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gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

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gedankenwirbel
Beiträge: 15
Registriert: 30.08.2018 22:57

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Hallo an alle,

ich bin gerade ziemlich aufgeregt. Morgen um 9.00 Uhr habe ich einen Termin in der Uniklinik. Über ganz liebe Kontakte habe ich dort einen Termin beim Chefarzt der Pneumologie bekommen. Da wird ein Bild der Lunge gemacht. Zwar ist bei meinen bisherigen Untersuchungen (beim Internisten und im KH):

-Sono inkl. Blutwerte der Schilddrüse, (Langzeit-)EKG, großes Blutbild, Blutgasanalyse, Lunge abgehört, Sono der Organe im Bauchraum, SpO2- zwischen 99-97%, negativer Corona Test (hatte ich ja auch schon alles oben geschrieben, fällt mir auf) :whistle:

nichts schlimmes rausgekommen, allerdings ist dieses Gefühl, nicht atmen zu können, noch präsent und bringt mich zur Verzweiflung. Ich versuche es mal so zu beschreiben:

Ihr kennt ja das Gefühl, wenn man nach dem Sport außer Puste ist und erst mal Luft holen muss. So ist es aber nicht, also keine Kurzatmigkeit oder so. Es ist das ständige Gefühl, als wäre nicht genug Sauerstoff in der Luft. Ich muss mich ständig auf das Atmen konzentrieren. Wenn ich mich konsequent ablenke, dann vergesse ich das „Problem“ auch schon mal. Wenn ich aber zur Ruhe kommen will, ist es sehr präsent. Es ist echt schwer zu beschreiben. :( Ich kann tief ein-und ausatmen.

Das Einschlafen ist besonders schlimm mit diesem Symptom :bettzeit: Ich habe es versucht zwei Ärzten und dem Arzt aus dem KH zu beschreiben. Auch meine Familie kann meine Schilderung nicht nachvollziehen. Entweder bin ich jetzt völlig crazy oder es steckt was dahinter....

Ich weiß zwar, dass es auch eine NW bzw. Absetzsymptom sein kann, aber das geht es schon so lange so.

So danke fürs Jammern!! Bin mit den Nerven gerade ziemlich am Ende.

Viele Grüße :)
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19476
Registriert: 04.02.2013 22:37

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Jamie »

Hallo Gedankenwirbel :)

Es ist prima, dass du zum Chefarzt kommst, und das noch an einer Uniklinik.
Wenn da dann nichts raus kommt, muss und wird es wohl Entzug sein.

Ich weiß nicht, ob man das hören will, ich zumindest hab mir manchmal gedacht, wenn die nur endlich was Organisches finden würden..., ich hatte nämlich auch sehr komische Symptome und man zweifelt irgendwann an seinem Verstand, aber letztlich fand man dann nie was oder nur Kleinigkeiten.
Es war wirklich Entzug / Absetzen bzw. Medikamentennebenwirkungen.

Wirst du dem Arzt von deinen Psychopharmaka resp. Entzug erzählen?

Ich kann übrigens nachvollziehen, was du beschreibst.
Ich habe zwar keine Luftprobleme, kann manchmal aber "Wärme riechen" und das brennt dann in den Atemwegen. Ich hab dann das Gefühl das Einatmen erwärmter Luft (Heizung) macht die Atemwege wund.
Es ist aber nicht das Phänomen, dass Heizungsluft die Atemwege austrocknet, sondern die erwärmte Luft riecht auch anders in meiner Wahrnehmung und stört mich.
Mich stört dann jeder Atemzug.

Es ist ein synästhetisches Problem - Sinnesreize scheinen mir massiv übersensibilisiert.
Möglicherweise geht's bei dir in eine ähnliche Richtung, nur das der Fokus deines Oberstübchens auf dem Luftsauerstoffgehalt liegt (?)

