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Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Jamie
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Jamie »

[offtopic]Hallo krasiva, hallo Mitlesende. :)

Eine Info zur Technik.
Wenn ihr euch vertippt oder etwas ergänzen möchtest und es rasch bemerkt, könnt ihr innerhalb von ich glaube 60min euren Text nachträglich noch editieren.
Wenn ihr einen Text schreibt und ihn löschen wollt, geht das nur innerhalb der nächsten 60 sec nach Veröffentlichung.
Damit wollen wir verhindern, dass User (wie in der Vergangenheit geschehen) ihre Texte einfach rauslöschen, weil es zB Zwist gab und keiner mehr dann weiß, worum es geht und noch wichtiger: Wir wollen sensibilisieren beim Schreiben darüber nachzudenken, was man schreibt. Wildes Löschen (wie früher) gibt es nicht mehr, nur noch nach Rücksprache mit dem Team.

Wünsche allen einen guten Start in die Woche
Jamie[/offtopic]

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Jamie & Blumenfeld, :hug:

das ist wirklich ganz lieb von Euch. Ich danke Euch von Herzen dafür. Ich habe jetzt seit 2 Tagen keine Anfälle mehr gehabt. Der Samstag war zwar einer meiner schlimmsten Tage, aber trotzdem ohne Anfall. Gestern konnte ich mich sogar den ganzen Tag auf den Beinen halten. Es hat mir zwar unheimlich viel Kraft gekostet, aber ich habe es irgendwie ganz gut geschafft. Zwischendurch dachte ich manchmal, dass mein Gehirn mir wegschwappt und die Augen sich wegdrehen, aber es war auszuhalten.

In eine diagnostische Klinik brauche ich nicht mehr zu gehen. Es ist ja alles untersucht. Das MRA halte ich im Verhältnis auch nicht so für sinnvoll. Ich habe zu große Angst, dass das Kontrastmittel mir mehr schadet, als dass es einen Nutzen bringt.

Das CBD Öl bekomme ich die Tage. Mal schauen ob es was bringt.

Heute morgen begleitetet mich wieder die Benommenheit mit schwerer Depression. Ich habe 40 Jahre keine Depression gehabt. Wieso dann aufeinmal von den AD's. Und kein Ende in Sicht.

Was ich überhaupt nicht verstehen kann ist, dass mache hier im Forum von schweren Symptomen berichten, aber Teil- oder sogar Vollzeit arbeiten gehen können. Ich würde nicht mal zur Arbeit hinkommen. Geschweige denn dort zu arbeiten. Nicht mit den Symptomen. Auf gar keinen Fall, und vor der Zeit war ich eine Person, die mit jeder Erkältung und sogar Fieber sich zur Arbeit geschleppt hat.

Ich hoffe dieser Kopfdruck und die Sinnlosigkeit hören bald auf. Es ist so menschenunwürdig und anstrengend. :cry:

Die Nacht hat mein lieber Nachbar einen Herzinfarkt gehabt und liegt auf der Intensivstation. Und selbst in so einer Situation habe ich das Gefühl, dass ich mich kränker fühle als er. Das ist doch nicht mehr normal.

Euch einen schönen Wochenanfang und liebe Grüße,
Avalou
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Sabs
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Sabs »

Hi avalou,
Interessanter Name, was bedeutet der?

Ich habe Gesternabend und heute Morgen deinen Thread durchgelesen.. Es ist fürchterlich, was du mitmachst.
Möchte dir meine Meinung zu ein paar Themen mitteilen:

Ich bin mir ganz sicher, dass deine Symptome einzig und allein der Entzug ist! Du hast die PP's von Anfang an nicht gut vertragen und immer wieder neue ausprobiert (was kein Vorwurf ist), du hast dein ZNS also immer wieder extrem gereizt, weshalb in den letzten Jahren überhaupt keine Heilung möglich war.
Jetzt, wo du ohne Medis bist, kann sich dein Körper endlich erholen!! Bitte versuche keine neuen Medis mehr!
Lieber Pflanzliches und Entspannungsverfahren.

Wegen dem Arbeiten gehen: ich kann auch nicht arbeiten gehen. Viele im Forum gehen nicht arbeiten, vorallem nicht in der Akutphase.
Wenn es einem etwas besser geht, könnte ich mir vorstellen, dass die Ablenkung sehr gut tut, aber dafür muss man etwas stabiler sein.

