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Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo basic-searcher,

schön, dass Du eine Nachricht geschrieben hast.
Furchtbar, was Dir passiert ist und dass Du ähnliche Beschwerden hast.

Es tut mir sehr leid, dass Du seit drei Jahren liegst. Da bin ich ja noch gut dran. Ich stelle mir das vor und habe großes Mitgefühl.

Und gut, dass Du Deinen Mann hast.

Mit dem Annehmen habe ich so meine Probleme, aber ich arbeite daran. Und abwarten ist auch so eine Sache. Nach drei Jahren hat man wenig Kraft dafür, aber es bleibt einem leider nichts anderes übrig.

Schicke einen lieben Gruß
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo liebe Jodie,

Danke für die Nachricht. Hab hier schon mal über das Fiebergefühl gelesen. Aber eins ist für mich klar, ein Symptom der Depression ist dieses Fiebergefühl sicherlich nicht. Ich betone das nur, weil man mir immer weiß machen möchte, dass meine Symptome auf eine Depression/Angsterkrankung/Zwänge usw. zurückzuführen wären. Eigentlich weiß ich um die Symptome meiner psychischen Erkrankungen. Kann schon sein, dass diese sich auch verändern, aber das ein oder andere passt eben nicht.

Ich mag nicht daran denken, dass es noch Jahre dauern wird. Nein nein. Nicht dran denken.
Jodie13 hat geschrieben:
01.06.2020 22:43
und wenn mir am Anfang jemand gesagt hätte, dass das so lange dauert (und auch noch dauern wird) - ich hätte mir niemals vorstellen können das zu schaffen.
Jetzt ist es bei mir anders. Ich weiß bereits durchs Forum, dass es Monate/Jahre dauern kann/wird. Weiß nicht was besser wäre:

1. Hätte ich das Forum nicht gefunden, würde ich weiter unermüdlich nach der Ursache suchen und mein ZNS mit weiteren Behandlungsversuchen schädigen und dies ins Endlose treiben.

2. Jetzt habe ich das Forum gefunden, so weiß ich, was mir noch blühen kann.

Es ist wie es ist. Ich stehe heute an diesem Punkt und muss einfach schauen, dass ich gesunde.

Also ich bin froh drum, hier gelandet zu sein. Es macht ein klein wenig Hoffnung.
Ich bin dankbar für die Unterstützung im Forum. Ich werde sie sicherlich noch oft in Anspruch nehmen.

Liebste Grüße
Silvia
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Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

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Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Straycat hat geschrieben:
02.06.2020 11:00
Liebe Laube,
Liebe Jodie,

ich kann dem Beitrag von Jodie zu 100% zustimmen.
Eine Fokussierung auf die positiven Dinge kann wirklich sehr hilfreich sein.
Wir haben dazu auch den Thread "Glücksmomente", in dem die Foris Dinge oder Erlebnisse festhalten, die sie glücklich/zufrieden gemacht haben. ich finde das immer wieder inspirierend dort zu lesen oder auch selbst aufzuschreiben, was gut und positiv war :)
Hier der Thread: viewtopic.php?f=8&t=3815

Alles Liebe,
Cat
Hallo Cat,
dankeschön für die Idee mit den Glücksmomenten. Ich hatte dieser Tage zwei erstaunliche Glücksmoment.

Eins davon war, dass ich seit ca, 1,5 Jahren das erste mal geschlafen habe, wie ich es von damals kenne. 6,5 Stunden am Stück mit träumen, an Traum erinnern, erwachen mit Müdigkeit und fähig, nochmals weiter zu schlummern und nicht wie ein Nervenbündel hellwach um vier im Bett zu stehen.
War ganz verquollen und schlaftrunken ins Bad getorkelt, so wie es eben sein muss, wenn man erwacht.

Das erste mal. Das erste mal. Ich konnte es kaum fassen und war so glücklich über mein verschlafenes Gesicht, welches ich im Spiegel sah.

Das erste mal wieder!!!!

Glücksmoment!!!!

Liebe Grüße
Silvia
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07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
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2008/2009
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Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

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Straycat
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Beiträge: 3655
Registriert: 10.10.2016 16:51

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Straycat »

Liebe Silvia,

das freut mich seeehr zu lesen, dass du zumindest einmal gut schlafen konntest.
Solche Erfahrungen sind so immens wichtig. Dann kann man wieder spüren, wie es ohne Symptome ist. Und es kommt wieder eine Zeit, da sind die Symptome nicht mehr täglich da - da bin ich ganz ganz sicher.

Ich verstehe gut, dass dich der Ausblick etwas ängstigt. Aber versuche dir immer vor Augen zu halten: Es muss absolut nicht so sein, dass es bei dir ein ganz schlimmer Verlauf ist und du dich noch Jahre so fühlst. Es gibt auch immer wieder Betroffene, bei denen es sehr viel schneller geht. Wer sagt, dass du nicht zu letzteren gehörst? :)

Es ist immer ein Balanceakt, sich vor schlechten Zeiten zu wappnen und nicht allzu fertig zu sein, wenn sie zuschlagen (auch wenn das fast unmöglich ist, weil einen das immer runterzieht) und gleichzeitig Positives zu erwarten und fest daran zu glauben, dass es besser wird.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du nun öfters so gut schläfst wie früher und dann glücklich aufwachen darfst :)

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
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Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Straycat hat geschrieben:
03.06.2020 10:35
Liebe Silvia,

das freut mich seeehr zu lesen, dass du zumindest einmal gut schlafen konntest.
Solche Erfahrungen sind so immens wichtig. Dann kann man wieder spüren, wie es ohne Symptome ist. Und es kommt wieder eine Zeit, da sind die Symptome nicht mehr täglich da - da bin ich ganz ganz
Hallo Cat, Hallo Forum,

Danke für Deine Nachricht und die unermüdliche Hilfe, die ich unglaublich finde. Ich nutze das Forum, auch weil ich keine andere Möglichkeit habe, mich auszutauschen, zumindest nicht so in die Tiefe gehend. Wer hat schon die Zeit und das Verständnis für meine Berichtungen. Das ist nämlich neben dem Kampf ein weiteres großes Problem. Alles mit sich allein ausmachen zu müssen, weil keiner versteht und nachempfindet; letztendlich hat auch keiner eine Lösung, keiner kann helfen. Das macht g r o ß e Angst.

Das mit dem Schlaf war nur eine Eintagsfliege. Schade.

Ich verstehe einfach nicht, was da mit mir passiert ist, dass ich nicht mehr schlafen kann. Schlaf war früher immer mein Rückzug, mein Trost, meine Sicherheit. Damit habe ich meinen Schutz verloren. Fühle mich komplett Schutzlos.

Jetzt ist es vier Uhr und ich habe rasende Gedanken mit großen Ängsten.

Mein Kopf gibt keine Ruhe. Zwangsgedanken. Immer die unerledigten Dinge, die durch den Kopf schießen; wechselnd, sprunghaft, mit dem Druck, sie unverzüglich erledigen zu müssen. Es gibt tausend Dinge, die gemacht werden müssen. Tausend!

Auch das Fremdheitsgefühl ist anhaltend. Das ist so unheimlich und hört nicht mehr auf. Es ist, als wären daran alte Gefühle der Kindheit gekoppelt. Erinnerungen an ganz frühe Kindheit, wobei es sich mischt. Es sind zum Teil Erlebtes; aber zum Großteil Träume von früher. Also schwer zu erklären.

Die Erinnerungen sind so klar und mit all seinen Ängsten und Fremdgefühlen.

