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Tinamarie: Lorazepam abhängig?

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Tinamarie
Beiträge: 1
Registriert: Montag, 21.10.19, 18:37

Tinamarie: Lorazepam abhängig?

Beitrag von Tinamarie » Montag, 21.10.19, 19:19

Hallo liebe Mitglieder.

Ich bin Tinamarie, 39Jahre alt. Ich leide unter Depressionen und Panik Attacken. Ich habe eine ganze Zeit Andidepressiva genommen. Nach meiner Therapie habe ich die "erfolgreich" abgesetzt. Zwei Jahre später fingen meine panikattacken wieder wie aus dem Nichts an. Bin zur Neurologin, bekam immer mal wieder fluspi gespritzt. Zusätzlich bekam ich promethazin 100mg, die ich im Notfall nehme sollte. Andidepressiva habe ich wieder versucht, habe einige durch probiert, keins hab ich so recht vertragen.

Da fing ich an zu trinken..... Bin dann zur Suchtberatung, weil ich meinen Alkohol Konsum für zu hoch empfand. Ich machte eine Entwoehnungs Langzeit Therapie. Ohne Alkohol Entgiftung vorher. Das hielt alles nicht lang an.... Ich trank wieder nach der Therapie. So habe ich mich dann selbst in eine Klinik begeben, um mich einer Entgiftung vom alkohol zu stellen. Dort bekam ich das erste Mal tavor. Vier Tage lange, ich glaub täglich waren es 4mg.Danach wurde es erprupt weg gelassen. Ich nach drei Wochen aus der Klinik raus... Dauerte nicht lange und meine panikattacken kamen wieder.

Ich fing wieder an mit trinken. Und damit ich die entzugserscheinungen aushalten konnte, ließ ich mir tavor vom Hausarzt verschreiben. Das war im Juni. Immer mal wenns mir schlecht ging, nahm ich tavor. 1mg am Tag, manchmal auch 1.5mg.Dann mal wieder eine Woche garnicht. Meistens wenn ich trank, nahm ich keine tavor. Jetzt ist es so.... Mein Hausarzt hat mir immer wieder tavor verschrieben, weil ich solche Panik Attacken hatte. Ich wusste nicht, ist es vom alkohol entzug oder sinds die Panikattacken.

Vorletzten Samstag hab ich ganz viel Alkohol getrunken. Ich konnte nicht schlafen, das Herz raste.... Ich hatte seit sieben Tagen kein tavor genommen. Bin Montag zum Arzt gegangen. Erzählte ihm alles. Er verschrieb mir lorazepam fürn alkohol entzug. Den hab ich diesmal allein geschafft mit lorazepam. Nahm zwei Tage 2mg.Dann ließ ich es wieder weg, nahm promethazin.... Doch die Attacken wurden immer schlimmer. Nach sechs Tagen müsste der alkohol entzug ja durch sein.

Nun hab ich Angst, daß ich tavor /lorazepam abhängig bin. Ich nehm jetz jeden Tag früh nur noch 0.5mg lorazepam. Und abends 50mg promethazin. Arzt meinte ich soll eine Woche jetzt 0.5mg lorazepam nehmen und dann mal zwei Tage aussetzen... Orr sorry für den langen Text. Fazit :Seit Juni bis jetzt drei Packungen tavor /lorazepam a 20 Stück, 1mg genommen. Ich bin jetz bissel durcheinander... Wie kann ich das allein ausschleichen?
Zuletzt geändert von padma am Montag, 21.10.19, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Benutzernamen ergänzt; Abschnitte der besseren Lesbarkeit wegen eingefügt
Hallo liebe Mitglieder!
Ich nehme diese Woche 0.5mg lorazepam. Komme bis jetzt gut zurecht, mir ist etwas komisch, schlafe schlecht, aber die Panikattacken halten sich in Grenzen. Ab Samstag werd ich dann noch einmal mit der Wassermethode noch mal um 10%runter.

Lg Tinamarie

Clarissa
Beiträge: 3164
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Tinamarie: Lorazepam abhängig?

Beitrag von Clarissa » Montag, 21.10.19, 20:34

Hallo, liebeTinamarie,

willkommen im Forum.

Was sind denn die Ursachen Deiner Depressionen/Panikattacken, was meinst Du? Denn damit müßtest Du Dich ja beschäftigen und einen anderen Ausweg finden als Psychopharmaka oder Alkohol. Sonst gelingt ein Entzug nicht nachhaltig. Vom Absetzen allein wird Dein Leben ja nicht anders.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und einen erfolgreichen Austausch im Forum.

Alles Gute und VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

FineFinchen
Teamunterstützung
Beiträge: 2294
Registriert: Mittwoch, 08.04.15, 17:34

Re: Tinamarie: Lorazepam abhängig?

Beitrag von FineFinchen » Montag, 21.10.19, 20:41

Hallo Tinamarie,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.



Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
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Tinamarie
Beiträge: 1
Registriert: Montag, 21.10.19, 18:37

Lorazepam wie ausschleichen

Beitrag von Tinamarie » Dienstag, 22.10.19, 6:22

Guten Morgen. Ich nehme seit Juni diesen Jahres tavor/lorazepam. 1mg.An schlimmen Tagen wenn ich Panik Attacken habe früh 1mg, abends 0,5mg manchmal wenn es mir gut geht, nehme ich sie nicht, nehm dann 50mg promethazin. Jetzt will ich aber weg vom lorazepam. Die Neurologin sagte mir sofort weg lassen und dafür drei mal 50mg promethazin am Tag. Hab ich letzte Woche gemacht. Für zwei Tage gings gut. Bin dann zu meinem Hausarzt, der sagte ich soll lorazepam langsam runter dosieren. Ich soll auf 0.5mg lorazepam gehen, eine Woche lang.... Dann immer ein Tag auslassen. Irgendwie hab ich das Gefühl, das weder die Neurologin, noch der Hausarzt mir nicht in der Lage sind zu helfen. Richtig zu helfen. Ich hab schon hier im forum viel gelesen. Vielleicht steiger ich mich auch nur so rein und die Panikattacken kommen davon. Vielleicht hat jemand Rat für mich.
Hallo liebe Mitglieder!
Ich nehme diese Woche 0.5mg lorazepam. Komme bis jetzt gut zurecht, mir ist etwas komisch, schlafe schlecht, aber die Panikattacken halten sich in Grenzen. Ab Samstag werd ich dann noch einmal mit der Wassermethode noch mal um 10%runter.

Lg Tinamarie

Kaenguru
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Re: Tinamarie: Lorazepam abhängig?

Beitrag von Kaenguru » Dienstag, 22.10.19, 8:54

Hallo Tinamarie :) ,

Was ist den vorgefallen, weswegen du wieder Panikattacken bekommen hast? Die kommen nicht einfach so, es gibt immer Gründe, aber dessen ist man sich nicht immer bewusst. Ich möchte nicht neugierig sein und du musst auch nicht antworten, aber für einen Entzug ist es immens wichtig, dass man an den Gründen für die Einnahme arbeitet.

Ich habe ähnliches schon durchgemacht, seit vielen Jahren leide ich an Ängsten und Depressionen. Durch den Benzo-ENtzug letztes Jahr, war ich gezwungen meine Probleme anders anzugehen, als immer zu einer Tablette zu greifen.
Viele Recherchen im Internet und durch dieses Forum konnte ich einen für mich (persönlich) hilfreichen Weg finden.

Aber nun zu deiner Frage.
Auch bei einer spordadischen Einnahme und auch bei einer Einnahme die erst `wenige`Monate durchgeführt wird, sind die meisten Menschen abhängig und man muss sanft ausschleichen.
Wir empfehlen im Forum die 10 % Regel alle 2-4 Wochen. Dazu raten wir den meisten Usern vor auf Diazepam umzustellen, da dies einen längere Halbwertszeit hat und man es besser ausschleichen kann.
Hast du dich schon im Forum belesen?

Wusstest du, dass Alkohol und Benzodiazepine an den gleichen Rezeptor binden (an andere Bindungstellen) und sich sogar gegenseitig verstärken? Ersetzt man das eine mit dem anderen hat man also den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.
Es ist toll, dass du von dem Alkohol weg bist, dafür hast du jetzt eine Abhängigkeit von Lorazepam.

Mein Vorschlag wäre, dass du bei täglicher Einnahme auf 0,8 mg Lorazepam mit der Wasserlösemethode reduzierst und schaust, ob du damit zurecht kommst. Dies sind einmalig 20%, da du ja noch nicht so lange das Lorazepam nimmst, könnte man es am Anfang riskieren.
Je nachem, wie gut es dir dabei geht, reduzierst du nach 2 Wochen immer 10 %. Dabei darf es keine Ausnahmen mehr geben, also egal was passiert, keine extra Einnahmen.

Wenn dieses Reduzieren nicht gelingt, müsstest du dir einen kooperierenden Arzt suchen, der dir Diazepam verordnet, worauf du dann umstellst und dann einen etwas leichteren Ausstieg aus der Abhängigkeit findest.

Ich möchte nochmal betonen, wie wichtig es ist, dass du lernst einen anderen Weg zu finden, deinen Panikattacken zu begegnen, sonst ist die ganze Reduktion zum Scheitern verurteilt, dann wirst du rasch rückfällig.

Hier geht es zur Wasserlösemethode
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... de#p237547

Tipps bei Angst
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=11591

Ein Benzo-Entzug ist nicht einfach, aber machbar. Man muss stark sein und die entstehenden Symptome in Kauf nehmen und vor allem an der Grunderkrankung arbeiten. Mit Hilfe des Forums haben schon viele den Entzug geschafft.
Bitte lies dich in die bereitgestellten Informationen ein und erstelle eine Signatur.

Viele Grüße :hug:
Sarah
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Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null
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