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Venlafaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Dienstag, 23.06.15, 14:38

Hallo Zusammen,

es geht um meinen Mann - er hatte letztes Jahr im September einen totalen Zusammenbruch - schwere Depression mit Psychose.
Es folgte ein 5 wöchiger Aufenthalt in der offenen Psychiatrie (Depressionsstation) - die Medikamente schlugen nicht wirklich an - so dass er dann noch insgesamt 4 Elektroschocks bekam. Danach gings aufwärts bis heute. Es geht ihm wieder ganz gut.....

Seither sind 7 Monate vergangen. Er hat direkt nach den 5 Wochen Klinik wieder anfangen zu arbeiten.
Er ist in Therapie - was ihm auch hilft.

Die Höchstdosis der Medikamente waren:
Seroquel: 250 mg
Venlafaxin 150 mg
Risperidon 4 mg

Stand heute ist er bei
Seroquel: 25mg
Venlafaxin ca. 80 mg
Risperidon 0,5 mg

Was ihm wahnsinnig zu schaffen macht ist sein Gewicht. MEin Mann war und ist Sportler. Er hatte letztes Jahr bei 1,80m 74 kg - heute nun 89 kg. Teilweise ging das Gewicht 5 kg pro Woche nach oben. Er macht auch heute noch fast täglich Sport - und isst gesund - und dennoch geht zwar mal ein Kilo nach unten aber dann auch wieder 2 nach oben. Absolut keine Chance an dem Gewicht was zu verändern. Wir mussten die komplette Garderobe neu kaufen....nichts hat mehr gepasst :-(

Meine Frage nun......er war heute bei der Psychiaterin - die ihn Tablettenmässig versorgt.

Er nimmt das Venlafaxin raus aus der Kapsel.....150 mg sind aufgeteilt in 3 STücke und hat diese immer ohne Kapsel genommen. Die Ärztin meinte dann heute zu ihm - dass er es komplett weglassen könnte - da es ohne die Kapsel UNWIRKSAM wäre......und nun meine Frage....habt ihr diese Erfahrung auch gemacht??
Die Ärztin meinte - es bringt nur was wenn es in der Kapsel genommen wird....er hat es aber nun schon seit Wochen ohne Kapsel genommen.

Er solle auch abends die 25 mg Sero weglassen und dafür dann abends die 0,5 mg Risperidon nehmen. Das Venla könne er ab morgen weglassen....

Das wäre zu schön.....aber ich hab Angst - dass die Ärztin nicht richtig liegt!

Er fliegt am Samstag geschäftlich nach China und da kann er sich keine Absetzerscheinungen leisten....die JEDESMAL kamen wenn er reduziert hat.

Sorry für den langen Text...
ich hoffe auf eure Erfahrungen
lg
stephbi

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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 23.06.15, 14:52

Hallo Stephbi,

in aller Kürze: Herzlich Willkommen. Wir freuen uns, wenn ihr uns länger erhalten bleibt und Eure Erfahrungen hier teilt.
Er nimmt das Venlafaxin raus aus der Kapsel.....150 mg sind aufgeteilt in 3 STücke und hat diese immer ohne Kapsel genommen.
Das war nicht so schlau. Was richtig ist: Die Stücke, die er nicht nehmen will, rausnehmen, die anderen drinlassen, die Kapsel wieder fest verschließen und dann einnehmen. Was das aber für einen Unetrscheid jetzt macht, wenn er die letzten Wochen das anderes gemacht hat, kann ich gerade nicht beurteilen. Ging es ihm denn gut damit?
Er solle auch abends die 25 mg Sero weglassen und dafür dann abends die 0,5 mg Risperidon nehmen. Das Venla könne er ab morgen weglassen....Er fliegt am Samstag geschäftlich nach China und da kann er sich keine Absetzerscheinungen leisten
Wenn es ihm aktuell gut geht mit der Dosiskombination, die er gerade hat, dann würde ich gar nichts ändern, bis er wieder zurück ist. Nichts weg, nichts dazu, nicht verschieben, garnichts.

Mal schauen, was die anderen meinen.

Und bis er zurück ist lest ihr Euch hier ein bisschen ein, und dann kann man individuell überlegen, wie es weitergehen könnte :hug:

Grüße Murmeline
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Dienstag, 23.06.15, 16:36

Hallo Murmeline,

danke dir für die liebe Begrüßung.
Also die Ärztin meinte tatsächlich - dass er es quasi ABGESETZT hat das Venlafaxin - in dem Moment wo er es ohne Kapsel einnahm. Mitte Mai hat er reduziert von 150 auf 100 - also ein Teil rausgenommen.....Es ging ihm in unserem Urlaub Pfingsten auch nicht wirklich gut bzw. das kommt immer verzögert...er hatte auch Kopfweh, er ist müde....und er bekommt Gedanken....die er nicht kontrollieren kann. (Eifersuchtswahn - kam bei ihm zu der schweren Depression letztes Jahr hinzu). Wie gesagt nach einer Woche Absetzproblemen - die sich oftmals wie ein kompletter Rückschlag für ihn anfühlen - ist dann alles aber wieder stabil. Gedanken dann wieder weg. Habe ja jetzt schon viele Absetzschritte erlebt und ganz ohne Nebenwirkungen ists noch nicht gegangen.

