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Spatz: Mirtazapin absetzen (Benzo erfolgreich abgesetzt)

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Spatz
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Spatz: Mirtazapin absetzen (Benzo erfolgreich abgesetzt)

Beitrag von Spatz » Samstag, 02.11.19, 22:56

Liebes Forum,
schon so lange lese ich hier mit,fast meine ich Euch alle persönlich zu kennen.
Ich bin mein Benzo los und ich wollte Euch wissen lassen,dass mir das ohne die Erfahrungen hier nie,aber auch gar nie gelungen
wäre.Tage und endlose Nächte ,habe ich hier verbracht und immer wieder neuen Mut gefasst nicht aufzugeben.

Ich war einige Jahre so verflixt abhängig von diesen kleinen Mistdingern und auch von recht hohen Mengen.
Ich bin in die fürchterlichsten Zustände geraten,als mir die Pillen ausgingen ,zum Glück habe ich eine tolle und verständnisvolle Hausärztin.
Nun ja,kurz und gut ich stellte um auf 25mg Diazepam,eigentlich viel zu wenig jedoch traute ich mich nicht das wahre Ausmaß,dieser unbeschreiblichen Katastrophe zu schildern.Hauptsache ich bekam überhaupt irgendetwas ,auch lange genug verschrieben.

Dieses schlagartige Umstellen zog mir natürlich,komplett den Bogen unter den Füssen weg.Ich werde nicht im einzelnen Schildern was alles an Sympthomen auftrat,aber ich glaube es waren ziemlich alle........ :o :o :o von Angst über Inkontinenz bis Zittern und Schmerzen,Herzfrequenzen ,jenseits von gut und böse,die mir jetzt einen Betablocker bescherten und so weiter und so fort.
Nach etwa 6 Wochen war es geringfügig leichter und ich konnte kurzzeitig das Sofa verlassen und zumidest wieder regelmäßg duschen.
Jede Reduktion war auch bei nur 0,5 mg fatal.Ich glaubte den Mont Everest vor mir zuhaben und konnte mir niemals vorstellen,das es jemals enden könnte und ich tatsächlich wieder ein einigermaßen zufriedenes Leben führen könnte,lange Zeit kam mir der Tod sehr verlockend vor,so oft dachte ich ich werde sowieso am Entzug sterben......Einsam war ich und unverstanden ,wie sollte auch nur irgendjemand verstehen was so unfassbar ist.

ABER HIER BIN ICH :D

Seit Ende August benzofrei und es wird alles so viel besser,ich bin noch nicht voll belastbar,aber diese abgrundtiefe Erschöpfung ist vorbei ,Schmerzen habe ich noch und dieses Herzrasen/Stolpern kommt und geht,das macht mir noch am meisten Sorgen .
Ich wollte Euch Danke sagen,immer habe ich gelesen und war so nie ganz verlassen auch an den schwärzesten aller Tage.
Nun werde ich mein Mirtazapin hoffentlich noch los ,ich löse es auf und nähere mich nun den 6mg,komme von 30 mg und plus 30 Kilo :frust:
ich habe nun Zeit ......auch das werde ich schaffen.
Ich grüße Euch ganz lieb
Bluna
Zuletzt geändert von Straycat am Dienstag, 14.07.20, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel in Abstimmung mit dem Mitglied aktualisiert
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Erfahrungen mit Sertralin und Tavor zum Einschleichen
Versuche mit Opipramol, Valdoxan
Seit 2Jahren Mirtazapin 30mg
Seit 2015 Zopiclon erst unregelmäßig, seit 3 Jahren regelmäßig und in steigender Dosis bis zu 8 Tabl tägl.
Juni 2018 Beginn Entzug mit sofortiger Umstellung auf 25mg Diazepam nachdem ich das Forum entdeckt hatte.
Gleichzeitige langsame Reduktion von 30 mg Mirtazapin
August 2019 benzofrei
3.11.2019 6mg Mirtazapin
3.1.2020 5mg Mirtazapin
15.2.2020 4,5mg Mirtazapin
17.3.2020 4,0mg
3.7.2020 zurück auf 4,5mg

