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Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

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Radio-Harry
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Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Mittwoch, 23.10.19, 23:30

Guten Abend.

Ich möchte mich kurz vorstellen bevor ich zu meinem Anliegen kommen kann. Mein Name habe ich mit Radio-Harry angegeben und der Geund warum ich mich hier angemeldet habe, ist folgender:

Eine (sehr) gute :hug: Bekannte (53J.) ist seit Ostern 2019 in einer psychatrischen Klinik und leidet Höllenqualen. Aber von Anfang an.
Zu Ostern sah sie sich gezwungen durch ihr soziales Umfeld, sich selbst in die Klinik eizuweisen (Endweder du gehst in die Klinik oder du fliegst raus!).

Die Ärzte stellten eine Psychose fest (wie?) und haben sie mit der großen chemischen Keule behandelt. Was die Anfangsmedikation war weiß ich nicht, aber es sollte dann für die nächsten 2 Jahre Risperidon sein! Sie bekam also das Depot Mittel Risperdal consta 37,5mg und drei Wochen lang täglich Risperidon 4mg. (Das habe ich im Beipackzettel oder im Netz so gelesen, ist wohl üblich). Natürlich bekam sie fast alle Nebenwirkungen des Beipackzettels. Den hat sie bis heute nicht gelesen und ich hoffe sie bekommt ihn nie zu Gesicht. Besonders der Kopfdruck, das Neben-sich-stehen und die Antriebslosigkeit machten ihr sehr zu schaffen. Es ging nichts mehr! Vieleicht 4-5 Monat versuchte sie ihrem Arzt die Unerträglichkeit der Wirkung glaubhaft zu machen und um eine andere Behandlung zu bitten. Das blieb ungehört! ( :frust: na klar, andere Patienten haben auch Nebenwirkungen und halten das aus, so schlimm ist das nicht...)
Dann war ein anderer Arzt als Vertretung auf der Station und als meine Bekannte dort nach einer Änderung der Therapie fragte, er sich alles genau anhörte, wollte er das Risperdal durch Abilify ersetzen, das nimmt angeblich nicht so die Antriebskraft...

Gleich am nächsten Tag zusätzlich noch Abilify dazu, das Depot war noch aktiv...
Ging garnicht. Am nächsten Tag kein Abilify mehr! Test Ende.

Zwei Wochen später (immernoch der Vertretungsarzt) vor der nächsten Risp.consta Injektion noch mal den Arzt gefragt wegen einer Reduzierung der Dosis. Die Nebenwirkungen waren immernoch da und immernoch UN-erträglich. Der Arzt entschied dann das Mittel ganz wegzulassen. Also keine Spritze Risperdal consta! Ein Erfolg?
Da dieses Depot erst nach drei Wochen im Körper beginnt zu wirken, alle zwei Wochen gespritzt wird, sollte rein rechnerisch 5 Wochen nach der letzten Spritze aller Wirkstoff verbraucht sein. Wenn Der Mensch eine Präzisionsmaschine wäre, ja - im richtigen Leben auch? Keine Ahnung...
Jedenfalls war mir zu diesem Zeitpunkt schon bekannt, das man diese Art Medikamente am Besten ausschleicht über einen langen Zeitraum. Ein kalter Entzug, wie bei meiner Bekannten sehr risikoreich ist. Die Ärzte wissen das scheinbar nicht :frust: ! Gleichzeitig wurde Sertralin von 50 auf 100mg hochgesetzt.

Die erste Woche änderte sich nichts...
Dann ging es ihr langsam etwas besser...
Hielt leider nicht lange an, der Zustand.
Seit ca 7-10 Tagen wird es wieder schlimmer, Kopfdruck, Neben-sich-stehen, Kann nichts mit sich anfangen sind nur ein paar der schlimmeren Symptome.