Nochmal zum Venlafaxin....wenn es stimmt was die Ärztin meint - wäre er ja schon 4 Wochen ohne die Wirksamkeit von Venlafaxin....und das Medikament wieder nehmen....wäre ja furchtbar! Ich rate ihm es weiter OHNE Kapsel zu nehmen.....hoffe nur er tut was ich sage!

Das Problem ist nur - er ist jetzt bis er nach CHina fliegt noch 3 Tage geschäftlich weg und ich kann nicht sehen was er tut :-(......Ihm wäre es jetzt recht - wenn die Ärztin recht hätte - damit er endlich von den Medikamenten weg ist.

Vielleicht hat ja noch der eine oder andere eine Idee.

lg stephbi
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Jamie » Dienstag, 23.06.15, 23:05

Hallo steph

willkommen im adfd :).

Die Gewichtszunahme deines Mannes ist vermutlich auf das Risperidon und Seroquel zurückzuführen; beides extrem sedierende und lethargisch machende Medikamente, die zudem den Grundumsatz senken. Man kann da theoretisch sogar Diät machen und nimmt immer noch zu... :(

Jetzt, zu der Dienstreise deines Mannes, würde ich absolut nichts ändern, und von mir aus soll er das Venlafaxin so weiternehmen wie gehabt (ohne Kapselhülle); Hauptsache, er ändert nichts. Dein Mann ist herzlich eingeladen hier mitzulesen und mitzuwirken, damit er sieht, dass wir eine fundierte Meinung zu dem Thema haben.
Ist das denn Venlafaxin retard? Welche Firma? Heumann?

Dass dein Mann einen Kaltentzug durch die falsche Einnahme hat, glaub ich nicht. Interessant ist zu wissen, ob das Venlafaxin retardiert ist.
Es ist zu komplex zu erklären, wie man eine Kapsel galenisch aufbereiten kann, damit sie sich zeitverzögert auflöst; es entzieht sich auch meiner Kenntnis, ob Venlafaxin säureempfindlich oder säureresistent ist, aber selbst wenn es absolut worst case - Szenario ist (Venlafaxin wäre säureempfindlich, ohne Kapsel ist es der Magensäure stärker ausgesetzt als mit) - dann ist bei so einer recht hohen Dosis doch nach wie vor davon auszugehen, dass nicht alles im Magen zerstört wurde und etwas Wirkstoff seinen Weg ins Blut gefunden hat!
Ganz Unrecht hat die Ärztin vielleicht nicht - aber auch nicht ganz Recht.

Wenn irgendwann eine weitere Dosisreduktion erwogen wird, dann wäre meine Empfehlung nicht das Venlafaxin zuerst rauszunehmen, sondern das Risperidon. (Man darf niemals zwei Psychopharmaka gleichzeitig absezen, deswegen muss man sich entscheiden)
Natürlich nur, wenn die antipsychotische Wirkung nicht noch benötigt wird.
Neuroleptika wie Risperidon führen nachweislich zu einer Abnahme von Gehirnmasse und zu Zelluntergang - das Zeug dürfte eigentlich überhaupt nicht länger als ein paar Wochen verordnet werden und doch landen so viele Menschen ihr Laben lang dann auf einer Dauermedikation :evil: .
Ferner können NL dieser Art irreversible extrapyramidal-motorische Störungen und sog. Spätdyskinesien auslösen - es sind sehr problematische Mittel, denen man alsbald möglich "tschüss" sagen sollte.
(Bitte an uns wenden, dieses NL muss genauso sachte und gewissenhaft ausgeschlichen werden wie andere AD auch; sprich 10% Dosisreduktion alle 4-6 Wochen; nach Dr. Peter Breggin).

sehr ausführliche wissenschaftl. Infos über NL (über EPS S.17, Gehirnmasseschwund S. 20 ff: https://www.dgsf.org/service/wissenspor ... d-wie-2014)


Gruß, für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung und bitte überzeuge deinen Mann, vor der Dienstreise nichts umzustellen.
Ich glaube nicht, dass die Ärztin recht hat (PS. Um Licht ins Dunkel zu bringen würde ich in die Apotheke gehen und diese bitten mit der mediz. Fachabteilung des Herstellers in Kontakt zu treten. Schildere den Fall deines Mannes und bitte um Stellungnahme bezüglich der Wirksamkeit seiner "Einnahmeweise").

MfG
Jamie
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Convoy » Dienstag, 23.06.15, 23:37

Hallo Stephbi,

ich bin kein Profi, wenn es um die Medis geht, da hast Du schon gute Infos bekommen, wie ich finde. Was mich stutzig macht ist dieser Satz von Dir.
stephbi hat geschrieben:
Das Problem ist nur - er ist jetzt bis er nach CHina fliegt noch 3 Tage geschäftlich weg und ich kann nicht sehen was er tut :-(

lg stephbi
Ich kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen, wie belastend die Situation ist einen psychisch erkrankten Partner bzw. ein Familienmitglied zu haben.

Nur es ist nicht Dein Job ihn zu überwachen und zu sehen, "was er tut".
Er ist erwachsen!
Verstehe mich nicht falsch, Dein Engagement in allen Ehren, doch müsste Dein Mann nicht derjenige sein, der hier schreibt und um Beratung bittet!?

