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Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Jamie
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Jamie »

Hallo Schokopudding, :)

dann wäre mein Vorschlag auf 1mg Escitalopram zu gehen.
Opipramol beibehalten.

Du bist sehr tapfer : hug:
Deine Einstellung ist trotzdemdie richtige!

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe Jamie,

gestern wurde der Tag doch noch besser. Meine Unruhe/Angst am Morgen war weniger stark als die Tage zuvor. So ist es heute auch. Das Gedankenkreisen ist viel weniger geworden, ich kann es besser abstellen, das scheint den Auslöser der Angst zu verringern. Jetzt ist es eher ein unspezifisches Unwohlsein in der Bauchgegend, etwas flau im Magen, etwas schwach, Angst vor der Angst. Das fühlt sich nach einer leichten Verbesserung an. Ist aber erst seit gestern so.

Meinst du das ist ein Zeichen, dass ich das erst noch ein, zwei Tage beobachten sollte, bevor ich hochdosiere?

Symptome die auch auftreten, die ich aber einfach so hinnehme, sind ein trockener Mund und ich vertrage meine Sonnenbrille (mit Sehstärke) nicht mehr so gut. Damit wird meine Angst stärker, ich bekomme etwas Beklemmung.

Liebe Grüße,
Schokopudding
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

Straycat
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Straycat »

Hallo Schokopudding,

ich freue mich zu lesen, dass sich doch eine Verbesserung zeigt :)

In diesem Fall würde ich an deiner Stelle noch eine Woche beobachten, ob sich die Verbesserung hält oder es sogar noch besser wird. Dann würdest du dir das hochdosieren ersparen. Jedes mg, das man hochdosiert, muss man auch wieder absetzen. Vielleicht greift das 1mg ja jetzt doch. Oft dauert es einige Zeit nach einer Wiedereindosierung bis sie greift.

Alles Gute,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr lieben, ich wollte mich mal melden.

Vor 18 Tagen habe ich wieder eindosiert. Meine körperlichen Symptome sind eigentlich weg. Allerdings bin ich in eine depressive Phase gerutscht. Es ist nicht total schlimm, aber es geht mir auch nicht gut. Bis mittags habe ich auch oft keinen Appetit, eher ist mir flau im Magen. Außerdem beiße ich mich an Themen fest, die mir Sorge bereiten/Angst machen und ich dann werde ich durch das ständige Nachdenken über diese Themen innerlich sehr nervös. Überhaupt finde ich, mache ich mir mehr Sorgen.

Der Termin beim Psychiater sah so aus:
Ich habe eine Telefonnummer bekommen, bei der ich eine Liste an Therapeuten bekommen kann. Er hat mir aber keine Hoffnung gemacht, da man wohl etwa ein Jahr auf einen Platz wartet und viele dann feststellen, dass sie alleine mit einem Therapeuten auch nicht weiterkommen. Er empfiehlt deshalb eine Klinik mit Gruppentherapie. Das hat mich sehr überrumpelt und kommt für mich derzeit nicht infrage. Außerdem bekommt man dort wegen Corona frühestens im Dezember einen Platz.

Über die 0,5mg Citalopram war er erschrocken, meinte das wäre ja homöopathisch und er hätte noch niemanden mit einem starken Absetzproblem gehabt. Trotzdem wollte er mir Ecitalopram Tropfen aufschreiben, um die Lösemethode zu vereinfachen, aber ich habe abgelehnt weil ich das Präparat jetzt nicht noch wechseln möchte.

