wieder der alte.
In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit Antidepressiva und Psychopharmaka beschäftigt, bin auf survivingantidepressants im Internet gestoßen und später auch auf diese Seite und habe mir alles durchgelesen.

Da ich nicht wieder einen langen Kaltentzug durchmachen wollte, habe ich mir gedacht, dass ich eine kleinere Dosis (2,5mg) wieder einschleiche und dann in 10 Prozenz Schritten alle 4 bis 6 Wochen langsam reduziere. Áber nach ein paar Tagen ging es wieder los, diese extreme innere Unruhe, Kribbeln am ganzen Körper, leichte Ausschläge....

Ich weiß einfach nicht was ich machen soll :cry: Kann es sein, dass ich vielleicht eine allergische Reaktion auf das Zeug entwickelt habe?
Was würdet ihr mir empfehlen? Will endlich von diesem Teufelszeug befreit sein.


Liebe Grüße,

Dio
Zuletzt geändert von Annanas am Freitag, 20.09.19, 11:10, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Nutzername u Wirkstoff im Titel ergänzt
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06. 2018 - 01. 2019 Cipralex 10mg

Kalt abgesetzt, starke Absetzsymptome

05. 2019 persönliche Krise/Stress; Arzt empfiehlt wieder Cipralex

06. 2019 - 09. 2019 Cipralex 5mg

bekomme nach einiger Zeit eine paradoxe Reaktion, starker Hautausschlag, extreme innere Unruhe, Herzrasen und lande schließlich 2x in der Notaufnahme

wieder kalt abgesetzt, Hautausschlag und innere Unruhe verschwinden, typische Absetzsymptome kommen, versuch 2,5mg einzuschleichen scheitert da Dosis zu hoch

Im Forum wird mir geraten 0,2mg einzuschleichen


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Jamie
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Jamie » Freitag, 20.09.19, 11:37

Hallo Dio,

willkommen im Forum :).

Man kann Überempfindlichkeiten auf AD entwickeln. Manche sofort und heftig, das nennt man dann Bad Trip, andere nach Jahren, wiederum andere nach Pausen und Wiedereindosierung etc.

Das ZNS "wehrt" sich dann sozusagen gegen die Einnahme und bei dir klingt es so, als ob es in diese Richtung gehen würde.

Du hast die Optionen das jetzt auszusitzen und nichts mehr zu nehmen oder du probierst es noch mal, dann allerdings maximal mit 0,2mg für den Anfang.
Deine gewählten 2,5mg waren viel zu hoch für den Wiedereinstieg. Es könnte sein, dass 0,2mg besser vertragen werden.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Freitag, 20.09.19, 12:02

Hallo Jamie,

danke für deine Antwort und das willkomen heißen :)

Ich werde es dann nochmal mit 0,2mg versuchen.
Angenommen es funktioniert, wie lange soll ich dann diese Dosis zu mir nehmen? Und muss ich die 0,2mg dann später auch wieder reduzieren?


Liebe Grüße
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Towanda » Freitag, 20.09.19, 14:10

Hallo Dio,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse,

Towanda
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26.09.19 - 1,95 mg Mirtazapin
24.10.19 - 1,65 mg Mirtazapin
20.11.19 - 1,40 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

padma
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von padma » Freitag, 20.09.19, 18:34

hallo Dio, :)

auch von mir willkommen.
Angenommen es funktioniert, wie lange soll ich dann diese Dosis zu mir nehmen? Und muss ich die 0,2mg dann später auch wieder reduzieren?
Wie lange du auf den 0,2 mg bleibst, hängt vom Verlauf ab. Wenn du dich darauf stabilisieren kannst, würde ich mindestens 4 Wochen auf der Dosis bleiben. Später dann schrittweise absetzen.

Wenn du die 0,2 mg auch nicht verträgst, dann bleibt leider nur weglassen.