Lieben Gruss

Convoy
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Mittwoch, 24.06.15, 7:12

Guten morgen,

Es liest sich vielleicht etwas komisch was ich schrieb. Aber mein Mann hat zwar diese Krankheit - aber er würde nicht auf die Idee kommen sich in einem Forum anzumelden - bzw. überhaupt etwas darüber im Internet zu lesen. Er hat die Zeit nicht! Ich arbeite von zuhause aus und kann mir meine Zeit einteilen...ich lese und informiere ihn dann darüber. Natürlich ist mein Mann erwachsen...er hat aber einen Managerposten und von daher so gut wie nie Zeit. Jetzt ist er 3 Tage unterwegs und am Sonntag fliegt er nach China für 1,5 Wochen - dann 4 Tage da und anschließend 1,5 Wochen Amerika. Ich übernehme das einfach für ihn - und er ist mir dankbar. Und ich lerne auch besser mit dieser Krankheit umzugehen.....ebenso unsere 2 Kids 8 und 11.
Und was die Medikamente angeht.....ist er sehr unvernünftig - leider. Er will sie nur noch schnellstens los haben.
Er hat nun gestern das Risperidon 0,5 mg abends genommen (sonst morgens)- Seroquel 25 mg einfach weg gelassen - und natürlich NICHT besonders gut geschlafen :cry:

Er hätte auch das Venlafaxin ca 80 mg heute weggelassen - ich konnte ihn aber überzeugen - nachdem ich ihm grad die Antworten hier vorgelesen habe - es weiter zu nehmen.

Er erwägt nun das Seroquel heute Abend wieder zu nehmen - und erst nach den nächsten 3 anstrengenden Wochen wieder zu starten mit absetzen.

@ Jamie: Das Venlafaxin sind Hartkapseln, retardiert von AbZ-Pharma

Wie kann man denn Seroquel 25 richtig absetzen? Das sind ja mini-Tabletten....wie schafft man da 10% wegzunehmen...Die sind ja für nen Medikamtenteiler viel zu klein?

Die Ärztin hat ihm empfohlen das Seroquel wegzulassen - und dann abends dafür Risperidon zu nehmen? Warum empfiehlst du er soll mit Risperidon starten zum absetzen?

Vielen Dank Jamie für den Tipp - ich werde bei Abz anrufen oder ein email schreiben! Ich hoffe ich bekomme eine Antwort...und lass diese euch dann wissen.

lg stephbi
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2014 Diagnose: Schwere Depression mit psychotischer Störung (Eifersuchtswahn)
5 Wochen Klinik (offene Depressionsstation)
Medikamente schlugen nicht so an wie gewünscht - 4 x Elektroschocks - dann Besserung
Insgesamt 11 Wochen zuhause - nach der Klinik aber sofort wieder gearbeitet
Medikamente:
Seroquel: 250 mg
Risperidon 4 mg
Venlafaxin 150 mg
Aktuell Medikamente August 2015:
Seroquel: 11 mg
Risperidon; 0,3 mg
Venlafaxin: 50 mg.
Thyroxin: 50 (aber erst seit der Depression)

Das Absetzen bis dahin war teilweise bei allen 3 Medikamenten in großen Schritten...dies wurde uns damals so empfohlen - und auf Anraten der Ärzte hat man es (unwissend) halt dann so hingenommen.

Ab Mitte Juli 2015 wird gestartet mit Hilfe des Forums - das Risperidon auszuschleichen!!
Im Juli 15 großer Gesundheitscheck in einer Klinik (veranlasst durch Firma) - ich werde berichten

19.07.2015: Risperidon reduziert von 0,5 mg auf 0,45 mg
30.07.2015 Risperidon nun bei 0,40 mg (keine Nebenwirkungen)
30.07.2015 Quetiapin / Seroquel reduziert von 25 mg auf 19
18.08.2015 Risperidon 0,3 mg (1 Tag Übelkeit und Müdigkeit - sonst keine Beschwerden)
18.08.2015 Quetiapin reduz. auf 11 mg
19.08.2015 - 3 Wochen USA Urlaub - während diesem Urlaub das Quetiapin komplett abgesetzt und das
Risperidon ebenfalls - ohne Absetzprobleme
09.09.2015 - Venlafaxin reduziert von 50 auf 40 mg - morgens Übelkeit - und Grippesymptome....bis 20.09.15
25.09.2015 - Venlafaxin 37,5 - und ohne Symptome
30.10.2015 - Venlafaxin 18 mg - ohne Symptome bis jetzt
- zwischenzeitig - Übelkeit - Schwindel, Kopfweh - 2 Tage depressive Verstimmung......
10.12.2015 - Venlafaxin 18 mg - stabil im Moment.....wir werden nächste Woche weiter reduzieren....auf ca. 9 mg.....
Dazwischen 1, 2, Tage mit depressiver Verstimmung
03.01.2016 Venlafaxin abgesetzt!! :-)

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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 24.06.15, 8:53

