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Alexlein: Ich habe es geschafft (Entzug überstanden)

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Alexlein: Ich habe es geschafft (Entzug überstanden)

Beitrag von Alexlein » Sonntag, 15.01.17, 17:09

Hallo, ihr Lieben.

Ich bin auch eine von denjenigen, die eine lange Zeit durch die absolute Hölle gegangen sind wegen der Medikamente, die
man mir verschrieben hatte. Ich gehörte zu den ziemlich schweren Fällen des Absetz-Syndroms. Wenn ihr meine genaue Leidensgeschichte
nachlesen wollte, findet ihr sie in meinem Thread "HILFE! Kalter Entzug" in der Sparte "Antidepressiva absetzen".

ABER ES IST NUN ENDGÜLTIG VORBEI. Ich habe es überlebt und habe nun wirklich keine Absetz-Symptome mehr.

Mir wurde gesagt, ich solle meinen Erfahrungsbericht teilen, und das tue ich hiermit. Ich poste hier unten die letzten Berichte aus meinem Thread, bei denen es sich um die Zusammenfassung handelt und was mir geholfen hat. Und am Ende meinen Post von heute.

Ich hoffe, dass meine Geschichte einigen von euch Mut gibt. Es war schrecklich, aber es ist zu schaffen. HALTET DURCH!!!


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Hallo, ihr Lieben, da bin ich wieder.

Erst einmal: Ich scheine es wirklich geschafft zu haben.        

Seit August sind meine Symptome um 95% zurückgegangen (im Prinzip von einer Woche auf die andere), und jetzt, bald ein halbes Jahr später, denke ich, dass die Hoffnung, es würde nie mehr so schlimm werden wie in diesem einen Jahr berechtigt ist.

Vor ein paar Tagen habe ich eine alte Freundin getroffen, welche wissen wollte, was mit mir los gewesen ist, und es war das erste Mal, dass ich über all das sprechen konnte ohne in Tränen auszubrechen. Ich denke, dass ich jetzt auch seelisch angefangen habe
zu heilen. Von daher ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich hier aufschreiben wollte wie mein Verlauf war, was ich beobachtet habe und was mir geschadet/geholfen hat. Es kann sein, dass ich diesen Beitrag nicht in einem Schub fertig kriege, aber dann poste ich demnächst den Rest. Und ich weiß nicht genau, ob es einen "Danach-Thread" hier gibt, dann poste ich es auch dort.

Also: Welche Medikamente ich eingenommen hatte, kann man in der Signatur lesen. Ich musste sie wegen Serotonin-Syndroms ad hoc absetzen.

Wer meinen ganzen Thread hier gelesen hat, wird wissen, dass ich insgesamt ein Jahr unter extremsten Symptomen litt, so extremen, dass ich in dem ganzen Jahr praktisch nur genau 2 Tage hatte, an dem ich normal war. Die meisten anderen Tage waren so extrem von Symptomen geprägt, dass ich zu fast überhaupt nicht mehr im Stande war.

Dieses Jahr unterteilte sich in zwei Abschnitte:
Erster Abschnitt Sommer 2014 bis Ende Januar 2015:
Die "gröbsten" Symptome waren akute Kreislaufzusammenbrüche, die besonders nach körperlicher Betätigung (auch schon bei sowas wie Stretching) und bei horizontalen Augenbewegungen auftraten. Nach außen hätten sie wie akute Panikattacken wirken können,
aber sie dauerten normalerweise etwa 6 Stunden (durchgehend) und ich konnte mich nicht auf den Beinen halten. Im Rahmen dessen gehörten auch Schwindel, Übelkeit, sehr hohe Pulsrequenz etc. dazu.
Ein anderes Symptom war eine Form der Wahrnehmungsverzerrung, die sich wie durch injektierte Drogen anfühlte und für mich war, als würde jede Synapse meines Gehirns vergewaltigt werden. Es tat so "weh", dass ich dann nur noch stundenlang heulen konnte.
(Ich kenne Derealisation und Depersonalisation von früher zu meinen Borderlinezeiten, aber das hier was völlig anderes. Während dieses Gefühl früher/natürlicherweise etwas körpereigenes war, dieses "wie durch eine Scheibe die Welt sehen", war es hier so, als
würde mir mit Gewalt eine Scheibe ins Hirn gerammt werden.) Egal wie oft ich darüber nachdenke, der Ausdruck "als würden die Synapsen vergewaltigt werden" trifft am besten zu, denn es ist kein Schmerz im klassischen Sinne, weder stechend, noch brennend,
noch pulsierend etc. Es ist einfach FALSCH.

