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Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Samstag, 26.10.19, 17:07

Hallo Cat,

Ja ich versuche mir im Moment viel Ruhe zu gönnen, auch wenn es etwas schwer fällt.

Heute bin irgendwie total Lichtempfindlich, was mir etwas Angst macht. Zwar habe ich gelesen, dass Lichtempfindlichkeit ein typisches Absetzsymptom ist, aber ich habe irgendwie Angst dass es ein Vorbote für etwas Schlimmeres ist, wie etwa eine neuerliche Migräneattacke oder gar ein epileptischer Anfall :o

Mein ängstliches Gehirn ist zurzeit auf Hochtouren und malt sich alle möglichen Schreckensszenarien aus :wacko:


Liebe Grüße,
Dio
Ursprüngliche Symptome: Sommer 2018, Panikattacken und Angstzustände.

06. 2018 - 01. 2019 Cipralex 10mg

Kalt abgesetzt, starke Absetzsymptome

05. 2019 persönliche Krise/Stress; Arzt empfiehlt wieder Cipralex

06. 2019 - 09. 2019 Cipralex 5mg

bekomme nach einiger Zeit eine paradoxe Reaktion, starker Hautausschlag, extreme innere Unruhe, Herzrasen und lande schließlich 2x in der Notaufnahme

wieder kalt abgesetzt, Hautausschlag und innere Unruhe verschwinden, typische Absetzsymptome kommen, versuch 2,5mg einzuschleichen scheitert da Dosis zu hoch

Im Forum wird mir geraten 0,2mg einzuschleichen


Nahrungsergänzungsmittel die ich nehme: Magnesium 300mg, Fischöl 1g

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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Sonntag, 27.10.19, 18:22

Hallo,

Heute war so ein unglaublich schlechter Tag. Ich war die ganze Zeit total überfordert, überdreht und einfach total am Ende.

Gegen Abend wurde es total schlimm, hatte das Gefühl, dass ich einen Nervenzusammenbruch erleide. Hätte am liebsten geschrien und gleichzeitig geweint, einfach furchtbar.
Habe mir leider wieder so eine Bromazepam Tablette eingeworfen, um mich etwas zu beruhigen. Die Anspannung ist etwas zurückgegangen, aber ich will trotzdem am liebsten nur noch weinen, kann es aber irgendwie nicht...


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Montag, 28.10.19, 9:19

Hallo Dio,

das tut mir leid, dass es dir derzeit so schlecht geht :( Du scheinst gerade in einer heftigen Welle zu stecken.

Alles was ich tun kann, ist dir versichern, dass es auch wieder besser wird. Auch wenn es sich mitten in der Welle nicht so anfühlt, gibt es dann auch wieder Fenster und es geht bergauf.
Dein ZNS arbeitet gerade auf Hochtouren mit dem kalten Entzug klarzukommen. Das beste was du machen kannst, ist ihm Ruhe zu gönnen.
Nimm diese aufwallenden Gefühle und Symptome hin, ohne sie zu bewerten. Ich weiß, das klingt erstmals sehr unmöglich - aber man kann lernen, solche Wellen durchzustehen. Man lässt dann die Welle über sich dahinrollen und weiß aber im Kopf, dass es besser wird (auch wenn es sich in dem Moment nicht so anfühlt).

Ich schicke dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit!!

Alles Liebe,
Cat
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neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: rezidive Depression (2006)
Psychotherapie (verschiedene Typen) seit 2004
Escitalopram 2007-2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
vorübergehend auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion - alles wieder abgesetzt
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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Dio_Joestar
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Montag, 28.10.19, 14:15

Hallo Cat,

vielen Dank für deine aufmunternden Worte :)

Ich glaube auch, dass ich mich gerade in einer solchen Welle befinde, da es mir vor ein paar Tagen zB. noch vergleichsweise recht gut ging.
Auch erlebe ich jetzt die ganze Zeit so komische Gefühle und bin total überdreht, ich glaube das sind diese Neuro - Emotionen oder so.
Bin zum Beispiel auf einmal total verzweifelt oder wütend, aber es fühlt sich wirklich so an, als ob es aus meinem Körper kommt und ich denke mir so, warum bin ich jetzt aufeinmal so wütend/überdreht oder verzweifelt, wenn es zu der Situation nicht passt?