Hallo Stephi,

es ist schon wichtig, dass Dein Mann sich informiert. Wenn ihm die Zeit fehlt, kann ich verstehen, dass er selbst nicht recherchiert. Aber ich halte es auch für wichtig, dass er Informationen nicht nur über Dich bekommt sondern auch selbst liest - also wäre es ja eine Möglichkeit, ihm Infos dann direkt zum lesen zur Verfügung zu stellen.
Und was die Medikamente angeht.....ist er sehr unvernünftig - leider. Er will sie nur noch schnellstens los haben.
Das ist eben nicht der sinnvollste Weg. Was ihr auf jeden Fall vermeiden solltet, ist, dass durch ein zu schnelles Absetzen das Zentrale Nervensystem Deines Mannes in eine Situation kommt, in der es sich nicht selbst ordentlich nachregulieren kann und ein erneutes Gleichgewicht ohne die zugeführten Substanzen findet. Denn sonst können sich Funktionsstörungen anstauen, die oftmals als erneute bzw. weiter andauernde Erkrankung interpretiert werden. Und das führt dann nur wieder zu Medikamenten... Diesen Kreislauf sollte man vermeiden.
und er bekommt Gedanken....die er nicht kontrollieren kann. (Eifersuchtswahn - kam bei ihm zu der schweren Depression letztes Jahr hinzu). Wie gesagt nach einer Woche Absetzproblemen - die sich oftmals wie ein kompletter Rückschlag für ihn anfühlen - ist dann alles aber wieder stabil. Gedanken dann wieder weg. Habe ja jetzt schon viele Absetzschritte erlebt und ganz ohne Nebenwirkungen ists noch nicht gegangen.
Das, was Dein Mann erlebst beim Absetzen, könnten Supersensivitäts-Psychosen sein. Das passiert v.a. beim Absetzen von Neuroleptika, in Eurem Fall kommt noch die Reduktion des AD dazu.

OK, ganz wichtig für Euch zum lesen ist diese Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie über das Absetzen von Neuroleptika (gerade nach psychotischen Zuständen). Da sind alle wichtigen Infos drin, was Neuroleptika im Gehirn genau anstellen und warum es Probleme beim Absetzen gibt. Die 10%-Regel alle 4-6 Wochen wird auch hier empfohlen - letztendlich muss jeder seinen Weg finden - aber langsam ist langfristig erfolgsversprechender, um weitere Funktionsstörungen zu vermeiden.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=32&t=8997
Er hätte auch das Venlafaxin ca 80 mg heute weggelassen
Schau Dir mal bitte die Rezeptorenbelegung von Venlafaxin an (Grafik weiter unten).
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=8829
Wie Du siehst, sind bei 80mg Venlafaxin noch etwa 80% der Rezeptoren mit Wirkstoff belegt. Wenn das Zentrale Nervensystem Deines Mannes eines von denen ist, die sich nicht "schnell" genug wieder umbauen können, dann macht das Weglassen dieser Menge womöglich demnächst nicht nur einwöchige Absetzprobleme, sondern längerfristige...

Auch das hier ist ein guter Artikel für dein Einstieg:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9910

Auch das hier ist eine Kompaktinfo von einer großbritannischen Initiative:
- The Icarus Project and Freedom Center: Harm Reduction Guide to Coming Off Psychiatric Drugs: auf Englisch und in einer etwas holprigen [url=hhttp://www.willhall.net/files/HarmReductionLei ... Online.pdf]deutschen Übersetzung[/url]
ich werde bei Abz anrufen oder ein email schreiben! Ich hoffe ich bekomme eine Antwort...und lass diese euch dann wissen.
Bin gespannt!

Grüße Murmeline
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 24.06.15, 8:55

Hallo Stephbi, selbstverständlich bist du auch als Angehörige hier willkommen. Und bitte wirklich nichts an der Medikation verändern. Dein Mann kommt in Teufels Küche. Das ist unverantwortlich was die Ärztin da rät :frust: leider erleben wir es immer wieder das Menschen aus Unwissenheit der Ärzte falsch entziehen und dann in der Hölle landen . Unsere Jamie ist eins unserer erfahrensten Mitglieder hier.

Und wie du schon gelesen hast setzen wir hier im Forum alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% ab und immer nur ein Medikament. Das das Venlafixin ohne Kapsel seine Wirkung völlig verliert glaube ich so auch nicht, wenn dem so wäre hätte dein Mann inzwischen deutlich Absetzprobleme , denn dann wäre das aus den Kapseln nehmen ja quasi ein Kaltentzug gewesen.

Und Jamie empfiehlt erst das Risperidon auszuschleichen weil es das problematischste Medikament ist und bei längerer Einnahmezeit Gehirnschwund verursachen , bitte den mitgeschickten Link von Jamie lesen. Und sollte deshalb so schnell wie möglich wieder rausgenommen werden.

Und wir bekommen alles klein , einmal mit der Wasserlösmethode oder bei Kapseln durch Herausnahme von Kügelchen.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=8897

Lg Petra
Sorry Murmeline hab mich mit dir überschnitten.
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Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 24.06.15, 10:16

Hallo stephbi,

alles Wichtige ist gesagt worden, ich will nur die Aufmerksamkeit nochmal dezidiert auf einige Punkte lenken

1. Ich bin pharmazeutisch vom Fach; bitte rufe nicht selbst bei abz an, sondern lass das die Apotheke machen. Grund: "Otto-Normal-Leute" werden von den Fachabteiligungen oft etwas herblassend behandelt bzw. mit einfachen 0-8-15-Infos abgespeist. (Die sagen dann nur "Geht nicht")
Apotheken, die da anrufen, haben eine ganz andere "Autorität" (so doof das auch ist :evil: ).
Es kann natürlich auch sein, dass man dich sehr zuvorkommend behandelt; käme auf den Versuch an.