Verschlimmert oder ausgelöst wurde dies BEI EGAL WAS ICH ZU MIR NAHM (außer Wasser). Ganz am Anfang des Höllenjahres, kann ich mich erinnern, wurde der erste extreme Synapsen-vergewaltigungs-schub durch einen supergesunden, nährstoffreichen Salat ausgelöst, den ich mir gemacht hatte. Über die ganze Zeit dieses ersten Abschnitts meines Leidens konnte ich kaum Nahrung zu mir nehmen. Ich bin jemand, der gerne isst, aber es war fast unmöglich. Ich biss zwei Mal in eine Scheibe Brot und sofort ging es mir schlechter.
Es war, als würde ich dem Körper Gift zufügen und Plastik essen in einem. Ich zwang mich wenigstens so viel zu Essen, dass ich nicht verhungere, aber es war schrecklich. Je Nährstoffreicher etwas war, umso schlimmer waren die Symptome. Der Weg von 
der Zunge zum ZNS hatte sich auf etwa eine Sekunde verkürzt. Ich verstehe nicht, wie das gehen kann, aber so war es. Auch ganz, ganz am Anfang nach dem Absetzen, erinnere ich mich, dass eine Freundin mir etwas Marzipanlikör anbot. Ich meinte, es ginge mir in den
letzten Tagen komisch, darum habe ich nur einmal genippt. Und ich meine wirklich nur GENIPPT wie dass nur etwa 2 Tropfen meine Zunge berührten - es war nicht mal genug, um es runterschlucken zu können. Und INNERHALB VON ETWA 2 SEKUNDEN wurde mir extrem
schwindelig und ich fühlte einen Druck im Kopf. Ich habe es meiner Freundin damals gesagt und wir haben gerätselt, ob es mit meiner Schilddrüse zu tun haben könnte, und diese Freundin konnte sich vor ein paar Tagen noch daran erinnern. Es dauerte ein paar Monate bis ich überhaupt verstand, dass dies vom Absetzen der Medis kam (dann kamm ich hier ins Forum) und es dauerte nochmal einen Monat bis ich merkte, dass ich wirklich gar nichts mehr zu mir nehmen konnte. Keine Medikamente, keine Vitamine, kein Garnichts. Besonders schlimm war es um Weihnachten rum als ich Antibiotika bekam. Das Synapsenvergewaltigungsgefühl überzog nun meinen ganzen Körper und es war nur noch reine Folter. Für zwei Tage hatte ich auch total künstliche wie aus dem Nichts auftauchende Suizidgedanken. Beides verschwand nach 24 Stunden nach dem letzten Antibiotikum. 
Hier setzte ich auch das Seroquel ab, dass ich nur noch in 6 mg/ng nahm (was ja laut Ärzten eh schon keine Wirkung mehr haben sollte).
Es ging mir sofort etwas besser. Mitte Januar gingen die Symptome zurück und dann war da tatsächlich ein wunderbarer, normaler Tag. Ich dachte, ich hätte es geschafft, konnte, wieder rumlaufen und mich verabreden....
Doch dann kam der Rückfall

Die Symptome wurden wieder schlimmer. Ich konnte jetzt zwar essen, aber dafür bekam so ein merkwürdiges Druckgefühl im Kopf und entlang der Wirbelsäule, kurzum dort, wo die Nervenstränge sich bündeln. 
Anfang Februar hatte ich plötzlich Druck auf den Ohren, Symptome eines Tinnitus, auf einem Ohr konnte ich für einen Tag fast nichts hören. Irgendein Arzt verschrieb mir Ohrentropfen - wieder ging alles drunter und drüber.
Die "Synapsenvergewaltigung" fand nun am ganzen Körper statt. Manchmal konnte ich einen vibrierenden Schmerz in meinen Gliedmaßen fühlen, dann war auch alles andere besonders schlimm. Ich erkannte Muster: Wenn ich Druck auf den Schläfen oder den Ohren bekam, folgten daraufhin die anderen Symptome für mehrere Stunden. Ende Februar kam ein neues Symptom dazu: Schüttelfrost. Willkürlich fiel meine Körpertemperatur innerhalb von etwa 1 Minute ab und ich bekam richtigen Schüttelfrost.
Dies geschah jeden Tag und viele Male. Aber das Allerschlimmste in diesem zweiten Halbjahr des Grauens waren die Herzprobleme!
Ich hatte monatelang, jeden Tag und stundenlang Symptome eines Herzinfarkts. Akute Schmerzen in der Brust, stundenlang Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen. Nichts half. Ich landete mehrfach im Krankenhaus (denn was soll man machen, die Symptome sind ja da), aber es wurde nichts gefunden und ich wie immer als Psychosomatikerin abgestempelt. Ich lag tagelang, stundenlang mir die Brust vor Schmerzen haltend da, und NICHTS ging mehr. (Gleichzeitig fanden auch die andern  Symptome statt). Das war der Punkt, wo ich mir wirklich und ernsthaft wünschte, morgens nicht mehr aufzuwachen. Die 
Schmerzen und Beschwerden waren so extrem, dass alles was ich tun konnte war, nur noch dazuliegen und höchstens mir ein Hörbuch in die Ohren zu stecken und ERTRAGEN. Meine Mutter war zu dieser Zeit einmal für 10 Tage da - sie ist psychisch zusammengebrochen als sie mich so sah. Ich konnte Temperaturschwankungen nicht ertragen, einerseits hatte ich
Schüttelforst, andererseits verschlimmerte Wärme sofort meine Herz-Kreislauf-symptome. Ich konnte nur in lauwarmen Wasser baden, sobad es wärmer wurde, bekam ich Druck auf der Brust und Herzarrhythmien.  Diese Symptome hielten bis weit nach Ostern an, und dazu gesellten sich neurologische Ausfälle. Der Druck entlang meiner nervenbahnen wurde auch stärker. Ich konnte eine Woche lang meine Beine nicht richtig fühlen und dann hing
mir drei Tage lang die Unterlippe runter. Sowas halt. Ach ja, und seit Anfang des zweiten Abschnitts konnte ich auch plötzlich von einem TAg auf den anderen nicht mehr viel laufen. Sobald ich etwa 10 Minuten gegangen war, wurde ich so erschöpft und meine Glieder zitterten vor Überanstrengung, dass ich nicht mehr weiterkonnte, als wäre 
ich den ganzen Tag gewandert. Generell schlich sich extreme Erschöpfung bei jeder Kleinigkeit ein. Ich musste ständig liegen, alles strengte mich 10 Mal mehr an als sonst.
Ich habe aber Hunde und musste mit ihnen raus, dabei liefen mir vor Schmerzen immer die Tränen, auch weil ich praktisch durchgehend Herzschmerzen hatte....