Schon heftig wie sich die Symptome bei mir so schnell ändern :?

Werde mir aber deinen Rat zu Herzen nehmen und versuchen diese Welle als Teil meines Heilungsprozesses zu akzeptieren :sports:

Habe auch gemerkt, dass es nicht so klug von mir war das Benzo gestern zu nehmen. Zwar hat es die Symptome am Abend relativ schnell gemildert, aber es hat sich trotzdem total komisch angefühlt und ich habe einige Nebenwirkungen gespürt.


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von padma » Montag, 28.10.19, 17:55

hallo Dio, :)
Bin zum Beispiel auf einmal total verzweifelt oder wütend, aber es fühlt sich wirklich so an, als ob es aus meinem Körper kommt und ich denke mir so, warum bin ich jetzt aufeinmal so wütend/überdreht oder verzweifelt, wenn es zu der Situation nicht passt?
Ja, das sind Neuroemotionen. Hast du den thread dazu schon gefunden (sonst suche in dir bei "Was finde ich wo im Forum" raus

Ich drücke dir die Daumen, dass die Welle bald wieder abklingt.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Dienstag, 29.10.19, 13:48

Hallo padma,

Ja hab den Thread dazu schon gefunden :)

Mir gehts heute auch schon etwas besser, diese Neuroemotionen sind nicht mehr so stark ausgeprägt und quälend wie die Tage zuvor.

War gestern im Einkaufszentrum einkaufen und hatte plötzlich für einen kurzen Moment das Gefühl wieder der alte zu sein und konnte sogar einige Zeit lang normal denken.
Als ich dann am Abend mit dem Zug nach Hause gefahren bin und aus dem Fenster die Landschaft bewundert habe, ist mir zum ersten Mal klargeworden wie sehr doch diese Pillen mich verändert und meinen Verstand vernebelt haben. Hatte wieder das Gefühl ein normaler Mensch zu sein und kein Zombie.

Leider währte dieser Augenblick nicht lange und darauf folgte ein schmerzliches Gefühl von Verlust, Schuldgefühlen und Anschuldigungen mir gegenüber warum ich das Zeug damals überhaupt genommen und mich dieser Tortur ausgesetzt habe. Diese Pillen haben bestenfalls nur meine Gefühle gedämpft und mir ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt und der Preis dafür, die zahlreichen Nebenwirkungen und das fortwährende Absetzen, waren es auf keinen Fall wert.

Wenn ich so zurückblicke dann waren die heftigen Angstzustände in denen ich mich vor einem Jahr befand und der Grund wieso mir die Ärzte dieses Zeug aufschwatzten keineswegs ein "chemisches Ungleichgewicht" in meinem Gehirn, sondern eine ganz normale Reaktion auf meine damalige Situation.
Habe damals mein Studium angefangen, das Umfeld veränderte sich und in der Familie gab es auch viele Veränderungen und Unsicherheiten, weswegen ich mit Panikattacken und Angst reagierte.


Liebe Grüße,
Dio,
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von carlotta » Dienstag, 29.10.19, 14:21

Hallo Dio,

Du weißt ja sicher, dass die Theorie vom "biochemischen Ungleichgewicht" sich als wissenschaftlich nicht haltbar herausgestellt hat? Es handelt sich dabei um ein reines Marketing-Instrument der Pharmaindustrie, dem Behandler und Betroffene zu Abertausenden auf den Leim gingen (und leider noch gehen).

Mehr dazu im Bereich "Hintergrundinformationen". Kannst ja mal stöbern, wenn Du magst.

