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bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

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bjoernbjoernPA
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bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA » Samstag, 07.03.20, 15:33

Hallo Ihr Lieben,

mein Name ist Björn, 42 Jahre alt und dies ist mein erster Forenbeitrag. Selbstverständlich habe ich Fragen, Befürchtungen und in Zukunft aber hoffentlich auch eine eigene Geschichte zum Thema „Absetzen von SSRI“ zu erzählen. Ein richtiges Tagebuch meiner Psychopharmaka Laufbahn habe ich tatsächlich nie geführt und leider auch nie ein Tagebuch meiner, so wie ich es mal nenne, Episoden, also den Zeiten in denen mir die Happy Pills evtl. sogar geholfen haben.

Panikattacken

Seit ich denken kann, gehörten temporäre Phasen von Angstzuständen und der Verlust von Rationalität zu meinem Leben dazu. Als Mathematiker und eher analytischer Mensch, waren für mich diese Situationen einfach nicht fassbar. Ich gehe stark davon aus, dass einer meiner direkten Urahnen tatsächlich den ganzen Tag mit der Flucht vor dem Säbelzahntiger beschäftigt gewesen ist 😉

Mitte dreißig, während eines Lebensabschnittes mit drei kleinen Kindern und beruflichem Karriere-Druck kam dann wieder so eine Phase die mit Schlaflosigkeit begann und sich immer mehr und mehr in anhaltenden Angstzuständen manifestiert hat. Das erste Mal aber hatte ich ein zusätzliches Gefühl von Hilflosigkeit und der tatsächlichen Angst vor dem Verlust sämtlicher Kontrolle und Rationalität. (einfach "Verrückt" zu werden, ein schlimmes Wort!)

Ein Schluckauf wurde zu dem Zeitpunkt ganz schnell als Herzleiden interpretiert und löste eine regelrechte Spirale der Angst aus. Da war er also, der Moment an dem ich nach Ausschöpfen von Naturpräparaten und Homöopathie nicht mehr ein und aus wusste und den Gang zum Neurologen antrat. Sehr schnell wurde ein erstes SSRI Präparat gefunden, dass Linderung verschaffte, aber Aufgrund einiger Nebenwirkungen nach einem halben Jahr durch Citalopram (30mg) ersetzt wurde. Es ging aufwärts!

Wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff

Na klar, Schwindel, Nachtschweiß, Albträume, beim Start war irgendwie alles mal dabei, aber meine Panik schien ich wieder im Griff zu haben. Ich habe Citalopram über einen Zeitraum von 7 Jahren genommen, irgendwann mal auf 20mg reduziert und hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass das Präparat mich den Rest meines Lebens begleiten würde. Panikattacken waren zwar nicht gänzlich ausradiert, aber auf ein verträgliches Maß reduziert.

In den Jahren habe ich allerdings auch immer mal wieder die Bekanntschaft mit ersten Absetzsymptomen gehabt. Einfach die Tabletten mal 2 Tage vergessen und schon ging der Schwindel los. Nach erneuter Einnahme, siehe da, alles wie weckgeblasen.

Das Maß ist voll

Auch wenn ich durchaus das Gefühl hatte, dass meine Emotionalität sowohl in die positive als auch in die negative Richtung mit dem SSRI in Leitplanken gefangen war, war der primäre Grund etwas zu ändern, tatsächlich die sich mit der Zeit verschlechternden negativen Auswirkungen auf meine Sexualität.

Als ich dem Doc berichtet hatte, dass der Moment gekommen sei etwas zu tun und das Medikament für mich nicht mehr tragbar wäre… „na dann versuchen wir es doch mit einem anderen, Escitalopram“ – Na gut, dann Escitalopram, irgendeinen schlauen Internet Artikel gelesen, der die höhere Wirksamkeit des Präparates im Vergleich zum kleinen Bruder Citalopram hervorhob, und einfach mal von mir aus nur noch 10mg genommen.

Meinem sexuellen Verlangen bzw. die eigentliche Durchführbarkeit von Sex hat das Medi in keinster Weise geholfen, sondern es hat sich eher verschlimmert. Ich möchte jetzt nicht damit anfangen, was diese Dinge mit einem Mann oder der gemeinsamen Beziehung machen, aber Anfang des Jahres fühlte ich mich einerseits so gefrustet, andererseits aber auch seelisch stabil, dass ich einfach keinen Bock mehr hatte auf SSRI.

Ausschleichen, habe ich mal gehört, allerdings nicht wirklich berücksichtigt, also von 10mg Escitalopram, 2 Wochen auf 5mg und jetzt seit einer Woche auf null. Achtung: höchstwahrscheinlich fahrlässig!