Meine Hoffnung ist, das sich das Risperdal consta praktisch selbst (durch seine Wirkweise) ausschleicht und somit die Entzugssymtome bald verabschieden... (die Hoffnung stirbt zuletzt)

Seit Dienstag sind fünf Wochen um. Es wird wieder schlimmer...

Desweitern ist ihr soziales Umfeld (was schon vorher nicht hilfreich war und wahrscheinlich auch schon der Auslöser der Psychose war -meine persönliche Wahrnehmung) weggebrochen. Sie ist ganz allein, 500km von mir weg. Noch in der Klinik, soll bald (diese oder nächste Woche) entlassen werden. In ein leeres Zuhause, voll schlechter Erinnerungen... Eine ihrer allgemeinen Ängste war immer, allein zu sein. Das war aber ganz normal, nichts krankhaftes, wer ist schon gern allein? Nur jetzt ist das ganz schlecht zu brauchen.

Was ich mir hier erhoffe:
Ratschläge, oder Anregungen oder Zeitrahmen wie lange sie es noch ertragen muss oder irgend etwas Positives, womit ich (besser alle die das hier lesen und antworten!) dieser Freundin wieder aufbauen kann. Glaubt mir, sie ist jede Mühe wert.

Ich bedanke mich für das Lesen meines Textes und für das Nachdenken, welches dadurch geschieht. Mit Sicherheit sind in meinem Text viele Rechtschreib- und Grammatikfehler. Dafür bitte ich um Entschuldigung.

Vielen lieben Dank
Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

-Begin/Selbsteinweisung Ostern 2019
-4,5 Monate lang Risperidon --> Risperdal Consta 37,5mg
-Tavor als Bedarf
-Sertralin 50 (mg?)

vor 6 Wochen Versuch Risperdal Consta durch Abilify Tabletten zu ersetzen (paralelle Einnahme) nach einem Tag abgebrochen

-vor 5 Wochen letzte Spritze Risperdal Consta 37,5mg
-dazu Sertralin 100 (vorher 50) (mg?) keine Ahnung wann Ersteinnahme
-dazu Oxazepam 5mg
-und Zopiclon 3,75mg als Schlafmittel seit mindestens (?) 5 Wochen

seit 15.Nov. 2019
-4mg Risperdal wg. ärztlicher Verordnung gegen den Willen, durch Druck (sie fliegen sonst raus!)

seit 25.Nov. 2019
-kein Zopiclon mehr. Kalter Entzug. Kein Ersatz (?)

Jamie
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Re: Vorstellung Radio-Harry

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 24.10.19, 7:06

Hallo Harry, :)

es ist nett, dass du dich um deine Bekannte bemühst. :)

In der Tat kann man davon ausgehen, dass sich das Risperidondepot irgendwann abbaut, und zwar von selber und sukzessive, das ändert dann aber nichts daran, dass ein ZNS, das monatelang mit Risperidon konstant geflutet wurde, plötzlich sehr schnell ohne Wirkstoff da steht, was sehr problematisch sein kann, Stichpunkt Entzug.
Und wenn Psychosen im Spiel waren, kann das, wenn es doof läuft, auch in einer Entzugspsychose münden.

Wir erwähnen daher immer, dass es die Möglichkeit gibt, unretardiertes Risperidon niedrig dosiert weiter zu nehmen und das dann zuhause im eigenen Tempo sanft, über einige Monate (oder so laneg es eben braucht) auszuschleichen. Das wäre das sicherste Vorgehen.

Wenn Risperidon ein NoGo ist, kann man die Abfederung u.U. auch mit Abilify vornehmen, aber das ist heikel und sollte nur eine Notoption sein. Das Gehirn ist abhängig von Risperidon und eben nicht von Abilify, deswegen ist das Operieren mit Ersatzsubstanzen schwierig.