Letzten Endes ist der Grund für sog. psychische Störungen nach wie vor unklar. Es gibt verschiedene Theorien und Ansätze. Am sinnvollsten ist m. E., von multimodalen Faktoren auszugehen. So sind psychosoziale Ursachen sicher ein gewaltiger Faktor.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Dienstag, 29.10.19, 15:43

Hallo Dio,
Dio_Joestar hat geschrieben:
Dienstag, 29.10.19, 13:48
Leider währte dieser Augenblick nicht lange und darauf folgte ein schmerzliches Gefühl von Verlust, Schuldgefühlen und Anschuldigungen mir gegenüber warum ich das Zeug damals überhaupt genommen und mich dieser Tortur ausgesetzt habe. Diese Pillen haben bestenfalls nur meine Gefühle gedämpft und mir ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt und der Preis dafür, die zahlreichen Nebenwirkungen und das fortwährende Absetzen, waren es auf keinen Fall wert.
Ich kenne diese Zweifel und verstehe sie gut. Aber es ist Vergangenheit, du kannst es jetzt nicht mehr ändern.
Und man weiß nie wofür es gut ist. Vielleicht lernst du dich durch dieses ganze Fiasko besser kennen und entwickelst ein tieferes Verständnis für deine Probleme, als du es ohne die Absetzprobleme je hättest? Ich weiß, das hört sich fast zynisch an, aber so meine ich es nicht. Letztlich können wir manche Dinge im Leben nicht (oder nicht mehr) ändern. Dann ist Akzeptanz ein sehr wichtiger und hilfreicher Ansatz.
Dio_Joestar hat geschrieben:
Dienstag, 29.10.19, 13:48
Wenn ich so zurückblicke dann waren die heftigen Angstzustände in denen ich mich vor einem Jahr befand und der Grund wieso mir die Ärzte dieses Zeug aufschwatzten keineswegs ein "chemisches Ungleichgewicht" in meinem Gehirn, sondern eine ganz normale Reaktion auf meine damalige Situation.
Habe damals mein Studium angefangen, das Umfeld veränderte sich und in der Familie gab es auch viele Veränderungen und Unsicherheiten, weswegen ich mit Panikattacken und Angst reagierte.
Das liest sich für mich so, als kommst du immer wieder einen Schritt weiter und deine Erkenntnisse wachsen. Gib dir keine Schuld, dass du auf diesen Hirnchemie-Ungleichgewichts-Mythos hineingefallen bist. Das passiert sehr vielen und ist auch logisch, wenn Ärzte uns so etwas immer wieder erzählen. Man tendiert dann dazu, dass man den Ärzten vertraut und es hört sich ja auch nach einer super Lösung an, dass man seine Probleme einfach durch die Einnahme einer Pille in den Griff bekommt.

Ich denke, du bist definitiv auf dem richtigen Weg, auch wenn es derzeit ein sehr beschwerlicher ist.
Lass dich nicht unterkriegen!

Liebe Grüße,
Cat
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Dio_Joestar
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Donnerstag, 31.10.19, 13:34

Hallo Carlotta und Cat,

ich wollte euch schon früher antworten, war aber dazu bis jetzt nicht wirklich imstande.
Mir geht es heute etwas besser, werde aber immer noch von Neuroemotionen und in der Nacht von komischen Träumen geplagt. Dazu kommt im Moment eine allgemeine körperliche Schwäche mit starken Anspannungsgefühlen. Bin aber zuversichtlich dass sich das mit der Zeit auch legt.
carlotta hat geschrieben:
Dienstag, 29.10.19, 14:21
Du weißt ja sicher, dass die Theorie vom "biochemischen Ungleichgewicht" sich als wissenschaftlich nicht haltbar herausgestellt hat? Es handelt sich dabei um ein reines Marketing-Instrument der Pharmaindustrie, dem Behandler und Betroffene zu Abertausenden auf den Leim gingen (und leider noch gehen).
Ich weiß jetzt dass diese Theorie wissenschaftlich nicht haltbar ist, habe es aber leider damals nicht gewusst.