Heilung:

In meinem Privatleben war auch alles flöten gegangen. Ich war gekündigt worden, die zwei Freundinnen, auf die ich immer gezählt hatte, haben mir wortwörtlich links liegen gelassen und mitten in dem Horrorjahr wurde mir klar, dass ich meinen damaligen Partner nicht mehr sehen wollte (er kümmerte sich nahezu überhaupt nicht um mich, ich siechte einfach vor mich hin). Ich fing an mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich vielleicht 5 bis 10 Jahre brauchen könnte, um gesund zu werden. Was sollte ich machen. Ich konnte nur ertragen. Ich beschloss in die Nähe meiner Famillie zu ziehen (wo ich eigentlich nie wieder hinwollte), denn ich war gezwungen jemanden in der NÄhe zu haben, wenn nichts
mehr ging, besonders wegen der Hunde.
Hier war ich nun. Und es ging ne Weile so weiter. Dann kam Ende Juli eine Woche, in der wieder alles weh tat, und ich heulte auf dem Weg zum Einkaufen und bei den Spaziergängen mit den Hunden....
Und dann war es weg.

Es war weg.  

Ich habe mich noch monatelang geweigert zu denken, dass es jetzt besser wird, denn der Rückfall Ende Januar hatte mich psychisch stark getroffen und ich wusste nicht, ob ich falsche Hoffnung noch einmal ertragen könnte. Aber seit dem blieb es "stabil".

Ich habe alle paar Tage willkürliich irgendwelche der alten Symptome. Mal Drücken entlang der Nervenbahnen, mal totale Erschöfpfung, mal Herzherumgekasper (was ich als das Schlimmste empfinde). Neulich hatte ich ganze zehn Tage, in denen ich wieder diesen punktuellen druck auf den Schläfen hatte.  Inzwischen sage ich mir dann "Das geht vorbei, das geht vorbei, das geht vorbei". Was geblieben ist, ist der Schüttelfrost, obwohl ich auch wieder baden kann. Ich habe den Verdacht, dass mein Immunsystem immer noch geschädigt ist, denn ich bin ständig krank. 
Ich kann jetzt wieder Nährstoffe und Vitamine zu mir nehmen, auch Schmerztabletten. Es zeigen sich dann noch Symptome, aber vereinzelt und nicht mehr so schlimm (aber ich versuche Medikamente möglichst zu meiden).

Es gibt nichts schönzureden: Das eine Jahr, war der absolute Höllentripp. Ich wusste lange nicht, was mit mir los war, ich bekam keine Hilfe, besonders nicht von den Medizinern und ich machte teilweise schon Pläne für den Fall meines Todes. Ich lebte jeden Tag wie eine 90-jährige ohne die Aussicht auf Besserung. In einem gesamten Jahr, gab es  nur 2 gute Tage. Ganz ehrlich, ich weiß selbst nicht wie man so etwas überstehen kann, besonders wenn Partner und Freunde einen komplett sich selbst überlassen. 