Bei den Erinnerungen, bei denen ich weiß, dass es Träume aus der Kindheit sind, fühlt es sich so an, als hätte ich es erlebt. Träume durchlebt man ja in gewisser weise auch. Man fühlt, als hätte man sie erlebt, nach dem Erwachen erinnert man sich, steht voll in dem erlebten. Die Erinnerung daran bleibt nur für eine kurze Zeit bestehen, dann vergisst man die Träume.

Jetzt sind die Träume aus meiner Kindheit, an die ich mich erinnere, fast 50 Jahre alt und sie sind jetzt!!! in meinem Kopf, als hätte ich sie heute Nacht geträumt.

Für mich ist das alles so gruselig. Ich glaube, ich bin dabei, verrückt zu werden. Es ängstigt mich dermaßen. Ich bekomme keine Hilfe und weiß auch nicht mehr weiter und der Gedanke aufzugeben drängt sich auf.

Weil es schon so lange geht (drei Jahre) und keine Medikamente, Klinik, Arzt, Therapeut mir helfen kann, ist die Angst sehr groß, dass es nicht mehr besser wird.

Mir geht es einfach nicht gut. Hab unglaubliche Angst. Der tagesklinische Aufenthalt ist vorüber. Und nun ist auch die Hoffnung auf Hilfe ausgeschöpft. Für mich war die TMS die letzte Möglichkeit auf Hilfe. Und leider hat es nur ein klein wenig auf die Depression gewirkt. Bin im Kopf klarer. Aber das war’s auch schon.

Ich habe ANGST, unglaubliche ANGST, das alles nicht mehr zu schaffen.

Liebe Grüße
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
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12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
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08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
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06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

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Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

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Maria__
Beiträge: 85
Registriert: 01.10.2018 11:05

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Maria__ »

Liebe Silvia,

es tut mir sehr leid zu hören, dass es Dir so schlecht geht und die Tagesklinik keine wirkliche Veränderung erbracht hat.
Was das Wiedererleben Deiner Träume betrifft: ich glaube ich kenne das sehr sehr gut, passiert mir phasenweise mehrmals täglich. Es ist dann immer so, dass mir plötzlich irgendein Traum in den Kopf kommt den ich vor Ewigkeiten geträumt habe - und dann ist es so real und so einnehmend als würde ich es jetzt gerade träumen... das ist ein ganz seltsames Phänomen und gibt mir auch immer das Gefühl, verrückt zu werden. Aber ich kann Dir versichern, das haben viele - habe es insbesondere im amerikanischen Forum SurvivingAntidepressants oft gelesen.
Es ist sicher, wie die meisten anderen Symptome, Ausdruck eines gereizten ZNS. Und es wird vergehen.

Ich denke an Dich und schicke Durchhaltekraft!

Alles Liebe
Maria
05/2004 Beginn Fluxetin 40mg wegen Angststörung & Problemen nach Pfeifferschem Drüsenfieber.
2009-2015 drei Absetzversuche, jedes Mal nach einigen Monaten wieder eindosieren müssen, da zahlreiche Symptome (Ängste,Grübelgedanken,Anspannung,Unwohlsein,Desinteresse,Verzweiflung,Heulattacken,massive Verstopfung etc.); Dann hab ich erstmalig versucht, das Ganze etwas langsamer anzugehen:
12/2015-08/2018 runter auf 5mg (Einnahme 10mg jeden zweiten Tag).
09/2018 plötzlich der Crash: extreme Angst, nicht mehr aufhören können zu weinen, Zittern, völlige Appetitlosigkeit (-8kg), Gedankenrasen,Grübelzwang, DR/DP, extreme Anspannung & "verrückte" Gedanken & Gefühle wie: Nähe nicht ertragen können,ich drehe durch etc.,Schuldgefühle, Verzweiflung + Suizidgedanken, Ohrwürmer, komisches Zeitgefühl...Horror!
10/2018 schnelles Wiedereindosieren Fluox.auf 10mg, dann nach drei Wochen auf 20mg - "Wackel-Gefühl" im Kopf, Unwohlsein, kein EInfluss auf Angstsymptomatik, also zuzügl. Opipramol 150mg vom Arzt bekommen - hat die körperlichen Angstsymptome zunächst gedämpft, nach 2 Wochen jedoch Rückkehr der Symptome...völlig unverständlich für mich - Entsetzen!
12/2018 auf 30mg Fluoxetin, Opipramol innerhalb von 2 Wochen in Klinik ausgeschlichen und zeitgleich Quetiapin eindosiert. Rückkehr starke Anspannung, frühes Aufwachen mit Angst im Bauch, Unruhe, Unwohlsein, Verzweiflung..vermutl. Absetzen des Opipramols + Fluoxetinproblematik; unaufhörlich starke innere Anspannung, v.a. morgens beim Aufwachen mit gestörtem Schlaf,Unruhe,ganzer Körper dauerangespannt,DR/DP, Neurogedanken,Neuroemos,schwerdepressiv, nur geweint, nicht-essen-können, Dauerangst, Endlosgrübeln...
26.02.2019 Fluox.25mg;Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wellenartig heftige Neuroemotionen, Neurogedanken, Angst,Gefühl von Instabilität,rasche Schwankungen
27.03.19 Fluox.20mg;Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wie bei 25mg nur ab und an klare Fenster
16.05.19 Fluox. 18mg;Quetiapin 150 ret+ 50 unretard - wie bei 20mg nur ab und an klare Fenster
07.08.19 Dosis wie oben: Sehr depressiv, Angst, DR/DP,rasche Stimmungswechsel, Neuro-Emotionen &-Gedanken,krasse Wut&Durchdrehgefühl,Appetitlosigkeit
17.08.19 Fluox.18,5mg...keine wirkliche Veränderung
25.08.19 20mg-siehe oben
07.09.19 23mg-nach einiger Zeit etwas Besserung, mehr Wellen und ein paar Fenster
Ansonsten:
20.10.19Quetiapin 200mg - 12,5mg = 187,5;
06.11.19Quetiapin 200mg - 18,5mg = 181,5mg
03.12.19Quetiapin wieder hoch auf 187,5mg...wegen Aggression, starkem DR/DP,Angst,Depressiven Schüben, furchtbares Gefühl in Träumen & bei Aufwachen...Grauen
15.02.20 Quetiapin 181,5mg 05.03.20 wieder hoch auf 187,5mg da Schlaflosigkeit, Panikattacken nachts
Notfallmed: Tavor, ab 07.02.20 wieder gelegentlich 0,25mg (nach 68 tagen Abstinenz)
09.05.-16.05.20 Fluoxetin 22mg, hat nicht funktioniert, starke Symptome, zurück auf 23mg und Beginn WLM
07.07.Fluoxetin 22,5mg; Quetiapin 183,5mg
***
Ggw. Med:
Fluoxetin 22,5mg WLM
Quetiapin 183,5mg

Symptome: Angst, Anspannung, schlimmes Endlosgrübeln, stark intensivierte Gefühle/Neuroemotionen,rasche Stimmungswechsel,Horrorgefühle,DR, DP, nur im Kopf sein, Durchdrehgefühle,Unwohlsein,Grauen,Terror, Übelkeit, Gedankendrängen, Zwangsgedanken,irrationale Gedanken uvm

Annanas
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Annanas »

Liebe Laube :hug: ,
es tut mir so leid, wenn ich lese, welche Medikamentenodyssee du hinter dir hast :cry: !
Nach alldem ist es kein Wunder, daß es dir so schlecht geht - die gute Nachricht ist die, daß es auch ein Ausdruck dafür ist, daß dein Körper versucht, dagegenzusteuern, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, zu heilen.