Ich bin nun etwas ratlos, finde zum Hochdosieren ist es nicht schlimm genug und befürchte, ich muss nun diese depressive Episode aussitzen. Die gesamte und berufliche Situation durch Corona macht es alles nicht besser, man hat einfach seit Monaten keinen normalen Alltag/Routine.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
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padma
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von padma »

hallo Schokopudding, :)

schön, dass deine körperlichen Symptome weg sind. Die Wiedereindoserung greift wohl. Die "depressiven" Symptome würde ich auch als Entzugssymptome ansehen. Entzugssymptome können sich auch psychisch ausdrücken, sind jedoch neurophysiologisch, also körperlich bedingt.
Über die 0,5mg Citalopram war er erschrocken, meinte das wäre ja homöopathisch und er hätte noch niemanden mit einem starken Absetzproblem gehabt.
Die meisten Psychiater wissen nicht, wie potent solche Dosierungen noch sind. Seltsamerweise haben die meisten Psychiater auch noch niemanden mit starken Absetzsymptomen gehabt, obwohl das ganze Forum doch voll von Betroffenen ist. :roll:
Ich bin nun etwas ratlos, finde zum Hochdosieren ist es nicht schlimm genug und befürchte, ich muss nun diese depressive Episode aussitzen
Ich würde jetzt auch erstmal weiter abwarten. Der Stabilisierungsprozess kann einige Zeit brauchen. Da du gleich zwei Medikamente abgesetzt und wieder eindosiert hast, brauchst du jetzt Geduld.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe padma, danke für deine Antwort! Ich bin euch so dankbar, dass immer jemand von euch antwortet, auch wenn ich mich gar nicht in andere Themen einbringe :(

Ja der Psycho steht kurz vor der Rente, aber es ist einfach zu sagen dass man noch niemanden mit schweren Absetzerscheinungen hatte, wenn man alle einfach wieder eindosiert und sagt, sie bräuchten das.

Was mir schwer zu schaffen macht, sind die Stimmungswechsel, zum Teil mehrfach am Tag. Manchmal fühlt es sich an als wäre alles wieder normal und als wäre ich stabil. Und das denke ich dann wirklich, ich bin fest überzeugt dass es vorbei ist, jedes Mal wieder. Dann bin ich so optimistisch und plane einschneidende Veränderungen, für die auch leider grade jetzt eine reale Chance vorhanden ist, ich müsste sie nur annehmen (sonst wäre das Thema gar nicht so präsent). Manchmal denke ich kurz, ich mache das einfach. Im Laufe des Tages machen mir meine eigene Pläne immer mehr Angst, ich bin so tierisch nervös, traue mir nichts mehr zu, male mir schlimmsten Szenarien aus und bin nur noch ein nervliches Wrack. Meistens kann ich mich irgendwann beruhigen, indem ich die Entscheidung aufschiebe oder mir klarmache, dass ich es momentan eh nicht packe oder zu dem Schluss komme, dass ich das gar nicht will oder der Wunsch von alleine geringer wird, wenn der Alltag wieder normaler wird. Am nächsten Morgen das selbe Spiel: wach werden mit so großer Nervosität, im Kopf wieder diese Veränderungsgeschichte, mich irgendwie beruhigen, besser fühlen, wieder drüber nachdenken und es geht von vorne los.

Ich habe hier schon von Neuroemotionen gelesen. Kann es sein, dass dazu auch solcher Drang nach Veränderung (und dann wiederum auch nicht) gehört? Oder sind das nur Gefühle, die jetzt hochkommen, weil durch die geringe Dosis nicht mehr soviel unterdrückt wird? Ich muss dazu sagen, dass diese Veränderung ganz nüchtern gesehen mich weiterbringen könnte, denn das Thema beschäftigt mich seit Jahren immer mal wieder, auch wenn es sich dazwischen immer wieder beruhigt.

Ich bin so durcheinander. Dieses ständige aufgeregt sein macht mich so kaputt.

Magnesium, Calcium und Vitamin D tut mir gut, ich überlege noch Zink dazuzunehmen, das soll sich positiv auf Depressionen auswirken. Hat damit vielleicht jemand Erfahrung?