Wenn deine Bekannte demnächst nach Hause kommt, wäre ein unterstützendes Umfeld hilfreich.
Hat sie einen Therapeuten, der sie begleiten kann? Ärzte, die sie unterstützen?
Ein kooperierender Hausarzt könnte für einige Wochen die sog. ambulante psychiatrische Krankenpflege verordnen.
Man müsste auch schauen, ob sie nicht ein dringender Fall für das ambulante betreute Wohnen wäre. Dies soll ermöglichen, das Menschen mit seelischen Störungen oder auch andere Kranke, zB Menschen mit Behinderungen, ihr eigenes Leben in ihrer eigenen Wohnung und Umfeld weiterführen können, aber sie bekommen Hilfe zB durch einen Sozialarbeiter, der sie beispielsweise beim Einkaufen begleiten kann, zu Ärzten oder Behörden begleiten kann usw.

Ansprechpartner sind hier die Landeswohlfahrtsverbände der einzelnen Bundesländer, aber auch private Träger. Bei Geldmangel und Notwendigkeit der Maßnahme, kann das Sozialamt die Kosten übernehmen.

Dies als erste Infos an dich

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 24.10.19, 7:30

Guten Morgen,
Danke Jamie für die schnelle Antwort. Ich werde mit ihr darüber reden. Mal sehen, wie es dann weitergeht.
Gruß Harry
Guten Tag,
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FineFinchen
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von FineFinchen » Donnerstag, 24.10.19, 8:06

Hallo Harry,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Ich verlinke Dir hier alle Grundlageninfos:

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße
Finchen
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.

- Konfuzius -
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Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 24.10.19, 8:18

Guten Morgen.
Danke Finchen. Ich werde mir Mühe geben und mich an alle Deine Hinweise halten.

Dankeschön,
Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

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Clarissa
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 24.10.19, 9:01

Hallo, Radio-Harry.

Wenn ich auch keine zündende Idee habe, was Deine Bekannte betrifft, so möchte ich Dir doch unbedingt meine Hochachtung für Dein Engagement aussprechen.

Was Deine Bekannte durchmachen muß, ist für mich der Alptraum schlechthin. Körperverletzung, finde ich.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

padma
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.10.19, 10:39

hallo Radio-Harry, :)

falls noch nicht geschehen sollte deine Bekannte sich von dem begleitenden Dienst der Klinik beraten lassen. Die können ihr u.a. sagen, was für ambulante Hilfsangebote es vor Ort gibt und an welche Anbieter sie sich wenden kann. Die zuständigem Behörden für Anträge sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Der begleitende Dienst kann evtl. dann auch schon Kontakte vermitteln.

Eine (nicht vollständige) Auflistung ambulanter Hilfen findest du hier: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=4&t=10823

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 24.10.19, 12:15

Guten Tag Clarissa, guten Tag padma,

Danke für Eure Worte und Informationen.

@Clarissa : Ich habe bereits stärkere Worte als "Körperverletzung" gefunden. Die wird aber niemand hören oder lesen, da ich befürchte mehr Schaden als Nutzen anzurichten.

Meine Bekannte habe ich heute noch nicht gesprochen, nur eine kurze Message gab es. Sie kam heute wieder nicht aus dem Bett und es geht ihr nicht gut. Sie muß sich zwingen aufzustehen. Das kann schonmal 2-3 h dauern. Mehr weiß ich noch nicht. Manchmal bessert es sich im Laufe des Tages, manchmal wird es schlechter. Es ist nicht in Worte zu fassen, was so ein bisschen Chemie aus ihr gemacht hat...

Danke fürs Lesen
Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

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Clarissa
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 24.10.19, 14:53

Hallo, Harry.

Natürlich will niemand die Wahrheit hören. Ich hatte damit auch keinen Erfolg.

Ich hoffe, Du kannst Deine Bekannte aus der Ferne dazu bewegen, sich ambulante Hilfen zu organisieren.