Ich weiß selbst, daß es unheimlich schwer ist, diese Sichtweise zu bekommen u vor allem zu behalten, wenn die Symptomatik so übermächtig ist.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Wer hat schon die Zeit und das Verständnis für meine Berichtungen. Das ist nämlich neben dem Kampf ein weiteres großes Problem. Alles mit sich allein ausmachen zu müssen, weil keiner versteht und nachempfindet; letztendlich hat auch keiner eine Lösung, keiner kann helfen. Das macht g r o ß e Angst.
Auch das kennen wir alle hier mehr o weniger.
Für andere Menschen im persönlichen Umfeld ist das auch nicht nachvollziehbar, mittlerweile glaube ich, das wäre auch zu viel verlangt.
Ich hätte mir in meinen kühnsten (Alp-) Träumen nicht vorstellen können, was für Symptome man haben kann.

Das Nichtnachvollziehbare ist das eine, allerdings habe ich meinen engsten Angehörigen Infos aus dem Forum zu lesen gegeben - wenn sie sich das Leid auch nicht vorstellen können, da sie die Symptome ja nicht fühlen können, so sollten sie wenigstens akzeptieren, wie es einem ergeht u auf diverse Ratschläge verzichten.
Auch wenn sie gutgemeint sind, sind sie oft nicht hilfreich.

Eine Lösung gibt es nur in dem Sinne, daß der Körper sich selbst heilt u man versucht, ihn dabei so gut, wie möglich zu unterstützen.
Die ganzen Tipps u Erfahrungen der Betroffenen hier aus dem Forum können dabei helfen.

Natürlich macht diese Hilflosigkeit, gerade in den Wellen, auch Angst.
Aber du kannst hier jederzeit schreiben, wie es dir geht, wir versuchen, uns hier gegenseitig aufzubauen u zu unterstützen.
Denn hier kann Jeder nachvollziehen, was man gerade durchmacht u erlebt.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Mein Kopf gibt keine Ruhe. Zwangsgedanken. Immer die unerledigten Dinge, die durch den Kopf schießen; wechselnd, sprunghaft, mit dem Druck, sie unverzüglich erledigen zu müssen.
Ich kenne das auch, habe deswegen in der ersten Zeit des Absetzens eine Liste der unerledigten Dinge (nach Wichtigkeit) geschrieben, so kreiselten die nicht mehr ständig im Kopf rum.
Wenn etwas erledigt war - Haken dran.
Das Schwierige war, den Druck herauszunehmen, noch mehr machen zu müssen - das ist ein Lernprozeß u ich bin damit immer noch nicht durch :cry: - aber es gelingt schon besser, als anfangs.
Viele Dinge rennen (manchmal leider) nicht weg.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Auch das Fremdheitsgefühl ist anhaltend. Das ist so unheimlich und hört nicht mehr auf. Es ist, als wären daran alte Gefühle der Kindheit gekoppelt. Erinnerungen an ganz frühe Kindheit, wobei es sich mischt. Es sind zum Teil Erlebtes; aber zum Großteil Träume von früher. Also schwer zu erklären.
Daß diese ganzen Gedanken, diese Träume u Erinnerungen während des Absetzens bzw auch ein Zeit danach, hochkommen, wird auch immer wieder berichtet - ich hatte da auch eine ganz extreme Phase.
Manchmal denke ich, das liegt daran, daß Vieles von dem im Laufe des Lebens nicht ausreichend verarbeitet werden konnte - nur abgespeichert wurde, weil die Medikamentenwirkstoffe es einfach verhinderten.
Evtl fallen diese Erinnerungen deshalb jetzt verstärkt an.

Dazu kamen bei mir auch ganz schlimme, z.T blutige Träume, die so real erschienen, daß ich vollkommen schweißgebadet u angstvoll aufgewacht bin u mich erstmal orientieren mußte.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Für mich ist das alles so gruselig. Ich glaube, ich bin dabei, verrückt zu werden. Es ängstigt mich dermaßen. Ich bekomme keine Hilfe und weiß auch nicht mehr weiter und der Gedanke aufzugeben drängt sich auf.
Glaub' mir, du bist nicht verrückt u wirst es auch nicht - die meisten hier kennen alle diese Gedankengänge, aber sie werden mit der Zeit abflauen.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Weil es schon so lange geht (drei Jahre) und keine Medikamente, Klinik, Arzt, Therapeut mir helfen kann, ist die Angst sehr groß, dass es nicht mehr besser wird.
Ich glaube dir das, aber alles, was du anführst, hat dich erst in diesen Zustand gebracht - diese ständigen Medikamentenwechsel waren absolut keine Hilfe, sondern das Gegenteil.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 06:04
Ich habe ANGST, unglaubliche ANGST, das alles nicht mehr zu schaffen.
Es wird besser werden, es braucht nur Zeit u möglichst keine Intervention von außen, weder medikamentös u bei evtl körperbezogenen Therapien/Physiotherapie o.Ä. muß man vorsichtig schauen, ob man das verträgt.
Vieles wirkt triggernd.

Du bist auch mitten in der Wechseljahrszeit, das kann zusätzliche Symptome verursachen bzw auch symptomverstärkend wirken.
Allerdings würde ich auch keine Hormontherapie empfehlen können, meistens werden dazu noch synthetische Hormone verschrieben (die ein eigenes gesundheitliches Risiko darstellen), aber selbst bioidentische werden während des Entzuges nur sehr schlecht bis gar nicht vertragen.

Ich habe deiner Signatur entnommen, daß du Cimicifuga einnimmst. Enthält das Präparat nur Traubensilberkerze o ist das eine Kombi mit Johanniskraut?
Letzteres wird sehr oft verschrieben, wäre aber in deiner jetzigen Situation absolut ungeeignet, da Johanniskraut ähnliche Wirkung wie ein synthetisches AD aufweist u daher auch die gleichen Probleme bereiten kann.

Liebe Laube, bitte nicht aufgeben, wir werden da wieder rauskommen, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Wenn sich kleinere Verbesserungen einstellen, dann sich die immer wieder ins Gedächtnis rufen (wie bspw den Abend, an dem es dir besser ging) - das tut der Seele gut u hilft beim Durchhalten.

Vllt wäre es auch eine Idee, ein Tagebuch zu führen, in dem man jeden Tag kurz sein Befinden notiert, evtl noch farbig markieren, wenn es ein guter Tag war o auch nur Stunden (ich habe das auch getan).

Das kann hilfreich sein, weil man in den Wellen vergißt, daß es bessere Momente gab u meist so im Gedankenkreisel hängt, daß das alles nie vorbeigeht, daß man kein normales Leben mehr führen kann usw.
So kann man beim Lesen wieder etwas Kraft tanken.

Und wie oben schon angemerkt: wenn es dir hilft u dich erleichtert, dann schreibe deine Gedanken hier auf - hier wirst du auf jeden Fall verstanden - wir sitzen da alle in einem Boot.

Alles Liebe u viel Kraft wünsche ich dir u nicht vergessen, du bist nicht allein - es gibt uns - herzlich Anna

Edit: überschnitten mit Maria :)
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Maria__ hat geschrieben:
06.06.2020 08:59
das ist ein ganz seltsames Phänomen und gibt mir auch immer das Gefühl, verrückt zu werden. Aber ich kann Dir versichern, das haben viele - habe es insbesondere im amerikanischen Forum SurvivingAntidepressants oft gelesen.
Es ist sicher, wie die meisten anderen Symptome, Ausdruck eines gereizten ZNS. Und es wird vergehen.
Maria
Hallo liebe Maria,

danke, dass Du so schnell geschrieben hast. Es ist eine unglaubliche Unterstützung hier.