Und nun noch etwas, mit dem ich dich nicht angreifen oder verletzen will, aber es ist mir sehr wichtig das loszuwerden.
Du MUSST versuchen dein Kind halbwegs von deinem Leid fern zu halten!
Ich bin selbst die Tochter eines psychischkranken Elternteils und muss dir sagen, dass du dein Kind damit krank machen wirst, wenn du es um Hilfe anflehst oder Ähnliches.
Du wirst es dir nie verzeihen können, wenn es dir einmal besser geht und du dann bemerkst, dass dein Kind wegen deinem Verhalten psychisch krank wird.
Dein Kind mag stark wirken und will dir helfen, aber sie kann das nicht verarbeiten. Sich Sorgen um die Eltern machen ist das schlimmste, was einem Kind passieren kann!
Du darfst sie nicht mit reinziehen!
Ich weiß, dass das schwer ist, aber du musst wenigstens für dein Kind stark sein und ihr versichern, dass du wieder gesund wirst und sie sich keine Sorgen machen muss.
Ich glaube es wäre auch hilfreich, wenn sie zu einem Kinder und Jugendpsychologen gehen würde, um Hilfe beim verarbeiten der Ereignisse zu bekommen.

Nehm mir die harten Worte nicht übel, ich will dir keinen Vorwurf machen, sondern dich nur bitten dein Verhalten gegenüber deinem Kind schnellstens zu ändern.
Wie gesagt, ich spreche aus Erfahrung.
Ich war immer für meinen Vater da und war das perfekte Kind, aber mit 19 Jahren bin ich unter der Last völlig zusammen gebrochen.

Alles Gute Sabs
[spoil]Venlafaxin retard seit 11 Jahren wegen rez. Depression, früher zusätzlich Seroquel (keine Probleme beim Ausschleichen).
Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
12.06: kein Duloxetin mehr, wegen Symptomverstärkung-schade, hätt' ja klappen können[/spoil]

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Sabs,

der Name ist aus 2 Namen, die mir etwas bedeuten abgeleitet.

Du hast so Recht, mit dem was Du schreibst. Mir tut es auch in der Seele weh. Leider ist meine Verfassung so schlecht, dass ich gar keine Möglichkeit habe es vor meinen Töchtern zu verstecken. Ich bin ja nicht mal in der Lage meiner Kleinen etwas zu Essen zu machen oder gar mir selber. Aber was soll ich tun? Ich war mittlerweile in 10 Kliniken und bin traumatisiert raus gekommen. Ich habe jeden Tag und jede Sekunde das Gefühl, dass ich jeden Moment weg bin. Dazu noch die Angstanfälle. Ich zittere jeden Morgen stark. Auch jetzt, kann nicht richtig sprechen. Vor meinen Augen verschwimmt alles. ICH KANN NICHT MEHR. :zombie:

Sag mir bitte, wie ich meine Kinder davor schützen kann. Ich weiß keine Lösung mehr. Ich schäme mich so, als Mutter so versagt zu haben. Ich weiß genau, was ich meiner Familie antue. Ich weiß keine Lösung. Ich hoffe immer, dass der Zustand sich stabilisiert oder bessert. Aber das geschieht nicht. Ich kann momentan nicht mal mehr Gespräche führen, ohne das zittern anzufangen. Was soll ich tun. Warum passiert das alles? Ich will meinen Kindern nicht schaden. Es tut mir alles so weh.

Ich liebe meine Kinder so. Ich nehme meiner Kleinen die ganze Unbeschwertheit und Kindheit. Es ist schrecklich... :alptraum:

Liebe Grüße,
Avalou
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Sabs
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Sabs »

Hi avalou,
Mach dich nicht fertig, es ist ja nicht deine Absicht.
Vielleicht kannst du oder deine Kinder eine zeitlang wo anders leben - ich weiß, dass ist schlimm, aber du musst sie irgendwie schützen.
Mir geht es auch furchtbar schlecht, es ist eine Qual.
Wird es wirklich besser? Es muss besser werden!

Sabs
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Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
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padma
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)

bitte versuche dir keine Vorwürfe wegen deiner Kinder zu machen. Du hast nicht versagt und du kannst nichts dafür, dass es dir so schlecht geht und kannst daran ja auch nichts ändern.

Leider kann man Kinder nicht vor allen schweren Situationen schützen. Das ist nicht möglich. Wichtig ist, dass sie eine verlässliche Bezugsperson haben, bei der sie Sicherheit erfahren. Das muss nicht die Mutter sein.

Ich meine, es gibt begleitete ambulante Kindergruppen für Kinder mit schwer kranken Eltern. Vielleicht wäre für die Grössere das eine Möglichkeit?

Ich bin mir sicher, du tust alles was dir möglich ist, für deine Kinder :hug:

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Ihr Lieben,

in zwei Tagen fängt unsere Reinigungskraft als Haushaltshilfe bei uns an. Somit ist gewährleistet, dass meine Tochter ihr Essen bekommt und auch normale Gespräche nach der Schule führen kann. Sie kennt diese Person sehr gut, und versteht sich prima mit ihr. Ich denke dass es eine gute Lösung ist.