Status Quo

Der in den Jahren davor vorhandene Schwindel, kehrte pünktlich wie ein Uhrwerk nach 2-3 Tagen zurück. Hey, ich bin aber gerade super rational, das kann ich schon einordnen, geht nach einer Woche schon wieder vorbei. Eine Nacht Schlaflosigkeit, ein paar Horror Träume, anhaltende Reizbarkeit... Nichts, dass nicht schon mal da gewesen wäre…

Eine gute Nachricht, vielleicht nur Zufall aber: 4 Tage nach Absetzen - es läuft wieder im Bett!!!

Da ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin und der Schwindel jetzt eigentlich von Tag zu Tag zunimmt, habe ich dann mal Google angeworfen um nach belastbaren Zahlen und Erfahrungen anderer Mitstreiter zu suchen. Unter anderem bin ich so auch auf das Forum gestoßen. Und ja, wie das eben mit dem Internet und Interessengruppen so ist, finde ich es schwierig allgemeingültige Erfahrungen oder Daten zu sammeln.

Hey, wenn das Absetzen ein Spaziergang wäre, gäbe es dieses Forum nicht, oder?

Aber ist es nicht auch so, dass je schlechter es jemandem geht und je mehr Verzweiflung hinzukommen, der Austausch miteinander mehr und mehr zunimmt. Ich habe mich hier etwas umgesehen und muss leider sagen, dass mir die Beiträge wenig Hoffnung auf einen „ertragbaren“ Ausstieg machen. Vielleicht könnte aber auch die Hypothese zutreffen, dass sich die Menschen denen das Absetzen weniger schwer viel, erst gar nicht darüber informieren oder in Foren mitteilen. Ich hoffe es, aber weiß es nicht. Sollte diese Hypothese also nicht zutreffen, muss ich mich wohl auf eine sehr schwere Zeit einstellen, oder sogar einen neuen Versuch wagen und die Medis wieder ansetzen ;-(

Wer sich das jetzt so lange durchgelesen hat, zwei konkrete Fragen hätte ich schon noch:
  • Wann ist Phase 1 vorbei, wann werde ich den Schwindel wieder los?
  • Phase 2 (nach 6 Wochen), was könnte passieren, und vor allem wie wahrscheinlich passiert es.

Alles nur Schwindel!?

Um den Betreff noch einmal aufzugreifen. Sind SSRI’s nur Schwindel? Ich denke ich kann das verneinen denn sie haben mich durch eine schwierige Phase meines Lebens gebracht. Sind Absetzsymptome Schwindel? Sicher nicht, aber ich hoffe und bete, dass sie in der hier und auf anderen Webseiten geschilderten Intensität nur einen Teil der Menschen betreffen und ich (Achtung Egoismus) nicht dazu gehöre.

Gern würde ich mal einen Beitrag lesen, der einen schnellen und positiven Ausstieg aus der Welt der SSRI’s schildert, falls es so etwas überhaupt gibt.

Danke für das Zuhören und allen viel Kraft und gute Besserung
Euer Björn
Zuletzt geändert von Annanas am Sonntag, 08.03.20, 6:57, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt

padma
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Re: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von padma » Samstag, 07.03.20, 18:32

hallo Björn, :)

willkommen im ADFD.

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Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.


Zu deinen Fragen:
Sind Absetzsymptome Schwindel? Sicher nicht, aber ich hoffe und bete, dass sie in der hier und auf anderen Webseiten geschilderten Intensität nur einen Teil der Menschen betreffen und ich (Achtung Egoismus) nicht dazu gehöre.
Absetzsymptome trefen nur einen Teil der Menschen. Es gibt keine verlässliche Daten dazu, wie viel es sind. Zunehmend räumen jedoch auch Fachleute ein, dass es sehr viel mehr sind, als ursprünglich mal vermutet, bzw. als das was die Hersteller eingeräumt haben.
Ausschleichen, habe ich mal gehört, allerdings nicht wirklich berücksichtigt, also von 10mg Escitalopram, 2 Wochen auf 5mg und jetzt seit einer Woche auf null. Achtung: höchstwahrscheinlich fahrlässig!
Das ist ein quasi Kaltentzug, ja ziemlich fahrlässig nach einem Einnahmezeitraum von 7 Jahren
Wann ist Phase 1 vorbei, wann werde ich den Schwindel wieder los?
Das kann dir niemand beantworten
Phase 2 (nach 6 Wochen), was könnte passieren, und vor allem wie wahrscheinlich passiert es.
Du kannst in einem schweres protahiertes Entzugssyndrom landen, das schlimmstenfalls Jahre anhalten kann. Wie wahrscheinlich das ist, kann dir keiner sagen.