Dieses Marketing wird leider auch noch von recht vielen Menschen unterstützt, so gibt es zB. auf YouTube eine beachtliche Anzahl von Videos in denen Menschen darüber berichten wie toll doch Antidepressiva wirken und dass nichts verwerfliches darin bestehe, sie zu nehmen weil es für depressive quasi wie Insulin für Diabetiker sei.
Habe auch schon Berichte von Schauspielern und anderen prominenten Menschen in den USA gelesen, die betonen dass es völlig ok sei Antidepressiva zu nehmen weil man nichts dafür kann, wenn man mit so einem Ungleichgewicht im Gehirn geboren ist.


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 31.10.19, 14:31

Hallo Dio,

das ist mir auch schon aufgefallen, dass viele praktisch Werbung für AD machen.
Ich weiß nicht, ob da nur Marketing der Hersteller dahinter steckt. Ich denke vielen geht es auch darum, der Gesellschaft bewusst zu machen, dass psychische Probleme Krankheiten sind, die man behandeln muss. Das stimmt ja grundsätzlich auch, aber AD sind halt nicht der beste Weg.
Ich finde es ja an sich positiv, dass mehr Menschen darüber sprechen, dass sie psychische Probleme oder Krankheiten haben und das nicht mehr so tabuisiert wird. Aber das Problem dabei ist, dass die AD als "Wundermittel" propagiert werden und das sind sie definitiv nicht. Sie sind - im Moment noch - das einzig "erprobte" Mittel gegen Depressionen und andere psychische Krankheiten. Nur werden sie einerseits viel zu schnell bei leichten depressiven Verstimmungen verschrieben (frei nach dem Motto "Hilft es nicht, schadet es nicht" - was aber Blödsinn ist, weil der Schaden enorm sein kann, spätestens beim Absetzen) und sie werden auch viel zu oft dauerhaft verschrieben, obwohl sie keinerlei Nutzen zeigen.
Viele Probleme und Krankheiten wären wohl mit Psychotherapie besser zu behandeln, aber diese ist (für die Krankenkassen) teurer und viele ziehen auch Medikamente vor, weil es sich "einfacher" anhört, mit der Einnahme einer Pille die Probleme zu beseitigen. Leider ein Trugschluss und am Ende hängt man dann oft beim Absetzen fest.
Ich habe mich letztens einmal eingelesen, was es für Ansätze bei "therapieresistenten Depressionen" gibt. Wenn 2 verschiedene AD nicht wirken, dann gibt es noch die Alternative "Ketamintherapie", "Überdosierung der AD" und "Elektrokonvulsionstherapie" - nicht gerade erbaulich.
Leider ist die Schulmedizin hier noch nicht wirklich weiter und hat praktisch "nur" die oft schlecht wirkenden AD zur Hand. Und es wird sich von Seiten vieler Ärzte viel zu wenig mit Langzeitproblemen, Nebenwirkungen und vor allem Absetzproblemen beschäftigt. Deshalb haben auch so viele Menschen massive Schwierigkeiten von dem Zeug wieder weg zu kommen.

Alles in allem ein Teufelskreis, in dem vor allem die Patienten (teilweise auch die Ärzte, manche aus Unwissenheit, manche aus Ignoranz und manche aufgrund dem noch nicht weiter fortgeschrittenen Stand der Wissenschaft) festsitzen.

Aus meiner Sicht wäre wünschenswert, dass PP nicht so rasch und ohne Risiko-Nutzen-Abwägung verschrieben werden. Und wenn sie verschrieben werden, sollten die Patienten auch vernünftig beim Ausschleichen begleitet werden und die Medikamente auch in entsprechenden Dosierungen angeboten werden. Das würde schon mal viele Probleme beheben...

