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Jahrzehnte mit Sertralin - und nun ohne?

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Katzenfan
Beiträge: 1
Registriert: Samstag, 10.01.15, 10:00

Jahrzehnte mit Sertralin - und nun ohne?

Beitrag von Katzenfan » Samstag, 10.01.15, 10:36

Hallo Leute,
wie schon oben geschrieben, nehme ich schon seit es sich als neues Medikament sich einen Namen machte, Sertralin. Und das anfangs mit 50 mg, seit rd. 10 Jahren mit 100 mg täglich. Depri ist schlimm und so war ich froh, etwas zu haben, was mir weiterhilft. Versuche zu reduzieren lösten Depris aus, so dass ich wieder zur hohen Dosis zurückkehrte. Über Nebenwirkungen habe ich mir keine Gedanken gemacht und bin jetzt darauf gestoßen, dass vieles, was ich als Überreaktion einer empfindlichen Seele, in der Nebenwirkungsliste aufgeführt ist. Ich glaubte bisher, dass Nebenwirkungen entweder gleich auftauchen oder gar nicht und dass nach so langer Zeit mein Körper das Medikament so verarbeitet, dass keine Nebenwirkungen mehr auftauchen. Nun aber habe ich einen Sehverlust von vierzig Prozent. Eine Freundin fragte mich, ob ich Medikamente nehme und las mir dann die Nebenwirkungen vor. Tja und nun sitze ich da und weiß nicht so recht, ob ich nach allem was ich gelesen habe das Wagnis eingehen soll, es entweder abzusetzen oder auf ein anderes Medi (Johanniskraut?) umsatteln soll. Kann ich überhaupt absetzen ohne dass wieder das Depri-Monster kommt? Wie lange dauert das? In welchen Schritten soll ich vorgehen? Besteht die Chance, dass meine Sehkraft wiederkommt (bitte bitte, hoffentlich!!!) ?
Viellicht kann mir jemand einen Rat geben?
Danke


100 mg Sertralin
bei Bedarf Seroqu*

carriecat
Beiträge: 761
Registriert: Donnerstag, 03.11.11, 12:33

Re: Jahrzehnte mit Sertralin - und nun ohne?

Beitrag von carriecat » Samstag, 10.01.15, 16:15

Hallo Katzenfan,

erstmal willkommen hier im Forum.

Du schreibst, dass frühere Absetzversuche wieder zu Depressionen führten. Vermutlich hast du dann zu schnell reduziert bzw. abgesetzt. Wir empfehlen 10 % der Ursprungsdosis in einem Abstand von 4 - 6 Wochen, im unteren Dosisbereich eher noch langsamer.

Die Entscheidung abzusetzen kann dir niemand abnehmen, aber du nimmst nun schon so lange Medikamente....ich würde mich ja fragen, wie es denn ohne wäre und würde es wohl riskieren. Vor Allem könnte es ja sein, dass die Sehkraft wieder besser wird. Aber das weißt du natürlich nur, wenn du absetzt. Und ich würde dann auch kein Johanniskraut nehmen, das könnte unter Umständen die Syptome noch verstärken.
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

Hinweis:
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Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Jahrzehnte mit Sertralin - und nun ohne?

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 10.01.15, 18:46

Hallo Katzenfan,

Auch von mir willkommen im ADFD.
Wie Anja dir schon geschrieben hat hast du wahrscheinlich zu schnell abgesetzt und 40 % deiner Sehkraft verloren ist schon ganz schön schrecklich.

Wir hier setzten nach Dr. Beggin ab das heißt alle vier bis sechs Wochen 10 % hier die entsprechende Info darüber.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=7097

Und wirklich auf gar keinen Fall Sertralin nehmen und zusätzlich Johanneskraut das kann ganz schnell zu einem Serotoninsymdrom führen, das dich in das nächste Krankenhaus befördert. Das ist wirklich brandgefährlich.

Und ob du deine volle Sehkraft zurück erhalten wirst nach dem Absetzen kann dir leider keiner sagen aber ein Versuch ist es alle mal wert, denn was ist wenn sich deine Sehkraft weiter verschlechtert ? Außerdem ist auch das Sertralin nicht dafür gemacht es lebenslang zu nehmen und mit der Zeit können noch weitere Probleme dazu kommen. Natürlich will ich dir jetzt keine Angst machen, aber alle Psychopaharmika sind nicht für die Langzeiteinahme geeignet da darüber wenige Forschungsergebnisse vorliegen, jedenfalls keine pharmaunabhängigen.

Also was hast du zu verlieren wenn du versuchst das Sertralin auszuschleichen. Und das deine Depression schlimmer wurden lag daran das du wahrscheinlich zu schnell abgesetzt hast. Hast du denn versucht deine Depression anders anzugehen wie z.b. Mit Therapie ? Um andere Lebenslösungen zu finden ?

Natürlich kann ich dir diese Entscheidung nicht abnehmen. Aber wir können dir Wege aufweisen wie man langsam und sanft das Sertalin ausschleichen kann. Sicher auch nicht völlig symthomfrei aber mit geringeren Problemen als du jetzt vielleicht denkst.
Eine gute Entscheidung wünscht dir Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Kaleidoskop
Beiträge: 20
Registriert: Dienstag, 18.11.14, 14:04

Re: Jahrzehnte mit Sertralin - und nun ohne?

Beitrag von Kaleidoskop » Samstag, 24.01.15, 0:50

Hallo Katzenfan,
Manchmal hab ich auch Sehstörungen bei SSRI. Dies kommt aber eher durch eine veränderte Augensekretion. Also geht eher in die Richtung verschwommenes Sehen. Ein Verlust von 40% sehkraft kann ich mir kaum vorstellen als Nebenwirkung. Da würde ich vom Augenarzt das rein anatomische gut abklären lassen nicht dass vielleicht die Netzhaut etwas hat.
Nebenwirkungen gibts immer. Was keine Nebenwirkung hat hat meist auch keine Wirkung. Die Nebenwirkungen von SSRI halte ich auch für gefährlich.
Aber auf die Sehkraft? Da fehlt mir der Zusammenhang. Was sagt den der Augenarzt ? So richtig gut sind meist die UniAugenkliniken. Vielleicht wär das ja mal eine gute Anlaufstelle lg
37 Jahre alt männlich
erkrankt an Depressionen
5 Jahre lang Paroxetin
5 Jahre lang Psychoanalyse
3 stationäre Klinikaufenthalte
seit ca. 3 Jahren deutliche Genesung
Wunsch Paroxetin abzusetzen mißlingt wegen Absetzerscheinungen
aktuell nehme ich 10 mg Paroxetin morgens

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