Alles Gute und VG von Clarissa.
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Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 28.11.19, 11:30

Hallo und guten Tag liebe Leser,

jetzt ist schon wieder ein Monat vorbei und meiner Bekannten geht es immer noch nicht besser. Ich habe sogar den Eindruck, daß es ihr immer schlechter geht. Sie ist noch in der Klinik. Nachdem ihr das Risperidon kalt entzogen wurde, ging es ihr eigentlich jeden Tag ein klein wenig besser. Dann setzte eine Stagnation ein und es änderte sich nichts mehr. Es blieb schwierig, die Nebenwirkungen waren da, die Psychose kam nicht wieder. Eigentlich hätte man nun nur weiter warten und beobachten müssen. Doch die Ärzte haben ihre eigenen Vorstellung... Sie bekam wieder Risperiodon, diesmal nicht als Consta sondern als Tropfen. Zwei Tage einschleichen. Dosis jetzt 4mg. Kurze Zeit (2Tage) später hatte sie wieder das volle Programm an Nebenwirkungen, wie starken Kopfdruck, extremes Nebensichstehen, Sitz- und Liegeunruhe, krampfende Füße usw. Gestern ist sie beim Aufstehen aus dem Bett hingefallen... Die Ärzte glauben ihr nicht. Es gibt nichts, was diese Ärzte veranlasst, mal nachzudenken. Äußerlich, sagt sie, sieht sie fit aus, kann sich artikulieren und macht einen guten Eindruck. Einen guten Eindruck konnte sie schon immer machen...
Ich weiß kaum noch weiter. Das Aufbauen durch Worte funktioniert nicht mehr...
Das war nur ein kleines Update für alle, die sich meinen Beitrag angesehen haben.
Danke für Eure Zeit.
Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 28.11.19, 11:47

Hallo, Radio-Harry.

Dein Bericht (viele Dank dafür) über die Bekannte erinnert mich fatal an meine Klinik-Zeit.

Die Ärzte glaubten mir auch überhaupt nicht, zumal ich mich artikulieren konnte und versuchte, mich zu pflegen. Dabei war es unaussprechlich, wie es mir wirklich ging.
Allerdings war ich nicht psychotisch.

Ich konnte mich befreien, indem ich mich der Klinik entzog und zu Hause allein weitermachte. Nachdem ich realisiert hatte: Psychopharmaka sind nicht die Lösung! Mit (etwas) Unterstützung eines einzigen Freundes quälte ich mich über die Runden bis zur langsamen Besserung.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa.
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Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

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Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 28.11.19, 12:04

Danke Clarissa für Deine Antwort.
Scheinbar ist das dann wohl leider so üblich. Herzlichen Glückwunsch an Dich, daß Du es soweit geschafft hast. Mein Respekt.

Meine Bekannte ist leider noch nicht soweit, sich dieser Folter zu entziehen. Ich hatte auch gehofft, das wenn der Leidensdruck nur groß genug ist, das sie selbst einsieht, was das Beste für sie ist. Ob sie je zu diesem Punkt kommt, ist für mich unklar. Wieviel kann ein Mensch ertragen?
Du hattest ja einen guten Freund, der ein wenig geholfen hat. Den hat meine Bekannte nicht. Sie hat jetzt garkein soziales Umfeld. Und ohne Hilfe schafft das wohl niemand. Ich bin 400Km weit weg und habe weder zeitlich noch finanziell die Mittel mich richtig um sie zu kümmern. Selbst wenn sie hier wäre... Fast ein Ding der Unmöglichkeit. (Ihre Eltern und der Bruder sind auf der Seite der Ärzte und würden jede "Gegenwehr" unmöglich machen.) Es sind soviele Teufelskreise, die ineinander greifen... Danke fürs Lesen.
Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 28.11.19, 12:40

Hallo, Harry.

Ich sehe das Dilemma.

Der Freund war einmal pro Woche oder so da und brachte mir Wasser und bissel was zu essen, also viel war da nicht.