Jamie
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Re: Bluna: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Jamie » Samstag, 02.11.19, 23:44

Hallo Bluna, :)

Willkommen im Forum und Glückwunsch zu dieser großartigen Leistung!
Ich war selbst 8 Jahre benzoabhängig; einen Entzug zu schaffen ist toll und du darfst zurecht stolz auf dich sein. :party2:

Ich habe eine Bitte. Deinen Nicknamen können wir so nicht lassen, wir befolgen strenge Regeln und die gelten für alle. Bluna ist ein eingetragenes Warenzeichen / Marke und damit nicht gestattet; wir gestatten ebenso keine Medikamentennamen als Nick.

Bitte suche dir was Neues aus und gib uns hier im Thread bescheid, wir ändern das dann um.
Danke für dein Verständnis.

Grüße, Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Spatz
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Re: Bluna: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 02.11.19, 23:56

Hallo Jamie,
danke für den Hinweis, ich nenne mich dann einfach Meise, weil die hier heute so nett am Vogelhaus waren.
Ich hab mir mein Geschreibsel nun nochmal durchgelesen und es sollte eigentlich nicht so dramatisch klingen, ich möchte Mut machen, ganz viel Mut,nur nicht aufzugeben.
Liebe Grüße Meise
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Jamie
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Re: Bluna: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Jamie » Sonntag, 03.11.19, 0:00

Hi. Einen User namens Meise gibt es leider schon :roll:

Andere Vorschläge?

Grüße

Spatz
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Re: Bluna: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Sonntag, 03.11.19, 0:04

Hallo,
Na ein Spatz war auch da :)dann vielleicht Winterspatz, falls das Vögelchen nicht auch schon hier ist.
Liebe Grüße
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Jamie » Sonntag, 03.11.19, 8:27

Guten Morgen ☕

Es ist ein Spatz geworden ;) 🐦

Grüße Jamie

______
Signatur wegen Kurztext abgekoppelt

lunetta
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von lunetta » Sonntag, 03.11.19, 9:08

Hallo und willkommen bei uns!

Toll was du geschafft hast!

Von welchem Benzo hast du denn auf Diazepam umgestellt und was war deine ursprüngliche Ausgangsdosis?

Könntest du dafür bitte eine Signatur anlegen?

Danke dass du uns allen hier Mut machen willst, das brauchen wir hier alle ganz dringend;)

Glückwunsch und GLG!
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Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Sonntag, 03.11.19, 11:33

Hallo Lunetta,
ich versuche nun auf dem Laptop zu antworten,am Handy ist mein Beitrag,dank des dicken Daumens nun zum dritten Mal,zack weg.
Zopiclon war meine verhängnisvolle Affäre.
Erst zum Schlafen,dann nach und nach auch leider höchst missbräuchlich tagsüber benutzt,als ich mit der Zeit eine,bei mir,
euphorisierende und produktiv machende Wirkung einstellte.

Ich hatte einen sehr schweren Lebensabschnitt und funktionierte damit vermeintlich besser. :(
Es folgte ein wirklich schlimmer Absturz,niemals hätte ich geglaubt das ZDrugs so abhängig machen könnten.
Eine Signatur mit genauen Reduktionsdaten kann ich wohl nicht erstellen,habe es mir nicht aufgeschrieben.
Der Entzug dauerte 14 Monate,eine gruselige Zeit.

