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Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Ihr Lieben,

ich bin schon seit Jahren stille Mitleserin und habe mich jetzt dazu entschieden meinen Beitrag zu schreiben, da ich ziemlich am Ende bin.

Wie ihr aus der Signatur entnehmen könnt, befinde ich mich schon seit ca. 4,5 Jahren in meiner persönlichen Hölle und habe das Gefühl, dass es von Monat zu Monat schlimmer wird.

Ich habe diverse Klinikaufenthalte (insgesamt 10 an der Zahl) hinter mir. Jedes mal ging es mir ein Stück schlechter, da mir Niemand glaubte, dass mein Körper sehr sensibel auf Medikamente reagiert. Es folgte immer ein totaler Zusammenbruch. Wahrscheinlich auch, weil mir immer gesagt wurde, dass man solch geringe Mengen einfach weglassen kann.

Derzeit bin ich kaum noch in der Lage am Leben teilzunehmen. Ich plage mich mit Dauerbenommenheit und Sehstörungen rum, die einfach kein Ende nehmen wollen. Derzeit ist die Angst auch so stark vertreten, dass ich nur wenig machen kann. Ich versuche es immer wieder, der Körper bricht allerdings danach immer zusammen. Nach jeder Belastung folgt ein Zusammenbruch. Entweder bekomme ich noch stärker Angst oder der Köper fährt so massiv runter, dass ich kaum noch gerade sitzen kann.

Ferner befinde ich mich seit nunmehr 2 Jahren in einer Verhaltenstherapie. Leider ohne Erfolg. Ich verstehe alle Ansätze und befolge diese auch, jedoch habe ich das Gefühl, dass sich die Angst dadurch nur noch mehr verstärkt.

Ich befinde mich jetzt so lange schon in diesem Alptraum. Ich war mir immer sicher, dass das alles noch der Entzug ist, jedoch habe ich seit einem halben Jahr schon fast die Hoffnung aufgegeben.

Meine Frage: Kann das alles noch der Entzug sein oder hat sich so eine chronische Generalisierte Angststörung / Panikstörung und Depression entwickelt?

Liebe Grüße,
Avalou
Zuletzt geändert von Straycat am 04.05.2020 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Hallo Avalou,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Cat
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Hallo Avalou,

nun noch eine persönlichere Antwort :)
Schön, dass du den Weg ins Forum gefunden hast und danke, dass du bereits eine Signatur angelegt hast.

Das ist wirklich heftig, was du bereits durchmachen musstest und noch immer musst :(
Das tut mir sehr leid für dich.

Ich denke die vielen Kaltentzüge und Experimente mit verschiedenen Präparaten in der Vergangenheit haben dein ZNS gehörig durcheinander gebracht und gereizt. Das kann dann leider eine lange Zeit dauern, bis sich das wieder etwas beruhigt.
Den Anfang genommen hat es wohl mit dem Kaltentzug von Mirta 2016.
Da du von einer Besserung nach Absetzen des Nuvaring schreibst, ist es gut möglich, dass auch Hormone in die Problematik mithineinspielen. Manche Menschen reagieren da sehr sensibel darauf und Hormone, ZNS und Psyche sind eng miteinander verstrickt.

Auch das AB und das Malaria-Mittel dürften bei dir massiv getriggert haben.
Avalou hat geschrieben:
04.05.2020 15:29
Derzeit bin ich kaum noch in der Lage am Leben teilzunehmen. Ich plage mich mit Dauerbenommenheit und Sehstörungen rum, die einfach kein Ende nehmen wollen.
Das können durchaus Absetzsymptome sein.
Avalou hat geschrieben:
04.05.2020 15:29
Derzeit ist die Angst auch so stark vertreten, dass ich nur wenig machen kann. Ich versuche es immer wieder, der Körper bricht allerdings danach immer zusammen. Nach jeder Belastung folgt ein Zusammenbruch. Entweder bekomme ich noch stärker Angst oder der Köper fährt so massiv runter, dass ich kaum noch gerade sitzen kann.
Was genau versuchst du da immer wieder? Wenn dein Körper so krass reagiert, dann ist das wohl auch ein Zeichen, dass er überanstrengt wird. Oft geht im Entzug nichts mehr, da braucht man radikal Ruhe. Wenn man dann versucht sich "zusammenzureißen" und etwas zu erzwingen, kann das oft alles nur noch verschlechtern.
Avalou hat geschrieben:
04.05.2020 15:29
Ferner befinde ich mich seit nunmehr 2 Jahren in einer Verhaltenstherapie. Leider ohne Erfolg. Ich verstehe alle Ansätze und befolge diese auch, jedoch habe ich das Gefühl, dass sich die Angst dadurch nur noch mehr verstärkt.
Kann es vielleicht sein, dass der Therapieansatz/Therapeut nicht passt?
Oft muss man da einige ausprobieren, um das passende für sich zu finden.
Avalou hat geschrieben:
04.05.2020 15:29
Meine Frage: Kann das alles noch der Entzug sein oder hat sich so eine chronische Generalisierte Angststörung / Panikstörung und Depression entwickelt?
Ich denke sehr wohl, dass das alles vom Entzug kommen kann. Bzw. in deinem Fall eigentlich von den Entzügen (Mehrzahl). Jeder neuerliche Entzug kann das ZNS noch mehr destabilisieren und mit jedem Mal wird es noch schwieriger (das nennt sich "Kindling-Effect").