Ansonsten zog ich mich vollkommen zurück, denn die Familie hätte mich stehenden Fußes wieder einweisen lassen. Aus Hilflosigkeit.

Finanziell war ich einigermaßen über Krankengeld abgesichert, ich hatte mit letzter Kraft dafür gesorgt, daß alles notdürftig läuft. Mußte auch deswegen aller paar Wochen zum Psychiater, lehnte dort alle Medikamente und psychiatrische Maßnahmen eisern ab. Dauernd war da die Angst vor Zwangseinweisung.

War schon megaschwer. Ich war aber immer sehr eigenständig und selbstverantwortlich, das kam mir zugute.

Alles Gute und VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 28.11.19, 12:56

Hallo Clarissa,
so wie ich das bei meiner Bekannten verstehe und sehe, könnte sie das erste halbe Jahr eigentlich keine Minute aus den Augen gelassen werden. Nicht das sie komische Dinge tun würde, sie hat einfach eine große Angst allein zu sein. Das war schon immer so. Und ihre Wohnung ist so voll von Erinnerungen, das sie es dort nur kurz aushält. Eine neue Wohnung suchen kriegt sie jetzt nicht hin. Ihr Mann nimmt sie nur zurück, wenn sie wieder funktioniert. (Scheidung läuft, er will auch nicht mehr...) Was für ein ....! :censored:
Mal sehen wie es weitergeht. Ich werde von Zeit zu Zeit berichten.
Danke.
Radio-Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

-Begin/Selbsteinweisung Ostern 2019
-4,5 Monate lang Risperidon --> Risperdal Consta 37,5mg
-Tavor als Bedarf
-Sertralin 50 (mg?)

vor 6 Wochen Versuch Risperdal Consta durch Abilify Tabletten zu ersetzen (paralelle Einnahme) nach einem Tag abgebrochen

-vor 5 Wochen letzte Spritze Risperdal Consta 37,5mg
-dazu Sertralin 100 (vorher 50) (mg?) keine Ahnung wann Ersteinnahme
-dazu Oxazepam 5mg
-und Zopiclon 3,75mg als Schlafmittel seit mindestens (?) 5 Wochen

seit 15.Nov. 2019
-4mg Risperdal wg. ärztlicher Verordnung gegen den Willen, durch Druck (sie fliegen sonst raus!)

seit 25.Nov. 2019
-kein Zopiclon mehr. Kalter Entzug. Kein Ersatz (?)

Clarissa
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 28.11.19, 16:11

Hallo, Radio-Harry.

Die Lage Deiner Bekannten ist mehr als bescheiden. Da fällt mir leider auch nichts ein :( .

Betroffene Grüße von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
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Leider nicht symptomfrei :( .

padma
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von padma » Donnerstag, 28.11.19, 18:32

hallo Radio-Harry, :)

das ist wirklich schlimm, was deiner Bekannten da widerfährt.
Ginge evtl. eine andere Klinik? Da müsste man jedoch vorab abklären, dass sie NL nicht verträgt und auch nicht möchte.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Donnerstag, 28.11.19, 19:09