Meine kleine Tochter ist sehr stark, und wäre momentan nicht offen für therapeutische Hilfe. Sie hatte vor Jahren therapeutische Gespräche, da sie an einer Epilepsieform litt. Diese Gespräche fand sie ziemlich doof. Jetzt ist sie 14 Jahre alt und holt sich Ratschläge lieber aus dem näheren Freundes und Bekanntenkreis. Somit denke ich, würde es auch ganz gut mit der Haushaltshilfe passen. Das ist in meinen Augen die einzige Möglichkeit, dass Alles etwas aufzufangen, bis es mir hoffentlich wieder ein bisschen besser geht.

Ich danke euch für die ehrlichen und offenen Worte.

Liebe Grüße,
Avalou
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Monalinde
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Monalinde »

Hallo Avalou

Ich war einmal in einer sehr ähnlichen Situation wie du, nicht so schlimm aber auch schlimm. Ich will dir von meinen Erfahrungen, die nicht die deinen sein müssen, berichten.

Nachdem es bei meinen Kindern schwerwiegende Probleme nach einer Pockenschutzimpfung gab, bin ich in eine schwere Erschöpfungsdepression gerutscht. Meine beiden Kinder waren damals etwa zwei und drei Jahre alt. Ich lag am Morgen völlig gefühllos und abgedreht im Bett und hatte meine Kinder fast wie so etwas vergessen. Das gibt es tatsächlich.
Ich habe weder gefüttert noch gewickelt. Aber als der Kleinere mit einem Marmeladenglas an mein Bett kam und zu mir sagte Mama, "Hunger" und der größere an einem Brotkanten kaute, wahrscheinlich irgendwo abgebissen, hat es mich doch aus dem Bett gerissen und ich habe sie versorgt, irgendwie zu Tode erschöpft.

Ich hatte noch einen sehr langen Zeitraum (etwa noch drei Jahre) mit dieser Depression zu tun, konnte meinen Kindern keine Liebe zeigen, noch sie zu irgendetwas ermuntern, noch ihnen Lebensfreude vermitteln. Ab und zu in den Arm nehmen und ihnen gut zureden, ging aber schon, empfunden habe ich dabei nichts.

Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass sie meine Gefühlslage offenbar nicht erfassen konnten, weil sie wahrscheinlich viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren, mit ihren Spielsachen und dem ganzen Drum herum und einfach die im Bett liegende Mama gewöhnt waren. Abends war ja eh mein Mann da und machte das Notwendigste.
Ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht, ob meine Kindern Schaden genommen haben könnten. Als sie größer waren, habe ich sie darauf angesprochen, und sie haben mir glaubhaft versichert, dass sie meinen depressiven Zustand nicht einmal bemerkt hätten. Ich habe das nicht für möglich gehalten. Man kann aber daran ersehen, dass Kinder in ihrer Wahrnehmung anders ticken als wir Erwachsenen. Eine gewisse Robustheit sie vielleicht vor allzu Schlimmem bewahrt.

Mach dir nicht so viele Sorgen um deine Kinder, sie spüren doch auch, dass du sie liebst. Das ist das Entscheidende. Mama darf auch mal krank sein, das verstehen sie. Dein Zustand wird nicht für immer so bleiben und war sicher nicht von Anfang an so. Ich denke mal, dass ihr später alles aufarbeiten könnt, wenn das nötig sein sollte. Du bist im Moment ausser Gefecht gesetzt, aber das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Alles Liebe, Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Sabs
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Sabs »

Liebe Monalinde,
da hättest du vielleicht Glück, weil deine Kinder noch so jung waren. Ich habe selbst Jugend- und Heimerzieherin gelernt und mit vielen traumatisierten Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Dass sie robuster seien als Erwachsene und sowas wegstecken, möchte ich aus eigener Erfahrung und der Erfahrungen während meiner Arbeit als Erzieherin vehement bestreiten!

Es ist okay, wenn 'Mama mal krank ist', aber es ist nicht okay Kinder permanenter psychischer Belastung oder Vernachlässigung auszusetzen.

Ich möchte Avalou keinen Vorwurf machen, ich belaste mit meiner Verfassung auch meine Lieben,sondern nur nochmal für das Thema sensibilisieren.