Wie viel mg Opipramol hast du in der Woche zuletzt genommen?
Da du es schon seit Dezember 2019 nicht mehr genommen hattest, ist es gut möglich, dass du es einfach nicht mehr verträgst. Aber häufig wird auch eine zu hohe Wiedereinstiegsdosis gewählt. Das kann dann auch sehr kontraproduktiv sein, weil das Gehirn sich seit dem Absetzen ja auch schon begonnen hat, an die neue Dosis anzupassen. Wenn dann auf einmal wieder eine sehr hohe Dosis daherkommt, dann kann das auch einen enormen Stress für das ZNS bedeuten.

Allerdings ist es fraglich, ob es sinnvoll wäre, das Opi nochmal einzudosieren - du bist schon recht lange auf null gewesen (12/2019 bis 04/2020). Und der Versuch jetzt im April ging wohl auch eher nach hinten los. Aber das kann wie gesagt auch einer zu hohen Dosis liegen.
Wenn du es nochmal eindosierst, würde ich maximal eine minimalste Dosis wählen. Vielleicht 0,5mg oder so.

Der 3-wöchige Versuch mit Kaltentzug von Amitriptylin war wohl auch keine gute Idee (kein Vorwurf an dich!). Aber das machen leider sehr viele Ärzte, dass sie wild einfach verschiedene PP durchprobieren. Dadurch wird das ZNS dann auch noch zusätzlich gestresst...

Bekamst du denn in den Klinikaufenthalten in 02 und 03/2020 auch noch weitere Medikamente?

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass sich ein Weg für dich raus aus diesem Schlamassel findet.
Aber gib nicht die Hoffnung auf - es kann quälend lange dauern, aber jedes ZNS heilt auch irgendwann!

Alles Liebe,
Cat
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Cat,

erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Es ist immer wieder faszinierend, welch professionelle Arbeit ihr leistet.

Du hast mich gefragt, was ich immer mache, dass mein Körper so krass reagiert. Eigentlich nicht viel. Mal ist es eine kurze Autofahrt, mal ein Gespräch, mal ein paar Minuten im Buro. Selbst spazieren gehen lässt mich zusammenbrechen. Und es liegt definitiv nicht an der körperlichen Verfassung.

Mit meiner Therapeutin bin ich eigentlich ganz zufrieden. Sie kann mir nur auch nicht meine körperichen Symptome nehmen. Das fühlt sich alles so unwirklich an und nimmt immer zu. Die Symptome sind den ganzen Tag da. Egal wo ich bin oder was auch immer ich mache. Um meine Familie kann ich mich schon seit Monaten nicht mehr kümmern. Ich kann mich ja selber kaum versorgen.

Vor den 4,5 Jahren war ich ein komplett anderer Mensch. Ich verstehe das alles nicht mehr.

Das Opipramol habe ich zur Nacht 50 mg genommen. Ging aber gar nicht. Auch Tavor etc. habe ich nicht vertragen. Habe dieses aber auch nur als Notfallmedikament genommen.

Ich stehe einfach nur noch neben mir.

LG
Avalou
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Hallo Avalou,

könntest du die mg-Anzahl des Opi und auch das Tavor noch in die Signatur aufnehmen?
Dann hat man ein besseres Gesamtbild! :)

Wenn dein Körper so krass auf vermeintliche "Kleinigkeiten" reagiert, dann braucht er wohl wirklich im Moment viel Ruhe. Das kann einem schon komisch vorkommen, weil vieles vor dem Entzug problemlos ging und dann auf einmal geht nichts mehr. Aber da zahlt es sich oft wirklich aus, den Stress so gut wie möglich rauszunehmen und dem Körper (und auch dem Geist) die dringend verlangte Ruhe zu gönnen.

Die körperlichen Symptome kann dir die Therapie wohl nicht nehmen, aber man kann in der Therapie Ansätze lernen, mit ihnen bestmöglich umzugehen. Habt ihr da schon mal was versucht?

Ich weiß, wenn die körperlichen Symptome im Entzug sehr stark sind, dann leidet einfach auch die Psyche. Und genauso bewirkt die gedrückte Psyche (oder psychische Angst) körperliche Symptome. Das ist dann ein fieser Teufelskreis.

Liebe Grüße,
Cat
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Cat,

ich habe es in der Signatur aufgenommen. Ist noch alles etwas unübersichtlich für mich. Ich hoffe, ich mache nicht all zu viele Anfängerfehler bezüglich der Beiträge.

Therapieansätze habe ich mehr als genug, nur leider komme ich kaum ins Handeln, da mir mein Befinden immer einen Strich durch die Rechnung macht. Und wenn ich handel, dann gehe ich einen Schritt nach vorne und zwei zurück. Diese Symptome machen einfach nur noch Angst. Es macht mir auch Angst, dass ich selbst die Ruhe nicht mehr aushalten kann. Ich verstehe es auch nicht, warum nicht mal kleine Fenster kommen.

Ich habe die Jahre immer gekämpft für eine Besserung, aber irgendwie tritt diese nicht ein.