Es wird nun langsam besser,ich kann wieder klar denken und die schlimme Depression ist meist weg.
Ich habe noch Schmerzen in sämtliche Muskeln ,Schultern und Knien.
Taubheitsemfinden und kribbeln im Gesicht,aber damit komme ich gut zurecht,kein Vergleich zu dem was war.
Ich kann wieder arbeiten und es gibt mitunter richtig gute Tage an denen ich mich freuen kann .
Liebe Grüße Spatz
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padma
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von padma » Mittwoch, 06.11.19, 11:38

hallo Spatz, :)

herzlichen Dank für deinen Erfolgsbericht und herzlichen Glückwunsch zur 0 :party2: . Ich habe ihn in unseren "Benzo Erfolgsgeschichten" verlinkt, damit viele Betroffene Mut fassen können.

Ich würde Mirtazapin wirklich langsam reduzieren, da dir der Benzoentzug noch in den Knochen steckt.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Donnerstag, 07.11.19, 21:35

Hallo,
ja liebe Padma, mit dem Mirta ist nun erstmal lange Pause, ich kann bis auf Weiteres keinen neuen Entzug mehr durchstehen.
Liebe Grüße Spatz :)
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Verankh
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Verankh » Freitag, 08.11.19, 8:12

Ich gratuliere dir herzlich, wie toll auch solche Nachrichten zu lesen. Mensch, wow!!!!!

Jedes mal , wenn jemand geschafft hat, freue ich mich!!! Denn eigene Hoffnung wird dadurch gestärkt.

Ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass es dir weiterhin nur gut geht.
03.2013 PPD+ Zwangstörung - keine Medikation, da ich sicher war, es selber auf die Reihe zu kriegen. Hatte 1 Jahr Therapie mit dem Therapeuten, der keine Ahnung vom Zwang hatte,

Sommer 2015 Therapie abgebrochen, da es mir nur schlechter ging.

09.2015 - Geburt 3ttes Kindes und erneut PPD nur mit massive Zwangstörung, was ich wieder gehofft habe, alleine zu beweltigen.

05.2016 Aufenthalt in der Mutter-Kind Tagesklinik. Medikation 75 mg Sertralin + Therapie 1,5 Jahre.

Irgendwann Ende 2017 Verhaltenstherapie gestartet.

02.2019 Sertralin Reduziert auf 50 mg, keine Bemerkbare NW. Nur deutlich sprürbar geworden.

04.2019 wieder reduziert auf 25 mg, 1 Woche nach Reduktion erste Symptome, was ich überhaupt nicht mit der damahligen Dosis in Verbindung gebracht hatte: mir war kalt, ich war gereizt, ungeduldig, immer negativ/schwarz sehen, alles war so anstrengend.

Ende 05.2019 - 0 mg. So wie der Arzt verordnet hatte. Seit dem bleibt es auch so. Ich bin immer noch bei 0.

Durch Glück oder Unglück je nach dem, wer was sehen mag, waren meine beide Arzt und Therapeutin in den Ferien und nicht erreichbar. Ich habe das Schlimmste überstanden (hoffe ich zumindest), alleine, dank Forum und Glauben, dass es vorüber geht.

Zur Zeit nehme ich Pascoflair nach bedarf,
Omega 3+Vitamin D, Magnesium.

Gönne mir Ruhe, wo es nur geht. Versuche auf mich zu achten.

Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 11.07.20, 9:53

Hallo liebes Forum,
fast habe ich mein 1jähriges benzofreies Jubileum, und nun habe ich seit Wochen Symptome wie in den schlimmsten Zeiten. Mirtazapin werde ich auch nicht wirklich los konnte es bis 4mg reduzieren und musste wieder auf 4,5 mg zurück.

Es geht mir elend, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall ganz schlechter Schlaf, ich schreckte irgendwie zusammen sobald ich einschlafen will, restless legs ohne Ende, zittern und Schwindel.
An Arbeit im Moment nicht zu denken. Ich kann bald nicht mehr, was ist das Depression wieder mal da, Diazepam entzug, Mirtazapin?