Liebe Grüße Sabs
[spoil]Venlafaxin retard seit 11 Jahren wegen rez. Depression, früher zusätzlich Seroquel (keine Probleme beim Ausschleichen).
Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
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Monalinde
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Monalinde »

Hallo Sabs,

deine Auffassung ist vom Grundsatz her und aus deinem Erfahrungsschatz aus sicher richtig. Ganz sicher leiden Kinder unter permanenter psychischer Belastung und Vernachlässigung , tragen u.Umständen auch ein Trauma davon oft fürs ganze Leben. Aber ich würde nicht sagen, dass das in jeden Fall so sein muss. Allerdings ist es oft sehr schwierig, in die Seele der Kinder hineinzuschauen. Ich kann verstehen, dass du so denkst, weil du selbst belastet warst und dich dein Beruf als Erzieherin hellhörig macht. Verstehst du, was ich meine?
Ich würde es nur nicht als so dramatisch ansehen wollen bei den Kindern von Avalou. Was ich sagen wollte, ist, dass Avalous Kinder, genau wie die meinen, nicht permanent dieser Ausnahmesituation ausgesetzt sind oder waren. Wenn ich mich recht entsinne, war Avalou noch bis vor vier Jahren völlig gesund , die eine Tochter damals schon 10 Jahre alt. Auch gibt es noch andere Bezugspersonen, die vorübergehend auffangen können und wollen, wie Avalou schreibt. In dieser Hinsicht ist für die Kinder dann doch besser gesorgt, als in manch anderen Fällen.

Ich bin selbst ein traumatisiertes Kind, bei mir zu Hause waren elterlicher Terror und Prügel an der Tagesordnung und ich habe trotz einiger Einbrüche in meinem Leben ein erfüllendes Leben gehabt.

Liebe Grüße Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Mona & Sabs,

danke für Eure Sicht der Dinge. Meine Kinder sind 14 und 19 und bekommen leider viel zu viel von meinem Zustand mit. Seit nunmehr 1 Jahr (nach dem AB und Malariamittel) befinde ich mich im Ausnahmezustand. Davon war ich ein halbes Jahr in Kliniken. Diese haben die Situation durch erneute Gabe von Medikamenten massiv verschlechtert.

Da ich mich nicht ständig wegschließen kann, bekommen meine Kinder natürlich sehr viel von meinem Zustand mit.

@Monalinde Du schreibst, dass Deine Depression 3 Jahre gedauert hat. Oh Gott, das macht mir echt Angst. Ich habe gerade mal 6 Monate hinter mir und die noch nicht einmal ganz ohne Bedarf. Warst Du danach komplett raus? Hattest Du auch vorwiegend körperliche Symptome? Das ist bei mir ja der Fall. Ich habe jede Minute das Gefühl, dass mir der Kopf und die Augen wegbrennen. Aber ohne einen richtigen Schmerz. Totale Benommenheit.

@Sabs Gesund ist das definitiv nicht für die Kids. Aber was kann ich ändern? Ich leide ja auch sehr stark unter der Situation und nehme sie ja auch zu 100% wahr. Viele merken ja gar nicht in welchen Zustand sie sich wirklich befinden. Da bin ich doch immer sehr klar im Kopf, deshalb belastet mich das ja auch alles so sehr. Zu sehen, wie alle vor die Hunde gehen und ich nichts machen kann.

Ich will, dass das alles nur noch aufhört.

Liebe Grüße,
Avalou
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Jamie
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Jamie »

Hallo, :)

es ist manchmal das Los von Familien, schwere Erkrankungen sowohl von Elternteilen als auch Kindern mittragen zu müssen.
Niemand sucht sich das aus, niemand wünscht sich das.

Wichtig finde ich, dass die Kinder trotz allem die Liebe spüren und man sich mit ihnen auch inhaltlich auseinandersetzt, was bei Teenies ja bereits gut möglich ist.
Ihnen zu signalisieren "Komm zu mir, wenn was ist. Auch wenn es mir nicht gut geht, bin ich für dich da und höre dir zu".
Das gibt Sicherheit und ein wenig Stabilität in ansonsten turbulenten Zeiten.

Einen solch massiv wahrnehmbaren Körper (u/o geistes-)Zustand zu verschleiern würde nichts bringen; zum einen geht es schon viel zu lange so und die Symptome sind heftig und zum anderen wittern Kinder jeden Alters, wenn es ihren Eltern nicht gut geht und dass sie dann ggf. auch noch angeschummelt werden, nur weil man meint sie schützen zu müssen.

Es gibt m. W. nach Angebote, die Kinder / Teenies unterstützen, deren Eltern krank sind bzw. man könnte die Kinder auch fragen, ob sie therapeutische Hilfe haben möchten (sich mal auskot*en können; nicht, um die Kids zu pathologisieren, sondern um ihnen einen Raum zum Austausch zu geben). Oft reicht es aber auch aus, wenn die Kinder einen halbwegs stabilen Freundeskreis (peer-group) haben, wo sie reden können oder eins zwei beste Freunde/Innen.

Dass jetzt auch eine Haushaltshilfe zur Verfügung steht, ist ein wichtiger und sinnvoller Schritt.