Alles Gute für morgen :hug:
Jamie
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

gedankenwirbel
Beiträge: 15
Registriert: 30.08.2018 22:57

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Liebe Jamie,
ganz vielen Dank für deine Nachricht. :hug:

Interessant, was du mit der warmen Luft beschreibst. Bevor ich diese „Atemprobleme“ bekam, fing es bei mir damit an, dass ich beim einatmen die Luft ganz intensiv gespürt habe. Die Luft war (trotz 20 Grad) immer eiskalt gefühlt. Ich habe plötzlich alles viel verstärkter wahrgenommen, als sonst. Meine Nase tat mir regelrecht weh beim einatmen. Ich hatte auch das Gefühl, als wären meine Schleimhäute komplett trocken und mega sensibel.

Wenn ich geatmet habe (hoffe das hört sich nicht verrückt an) habe ich den Atem sogar in den Ohren gespürt.

Zum Glück ist der Juckreiz, das Kribbeln und die Steifigkeit im Oberkörper weg. Ich war im Brustkorb komplett verspannt und hatte das Gefühl, dass er sich beim atmen nicht mehr hebt. Ich stand dann immer vorm Spiegel und habe geprüft, ob es wieder klappt. :o Zu der Zeit bin ich noch joggen gegangen und habe das Gefühl gehabt, dass mein Brustkorb und Bauch steif wie eine Wand sind. Das erkläre mal jemandem :shock:

Was mich aktuell noch umtreibt ist, dass ich alles als sehr fremd wahrnehme. Also ich erkenne alles, habe aber keine Gefühle, die sonst dazu gepasst haben. Schwer zu beschreiben. Als würde ich nicht in diese Welt gehören.

Ich hoffe auch sehr, dass morgen alles gut wird. Dann habe ich echt alles ausgeschlossen und muss mich damit abfinden, dass ich durch die letzten Jahre meinem
ZNS viel zugemutet habe.

Ich überlege ihm das zu sagen. Leider habe ich mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass man dann flott in eine Schublade gesteckt wird. Hmmm...

Ganz liebe Grüße und vielen Dank!
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

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Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
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Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Straycat
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Registriert: 10.10.2016 16:51

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Straycat »

Hallo Julia,

wenn einen körperliche Symptome sehr quälen und man die Möglichkeit hat, diese fachärztlich abklären zu lassen, kann das schon sehr hilfreich sein.
Ich habe anfangs auch alle möglichen Dinge abklären lassen (Schilddrüse, Orthopädische Probleme wegen Muskel-/Nervenschmerzen, Neurologische Tests wegen Nervenschmerzen etc.). Als das alles ohne Befund war, konnte ich es dann auch besser akzeptieren, dass das von meinem überreizten ZNS kommt.

Ich persönlich bespreche die Entzugsthematik nicht mehr mit Ärzten. Leider habe ich noch kaum einen Arzt erlebt, der sinnvoll darauf eingegangen ist oder das mitberücksichtigt hätte. Es wurden dann eher sämtliche körperliche Probleme gerne als "psychosomatisch" abgetan und mir wurde nur neuerlich zu PP geraten :roll:
Aber es bleibt natürlich eine ganz persönliche Entscheidung, ob du das bei dem Arzt zur Sprache bringen willst oder nicht.

Ich drücke die Daumen, dass mit deiner Lunge alles in Ordnung ist und dir die Abklärung weitere Sicherheit geben kann.
Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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gedankenwirbel
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Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Hallo an alle :)

Heute habe ich aus dem Krankenhaus die Rückmeldung bekommen, dass alle Untersuchungen ohne Befund waren. :party2:

Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Gemacht wurde: Lungenfunktionstest, SpO2 Sättigung (das arme Ohrläppchen) vor und nach Belastung (musste Radfahren), Blutuntersuchung, Röntgenbild von der Lunge. Am Dienstag nächster Woche machen sie zur Sicherheit nochmal einen Ultraschall am Herzen.