Mein Bauch bläht sich auf, dann bekomme ich Herzklopfen, Extrasystolen fast nach jedem Essen.
Sodbrennen. Kribbeln im Gesicht, Globusgefühl im Hals.
Ich hätte so die Faxen dick, null Belastbarkeit und diffuse
Ängste vor nichts und wieder nichts.
Bedarfs Enzo geht ja nun auch nicht mehr.
Liebe Grüße Spatz
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3.1.2020 5mg Mirtazapin
15.2.2020 4,5mg Mirtazapin
17.3.2020 4,0mg
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von lunetta » Samstag, 11.07.20, 15:38

Hallo Spatz!

Ich könnte mir vorstellen, dass das jetzt vom Mirtaentzug kommt...

Natürlich spielt ein Benzoentzug, und du hast ja eine hohe Dosis in relativ kurzer Zeit abgesetzt- Respekt!!!- da noch mit rein, weil das ZNS socher noch nicht vollkommen wieder im Gleichgewicht ist.

Und du hast ja eigentlich beide Medikamente parallel reduziert, was nochmal ganz extrem reinhauen kann, weil es natürlich doppelte Reizung des ZNS ist.

Wir empfehlen hier immer nur ein Medikament zu reduzieren, und dann das nächste anzugehen.

Und du reduzierst Mirta relativ schnell - schneller als die 10% Regel zeitweise... die Schritte von 6 auf 5 mg z.B. oder von 4,5 auf 4 mg, waren immer mehr als 10%, was eigentlich das Maximum sein sollte.

Mirta ist ein gemeiner Kandidat, weil es bei den meisten erst sehr zeitverzögert Symptome macht.


Ich konnte es von 15 mg bis auf etwas über 3 mg in 0,1 mg Schrittchen relativ problemlos reduzieren, also wirklich im Schneckentempo, und dann kam der crash, ich habe zuerst kleine Schritte wieder hochdosiert, und bin dann irgendwann wieder auf 7,5 gegangen, weil ich nicht mehr konnte - mich hat die Übelkeit fast umgebracht, schrecklich:(

Vielleicht solltest du mal länger auf dieser Dosis bleiben und eine Absetzpause machen?

Du hast Unvorstellbares geleistet mit deinem Benzoentzug - geh es jetzt mit Mirta gemütlicher an;)

Alles Liebe und Gute!

GLG
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Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 11.07.20, 18:12

Hallo,
vielen Dank liebe Lunetta für Deine Antwort, obwohl es Dir ja selbst nur sehr bescheiden geht.

Ja, trotz fleißigen Lesens der 10% Regel, war ich wohl doch zu schnell, ganz richtig gut ging es mir seit dem Benzoenzug nur zeitweilig, aber ich konnte arbeiten und auch so einigermaßen gut leben.

Es ging los mit einem ständigen Fremdkörpergefühl und aufstoßen im Minutentakt, kannte ich schon, kann ich wegstecken, weit gefehlt.

Jetzt folgt eine Übelkeit, unbeschreiblich und durch nichts großartig zu beeinflussen.

Mein Darm scheint auch nicht mehr wirklich was zu vertragen, er bläht sich nach dem Essen auf, das ich sogar Herzklopfen und Arhythmien bekomme. Im rechten Oberbauch tuts dann auch durchgehend weh.

Schlafen entwickelt sich auch wieder rückwärts,was tatsächlich bis zum völligen Schlafverlust führt, bis ca. 4Uhr ertrag ichs dann, aber dann kommt die Panik, Angst und diese 🤬 Übelkeit.

Liegt wohl am Cortisol, vergeht dann wieder nach etwa 2 Stunden. Es macht mich so mürbe, erschöpft mich so sehr.

Hatte vor den Benzo schon so elende AV Reentry Tachycardien, jetzt kommen sie meiner Meinung nach öfter für mich mich aus dem Nichts, da geht der Puls von einem zum nächsten Schlag auf bis zu 240,nicht lustig wenn Du auf Arbeit oder im Wald bist.
Das hält dann mal 10 min das letzte Mal aber auch ne Stunde.