Dir und deiner Familie alles Liebe, Avalou :hug:

Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

Monalinde
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Monalinde »

Hallo liebe Avalou

die Dauer meiner ersten Depression muss dir keine Angst machen. Das ist bei jedem anders. Ich habe sie ohne die Einnahme von Medikamenten wieder vollständig losbekommen, allerdings dafür auch eine Jahre gebraucht. Die Besserung erfolgte stetig und kleinschrittig. Ich konnte danach leben wie zuvor , nur eben um die Erfahrung einer schweren Depression reicher.
Auch ich hatte sehr viele körperliche Symptome damals, auch Angstzustände, Kreislaufbeschwerden usw.
Ich bin dem Schicksal noch heute dankbar, dass ich 30 Jahre Ruhe vor dieser Erkrankung hatte, bis dann die nächste Depression kam. ausgelöst durch schwere Schicksalsschläge. Dieses Mal habe ich es mit Medikamenten versucht, die ich überhaupt nicht vertragen habe, und deshalb bin ich auch hier gelandet. Das Forum war mir in dieser Hinsicht eine unschätzbare Hilfe.

Ich bin auch heute noch nicht ganz frei von Erschöpfungszuständen und dgl, habe noch Symptome, vor allem den Tinnitus und die Histaminunverträglichkeit, was ich dieses Mal aber dem Absetzen zuschreibe.

Avalou, es sollte mich schon sehr wundern, aller Erfahrung nach, wenn es bei dir mit der Zeit nicht auch besser werden würde.
auch nach der Einnahme von Malariamitteln. Ich wünsche es dir jedenfalls so sehr.

Liebe Grüße Mona
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Schwimmerin
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Schwimmerin »

Liebe Avalou :)

Ich habe deinen Thread rasch überflogen - dein Zustand in dem du dich befindest tut mir selber weh - ich kann dich so gut verstehen und ich habe Ähnliches erlebt und mich immer wieder dasselbe gefragt: wie kann ich sie schützen - was muss ich tun?

Meine Kinder 9 & 12 sind sehr feinfühlig - ich könnte Ihnen nichts mehr vormachen und daher habe ich mich entschlossen, ihnen die Wahrheit zu erzählen: dass ich Medikamente nehmen musste, weil ich nicht mehr schlafen konnte und als ich damit aufhören wollte, ging etwas schief und darum brauche ich zurzeit einfach viel mehr Ruhe als normal - dass aber eines Tages alles wieder normal sein wird und es einfach eine Zeit lang braucht. Wichtig dabei ist für die Kinder, so denke ich, dass sie merken, dass ich selber daran glaube - denn wenn ich es kann, können sie es auch und es besteht so Hoffnung die für alle sehr wichtig ist.

Du darfst nicht vergessen, dass dein Mann und deine restliche Familie ganz viel kompensieren kann - das ist unheimlich viel wert. Ich vermag mir nicht vorzustellen, wie schlimm dein Zustand ist - ich lese bei dir heraus wie stark du bist und dass du schon seit Jahren am kämpfen bist - dass deine Energie immer weniger wird ist verständlich, aber bitte gib nicht auf :hug:

Das Gefühl von ALLES IST FALSCH hatte ich letzte Woche auch ganz stark - es war einfach Entzug, das habe ich aber erst realisiert als ich wieder normal / symptomarm wurde. Ich wünsche dir von Herzen, dass du wieder hoffen darfst und sich dein Zustand mehr und mehr verbessern wird. Ich bin auch der Meinung dass dein Zustand zu 100 % dem PP Entzug geschuldet ist - habe auch Mirtazapin hinter mir und viele Symptome erlebt, die du schilderst.

Ich wünsch dir viel Kraft und alles Liebe
Schwimmerin :)
[spoil][spoil][spoil]Ausgangssymptome: Überforderung, Schlafprobleme infolge PS des Exmannes
08.2015 Mirtazapin 15 mg, dann kurzzeitig 30 mg, wieder auf 15 mg
2016 Mirtazapin 7.5 mg,
2017 Mirtazapin 3.75 mg
11.2017 ganz abgesetzt (wusste es nicht besser)
nach den 3 Wochen ohne Mirta: lautes Kopfrauschen, Stromgefühl im Kopf
danach zuerst 3.75 mg Mirta, nach 2 Tg. 1.8 mg Mirta, da zu benommen mit 3.75 mg
Stromgefühl / rauschen konstant im Kopf
Forum gefunden :)
24.1.2018 Mirtazapin aufdosiert auf 2.25 mg
30.5. 2018 2.2 mg
4.6. 2018 2.15 mg
8.6.2018 2.1 mg
26.6. 2018 2 mg
23.7. 2018 1.9 mg
2.8. 2018 1.8 mg
16.8.2018 1.7 mg
9.2018 1.6 mg
10.2018 1.5 mg
11.2018 1.3 mg
12.2018 1.1 mg
2.2019 1 mg
3.2019 0.9 mg
4.2019 0.8 mg
5.2019 0.7 mg
Absetzpause/Umzug
24.6.2019 immer noch nicht stabil
22.9.2019 0.65 mg
30.9. 2019 0.6 mg (falsch abgemessen, so geblieben)
31.10. 2019 0.55 mg
10.11. 2019 0.5 mg
2.12. 2019 0.45 mg
1.1.2020 0.4 mg
1.2.2020 0.35 mg
1.3.2020 0.3 mg
11.4.2020 0.2 mg
30.05.2020 0.1 mg
17.7.2020 0.05 mg Symptome ab Tag 8 - extrem erschöpft, nicht belastbar, Juckreiz Haut, intensives rauschen im Kopf, Unruhe ZG usw.


