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Timeout: Ruhe, Geduld, Ausdauer und Kraft... / Entzug überstanden

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
WhenIam64
Beiträge: 5
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Re: Timeout: Ruhe, Geduld, Ausdauer und Kraft... / Entzug überstanden

Beitrag von WhenIam64 » Sonntag, 21.10.18, 17:55

Hallo Timeout,

bin seit Anfang März nach 16 Jahren Sertralin auf dem Trip zurück in mein früheres emotional sehr erfülltes Leben.
Dein Bericht macht mir Hoffnung und Mut nachdem ich von den 100 mg inzwischen 62,5 mg weggefeilt habe und
nach der letzten Reduzierung auf zunächst 25 mg und dann nochmal hoch auf 37,5 mg noch immer mit Erschöpfung,
Schmerzen und Schwindel zu kämpfen habe.

Das Wiederfinden von Symptomen in anderen Berichten tut schon deswegen gut, weil man inzwischen fast
verlernt hat, die einzelnen Symptome überhaupt noch korrekt zuzuordnen. Vor allem die Schmerz- und Müdigkeits-
Problematik habe ich lange nicht mit dem Entzug in Verbindung gebracht.

Mit deinen Worten fällt die Akzeptanz in diesem Entzugs-Kontext deutlich leichter. Ich bleibe dran. Danke!

:sports:
1989: Erste Panikattacke mit Herzrythmusstörungen unter starker Stressbelastung und nach Blinddarm-OP. Unerkannt und rein internistisch behandelt mit Beta Blocker.
Bis 1999: Selbständigkeit und hoher Selbstanspruch führen zu chronischer Überlastung und mehrfachen Notarzteinsätzen.
1999 erkennt ein Arzt meine massiven Symptome nach 10 Jahren erstmals als Panikattacken.
1999 bis 2003 Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische Therapien. Traumata jetzt bekannt. Hilfe in der Praxis Null.
2003 erstmals Psychopharmaka. Schlecht toleriert. Lande 4 Wochen in Klinik. Alles abgesetzt.
2004 Sertralin als Dauermedikation 100 mg.
2010 Empfehlung Medikament zu wechseln geht völlig schief. Psychiater im Urlaub. Hausarzt ordnet kalten Entzug an. Völliger Zusammenbruch. Rettung mit Seroquel schlägt fehl. Erneut Klinik.
Schnellentzug Seroquel brutal mit starken Halluzinationen. Wiedereinstellung auf 100 mg Sertralin. Angst vor der Angst unverändert. Keine Wirkung spürbar.
2017 erster eigener Entzug: 100 - 50 -0 in 2 Wochen. Misslingt gründlich. Rückkehr auf 100 mg.
2018 Absetzversuch in Absprache mit Psychiater 100 - 75 - 50 - 25 - 0 mg in 3-Monats-Schritten. Derzeit von 25 auf 37.5 zurück wegen zu stärker Nebenwirkungen. 5 mg Schritte im 4 Wochen Takt in Planung.
15.12.2018 wegen starker Unruhe auf 50 mg aufdosiert - Empfehlung der Psychiaterin, nach 3 Wochen soll ich wieder auf 100 mg hoch. "das brauchen Sie halt..."
22.12.2018 Telefongespräch mit Dr. Peter Ansari - dem Entzugsarzt. Viele Hinweise bekommen. Empfehlung: nicht zurück auf 100 mg! Versuchen trotz Entzugssymptomen auf 50 mg zu stabilisieren. Im Notfall Symptome mit Tavor deckeln.
08.01.2018 Nächtliche extreme und sehr plötzliche Panikattacke. Nicht auszuhalten. Zum ersten Mal seit 20 Jahren Notarzt gerufen. Alles ohne Befund auch bei nachträglicher Untersuchung. Diagnose: Entzugssymptome
15.01.2018 Erneutes Gespräch mit Dr. Ansari. Klare Ansage: eindeutiger Fall von verzögertem Absetzsyndrom. Aufdosierung hilft nicht. Absolute Schonung verordnet. Alles was gut tut zählt. Wenn ich bis Ende März durchhalte, auch mithilfe von Tavor niedrigdosiert habe ich gute Chancen stabil zu sein bei 50 mg.
17.01.2018 Nach nur 2 Stunden Bildschirmarbeit kündigt starker Schwindel eine Panik an. Ich unterbreche mit 0.5 Tavor und schlafe danach 3 Stunden wie ein Stein. Konflikt zwischen Job irgendwie stemmen und Schonung ist nicht leicht. Aber ich muss achtsam mit mir sein sonst schaffe ich den Entzug nur in einer Klinik und das will ich nicht.

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