2. Retardiertes Venlafaxin: Da gibt es zwei Möglichkeiten - entweder die Kapsel selbst hat einen Schutzfilm, der sich zeitversetzt auflöst (glaub ich eher nicht) oder aber die darin enthaltenden Plättchen / Pellets / Kügelchen sind mit Filmen überzogen.
Ich kann nicht 100% Garantie für meine Infos geben, aber vermutlich sind dann die Pellets mit einem Spezialfilm überzogen, der sich zeitverzögert auflöst und den Wirkstoff freigibt.
Dieser Film reagiert tendenziell vermutlich auf einen eher basischen pH-Wert, sodass er sich im Darm (leicht basisch!) und nicht im Magen (sauer) auflöst. Inwieweit der Film es mag ohne schützende Kapsel bereits im Magen (Magensäure!) angegriffen zu werden (bzw. und dies zu überleben) vermag ich ebenfalls nicht zu sagen; nur glaube ich nicht, dass selbst bei schlechten Ausgangsbedingungen das Venlafaxin völligst zerstört ist und dein Mann sozusagen auf Null ist. Da geht sicher noch etwas Wirkstoff ins Blut über.

3. Zum Venlafaxin ausschleichen sollte das Präparat gewechselt werden, betapharm, Heumann und abz sind ungeeignet, da sie nur wenige Plättchen haben.
Geeignet: Firmen wie Hexal hingegen oder Winthrop oder 1a-Pharma oder Neuraxpharm befüllen ihre Kapseln mit vielen Pellets / Kügelchen - damit kann man viel besser ausschleichen / feiner abdosieren.
Bitte bei Gelegenheit mit der Kügelchen-Methode befassen: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=8897

4. Risperidon ist ein Neuroleptikum mit schweren NW und möglichen irreversiblen Langzeitschäden. Dieses "Gift" sollte als erstes raus, sofern es vertretbar ist, dass dein Mann auf die antipsychotische Komponente verzichten kann (Arzt fragen). Bei 4mg (Initialdosis) muss dein Mann doch völligst schräg drauf gewesen sein (?) (siehe Lisamarie, siehe meine verlinkte Studie; siehe auch Murmeline)

5. Das Seroquel kann mithilfe der Wasserlösemethode abgesetzt werden, sofern es nicht Seroquel prolong ist! Was habt ihr daheim?

Grüße
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Mittwoch, 24.06.15, 11:05

Hallo zusammen,

Wow und herzlichen Dank für Eure Hilfe - ich bin überwältigt!!! Vielen lieben Dank!!!!

Nochmal zum Thema Venlafaxin.....die 150er besteht aus drei Einzelteilen - er nimmt noch 2 und von diesen hat er jeweils links und rechts das ausgebeulte "weggekratzt"....weil er noch weniger wie die 100 nehmen wollte also ca. 80....Also ist da sicher auch kein Schutz mehr drum herum.....Wenn man nun alles wieder in die Kapsel packt.....könnte das doch ein großer Rückschritt sein oder? Ihm geht es im Moment gut.....er hatte im Mai Probleme.....über 2 Wochen....vermutlich war da der "kalte Entzug"....wenn die Ärztin recht hätte.???

Das Quetiapin sind ganz kleine Tabletten - 25 mg Filmtabletten...von 1APharma.....keine Prolong....gibt es glaub in der Dosierung nicht mehr...
das Risperidon ist noch kleiner - 0.5 mg.....von Heumann.....


Liebe Jamie, ja er war sehr schräg drauf....letztes Jahr.....er hatte ja mir gegenüber einen Eifersuchtswahn entwickelt....und nur ein Beispiel...im Schlafzimmer lagen 3 Haare der Staubsaugerbürste......er hat behauptet das wären die Barthaare meines "Geliebten".....hört sich lustig an- aber war ein absolutes Drama :-(......daraufhin kam er ja auch in die Depressionsstation....aber ausser zupumpen kam nicht viel....:-(......Die Elektroschocks haben dann geholfen.....(ich hab alles was es gab im Internet darüber gelesen....auch nicht schön) - aber es hat geholfen.....ab da gings besser......Diese Eifersucht ist auch gut mittlerweile....manchmal noch kleine Anflüge......die mich aber nicht stören.....nicht zu vergleichen mit letztem Jahr...ich konnte nichts mehr alleine machen....musste Bilder senden wo ich bin.....musste ihn dauernd anrufen....Gott war das der Horror....ich möchte das nie wieder erleben .....und hoffe er kommt da nie wieder hin :-(.......Wir sind 16 Jahre zusammen - er ist niemals eifersüchtig gewesen.....keine Ahnung was da passiert ist :-(

Ich bin jetzt irgendwie überforder :-(
lg stephbi
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Medikamente:
Seroquel: 250 mg
Risperidon 4 mg
Venlafaxin 150 mg
Aktuell Medikamente August 2015:
Seroquel: 11 mg
Risperidon; 0,3 mg
Venlafaxin: 50 mg.
Thyroxin: 50 (aber erst seit der Depression)

Das Absetzen bis dahin war teilweise bei allen 3 Medikamenten in großen Schritten...dies wurde uns damals so empfohlen - und auf Anraten der Ärzte hat man es (unwissend) halt dann so hingenommen.