Gut, dass Du mir gemeldet hast, dass die Gedankenirritationen viele hier kennen (auch im amerikanischen Forum). Das beruhigt mich ein wenig.

Kannst Du Dir vorstellen, dass es mir momentan, was diese schrecklichen Gedanken angeht, ein wenig besser geht. Muss dazu sagen, dass ich auch seit 4 Uhr heute morgens nichts anderes tue, als mich abzulenken mit Beschäftigung bzgl. des Themas. Alles andere bleibt auf der Strecke, aber ich muss mir irgendwie helfen. Denn neben den Durchdrehgefühl reihen sich auch die suizidalen Gedanken. Klar, ich will das nicht mehr aushalten müssen.

Es ist schon komisch, dass es jetzt wieder besser ist. Und gleichzeitig schäme ich mich für meinen Hilferuf und den Ausführungen meines Befindens. Aber es ist gut, abzuklären, was das für seltsame Ängste sind. In dem Moment des Zustandes braucht man Hilfe. Die Verzweiflung ist dann sehr groß. Wahrscheinlich weil man dem Ganzen so machtlos ausgeliefert ist.

Fürs nächste Mal, und das kommt bestimmt, hoffe ich, dass es mir hilft an Deine Worte zu denken, dass es zum gereizten ZNS gehört und viele andere dies auch durchgemacht haben oder durch machen.

Liebe Grüße
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

Laube
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Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Annanas,

vielen Dank für Deine ausführliche, lange Nachricht. Es hilft mir sehr. :)
Annanas hat geschrieben:
06.06.2020 09:03
Ich hätte mir in meinen kühnsten (Alp-) Träumen nicht vorstellen können, was für Symptome man haben kann.
Das ist es, was mich auf die Suche gemacht hat, herauszufinden, was mit mir los ist. Seit drei Jahren Symptome, die ich vorher nie in meinem Leben kannte. Doch irgendwie kommen immer wieder neue Symptome hinzu. Unglaubliche und total erschreckende Symptome. Die kann ich schwer zuordnen.

Um das ganze zu verstehen, lese ich viel. Versuche meine Familie (Mann/Sohn) zu erklären, was mit mir los ist. Nur den Druck herauszunehmen, dass kann ich irgendwie nicht. Nicht in einer Welle. Irgendwie gehört das zu den Symptomen. Angst/Druck. Da bin ich dann völlig machtlos.
Annanas hat geschrieben:
06.06.2020 09:03
Manchmal denke ich, das liegt daran, daß Vieles von dem im Laufe des Lebens nicht ausreichend verarbeitet werden konnte - nur abgespeichert wurde, weil die Medikamentenwirkstoffe es einfach verhinderten.
Meine Erinnerungen sind Szenen aus meiner Kindheit. Es kommen Bilder von meiner Stadt, wie sie früher zu meiner Kindheit ausgesehen hat. Z. B. der Supermarkt, der früher ganz anders war, die Straßen und Gebäude, die Landschaft, die früher natürlich anders aussahen. Ich führe mich nicht bewußt in diese Erinnerung. Sie kommt einfach und drängt sich auf. Immer und immer wieder. Als wäre ich plötzlich in meiner Kindheit gelandet.

Vielleicht passiert so etwas bei einer Hypnose, bei einer Rückführung. Ich weiß es nicht. Aber diese Gedanken machen mir Angst und machen alles befremdlich. Irre was da passiert. Das zum Thema, das Hirn vergisst nichts.

Ansonsten habe ich nämlich kaum Erinnerungen an meine Kindheit. Ist alles fast wie weggeblasen. Meine Geschwister erinnern sich lebhaft, da kann und konnte ich nur immer staunen.
Annanas hat geschrieben:
06.06.2020 09:03
Es wird besser werden, es braucht nur Zeit u möglichst keine Intervention von außen, weder medikamentös u bei evtl körperbezogenen Therapien/Physiotherapie o.Ä. muß man vorsichtig schauen, ob man das verträgt.
Vieles wirkt triggernd.
Die Tage waren sehr anstrengend. Klinik und gleichzeitig Haushalt bewältigen, Gespräche in der Klinik, die belastend waren. Abschied von der Klinik und Mitpatienten. Angst, ohne Unterstützung (Klinik) weiter machen zu müssen. Inzwischen glaube ich auch daran, dass alles triggert. Ich sollte meinem Instinkt folgen; im Grunde wollte ich kein Therapiegespräch mehr haben, weil es unglaublich anstrengend war. Momentan bin ich einfach nicht mehr in der Lage, noch etwas aufzunehmen.

Ich habe fast das Gefühl, ich muss mich komplett aus dem Leben nehmen. Habe ja bereits Vieles auf Eis gelegt. Muss mich damit abfinden, dass es einfach nicht geht. Das ist eine schwere Aufgabe. Es schwer zu akzeptieren, dass das Leben an einem vorbei läuft.
Annanas hat geschrieben:
06.06.2020 09:03
Du bist auch mitten in der Wechseljahrszeit, das kann zusätzliche Symptome verursachen bzw auch symptomverstärkend wirken.
Allerdings würde ich auch keine Hormontherapie empfehlen können, meistens werden dazu noch synthetische Hormone verschrieben (die ein eigenes gesundheitliches Risiko darstellen), aber selbst bioidentische werden während des Entzuges nur sehr schlecht bis gar nicht vertragen.
Das Rezept für die Hormontherapie hängt an der Pinwand. Ich werde es nicht einlösen. Zu große Angst, alles zu verschlimmern. Cimicifuga ist reine Traubensilberkerze. Habe es seit April, da kannte ich das Forum noch nicht. Sonst hätte ich nicht damit begonnen. Würde es gerne absetzen, aber habe Angst, noch mehr Verwirrung zu stiften. Was meinst Du dazu?

Ganz liebe Grüße
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Annanas »

Liebe Silvia :) ,
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Seit drei Jahren Symptome, die ich vorher nie in meinem Leben kannte. Doch irgendwie kommen immer wieder neue Symptome hinzu. Unglaubliche und total erschreckende Symptome. Die kann ich schwer zuordnen.
Das ist wirklich erschreckend, mir fehlen selbst manchmal die Worte, um verschiedene Symptome beschreiben zu können.
Ich weiß nicht, ob du schon auf unsere Absetzsymptomliste gestoßen bist - sie ist im Begrüßungstext verlinkt - ich stelle sie mal trotzdem schnell hier ein:
viewtopic.php?f=18&t=12534
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Um das ganze zu verstehen, lese ich viel. Versuche meine Familie (Mann/Sohn) zu erklären, was mit mir los ist.
Ich habe meinem Mann auch mit den Infos hier versorgt u bringe ihn hin u wieder auf den neuesten Stand.
Haben deine Männer wenigstens Interesse daran? Ich wünsche es dir!
Denn es gibt nicht wenige Foris, deren Umfeld sich absolut dagegen sträubt - schlimm für die Betroffenen.
Hier sind bspw noch Infos, die man evtl den Angehörigen geben kann:
viewtopic.php?f=6&t=15689
viewtopic.php?f=6&t=17184
oder das Interview mit dem Psychiater Piet Westdijk ist auch sehenswert, finde ich:
viewtopic.php?f=6&t=16689&p=347879&hili ... ew#p347879
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Nur den Druck herauszunehmen, dass kann ich irgendwie nicht. Nicht in einer Welle. Irgendwie gehört das zu den Symptomen. Angst/Druck. Da bin ich dann völlig machtlos.
Ja, es gibt Symptome, die kann man nur, so gut wie möglich, aushalten/akzeptieren u versuchen, zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Ich führe mich nicht bewußt in diese Erinnerung. Sie kommt einfach und drängt sich auf. Immer und immer wieder. Als wäre ich plötzlich in meiner Kindheit gelandet.
Vielleicht passiert so etwas bei einer Hypnose, bei einer Rückführung. Ich weiß es nicht. Aber diese Gedanken machen mir Angst und machen alles befremdlich. Irre was da passiert. Das zum Thema, das Hirn vergisst nichts.
Ich kenne das auch, ich hatte eine derartige längere Phase, die aber schon sehr lange abgeklungen ist.
Jetzt kommen diese Träume nur noch sehr selten vor.