Schau mal hier in dieser Übersicht unter "Wiedereindosierung" nach https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 65#p313465

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Sonntag, 22.09.19, 17:24

Hallo padma,

danke für die Antwort und den Link :)

Werde es jz also mit 0,2mg probieren und wenn das auch nicht funktioniert, es sein lassen. Ich melde mich dann und werde berichten, wie es mir damit geht :D

Ich habe zwar schon einmal Cipralex kalt abgesetzt und verschiedene Entzugssymptome gehabt, aber ein Symptom macht mir diesmal extrem zu schaffen und ich kann mich nicht erinnern, dass es damals genau so stark war.
Und zwar sehe ich in letzter Zeit irgendwie komisch, also irgendwie alles abgeflacht und es ist so als ob sich mein Blickfeld verengt hat, alles ist einfach so komisch, fühle mich außerdem total benommen :o

Habe auf der Absetzsymptomliste zwar gelesen, dass visuelle Probleme beim Entzug auftreten können, trotzdem macht es mir total zu schaffen. Hoffentlich geht das vorbei, habe es noch nie in solcher Stärke gehabt :(


Liebe Grüße
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Ululu » Sonntag, 22.09.19, 18:57

Hallo Dio,

ich kann mir vorstellen dass dich diese Sehstörungen kirre machen. Das ginge mir auch so.
:hug:
Gerade solche Symptome, die man beim Arzt überhaupt nicht richtig beschreiben kann, belasten doch sehr und wenn man davon erzählt, wird man direkt als Psycho abgestempelt.

Ich gehe davon aus, dass dieses Symptom vom Absetzen kommt und dann wird es ganz sicher auch wieder verschwinden.

Im Übrigen ist es ganz oft so, dass man anfangs wenig Probleme hat ein Medikament abzusetzen.
Leider merkt sich das Gehirn diese Tortur und es kann dann mit jeder neuen Einnahme und Absetzen von Psychopharmaka immer schwieriger werden.

Man nennt das Kindling Effekt und kennt das auch vom Entzug von Benzodiazepinen.
Das nur zur Info. :)

LG Ute
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Montag, 23.09.19, 20:50

Hallo Ute :)

Hoffentlich sind es wirklich nur die Absetzsymptome. War nämlich vor nicht allzu langer Zeit beim Augenarzt und da war alles ok.

Habe heute auch total schlecht geschlafen, hatte extrem realistische Träume und bin jedesmal nach 2-3 Stunden aufgewacht.
Das ging die ganze Nacht bis in die späten Morgenstunden so :o
Zwar habe ich wegen dem Cipralex schon öfters diese komischen Träume gehabt, aber das war heute ne Spur heftiger.
Im Übrigen ist es ganz oft so, dass man anfangs wenig Probleme hat ein Medikament abzusetzen.
Leider merkt sich das Gehirn diese Tortur und es kann dann mit jeder neuen Einnahme und Absetzen von Psychopharmaka immer schwieriger werden.

Man nennt das Kindling Effekt und kennt das auch vom Entzug von Benzodiazepinen.
Das nur zur Info.
Das ist echt interessant zu wissen :)
Wenn man so bedenkt, dann ist das menschliche Gehirn echt extrem komplex und sensibel, wirklich ein Wunderwerk :shock:

Was mich noch in letzter Zeit bedrückt und das mein Umfeld nicht wirklich versteht, ist das Gefühl als ob ich mich irgendwie innerlich total verändert habe, seitdem ich das erste Mal ca. vor einem Jahr mit dem Antidepressiva begonnen habe.
Dieses Gefühl ist echt schwer zu beschreiben, als ob ich mich innerlich und alles was mich früher als Person ausgemacht verloren habe :(
Aber naja, vielleicht sind das nur die Absetzsymptome die mich gerade quälen.


Liebe Grüße
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Dienstag, 24.09.19, 12:49

Hallo Dio,

auch von mir herzlich willkommen im Forum.

Was du beschreibst kenne ich von meinen Entzug von Escitalopram auch sehr gut.
Ich hatte es damals auch viel zu schnell abgesetzt und hatte auch Sehstörungen (so in etwa wie ein Tunnelblick, verbunden mit Schwindel und starker Lichtempfindlichkeit, als würde ich überscharf sehen und trotzdem nicht vernünftig fokussieren können).
Auch dieses Empfinden, als wäre ich nicht ganz ich selbst, kann ich gut nachvollziehen.

Ich kann dich aber beruhigen, bei mir gingen diese Symptome mit der Zeit alle weg.
Also dein Gehirn erholt sich auch irgendwann wieder.
Du musst dir das so vorstellen, dass dein Gehirn gerade mordsmäßig damit beschäftigt ist, eine Balance wieder herzustellen, die durch die Einnahme von Escitalopram gestört wurde. Da tauchen dann schon sehr beängstigend wirkende Symptome auf. Aber versuche sie auch als positiv wahrzunehmen: Dein Gehirn arbeitet mit Hochdruck daran, das alles auszugleichen.