Omega 3
Magnesium Diasporal
L-Thyrosin wg NNR-Schwäche
Vitamin - Immunabwehr und Histamin
Vitamin D
Epogam / Nachtkerzenöl wg Haut
bioidentisches Progesteron 2. Zyklushälfte wg Östrogendominanz
Mönchspfeffer wg Zyklusschwankungen

[/spoil][/spoil][/spoil]

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Jamie, Monalinde & Schwimmerin,

ihr macht Euch ja wirklich viele Gedanken um mich und meine Situation. Vielen Dank dafür. Ich bin von Anfang an offen mit meinen Kindern umgegangen was die Krankheit / Medikamente etc. betrifft. Ich habe meinen Kindern nie etwas verheimlicht (früher eher kindgerecht verpackt), aber nie angelogen. Das war mir immer wichtig. Auch heute sage ich ihnen fast täglich, dass ich sie liebe und sie für den Zustand nichts können. Jedoch fange ich auch jedes Mal an zu weinen, weil meine Nerven eigentlich den ganzen Tag blank liegen. Aber auch das kann ich nicht mehr verheimlichen. Ist ja fast ein Dauerzustand geworden, so wie das zittern.

@Jamie
Meine Kleine möchte auf gar keinen Fall mit fremden Menschen über die Situation sprechen. Sie redet mit ihrer besten Freundin, den Großeltern und dem besten Freund meines Mannes. Der ist Lehrer und hatte damals selber eine Frau die krank war. Er ist sehr besonnen und findet immer die richtigen Worte für alle Parteien.

@Schwimmerin
Es fällt mir schwer den Kindern und meinem Mann Hoffnung zu vermitteln, weil ich selber leider nicht mehr daran glaube. Ich würde sie anlügen und das konnte ich noch nie. Ich denke mein Mann hat innerlich auch schon die Hoffnung aufgegeben. Deshalb ist die Situation ja auch so schwer für uns alle. Es gibt einfach keine Lichtblicke mehr, sondern nur noch Dunkelheit.

Ich öffne morgens die Augen und merke wie die Angst langsam in meinem Körper sich ausbreitet. Es beginnt mit leichtem Druck auf den Ohren, das geht es auf die Augen und danach auf den oberen Brustkorb. Die Stirn ist wie zusammengequetscht. Dann wird wir schummerig. Dieses Gefühl hält dann den ganzen Tag an. Mal wird es ein bisschen weniger, meistens erlange ich aber auch Spitzen, die dann in einem Anfall (zittern, krampfen und/oder wegtreten) enden. Zum Glück war ich die letzten 3 Tage frei von dissoziativen Anfällen. Das zittern bleibt jedoch nicht aus. Es kann doch nicht sein, dass der Körper den ganzen Tag Stresshormone produziert, weil richtige Angst ist es ja nicht wirklich.

Ich habe gestern mit 4 Leuten aus den Kliniken gesprochen. Niemand hat diese Dauerangst im Körper. Das lähmt mich so. Ich kann gar nichts mehr. Und ich frage mich immer wieder, ob das die Auswirkungen von den Medikamenten / Entzügen sind oder doch eine fette Angststörung. Es wird ja nicht besser. Es gibt ja keine wirklichen Fenster. Was kann ich gegen die Angst machen??? Habt ihr vielleicht noch eine Idee. Ablenkung hilft leider nicht, macht es manchmal sogar noch schlimmer.

@Monalinde
Kennst Du diese massive, lähmende Dauerangst von früher mit den körperlichen Symptomen, die ich beschreibe? In Deiner Signatur steht die Angst ja noch mit drin.

Was gegen die Angststörung spricht ist, dass wenn die Angst nur gering ist ich Vieles machen kann, wie einkaufen, mal zu einer Freundin fahren etc.. Das wird leider aber auch immer weniger, weil die Momente wo es mir etwas besser geht auch immer weniger werden.