Ich weiß auch nicht wirklich, welche Ursache das hat - da aber darüber häufiger im Forum berichtet wird, muß es mit dem Absetzen bzw mit der Remodellierung des Gehirns zu tun haben.
Evtl werden bei der "Neuverdrahtung" des Gehirns in ein neues/altes biochemisches Gleichgewicht Areale durcheinandergewirbelt, die für die Erinnerungsspeicherung zuständig sind.
So könnte ich mir das auch noch erklären.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Inzwischen glaube ich auch daran, dass alles triggert. Ich sollte meinem Instinkt folgen; im Grunde wollte ich kein Therapiegespräch mehr haben, weil es unglaublich anstrengend war. Momentan bin ich einfach nicht mehr in der Lage, noch etwas aufzunehmen.
Ja, es triggert Vieles u gerade Therapiegespräche sind sehr anstrengend.
Unter einer Absetzsymptomatik kann es u.U. auch schwierig werden, eine Therapie erfolgreich durchführen zu können. Manchmal fehlt da u.a. die Möglichkeit der Reflexion, weil die Symptome überlagernd wirken können.
Aber das ist auch sehr individuell, je nach Ziel u Gestaltung der Therapie kann diese auch im Entzug erleichternd sein.

Aber ich würde da auch auf mein Bauchgefühl hören u wenn du jetzt die Therapiegespräche eher als anstrengend/belastend empfunden hast, dann ist es jetzt wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt dafür.
Laube hat geschrieben:
06.06.2020 13:04
Cimicifuga ist reine Traubensilberkerze. Habe es seit April, da kannte ich das Forum noch nicht. Sonst hätte ich nicht damit begonnen. Würde es gerne absetzen, aber habe Angst, noch mehr Verwirrung zu stiften. Was meinst Du dazu?
Es ist schon mal gut, daß es sich nicht um ein Kombipräparat handelt, wäre Johanniskraut mit dabei, würde ein Weglassen vllt zu Problemen führen.

Wie siehst du es - hattest du einen Benefit durch die Einnahme?
Oder konntest du im Rückblick eher einen zeitlichen Zusammenhang mit einer Symptomverstärkung erkennen?

Davon würde ich eine Entscheidung der Weiterführung o Beendigung der Einnahme abhängig machen.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

blumenfeld
Beiträge: 81
Registriert: 15.11.2019 16:29

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von blumenfeld »

Liebe Laube,

Es ist unglaublich,ich bin gestern zufällig auf Deine Berichte gestoßen und habe gedacht,ich
lese eine Kopie meines Leidensweges b.z.w. meiner Dramatik!
Auch meine liebe Familie ist an meinem Leidensweg mit kaputt gegangen,wir sind im gleichen Alter und haben noch dazu den selben Vornamen-gibt es sowas ?

Wie Du lesen kannst,bin ich seit 2018 im Krankzustand,hatte eine erstmalig sehr schwere Phase nach Virusinfektion von 2007-2010,dann folgten relativ normale Jahre unter Jatrosom,aber auch Venlafaxin habe ich durch,in 2018 kam dann der totale Crash und alles ,was bisher versucht wurde greift nicht mehr.


Mein Langzeitmedikament ist seit November 2019 ausgeschlichen ,aber der Körper gibt keine Ruhe,alles was probiert wurde,um Symptome zu deckeln,wie z.B. mit Mirtazapin,Milnacipran,Amineurin und Escitalopram alles blieb erfolglos !
Auch ein Klinikaufenthalt im Januar war für die Katz!

Jeder Tag ist ein Überlebenskampf,mal schlimm,mal nicht zum Aushalten,habe permanente Übelkeit,kann nicht essen,Schweißausbrüche,gefühlte Fieberschübe und und und!!!


Mein Mann meint ,es tut mir nicht gut hier im Forum zu lesen,das würde mich zusätzlich belasten.

Die einzige Ärztin,die wie ein Baum hinter mir steht,ist meine Hausärztin.In dieser kompletten schweren Phase hat sie mich ganz engmaschig betreut und ruft mich mehrmals die
Woche an.Sie hat sich jetzt erkundigt und hatte die Idee mit dem Doxepin,das angeblich oft eingesetzt wird,um Entzugssymptome aufzufangen.

Ich weiß absolut nicht,was ich tun soll?!
Ich will einerseits nichts mehr nehmen,habe eine regelrechte PP-Phobie,andererseits denke ich,vielleicht darf man doch nichts unversucht lassen,um aus dieser Unerträglichkeit heraus zu kommen.
Morgen telefoniere ich wieder mit ihr.

Was bei mir die Lage ja auch so kompliziert macht ist,dass ich nicht nur an Absetzsymptomen leide,die nach so langer Einnahme ja zwangsläufig da sind ,sondern,dass mein Horrorzustand
mit den vielen Symptomen schon wie gesagt 2018 noch unter meiner Langzeitmedikation begann. Es war so,als wollte mir mein Körper sagen, dass er jetzt genug hat von dieser Chemiekeule.

Ich habe viel zu lange Psychiatern vertraut,die mir sagten ,dass ich nach der damaligen schweren Viruserkrankung lebenslang ein AD und andere PP nehmen muss.Heute weiß ich,dass dieses Teufelszeug meine Gesundheit zerstört hat!

Ich strample jetzt in alle Richtungen,Google mich zu Tode und suche verzweifelt nach Hilfe und nach meinem normalen Leben.

Ich habe große Angst ,dass das gar nicht mehr wird und jetzt so bleibt?!
Was würdest Du mir raten wegen dem Doxepinversuch ?
Wäre schön ,wenn Du Dich kurz meldest.


LG und einen schönen Sonntag Silvia
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo liebe Anna,

vielen Dank für die links. Hab die Filme gleich angeschaut und meinem Mann schon davon erzählt. Ob er es anschaut, mal sehen.

Was mich jedoch wundert, warum dieser tolle und so wichtige Beitrag/Film bisher von nur so wenigen Leuten angeschaut wurde. Das Thema scheint nicht so viele Menschen anzusprechen.
Vielleicht verunsichert es auch. Ich befürchte, dass in dieser Hinsicht in naher Zukunft kaum ein Umdenken stattfinden wird.

Das mit der Neuverdrahtung/Remodelieren ist sehr schlüssig. Aber schon irre. Nach 45 Jahren solche Bilder, Gefühle aus dem Nichts. Waaahnsinn, was da alles im Kopf gespeichert ist. Eine riesen Festplatte. Ich überlege, was meine Hirn mir damit aufzeigen will.