Guten Abend padma,
danke für Deine Nachricht. Das habe ich ihr auch schon vorgeschlagen. Sie sagt, dann fängt alles nochmal an. Sie hat schon soviel Zeit verloren...
Gegen ihren Willen tue ich nichts! Auch das ich hier schreibe, ist mit ihr abgesprochen (der Wortlaut natürlich nicht). Eigentlich müsste sie einen Entzug von jedem einzelnen Medikament machen. Unter professioneller Aufsicht und stationär. Soetwas bieten meines Wissens nur Privatkliniken. Das kann sich doch der normale Mensch nie leisten. Abgesehen davon, sie war ja schon auf einem richtigen Weg... Doch sagt sie mir immer wieder, sie braucht Schutz (Medikamente die verhindern, das sie wieder in ein Psychose gerät) Wenn ich ihr sage, das es soetwas nicht gibt, glaubt sie mir nicht. Jetzt steht sie wieder total neben sich und kann ihre Umwelt nur schlecht wahrnehmen. ZB. keinen Geschmack, keinen Geruch und verstärktes Geräuschwahrnehmen, Kopf wie aufgeblasen und in Watte gewickelt. Ich habe ihr gesagt, das das der Schutz ist. Kann sie aber nicht von mir nehmen... Meine Meinung kennt sie auch: --Ein Schutz ist nur möglich durch sich selbst. Ich schütze mich auch und ziehe eben rechtzeitig die "Reissleine". Wenn sie das z.Z. nicht selbst kann, werden andere Menschen das für sie tun, entweder durch (liebevolle) Zuwendung, ihr Stress ersparen usw. oder (wie ihre Familie durch den Versuch einer Zwangseinweisung oder Nötigung zur Selbsteinweisung), wenn sie wieder ein schlechtes soziales Umfeld aufbaut.--
Das ist alles so kompliziert...
Danke fürs Lesen
Radio-Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

-Begin/Selbsteinweisung Ostern 2019
-4,5 Monate lang Risperidon --> Risperdal Consta 37,5mg
-Tavor als Bedarf
-Sertralin 50 (mg?)

vor 6 Wochen Versuch Risperdal Consta durch Abilify Tabletten zu ersetzen (paralelle Einnahme) nach einem Tag abgebrochen

-vor 5 Wochen letzte Spritze Risperdal Consta 37,5mg
-dazu Sertralin 100 (vorher 50) (mg?) keine Ahnung wann Ersteinnahme
-dazu Oxazepam 5mg
-und Zopiclon 3,75mg als Schlafmittel seit mindestens (?) 5 Wochen

seit 15.Nov. 2019
-4mg Risperdal wg. ärztlicher Verordnung gegen den Willen, durch Druck (sie fliegen sonst raus!)

seit 25.Nov. 2019
-kein Zopiclon mehr. Kalter Entzug. Kein Ersatz (?)

Philine
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Philine » Freitag, 29.11.19, 22:31

Hallo Harry,

du schätzt das schon ganz richtig ein, denke ich: man hätte abwarten müssen. So etwas geht in Kliniken aber auch aus Krankenkassengründen nicht. So wie ich das hier schon öfter mitbekommen habe, wird nur Aktionismus belohnt, auf Kosten der Patienten.

Das ist ein Alptraum, dem sich deine Freundin am besten so schnell wie möglich entziehen sollte.

Ich habe mal, auch für eine schwer Betroffene, mit dem Bundesverband Psychiatrieeefahrener telefoniert. Das fand ich sehr hilfreich.
Die haben eine Sprechstunde, telefonisch, ein paar Stunden in der Woche.
Der Mitarbeiter hat sich kostenlos ganz viel Zeit für mich genommen, als ich den Fall anonym geschildert habe, und hatte aus einer breiten Erfahrung heraus gute Tipps für Wiedereingliederung und so weiter.

Wenn deine Freundin selbst noch an die Medikamente glaubt, ist es natürlich schwierig bis unmöglich, sie von einem Entzug zu überzeugen.

Unserer Erfahrung und Überzeugung nach wäre das der einzig mögliche Weg zur Heilung.

Wenn sie schon nicht weg will von den Medikamenten, sollte sie unbedingt, wirklich unbedingt auf konstante Einnahme eines Medikamentes setzen.

Keine Plurimedikation und keine ständigen Wechsel.
Sonst ist zu fürchten, dass es ihr immer immer schlechter geht. Das ist die brutale Realität schwer Betroffener.

Ich weiß nicht wie eng ihr seid, aber vielleicht wäre es möglich, ihr das vor Augen zu führen.