Ich bin so froh, die Untersuchungen gemacht zu haben. Jetzt bin ich von Kopf bis Fuß gecheckt und meiner Krankheitsangst ist die Grundlage genommen. Hatte ganz schlimme Angst vor Lungenkrebs.

Ich war heute beim Psychiater und habe mit ihm wegen meiner Medikation und psychischen Verfassung gesprochen. Von sich aus holte er eine Kapsel Venlafaxin raus und erklärte mir, dass er mit einigen Patienten die Kügelchen zählt, weil man heute wüsste, dass man Psychopharma ausschleichen muss wegen der Absetzerscheinungen. Da war ich baff. :lol:

Viele liebe Grüße
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Straycat
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Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Straycat »

Hallo Julia,

das sind erfreuliche Nachrichten :hug: Ich freue mich für dich, dass alle Untersuchungen o.B. sind!
Und einen Arzt zu haben, der sich mit dem Ausschleichen auskennt ist ein Jackpot.
Hast du mit ihm auch die Geschwindigkeit des Reduzierens besprochen? Also wie viel Reduktion und mit welchen zeitlichen Abständen?

Da kannst du dann auf jeden Fall auch davon ausgehen, dass er dich unterstützen wird, wenn du längere Zeit Rezepte benötigst und darauf Augenmerk legen musst, dass es Kapseln mit Kügelchen sind, die du brauchst.

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21698
Registriert: 06.01.2013 17:04

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von padma »

hallo Julia, :)

schön, dass die Untersuchungen alle in Ordnung waren. :D
Was mich aktuell noch umtreibt ist, dass ich alles als sehr fremd wahrnehme. Also ich erkenne alles, habe aber keine Gefühle, die sonst dazu gepasst haben. Schwer zu beschreiben. Als würde ich nicht in diese Welt gehören.
Das nennt sich Depersonalisation/Derealisation und ist auch ein mögliches Absetzsymptom. Wir haben einen extra thread dazu (findest du über die Themenübersicht, link dazu in meiner Signatur).
Von sich aus holte er eine Kapsel Venlafaxin raus und erklärte mir, dass er mit einigen Patienten die Kügelchen zählt, weil man heute wüsste, dass man Psychopharma ausschleichen muss wegen der Absetzerscheinungen. Da war ich baff.
Das hört sich vielversprechend an :D . Wir haben im Forum eine kleine Liste von Ärzten, die Absetzsymptome anerkennen und beim langsamen Ausschleichen unterstützen. Wenn das bei deinem so sein sollte, würden wir uns freuen, wenn du jemand aus dem Moderatorenteam per PN seine Adresse zukommen lassen könntest. Die Adressen werden vertraulich behandelt und nur regional per Anfrage per PN weitergegeben.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


gedankenwirbel
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Registriert: 30.08.2018 22:57

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Liebe Padma,

vielen Dank für deine Nachricht und den Hinweis mit der Derealisation. Finde ich sehr gruselig diesen Zustand :zombie:

Das mache ich sehr gerne mit der PN. :)

Schöne Grüße
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

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24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Brilla
Beiträge: 14
Registriert: 29.12.2019 00:10

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Brilla »

Hallo liebe Julia,
wow....da ging ja ganz schön was ab bei dir,in den letzten Tagen!
Deine Atemprobleme/-gefühle kann ich wirklich nachvollziehen und dieses ekelige Gefühl der Derealisation kenne ich auch sehr gut...leider.Nur kam es bei mir durch dies Schilddrüsengeschichte.....und,ja klar-im Endeffekt ist es das ZNS,das da so reagiert :(