Zur Zeit bin ich einfach nicht offen für Therapie. Wenn ich nicht darüber sprechen kann, dass ich glaube, in einem von Medikamenten verursachten Langzeitentzug zu stecken, dann ist es schwierig, dies auszublenden und an seinen Grundproblemen zu arbeiten. Meine derzeitige Befindlichkeit hat ja nichts oder wenig mit meinen persönlichen Schwierigkeiten zu tun.
Du hast es sehr gut formuliert: „weil die Symptome überlagernd wirken können „.

Mit Cimicifuga verspüre ich, dass ich weniger Schwitzanfälle habe. Auch nachts schwitze ich weniger, jedoch kann ich trotzdem nicht schlafen. :x Ob Symptomverschlimmerung kann ich gar nicht sagen.

Warte einfach mal ab.

Grüße herzlich
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo und guten Abend Silvia
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Es ist unglaublich,ich bin gestern zufällig auf Deine Berichte gestoßen und habe gedacht,ich
lese eine Kopie meines Leidensweges b.z.w. meiner Dramatik!
Das finde ich jetzt auch unglaublich. Danke, dass Du mir das mitteilst. Es macht was mit einem. Man fühlt sich verstanden und nicht so isoliert, weil man Symptome hat, die man schwer vermitteln kann und es niemand gibt, der das kennt. Da fühlt man sich ganz schön allein und unverstanden. Vor allem ängstigt es maßlos.
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Mein Langzeitmedikament ist seit November 2019 ausgeschlichen ,aber der Körper gibt keine Ruhe,alles was probiert wurde,um Symptome zu deckeln,wie z.B. mit Mirtazapin,Milnacipran,Amineurin und Escitalopram alles blieb erfolglos !
Auch ein Klinikaufenthalt im Januar war für die Katz!
Ich war inzwischen seit Venlafaxin vier mal in der Klinik. Medikamenten-Rum-Num hat alles schlimmer gemacht. Verzweiflung brachte mich dann zur TMS.
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Mein Mann meint ,es tut mir nicht gut hier im Forum zu lesen,das würde mich zusätzlich belasten.
Genau das hat man mir auch schon gesagt. Können nicht begreifen, erahnen, wie es uns wirklich geht und dass das Forum hilft, wo alles andere versagt. Deshalb möchte ich an dieser Stelle gleich nochmal Danke sagen. Tausend Dank an diese Möglichkeit, die uns erschaffen wurde von den Machern hier, um uns zusammenzuführen und somit unglaublich viel Unterstützung zu erhalten.
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Die einzige Ärztin,die wie ein Baum hinter mir steht,ist meine Hausärztin.In dieser kompletten schweren Phase hat sie mich ganz engmaschig betreut und ruft mich mehrmals die
Woche an.Sie hat sich jetzt erkundigt und hatte die Idee mit dem Doxepin,das angeblich oft eingesetzt wird,um Entzugssymptome aufzufangen.
Man hast Du damit ein Glück. Wirklich. Das ist so viel wert. Ich habe da einen Hausarzt, der zwar nichts dagegen hatte, als ich bei meiner SUCHE diverse Fachärzte aufsuchte, jedoch hat er mich am Ende immer wieder zu meinem Psychiater verwiesen, zu dem ich schon längst kein Vertrauen mehr hatte. Er wurde immer regelrecht sauer, wenn ich seine Medikamente nicht vertrug. :evil:

Zum Doxepin kann ich nur sagen, dass ich es mich nicht trauen würde, es zu nehmen. Hätte viel zu sehr Angst davor, den Zustand damit noch zu verlängern und vielleicht sogar zu verschlimmern. Das ist echt einen schwere Entscheidung. Hast Du schon mal über die Suchfunktion nach dem Medikament gesucht. Vielleicht hat es schon jemand im Forum ausprobiert.
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Was bei mir die Lage ja auch so kompliziert macht ist,dass ich nicht nur an Absetzsymptomen leide,die nach so langer Einnahme ja zwangsläufig da sind ,sondern,dass mein Horrorzustand
mit den vielen Symptomen schon wie gesagt 2018 noch unter meiner Langzeitmedikation begann. Es war so,als wollte mir mein Körper sagen, dass er jetzt genug hat von dieser Chemiekeule.
Bei mir ist es bereits seit 2017 und da kann ich fast mit dir mitgehen, wenn du denkst, dein Körper signalisiert dir, bitte keine Medikamente mehr. Ich habe es immer so formuliert, als ich noch nichts von Entzug wusste: „mein Körper verabschiedet sich von mir“, sprich er macht einfach nicht mehr mit.
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Ich habe viel zu lange Psychiatern vertraut,die mir sagten ,dass ich nach der damaligen schweren Viruserkrankung lebenslang ein AD und andere PP nehmen muss.Heute weiß ich,dass dieses Teufelszeug meine Gesundheit zerstört hat!
Ich war eigentlich immer gegen Medikamente, aber mein Psychiater hat ganz schön Druck gemacht. Auch meine Familie, als ich mal eine Zeit ohne Medikamente war (halbes Jahr). Natürlich war es dann schwierig. Kam ja ein Rebound-Effekt. Wusste bloß keine. Mir wurde unverantwortliches Verhalten zugesprochen, so dass ich wieder einknickte und weiter PP nahm. Im Grund konnte ich nicht wirklich für mich einstehen, ist ja leider auch eines meiner Grundprobleme. :frust:
blumenfeld hat geschrieben:
07.06.2020 10:17
Ich strample jetzt in alle Richtungen,Google mich zu Tode und suche verzweifelt nach Hilfe und nach meinem normalen Leben.
Bevor ich auf das Forum stieß, habe ich mich auch fast zu Tode gegoogelt. Jetzt ist es endlich ruhig geworden. Obwohl ich manchmal wieder zweifle, weil die Gesellschaft irgendwie von all dem nichts zu wissen scheint. Das macht mich dann wieder unsicher. Meine Recherchen, mein Suchen ging einfach zu lange. In voller Verzweiflung. Jetzt bin ich hier angekommen und vertraue, habe Halt. Ich hoffe auf Heilung. Ich muss durchhalten.

Und das wünsche ich dir auch von ganzem Herzen. Dass es besser wird, dass Du belohnt wirst für das Aushalten der Qualen. Versuch darauf zu vertrauen, denn ich glaube, damit schenken wir auch unserem Körper wieder Vertrauen, hören besser auf ihn und das ist wohl das Wichtigste, um heilen zu können.

Drücke Dich unbekannterweise
Liebe Grüße
Silvia
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

blumenfeld
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von blumenfeld »

Guten Morgen ,meine Liebe

Und wieder aufgewacht in der Hölle,ich sitze und weine fürchterlich.
Wann verdammt noch mal hört das endlich auf?

Die Nacht war sehr schlecht,zwei Mal bin ich aufgeschreckt mit Schweißausbrüchen und Herzrasen,jetzt habe ich unerträgliche Kopfschmerzen und Übelkeit mit Zittern.

Ich bin verzweifelt,ich meine,ich brauche kurzfristig irgendeine medikamentöse Unterstützung,nur kein AD,aber was nur?
Schwindelig ist mir auch.

Es tut mir in der Seele weh,was mein Mann und mein Sohn da mitmachen,sie sind mittlerweile schon mitinfiziert sozusagen.
Du hast recht,auch ich habe kein gutes Gefühl mit dem Doxepin.

Aber die Symptome sind mitunter lebensbedrohlich.

Ich telefoniere nachher noch mit dem Chef einer Klinik,er ist PP-kritisch eingestellt und am Nachmittag mit meiner Hausärztin und auch sie wollte noch mal mit dem Klinikchef sprechen,da ich einfach keine Linderung erfahre!