Vor 14 Tagen war das, das letzte Mal, evtl. hat mich das auch so getriggert, da bekomme ich nämlich so richtig
Angst. Hab jetzt immer einen Betablocker dabei, aber das Vertrauen in den Körper ist erstmal für ne Weile weg.

Nunja da gäbe es soviel an Symptomen, die so irrwitzig
sind aber das verstehen nur die, die es leider auch erleben.

Werde das Mirta jetzt so lassen, wollte es wegen der heftigen Gewichtsabnahme schnell weghaben,aber nicht zu diesem Preis, hoffe nur das es sich aufhalten lässt und keine 6monatige Depression folgt.

Alles Liebe Dir, Du bist mehr als tapfer.
Spatz
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Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 11.07.20, 18:54

Hallo,
Gewichtszunahme, muss das heißen bin.
Sorry.
Liebe Grüße
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August 2019 benzofrei
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3.1.2020 5mg Mirtazapin
15.2.2020 4,5mg Mirtazapin
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Towanda
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Towanda » Samstag, 11.07.20, 19:04

Hallo Spatz,

die Darmprobleme könnten mit einer Histaminunverträglichkeit zusammenhängen, das haben viele im Mirtaentzug. Du kannst mal ein Essenstagebuch führen, um festzustellen, auf was Du reagierst. Es gibt hier einen Thread zu Histaminunverträglichkeit, einfach mal über die Suchfunktion schauen.

Auch die Übelkeit ist schon fast typisch für den Mirtaentzug. Evtl. hilft da Ingwer kauen. Auch zum Thema Übelkeit gibt es einen Thread mit Tips und Erfahrungen.

Alles Gute, Towanda
► Text zeigen

13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Spatz
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 11.07.20, 19:21

Hallo Towanda,
Lieben Dank, werde ich gleich tun.
Bin jetzt gerade auf Kartoffeln mit Möhren, alles auch noch passiert. Heute Tag 4.
Laktosefreie Milch für meinen Kaffee, den brauche ich einfach.
Der Bauch spannt weniger, ich mach das jetzt mal ein Weilchen, mir ist ja eh bis zur Mirtadosis schlecht.
Letzte Woche hab ich Tomaten Avocado Salat gemacht, wollte was Gutes tun, es war mir so furchtbar elend, alles ausser Rand und Band.
Ich gehe mich gleich genauer informieren, las das immer nur bei den anderen, ich konnte mit dem Mirta,


immer spachteln wie ein
Scheunendrescher.

Jetzt 4 Tage, 5 Kilo weg so anstrengend ist das gerade.

Liebe Grüße Spatz
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Kaenguru
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Kaenguru » Samstag, 11.07.20, 21:15

Hallo Spatz :) ,

Ich werde hellhörig, wenn ich lese, dass du Tomate und Aubergine so gar nicht vertragen hast.
Spatz hat geschrieben:
Samstag, 11.07.20, 19:21
Letzte Woche hab ich Tomaten Avocado Salat gemacht, wollte was Gutes tun, es war mir so furchtbar elend, alles ausser Rand und Band.
Beide sind bei Histamin kritisch.
Spatz hat geschrieben:
Samstag, 11.07.20, 19:21
Laktosefreie Milch für meinen Kaffee, den brauche ich einfach.
Kaffee vertragen viele bei einer Histaminunverträglichkeit oder im Entzug allgemein sehr schlecht.

Vorsichtig muss man mit verarbeiteten Lebensmitteln sein, ich weiß nicht was in laktosefreier Milch ist, aber die Zutaten könnten heikel sein.
Ich bin von den Ersatzstoffen z.b. Kochsahne abgekommen und nehme lieber in Maßen Milch oder Sahne.

Viele Farbstoffe Zusatzstoffe können triggern.