Meditierst du manchmal....oder versuchst du es?
Mir hat mal ein TCM-Arzt die Übung des "Inneren Lächelns" gezeigt.
Du legst dich entsspannt auf den Rücken (sitzen geht aber auch) und atmest tief ein.
Gant tief in den Unterbauch,so dass zuerst der sich hebt,dann der Bereich darüber und dann die Brust.
Alles mit einem tiefen Atemzug.
Dabei stellst du dir vor,wie du Sonnenlicht einatmest...oder Freude,oder Glück....das kann für dich dann einfach eine Farbe annehmen.....
Und du stellst dir vor,wie bei jedem tiefen Atemzug deine inneren Organe mit dieser Farbe oder Licht ausgefüllt werden..... <3
Ich weiß nicht,inwieweit du das schaffen kannst,aber mit ein bischen Übung und Geduld wird es immer besser und mir hat es wirklich gut getan und tut es immer noch gut :)
Aber nicht länger,als ein paar Minuten,weil da baut man eine große Portion Energie auf....hat er damals gesagt :wink:

Ich freu mich sehr,dass du körperlich anscheinend gesund bist!
Mir gings allerdings auch so,dass ich mir eigentlich gewünscht habe oder sicher war,dass es etwas körperliches bei mir ist.Keine Ahnung....da kann man irgendwie besser damit umgehen und dran arbeiten :roll:

Und ich freu mich total,dass du anscheinend einen Arzt gefunden hast,der dich beim sehr langsamen und vorsichtigen Ausschleichen des Venlafaxin begleiten kann!
Das ist schon wirklich viel wert,wenn man da ärtzliche Unterstützung hat und nicht immer irgendwie tricksen oder um das Thema rumeiern muß.

Bitte erzähl weiter,wie es dir ergeht!
Bis dahin alles Gute und fühl dich gedrückt :hug:

Bleibts gsund!
Brilla
ab ca 1997 Citalopram wegen Panikattacken->ziemlich wirkungslos,aber auch keine Nebenwirkungen
1999 Diagnose Hashimoto-> je besser die Einstellung mit SD-Hormonen,desto besser Befinden
Citalopram von heute auf morgen abgesetzt ohne Probleme
ab 2014 wieder stärkere Probleme(heute führe ich das auf starken Mißbrauch von SD-Hormonen zurück)-> wieder Citalopram 20mg und ab und zu Imap-Spritze
2016 Citalopram ausgeschlichen,unter anderem wegen restless legs unter Einnahme
Juni 2017 wegen starker Depressionen erneut Versuch mit Citalopram-> mich haut sogar die Einschleichdosis von 10mg um und macht furchtbare Symptome!!
Oktober 2017 ein verzweifelter Versuch mit Paroxetin->grausam mit heftigen Selbstmordgedanken!Nicht weiter genommen!
Dezember 2017 Psychiatrie mit Diagnose mittelschwere bis schwere Depression mit Angststörung
Versuch mit Escitalopram 10mg traumatisch mit heftigen Selbstmorgedanken
Wieder Klinik mit Opipramol bis zu 200mg ohne große Wirkung
Dann ab März 2018 Venlafaxin ,langsam bis 150mg-> heftige Nebenwirkungen wie extreme Müdigkeit,Appetitverlust,Sehstörungen,restless legs,Schlaflosigkeit,etc
Herbst 2018 endlich annähernd annehmbares Befinden
März 2019 langsam von 150mg auf 75mg gesenkt
ab Frühjahr 2020 werde ich versuchen,langsam erstmal auf 37,5mg zu senken
Seit 15.03.20 habe ich wegen restless legs und der bescheuerten Lieferschwierigkeiten
Mit meinen Venlas von Heumann um 1 Minitablette aus der Kapsel gesenkt.
Geht prima :o
ab 03.05.20 nochmal eine Minitab weniger....

gedankenwirbel
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Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Hallo liebe Foris,

ich wollte schon früher schreiben, aber mir ging es sehr schlecht. :zombie: Seit gestern geht es etwas besser, daher möchte ich euch heute gerne berichten, wie es mir in letzter Zeit ergangen ist.