Ich drücke Euch alle und wünsche einen schönen Tag, :group:
Avalou
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padma
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)

ich glaube du machst in dieser Situation das bestmöglichste für deine Kinder.

Ich sehe da auch einen Unterschied zu einer psychischen Erkrankung, bei der möglicherweise auch das Empathievermögen und die Reflexionsfähigkeit oder gar die Impulskontrolle eingeschränkt ist. Das ist für Kinder sicher verstörend. Bei dir ist das alles nicht der Fall.

Dass sie ein vertrauensvolles Verhältnis zu weiteren Bezugspersonen hat, ist sehr gut.

Dauerangst ist bei Entzugssyndromen häufig. Eine Erklärung ist das "enthemmte Alarmsystem". viewtopic.php?f=6&t=10373 So wie du es beschreibst, ist es eigentlich sehr typisch. Ich habe das auch, nur lange nicht so schlimm.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Monalinde »

Hallo liebe Avalou,

Diese Dauerangst von der du sprichst, kenne ich aus leidvoller Erfahrung. Es fühlte sich an, wie ein permanentes inneres Vibrieren. das sich manchmal gegen Nachmittag verflüchtigte oder plötzlich wie aus dem Nichts auf mich zukam. Ganz anders, wie in vielen Angstbüchern beschrieben, einfach rätselhaft. Danach überkam mich oft eine abgrundtiefe Müdigkeit, die sich wie totale Erschöpfung anfühlte. Bis ich wieder im Lot war, dauerte es oft Stunden.
Ich habe das heute nicht mehr, oder nur noch ganz selten. Meist genügt es, wenn ich Ruhepausen auf der Couch einlege oder mich ablenke. oder es einfach aushalte, länger als zwei Stunden dauert es nicht mehr an. Das war früher überhaupt nicht der Fall
.
Bei der ganzen Misere habe ich immer auch den Histaminhaushalt im Auge. Ich bilde mir ein, dass diese Zustände sich zumindest verstärkten, wenn ich histaminreich gegessen hatte. Ich hatte auch, wie viele hier, dieses morgendliche Früherwachen, das wie ein Paukenschlag über mich kam. Es brauchte dazu Stunden, bis sich das wieder beruhigt hat. Ich konnte es niemandem erklären, auch meiner Familie nicht.

Mich hat damals schon die Erklärung von Padma, dass es sich um ein enthemmtes Alarmsstem handeln könnte, sehr beruhigt. Und heute weiss ich, dass das genau auf diese Zustände zutrifft, also Entzug ist unter Beteiligung von Intoleranzen beim Histamin und einem außer Rand und Band geratenen Cortisolspiegel und. und und.

Avalou,ich hoffe, dass meine Erfahrungen dir etwas weiter helfen konnten. Es ist sehr bedauerlich, dass du so lange kämpfen musst, aber wenn wir dir hier alle die Daumen drücken, muss es doch endlich besser werden.

Liebe Grüße

Mona
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Padma, liebe Monalinde,

diese Dauerangst ist wirklich anstrengend. Sie macht sich bei mir so im Kopf und auf den Augen breit. Heute früh war es ganz schlimm. Ich hatte ja heute früh mein MRA mit Kontrastmittel und bin die Stunden nach dem Aufstehen fast gestorben. Zum Glück musste ich nicht im Wartezimmer warten, sondern konnte draußen mit meinem Mann sitzen (ohne Maske). Das MRA war dann problemlos und ging ganz schnell. Ergebnisse habe ich noch nicht.

Und jetzt sitze ich hier vorm PC und kann den Benommenheitsdruck und die Sehstörungen kaum aushalten. Das sind wirklich die beiden Symptome, die mich unaufhörlich begleiten. Ohne Besserung. Bei allen anderen macht sich ja immer wieder dieses Fenster / Wellenmuster breit. Bei mir irgendwie nicht. Ich habe so das Gefühl, dass das nie mehr weg geht.

@Monalinde
Hattest Du auch mit diesen Symptomen zu kämpfen, und wann ist was verschwunden? Ich war ja schon 2,5 Jahre auf 0. Verschwunden sind sie trotzdem nicht. Oder kann das so extrem und dauerhaft durch Angst ausgelöst werden. Ich finde einfach keinen roten Faden mehr. Es ist so schwer auszuhalten. Meine Kräfte schwinden langsam aber sicher. :cry:

Im Forum habe ich niemanden gefunden, bei dem die Symptome nach so langer Zeit verschwunden sind. Die meisten hatten ja nur ein halbes oder ein Jahr damit zu kämpfen. Bei Allen, bei denen es länger anhielt, verschwanden diese Symptome leider nicht mehr. Ich habe so eine Angst, dass ich nie mehr ein normales Leben führen kann.