Noch ein kleiner Hinweis, geringe Mengen Ingwer sind wohl verträglich, aber generell ist Ingwer bei HIT nicht ganz unkritisch.

"Ingwer gilt im Allgemeinen als ein Lebensmittel, welches eher wenig Histamin enthält. Daher ist Ingwer bei Histaminintoleranz meist gut verträglich. Es wird mitunter auch geraten, Ingwer auf kleine Mengen zu beschränken, aber normalerweise benutzt man von Ingwer ja sowieso nur eine kleine Menge. Es gibt Lebensmittel, welche Histaminliberatoren sind. Das sind Lebensmittel, welche die Ausschüttung von körpereigenem Histamin fördern. Sowas sollte man natürlich bei Histaminintoleranz vermeiden. Ingwer ist allerdings auch kein Histaminliberator."
Aus:
https://www.histaminarme-ernaehrung.de/ingwer-histamin/

Leider ist das alles sehr kompliziert.
Andererseits finde ich es gut, dass ich eine Stellschraube habe, an der ich drehen kann.
Seit ich auf Histamin achte, auch wenn es schwer ist, habe ich weniger Symptome.

Ich finde es ganz toll, dass du schon so lange benzofrei bist.
Lass dir Zeit mit dem Mirtazapin.

Viele Grüße
Sarah
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Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null
Werde bald anfangen Lamotrigin abzusetzen
HIT !

Spatz
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Registriert: Montag, 09.09.19, 9:16

Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Spatz » Samstag, 11.07.20, 21:47

Hallo Sarah,
auch Dir herzlichen Dank, für Deine Mühe.
Ich habe bis jetzt gelesen und die Lebensmittel studiert und es scheint tatsächlich 1:1 zu passen.
Ich reagiere, da sehr prompt drauf und mein Bauch dehnt fast schon nach 20 Minuten, das kann mann sogar sehen und fühlen, ich schwitze dann auch, dann geht's gleich weiter mit dieser Herzstoperei, das ist sehr beängstigend.

Da werde ich jetzt viel lernen dürfen, ist ja doch ein großes Thema.

Habt Ihr Erfahrungen, ob das wieder besser wird, mein jetziger Zustand ist wirklich gruselig.

Vielen Dank allen, es ist ungewöhnlich und wunderschön
wie hier geholfen wird.
Spatz, nun etwa beruhigter
Schon seit 2002 depressive agitierte Episoden, Zwangsgedanken
2 Klinikaufenthalte
Erfahrungen mit Sertralin und Tavor zum Einschleichen
Versuche mit Opipramol, Valdoxan
Seit 2Jahren Mirtazapin 30mg
Seit 2015 Zopiclon erst unregelmäßig, seit 3 Jahren regelmäßig und in steigender Dosis bis zu 8 Tabl tägl.
Juni 2018 Beginn Entzug mit sofortiger Umstellung auf 25mg Diazepam nachdem ich das Forum entdeckt hatte.
Gleichzeitige langsame Reduktion von 30 mg Mirtazapin
August 2019 benzofrei
3.11.2019 6mg Mirtazapin
3.1.2020 5mg Mirtazapin
15.2.2020 4,5mg Mirtazapin
17.3.2020 4,0mg
3.7.2020 zurück auf 4,5mg

Ululu
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Re: Spatz: ich habe es endlich geschafft (Benzos)

Beitrag von Ululu » Samstag, 11.07.20, 23:05

Hallo Spatz,

eine entzugsbedingte HIT bessert sich meist wieder.

Es kann leider etwas dauern.

Dein Schwitzen und die Herzstolperei klingen schon ziemlich typisch...

Lies dich ein, wir haben viele Infos gesammelt. Es ist nicht ganz einfach herauszufinden, was du verträgst und was nicht.
Das ist individuell recht unterschiedlich und manchmal auch Tagesform abhängig.

LG Ute
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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