Ich denke, dass ich eine sehr extreme Form der Absetzerscheinungen hatte (damit will ich nicht sagen, dass es andere leichter haben!)
Extreme Symptome
Extrem langanhaltende Symptome
Extrem große Vielfalt an Symptomen

Das einzig "Gute" scheint zu sein, dass es "NUR" ein Jahr dauerte. Naja, mit Hinterherhinken.

Es folgen Beobachtungen, was mir half oder nicht:

BEOBACHTUNGEN:

1) Mir hat kein Arzt und keine Form von Behandlung geholfen, auch nicht Akkupunktur. 
Nachdem der Chiropraktiker mich eingerenkt hatte, wurde es sogar schlimmer.
Auch eine homöopathische Zusammensetzung schadete mir nur.
Das einzige, was mir für 5 Tage etwas Erleichterung verschaffte, war eine B12-Injektion beim Arzt.
Danach war dies aber auch vorbei.
2) Jede Form von Einnahme verschlimmerte bei mir die Symptome bzw. fügte weitere hinzu.
Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine machten alles schlimmer, BESONDERS Magnesium, dass  ja sonst eher helfen soll. 
3) Aufregung verschlimmerte sofort meine Herzkreislaufprobleme. Auch positive Aufregung, alles war übersteigert. Selbst wenn ich eine Kochsendung sah, konnte die "Spannung" wer gewinnt (ha, ha) ausreichen, um mir für mehrere Stunden Herzrasen und Zittern zu bescheren. Auch bei einfachen Spielen wie Tetris etc. war ich nach ein paar Minuten im "Overdrive" und die Symptome nahmen zu.

GEHOLFEN HABEN IMMER NUR ZWEI DINGE BEI MIR:

1) Ein Glas warme Mandelmilch. Ich weiß nicht warum, es war ein absoluter Zufallsfund, aber dies hat immer  das ZNS beruhigt. Meine Symptome verschwanden nicht, wurden aber gemildert.
2) Das homöopathische Mittel in Tablettenform "Presselin Nervenkomplex". Das war ein Lebensretter. Als an einem Tag die "Synapsenvergewaltigung" sich auf meinen ganzen Körper ausbreitete, ich das Gefühl hatte, dass all meine Nervenbahnen vibrieren, ich stundenlang heulte und schon so weit war, mir jedes Medikament wieder anzutun, nur um nicht diese Schmerzen ertragen zu müssen, nahm ich von den 7 homöopathischen Mitteln, die
so ein "Augenleser" verschrieben hatte das, was mit "Nervenkomplex" betitelt war. Und es half!!
Ich musste es hochdosiert jede halbe Stunde nehmen, ansonsten wirkte es nicht, aber es half! Es ging mir immer noch schlecht, aber es war um etwa 50 % besser! Ich hatte nicht damit gerechnet, aber für die nächsetn Monate war es mein Notfallmittel (und auch das erste homöopathische Mittel, das JE bei mir ne Wirkung gezeigt hatte).
Es war teuer, aber allemal wert.

UND ICH WILL MICH BEI EUCH ALLEN BEDANKEN!!!!!!

Dieses Forum hier hat mir am meisten von allem seelisch geholfen!

Mit eurer Hilfe konnte ich meine Symptome zuordnen, was einen beruhigt hat,
und immer wieder Zuspruch erhalten, wenn es mir schlecht ging.

Ich danke euch von ganzem Herzen!!!!


Mein Leben ist immer noch eine Ruine und ich habe weiterhin viel privates Pech, aber damit werde ich zurechtkommen, solange mein Körper mich nicht im Stich lässt. Ich bin noch immer nicht fit, aber es ist Urlaub im Vergleich zu dem Horrorjahr.

Ich werde nie wieder einem Arzt trauen können. Ich war bei so vielen Ärzten und auch jetzt noch, wenn es um völlig andere Sachen geht, wird ein Fehler nach dem anderen gemacht. 
Ich werde nie wierder Psychopharmaka nehmen. Es wird absolut unverantwortlich damit umgegangen, sie werden verteilt wie Bonbons. Das "Lustige" ist, dass ich erst direkt nach Absetzen des Antidepressiva wieder Freude empfinden konnte, innerhalb von 3 Tagen, nachdem mein Hirn diese Emotion während der 5 Jahre MIT Antidepressivum einfach nicht produzieren wollte. Wahrscheinlich hätte ich die Medikamente nie gebraucht. Aber man kann die Vergangenheit nicht ändern.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles, alles Gute und dass auch für euch bald ein Ende
abzusehen ist. Seid tapfer und ertragt es. Vielleicht hilft euch ja auch eins meiner Hilfsmittel.

Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit 2015 und dass 2016 für uns alle nur besser wird.