Ich denke das Wiedereindosieren von 0,2mg wäre einen Versuch wert, weil es die schlimmsten Absetzsymptome etwas auffangen kann. Außer natürlich du reagierst auch auf die Minimaldosis von 0,2mg paradox. Dann ist es wohl besser du bleibst auf null.

Ich weiß, diese Zeit ist alles andere als einfach, aber es wird auch wieder besser!

Alles Gute,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Dio_Joestar
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Mittwoch, 25.09.19, 19:57

Hallo Cat,

danke für deine Antwort.

Ich muss sagen, dass die Sehprobleme schon besser geworden sind. Zumindest ist dieser Tunnelblick verschwunden, allerdings sehe ich alles immer noch irgendwie abgeflacht und kann mich nicht richtig fokussieren. Bin aber zuversichtlich dass das auch mit der Zeit wird :)

Und vielen Dank für deinen Zuspruch!

Im Moment ist mir einfach alles zu viel, wohne noch bei meinen Eltern und die verstehen nicht wirklich wie schwer es ist Psychopharmaka abzusetzen und noch dazu streiten sie in letzter Zeit viel und die familiäre Atmosphäre ist extrem angespannt.
Leider ist mein Therapeut die Woche nicht da und ich habe einfach keine Ahnung wie ich im Moment mit dieser Situation fertig werden soll.

Tut mir leid, dass ich das hier reinschreibe, war einfach ein sehr anstrengender Tag :frust:

Hab jetzt die 0.2mg eindosiert, mal sehen ob das mit den Symptomen besser wird.
Am meisten quält mich, dass ich so schlecht schlafe und innerlich angespannt bin. Nehme über den Tag verteilt jz Baldrian Tropfen, um mich etwas zu beruhigen.

Mein Arzt hat mir auch früher für den Notfall Benzos verschrieben und die wollte ich heute nehmen, hab mich aber zum Glück nicht dazu entschlossen, da ich nicht noch in eine Benzo Abhängigkeit reinrutschen will.


Liebe Grüße
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 26.09.19, 12:00

Hallo Dio,
Dio_Joestar hat geschrieben:
Mittwoch, 25.09.19, 19:57
Im Moment ist mir einfach alles zu viel, wohne noch bei meinen Eltern und die verstehen nicht wirklich wie schwer es ist Psychopharmaka abzusetzen und noch dazu streiten sie in letzter Zeit viel und die familiäre Atmosphäre ist extrem angespannt.
Leider ist mein Therapeut die Woche nicht da und ich habe einfach keine Ahnung wie ich im Moment mit dieser Situation fertig werden soll.

Tut mir leid, dass ich das hier reinschreibe, war einfach ein sehr anstrengender Tag :frust:
Also zunächst mal musst du dich definitiv nicht entschuldigen, dass du das hier schreibst!
Ich kann mir gut vorstellen, dass so eine sozial stressige Situation besonders in der Zeit des Absetzens noch zusätzlich schwerer zu ertragen ist.
Hast du denn Möglichkeiten dem etwas zu entkommen? Spaziergänge oder Treffen mit Freunden?

Wir haben im Forum auch einen Text für Angehörige, vielleicht lohnt es sich, diesen deiner Familie mal zum Lesen zu geben.
Dio_Joestar hat geschrieben:
Mittwoch, 25.09.19, 19:57
Mein Arzt hat mir auch früher für den Notfall Benzos verschrieben und die wollte ich heute nehmen, hab mich aber zum Glück nicht dazu entschlossen, da ich nicht noch in eine Benzo Abhängigkeit reinrutschen will.
Ich verstehe dich! In eine Benzosabhängigkeit rutscht du zum Glück nicht so schnell, wenn du nur einmal ein Benzo nimmst. Aber ich verstehe deine Abneigung dagegen, wieder etwas einzunehmen.
Ich habe, als bei mir die Panikattacken ganz schlimm waren, zweimal Alprazolam genommen. Mir hat es nicht wirklich geholfen, es hat mich nur körperlich verlangsamt, aber im Kopf ging der Stress weiter.
Ich würde an deiner Stelle auch besser auf Baldriantropfen setzen. Was vielen bei innerer Anspannung auch hilft, sind Passionsblumen-Präparate.
Aber bei allen zusätzlichen Substanzen, Nahrungsergänzungsmitteln usw. gilt immer: Taste dich langsam mit einer kleinen Dosis heran! Manche Menschen vertragen vieles im Entzug sehr viel schlechter als normal. Also immer nur kleine Dosen zum Ausprobieren verwenden.