In den Kliniken habe ich so viele Patienten kennengelert, jedoch keinen, der durchgängig solche Symtome hatte. Das komische ist, dass trotz der Benommenheit der Kopf eigentlich klar ist. Nur der Körper versteht es nicht. Es ist schon ein komisches Gefühl mit einem klaren Kopf durchzudrehen.

Liebe Grüße
Avalou
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Jamie
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Jamie »

Hallo Avalou,

willkommen bei uns :).

Du benutzt immer wieder den Begriff Zusammenbrechen.
Was meinst du genau damit?

Er ist physisch und psychisch anwendbar, und auch für beides.
Brichst du aus Schwäche zusammen, wenn du zB spazieren warst? Ist es, als hätte man dir sozusagen den Stecker von einer Sekunde auf den anderen gezogen?
Oder strengt dich momentan alles auch seelisch so an, dass daraus ein Zusammenbruch, der auch körperlich (und psychisch) sein kann, folgt? Bekommst du dann Weinattacken, Angstzustände, Panik oder Ähnliches oder ist das eine Mischform?
Ich frage, um ein klareres Bild zu bekommen.

Weswegen hast du überhaupt das Mirtazapin ganz zu Beginn deiner "Psychopharmakakarriere" bekommen? Irgendeine psychiatrische Diagnose muss doch gestellt worden sein, oder?
Man gibt es ja nicht einfach so.
Es fällt mir auf, weil es mit der Cosentyx Studie zusammenfällt.
Auf was wirst du behandelt? Generalisierte Angststörung? Woher glaubst du kommt die große Angst und Panik? War das immer schon da? Wenn nein, seit wann?
Sorry die vielen Fragen, aber das zu wissen könnte helfen. :roll:

Ich habe die leise Befürchtung, dass du womöglich anhaltend an den Folgen / Nebenwirkungen (NW) der Hydrochloroquin Behandlung leidest.
Es ist für seine berüchtigten Nebenwirkungen bekannt und ich bitte dich dir den Beipackzettel noch mal genau durchzulesen (die NW), ein Teil deiner Symptome (nicht alle) werden dort genannt. Auch progressive Muskelschwäche (hast du das oder ist es eher ein allgemein großes Schwächegefühl?) wird da genannt.
https://mein.sanofi.de/produkte/Quensyl ... a9ea9984d9

Ich habe auch so ein Gefühl, dass du dich vielleicht mal mit dem Thema CFS / ME / Fatigue befassen solltest. Eine Fatigue ist eine Ausschlussdiagnose und ein schweres komplexes Krankheitsbild.
Ich will keinesfalls andeuten, dass du das hast, das kann, darf und will ich nicht, aber ich wollte dir schreiben, dass es Zustände gibt (vielleicht ausgelöst durch Medikamente und deine Psychopharmaka-Einnahmen), die die Medizin kennt, weil sie von schwerster Schwäche geprägt sind.

Wenn du mal 30min Zeit hast, schau mal in dieses Video zu dem Thema. Es ist m. Er eines der besten, ausgewogensten und medizinisch belastbarsten zum Thema CFS / ME / Fatigue
viewtopic.php?f=57&t=11805&p=356458&hil ... ue#p296636

Jetzt noch mal zurück zu den PP, NW und Entzug:
Bei meinem Benzoentzug und noch Jahre später hatte ich immer wieder Phasen, da musste ich, egal was ich tat, alles stehen und liegen lassen und konnte mich nur noch ins Bett retten.
Dies überkam mich urplötzlich.
Es war, als hätte man mir innerhalb einer einzigen Sekunde sämtliche Lebensenergie aus dem Körper gesaugt und mich ausgeknipst.
Besonders schlimm war es, wenn ich gerade unterwegs war. Ich musste dann mittendrin umkehren und mich heim schleifen / heim taumeln. Es war eine Qual.

Mitauslöser war neben dem Benzoentzug bzw danach, ich will es noch erwähnen, eine schwere chronische Insomnie, die meinen Körper bis ins Mark erschütterte, erschöpfte, zermürbte und schwächte und an der ich heute noch leide.

Heute habe ich diese Zustände nur noch selten, aber wenn, finde ich es jedes Mal wieder erschütternd. Diese Zusammenbrüche sind aber zu 99% körperlicher Natur bei mir; folgen jedoch öfters auch sehr stressigen Lebensphasen oder Ereignissen, weswegen ich es als Mischform bezeichnen würde, denn man kann das eine nicht vom anderen trennen.

PS - Ich nehme an deine Blutwerte sind alle mal gecheckt worden?

Ich hoffe, da sind ein paar hilfreiche Impulse für dich dabei
Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Jamie,

auch Dir möchte ich von Herzen für die schnelle Antwort danken.

Der Begriff Zusammenbruch war bis zum AB / Malaria Mittel nur physisch. Danach hat es sich auch psychisch gezeigt. Der Zusammenbruch erfolgt durch Angst und Verkrampfung, die mit teilweise hyperventilieren einher gehen. Ein anderes Mal erfolgt der Zusammenbruch in Form des gezogenen Steckers. Das wechselt sich oftmals am Tag ab. Seit ca. 2-3 Monaten sind Heulattacken dazu gekommen. Teilweise so extrem, dass ich wild um mich schlage aus purer Verzweiflung. Das macht mir langsam immer mehr Angst. Zum Teil zeigen sich die Anfälle auch durch zittern, was sich aber mehr wie eine Verkrampfung bzw. spastisch anfühlt. Seelisch bin ich zur Zeit nur noch ein Wrack. Ich komme da einfach nicht mehr raus. Das schlimme ist auch, dass der Spannungszustand den ganzen Tag anhält. Mir fehlt wortwörtlich die Luft zum atmen.

