Meine Erfahrungen mit Sertralin
Verfasst: 11.11.2015 14:02
Ich nahm einige Male Sertralin. Immer 50 mg tgl. Eigentlich nie als Antidepressiva, sondern um ruhiger zu werden, also um nicht zu aggressiv (Kindheitsprobleme) auf Geräusche und Probleme zu reagieren. Das erste Mal (ca. 2008 bis 2010) spürte ich von Beginn der Einnahme an keine NW, aber ich wurde wirklich weniger aggressiv, was natürlich auch meine Familie bestätigen konnte und das funktionierte wirklich gut. Irgendwann lernte ich aber durch die begleitende Psychotherapie mit meinen Erlebnissen anders umzugehen und setzte das Sertralin wegen Unkenntnis wirklich von einem Tag auf den anderen abrupt ab. Hier hatte ich Glück, ich hatte keinerlei Absetzsymptome. Die Aggressionen blieben weg. Ich fühlte mich da tatsächlich "geheilt". In der Zwischenzeit veränderte sich vieles auch im Leben zum Positiven, also heißt das nicht, dass Sertralin hätte irgendwas geheilt, sondern das an sich selber arbeiten und das Leben so zu gestalten, dass es besser ist, wird da eher geholfen haben!
2013 hatte ich dann einen Mopedunfall mit einer Knieverletzung, die nur sehr langsam heilte, ich steigerte mich in die Angst rein, dass das niemals heilen würde. Also versuchte meine Ärztin es wieder mit Sertralin und "bis das wirken sollte", bekam ich Xanor. Diesmal reagierte ich aber ganz anders auf das Sertralin (ist mir erst im nachhinein klar geworden). Ich bekam die schlimmsten NW, wie Weinkrämpfe, tiefste Verzweiflung, Benommenheit... Damals dachte ich aber, das käme vom Xanor und hörte nach einigen Tagen mit diesem auf, das Sertralin nahm ich weiter, die Symptome wurden schlimmer. In dem Zustand wusste die Ärztin keinen Rat mehr und bot mir die Lösung an, in eine Klinik zu gehen. In dem damaligen Zustand stimmte ich auch dankend zu. In der Klinik gaben sie mir weiter Sertralin, aber unterdrückten die Symptome mit Truxal (ein Neuroleptika). Anscheinend klappte das und ich war dann mal nach 2 Wochen auf das Sertralin "eingestellt", die NW waren abgeklungen, und konnte nach Hause. Mit dem Truxal hörte ich zu Hause auf, spürte aber nix Negatives. Bis Jänner 2015 nahm ich das Sertralin, mich störte mit der Zeit aber immer mehr die NW der Benommenheit, weil ich viele feinmotorige Hobbies wie Malen und Häkeln habe, war das mit der Benommenheit ziemlich nervig. Ich hab also wieder abrupt abgesetzt und spürte wieder nix an Absetzsymptomen.
Ende August 2015 bekam ich durch die Hitze wieder Knieprobleme. Ich steigerte mich da wieder etwas rein, so dass ich wirklich freiwillig zur Vorbeugung wieder mit dem Sertralin begann. Ich hatte die Symptome von 2013 ja mit der Xanoreinnahme verbunden, nicht mit dem Sertralin! Ich nahm also einige Tage Sertralin und kam damit in die Hölle. Weinkrämpfe, Hoffnungslosigkeit, Zittern, Unruhe, aber trotzdem auch diese Benommenheit! Vor der Sertralineinnahme weinte ich mal aus Frust und Angst, wegen der Hitze, wegen dem Knie, dieses Weinen hörte aber auch wieder auf und ich lebte normal weiter. Doch die Weinkrämpfe nach der Sertralineinnahme hatten eine ganz andere Qualität. Sie dauerten sehr lange, waren sehr heftig und ich war immer kurz vorm Weiterweinen, da gab es keine normalen Phasen mehr dazwischen. Diesmal kapierte ich, das war vom Sertralin! Ich hörte also nach einigen Tagen mit dem Sertralin auf, doch diese Symptome wurden nicht weniger, noch Tage danach war es so schlimm, dass mir ein Arzt diesmal mit Olanzapin daherkam (in die Klinik wollte ich nicht, hatte davor Angst). Das beseitige sogar ziemlich schnell die Symptome. Nur ist das ja auch keine Lösung, denn nun kämpfe ich darum, das Olanzapin abzusetzen. In der Zwischenzeit hab ich mich über diese Psychopharmaka informiert, vor allem in diesem Forum. Sie verändern die Gehirnchemie und greifen auch in andere Systeme des Körpers ein, man nimmt zu, ist oft benommen oder auch mal unruhig und zittrig.... Man ist nicht mehr man selbst.
Jetzt bin ich in der Hoffnung, dass ich diese Experimente mit dem Sertralin unbeschadet überstehen werde und nicht (wie hier öfters geschildert) verzögerte Absetzerscheinungen auftauchen, die auch das Absetzen vom Olanzapin erschweren könnten. Ich hoffe, dass der Aufruhr in meinem Körper vom August wirklich weg ist, um unkompliziert vom Olanzapin wegzukommen.