Sorry, jetzt hab ich dich da mit meiner persönlichen Meinung von PP in deinem Thread zugetextet :D

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Cat
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Dio_Joestar
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Donnerstag, 31.10.19, 18:20

Hallo Cat,
Sorry, jetzt hab ich dich da mit meiner persönlichen Meinung von PP in deinem Thread zugetextet :D
Kein Problem :D ich kann dir bei allem nur zustimmen.
Aus meiner Sicht wäre wünschenswert, dass PP nicht so rasch und ohne Risiko-Nutzen-Abwägung verschrieben werden
Ja finde ich auch, PP werden einfach zu schnell verschrieben und die Ärzte erzählen einem meistens nicht wie schwer das Absetzen sein kann oder welche Nebenwirkungen auftreten können.

Meine Mutter hat mir erzählt dass sie wegen Stress in der Arbeit und privaten Sorgen vor kurzem beim Hausarzt war und einfach um ein leichtes Beruhigungsmittel gebeten hat und der Arzt hat ihr Alprazolam verschrieben. Ich habe ihr gesagt dass das ein Benzo ist und man es nur in den schwersten Notfällen nehmen soll, weil die Gefahr der Abhängigkeit groß ist. Finde es irgendwie etwas unverantwortlich vom Arzt meiner Mutter gegenüber, die noch nie Panikattacken oder so hatte, gleich so schweres Zeug zu
verschreiben :frust:
Ich habe mich letztens einmal eingelesen, was es für Ansätze bei "therapieresistenten Depressionen" gibt. Wenn 2 verschiedene AD nicht wirken, dann gibt es noch die Alternative "Ketamintherapie", "Überdosierung der AD" und "Elektrokonvulsionstherapie" - nicht gerade erbaulich.
Das klingt etwas heftig. Meint man damit, dass man dem Patienten einfach ne Überdosis AD gibt in der Hoffnung dass die Depression verschwindet? :shock:


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Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Straycat » Freitag, 01.11.19, 18:38

Hallo Dio,
Dio_Joestar hat geschrieben:
Donnerstag, 31.10.19, 18:20
Meine Mutter hat mir erzählt dass sie wegen Stress in der Arbeit und privaten Sorgen vor kurzem beim Hausarzt war und einfach um ein leichtes Beruhigungsmittel gebeten hat und der Arzt hat ihr Alprazolam verschrieben. Ich habe ihr gesagt dass das ein Benzo ist und man es nur in den schwersten Notfällen nehmen soll, weil die Gefahr der Abhängigkeit groß ist. Finde es irgendwie etwas unverantwortlich vom Arzt meiner Mutter gegenüber, die noch nie Panikattacken oder so hatte, gleich so schweres Zeug zu
verschreiben :frust:
Ja von solchen Geschichten kenne ich auch mittlerweile unzählige.
Eine Freundin von mir konnte wegen Liebeskummer einmal einige Wochen schlecht schlafen - logisch, man ist am Boden zerstört und denkt, die Welt hör auf sich zu drehen. Aber da hat ihr der Hausarzt allen Ernstes auch Alprazolam verschrieben. Und nicht einmal darauf hingewiesen, dass sie das keinesfalls mit Alkohol kombinieren sollte. Finde so etwas unverantwortlich!

PP werden so oft einfach mal zur Steigerung des Wohlbefindens verschrieben. Und das ist wirklich nicht Sinn der Sache. Ich sehe es ein, wenn jemand schwer depressiv ist oder gar Suizidgedanken hat. Dass man es da mal mit PP versucht, kann ich noch nachvollziehen. Aber bei leichten Depressionen oder gar einfach schwierigen Situationen im Leben einfach mal PP verschreiben - das sollte wirklich nicht sein!
Dio_Joestar hat geschrieben:
Donnerstag, 31.10.19, 18:20
Ich habe mich letztens einmal eingelesen, was es für Ansätze bei "therapieresistenten Depressionen" gibt. Wenn 2 verschiedene AD nicht wirken, dann gibt es noch die Alternative "Ketamintherapie", "Überdosierung der AD" und "Elektrokonvulsionstherapie" - nicht gerade erbaulich.
Das klingt etwas heftig. Meint man damit, dass man dem Patienten einfach ne Überdosis AD gibt in der Hoffnung dass die Depression verschwindet? :shock:
So wie ich das gelesen habe, gibt man den Patienten dann dauerhaft höhere Dosierungen als empfohlen. Als letzte Möglichkeit wird das scheinbar angewandt. Ich frage mich nur, was sich von einer solchen Vorgangsweise versprochen wird?
Aber auch Ketamin und EKT wären für mich definitiv keine Option. Da lebe ich lieber mit meinen Depressionen.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nur mittelschwere Depressionen habe (früher hatte ich auch stärkere Episoden). Ich kann also verstehen, dass jemand der dauerhaft schwere Depressionen hat, so etwas als letzten Ausweg versucht.