Alles Gute!
Philine
Mitte Okt. 2018-bis Mitte Jan. 2019: 30 x Tavor 0.5
Mitte Okt. – Ende Nov. 2018 Esci. 5-10-5 mg
seit Dez. 2018 Sertr. 25, langsam runterdosiert auf 16
weitere Medikation:
nach SD-OP 100 Euthyrox
Calcium 500

Radio-Harry
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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Radio-Harry » Freitag, 29.11.19, 23:19

Danke Philine für Deine Antwort.


Das alles was diese Medikamente anrichten können habe ich ihr "tausend" fach erklärt. Ruhig am Telefon, schriftlich in Signal-Messages, ohne Übertreibungen, mit Übertreibungen, mit Erfahrungsberichten aus dem Netz, mit Studien, mit Videos von Youtube wo Fachleute Vorträge halten. Alles aber so aufbereitet, das ich keine zusätzliche Angst erzeuge. ZB. den Film von Youtube "Funktionieren", den ich sehr eindrücklich und relativ harmlos fand, konnte sie nur zwei Minuten ertragen... Egal was ich versuchte, es prallt irgendwie an ihr ab. Sie will es nicht hören. Dabei hat sie gesehen, das wenn das Risperidon abgesetzt ist, es ihr deutlich besser ging. Sie sagt, es gibt soviele Patienten, die mit Risperidon ganz normal leben und auch arbeiten gehen, das kann daher nicht ihre Beschwerden verursachen. Und überhaupt, wieso soll das bei ihr nicht funktionieren? Meine Antwort war, daß jeder Mensch anders darauf reagiert, weil wir eben Menschen sind und keine Maschinen aus der Serienfertigung. Und das alle die Menschen, wo es nicht funktioniert und sogar nur schadet, diese Menschen erwähnt kein Arzt und die wird sie auch im normalen Alltag -oder in der Klinik- nicht sehen. Damit war die Kommunikation für diesen Tag beendet.

Das einzige was mir überbleibt, ist abzuwarten. Hoffentlich bringt sie ihr Leidensdruck rechtzeitig dazu, die Notbremse zu ziehen. Und es ist dann nicht zu spät.

Danke für den Tip mit der Hotline des Bundesverbands Psychiatrieerfahrener. Das werde ich mir merken, für den Fall, das sie das braucht.

Ich wünsche allen ein schönes erstes Adventswochenende
Radio-Harry
Guten Tag,
Eine gute Bekannte ist seit Ostern in stationärer Behandlung wegen einer diagnostizierten Psychose und Depression. Sie kann leider nicht selbst hier fragen, da sie nicht online ist. Da ich sie mag und ihr Elend kaum selbst ertrage, suche hier Informationen... Die wichtigen Daten ihrer Medikamentation schreibe hier in Kurzform:

-Begin/Selbsteinweisung Ostern 2019
-4,5 Monate lang Risperidon --> Risperdal Consta 37,5mg
-Tavor als Bedarf
-Sertralin 50 (mg?)

vor 6 Wochen Versuch Risperdal Consta durch Abilify Tabletten zu ersetzen (paralelle Einnahme) nach einem Tag abgebrochen

-vor 5 Wochen letzte Spritze Risperdal Consta 37,5mg
-dazu Sertralin 100 (vorher 50) (mg?) keine Ahnung wann Ersteinnahme
-dazu Oxazepam 5mg
-und Zopiclon 3,75mg als Schlafmittel seit mindestens (?) 5 Wochen

seit 15.Nov. 2019
-4mg Risperdal wg. ärztlicher Verordnung gegen den Willen, durch Druck (sie fliegen sonst raus!)

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Re: Radio-Harry: Sorge um Bekannte in Klinik (Risperidon) - wie helfen?

Beitrag von Clarissa » Samstag, 30.11.19, 5:38

Hallo, Radio-Harry.

Wirklich toll, wie Du Dich informierst und engagierst.

Ich kenne übrigens keinen Ü50, der mit NL ein normales gutes Leben führt.

Alles Gute und VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

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