Eines hab ich durch das Ganze gelernt, nie wieder ADs! Weg von dem NL!
Man sollte echt nicht leichtfertig mit Psychopharmaka beginnen, denn wenn es mal schiefgeht und das ZNS "brennt durch", dann ist das wirklich furchtbar und mit Pech hat man dann das nächste Psychopharmaka an der Backe, weil man die Symptome der Nebenwirkungen oder auch durchs Absetzen irgendwie überdecken will!
2013 hatte ich dann einen Mopedunfall mit einer Knieverletzung, die nur sehr langsam heilte, ich steigerte mich in die Angst rein, dass das niemals heilen würde. Also versuchte meine Ärztin es wieder mit Sertralin und "bis das wirken sollte", bekam ich Xanor. Diesmal reagierte ich aber ganz anders auf das Sertralin (ist mir erst im nachhinein klar geworden). Ich bekam die schlimmsten NW, wie Weinkrämpfe, tiefste Verzweiflung, Benommenheit... Damals dachte ich aber, das käme vom Xanor und hörte nach einigen Tagen mit diesem auf, das Sertralin nahm ich weiter, die Symptome wurden schlimmer. In dem Zustand wusste die Ärztin keinen Rat mehr und bot mir die Lösung an, in eine Klinik zu gehen. In dem damaligen Zustand stimmte ich auch dankend zu. In der Klinik gaben sie mir weiter Sertralin, aber unterdrückten die Symptome mit Truxal (ein Neuroleptika). Anscheinend klappte das und ich war dann mal nach 2 Wochen auf das Sertralin "eingestellt", die NW waren abgeklungen, und konnte nach Hause. Mit dem Truxal hörte ich zu Hause auf, spürte aber nix Negatives. Bis Jänner 2015 nahm ich das Sertralin, mich störte mit der Zeit aber immer mehr die NW der Benommenheit, weil ich viele feinmotorige Hobbies wie Malen und Häkeln habe, war das mit der Benommenheit ziemlich nervig. Ich hab also wieder abrupt abgesetzt und spürte wieder nix an Absetzsymptomen.
Ende August 2015 bekam ich durch die Hitze wieder Knieprobleme. Ich steigerte mich da wieder etwas rein, so dass ich wirklich freiwillig zur Vorbeugung wieder mit dem Sertralin begann. Ich hatte die Symptome von 2013 ja mit der Xanoreinnahme verbunden, nicht mit dem Sertralin! Ich nahm also einige Tage Sertralin und kam damit in die Hölle. Weinkrämpfe, Hoffnungslosigkeit, Zittern, Unruhe, aber trotzdem auch diese Benommenheit! Vor der Sertralineinnahme weinte ich mal aus Frust und Angst, wegen der Hitze, wegen dem Knie, dieses Weinen hörte aber auch wieder auf und ich lebte normal weiter. Doch die Weinkrämpfe nach der Sertralineinnahme hatten eine ganz andere Qualität. Sie dauerten sehr lange, waren sehr heftig und ich war immer kurz vorm Weiterweinen, da gab es keine normalen Phasen mehr dazwischen. Diesmal kapierte ich, das war vom Sertralin! Ich hörte also nach einigen Tagen mit dem Sertralin auf, doch diese Symptome wurden nicht weniger, noch Tage danach war es so schlimm, dass mir ein Arzt diesmal mit Olanzapin daherkam (in die Klinik wollte ich nicht, hatte davor Angst). Das beseitige sogar ziemlich schnell die Symptome. Nur ist das ja auch keine Lösung, denn nun kämpfe ich darum, das Olanzapin abzusetzen. In der Zwischenzeit hab ich mich über diese Psychopharmaka informiert, vor allem in diesem Forum. Sie verändern die Gehirnchemie und greifen auch in andere Systeme des Körpers ein, man nimmt zu, ist oft benommen oder auch mal unruhig und zittrig.... Man ist nicht mehr man selbst.
Jetzt bin ich in der Hoffnung, dass ich diese Experimente mit dem Sertralin unbeschadet überstehen werde und nicht (wie hier öfters geschildert) verzögerte Absetzerscheinungen auftauchen, die auch das Absetzen vom Olanzapin erschweren könnten. Ich hoffe, dass der Aufruhr in meinem Körper vom August wirklich weg ist, um unkompliziert vom Olanzapin wegzukommen.
Eines hab ich durch das Ganze gelernt, nie wieder ADs! Weg von dem NL!
Man sollte echt nicht leichtfertig mit Psychopharmaka beginnen, denn wenn es mal schiefgeht und das ZNS "brennt durch", dann ist das wirklich furchtbar und mit Pech hat man dann das nächste Psychopharmaka an der Backe, weil man die Symptome der Nebenwirkungen oder auch durchs Absetzen irgendwie überdecken will!