Mit dem Mirtazapin wurde aufgrund der beiden Panikattacken und Schlafstörungen begonnen. Damals noch ohne Diagnose. Danach begann auch erst meine ganze Krankengeschichte. Heute lautet die Diagnose GA und Depression. Angst vor etwas bestimmten habe ich nicht. Ich versuche auch alles auszuhalten. Ich habe auch kein Problem mit Menschenmengen oder an Supermarktkassen. Wenn die Symptome geringer sind, bin ich sogar froh unter Menschen zu sein. Die Angst ist zuhause sowie unterwegs ohne Verstärkung oder Milderung. Ein Sozialleben findet ja kaum noch statt. Nur in Form von Arztbesuchen.

Das Quensyl war mir damals schon nicht ganz geheuer. Ich habe den Arzt gebeten nur das AB einzunehmen, da mein Bauchgefühl schon nicht so gut war. Er sagte es hilft nur zusammen mit dem AB und kann bedenkenlos über drei Wochen genommen werden. Nach 10 Tagen ging dann gar nichts mehr. Bettlägerig und suizidale Gedanken. Sowas hatte ich vorher nicht. Sind Schädigungen durch das Malariamittel denn auch reparabel?

Danke für den Bericht CFS. Da habe ich mich auch schon mehrfach mit beschäftigt und hoffe natürlich, dass das nicht in Frage kommt. Mein Arzt möchte davon auch nichts wissen. Es ist ein super Arzt, jedoch ist er davon überzeugt, dass es sich um eine GA und Depression handelt. Er fing auch immer wieder mit neuen Medikamenten an. Pregabalin, Quetiapin, Hormone etc. Nach einmaliger Einnahme folgte jedoch jedes Mal ein Desaster. Und was war schuld? Natürlich die Angststörung, die das verursacht.

Blutwerte, MRT, EEG, EKG etc. wurde alles schon untersucht. Diagnose kerngesund. Morgen erfolgt erneut ein Langzeit- und Belastungs-EKG.

Dieses taumeln, von dem Du redest kenne ich nur zu gut. Wie ein Zombie. Der Kopf ist da, der Körper aber nicht. Manchmal ist es nach einiger Zeit etwas besser, taucht dann aber kurze Zeit später wieder auf.

Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass sich das ZN nicht wieder stabilisiert. Kann dass alles noch vom Quensyl sein? Wobei gut ging es mir davor ja auch nicht wirklich und da hatte ich ja schon zwei Jahre nichts mehr genommen.

Ach, kurze Info noch am Rande. Ich bin weiblich, 44 Jahre alt und hatte bis vor 4,5 Jahren keine Probleme. Depressionen waren für mich ein Fremdwort. Ich stand mit beiden Beinen fest im Leben und es erschrickt mich, meine Familie und Freunde, was das alles aus mir gemacht hat.

Liebe Grüße
Avalou
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Hallo Avalou,

so wie du diese "Anfälle" beschreibst, fühlen sich meine Panikattacken auch immer an. Mit spastischem Zittern und komplett verkrampft.
Bei mir kamen die PA auch erst nach dem zu raschen Absetzen eines AD, also quasi als Absetzsymptom. Heute kommen sie nur noch seltener, aber eine Zeit lang war es sehr häufig und intensiv.

Solche Zustände können einen schon sehr erschrecken. Ich verstehe, dass es dich und dein Umfeld verunsichert :(

Verliere nicht den Mut - ich dachte in den schlimmsten Phasen auch, dass es niemals wieder gut wird. Aber heute ist es schon um ein Vielfaches besser - ich bin weitgehend alltagstauglich.

Alles Gute,
Cat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Cat,

bei mir war die Nacht heute um 3:00 Uhr zu Ende. Am Morgen habe ich dann erst einmal wieder einen Anfall bekommen. Bei mir wechseln sich die Zustände zwischen Anfall und zusammensacken des Körpers ab. Dazwischen gibt es nichts, außer massive Benommenheit und Angst.

Ich weis nicht, wie lange ich das noch aushalten kann. Ich bin so verzweifelt und hoffnungslos. Was ist, wenn das nicht mehr aufhört. Bis dato wurde es ja auch die 4,5 Jahre immer schlimmer.

Gleich habe ich einen Termin zum Langzeit-EKG. Ist auch wieder ein Kampf den Termin wahrzunehmen.

Alles Liebe,
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Ihr Lieben,

der Tag hat eigentlich, im Vergleich zum gestrigen (mehre Panikattacken und das Gefühl jeden Moment durchzudrehen), ganz gut begonnen. Ich hatte nach dem Aufstehen nur unterschwellige Angst, die aber noch gut auszuhalten war.

Jetzt hab ich gedacht, ich setze mich mal ein bisschen an den PC und mache ein paar Erledigungen. Nach kurzer Zeit tritt wieder diese massive Benommenheit auf und die Augen fangen an zu schmerzen. Das fokussieren fällt mir sehr schwer. Außerdem taucht wieder so eine komische Angst im Bereich des unteren Halses auf.

