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Fleur2512: Umgang mit dem Partner nach Entzug

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Fleur2512
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Fleur2512: Umgang mit dem Partner nach Entzug

Beitrag von Fleur2512 » Donnerstag, 26.03.20, 13:04

Hallo ihr Lieben,

kurz zu mir:
Ich, 41 Jahre, lebe seit ca 20 Jahre mit Depressionen und nehme fast genauso lange erst Sertralin und dann Fluoxetin.
Ich habe schon einmal vor 7 Jahre sehr erfolgreich abgesetzt, musste dann aber leider wieder Tabletten nehmen.

Seit ca 6 Wochen habe ich Fluoxetin nun abgesetzt. Es ist eine ziemliche Achterbahn, aber es wird besser - langsam.

Was ich euch gerne fragen möchte: wie geht ihr in der Phase mit eurem Partner um bzw. euer Partner mit euch?
Was tut ihr, um ihn/ sie nicht unnötig anzupöbeln oder die Aggressivität auszulassen?
Wie werdet ihr von eurem Partner unterstützt? Könnt ihr es überhaupt zulassen?
Habt ihr eure Partner um Erlaubnis gefragt, die Tabletten abzusetzen? Wie waren deren Reaktion auf die Information?

Vielen Dank für eure Geschichten/ Meinungen/ Ratschläge ♥️

Jamie
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Re: Umgang mit dem Partner

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 26.03.20, 16:42

Hallo Fleur,

willkommen im Forum :).

Wie hast du denn dein Präparat abgesetzt und was sind deine vorrangigen Symptome?
Habe ich das richtig rausgelesen, dass dir das Ganze vor allem psychisch zusetzt?

Absetzen von Psychopharmaka kann die Gefühlslage heftig erschüttern und zu starker Emotionalität führen, ich lege dir unseren Thread zum Thema Neuroemotionen ans Herz, da kannst du schon mal reinschnuppern.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9778
Habt ihr eure Partner um Erlaubnis gefragt, die Tabletten abzusetzen?
Egal ob liiert oder nicht - niemals würde ich einen Partner um Erlaubnis bitten meine Medikamente abzusetzen. Diese Entscheidung treffe ich selbst und da hat mir keiner reinzureden, aber ich treffe diese Entscheidung verantwortungsvoll.
Das heißt ich begehe kein Absetz-Harakiri, indem ich versuche, ein jahrelang eingenommenes Präparat in wenigen Wochen loszuwerden, sondern gehe den Entzug organisiert, geplant und ruhig an und versuche vorher, für Verständnis zu werben und mir Unterstützung zu holen.

Viele Grüße
Jamie
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Fleur2512
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Re: Fleur2512: Umgang mit dem Partner nach Entzug

Beitrag von Fleur2512 » Donnerstag, 26.03.20, 17:53

Hallo Jamie,

danke für deine Antwort.
Ich habe das Fluoxetin 15 mg direkt abgesetzt ohne ausschleichen.
Es hat damals mit dem Sertralin 50 mg sehr gut geklappt - ohne überhaupt irgendwelche Symptome.

Jetzt habe ich zum Teil Beinkribbeln, manchmal sehr leichten Schwindel und Schlafstörungen. Das Schlimmste sind eigentlich die psychischen Nebenwirkungen. Ich empfinde alles tiefer. Das ist schön bei den guten Sachen und furchtbar bei den schlechten - wobei subjektiv die schlechten extrem überhand nehmen.
Dünnhäutigkeit, Aggressivität vor all meinem Partner gegenüber (verbal), depressive Stimmung und Selbsthass und -ekel.

Ich habe mir sehr lange Gedanken gemacht, ob ich die Tabletten absetzen soll. Die Aversion gegen die Tabletten jeden Morgen wurde dann immer stärker und ich habe das als Zeichen genommen, dass es gut wäre sie abzusetzen. Zumal der Sex in meiner Beziehung auch sehr zum Stillstand gekommen ist.
Seit dem Absetzen ist zumindest die Lust wiedergekommen, der Gedanke daran.

Ich habe meinem Partner gesagt, dass ich vorhabe sie abzusetzen und ihn vorab um Entschuldigung gebeten, dass die kommenden Woche schwierig werden können. Ich weiß, dass ich da Geduld haben muss und jeder Tag ohne Tabletten ein Erfolg ist.
Leider hat mir mein Partner Vorwürfe gemacht, dass es für ihn viel Stress bedeutet, wenn ich die Tabletten absetze. Ich hate ihn um seine Unterstützung gebeten.
In dem Sinne also kein Harakiri wie du es nennst.
Auch mit Freunden habe ich vorher gesprochen, die alle sehr viel Verständnis hatten/ haben und mir da zur Seite stehen.