Liebe Grüße
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von padma »

liebe Schokopudding, :)
Was mir schwer zu schaffen macht, sind die Stimmungswechsel, zum Teil mehrfach am Tag. Manchmal fühlt es sich an als wäre alles wieder normal und als wäre ich stabil. Und das denke ich dann wirklich, ich bin fest überzeugt dass es vorbei ist, jedes Mal wieder. Dann bin ich so optimistisch und plane einschneidende Veränderungen, für die auch leider grade jetzt eine reale Chance vorhanden ist,
Diese Stimmungswechsel ist ein typisches Fenster/Wellenmuster. Es zeigt, dass es dir ohne diese Entzugssymptome gut ginge, du Dinge angehen könntest.
Im Laufe des Tages machen mir meine eigene Pläne immer mehr Angst, ich bin so tierisch nervös, traue mir nichts mehr zu, male mir schlimmsten Szenarien aus und bin nur noch ein nervliches Wrack.
Das zeigt, dass du für die Umsetzung deiner Pläne noch nicht stabil genug bist. Dennoch halte ich es für ein sehr gutes Zeichen, dass du in symptomfreien Momenten diese Pläne machen kannst. Ich denke, das zeigt auch, dass du keine Depression hast.
Ich habe hier schon von Neuroemotionen gelesen. Kann es sein, dass dazu auch solcher Drang nach Veränderung (und dann wiederum auch nicht) gehört? Oder sind das nur Gefühle, die jetzt hochkommen, weil durch die geringe Dosis nicht mehr soviel unterdrückt wird?
So wie du es beschreibst, hört sich der Drang nach Veränderungen, die du schon lange nicht umsetzten konntest, positiv an. Ich tippe daher eher auf Letzeres, dass du mehr spürst, was du verändern möchtest. Aber letztlich kannst du das nur selbst sagen, ob sich dieser Drang nach Veränderungen eher gesund anfühlt oder eher unnatürlich, getrieben.

So was ähnliches kenne ich auch, dass ich in guten Momenten denke, oh ja, dass und das möchte ich nun endlich angehen und sich das stimmig anfühlt, aber etwas später, ich spüre, dass das derzeit absolut nicht machbar ist.
ich überlege noch Zink dazuzunehmen, das soll sich positiv auf Depressionen auswirken. Hat damit vielleicht jemand Erfahrung?
Gib Zink mal in die Suchfunktion ein. Es ist alles immer individuell, aber im allgemeinen hilft es, glaube ich, nicht so sehr gegen Entzugssymptome.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe padma, danke für deine Antwort. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich wünsche dir einen schönen Abend!
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- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
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Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr lieben, ich muss mal was loswerden...

Ich habe heute wieder so eine Panik, dass ich mit dem Absetzen was schlimmes angerichtet habe und nie wieder "normal" werde. Es waren doch nur 2,5mg Citalopram und 1 :censored: Tropfen Opipramol, die ich weggelassen habe. Vor 4 Wochen habe ich wieder eindosiert und ich sehe kein Ende. War die Eindosierung zu niedrig? Bin ich zu ungeduldig? Bleibe ich jetzt einfach so?? Ich möchte doch nur wieder normal sein. Meinetwegen auch mein tabletten-normal, ich weiß ja gar nicht wie ich ohne Tabletten bin. Nehm die ja seit ich 18 bin...


- ständig flau im Magen/ leichte Übelkeit
- beim Aufwachen Angst vor der Arbeit :( das wird grade immer stärker und macht mich fertig. Die Arbeit ist sonst mein Anker und holt mich immer wieder aus schlechten Phasen raus und jetzt das. Das geht einfach nicht. Wirklich nicht. Ohne meine Arbeit brech ich komplett ein.
- ich kann Eindrücke schlechter verarbeiten, also hell, bunt, Muster, schnelle Wechsel... wer Migräne hat, kennt das vielleicht, wenn alles zuviel ist.
- PMS hat sich verändert. Vorher: zwei Wochen Wut, schlechte Stimmung. Jetzt: depressive Stimmung setzt erst richtig heftig mit Beginn der Menstruation ein, viel schlimmer als jemals zuvor, dafür keine Wut vorher, nur immer traurig und weinerlich.
- allgemein gedrückte Stimmung/depressiv und weitere klassische Deprisymptome (vergesslich, antriebslos, die Zeit zieht einfach vorbei...). Kann mich aber auch freuen und hin und wieder lachen, es ist also nicht durchgängig und irgendwie auch anders.
- manchmal träume ich was blödes bevor ich morgens wach werde und habe dann umso mehr Angst (heute hatte ich im Traum meine ganzen Sachen im Zug vergessen, nachdem ich erst den Zug fast verpasst hätte...).