Ist das alles (nur) Angst, die vom Kopf gesteuert wird oder kann das auch noch mit dem Kaltentzug zusammenhängen? Der Kopf fängt dann immer so komisch an zu brennen. Ich habe ja auch fast 2 Jahre gar nichts genommen. Viel besser wurde die ganze Angelegenheit aber nicht.

Oh Leute, dass ist alles so anstrengend, dass man so massiv im Leben einschränkt ist.

Ich komme auch gerade vom Langzeit-EKG. Natürlich alles bestens. Herzlichen Glückwunsch! Nur warum fühlt sich das keine Sekunde so an.

Ich würde so gerne von Leuten hören oder lesen, die das auch durchgemacht haben und wieder geheilt sind.

Euch Allen einen schönen sonnigen Tag mit ganz vielen Fenstern.

Liebe Grüße
Avalou
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Hallo Avalou,

hier findest du unseren Thread mit Erfolgsgeschichten AD Absetzen.
Es gibt also einige, die es schon geschafft haben!

Gib die Hoffnung nicht auf - unser Gehirn schafft Dinge, die einem unmöglich erscheinen! Es kann sich wieder anpassen, auch wenn dein ZNS nun ziemlich aus dem Gleichgewicht ist. Du brauchst vor allem viel Geduld, auch wenn das sehr schwer ist!

Liebe Grüße und alles Gute,
Cat
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Cat,

es fällt mir schwer zu glauben und zu hoffen. Am meisten lähmt mich die Angst. Heute morgen war es erträglich und schwupps und sie in vollem Ausmaß wieder da. Ich habe dann immer das Gefühl nicht da zu sein und jeden Moment weg zu sein. Ich weiß, dass kennen viele.

Was ich komisch finde ist, dass es zwischen 10-18 Uhr am Schlimmsten ist. Danach wird es dann etwas besser aushaltbar. Woran liegt das, dass es immer bestimmte Zeiten hat?

Liebe Grüße,
Avalou
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Annanas
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Annanas »

Hallo Avalou :) ,
ich denke auch, wie Cat :) u Jamie :) , daß dein Befinden aus der medikamentösen Vorgeschichte resultiert.
Da wurde so viel mit Psychopharmaka experimentiert, z.T. kalt abgesetzt u wieder gewechselt (kein Vorwurf an dich), dazu die hormonelle Komponente durch den Nuva-Ring (sehe hier übrigens auch die Ursache für die Panikattacken) sowie AB u Malariamittel.

Alle diese Medikamente bzw das Absetzen dieser, haben Einfluß auf die Funktion des Zentralen Nervensystems - dieses ist immer bestrebt, mit u dann wieder ohne Medikamente mittels diversen Anpassungsvorgängen in ein Gleichgewicht zu kommen.
Diese Anpassungsvorgänge können Symptome auslösen.

Aber diese Anpassungsvorgänge bedeuten auch, daß das ZNS neuroplastisch ist, funktionell u strukturell, dh es kann sich generieren u von den Medikamenteneinflüssen erholen.

Das Dilemma dabei ist nur, daß das erstens nicht von heute auf morgen passiert u zweitens, daß für die Heilung sehr viel Energie vonnöten ist, die u.U. woanders fehlt.

Das Gehirn verbraucht im Normalfall im Verhältnis zu anderen Organen schon die meiste Energie - durch notwendige Anpassungsvorgänge noch einmal mehr.

Dadurch kann es zu diesen Überlastungssymptomen bzw kognitiven Einschränkungen, wie dzt bei dir, kommen.
Man kann sich nicht lange konzentrieren, nicht gut fokussieren usw u es können dann diese Symptome, wie bspw die Benommenheit auftauchen.
Ich kenne das auch ganz stark - wenn ich mich dann zu weiterer Tätigkeit zwinge, wird mir zusätzlich übel u weitere Symptome tauchen auf.

Wenn irgend möglich (ich weiß, daß das bspw im Job oft nicht geht), sollte man das nicht ignorieren, sondern seinem Gehirn möglichst Ruhe gönnen. Evtl Dinge tun, die automatisiert ablaufen oder versuchen, zu entspannen.

Du wirst wieder gesund werden - ich würde nur an deiner Stelle keine PP mehr einnehmen bzw soweit wie möglich, auch andere Medikamente meiden u dir insgesamt sehr viel Ruhe genehmigen - was nicht heißt, daß man zwingend schlafen muß - sondern weniger anspruchsvolle Dinge tun, Spaziergänge oder eben das, was dir guttut.

Stöbere auch gerne im Forum herum, es gibt viele Tipps, wie man eine Linderung der Symptome erreichen kann.

Bin heute auch verlangsamt im Denken u Schreiben :cry: , sehe gerade, daß Cat :) u auch du schon neue Beiträge verfaßt habt.
Avalou hat geschrieben:
06.05.2020 10:54
Was ich komisch finde ist, dass es zwischen 10-18 Uhr am Schlimmsten ist. Danach wird es dann etwas besser aushaltbar. Woran liegt das, dass es immer bestimmte Zeiten hat?
Das geht auch ganz vielen Foris so, die Regelkreise im Körper sind einem zirkadianen Rhythmus unterworfen, so ist z.B. der Cortisolspiegel beim Erwachen sehr hoch, auch tagsüber gibt es Schwankungen u normalerweise fällt er abends wieder ab.