Hast du schon alternative Methoden wie Achtsamkeitstherapie, Autogenes Training oder dergleichen versucht?
Diese innere Anspannung kann man dadurch oft ganz gut in den Griff bekommen. Natürlich wirkt das nie so schnell wie Medikamente, aber der schnelle Weg ist hier oft auch nicht der beste.

Ich drücke dir die Daumen, dass es bald besser wird!

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Dio_Joestar
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Donnerstag, 26.09.19, 20:56

Hallo Cat,
Hast du denn Möglichkeiten dem etwas zu entkommen? Spaziergänge oder Treffen mit Freunden?
Bei mir in der Nähe gibt es einen wunderschönen Park, dort gehe ich in letzter Zeit oft spazieren. Ansonsten versuche ich zwar in dieser Zeit so oft es geht mit meinen Freunden zu treffen, allerdings gestaltet sich etwas schwierig, da sie meinen Zustand und die Absetzproblematik nicht richtig verstehen und mir nicht so recht glauben wollen, wenn ich ihnen sage, dass ich wegen Absetzsymptomen vom Antidepressiva am Abend nicht fortgehen kann :roll:
Wir haben im Forum auch einen Text für Angehörige, vielleicht lohnt es sich, diesen deiner Familie mal zum Lesen zu geben.
Das werde ich machen, danke für den Tipp!
Ich würde an deiner Stelle auch besser auf Baldriantropfen setzen. Was vielen bei innerer Anspannung auch hilft, sind Passionsblumen-Präparate.
Aber bei allen zusätzlichen Substanzen, Nahrungsergänzungsmitteln usw. gilt immer: Taste dich langsam mit einer kleinen Dosis heran! Manche Menschen vertragen vieles im Entzug sehr viel schlechter als normal. Also immer nur kleine Dosen zum Ausprobieren verwenden.
Auch hier danke für den Tipp! Werde mir demnächst Passionsblumen - Präparate besorgen.
Ich weiß zwar nicht ob das mit meiner Absetzsymptomen zusammenhängt, aber ich habe vor ein paar Tagen nach dem Verzehr von Schokolade beobachtet, dass sich meine Unruhe irgendwie noch verstärkt hat und ich extrem nervös wurde :o
Ansonsten nehme ich Magnesium und Fischöl zu mir und würde sagen dass vor allem das Magnesium mir gut tut.
Hast du schon alternative Methoden wie Achtsamkeitstherapie, Autogenes Training oder dergleichen versucht?
Diese innere Anspannung kann man dadurch oft ganz gut in den Griff bekommen. Natürlich wirkt das nie so schnell wie Medikamente, aber der schnelle Weg ist hier oft auch nicht der beste.
Nein, habe leider sowas noch nie probiert. Mache zurzeit nur eine Gesprächstherapie, werde aber meinen Therapeuten darauf ansprechen bzw. mich umschauen.
Habe vor ein paar Tagen angefangen zu meditieren (die Anleitung dafür habe ich auf YouTube gefunden :lol: ), was mir aber recht gut tut.


Liebe Grüße,
Dio
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bekomme nach einiger Zeit eine paradoxe Reaktion, starker Hautausschlag, extreme innere Unruhe, Herzrasen und lande schließlich 2x in der Notaufnahme

wieder kalt abgesetzt, Hautausschlag und innere Unruhe verschwinden, typische Absetzsymptome kommen, versuch 2,5mg einzuschleichen scheitert da Dosis zu hoch

Im Forum wird mir geraten 0,2mg einzuschleichen


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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von padma » Freitag, 27.09.19, 11:01

hallo Dio, :)

schön, dass du was gefunden hast, was dir gut tut.
aber ich habe vor ein paar Tagen nach dem Verzehr von Schokolade beobachtet, dass sich meine Unruhe irgendwie noch verstärkt hat und ich extrem nervös wurde
Das könnte ein Hinweis auf eine Histaminintoleranz sein. Darauf könntest du mal achten.
Infos: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=7819

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Freitag, 27.09.19, 12:06

Hallo padma,

danke für den Link!

Habe zuvor noch nie wirklich was von dieser Histaminintoleranz gehört, werde aber die nächsten Tage drauf achten, was ich esse und ob ich irgendwelche Symptome danach habe.
Da Hartkäse in der Liste steht, ist mir auch eingefallen, dass ich vor gut 2 Monaten oder so nach dem Verzehr von so nem Käse Herzrasen und andere Symptome hatte, was ich damals auf eine Panikattacke geschoben habe.
Werde aufjedenfall darauf achten!