Ab Mitte Juli 2015 wird gestartet mit Hilfe des Forums - das Risperidon auszuschleichen!!
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19.07.2015: Risperidon reduziert von 0,5 mg auf 0,45 mg
30.07.2015 Risperidon nun bei 0,40 mg (keine Nebenwirkungen)
30.07.2015 Quetiapin / Seroquel reduziert von 25 mg auf 19
18.08.2015 Risperidon 0,3 mg (1 Tag Übelkeit und Müdigkeit - sonst keine Beschwerden)
18.08.2015 Quetiapin reduz. auf 11 mg
19.08.2015 - 3 Wochen USA Urlaub - während diesem Urlaub das Quetiapin komplett abgesetzt und das
Risperidon ebenfalls - ohne Absetzprobleme
09.09.2015 - Venlafaxin reduziert von 50 auf 40 mg - morgens Übelkeit - und Grippesymptome....bis 20.09.15
25.09.2015 - Venlafaxin 37,5 - und ohne Symptome
30.10.2015 - Venlafaxin 18 mg - ohne Symptome bis jetzt
- zwischenzeitig - Übelkeit - Schwindel, Kopfweh - 2 Tage depressive Verstimmung......
10.12.2015 - Venlafaxin 18 mg - stabil im Moment.....wir werden nächste Woche weiter reduzieren....auf ca. 9 mg.....
Dazwischen 1, 2, Tage mit depressiver Verstimmung
03.01.2016 Venlafaxin abgesetzt!! :-)

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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 24.06.15, 11:13

Ich stelle zur Diskussion:

Dein Mann nimmt nur noch ein Plättchen wieder verschlossen in der Kapsel.
Das scheint mir ein Mittelweg dahingehend zu sein, dass die zwei Plättchen ohne Hülle eingenommen nicht mehr die volle Wirkung hatten.

Für alles andere finden wir lösungen Schritt für Schritt.

:hug: Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 24.06.15, 11:21

Hallo stephbi, lass das erstmal sacken , les dich auch mal etwas durchs Forum , die Links, Quatsch mit deinem Mann. Mach dir keine Sorgen, wir sind da sehr kreativ und finden für alles ne Lösung und helfen euch. Ist dein Mann in psychologischer Betreuung , damit er seine Probleme in den Griff bekommt ? Das wäre wichtig das er auch an sich und seiner Problematik arbeitet, Medikamente können höchstens deckeln niemals heilen.
Lg Petra
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Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Oliver » Mittwoch, 24.06.15, 11:33

Hallo stephbi,

nur noch kurz zum Thema Angehörige: natürlich sind Angehörige hier willkommen. Manchmal sind die Angehörigen die einzige Rettung für die Betroffenen, weil sie den wirklichen Menschen kennen und Symptome durch Medikamente und Dosisänderungen besser einordnen können als jeder Arzt.

Linda, eine der Gründerinnen ist auch Angehörige, die mit Ansehen musste, wie ihre Tochter fast zu Tode "therapiert" wurde und dann die Initiative ergriffen hat: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=3016
Dann gibt es noch Fruehling, die ihre Mutter beim Entzug begleitet: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=8479
Dann gibt es noch Frau Wolke. Sie hat ihren Mann durch eine sehr schwere Zeit beim Absetzen von Paroxetin begleitet: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=8052

... und das sind nur die, die mir auf Anhieb einfallen.

Ich wünsche Euch beiden jedenfalls viel Kraft und Geduld für die nächste Zeit und alles Gute
Oliver
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Mittwoch, 24.06.15, 11:38

Ihr seid toll - DANKE :-)

Er ist in psychologischer Betreuung....aber aufgrund seiner vielen Auslandseinsätze sind auch mal 2,3 Wochen dazwischen :-(......
Ich hatte ihn grad kurz am Telefon - die Ärztin gestern hat ihn komplett durcheinander gebracht bzw. verunsichert.....jetzt komm ich auch noch dazu.....ohje.....

Hab ihm nun gesagt, er soll abends wieder quetiapin 25 nehmen....und morgen früh wie gehabt das Venlafaxin und das Risperidon....und er soll mit absetzen starten wenn er die nä 3 Wochen gut rumgebracht hat!

ich mach mir Sorgen....jetzt kommen auch noch 2 Jet-lags dazu....in so kurzer Zeit...oh man :-(....ich könnt heulen.....

lg und 1000Dank!
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Insgesamt 11 Wochen zuhause - nach der Klinik aber sofort wieder gearbeitet
Medikamente:
Seroquel: 250 mg
Risperidon 4 mg
Venlafaxin 150 mg
Aktuell Medikamente August 2015:
Seroquel: 11 mg
Risperidon; 0,3 mg
Venlafaxin: 50 mg.
Thyroxin: 50 (aber erst seit der Depression)

Das Absetzen bis dahin war teilweise bei allen 3 Medikamenten in großen Schritten...dies wurde uns damals so empfohlen - und auf Anraten der Ärzte hat man es (unwissend) halt dann so hingenommen.