Das wäre evtl ein Faktor, warum es einigen Foris zum Abend hin besser geht - bei mir ist das meistens auch so.
Da spielen aber bestimmt noch viele weitere Dinge mit hinein.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Anna,

Dankeschön für die aufbauenden Worte. Ich lese hier ja schon einige Jahre mit, und weiß eigentlich was die AD's anrichten können. Wenn man aber jeden Tag diese Symptome hat und sich keine wirkliche Besserung einschleichen will, dann fängt man doch wieder schnell das Zweifeln an.

An Arbeit ist seit Jahren eigentlich gar nicht mehr zu denken. Zum Glück bin ich im Büro meines Mannes angestellt und kann somit arbeiten, wenn es mir mal etwas besser geht. Oft sind das nur 2-6 Stunden die Woche. Aber immerhin kommt man etwas raus und sieht mal wieder was anderes.

Ruhe war bis vor einem Jahr ganz gut für mich. Mittlerweile drehe ich beim Ausruhen regelrecht durch, bekomme Zitteranfälle, verfalle in Hilflosigkeit, Verzweifle regelrecht in diesem Moment. Das geht dann soweit, dass ich sogar mein Leben anzweifle. Wenn das vorbei ist, dann ticke ich wieder normal und kann gar nicht verstehen, warum ich so heftig reagiert habe. Auch während der Anfälle merke ich, dass der Kopf eigentlich normal tickt, der Geist und Körper mir aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen.

Das alles macht natürlich um so mehr Angst.

Es ist so unfassbar, wie schnell sich das Leben ändern kann. Da ist man 40 Jahre kerngesund und steht mitten im Leben und dann ist man von heute auf morgen nur noch ein Häufchen Elend, das sich durch jeden Tag kämpfen muss. Und kein Außenstehender (außer ihr natürlich) kann auch nur Ansatzweise verstehen und nachempfinden wie es einem geht und was da mit einem passiert. Einfach nur die Hölle.

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf...

Liebe Grüße
Avalou
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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Liebe Avalou,
Avalou hat geschrieben:
06.05.2020 11:36
Ruhe war bis vor einem Jahr ganz gut für mich. Mittlerweile drehe ich beim Ausruhen regelrecht durch, bekomme Zitteranfälle, verfalle in Hilflosigkeit, Verzweifle regelrecht in diesem Moment. Das geht dann soweit, dass ich sogar mein Leben anzweifle. Wenn das vorbei ist, dann ticke ich wieder normal und kann gar nicht verstehen, warum ich so heftig reagiert habe. Auch während der Anfälle merke ich, dass der Kopf eigentlich normal tickt, der Geist und Körper mir aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen.
Das mit der Ruhe ist so eine Sache... ich kenne das auch, dass mir manchmal Ruhe sehr gut tut und sie unverzichtbar ist, aber dann kann ich in Ruhephasen auch regelrecht rotieren, so wie du das beschreibst.
Das ist immer ein Balanceakt und wohl auch viel Fingerspitzengefühl nötig, dass man hier die richtige Dosis an Ruhe und Ablenkung findet.

Der Knackpunkt für mich ist oft die Gelassenheit und Akzeptanz. Daran arbeitet man ja sein Leben lang und es ist wohl niemand ein geborener buddhistischer Mönch, der das immer 100% praktizieren kann.
Aber sich da immer wieder daran zu erinnern ist meines Erachtens nach sehr wichtig.
Besserung stellt sich - wie Anna :) so richtig schreibt - nicht von heute auf morgen ein. Aber ich sie wird kommen, das glaube ich ganz fest!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
Alles Liebe,
Cat
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Reggi17
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Reggi17 »

Liebe Avalou,

Ich finde mich in all deinen Symptomen
wieder, so treffend hätte ich es garnicht
formulieren können.
Kämpfe auch schon über 3Jahre und nehme
2 Antidepressiva.

Ich musste leider auch viel Antibiotika in den letzten Jahren nehmen und dauernd wechselnde
Antidepressiva plus Tavor.

Auch ich war vor diesen ganzen Medikamentencocktail ein kerngesunder Mensch.

Mittlerweile habe ich schon auch Tage, an denen
es mir besser geht, wenn gleich mich der kleinste
Stress sofort wieder aus der Bahn wirft.
Keine Ahnung, ob ich dauerhaft wieder arbeiten
kann.

Hoffe, dass es uns durch Akzeptanz und Geduld
Irgendwann besser geht.