Wie geht es deiner Mutter jetzt? Hat sie das Benzo genommen? Ich würde es an ihrer Stelle vielleicht mal mit Passionsblumen- oder Baldrianpräparaten versuchen. Und auch diverse Entspannungstechniken, wie Atemübungen, autogenes Training und Co können bei Stressüberlastung wirklich gut helfen.

Liebe Grüße,
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Samstag, 02.11.19, 17:47

Hallo Cat,
Straycat hat geschrieben:
Freitag, 01.11.19, 18:38
Wie geht es deiner Mutter jetzt? Hat sie das Benzo genommen? Ich würde es an ihrer Stelle vielleicht mal mit Passionsblumen- oder Baldrianpräparaten versuchen. Und auch diverse Entspannungstechniken, wie Atemübungen, autogenes Training und Co können bei Stressüberlastung wirklich gut helfen.
Meiner Mutter geht es schon etwas besser, allerdings hat sich noch immer mit Sorgen zu kämpfen. Das Benzo hat sie nur einmal genommen, aber es hat ihr überhaupt nicht geholfen, nur etwas benommen gemacht und seitdem nimmt sie es nicht mehr. Habe ihr auch schon nahegelegt so ein Passionsblumen bzw. Baldrianpräparat zu holen, die sind wirklich echt super, habe mich vor kurzem in der Apotheke beraten lassen und so ein Nervenruh forte gekauft, da sind Baldrian - Passionsblume und Hopfen drin, wirkt echt gut :)
Straycat hat geschrieben:
Freitag, 01.11.19, 18:38
So wie ich das gelesen habe, gibt man den Patienten dann dauerhaft höhere Dosierungen als empfohlen. Als letzte Möglichkeit wird das scheinbar angewandt. Ich frage mich nur, was sich von einer solchen Vorgangsweise versprochen wird?
Aber auch Ketamin und EKT wären für mich definitiv keine Option. Da lebe ich lieber mit meinen Depressionen.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nur mittelschwere Depressionen habe (früher hatte ich auch stärkere Episoden). Ich kann also verstehen, dass jemand der dauerhaft schwere Depressionen hat, so etwas als letzten Ausweg versucht.
Ich verstehe was du meinst, Ketamintherapie würde ich auch niemals einwilligen und EKT schon gar nicht, dass erinnert mich zu stark an die Methoden der frühen Psychiatrie.

Soweit ich weiß können aber auch Mängel von Vitaminen, wie zB. B Vitaminen, Symptome auslösen, die einer psychischen Krankheit ähneln. Wäre echt gut wenn die Psychiater zuerst auf alle Mängel untersuchen und erst dann PP verschreiben bzw. erst danach in Erwägung ziehen.



Heute habe ich leider wieder verstärkt mit Neuroemotionen und starken Gefühlen zu kämpfen, die ich so von mir nicht kenne. Den ganzen Nachmittag war ich zuerst ängstlich, angespannt und dann unglaublich wütend. Extrem :censored:
Dabei habe ich überhaupt keinen Grund wütend zu sein, habe einfach seit langem wieder etwas gelesen, danach im Internet gesurft und plötzlich überkamen mich diese unglaublich starken Gefühle. Bin spazieren gegangen und es besserte sich etwas.