Ah, was ich noch vergessen hatte: Geblieben ist nicht nur ein geschwächtes Immunsystem, sondern auch, dass es meinen Körper selbst angreift. Seit Anfang des Entzugs IGE Werte (Antiallergene) sehr hoch, und ich habe wirlichwillkürliche Allergieanfälle.
Dazu haben sich meine Nägel verformt und ich habe etwa 1/4 meiner Haare verloren. Das alles ist noch da, auch dass meine Gelenke sich noch ab und zu entzüündet anfühlen. Aber das sind Peanuts im Vergleich zu vorher.


[Hier folgte ein scheinbarer Rückfall, den Beitrag kopiere ich nicht, da folgendes später rauskam:]

Hallo, ihr Lieben

Erstmal ein Frohes Neues Jahr (oder zumindest ein besseres als das letzte)!

Ich wollte mich mal wieder zurückmelden, für all die, die meine Leidenszeit begleitet haben und/oder mitgelesen.

Ich hatte ja vor einiger Zeit einen scheinbaren Rückfall, nachdem ich dachte, es sei schon vorbei gewesen.

Nun kann ich wohl WIRKLICH sagen, ich habe das Absetztsyndrom endgültig hinter mir. ES IST VORBEI.

(Korkenknallenimhintergrund)

Der scheinbare Rückfall vor über einem halben Jahr hatte letztendlich auch weder was mit dem Absetzsyndrom, noch mit Stress zu tun (wie einige von euch vermutet hatten). Tatsächlich war das der Anfang dafür, dass ich plötzlich und sehr extrem in die Wechseljahre gekommen bin. Da ich 32 bin, hat es eine ganze Weile gedauert, bis man darauf kam. Ich habe ja einige Autoimmunkrankheiten meines Hormonsystems wie Endometriose, PCOS und Morbus Basedow, und darum ist nie ganz klar, was eigentlich das Problem ist. Aber die Ärzte geben ja auch die Pille raus wie Bonbons, und vor drei Jahren hatte man mir gesagt, ich solle die Pille durchnehmen (also komplett ohne Pausen/Blutung), weil man das halt so macht bei den Krankheiten und weil ich sonst Probleme bekommen könnte. Ich habe mich erst vor einigen Monaten daran erinnert, nachdem meine Mutter und eine Freundin (Ärztin) sagten: "Das klingt wie Wechseljahre", dass ein berühmter Chiropraktiker in Lübeck mir vor 2 Jahren gesagt hatte: "Manche Frauen kommen bei der durchgehenden Einnahme der Pille vorzeitig in künstliche Wechseljahre". Nun, als ich mich daran erinnerte, war es auch absolut klar. Also, ich hatte wirklich jedes einzelne Symptom von Wechseljahren - Hitzeschübe, 1/3 meine Haare verloren, Stimmungsschwankungen, abartige Gelenkschmerzen (Arthrose diagnostiziert!) etc. 

Wie auch immer, nun habe ich seit 2 Monaten die Pille abgesetzt. Ich habe jetzt Schmerzen und muss oft zur Kontrolle, ob keine Zysten etc. entstehen - aber dafür gehe ich zur Akkupunktur (bäh, hasse ich, 2 Stunden, 80 Nadeln, manche tierisch schmerzlich, und natürlich teuer). ABER alle Wechseljahrssymptome innerhalb von einer Woche WEG. Haare komplett in Ordnung, kann mich plötzlich wieder super konzentrieren etc.

Eine weitere Erfahrung im Rahmen "Medikamente - Pfui."

Dass ich das Absetzsyndrom hinter mir habe, weiß ich außerdem, weil ich vor 2 Wochen eine Kiefer-OP hatte und die letzte Woche Bronchitis.
Ich habe 10 Tage Antibiotika bekommen, ein paar Tage Cortison, Bronchenerweiternde Mittel gespritzt, Paracetamol, Hustenlöser etc. Und abgesehen
von normalen Nebenwirkungen habe ich keinen Rückfall zu den alten Absetzsymptomen. 
Wenn ich diesen Medikamentencocktail wegstecken kann, dann muss es auch vorbei sein!