Wir sind hier dafür dieses Risiko zu minimieren und raten daher zu einem langsamen Ausschleichen

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Midema
Beiträge: 100
Registriert: Montag, 13.01.20, 16:11

Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Midema » Sonntag, 08.03.20, 11:21

Hallo,
ich habe gerade dein Beitrag gelesen.
Mir geht genau so, ich setze gerade PP ab , und nach jeder Reduzirung habe Angst von d.Entzugerscheinungen, warte regelrecht drauf. Und wenn ich dann bei 0 bin, dass heißt noch nicht, dass alles vorbei ist. Und dise Ängste hab ich vermehrt nach dem ich hier in Forum so viel gelesen habe.
Zu Beruhigung und Hofnung: von 6 Jahren habe ich AD sehr schnell und absolut Problemlos abgesetzt. Ich habe das nicht absichtlich gemacht, mich hat keine informiert, dass was schief laufen kann und das jergedeiner Reboundphänomehibts und das man vorsichtig sein muss. Ich habe wirklich nichts gemerkt, die Stimmung war gut, keine Schwindel oder Übelkeit, keine Ängste. Wirklich gar nichts, nich Tage nicht Monate danach.
Das heißt aber nicht, dass alle so machen sollen. Ich hatte Glück.
Dafür habe ich jetzt Probleme bei Olanzapin absetzen.
Hier treffen sich Menschen die Probleme haben.
Ich wünsche dir, das du Symptomfrei wirst und bleibst.
Alles liebe
Midema
6 Monate Duloxetin, problemlos ausgeschlichen
2013 - 2019 medikamentenfrei
12.08. 2019 -5.09.19 KH leichte Depression (5 Tage Trazadon - Blutdruckanstig schwere schlafstörungen- abgesetzt) seit dem schlafprobleme . Davor nie gehabt.
(Pipemperon 2.5mg zum schlafen) es ging mir so schlecht mit d. Medikament, trotzdem nach dem Artzt emfelung weiter genommen- 4 Wochen lang. Dann selber abgesetzt.
5.09.19 - 20.10.19 Tagesklinik ( Olanzapin 5mg) zum schlafen
1.11.19 - 6.12.19 Stationer (Venlaflaxin 75,
2 Wochen später Olanzapin auf 2,5mg)
08.01.20 Olan. - 2,2mg - Unruhe, Übelkeit, Ängst
12.02.20 Olan. - 1,9mg gleiche Symptome
22.02.20 starke Nervosität, Übelkeit
07.03.20 Olan.- 1,7mg
08.03.20 starke Angstgefühle die ich überhaupt so nicht kenne
05.04.2020]Olan.- 1,5 mg eischlafen sehr schlecht, Knopfdruck, Übelkeit, Müdigkeit kraftlosigkeit.

bjoernbjoernPA
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA » Donnerstag, 12.03.20, 23:50

Hallo Midema, hallo Padma, hallo @Alle

Danke für Eure Antworten. Wollte nur mal kurz ein kleines Zwischenupdate geben, für Alle die es interessieren könnte.

- Der "extreme" Bewegungsschwindel, der schon bei schneller Änderung des Blickwinkels aufgetreten ist, hat sich deutlich und auf ein erträgliches Maß reduziert. Die Dauer in der es richtig unangenehm war würde ich mal so auf 7-9 Tage festlegen.
- Aktuell sind es eher Kopfschmerzen und eine gewisse Gereiztheit die mich etwas plagen. Bin sehr schnell auf 180, was auch leider Familie und Kollegen zu spüren bekommen.

Wollte heute eigentlich wieder mit meinen Freunden zum Fussball nach 2 Wochen Abstinenz, aber das fühlte sich irgendwie noch nicht richtig an wenn der Kopf so brummt.

Euch allen einen schönen Abend
Björn

nadelwaldfichte
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte » Freitag, 13.03.20, 10:58

Lieber Björn,

meine AD-Erfahrung ähnelt ein bisschen deiner: Erst kurz Citalopram, dann 5 Jahre Escitalopram, dann fast kaltes Absetzen auf Rat meines Arztes :frust: .

Bei mir war es so, dass der Schwindel auch im akuten Entzug aufkam, weswegen ich immer dann, wenn der Schwindel schlimm wurde, nochmals ein bisschen was genommen habe (wahrscheinlich auch ein Fehler). Der Schwindel legte sich dann aber verhältnismäßig schnell. Die schlimmeren Absetzsymptome kamen aber dann erst so 2-3 Monate später (und das werden dir auch viele berichte hier bestätigen, bei denen es ähnlich war).