Mein Gott ,ich habe so gesund und ordentlich gelebt,nie getrunken,nie geraucht!
Wie habe ich nur diesen Zustand verdient???

Bis später LG Silvia
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Towanda
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Towanda »

Hallo Silvia,

hast Du Dich hier unter "Alternativen zu PP" schon mal umgeschaut - da gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich etwas Erleichterung zu verschaffen: viewtopic.php?f=66&t=16653

Grüße, Towanda
► Text zeigen

13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

blumenfeld
Beiträge: 81
Registriert: 15.11.2019 16:29

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von blumenfeld »

Hallo lb. Silvia

Du hast lange nichts von Dir hören lassen,
ist den Umständen entsprechend alles okay?

LG Silvia
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

blumenfeld hat geschrieben:
08.06.2020 07:54
Und wieder aufgewacht in der Hölle,ich sitze und weine fürchterlich.
Wann verdammt noch mal hört das endlich auf?
Hallo liebe Silvia,

wann hört das endlich auf, das ist eine gute Frage. Ich frage mich das auch. Bin ja schon so lange in diesem Zustand. Heute hatte ich noch zusätzlich diese Fremdheitsgefühle, und es ging mir bis vor einer guten Stunde schlecht. Heute hat das „Nachlassen“ auf sich warten lassen.

Ich melde mich heute erst, bin in der Versenkung verschwunden. Der Alltag, dann Unverständnis der Familie, die immer von mir erwarten, wieder zu funktionieren. Jetzt geht es nun schon drei Jahre, da glaubt mir keiner mehr, dass ich immer noch mit den gleichen Beschwerden kämpfe.
blumenfeld hat geschrieben:
08.06.2020 07:54
Es tut mir in der Seele weh,was mein Mann und mein Sohn da mitmachen,sie sind mittlerweile schon mitinfiziert sozusagen.
Ich weine darüber auch so oft. Mein Sohn ist noch Zuhause, er hat die letzen Jahre von seiner Mutter kaum was gehabt. Habe Angst, dass er sich von mir entfremdet. Ich bin ja nicht mehr die Alte. Das macht mir so zu schaffen.

Jetzt steht Urlaub an und ich muss mich jetzt entscheiden, Ob ich mitgehen oder nicht. Doch weiß ich es leider nicht, ob ich dafür dann fit genug bin. Die letzten Jahre waren sie ohne mich auf Reisen. Das war hart für mich.
blumenfeld hat geschrieben:
08.06.2020 07:54
Mein Gott ,ich habe so gesund und ordentlich gelebt,nie getrunken,nie geraucht!
Wie habe ich nur diesen Zustand verdient???
Ich habe auch nie geraucht und selten Alkohol getrunken. Da hab ich auf mich geachtet.
Bis ich zu den PP kam. Was hat man mir nur angetan?

Ich möchte mich noch sehr dafür bedanken, dass du nach mir gefragt hast. Es fällt mir schwer zu schreiben, war immer schon schlecht im Formulieren, so brauche ich eeeewig, um einen Text zu verfassen. Es strengt mich unglaublich an.

Den Tag heute haben wir geschafft und mir graust vor morgen. Schon über Tausend Morgen waren schrecklich für mich. Sollte das mal vorüber gehen, dann wird mit Sicherheit ein Trauma in Bezug auf den Morgen zurück bleiben. Sozusagen das MORGENGRAUEN. :cry:

Ach ja, und die schlaflose Nacht. Das nächste Trauma. Mein Bett war früher immer der sichere Ort. Jetzt hat sich auch das entfremdet.

Zur Zeit bin ich schwer am Zweifeln, ob ich je wieder aus diesem düsteren Tal heraus komme.

Ich Grüße Dich herzliche
Silvia

PS: Ich glaube die letzte Nachricht von Towanda war für Dich gedacht. unseren gleichen Namen bringen Verwirrung. :wink:
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo in die Runde,

bin traurig über meinen Zustand und fühle mich sehr einsam mit meinen Beschwerden.
Das schwierigste sind die Fremdheitsgefühle, die unbegründete Angst ab dem Augenaufschlag am Morgen (wie Prüfungsangst), das komische Gefühl, nicht richtig zu sein, wie im Traum. Halt fremd und ohne Vertrautheit, Geborgenheit. Mir ist, als hätte ich alles verloren. Alles in mir, was mich aus macht. Ich kann einfach keine innere Sicherheit mehr in mir finden.

Bestimmt wiederhole ich mich ständig, aber das ist es, was mich so verzweifeln lässt. Ich glaube, ich habe mich verlassen, verloren.

Und es ist, als hätte ich zudem mein Zeitgefühl verloren. Alles ist so seltsam. Es ist, als wäre ich in einer anderen Welt. So schwer zu erklären. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass das wieder werden kann. Es scheint, als wäre er was defekt.

Ich habe schon hin und wieder Zustände, in denen ich mich wieder habe, Gott sei Dank.

Es geht nun schon viel zu lange, dieses Leid.

Und ich weiß nun nicht wie lange es noch gehen wird, wenn es, wie hier beschrieben, zu einer Heilung kommen kann. Da ich dieses seit Venlafaxinabsetzen habe und weitere Medikamente zur Deckelung verabreicht bekommen habe, bin ich jetzt erst drei Monate auf null.

Heißt das jetzt, dass die Heilung jetzt erst startet, oder gab es in der Zeit seit 2017 bereits Möglichkeiten der Heilung neben den Medikamenten?

Ich frage das nicht zum ersten mal. Sorry. Aber ich kann leider nicht mehr länger diesen Zustand ertragen. Es ist so befremdlich. Was kann ich tun?

Gibt es Möglichkeiten, im Forum herauszufinden, wer im Langzeitentzug steckt, um mich da mehr zu belesen. Ich habe leider keine Möglichkeit mehr, irgendetwas abzuwenden und muss verharren in dieser Situation. Das meiste im Forum handelt von den Absetzmethoden und dem vermeiden von Langzeitentzug. Beim lesen bin ich dann immer so traurig, weil ich mich davor nicht schützen konnte und mich dem ganzen so ausgeliefert fühle.

Leider war ich in einer Abhängigkeit von den Ärzten und Kliniken, bis ich gemerkt habe, dass sie mir nicht mehr helfen können. Ich wurde nur noch herumgeschubst. Mein Psychiater servierte mich ab, meine Therapeutin ebenso, der Hausarzt verwies wieder zum Psychiater. Mehrfach in Klinik, wo sie einfach sagten, jetzt wüssten sie auch nicht mehr, was sie mir noch verordnen sollen. Lithium war noch im Gespräch.

In der akutphase seit 2017 ist auch keine Therapie mehr möglich. Kann einfach nicht mehr. Heute ist mir klar, warum. Es triggert einfach ungemein. Das habe ich jetzt auch bei dem letzten Tagesklinik Aufenthalt gemerkt.

Jetzt sitzt ich da, allein auf mich gestellt. Unsagbar krank wurde ich gemacht und keinen interessiert es. Die sind froh, mich nicht mehr sehen zu müssen, dieses Leidgeplagte Gesicht, in welches sie nicht mehr schauen müssen.

Ich kann garnicht beschreiben, wie verletzt ich bin, wie erniedrigt ich mich fühle, was mir an Lebenszeit verloren gegangen ist und nicht auszumalen, was das mit meiner Gesundheit im allgemeinen angerichtet hat.

Bin unsagbar traurig.