Persönlich ist auch einiges geschehen:
Ich habe einen Job! Nachdem ich meinen M.A. im Frühjahr geschafft hatte, habe ich mich ja beworben. Und ausgerechnet eine Stelle, wo ich nicht einmal mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch gerechnet habe, hat mich umgehend genommen. (Tatsächlich habe ich letzte Woche erfahren, dass ich mich gegen über 30 Bewerbern durchgesetzt habe... Oh mein Gott.) Es ist eine vom Bund bezahlte Stelle im öffentlichen Dienst. Die Leute sind dort unglaublich nett, fast schon ZU nett, wenn es sowas geben kann. Nun ja, jetzt habe ich gleich in meiner zweiten Arbeitswoche eine Bronchitis, aber man hat mir zu verstehen gegeben, das sei kein Problem (meine Eltern erstmal wieder große Panik: "Du wirst gefeuert!"), auch der Chef ist die Woche ausgefallen. Ende Februar soll ich auch umziehen, damit ich nicht mehr täglich 4 Stunden pendeln muss (die Hölle).
Ich muss zugeben, dass ich wirklich Angst habe, dass alles gleich wieder in die Hose geht. Meine Gesundheit und eigentlich mein ganzes Leben war die letzten 2-3 Jahren so instabil, dass ich einfach inzwischen mit Katastrophen rechen (auch über Silvester hatte ich eigentlich im Krankenhaus liegen sollen, wo ich mich aber geweigert hatte, wieder mal so ne blöde Geschichte, wo Ärzte ihren Käse gleich an einem ausleben wollen).

Es ist schon noch schwierig mit den Existenzängsten zurechtzukommen. Ich muss ja für meine Hunde da sein, allein ist das mit solchen Sorgen schwierig. Ich muss mir dann auch nach dem Umzug einen zuverlässigen Hundesitter suchen. Und ich merke, dass ich richtig traumatisiert bin durch das Erlebte. Die Ärzte, die einem einfach immer mehr geschadet haben. Der Körper, der nur noch eine Folterkammer war. Die Freunde und Beziehung, die einen einfach links liegengelassen haben. Da ich hormonell nie gesund sein werde (keine Schilddrüse mehr), werde ich lernen müssen mit ständiger Angst leben zu müssen. Aber nun ja. Viel schlimmer als die letzten 2-3 Jahre kann es wirklich nicht mehr kommen.

Ich hoffe bloß auf ein wenig Stabilität. Einfach arbeiten und leben. Nichts ist mehr selbstverständlich. 

Aber das soll ein postiver Bericht sein. Bei mir war das Absetzsyndrom ja praktisch so schlimm wie es nur sein kann. Jeder Tag war die Hölle, oft habe ich mir gewünscht nicht mehr am nächsten Morgen aufzuwachen, weil ich die "Schmerzen" nicht mehr ertragen wollte. 
Dieses Forum und ihr alle habt mir so sehr durch diese Zeit geholfen, ich kann euch gar nicht genug danken. 
Ich bin wirklich so, so dankbar für eure helfenden Beiträge.

Ich hoffe, dieses Forum hilft anderen genauso gut wie mir. Und vielleicht kann meine Geschichte auch anderen helfen.
(wo soll ich das nochmal posten, in einem Thread "Danach" oder so?... muss ich gleich mal schauen.)

Ich hoffe auch, dass ihr alle mit dem Absetzproblem abschließen könnt. 
Ich nehme nur noch meine Schilddrüsenmedikamente, sonst NICHTS. Von 8 oder so Pillen am Tag auf 1 (und die nur aus organischen Gründen).

Also gut. So viel von mir. Ich drücke euch alle und nochmal DANKE DANKE DANKE!


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Das war es. Alles Liebe. Alles Gute.