Oft wird hier zur Wiedereindosierung einer winzigen Menge und dann zum sehr langsamen Ausschleichen dieses Rests geraten - welche Dosis das sein könnte, soll dir lieber jemand sagen, der sich besser damit auskennt.
Ich selbst habe nicht wiedereindosiert, da ich das Forum leider erst nach über 3 Monaten gefunden habe. Inzwischen bin ich fast ein Jahr auf 0 und kämpfe immer noch mal mehr mal weniger mit den Symptomen, wenn auch mit einer langsamen Besserungstendenz. Es gibt sicher Fälle, wo es nicht so schlimm ist - aber eben auch Fälle, in denen es schlimmer läuft (ich habe es immerhin geschafft, weiterhin arbeiten zu gehen...).

Diese wollte ich dir mal kurz schreiben, da es dir vielleicht deine Möglichkeiten aufzeigt.
Wenn du magst, kannst du gerne auch noch meine Geschichte lesen.

Liebe Grüße und alles Gute für dich :) ,
nadelwaldfichte
Now let me feel high when I'm sober - Let me feel young when I'm older - Let me feel proud when it's over - I finally realized - All of this time it was in me - All along, it was in me... (Avril Lavigne)

seit ca. März 2014:
Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Schwindel (im akuten Entzug) / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren
Psychisch: Unsicherheit / Emotionale Instabilität, Labilität / Schlechte Belastbarkeit / Zittrigkeit, innere Unruhe / Depression / Konzentrationsprobleme

bjoernbjoernPA
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA » Sonntag, 22.03.20, 20:06

Hallo Nadelwaldfichte,

danke für Deine Antwort, auch wenn ich sagen muss, dass diese mich natürlich etwas verunsichert.

Habe gerade nach 4 Wochen einen Punkt erreicht in dem ich ungern einen Schritt zurück Richtung Medi machen möchte. Endlich hat der Schwindel aufgehört, habe zwar noch Kopfschmerzen, Gereiztheit und Magenprobleme aber alles in einem Rahmen mit dem ich aktuell gut umgehen kann.

In der aktuellen :censored: Corona Zeit sprechen ja viele über Statistiken und hier ist es leider auch so, dass ich selbstverständlich die persönlichen Leidenswege der vielen Foren Mitglieder wahrnehme, mit Ihnen fühle, es mir aber dennoch schwerfällt daraus für mich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es muss doch auch Menschen geben, die abgesetzt haben und diese :censored: nicht durchleben mussten.

Wenn erst mal 2-3 Monate vergangen sind würde es mir wohl (genau wie Dir?) zunächst schwerfallen, neu hinzugekommene Symptome mit dem Absetzen des Medis in Verbindung zu bringen. Gerade wenn es sich um unspezifische Dinge wie schwere Augen, Magenprobleme und Co. handelt. OK, seelische und psychische Symptome... klar, die Brücke kann ich schlagen... aber alles andere...

Wie ist es Dir denn konkret bis zum Einsetzen dieser neuen Symptome ergangen? Hattest Du zwischen der ersten Entzugsphase und dem Beginn von Phase 2 eine "normale" oder sogar "gute" Zeit?

Danke und ganz lieber Gruß
Björn

Straycat
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Straycat » Sonntag, 22.03.20, 20:16

Hallo Björn

ich kann dir nur auch von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.
Ich habe Escitalopram 2016 viel zu schnell ausgeschlichen (auf Rat meiner Ärztin). Zunächst hatte ich einige Wochen sehr starke Entzugssymptome (Brain Zaps, Zitteranfälle, extreme Empfindlichkeit auf visuelle und akustische Reize, Schreckhaftigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Verdauungsprobleme etc.), die dann fast alle wieder weggingen. Nur Panikattacken (die ich zu dieser Zeit zum ersten Mal hatte) und Nervenschmerzen sind mir leider geblieben.
Ca. 6 Monate nach dem Absetzen hatte ich dann einen totalen Zusammenbruch. Die Schmerzen wurden unerträglich, die Panikattacken immer heftiger. Ich war dann 6 Monate in Krankenstand und konnte die Schmerzen nur mit Infusionen von stärkeren Schmerzmitteln in Griff bekommen.