Die Angst und Depression sind meine ursprünglichen Symptome von vor über 15 Jahren (sie waren nie komplett weg, aber sehr gut im Griff), die jetzt wieder aufflammen und ich habe solche Angst, dass es ein Rebound-Effekt ist und einfach nicht mehr behandelbar ist. Dass ich jetzt so leben muss. Arbeitsunfähig werde. Das kann doch nicht sein? :( Vielleicht steigere ich mich auch viel zu sehr rein, obwohl ich immer wieder versuche, mich abzulenken, mir zu sagen dass das der Entzug ist, mir zu sagen, dass ich das alles hinbekomme und sich Lösungen finden werden, egal was kommt - und dann machts wieder bumm und ich verfalle in diese "ES WIRD NIEMALS WIEDER GUT" Panik. Aber auch das scheint im Entzug normal zu sein, hm? Han ja schon das halbe Forum durchgelesen...

Und wenn mir dann bewusst wird, dass ich nichtmal auf 0 bin, sondern irgendwo mittendrin. ...

Ich hoffe euch geht es heute gut.

Liebe Grüße
Schokopudding
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

padma
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von padma »

hallo Schokopudding, :)
Es waren doch nur 2,5mg Citalopram und 1 :censored: Tropfen Opipramol, die ich weggelassen habe. Vor 4 Wochen habe ich wieder eindosiert und ich sehe kein Ende.
Du gehörst eben zu den Menschen mit einem sensiblen ZNS und da steckt man das eben nicht so weg. Du hast die AD so lange genommen, da braucht das ZNS viel Zeit um sich davon zu erholen.
Und bei dir waren es gleich 2 Medikamente, die du abgesetzt hast, das setzt deinem ZNS zu.

Alles ws du beschreibst, sind typische Absetzsymptome.
War die Eindosierung zu niedrig? Bin ich zu ungeduldig? Bleibe ich jetzt einfach so??
Du bleibst nicht so. Über eine leichte Erhöhung könnte man nachdenken. Du schreibst ja, dass es sich durch die Eindosierung etwas gebessert hat.
Hast du ein Gefühl dafür, bei welchem der beiden Medikament eine leichte Erhöhung helfen könnte? Tendenziell ist Citalopram eher anregend und Opipramol eher beruhigend.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe padma,

entschuldige dass ich erst jetzt antworte. Ich war mir nicht sicher, was ich antworten soll, hab aber ein danke dagelassen, damit du weißt, dass ich deinen Beitrag gelesen habe.

Als ich meinen verzweifelten Post geschrieben hatte, wurde es besser. Viel besser. Der Samstag wurde ok, am Sonntag hatte ich so gut wie keine Symptome, auch Montag war sehr gut. Ich dachte, so pack ich das. Gestern kam dann aber wieder der Rückschlag inform von Nervositat mit Herzklopfen und Depri. Und schon überlege ich wieder, was ich mit dem Medikamenten mache. Eigentlich will ich nicht hochdosieren. Hab Angst davor, dass es alles schlimmer macht oder mein ZNS noch mehr durcheinander bringt. Andererseits... Es ist so anstrengend. Und immer diese Angst, weil die Zukunft im Entzug so unsicher ist. Mein Hauptproblem ist die Stressanfälligkeit. Solange alles ruhig ist, komme ich klar. Kommt aber psychischer Stress (Gedankenkreisen) oder Arbeit hinzu, schlägt mein ZNS sofort an und reagiert mit Nervositat und Herzklopfen. Wie ein Seiltanz und jeder Windhauch bringt einen mächtig ins Wanken und man versucht sich zu halten, damit es nicht kippt.
padma hat geschrieben:
20.06.2020 18:22
Du bleibst nicht so. Über eine leichte Erhöhung könnte man nachdenken. Du schreibst ja, dass es sich durch die Eindosierung etwas gebessert hat.
Hast du ein Gefühl dafür, bei welchem der beiden Medikament eine leichte Erhöhung helfen könnte? Tendenziell ist Citalopram eher anregend und Opipramol eher beruhigend.
Leider gar nicht. Vom Gefühl her etwas beruhigendes, aber die Unruhe beschreiben fast alle vom Citalopram Entzug. Von daher wüsste ich nichtmal, mit welchem Medi ich arbeiten soll.