Seid gedrückt,
Avalou
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Monalinde
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Monalinde »

Hallo liebe Awalou,

vorerst sollte ich mal sagen, dass ich schon 77 Jahre alt bin und sich wahrscheinlich auch aus diesem Grunde mein Entzug so lange hingezogen hat. Ich bin seit 2013 auf Null.

Zu dem Thema Sehstörungen kann ich auch etwas beitragen. Ich weiss nicht, ob sich das mit deinen Symptomen annähernd deckt. Meine Augenbeschwerden kamen nicht unmittelbar nach dem Entzug, sondern erst vor ca. 2 Jahren. Sie äußern sich bei mir so, dass meine Augen unglaublich müde werden,während ich mich sehr erschöpft dabei fühle. Es tut direkt weh, wenn ich etwas lesen will. Ich habe das Gefühl,dass ich helles Licht überhaupt nicht vertrage, die Blendwirkung ist ernorm. Dass es sich bei Angst verstärkt, könnte schon sein.
Letztes Jahr habe ich mich am grauen Star operieren lassen, was an der Sache nichts geändert hat. Auch Augentropfen gegen trockene Augen helfen nicht. Ich lasse jedes Jahr wegen meiner Diabetes eine gründliche augenärztliche Untersuchung über mich ergehen, auch da wurde nichts auffälliges gefunden.

Diese Störungen treten aber nicht jeden Tag auf, sondern nur sporadisch, auch unabhängig davon ,wie die Lichtverhältnisse sind. habe ich beobachtet.

Insgesamt geht es mir aber nach Jahren des Absetzens wesentlich besser, vor allem mit den Angstzuständen, aber ganz über den Berg bin ich noch immer nicht. Meistens ist es so, dass nach zwei symptomfreien Tagen immer auch ein Tag kommt, an dem es mir wirklich sehr bescheiden geht,was sich meistens schon früh beim Aufwachen ankündigt.

Als ich unlängst die Gürtelrose bekam, waren alle früheren Entzugserscheinungen vorübergehend wieder da, wie durch Zauberhand. Das ist so etwas von unglaublich.

Ich bin wirklich durch die Hölle gegangen in den vergangenen Jahren, noch dazu ist in der kritischen Zeit mein Mann verstorben
das war alles andere als einfach.

Also, warum sollte es bei dir und deiner Jugend nicht mehr besser werden?
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Ihr Lieben,

langsam weiß ich nicht mehr, wie lange ich noch die Kraft zum kämpfen habe. Seit 2 Tagen sind meine ganzen Symptome wieder so präsent. Ich kann kaum aus den Augen schauen. Selbst das einfache atmen kostet mir unendlich viel Kraft. Gestern konnte ich höchstens eine halbe Stunde aushalten bis der Körper wieder runter gefahren ist. Keine Minute, die wirklich mal gut war.

Sonst wurde es ja am Abend leicht besser, aber das ist nun auch vorbei. Der Schlaf war ja die letzten Monate für meine Verhältnisse wirklich gut. Ich bin immer problemlos eingeschlafen. Jetzt, nach dem MRA mit Kontrastmittel und dem CBD-Öl ist das nun auch vorbei. Liege fast die ganze Nacht hellwach im Bett. Zum Glück ohne weitere Symptome. Trotzdem ist es unendlich anstrengend. Werde das Öl wohl wieder weglassen.

Momentan kann ich auch keine Gespräche führen. Fühle mich, wie in einer anderen Welt. Um mich rum tobt das Leben und ich nehme alles wie in einem Film wahr, den ich jedoch leider nicht ausschalten kann. Warum wird es denn schlechter, statt besser? Ich habe doch auch nur immer eine geringe Dosis an Medikamenten zu mir genommen. Das muss doch irgendwann mal repariert sein. Und warum wird der Kopf immer ekeliger. Alles zieht sich zusammen und die Sicht wird noch verschwommener.

So langsam komme ich auch familiär an einem Punkt, wo alle nur noch unendlich genervt und hilflos sind. Auf der einen Seite wollen sie verstehen, auf der anderen Seite sagen sie man müsse die Sachen nur angehen, dann wird es auch besser. Ich würde allen gerne mal einen Tag meine Symptome schicken, damit sie verstehen können, in welcher Hölle man sich befindet. Und man weiß nie, ob es aus dieser Hölle ein entkommen gibt.

Mir brennt heute so der Kopf. Jeder weitere Tag macht es unaushaltbarer und unweiklicher. Ich habe nur noch wenig Kraft zu hoffen. :(

Liebe Grüße,
Avalou
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