Ich will dir damit keine Angst machen oder dich verunsichern. Aber es ist leider so, dass es auch ganz schön schief gehen kann, wenn man kalt absetzt oder zu schnell ausschleicht. Ich bekam damals bei meinem Totalzusammenbruch dann ein anderes Antidepressivum verpasst - weil es natürlich als "Wiederauftreten der Grunderkrankung" fehltdiagnostiziert wurde - das schleiche ich jetzt langsam aus (max. 10% der letzten Dosis alle 4-6 Wochen). Damit habe ich nun nur noch sehr milde Absetzsymptome. Die Nervenschmerzen sind mir halt seit dem Absetzen von Escitalopram leider geblieben. Da kann ich nur hoffen, dass sie irgendwann auch weggehen.

Ich kann dir nur empfehlen das Ganze nicht zu unterschätzen. Ja es gibt viele Menschen, die das Ausschleichen/Absetzen gut vertragen. Aber es gibt eben auch andere Fälle. Und wie viele von denen, die das rasche Absetzen angeblich gut vertragen haben, kehren dann doch wieder zu Medikamenten zurück, weil sie angeblich Rückfälle haben... davon berichtet dann auch selten wer.
Verlässliche Statistiken darüber gibt es wohl weniger, weil die wenigsten beim Absetzen/nach dem Absetzen engmaschig kontrolliert werden und auch weil - wie oben beschrieben - Absetzsymptome häufig als "Wiederauftreten der Grunderkrankung" fehldiagnostiziert werden.

Alles Gute,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Towanda
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Towanda » Sonntag, 22.03.20, 20:22

Hallo Björnbjörn,

Könntest Du bitte eine Signatur anlegen? Diese ist zwingend notwendig für eine Teilnahme am Austausch hier im Forum. Wie das geht und was eine Signatur enthalten muß hat Dir Padma im Begrüßungstext verlinkt.

Es ist sehr mühsam, immer wieder zu Deinem ersten Beitrag zurückscrollen zu müssen, bevor man weiß, wovon Du schreibst.

Viele Grüße, Towanda
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12.03.20 - 0,75 mg Mirtazapin
12.04.20 - 0,65 mg Mirtazapin
13.05.20 - 0,65 mg Mirtazapin


Weitere Medikamente:
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Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte » Freitag, 27.03.20, 16:02

Hallo Björn,

hmm naja, es gab bei mir im letzten Frühling irgendwie viele Baustellen auf einmal, zusätzlich zum Absetzen des Escitaloprams - bzw. im Nachhinein betrachtet vermute ich, dass eine Wechselwirkung zwischen einem neuen Verhütungsmittel und dem Escitalopram einen Teil meiner Beschwerden langsam eingeschlichen hat... Ich würde nicht sagen, dass es eine Zeit gab, nachdem ich abgesetzt hatte, die komplett gut war. Aber das mag natürlich von Fall zu Fall verschieden sein.

Ich war damals, als ich das Forum gefunden hatte und schon über 3 Monate auf 0 mg war, ganz froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen muss, ob ich wieder eindosieren soll oder nicht, da es schon zu spät war. Ich hätte wahrscheinlich sonst auch sehr lange gezögert und tendenziell gedacht, ach, das halte ich schon aus und sitze es voll aus.

Ich habe leider keinen Vergleich, wie es anders gelaufen wäre - Fakt ist auf jeden Fall aber, dass ich auch nach 11 Monaten eben noch Symptome habe, wenn auch nicht mehr in der Stärke wie vor ein paar Monaten noch. Daran zu glauben, dass es wirklich immer noch vom Absetzen kommt, fällt mir oft schwer - und ist mir dennoch in klaren Momenten wieder total logisch.

Hier kannst du meinen Verlauf nachlesen, wenn du magst: viewtopic.php?t=17200

Fazit also, es ist natürlich deine Entscheidung, was du tust, und ich kann dir leider auch nicht sagen, welcher Weg für dich besser ist.
Die Lektion, die ich aus dieser ganzen Geschichte ziehen konnte, ist aber, dass ich mir in meinem Leben nie nie wieder ein AD aufschwatzen lassen werde!

Liebe Grüße,
nadelwaldfichte
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Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

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Körperlich: Schwindel (im akuten Entzug) / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte » Freitag, 27.03.20, 16:05

PS. Ich denke schon, dass es einige Menschen gibt, die einfach absetzen konnten (oder auch welche, die dann gleich wieder ADs eingenommen haben, da die "Grunderkrankung" zurück war oder man ihnen das gesagt hatte) - von denen findet aber die Mehrzahl einfach nicht hierher...
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Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Schwindel (im akuten Entzug) / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren
Psychisch: Unsicherheit / Emotionale Instabilität, Labilität / Schlechte Belastbarkeit / Zittrigkeit, innere Unruhe / Depression / Konzentrationsprobleme

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