Danke dass du immer antwortest, ich hoffe du fühlst dich nicht dazu verpflichtet. Anderen hier geht es noch viel schlimmer :/

Liebe Grüße
Schokopudding
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Citalopram:
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- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
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- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
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- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

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Jamie
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Jamie »

Hallo Schokopudding, :)

du befindest dich im Entzug mit dem typischen Wellen-Fenster-Muster.
Du hast sicher schon davon gehört?
Schlechte Phasen (Wellen) wechseln sich mit Phasen weniger Symptome / Erleichterung (Fenster) ab.
Am Anfang ist es ungemein frustrierend, wenn man ein Fenster hat und es dann wieder schlechter wird, aber leider ist das ein ganz ganz typischer Rhythmus im AD-Entzug.

Es ist daher sehr wichtig, dass man lernt, damit umzugehen.
Also weder in Wellen die Hoffnung verlieren noch bei Fenstern in den kompletten Enthusiasmus auszubrechen.
Letztlich ist all das ein Heilungsprozess und er dauert so lange, wie er dauert.
Mit Schonung, Freundlichkeit dir selbst gegenüber, Gelassenheit und Akzeptanz kommt man am besten durch diese schwierige Lebensphase. :hug:
Mein Hauptproblem ist die Stressanfälligkeit. Solange alles ruhig ist, komme ich klar. Kommt aber psychischer Stress (Gedankenkreisen) oder Arbeit hinzu, schlägt mein ZNS sofort an und reagiert mit Nervositat und Herzklopfen. Wie ein Seiltanz und jeder Windhauch bringt einen mächtig ins Wanken und man versucht sich zu halten, damit es nicht kippt.
Kennst du unseren Artikel über das enthemmte Alarmsystem?
Dein ZNS ist permanent auf Flucht oder Kampf programmiert, deswegen geht es dir bei Stress oder jeglicher Form von Aufregung / besonderen Vorkommnissen so bescheiden und ist immer alles kurz vorm Kippen, wie du es selbst so trefflich beschreibst.
Ich verlinke dir den Text, falls du ihn noch nicht kennst:
viewtopic.php?f=6&t=10373
Danke dass du immer antwortest, ich hoffe du fühlst dich nicht dazu verpflichtet.
Bin nicht padma :), antworte aber trotzdem mal aus meiner Perspektive.
Ich fühle mich mehr oder weniger dem Wohl aller hier verpflichtet, nur das kollidiert mit der schieren Unmöglichkeit, auf alles und jeden hier einzugehen.
Was ich nicht schaffe, schafft glücklicherweise meist dann ein anderer :).
Trotzdem sind hier eine Reihe sehr hilfsbereite, altruistische Menschen unterwegs, die immer bemüht sind, zu helfen.

Alles Gute
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
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    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe Jamie, danke für die Antwort.

Es ist alles sehr interessant und doch so ungewiss. Wie stehst du denn zu einer etwas höheren Dosierung, könnte das die Reizung des ZNS bessern oder ist das Glücksspiel oder würde es nur noch mehr durcheinander bringen?

Liebe Grüße
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
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Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Jamie »

Hallo Schokopudding, :)

ich bin bzgl. Aufdosieren ganz bei padma :).
Man kann darüber nachdenken, aber als padma nachfragte, war deine Antwort nicht ganz eindeutig. (?)

Es macht nur Sinn, wenn man eins der Medikamente als so empfindet, dass man denkt, eine kleine Aufdosierung könnte was bringen.
Das Bauchgefühl, auch Intuition genannt, kann einem da wertvolle Hinweise geben.
Wenn man schon drüber nachdenkt uns alles ist nur "ach nee" oder fühlt sich nicht gut an, dann bin ich nicht dafür etwas zu ändern.
Wenn die Reaktion anders ist, wäre drüber nachzudenken.