Liebste Grüße an alle
Laube
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

blumenfeld
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von blumenfeld »

Hallo lb.Silvia,
Danke für Deine Zeilen. Auch wir haben wegen meinem Zustand seit zwei Jahren keinen Urlaub mehr gemacht.GsD habe ich großes Verständnis und Unterstützung in der Familie,aber auch sie kriechen mittlerweile auf dem Zahnfleisch!

Alles,was Du schreibst kann ich nur bestätigen,nur leider habe auch ich keine Idee,wie man diese Hölle beenden könnte,wie auch ,wenn kein Arzt weiter weiß.

Ich denke ,ich werde mich mal etwas zurück ziehen,die schlimmen Berichte hier im Forum machen so unglaublich Angst.

Ich denke ,dass wir alle Langzeitschäden durch PP haben und bin mir nicht sicher,ob das überhaupt zu reparieren ist?!

Habe heute noch zwei Therapieen und Telefonat mit meiner Hausärztin,die sich intensiv kümmert,sie ist die einzigste von all meinen Ärzten.
Bitte gib nicht auf ,bleib stark,alle hier im Forum sagen,dass das wieder wird,es wäre allerdings eine Frage der Zeit.
LG und einen schönen Tag Silvia
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Laube
Beiträge: 78
Registriert: 11.05.2020 18:50

Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

blumenfeld hat geschrieben:
16.06.2020 09:44
Ich denke ,ich werde mich mal etwas zurück ziehen,die schlimmen Berichte hier im Forum machen so unglaublich Angst.

Ich denke ,dass wir alle Langzeitschäden durch PP haben und bin mir nicht sicher,ob das überhaupt zu reparieren ist?!
Hallo liebste Silvia (Blumenfeld),

Danke, dass du mir antwortest, im Moment schreibt sonst keiner. Ist auch verständlich, weil immer das Gleiche von mir berichtet wird. Leider.

Das Du Dich zurückziehen möchtest verstehe ich. Hab das auch ein paar Tage gemacht, weil ich dachte, ich komme so wieder schneller in mein altes Leben zurück. Mit Ablenkungen. Doch das funktioniert nicht wirklich. Fühlte mich unglaublich allein gelassen mit den schlimmen Zuständen. Allein und isoliert. Der Rest der Welt versteht das leider nicht und hat kein Verständnis. Unglaubliche Kränkungen muss ich ertragen, weil ich nicht funktioniere.

Am liebsten würde ich an einen Ort gehen, wo man um meine Situation weiß, mich unterstützt und mich in Ruhe meinen Entzug ausheilen lässt. Dann wäre die Familie raus, könnte sich auch erholen und allen wäre geholfen.

Mir macht das Lesen im Forum auch so Angst. Wie lang manche mit dem Entzug zu kämpfen haben. Ich kann es mir nicht vorstellen, noch so lange durchzuhalten. Und immer schaue ich bei den Betroffenen, wie lange sie von ihren Beschwerden berichten. Das setzt mir sehr zu. Und hab natürlich auch Zweifel, ob mein Hirn den Schaden überhaupt noch reparieren kann.

Halte durch, liebe Silvia, halte durch.

Herzliche Grüße
Laube
[spoil]Diagnosen Psyche:
Rez. depressive Störung; Generalisierte Angststörung; Panikstörung; Zwangsstörung; Komb. Persönlichkeitsstörung; PTBS

Medikation:
10/2002 bis 10/2007 Citalopram 40 mg Umstellung auf Cipralex
10/2007 bis 03/2009 Cipralex 30 mg (10 mg auf 30 mg keine Verbesserung)
12/2009 bis 12/2010 Voldoxan 25 mg (hohe Anspannung)
07/2011 bis 10/2011 Benzodiazepin (wg Panikattacken, Entzug während Klinikaufenthalt)
09/2011 bis 02/2012 Citalopram 40 mg (hohe Sedierung, Konzentrationsstörung, mangelnd angstlösend)
03/2012 bis 11/2014 Lyrica 300 mg, Pregabalin (22 kg Gewichtszunahme, exessives Schlafen)
11/2012 bis 05/2015 Paroxetin 60 mg (Essattacken, Schwitzen, Blasenprobleme)
06/2015 bis 05/2017 Venlafaxin 225 mg, Trevilor (massive kognitive Einschränkungen, dadurch Jobverlust, Unruhe, Kratzen, Schwitzen, Inkontinenz, Blasenprobleme)
12/2017 bis 01/2018 Fluoxetin 20 mg (Versuch - Diarrhöe)

Seit Absetzen Venlafaxin unwissend im Entzug. Es folgen mehrere Klinikaufenthalte und Medikamentenversuche

08/2018 Cymbalta, Duloxetin (Versuch - Schwindel, Ohnmachtsgefühl, Panik, Suiziddruck, evtl. in Kombination mit Tianeurax Serotonin-Syndrom)
07/2018 bis 12/2018 Tianeurax 37,5 mg, Teaneptin (keine ausreichende Wirkung)
07/2018 bis 05/2019 Opipramol 300 mg (trotz steigender Dosis keine ausreichende Wirkung)
11/2018 bis 01/2019 Pregabalin 25 mg (Wiederverordnung. Euphorie, Bauchschmerzen, verschwommen sehen, Libidoverlust, Gangunsicherheit, Gelenkschmerzen, Angstminderung trat nicht ein)
07/2019 Strattera 18 mg, Atomoxetin (Versuch - Suizidal)
09/2019 Medikinet 10 mg, Methylphenidat (Versuch - Rebound-Effekt nach 5 Std.)
09/2019 Elvanse 30 mg, Lisdexamfetamin 2. Versuch 10/2019 (Gewünschte Wirkung trat nicht ein. Euphorische und aufputschende Wirkung war nur kurzzeitig, Suiziddruck! Es bestätigt sich die Verdachtsdiagnose ADHS damit nicht)
06/2019 bis 02/2020 Mirtazapin 30 mg (ca. 6 Std. Tiefschlaf wie Koma, Gefühllosigkeit, Libidoverlust, keine Wirkung auf die Beschwerden)

Klinikaufenthalte:
2008/2009
2011/2012 (6 Mo) Panikattacken, schwere Depression
2014 Schematherapie
2018 wegen morgens Unruhe, Ängste, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, suizidal (ohne es zu wissen bereits im Entzug)
06/2019 (dito)
11/2019 immer noch gleiche Beschwerden wie 2018/2019 mit Verschlechterung, schwere Depression mit Suiziddruck,
02/2020 (6 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik
06/2020 (3 Wo.) Transkranielle Magnetstimulation mit Tagesklinik

2014 Arbeitslosigkeit bis 2017 Erwerbsminderungsrente

Beschwerden: Schlafstörungen (2-4 Std., mehrmaliges Erwachen, ab 4 Uhr wach),ab Erwachen massive Unruhe, getrieben sein, Ohrwürmer, Angst, Schweißausbrüche, starke Übelkeit, totaler Appetitverlust (47 kg/165 cm), Gedankenzwänge, Gedankenkarusell, sehr niedrige Stresstoleranz, sozialer Rückzug, Interessenlosigkeit, Überforderung, Insuffizienzerleben, unbeschreibliche Gefühlszustände, Gefühl durchzudrehen, DR/DP, "Alles ist fremd", "Mein ICH ist verloren gegangen!", suizidal

Abends keine Symptome!

Sonstige Beschwerden: HWS Syndrom, Degeneration HWS Bandscheibenfächer, Ohrgeräusche (Knacken, Brummen), Blasenbeschwerden, kognitive Einschränkungen, Sehkraftverschlechterung mit Fokusierungsschaden, Fiebergefühl

Lasea und Cimicifuga 04/2020 bis Mitte 07/2020[/spoil]

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