Edit: Wobei ich jz auch auf einer Seite gelesen habe, dass bei einer Histaminintoleranz SSRI und andere Sachen wie Tranquilizier und Neuroleptika zu unverträglichen Medikamentenwirkstoffe gehören :o


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von carlotta » Freitag, 27.09.19, 16:20

Hallo Dio,

ja, das stimmt, dass div. PP bei HIT kontraproduktiv sind, weil sie Histaminabbauwege blockieren. Allerdings können diese Stoffe durch ihren weitreichenden Eingriff in die Neurochemie (durch Einnahme und Entzug) die Histaminproblematik überhaupt erst auslösen. Deshalb haben gerade so viele im PP-Entzug damit zu tun.

Schau mal in Ruhe, was Du verträgst. Am besten findet man das durch Auslassdiät und Testen von Lebensmitteln heraus.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Samstag, 28.09.19, 19:48

Hallo,

ich habe ja jetzt vor mehreren Tagen die 0.2mg eindosiert, um zu sehen ob sich die Symptome bessern würde.

Diese innere Unruhe ist verschwunden und ich konnte heute Nacht wieder ganz normal schlafen, andere körperliche Symptome sind auch besser geworden und ich spüre sogar mehr Energie als die Tage zuvor, aber dafür geht es mir psychisch total schlecht.
Fühle mich heute die ganze Zeit verwirrt und noch weniger wie ich selbst. Kann auch kaum einen normalen und klaren Gedanken fassen, es fühlt sich so an, als würde in meinem Kopf das totale Chaos herrschen.
Habe auch Weinanfälle und bin total durcheinander.

Soll ich die 0.2mg weiter zu mir nehmen und schauen wie es sich entwickelt bzw. ob ich mich stabilisiere?

Einfach nur krass, wie diese Psychopharmaka wirken.
Die Tage zuvor ging es mir zwar schlecht, aber ich war zuversichtlich, dass es sich irgendwann bessern würde, bin mir aber im Moment da nicht so sicher.


@carlotta
Schau mal in Ruhe, was Du verträgst. Am besten findet man das durch Auslassdiät und Testen von Lebensmitteln heraus.
Ok, werd ich machen.


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Jamie » Sonntag, 29.09.19, 9:07

Hallo Dio_ Joestar :),

also dein Körper will den Stoff auf jeden Fall haben, sonst hätten sich eine Reihe der Beschwerden nicht so rasch gebessert.

Allerdings scheint sich das Eindosieren nicht unbedingt positiv auf deinen Geistes- und Gemütszustand auszuwirken, das müsste man jetzt mal beobachten.
Letztlich ist es dann auch eine Abwägungssache, was man selber sagt, was einem mehr zusetzt - das Körperliche oder das Seelische.

Es könnte eine Option sein, die Dosis auf 0,15mg oder vielleicht sogar nur 0,10mg zu senken und zu schauen, ob das besser für deinen Kopf und deine Gefühle ist.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Montag, 30.09.19, 17:35

Hallo Jamie :),

vielen Dank für deine Antwort.

Ich werde jz erst mal auf 0.2mg bleiben und schauen wie es sich entwickelt und wenn es schlimmer wird mit den psychischen/emotionalen Symptomen, es dann mit 0,15 oder 0,10mg versuchen.

Noch eine Frage bezüglich des Reduzierens; gilt die 10 % Regel alle 4-6 Wochen auch bei so einer Dosis wie 0.2mg und muss ich solange reduzieren bis ich auf 0mg bin oder gibt es eine Dosis bei der ich dann nicht mehr reduzieren muss und sie einfach weglassen kann?


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von FineFinchen » Montag, 30.09.19, 17:54

Hallo Dio, :-)

wenn Du Dich stabilisiert hast und das kann jetzt wirklich einige Wochen dauern, also bitte nicht ungeduldig werden :-), dann kann man im unteren Dosisbereich schauen, ob Du linear absetzen kannst. Also z.B. immer 0,00x mg.

Jetzt zählt es aber erstmal, dass es Dir wieder besser auf einer stabilen Dosis geht und Du Kraft tanken kannst. :hug:

Liebe Grüße
Finchen
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von padma » Montag, 30.09.19, 17:56

hallo Dio, :)

irgendwann muss man auf 0 gehen. Bei diesen untersten Dosisbereichen ist es sehr individuell, wie weit man runterdosiert.

Schau erstmal ob du dich stabilisieren kannst, dann schauen wir weiter.

liebe Grüsse,
padma
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