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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Mittwoch, 24.06.15, 11:39

Danke Oliver.....werd ich mir alles durchlesen!!! lg
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Convoy » Mittwoch, 24.06.15, 15:06

Hm, anscheinend bin ich mit meinem Beitrag hier sehr angeeckt. Ich wollte auch Stephbi nicht verschrecken oder ein Willkommen verwähren.

Hallo Stephbi! :-)

Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung. Ihr Mann ist nicht in der Situation, dass er völlig am Ende im Bett liegt und nur noch hofft, dass der "Wahnsinn" endlich aufhört. Ganz im Gegenteil er arbeitet bereits wieder Vollzeit. Wenn ihm sein Körper und seine Psyche nicht mindestens genauso viel wert sind, wie sein Job, dann ist er den bald wieder los. Ich überspitze das hier bewusst...
Bei einer (psychischen) Erkrankung geht es für meine Begriffe ganz viel um EIGENVERANTWORTUNG.

Stephbi ist völlig fertig, weil sie sich mit SEINER Krankheit beschäftigt. Da sage ich nur co-Abhängigkeit ick hör dir trapsen. Was würde passieren, wenn Du ihn einfach machen lässt, Stephbi?

Und nein, ich bin kein herzloser Mensch. Ich halte nur eine ganze Menge von gesunder Abgrenzung.

Lieben Gruss

Convoy
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Oliver » Mittwoch, 24.06.15, 15:48

Hallo Convoy,
Convoy hat geschrieben:Hm, anscheinend bin ich mit meinem Beitrag hier sehr angeeckt.
ich nehme, es nicht so wahr, dass Du hier angeeckt bist. Du hast einen Aspekt erwähnt, der Dir wichtig ist und der wurde auch gehört. Andere haben ihre Sichtweisen geteilt und so entsteht ein vielfältiges Bild aus dem stephbi sich das rauspicken kann, was ihr im Moment hilft.

Dir ist dieser Aspekt aber wohl sehr wichtig und darum betonst Du es hier nochmal und das wurde jetzt auch gehört. Was ich allerdings problematisch finde, ist, wenn wir jetzt hier anfangen uns gegenseitig Stempel aufzudrücken (das machen andere mit uns schon genug :)). "Co-Abhängigkeit" ist ein großes und sehr aufgeladenes Wort und ich wäre da vorsichtig mit solchen Begriffen - vor allem, weil dieser Begriff dem Universum der "AllesMögliche Anonymous"-Gruppen entspringt und man sich schon sehr über die Ideen und Konzepte, die die vertreten streiten kann.

Also, was Du ansprichst ist sicher auch wichtig, aber auch ein sehr schwieriges Thema und jeder muss da selber für sich entscheiden, wann und wie er mit sowas umgeht.

Alles Gute
Oliver
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Mittwoch, 24.06.15, 15:57

Hallo Convoy, :)

ich nehm dir das garnicht übel - in keinster Weise. Du hast auch ReEcht in dem was du sagst. Ich war mehr wie fertig....und bin es zeitweise immer noch....vor allem im Moment wo er dann bald 3 Wochen weg ist. Ich habe einfach wahnsinnig Angst - es könnte wieder passieren....denn das hat mich - die Kinder - meine Schwiegerleute - Alle - die es wussten - extremst belastet.

Aber was soll ich machen - wenn er selber fast nichts unternimmt. Was glaubst wie oft ich sage und schreibe "BITTE DENKE POSITIV" ihm gesundes Essen koche - alles über die neuen Wundersamen "CHIA" lese - sie ihm ins Müsli geb ;-) - ihn zum joggen animiere....ich kann eigentlich nicht mehr machen.
Nur leider ist es so - dass er einen echt anstrengenden Job hat wo er auch bei der Sache sein muss. Und du hast recht - wenn er nicht nach sich schaut - könnte er den guten Job bald los sein. Da haben wir das nächste Problem - das ist nämlich sein 2. Problem - seine Angst den Job zu verlieren....weil er wohl selber merkt nicht 100% fit zu sein.!!! und wäre er den Job los - wären wir das Haus los usw usw usw. Also wieder Gedankenspirale.....Im Grunde genommen hat er keine Probleme - denn ich habe keinen andern Mann- hatte nie Eeinen - und sein Chef steht zu ihm (der hat damals mit geheult als mein Mann sagte er geht in die Klinik)...und er ist gut in seinem Job....aber er hat fast alles an Selbstbewusstsein verloren :-( Er denkt immer - er ist nix und kann nix.....dann noch das hohe Gewicht......:-( ......schon traurig....alles :-(

Ich hoffe der Groschen fällt auch noch bei ihm - bei mir ist er längst gefallen - nur ich bin gesund.....
aber ich denke, dass meine Hilfe nicht ganz umsonst ist - denn manchmal zwinge ich ihn zum Zuhören oder lesen bestimmter Artikel....
denn so was wie die letzten 1,5 Jahre möchte ich nie mehr erleben.

lg Stephbi
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Risperidon; 0,3 mg
Venlafaxin: 50 mg.
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Das Absetzen bis dahin war teilweise bei allen 3 Medikamenten in großen Schritten...dies wurde uns damals so empfohlen - und auf Anraten der Ärzte hat man es (unwissend) halt dann so hingenommen.