Ich verabschiede mich nun in meine Reha. :fly:
Alles Gute dir
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
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    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr lieben,

(und danke Jamie. Es ist wie du sagst: das Bauchgefühl sagt eher "ach nee"...)

Ich habe folgende Frage... Bei vielen habe ich gelesen, dass sie in der Zeit nach null oder nach Experimenten eine Zeit lang klarkommen und sich nach ein paar Monaten auf einmal alles sehr viel verschlechtert. Nun habe ich das Gefühl, dass sich bei mir nach ca 5 Wochen nach der Wiedereindosierung alles etwas stabilisiert hat. Es ist nicht so gut wie vorher, aber ich kann normal am Leben teilnehmen. Bin etwas stressempfindlicher, habe häufig leichten Tinnitus und meine Stimmung schwankt zwischen ok und traurig. Ich würde nun erstmal nichts mehr an der Dosierung ändern für längere Zeit und alles zur Ruhe kommen lassen. Was sagen denn die Erfahrungswerte aus dem Forum, kann es sein dass ich trotz mildem Verlauf und wenig Experimenten in ein paar Monaten einen entzugsbedingten Vollcrash habe? Ich weiß dass man das nicht vorhersagen kann, aber rein von der Erfahrung her... Vielleicht kann mir jemand Mut machen?

Danke und liebe Grüße
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

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- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

Ululu
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Ululu »

Hallo Schokopudding,

versprechen kann dir das natürlich keiner, es kann natürlichvauchcwieder eine Welle kommen.


Wenn aber die Wiedereindosierung recht gut und verhältnismäßig schnell gegriffen hat und du diese Dosis jetzt stabil hältst, ist es sicher sehr gut möglich, dass du auf diesem momentanen Niveau stabil bleibst.

Meine Daumen sind auf jeden Fall gedrückt.

LG Ute
[spoil]Schwindel, Angst und Depression immer mal wieder auftretend aber nach ein paar Monaten immer wieder Besserung
Atenolol (Betablocker) 25 mg täglich
2011 Überweisung zum Psychiater, Versuche mit Sulpirid (6 Monate genommen), Amitryptillin (nicht vertragen) und Buspiron, 3 Monate genommen

2012 stationärer Aufenthalt in Psychiatrie nach einjährigem Dauerschwindel. Diagnose :generalisierte Angststörung und schwere Depression.
Alle Medikamente wurden sofort abgesetzt. Lorazepam 1mg 3 mal täglich, nach zwei Wochen ausgeschlichen, Gesamteinnahmedauer sechs Wochen

Seitdem Mirtazapin 30 mg zur Nacht.
Cymbalta 90 mg
Seroquel prolong abends 150 mg

Ein Jahr später Reduzierung Mirtazapin auf 15 mg ohne Probleme. Darunter schwere Schlafstörungen. Daher weiter 15 mg.

2014 zusätzliche Diagnose Schlaf Apnoe Syndrom. Behandlung mit Atemmaske.

Insgesamt über 30 kg Gewichtszunahme.
Gefühlsverflachung und Tagesmüdigkeit.

Ende 2016 Reduzierung Seroquel prolong auf 100 mg.
Am 30.04.2017 Reduzierung Seroquel prolong auf 50 mg.

Seit Juni 2017 Mönchspfeffer gegen Zyklusstörungen, hilft zuerst sehr gut, dann treten Zyklusstörungen wieder auf, ist aber normal, da sicher Wechseljahrsbedingt
zeitweise Jaborandi Globuli bei Bedarf gegen Schwitzen mit mäßigem Erfolg, daher wieder weggelassen

21.08.2017 Duloxetin auf 75 mg
18.10.2017 Duloxetin auf 67.5 mg
13.11.2017 Duloxetin auf 60,0 mg

01.01.2018 Mirtazapin auf 13,5 mg
31.01.2018 Mirtazapin auf 12,0 mg
24.03.2018 Mirtazapin auf 10,5 mg ab 06.04. Vitamin B12 für vier Wochen, keine Auswirkung
19.04.2018 Mirtazapin auf 9,0 mg
19.05.2018 Mirtazapin auf 7,5 mg
02.06.2018 Mirtazapin auf 8,25 mg wegen Schwindel, Angst, Verzweiflung und Migräne

Pause.
Hitze triggert Schwindel und Migräne.