Ich habe leider etwas ziemlich dummes gemacht und habe nun den Schlamassel. Obwohl ich es besser hätte wissen müssen und ihr mir hier bzgl. der Dosierung von Venlafaxin (75 mg) geraten habt, etwas abzudosieren, habe ich wieder auf 150 mg aufdosiert :frust:

Seit dem plagen mich die furchtbarsten Zustände. Ich bin noch unruhiger, fühle mich innerlich zerrissen und könnte nur schreien. In den letzten Tagen habe ich Rotz und Wasser geheult und meine Mutter und Freund angefleht mir zu helfen. Ich hatte ein ekeliges, grauenvolles innerliches Gefühl, dass mit Worten fast nicht zu beschreiben ist. Ich lag im Bett und habe nur „Hilfe“ gerufen.

Warum ich diese doofe Entscheidung getroffen habe? Meine Atemprobleme hatten sich ja nach dem Arztbesuch in der Pneumologie gebessert. Da war ich erst super glücklich, doch nach ein paar Tagen kam der Einbruch. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass um mich herum eine dicke Luftwand ist, die mich erdrückt. Ich kann es kaum erklären, so crazy ist das. Die Angst zu ersticken kam wieder und macht mir wahnsinnige Angst. Dazu kam in der Magengegend so ein Druck und ängstliches Gefühl. Meine Mama und mein Freund tun alles, um mich zu beruhigen und mir klar zu machen, dass mir nichts passieren wird und meine Psyche für meine Symptome verantwortlich ist. Im Grunde weiß ich das auch.....

Ich ärgere mich wahnsinnig über mein Handeln, ich hatte nur solche Angst und redete mir ein, es wird besser, wenn ich die Dosis erhöhe. Nach allem, was ich hier gelesen habe, war das super kontraproduktiv. Ich wollte nur, dass es mir so schnell, wie möglich besser geht.
Ich konnte es in den letzten Tagen kaum aushalten zu existieren. Jede Sekunde war eine Qual, ich habe wieder schlimme Krankheitsängste entwickelt und konnte meine Gedanken nicht ertragen. Ich habe mich gefühlt, wie in der Hölle. Zum Glück kam meine Mutter oft her und hat sich um mich gekümmert. Sie hat mich auch animiert von der Couch aufzustehen und etwas zu tun. Gestern habe ich sie besucht und mein Bruder kam mit seiner Frau und Sohn vorbei. Es fiel mir unheimlich schwer, aber ich habe es durchgezogen und bin sogar geblieben, als sie essen bestellt haben abends. Ich merke, dass ich die Kraft habe etwas zu tun, es mich aber wahnsinnig anstrengt. Spazieren war ich gestern auch bei dem tollen Wetter. Da bin ich etwas stolz drauf. Denn am liebsten würde ich nur zu Hause bleiben, mich von meinem Freund umarmen lassen und weinen. Die unsagbare Angst in mir, dass mir gleich etwas ganz schlimmes passiert und ich sterben muss, bringt mich um den Verstand. Ich habe das Gefühl ganz schlimm krank zu sein und auf den Tod zuzusteuern. Wenn ich das schreibe, beginnt die Angst aus meinem Bauch aufzusteigen und würde am liebsten aufstehen und davonrennen.

Ich habe in den letzten Jahren oft etwas an der Venlafaxin Dosierung geändert und immer ist es mir sehr schlecht dabei ergangen. Aber diesmal hat es eine andere Stufe erreicht. Kann es davon kommen, dass ich über vier Wochen auf 0mg war und dann wieder eindosiert habe? Ich also gerade im Entzug bin und gleichzeitig die Nebenwirkungen vom Einschleichen ertragen muss? Meine Güte, das ist echt kein Leben aktuell :cry:

Als ich bei meinem Psychiater war, hat er mir zum schlafen Loeazepan mitgegeben. Ich weiß, dass das sehr abhängig macht. Daher habe ich es nur abends ein paar Tage genommen. Jetzt rühre ich die Dinger nicht mehr an, habe zu viel Respekt davor. Kann es sein, dass ich diese schlimmen Zustände hatte, weil ich schon etwas im Entzug davon bin/war? Habe sie 10 Tage genommen (1mg).

