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Fragen nach dem Absetzen Venlafaxin: Ernährung/Arzt/Kritik

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Grafantin
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Fragen nach dem Absetzen Venlafaxin: Ernährung/Arzt/Kritik

Beitrag von Grafantin » Montag, 02.02.15, 19:31

Hallo.
Ich bin neu und verwirrt. Ich habe vor fast 2 Monaten Venlafaxin nach beinahe 4 Jahren komplett abgesetzt. Die 1. 2 Wochen nur normale "Absetzerscheinungen" wie gewohnt - Schwindel, keine Konzentration, Sehschwierigkeiten. Dann nichts mehr. Dann seit über 1 Monat (genau zu Weihnachten) Magen-Darmbeschwerden mit Durchfall und Magenkrämpfen, Übelkeit, anderer Schwindel (Gleichgewichtsstörung), Gereiztheit, Weinerlichkeit, trockene Augen, wieder so eine Art "depressive Verstimmung" - deshalb gehe ich von diesem Absatzsymptom aus, das ihr erwähnt, da gar nichts dagegen hilft (will ja keine AD mehr nehmen) - davon hatte ich zuvor noch nie gehört - ich habe aber, ach so böse, die AD selbst abgesetzt, aber sehr schleichend über mehrere Monate.

Nun meine Fragen
- kennt jemand einen Arzt in Berlin, der damit vertraut ist und damit umzugehen weiß? Ich gehe sehr ungerne zu einem Arzt, deshalb frage ich lieber, statt selbst herumzurennen.
- Ernährung: Habt ihr schon mal Listen erstellt, was ihr nun alles nicht mehr verstragt? Mir kommt das alles so willkürlich vor, was ich nun essen kann und was nicht. Ich probiere herum, komme auf keinen grünen Zweig - es hat nach meiner Einschätzung weder mit Magenschonend/-reizend zu tun, noch mit Histamin oder anderen Unverträglichkeiten?? Mir scheint, Kartoffeln, Kaffee, Äpfel, Zitrusfrüchte gehen gar nicht. Fisch auch roher, Reis, Soja, Milch, scheint kein Problem zu sein.
-Ich habe nun den Eindruck, meine AD waren für die Katz. Ich hatte anfangs Fluoxetin bekommen, vom Hausarzt. Nach den ersten unkontrollierten Suizidattacken war ich beim Neurologen, der meinte, es ist komplett das falsche Medikament, er kann nur umpolen auf Venlafaxin, was auch nicht ganz das Richtige sein wird. Ja, war es auch nicht - da das alles nichts brachte, wurde immer höher dosiert, bis 300mg und dann zusätzlich noch Lamotrigin 100mg, um die Wirkung zu verstärken. Trotz der hohen Dosierung landete ich in der Klinik, das einzige, was da half, war mich zuzudröhnen mit irgendwas - weiß ich jetzt nicht mehr, scheint gängig zu sein (dass man sich selbst nicht mehr spürt und nur noch schläft). Ich war dann einfach nicht mehr bei irgendeinem Arzt, sondern hab selbst geschaut, wann ich so weit bin, stabil genug, dass ich reduzieren und absetzen kann. War sehr vorsichtig und hat auch alles super geklappt, bis auf jetzt die letzten Wochen, wo plötzlich sich wieder alles so anfühlt wie zu Beginn meiner Depression - wozu gibt man diese Medikation, wenn es mit und ohne ein Höllenritt ist und ich ohne nur intensiver fühle, sonst hat sich da gar nichts getan, habe ich das Gefühl- und ich dachte nun, der Spuk mit den AD ist endlich vorbei und dann lese ich bei Euch, es kann sich noch bis zu 2 Jahre oder mehr ziehen? Und wenn ich jetzt keine AD mehr nehmen will, muss ich das einfach ausstehen oder?

Mich ärgert es nun extrem, dass man so leichtfertig diese Medis verabreicht - ich wollte sie auch nicht nehmen, bis mein Arzt sagte, es sei meine einzige Möglichkeit. Und dass die Nachwirkungen einfach nicht aufhören. :frust:

lg

carriecat
Beiträge: 761
Registriert: Donnerstag, 03.11.11, 12:33

Re: Fragen nach dem Absetzen Venlafaxin: Ernährung/Arzt/Krit

Beitrag von carriecat » Montag, 02.02.15, 20:11

Hallo Grafantin,

willkommen hier im Forum :)

Wie genau hast du denn ausgeschlichen. Du schreibst langsam über Monate, aber es kann unter Umständen immer noch zu schnell gewesen sein. Wie lange bist du nun jetzt auf Null? Also genau....nicht nur ungefähr. Das ist wichtig falls du nochmal eindosieren möchtest zum noch langsameren Ausschleichen, da ist die magische Grenze so bei 6 Wochen.
Grafantin hat geschrieben: - Ernährung: Habt ihr schon mal Listen erstellt, was ihr nun alles nicht mehr verstragt? Mir kommt das alles so willkürlich vor, was ich nun essen kann und was nicht. Ich probiere herum, komme auf keinen grünen Zweig - es hat nach meiner Einschätzung weder mit Magenschonend/-reizend zu tun, noch mit Histamin oder anderen Unverträglichkeiten?? Mir scheint, Kartoffeln, Kaffee, Äpfel, Zitrusfrüchte gehen gar nicht. Fisch auch roher, Reis, Soja, Milch, scheint kein Problem zu sein.
Das ist wirklich individuell unterschiedlich, da muss man einfach rumprobieren was Einem gut tut und was nicht. Das mit dem Histamin ist nur ein grober Anhaltspunkt. Manche können sogar Tomaten und Erdbeeren essen, obwohl die ja fast die schlimmsten Histaminbomben bzw. Liberatoren sind.

Grafantin hat geschrieben: -Ich habe nun den Eindruck, meine AD waren für die Katz. Wozu gibt man diese Medikation, wenn es mit und ohne ein Höllenritt ist und ich ohne nur intensiver fühle, sonst hat sich da gar nichts getan, habe ich das Gefühl- und ich dachte nun, der Spuk mit den AD ist endlich vorbei und dann lese ich bei Euch, es kann sich noch bis zu 2 Jahre oder mehr ziehen? Und wenn ich jetzt keine AD mehr nehmen will, muss ich das einfach ausstehen oder?
AD heilen ja die Krankheit/Depression nicht, sie deckeln nur die Symptome. Insofern hast du schon Recht. Wenn du keine AD mehr nehmen willst, dann musst du das einfach durchstehen....das kann Wochen, Monate oder unter Umständen auch Jahre dauern :( Ich meine hier im Übrigen die Absetzsymptome, nicht die Grunderkrankung.
Grafantin hat geschrieben: Mich ärgert es nun extrem, dass man so leichtfertig diese Medikamente verabreicht - ich wollte sie auch nicht nehmen, bis mein Arzt sagte, es sei meine einzige Möglichkeit. Und dass die Nachwirkungen einfach nicht aufhören. :frust:
lg
Das kann ich gut verstehen...mich ärgert das auch heute noch...und ich bin im vierten Jahr nach AD :?
Liebe Grüße,
Anja
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Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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