Eure Alex
Zuletzt geändert von Murmeline am Dienstag, 07.08.18, 16:11, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
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LinLinaMurmelineFibie77padmaClarissaVorbySiggiSunnyroseArianrhodMaus 66gelblacklive-slowAna19 und 11 weitere Benutzer
2009 - Diagnose Borderline, PTBS, Depression
2009 - 2010 4 stationäre Aufenthalte mit guten Erfolgen
2010 - 2013 ambulante Therapie, diese beendet,symptomfrei, kein Borderline mehr :)
Citalopram: 2009-2010 20mg; 2010-2012 40mg; 2012-2014 20mg (zwischen 20 und 40 mg keinen Unterschied gemerkt)
Amitryptilin:2010-2012 25 mg zum Schlafen, dann gewechselt zu Seroquel: 2012 100mg, dann 50mg
Seroquel seit 2013 immer weniger, Anfang 2014 12,5mg, dann 6mg (Schlafwirkung blieb erhalten)
Nach dem Wechsel von Amitryptilin zu Seroquel erstmals wieder Freudeempfindungen, Depressionen verschwinden
Seit 2012 erhöhter Blutdruck unerklärt, immer mehr Blutdrucksenker (Valsartan, Metohexal, Lercanidipin)und endlose
Magenschmerzen (Pantoprazol) -> wichtig im Zusammenhang mit Citalopram
Juni 2014: plötzlich dreht mein Körper total durch, lande im Krankenhaus,
Vermutung, dass ich Citalopram und Certirizin (Antiallergikum, dass ich seit 10 Tagen wegen Heuschnupfen nahm) gemeinsam
nicht vertragen habe. Hausarzt erkennt in Symptomen Serotonin-Syndrom, 2mal Sammelurin
auf Hydroxyindolessigsäure kommt mit horrenden Werten zurück, ich setze das Citalopram auf NULL ab. (Werte gehen zurück,
Symptome verschwinden).
Gleichzeitig: Bluthochdruck und Magenschmerzen verschwinden innerhalb von Tagen ! besseres Empfinden von Freude und Zufriedenheit,
kann mehr Lachen!
Aber: nach 4 Tagen Schwindel und Übelkeit extrem, geht 7 Wochen so weiter, versuche 10 mg Citalopram einzusetzen, um dann langsam auszuschleichen
Folge: nach 4 Tagen Symptome wie während des SerotoninSyndroms plus Bluthochdruck und Magenschmerzen sind wieder da, vertrage
Citalopram nicht mehr, soll es weglassen. Schwindel und Übelkeit sind aber auch gleichzeitig weg, ich denke, habe den Entzug hinter mir.
3 Wochen später ab Mitte August geht die Hölle los: Kreislaufzusammenbrüche, merkwürdige Stimmungsschwankungen, die ich noch nie
hatte, Reizbarkeit, Muskelzuckungen, Schmerzen in den Gliedern, Taubheitsgefühle und Kälte in Händen, Füßen, taube Zunge, bei
horizontalen Augenbewegungen Schwindel, gefolgt von massiver Übelkeit, Erschöpfungszustände, Zittern, Herzrasen, Kopfschmerzen,
steifer Nacken, Gelenkschmerzen, mal Durchfall, mal Verstopfung, Druck auf dem Kopf, Gehirn fühlt sich an als würde es im Kopf hin
und herschwappen bei Bewegungen, alles tut weh, als wären meine Nervenbahnen entzündet. Symptome wechseln sich wild ab, keine
Zusammenhänge mit äußeren Faktoren zu erkennen, 80% aller Stunden sind mit Leiden erfüllt.

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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von LinLina » Sonntag, 15.01.17, 17:31

Hallo Alexlein,

von Herzen danke für diesen wundervollen, mutmachenden Erfahrungsbericht. Er wird ganz sicher vielen helfen, diese schwere Zeit besser zu überstehen und wieder Zuversicht und Hoffnung zu schöpfen.

Ich freue mich so sehr, dass es dir nachhaltig besser geht. Danke auch für die Interessante Info mit der Pille und den Wechseljahren, es wird immer noch unterschätzt wie sehr das Einfluss haben kann. Zum Glück bist du da relativ zeitnah drauf gekommen.

Liebe Grüße
Lina
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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von lunetta » Sonntag, 15.01.17, 17:41

Hallo!

Wahnsinn!!!! Was du durchgemacht hast!

Herzlichen Glückwunsch - du hast es geschafft!!!

LG
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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von padma » Montag, 16.01.17, 19:25

liebe Alex, :) :)

ganz vielen Dank für deinen Bericht. Er wird vielen anderen Betroffenen helfen.

Es ist bedrückend und Mut machend zugleich das zu lesen.
Es ist so schlimm, was du duchlitten hast und ich bin so froh, dass du es durchgestanden und geschafft hast.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute, :hug:
padma
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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 17.01.17, 9:11

Hallo Alexlein.

Ganz toll und mutmachend, Dein Bericht. Er gibt mir, die ich mich lange nach Null rumquäle, wieder etwas mehr Hoffnung, daß der Alptraum irgendwann vorüber ist.

Vielen Dank und weiter alles Gute für Dich.

VG von sleepless.
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früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

Fibie77
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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von Fibie77 » Dienstag, 17.01.17, 9:34