Sorry für den langen Text...ich könnte noch viel mehr schreiben. Danke für eure Hilfe und Sorry fürs nicht befolgen eurer Ratschläge!!!

Viele Grüße
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Jamie
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Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Jamie »

Hallo gedankenwirbel :)
Ich habe leider etwas ziemlich dummes gemacht und habe nun den Schlamassel. Obwohl ich es besser hätte wissen müssen und ihr mir hier bzgl. der Dosierung von Venlafaxin (75 mg) geraten habt, etwas abzudosieren, habe ich wieder auf 150 mg aufdosiert :frust:
oh je oh je oh je :(

Das war eine absolut schlechte Idee und leider zahlst du jetzt einen hohen Preis.
Tut mir leid, was dir da jetzt widerfährt und ich bin meilenweit entfernt von "hab ich ´s doch gewusst", aber manche Erfahrungen muss der Betroffene anscheinend wirklich selbst am eigenen Leib durchmachen, um dann die Tragweite zu erfassen.

Vermutlich bist du der am best untersuchteste Betroffene in Punkto Lungensachen im ganzen Forum. :whistle:
Du hast mehrfach höchstinstanzlich bestätigt bekommen, lungengesund und atmungsgesund zu sein; für dein subjektives Atemnotgefühl kann also nur Entzug und überreizte Nerven infrage kommen.
Ich glaube dir sehr wohl, dass du es hast, aber es scheint organisch keinen patholgischen Krankheitswert zu haben.

Wie möchtest du denn jetzt vorgehen?
Hast du die 150mg wieder gesenkt? Auf welcher Dosis bist du aktuell?
Kannst du das bitte in der Signatur ergänzen?
Deine Beschwerden kommen eindeutig (m. Er.) von der gewaltigen Aufdosierung.
Venlafaxin in diesen höheren Dosen macht unruhig, antreibend, nervös, teilweise führt es zu einem rasenden Körper und auch rasende Gedanken usw.
Also alles, was du nicht gebrauchen kannst, zumal du dich dann in deine Krankheitsängste weiter reinsteigerst.

Diese Dosisexperimente sollten aufhören, deiner psychischen und körperlichen Gesundheit zuliebe.

Ich schicke dir ein Kraftpäckchen rüber :group:
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

gedankenwirbel
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Registriert: 30.08.2018 22:57

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Liebe Jamie,
vielen Dank für deine schnelle und liebe Antwort. Ich könnte mir aktuell echt in den Hintern beißen :frust:

Du hast es auf den Punkt gebracht, dieses Hin- und Her muss endlich ein Ende haben! Zumal ich denke, dass mein Körper das Medi nicht mehr verträgt und haben möchte. Ich habe aktuell die Tabletten von Heumann mit den Pelletts drin. Mein Psychiater hat mir aber ein neues Rezept gegeben und vielleicht habe ich ja in der Apotheke die Chance eine Präparat mit Kügelchen zu bekommen. Ich muss dringen etwas runter von der zu hohen Dosis. Macht es Sinn, in meiner aktuellen Lage mit der von euch empfohlenen 10% Reduktion zu beginnen, wenn möglich? Oder ist das noch zu früh? Ggf. würde ich eins der Palletts weglassen?

Danke und liebe Grüße :group:
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Towanda
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Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Towanda »

Hallo Julia,

ich drücke die Daumen, daß das mit den Kügelchen klappt!

Kannst Du bitte die Signatur aktualisieren und auch immer aktuell halten, damit die hilfreichen Mitleser wissen, wann Du wieder aufdosiert hast - danke! :)

Viele Grüße, Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

gedankenwirbel
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Registriert: 30.08.2018 22:57

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von gedankenwirbel »

Liebe Towanda,
ich habe meine Signatur aktualisiert. :)

Ich hoffe auch, dass ich Glück in der Apotheke habe.