Liebe Grüße
Reggi
Ausgangssituation:
- stabile psychische Gesundheit bis 11/2016
- Einnahme von L-Thyroxin 50mg

Verlauf Depression:
11/2016-12/2016: Tavor (0-0-0,5mg) Dreiwöchige Einnahme bei anstrengender Indienreise, ursprünglich eingenommen wegen Flugangst > kalt abgesetzt aus Unwissenheit
10/2016-12/2016: Zahnwurzelbehandlung, starke Schmerzen, Einnahme von 3 Antibiotika-Präparaten, Schmerzbehandlung mit Ibuprofen, Intravenös Aspirin+VitaminC

-> 01/2017: schwere Depression, permanente Angstzustände, innere Unruhe ("schlagartig" eingesetzt)
-> Einnahme Citalopram 3 Wochen, verstärkte innere Unruhe -> Kalt abgesetzt
- Einnahme Opipramol 50mg
- Einnahme Tavor jeden zweiten Tag 0,25mg

-02/2017: Stationärer Klinikaufenthalt:
-Reduzierung L-Thyroxin auf 25mg
- Opipramol 150mg, Oxazepam
- Valdoxan (10 Tage)
- Einsetzen von Tavor auf 2mg
- Eindosierung Doxepin bis 225mg
- Tavor schrittweise Reduzierung => starke Entzugserscheinungen, innere Unruhe als Hauptsymptom
-07/2017: Entlassung Klinik
- L-Thyroxin auf 0mg
- Reduzierung Doxepin auf 200mg
=> schrittweise weitere Reduzierung
02/2018: Eindosierung Lamotrigin auf 100mg
- 03/2019: Schrittweise Reduzierung von Doxepin seit 07/17 auf 37,5mg und Lamotrigin 75mg

03/2019:
- Erkrankung Influenza
- Einnahme Antibiotikum
- Multiresistenter Keim -> Erneute Antibiotikaeinnahme (3 W)
-> bei Blutkontrolle: Zufallsbefund Monoklonale Gammopathie:
- CT Knochen, MRT Kopf

- seit ca. 06/2018: Paroxymales Vorhofflimmern

- Verschlechterung Zustand: starke innere Unruhe, Kraftlosigkeit, Anspannung, Depression
-> Klinikaufenthalt (s.u.)

>Weitere gesundheitliche Angaben
- Monoklonale Gammopathie unklarer Signifakanz (festgestellt 04/2019)
- Nahrungsergänzungsmittel /pflanzl. Präperate : Omega3, Magnesium, Lasea, Sedacur Forte, Pascoflair
- Allergien: Nickelallergie


>Aktueller Absetzverlauf
- 07/2019: Erneut Klinikaufenthalt: Kaltes Absetzen Doxepin (37,5mg) + Lamotrigin (100mg),
Eindosierung Venlaxfavin innerhalb 14 Tage auf 225mg + Tavor (0,5-0,5-0,5) + Pimpamperon (20-20-60)
- nach 3,5 Wochen Absetzen Tavor, Venlafaxin abdosiert auf 150mg, Pimpamperon (20-0-20)
- Abdosierung Venflafaxin innerhalb 3 Wochen
- Einsatz Tavor 1,5mg (0,5-0,5-0,5) + Olanzapin 2,5mg
- Eindosierung Amitryptillin von 25mg auf 100mg innerhalb 2 Wochen
- Ausschleichen Tavor nach 7-wöchiger Einnahme
- Amitryptillin innerhalb 1 Woche abgesetzt (Vorhofflimmern)
- Eindosierung Mirtazapin auf 22,5mg, Abdosierung Olanzapin auf 1,25mg
- 10/2019: Klinikentlassung
- Olanzapin abdosiert, Mirtazapin auf 37,5mg
- Tavor bei Bedarf 0,5mg
- 12/2019: Eindosierung Sertralin innerhalb 2 Wochen auf 100mg, Reduzierung Mirtazapin auf 15mg
- Einnahme Tavor 1mg (0,5-0-0,5)
- 7.2.2020: Absetzen Tavor - langsames Ausschleichen bis 28.2.

Aktuelle Medikation: Sertralin (100mg-0-0) + Mirtazapin (0-0-15mg)
Symptome: extreme Schwäche, Stimmungsschwankungen, suizidale Gefühle, Gliederschmerzen, Kopfdruck, Depression, Taubheitsgefühle (Kribbeln), Angstzustände

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Cat,
hallo Reggi,

danke für Eure Nachrichten. Heute ist wieder ein Höllentag. Gestern der Tag war schon grenzwertig, mit ganz viel Angst und einer Panikattacke, aber zumindest hat es sich gestern Abend sehr gut angefühlt. Das lässt mich dann immer etwas hoffen. Tja, und was soll ich sagen, heute ist es noch schlimmer als sonst. Permanente Angst und zittern. Mein Mann hat mich vorhin wo hin gefahren. Ich war nur zu 50% anwesend und habe total gelallt. Wie als wenn man zu viel getrunken hat. Kennt Ihr auch solche Zustände?

Ich weiß nicht mehr, wie ich das noch aushalten soll. Ich denke immer, es kann doch nur besser werden, jedoch war der Zustand noch nie so schlecht wie momentan. Kann das wirklich der Entzug sein oder hängt da noch was anderes mit zusammen? Ich weiß es einfach nicht mehr.

Komischerweise habe ich in den Kliniken keine Personen kennengelernt, die etwas vergleichbares hatten. Oder ist es doch nur eine ganz fette Depression mit Angststörung.

Man (ich) kann mich doch nicht jeden Tag schlecht fühlen, seit 4,5 Jahren. Was ist das???

Das Schreiben hat mich jetzt wieder ein bisschen runtergebracht. Trotzdem ist der Zustand mehr als grenzwertig.