Mich trifft es eigentlich vor allem, dass ich das Gefühl habe, eine Belastung für meinen Partner und unsere Beziehung zu sein.

Den Artikeln finde ich sehr interessant - allerdings kann ich das nur bedingt bei mir sehen was die Neuroemotionen angeht. Es fühlt sich alles einfach zu real an.

Freu2512

padma
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Re: Fleur2512: Umgang mit dem Partner nach Entzug

Beitrag von padma » Donnerstag, 26.03.20, 18:51

hallo Fleur, :)

auch von mir willkommen.

Du hast de facto einen kalten Entzu gemacht, das ist riskant. Es wird zwar oft gesagt, Fluoxetin schleiche sich selber aus, dem ist aber oft nicht so. Abruptes oder zu schnelles Absetzen von Fluoxetin kann , wie bei allen AD, schlimmstenfalls zu schweren, langanhaltenden Entzugssymptomen führen. Das muss nicht sein, aber das Risio besteht. Daher raten wir hier dringend von einem Kaltentzug ab.

Bei Fluoxetin musst du zudem wissen, dass der Spiegel sich nur langsam abbaut (kann bis zu ca. 11 Wochen dauern). Und danach muss sich das ZNS und viele Körperfunktionen neu anpassen. Entzugssymptome treten daher zumeist zeitverzögert auf.
Dünnhäutigkeit, Aggressivität vor all meinem Partner gegenüber (verbal), depressive Stimmung und Selbsthass und -ekel.

Das sind alles typische Entzugssymptome.

Es hat damals mit dem Sertralin 50 mg sehr gut geklappt - ohne überhaupt irgendwelche Symptome.
Das heisst nicht, dass es auch diesmal gut geht. Es ist vielmehr so, dass dein ZNS jetzt durch den ersten Kaltentzug bereits sensibilisiert ist und das erhöht das Risiko von schwerern Entzugssymptomen.

Ich will dir keine Angst machen, aber auf die Risiken hinweisen. Du hättest noch die Möglichkeit eine Kleinstmenge wiedereinzudosieren und anschliessend langsam auszuschleichen.

Ich kopiere dir unseren Begrüssungstext rein, da findest du links zu den entsprechenden Infos.




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Wie auch immer du dich entscheidest, wäre es wichtig deinen Partner mit ins Boot zu holen. Dass er dir Vorwürfe macht, ist nicht schön. Gut, dass dich deine Freunde unterstützen.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
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Fleur2512
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Re: Fleur2512: Umgang mit dem Partner nach Entzug

Beitrag von Fleur2512 » Donnerstag, 26.03.20, 19:16

Hallo Jamie,

danke für deine Antwort.
Ich habe das Fluoxetin 15 mg direkt abgesetzt ohne ausschleichen.
Es hat damals mit dem Sertralin 50 mg sehr gut geklappt - ohne überhaupt irgendwelche Symptome.

Jetzt habe ich zum Teil Beinkribbeln, manchmal sehr leichten Schwindel und Schlafstörungen. Das Schlimmste sind eigentlich die psychischen Nebenwirkungen. Ich empfinde alles tiefer. Das ist schön bei den guten Sachen und furchtbar bei den schlechten - wobei subjektiv die schlechten extrem überhand nehmen.
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Ich habe mir sehr lange Gedanken gemacht, ob ich die Tabletten absetzen soll. Die Aversion gegen die Tabletten jeden Morgen wurde dann immer stärker und ich habe das als Zeichen genommen, dass es gut wäre sie abzusetzen. Zumal der Sex in meiner Beziehung auch sehr zum Stillstand gekommen ist.
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Ich habe meinem Partner gesagt, dass ich vorhabe sie abzusetzen und ihn vorab um Entschuldigung gebeten, dass die kommenden Woche schwierig werden können. Ich weiß, dass ich da Geduld haben muss und jeder Tag ohne Tabletten ein Erfolg ist.
Leider hat mir mein Partner Vorwürfe gemacht, dass es für ihn viel Stress bedeutet, wenn ich die Tabletten absetze. Ich hate ihn um seine Unterstützung gebeten.
In dem Sinne also kein Harakiri wie du es nennst.
Auch mit Freunden habe ich vorher gesprochen, die alle sehr viel Verständnis hatten/ haben und mir da zur Seite stehen.

Mich trifft es eigentlich vor allem, dass ich das Gefühl habe, eine Belastung für meinen Partner und unsere Beziehung zu sein.

Den Artikeln finde ich sehr interessant - allerdings kann ich das nur bedingt bei mir sehen was die Neuroemotionen angeht. Es fühlt sich alles einfach zu real an.

Freu2512

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