Viele Grüße
Julia
November 2014: erste Panikattacke nach langer Stessphase, gefolgt von fünf Wochen mit Angst, Panik und Depression. :zombie:

Weihnachten 2014: langsame Besserung durch eindosieren von Venlafaxin auf 150mg.

Diagnose: Generalisierte Angststörung, Panikstörung, depressive Episoden

Sommer 2015: 1. Absetzversuch innerhalb von vier Wochen auf Null (eigenmächtig - ohne ärztliche Begleitung)
Absetzsymptome: Panikattacken, Angstzustände, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Brain Zaps, grippaler Infekt, Schwäche, depressive Gedanken, Zittern, Weinattacken.
Wiedereindosierung auf 150mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Herbst 2016: Reduktion der Medikation von 150mg auf 75mg. Nach einigen Wochen mit Angst und Panik stabil.

Sommer 2017: 2. Absetzversuch: in Absprache mit Psychiater Reduktion von 75mg auf 37,5mg. Erst täglicher Wechsel zwischen 75mg/37,5mg dann ganz auf 37,5 mg.
Absetzsymptome Kreislaufprobleme, Angst, Panikattacken, Schwäche, Müdigkeit, morgendliches Aufschrecken, wenig Appetit, Heulanfälle, Schwindel, Schmerzen linker Rippenbogen, eingeklemmter Nerv, Herzneurose, Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
Januar 2018: Wiedereindosierung auf 75mg. Nach vier Wochen sind alle Symptome verschwunden.

Januar 2019: 3. Absetzversuch 75mg
Alle 2 Monate Reduktion mit Tabletten von Heumann, immer ein Pellet weniger. Seit Mitte Januar 2020 auf 0 mg. Während des Absetzens Magenprobleme, Dünnhäutigkeit, wenig stressresistent, Angstgedanken, häufige Infekte, Gliederschmerzen, Müdigkeit, extremes schwitzen.

Anfang März 2020: Krämpfe um die Nase, Nase zugeschwollen, Angstgefühle, Brennen im Hals und Brustkorb, große Unruhe und Anspannung, Weinanfälle, Schleimhäute, Augen brennen, nächtliches Aufschrecken mit Luftnot, Gefühl als wäre der Oberkörper ein Panzer, erhöhte Muskelspannung, Krankheitsängste, schlaflos, erhöhter Puls

Wiedereindosierung von Venlafaxin:
24.03. - 37,5mg
ab 31.03. - 75 mg (bei Bedarf Pipamperon zum schlafen)
Ende Mai - 150 mg
10 Tage abends je 1mg Lorazepam

Symptome: Derealisation, Depersonalisation, Ängst, Gefühl verrückt zu werden, Kribbeln in Gesicht und Armen, weiterhin komische Atemprobleme, Gefühl als schwillt der Hals zu, extremes schwitzen nachts, kleinste Aufgaben sind eine Überwindung, Verspannnungen, Krankheitsängste, Todesangst, Hilflosigkeit.

Annanas
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Beiträge: 7220
Registriert: 25.01.2016 19:41

Re: gedankenwirbel: Venlafaxin Chaos

Beitrag von Annanas »

Liebe Julia :) ,
danke für die Aktualisierung der Signatur.

Wenn ich in der Signatur nichts überlesen habe, dann warst du 2016 das letzte Mal auf dieser hohen Dosis
und jetzt erst seit 4/5 Tagen?!

Aufgrund diesen kurzen Zeitraums würde ich sofort wieder auf 75 mg gehen, die 150 mg dürfte das Gehirn noch nicht fest verankert haben.

Dann erstmal auf dieser Dosis bleiben u schauen, ob du dich darauf stabilisieren kannst o ob ggf die Dosis noch etwas verringert werden muß.
Aber darüber können wir uns dann wieder austauschen u neu überlegen, je nachdem, was du zur Symptomatik berichtest.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
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Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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