Liebe Grüße
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Ihr Lieben,

die letzten Tage waren die Hölle. Die Symptome nehmen von Tag zu Tag an Fahrt auf. Ich habe momentan jeden Tag Zusammenbrüche. Die äußern sich mit kompletten Kontrollverlust, zittern und dann eine Art von nicht mehr ganz da zu sein. Wenn diese Anfälle auftauchen (meist über mehrere Stunden) dann ist wirklich nichts mehr möglich. Ich muss mir mittlerweile Druckschmerzen zufügen, um den Zustand auszuhalten. Das ist doch nicht mehr normal. So etwas hatte ich noch nie. Kann das wirklich Entzug sein? Diese Frage stelle ich mir immer und immer wieder.

Gibt es da Draußen jemanden, dem es so ähnlich ergeht. Das macht mir alles so starke Angst. Die Angst beherrscht meinen Alltag momentan komplett. Egal was ich tue. Egal zu Hause oder auch wenn es mir mal möglich ist einzukaufen. Immer die gleich Intensivität.

Ich will mein altes Leben zurück. Mein Mann und meine Kinder bekommen langsam Angst vor mir. Das sehe ich in Ihren Augen. Und sie fangen an mich aufzugeben und mich für verrückt zu erklären. Ich bin klar im Kopf, und weiß doch selber nicht mehr, was da mit mir passiert.

Meine Therapeuten sagen immer kleine Schritte machen, aber egal ob ich viel oder wenig mache, es ändert sich nichts. Alles fühlt sich falsch an.

Sagt mir bitte, dass es wieder aufhört.

Liebe Grüße,
Avalou
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Jamie
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Jamie »

Hallo avalou, :)

das klingt sehr schlimm, was du da durchmachen musst. :(

Ich habe leider keine Glaskugel und kann nicht genau sagen, woher die Zustände rühren.
Ich nehme an, du hast es organisch mal abklären lassen (Blutbild), oder?
Ich muss mir mittlerweile Druckschmerzen zufügen, um den Zustand auszuhalten. Das ist doch nicht mehr normal. So etwas hatte ich noch nie. Kann das wirklich Entzug sein? Diese Frage stelle ich mir immer und immer wieder.
Der relevante Punkt, auf den du achten musst, ist jener:

Wenn du in deinem ganzen Leben nie solche Zustände hattest und das Auftauchen in zeitlichem Zusammenhang mit Medikamentenveränderung oder Absetzen steht, dann ist eine Korrelation sehr wahrscheinlich. Sprich - wie wahrscheinlich ist es, dass es dir so besch*** geht wie nie zuvor in deinem Leben, wenn da nicht etwas für infrage kommt und was da infrage kommt, sind in der Regel 2 Dinge. Vorrangig falsches Absetzen von medikamenten oder chaotisches Experimentieren oder den schlimmen Zuständen ist eine schwere seelische Krise vorausgegangen, die dies bedingt.
Trifft das zu?
Oder ist der Zusammenhang zum Absetzen augenfälliger?

Weil warum sollte deine jahrelange Depression oder GAS oder Angstzustände genau zu dem Moment so viel schlimmer werden, wo du gerade absetzt?
Es wäre ja geradezu mit Scheuklappen durch die Gegend gerannt, da nicht zumindest mal drüber nachzudenken, ob das nicht was mit dem Absetzen (respektive Medikamentenveränderungen) zu tun hat (?)

Was sagt denn dein Therapeut zu deinem Zustand?
Hättest du für den absoluten Notfall ein Bedarfsbenzo?
Es wäre keine Lösung, könnte aber von psychologischem Vorteil sein einfach zu wissen, dass man für unerträgliche Zustände notfalls etwas hätte.
Mein Mann und meine Kinder bekommen langsam Angst vor mir. Das sehe ich in Ihren Augen. Und sie fangen an mich aufzugeben und mich für verrückt zu erklären. Ich bin klar im Kopf, und weiß doch selber nicht mehr, was da mit mir passiert.
Das ist verständlich und nachvollziehbar. Sie haben Angst um dich und verstehen nicht, was passiert - wie auch du.
Es wäre gut, sie auf deine Seite zu holen, ins Boot zu holen.
Zeige ihnen unsere Absetzsymptomliste (ausdrucken?), damit sie sehen, dass du nicht völlig gaga bist.

Dass du klar im Kopf bist ist der beste Beweis, dass bei dir im Oberstübchen noch alles funktioniert, auch wenn es sich so anfühlt, als ob du und dein Körper sich auflösen würde und man denkt, man schnappt sekündlich über.
Kein Mensch, der nicht ein schweres Entzugssyndrom selbst am eigenen Leib miterlebt hat, kann ermessen, was man da an Verrücktem und Unerträglichem durchmacht :cry: - damit bist du hier wirklich nicht alleine, so schlimm es auch ist. Aber vielleicht ist es dir dennoch ein kleiner Trost (?) :hug:

Du bist nicht verrückt und was am wichtigsten ist: Gib du dich nicht auf! Das darfst du nicht!
Gib die Hoffnung nicht auf!

Alles Liebe, mitfühlende Grüße :hug:
Jamie

Link Absetzsymptomliste: viewtopic.php?f=18&t=12534

Generell hilfreich zur Übersicht und zum Stöbern: viewtopic.php?p=312990#p312987
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

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