Von allen Symptomen die ich bis jetzt hatte belasten mich diese Neuroemotionen am meisten :vomit:


Liebe Grüße,
Dio
Ursprüngliche Symptome: Sommer 2018, Panikattacken und Angstzustände.

06. 2018 - 01. 2019 Cipralex 10mg

Kalt abgesetzt, starke Absetzsymptome

05. 2019 persönliche Krise/Stress; Arzt empfiehlt wieder Cipralex

06. 2019 - 09. 2019 Cipralex 5mg

bekomme nach einiger Zeit eine paradoxe Reaktion, starker Hautausschlag, extreme innere Unruhe, Herzrasen und lande schließlich 2x in der Notaufnahme

wieder kalt abgesetzt, Hautausschlag und innere Unruhe verschwinden, typische Absetzsymptome kommen, versuch 2,5mg einzuschleichen scheitert da Dosis zu hoch

Im Forum wird mir geraten 0,2mg einzuschleichen


Nahrungsergänzungsmittel die ich nehme: Magnesium 300mg, Fischöl 1g

Bei Bedarf Baldrian Tropfen, Nervenruh forte

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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Mittwoch, 06.11.19, 15:14

Hallo,

wollte mal wieder ein kleines Update geben wie es mir gerade geht.

Gestern Abend hatte ich ein kleines Fenster. Mir ging es ziemlich gut und ich spürte seit langem wieder richtige Freude. Allerdings dauerte dieser Zustand leider nicht lange an.
Aber zum Glück sind meine Neuroemotionen weg :D

Heute habe ich wieder eine Reihe an neuen Symptomen. Mein Blick ist irgendwie extrem fokusiert, ich sehe alles extrem scharf und bin total ängstlich, spüre so eine innere Kälte und mir ist total übel. Kann mich irgendwie überhaupt nicht stabilisieren :(


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von padma » Mittwoch, 06.11.19, 18:52

hallo Dio, :)

dieser Wechsel von Symptomen ist völlig normal.
Schön, dass du ein kleines Fenster hattest. :D

Es wird, es braucht halt seine Zeit.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Samstag, 09.11.19, 12:32

Hallo padma :)

Ich erlebe jetzt immer häufiger so kleine Fenster :D

Allerdings ändern sich meine Symptome zurzeit auch am häufigsten. Im Moment quälen mich wiederkehrende und aufdrängende Erinnerungen und ich kann nichts dagegen machen.

Es fühlt sich irgendwie an, als ob mein Gehirn im Moment total spinnt und die ganze Zeit diese alten Erinnerungen abruft :o


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Annanas » Samstag, 09.11.19, 12:40

Hallo Dio :) ,
Dio_Joestar hat geschrieben:
Samstag, 09.11.19, 12:32
Ich erlebe jetzt immer häufiger so kleine Fenster
Das ist schön zu lesen u freut mich für dich.
Dio_Joestar hat geschrieben:
Samstag, 09.11.19, 12:32
Im Moment quälen mich wiederkehrende und aufdrängende Erinnerungen und ich kann nichts dagegen machen.
Es fühlt sich irgendwie an, als ob mein Gehirn im Moment total spinnt und die ganze Zeit diese alten Erinnerungen abruft
Davon wird hier öfter berichtet, ich hatte während des Absetzprozesses auch so eine Phase.
Das zeigt, daß im ZNS stark gearbeitet wird.

Laß' dich dadurch nicht beunruhigen, Gedanken weiterziehen lassen u/o Dinge, die ggf noch einer Aufarbeitung bedürfen, evtl für später vormerken.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Montag, 11.11.19, 15:19

Hallo Anna :)

Tut gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin der dieses Symptom erlebt.

Im Moment geht es mir leider nicht wirklich gut, ich stehe wegen persönlichen Problemen unter starker Anspannung die meine Symptome zusätzlich triggert. Ist kaum auszuhalten im Moment.
Ist bei mir so als ob ich nach einer Auszeit wieder voll ins Leben zurück geworfen worden bin und die ganzen alltäglichen Probleme mich einfach zu stark überfordern.