27.08.2018 Mirtazapin auf 7,5 mg


aktuelle Einnahme: Duloxetin 60 mg
Mirtazapin 7,5 mg
Seroquel prolong 50 mg

1.7.19 Mirta auf 6,75 mg
17.8.19 Mirta auf 6 mg
1.9.19 Mirta auf 5,25 mg
21.9.19 Mirta auf 4,5 mg
11.11.19 Mirta auf 3,75 mg
Pause bis mindestens Weihnachten, Leberwerte besser, Schlaf zerhackt, dauermüde :bettzeit:
[/spoil]7

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Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Danke liebe Ute,
deine Worte machen mir Mut!

Ich wünsche dir einen schönen Abend :)
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
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- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
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Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
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Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
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Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr Lieben,

zu früh gefreut... Ich weiß gar nicht wie ich meine Gedanken ordnen soll.

Meine Arbeit macht mich grade fertig und dieses Gefühl wird durch den Entzug so sehr verstärkt. Vieles, was mich vorher zwar etwas unwohl hätte fühlen lassen, was ich aber vermutlich verdrängt hätte, wirft mich jetzt völlig aus der Bahn. Ich habe schon lange das Bedürfnis nach einer Veränderung, aber habe es immer bei Seite geschoben und mir die Situation schön geredet (weil ja nicht alles schlecht ist). Jetzt ist das grade unmöglich. An meiner Arbeit gibt es positives aber auch viel negatives und das negative überwiegt für mich grade so sehr. Dazukommt, dass es in der Firma stellenweise nicht so gut läuft und ich totale Existenzangst habe.

Leider definiere ich mich durch meinen Job und meine Leistung. Und Leistung kann ich gerade nicht bringen wie sonst. Das "schlimme" ist, dass ich grade jetzt eine Chance hätte eventuell einen anderen, guten Job zu bekommen, in dem ich auch gerne arbeiten würde. Nur bin ich nicht leistungsfähig. Heute hatte ich einen kurzen Termin mit 5 Menschen und durch das Gerede, Zuhören, Lautstärke wurde mir schon während des Termins übel, danach total Depri (aus Enttäuschung über meinen Zustand). Dieser neue Job wäre also zum Scheitern verurteilt, solange ich nicht wieder richtig "funktioniere". Also eigentlich keine Option. Andererseits setzt es mich sehr unter Druck, dass ich aus verschiedenen Gründen denke, es müsste JETZT passieren - jetzt oder nie.

Beruflich sehe ich für mich keine Alternativen zu meinem jetzigen und dem anderen Job. Die Möglichkeiten sind sehr beschränkt. Eine längere Auszeit ist auch keine Option, da ich meinen "Bedarf" an sozialen Kontakten über den Job decke... Bin privat leider sehr schlecht im Kontakte knüpfen und halten. Das würde mich nur auf anderen Ebenen stärker in die Deprispirale drängen.

Das hat zur Folge, dass ich in meiner Situation feststecke. Ich will weg bevor alles zusammenbricht, aber kann nicht. Und das letztendlich nur wegen dem Entzug :( Das macht mich grade so ratlos und traurig.

Was es noch viel schwerer zu begreifen macht: Zuhause geht alles. Ich kann den Haushalt machen, einkaufen, mich mit der Familie treffen, und das auch ohne Probleme. Es ist ok und tut mir gut, Beschäftigung zu haben. Nur arbeiten ist zu belastend - und das, obwohl grade wenig wichtiges zu tun ist und ich alle Freiheiten habe. Ich kann das nicht verstehen. Zuhause fühle ich mich wieder gut und werde dann optimistisch und denke, ich sollte es einfach versuchen, ich schaffe das schon, ich bin doch gut in dem was ich tue! Und dann sehe ich im echten Joballtag, dass ich scheinbar gar nichts schaffe. Und wieso sollte ich im anderen Job plötzlich wieder "normal" sein?