Ab Mitte Juli 2015 wird gestartet mit Hilfe des Forums - das Risperidon auszuschleichen!!
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18.08.2015 Risperidon 0,3 mg (1 Tag Übelkeit und Müdigkeit - sonst keine Beschwerden)
18.08.2015 Quetiapin reduz. auf 11 mg
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09.09.2015 - Venlafaxin reduziert von 50 auf 40 mg - morgens Übelkeit - und Grippesymptome....bis 20.09.15
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30.10.2015 - Venlafaxin 18 mg - ohne Symptome bis jetzt
- zwischenzeitig - Übelkeit - Schwindel, Kopfweh - 2 Tage depressive Verstimmung......
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von Convoy » Mittwoch, 24.06.15, 20:01

Hallo Oliver,

ich habe kein Thema mit dem Begriff Co-Abhängigkeit. Unabhängig davon, welche Gruppen diesen noch verwenden.
Für mich ist das auch kein Stigma, sondern u.a. die Beschreibung für zwischenmenschliche Beziehungen, wo sich einer der Partner über die Maßen verausgabt und für alles verantwortlich fühlt.
Deswegen sprach ich in meinem letzten Satz auch von gesunder Abgrenzung.
Die ist nun einmal wichtig, um selbst gesund zu bleiben! Und ausgeglichene Beziehungen zu führen.
Wenn Dir der Begriff aufstößt kannst Du ihn gerne durch den Begriff: gesunde Abgrenzung ersetzen.

Stephbi hat hier geschrieben und nicht ihr Mann, deswegen habe ich auf Stephbi reagiert. Ja, und genau das empfinde ich halt als das Problem.
Das wird für mich noch durch ihren letzten Post unterstrichen.
ich nehm dir das garnicht übel - in keinster Weise. Du hast auch ReEcht in dem was du sagst. Ich war mehr wie fertig....und bin es zeitweise immer noch....vor allem im Moment wo er dann bald 3 Wochen weg ist. Ich habe einfach wahnsinnig Angst - es könnte wieder passieren....denn das hat mich - die Kinder - meine Schwiegerleute - Alle - die es wussten - extremst belastet.

Aber was soll ich machen - wenn er selber fast nichts unternimmt. Was glaubst wie oft ich sage und schreibe "BITTE DENKE POSITIV" ihm gesundes Essen koche - alles über die neuen Wundersamen "CHIA" lese - sie ihm ins Müsli geb ;-) - ihn zum joggen animiere....ich kann eigentlich nicht mehr machen.
Für mich gibt es auch eine Verantwortung den Angehörigen gegenüber, weil ich selbst erlebt habe, wie ehemals gesunde Angehörige im Laufe der Zeit ausgebrannt sind und plötzlich als Betroffene da standen. Das wünsche ich niemandem, von daher ist es mir sehr wichtig - JA, das stimmt.
Und trotzdem sehe ich mich nicht in der Position jemanden zu pathologisieren, das will ich auch nicht.
Doch ich nehme eine Schieflage war, auf die ich aufmerksam mache.

@Stephbi

sorry, dass ich hier in der 3. Person über Dich schreibe, doch ich wollte meine Position noch einmal genauer erklären.
Es tut mir leid, was Du da alles durchmachst.
Wenn ich richtig lese, bist Du Mutter, hast das Haus, arbeitest freiberuflich und kümmerst Dich "nebenbei" noch um Deinen Mann.
Das ist eine ganze Menge...! Die Ängste, die Du beschreibst kann ich alle sehr gut nachvollziehen. Das ist eine furchtbare Situation.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft für die nächsten Monate.

Lieben Gruß

Convoy
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Re: Venlaxin absetzen -

Beitrag von stephbi » Donnerstag, 25.06.15, 7:07

Guten Morgen Zusammen,

jetzt ist worse case passiert :-(.....Er hat also wie die Ärztin ihm riet vorgestern statt Sero abends - das Risperidon genommen.

Die erste Nacht war noch ok.

Konnte ihn dann gestern überzeugen.....dass er alles so belassen sollte - vor allem vor den großen Reisen. Er hat also gestern abend wieder Quetiapin 25 mg genommen.

Grad telefonierten wir - die Nacht wäre der HORROR gewesen - kein Tiefschlaf - mehr wach wie geschlafen.

Aber jetzt kommt es :-( - Er hat das Risperidon im anderen Hotel wohl liegen gelassen !!!!!! Er hätte heute morgen wie gehabt Risperidon 0,5 mg nehmen sollen. Ihm geht's schlecht und ihm ist dazu noch übel - und er hat heute wichtige Schulung die er halten muss.
Er hat ein Rezept für Risperidon dabei....liegt im Auto - ich hoffe die nächstgelegene Apotheke hat es da!!!! Nur wie kann man mal aus ner Schulung raus für ne halbe STunde die man selber halten muss. :cry:

Ich kann bald nimmer :-(
Sorry fürs Zutexten :-(
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