Versuche mich abzulenken und mir Ruhe zu gönnen, aber leider funktioniert dass im Moment nicht wirklich :(


Liebe Grüße,
Dio
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Annanas » Montag, 11.11.19, 15:37

Hallo Dio :) ,
Dio_Joestar hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 15:19
Im Moment geht es mir leider nicht wirklich gut, ich stehe wegen persönlichen Problemen unter starker Anspannung die meine Symptome zusätzlich triggert. Ist kaum auszuhalten im Moment.
Das kann ich nachvollziehen u viele Foris sicher auch - Stress in jeder Form kann Absetzsymptome unheimlich verstärken.
Kannst du für die Probleme eine Lösung finden?
Bei manchen Dingen ist das ja sehr schwer, wäre aber sicher sehr wichtig, damit du wieder zur Ruhe kommst u die Symptomatik sich wieder abmildert.
Dio_Joestar hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 15:19
Ist bei mir so als ob ich nach einer Auszeit wieder voll ins Leben zurück geworfen worden bin und die ganzen alltäglichen Probleme mich einfach zu stark überfordern.
Durch das Absetzen ist der Filter weg, was erstmal wirklich zur Reizüberforderung führen u sehr unangenehm sein kann - milde ausgedrückt.
Ich habe, trotz langer Absetzpause, auch derartige Phasen.

Aber letztendlich kommt man sich auch wieder lebendiger vor, die mit AD-Einnahme oft einhergehende Gefühlsverflachung nimmt ab.
Das kann einen aber auch erstmal umwerfen.
Dio_Joestar hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 15:19
Versuche mich abzulenken und mir Ruhe zu gönnen, aber leider funktioniert dass im Moment nicht wirklich
Wenn du zusätzlich noch mit belastenden Problemen zu kämpfen hast, wird das auch schwierig sein.

Ich wünsche dir, daß sich dafür eine Lösung abzeichnet, dann wird es dir bestimmt auch etwas besser gehen.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Re: Dio_Joestar: Cipralex (Escitalopram) Wahnsinn

Beitrag von Dio_Joestar » Montag, 11.11.19, 21:31

Hallo Anna :) ,
Annanas hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 15:37
Durch das Absetzen ist der Filter weg, was erstmal wirklich zur Reizüberforderung führen u sehr unangenehm sein kann - milde ausgedrückt.
Ich habe, trotz langer Absetzpause, auch derartige Phasen.

Aber letztendlich kommt man sich auch wieder lebendiger vor, die mit AD-Einnahme oft einhergehende Gefühlsverflachung nimmt ab.
Das kann einen aber auch erstmal umwerfen.
Ich komme mir wirklich viel lebendiger vor als noch zB. vor ein paar Wochen, aber diese Reizüberflutung ist wirklich nicht toll. Es fühlt sich echt so an, als ob meinem Gehirn zurzeit ein Filter fehlt und ich alle Sinneseindrücke voll abbekomme. Muss wohl wieder lernen auf natürliche Weise mit meinen Gefühlen und vor allem Erinnerungen umzugehen.

Die letzten Tage haben mich etwas umgehauen, da bei mir diese Erinnerungen und mit ihnen auch längst vergessene Gefühle wieder zum Vorschein gekommen sind.
Annanas hat geschrieben:
Montag, 11.11.19, 15:37
Kannst du für die Probleme eine Lösung finden?
Bei manchen Dingen ist das ja sehr schwer, wäre aber sicher sehr wichtig, damit du wieder zur Ruhe kommst u die Symptomatik sich wieder abmildert.
Einige Probleme kann ich lösen, auch wenn es viel Kraft kosten wird, aber wie du schon sagtest ist es wohl besser sie schnell zu lösen, damit sich die Symptomatik etwas abmildert und ich wieder meine Ruhe haben kann.


Liebe Grüße,
Dio
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