Wenn ich noch mehr Komponenten in den Topf werfe, bleiben ja auch immernoch die ADs. Ich bin nicht auf null. Nehmen wir utopischerweise an, ich würde kündigen, mich in der Zwischenzeit richtig stabilisieren und in drei Monaten einen neuen Job beginnen, wäre ich immernoch auf AD. Ich müsste viel Zeit verstreichen lassen, bevor ich runterdosieren könnte, um stabil zu bleiben und im schlimmsten Fall läuft es nicht gut und ich habe wieder die Job-Angst. Versuche ich mich jetzt zu stabilisieren und die Null anzustreben, müsste ich bei 2 AD noch mindestens 2 Jahre in meiner Situation ausharren, bestimmt länger. Außerdem habe ich furchtbare Angst vor diesem Entzug.

Ich denke seit Wochen soviel darüber nach und komme einfach zu keinem Ergebnis, jede Richtung ist unbefriedigend, es ist so zermürbend und erschöpfend und niemand kann mir die Entscheidungen abnehmen. Stattdessen bereitet es mir zusätzlich Stress, Tinnitus und miese Laune und macht mir wieder klar: ich würde so gern mein Leben endlich in die Hand nehmen und mich zum besseren verändern, nicht psychisch krank sein. Aber jetzt stecke ich in diesem blöden Entzug fest und komme weder vor noch zurück, egal wie sehr ich will.

Sorry für das lange private OffTopic... Vielen hier geht es viel schlechter, da scheint die Frage nach dem Job ein Luxusproblem.

Liebe Grüße,
Schokopudding
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Guten Morgen,

nach diesem wirren Post gestern möchte ich mich nochmal melden. Ich glaube, ich stecke in einer Welle. Von "Ich beginne einen neuen Job!" zu "Wie soll ich bloß irgendetwas arbeiten, am liebsten würde ich gar nicht mehr arbeiten gehen und irgendwie klarkommen", das ist wohl eindeutig... Mir ist seit gestern auch sehr übel, ich vermute das kommt vom Eisprung, denn meine Zyklusbeschwerden sind seit dem Entzug noch viel stärker geworden. Ach Mensch, wie blöd das alles ist. Ich hab leider noch nicht den richtigen Umgang damit gefunden und es haut mich immer wieder um.

Und ich frage mich, wie ich überhaupt weitermachen soll. Warten, bis alle Symptome weg sind, auch wenn es Monate dauert und sich dann der Gefahr aussetzen, dass es einen beim nächsten Schritt wieder so umhaut? Oder trotz Symptomen irgendwann weiter reduzieren? Oder auf die alte Dosis zurückgehen, hoffen dass alles wieder gut wird und mein Leben lang AD nehmen?

Liebe Grüße
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von padma »

hallo Schokopudding, :)

solange man im Entzug steckt und ganz besonders in einer Welle, trifft man besser keine Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen. Es sei denn, man wäre sich wirklich sehr, sehr sicher und das über eine gewisse Zeit.
Und ich frage mich, wie ich überhaupt weitermachen soll. Warten, bis alle Symptome weg sind, auch wenn es Monate dauert und sich dann der Gefahr aussetzen, dass es einen beim nächsten Schritt wieder so umhaut? Oder trotz Symptomen irgendwann weiter reduzieren? Oder auf die alte Dosis zurückgehen, hoffen dass alles wieder gut wird und mein Leben lang AD nehmen?
Erstmal würde ich weiter auf der Dosis bleiben. Wie lange, wird sich zeigen. Du brauchst nicht 100% symptomfrei zu sein, aber aktuell hört es sich für mich so an, als dass es für eine Reduktion noch viel zu früh ist.

Auf die alte Dosis zu gehen, halte ich derzeit für keine Option. Lebenslang ein AD zu nehmen, auch nicht.


liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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