Hallo Alex, :)
ich will Dir auch ein ganz großes Dankeschön für deinen wunderbaren Bericht sagen! <3
Ich bin nun fast ein Jahr auf null mg und in vielen deiner Schilderungen erkenne ich mich wieder.
Dein Bericht, macht mir ganz viel Mut und Hoffnung, dass alle meine restlichen Beschwerden die ich noch habe, verschwinden können.
Ich freu mich echt für dich :party2: :party2: :party2:
Liebe Grüße Fibie
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- Februar 2011 Ohnmachtsanfall, ohne Diagnose. :shock:
In den darauffolgenden Monaten stellte sich starker Schwindel ein und eine gewisse Angst davon entstand. :(
Ich blieb nur noch zu Hause und ging nicht mehr gerne raus,wenn dann nur zur Arbeit.
- Von Februar 2011 bis April 2014 verschiedene Ärzte konsultiert, von Zahnarzt CMD Behandlung,über Chiropraktoren, und
Infusionen mit Mikronährstoffen war alles dabei.
- Es folgten in dieser Zeit,extreme Ängste,Verzweiflung, keine Energie und Kraft mehr,nur noch Verzweiflung wegen diverser
Symptome.
Meine Symptome veränderten sich und ich bekam einen kontinuierlichen Dauerkopfdruck und Augendruck.
- April 2014 Citolopram 10mg vom Hausarzt verschrieben bekommen.
- Juni 2014 Einweisung in Psychosomatische Klinik, für 8 Wochen.
- Wurde dort auf Cymbalta umgestellt für 2 Wochen,jedoch ist dies wieder gleich abgesetzt worden,da meine weißen
Blutkörperchen stark absanken.
- Von einem auf den anderen Tag,wurde Sertralin eindosiert.
Erst 25 mg und dann 50 mg in der darauffolgenden Woche.
- August 2014,wieder zu Hause und sollte dort noch bis auf 100mg hochdosieren, ging mir jedoch sehr schlecht dabei und
ich blieb bei 50 mg.
- März 2015 fing ich an das Medikament 50 mg Sertralin ganz langsam auszuschleichen, nach Absprache mit meiner
Ärztin.
- Ende Februar 2016 war ich auf 0mg mit dem Sertralin. :party2:
(bei den letzten Schritten ließ ich mir lange Zeit und dosierte mit Zoloft Tropfen ab).
- Seid dieser Zeit Absetzerscheinungen in Form von Sehstörungen, Kopfschmerzen,Übelkeit, komische Gefühle,Augendruck,
Blutzuckerschwankungen (dieser geht immer so tief runter),Benommenheit,.....
Die Symptome wechseln sich ab und sind mal nur leicht und dann wieder ganz stark da.

-Oktober 2016 . Absetzerscheinungen - Kopfschmerzen,Sehstörungen,trockene Augen,Schwindel ,,Blutzucker geht immer noch so tief in Keller,Übelkeit.

-November 2016 ( 9 Monate 0 mg Sertralin)
Kopfschmerzen die aufs Augen strahlen mit Übelkeit,
Blutzucker hat sich normalisiert,ab und zu noch trockene Augen

-Dezember 2016 (10 Monate 0 mg Sertralin)
Kopfschmerzen sind fast weg, jedoch wieder ziemliche Augenprobleme.
Schwipp-Schwapp im Kopf
-Januar 2017 (11 Monate nach 0 mg Sertralin)
Augenprobleme immer noch vorhanden
Schwipp- Schwapp im Kopf, Sodbrennen,
-Februar 2017 ( 1 Jahr auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme / Sehstörungen immer noch vorhanden !
Manchmal noch Schwipp-Schwapp im Kopf und wieder Kopfschmerzen.
-März 2017 (13 Monate auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme, ziemliche Benommenheit,Spannungskopfschmerzen.
-April 2017(14 Monate auf 0 mg Sertralin)
Augenprobleme,Benommenheit,Kopfschmerzen,extremes Tief(muss viel weinen,weil es nicht so recht besser wird)
-August2017(18 Monate nach null)
Starke Magenbeschwerden,Übelkeit,Sodbrennen,Kopfschmerzen,Augenprobleme

-Januar 2018 (23 Monate auf 0mg)
Augenprobleme (schlechteres Sehen und brennende Augen),manchmal noch leichte Gangunsicherheit,schmerzendes
Genick,Reizüberflutung im Kopf/brennen,nicht mehr so starke Spannungskopfschmerzen.
Langsam wird es besser,aber es ist noch nicht gut!
-Februar 2018 ( 2 Jahre auf 0 mg)

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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von Annanas » Dienstag, 17.01.17, 10:46

Hallo Alexlein :) ,
auch von mir ein riesengroßes Dankeschön für deinen Bericht,
das gibt mir und sicher auch allen anderen Mitgliedern wieder Mut, Hoffnung und
Kraft, das alles durchzustehen!

Alles Liebe und Gute für deine weitere Zukunft!

Lieben Gruß von Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: ICH HABE ES GESCHAFFT

Beitrag von LenaLena » Dienstag, 09.01.18, 12:35

Liebe Alex,

solltest du nochmal hier reinschauen, dann lass dir gesagt sein, dass dein ausführlicher Erfahrungsbericht mir so viel Mut macht und so wertvoll ist!
Danke, dass du dieses Fazit verfasst hast.

Ich freue mich sehr, dass es dir wieder gut geht.

Ich habe nach diesem Erfahrungsbericht deinen gesamten Thread durchgelesen, weil ich wissen wollte, wie es dir vorher ergangen ist. Du bist wirklich eine Kämpferin.
Ich habe einige Parallelen zu mir entdeckt, auch wenns mir meistens nicht so schlecht geht wie es dir ging, und mir macht das unendlich viel Mut, dass es bei dir gut ausging.
Du siehst also, dein "Tagebuch" von damals wirkt noch immer nach.

LG :hug:
Lena
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