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Jamies "all in a tumble" Thread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Jimbo
Beiträge: 45
Registriert: Mittwoch, 30.01.19, 4:07

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jimbo » Montag, 16.03.20, 14:07

Jamie,
ich glaube auch an Engelswesen!
Von daher hast du jetzt von meinen Engeln Rückendeckung.

Das kostet dich nichts und ist einfach ein Geschenk an dich und deine Arbeit hier im Forum. Das du dich so für viele Betroffene einsetzt und nie deinen Mut verlierst ist ein Geschenk. Und für dieses, dein Geschenk wird belohnt werden. Natürlich nicht von mir...

Unsere Engel werden uns den Weg weisen!
Tim
In 2012 bis ca. 2013 sporadisch Alprazolam genommen am Ende nach ca. 3-4 wöchiger Dauereinnahme leichtes Entzugssyndrom nach Kaltentzug gehabt... war aber nicht wirklich schlimm und nach wenigen Tagen erledigt.

Bis Jan. 2018 keine Psychopharmaka.

Januar 2018 bis ca. August 2018 in Psychotherapeutischer Behandlung wegen, Panikattacken, Schwindel/leichte Derealisation, depressive Verstimmung. Behandlung erfolgreich beendet wegen deutlicher Besserung des Befindens und der Symptomatik.

Jan. 2018 - Mitte Dez. 2018 --- 10 Stk. Alprazolam a´0,5mg pro Monat nach Bedarf
21.12.18 - 20.01.19 --- täglich ca. 0,75mg Alprazolam insgesamt also ca. 50 Stk. a`0,5mg
Seit 21.01.19 --- 0 mg Alprazolam (also Kaltentzug, war eine Woche etwas anstrengend aber ging ganz gut)
Am 27.01.19 --- einmalig 0,75mg Alprazolam (nochmal 3-4 Tage Entzugssymptomatik)

Februar - Juni 2019: Unregelmäßige Einnahme: ca. 1x pro Woche 0,5 - 0,75mg

Dann zwei mal starke Absetzsymptomatik Mitte 2019:

18.06.19 --- 1 x 0,5 mg Alprazolam
Mehrere Tage akutes Gedankenkreisen (Sinn des Lebens), stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, Panikattacken

13.07.19 --- 1 x 0,5mg Clonazepam

Entzugs-Verlauf Tagebuch:
14.07. - 16.07. Durchgehend akutes Gedankenkreisen zwanghaft, stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, Panikattacken
17.07. + 18.07. Alkohol getrunken zur Deckelung der Symptomatik (ganz schlechte Idee!!!)
19.07. Durchgehend schwerstes Gedankenkreisen zwanghaft, stark depressiv, extremes Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens, evtl. sogar leicht suizidal
20.07. Minimale Verbesserung, sehr starke Symptome durchgehend
21.07. Leichte Verbesserung, sehr starke Symptome wellenartig
22.07. Verschlechterung, sehr starke Symptome fast durchgehend + Sorge das es nicht besser wird
>>> 23.07. Extreme Verbesserung über Nacht nach fast 11 Std. Schlaf, wahrscheinlich Alk. Nachwirkungen ausgeschlafen (große Erleichterung) <<<
24.07. Gleichbleibend, leichte Symptome wellenartig, schlecht Geschlafen
25.07. Verbesserung, nur noch unterschwellig Symptome, keine Wellen mehr, leicht reizbar, schlecht Geschlafen
26.07. Gleichbleibend, unterschwellige Symptome, Stimmung gedämpft, nicht mehr so reizbar, mittelmäßig geschlafen ca. 5 Std., von Benzoentzug geträumt
27.07. Verbesserung der allgemeinen Stimmung, manchmal noch leichtes Gefühl der Distanziertheit, Kopf läuft noch nicht ganz rund, netter Grillabend mit Freunden, alle be/angetrunken außer mir, ganz gut geschlafen 6 Std., von Benzoentzug geträumt
28.07. Leichte Verschlechterung Innere Unruhe, Grübeln (leicht) 13:30 - 15:00 Uhr 0,7 L Bier getrunken, war nicht so toll, 19:30 Uhr Alk. Wirkung vorbei >>> Befinden wieder besser, sogar richtig gut, ganz gut geschlafen 5,5 Std.
29.07. Gleichbleibend Noch leicht kreisende Gedanken. Stimmung über den Tag noch leicht schwankend, gut geschlafen 6 Std.
30.07. Verbesserung Nahezu Symptomfrei, Feststellung: Rauchen bekommt mir nicht gut... unangenehmer Schwindel nach Zigarette, muss aufhören! Entzug scheint nahezu abgeschlossen zu sein, ebenso so mein Entzugs-Tagebuch... hoffe ich!
31.07. Keine spürbaren Symptome mehr, Stimmung und allgemeines Befinden normal/gut, Schlaf: Gut aber etwas kurz (ca. 6 Std.)
01.08. Alles stabil und gut. Tagebuch Ende. Restliche Benzotabletten im Keller eingelagert.
09.12.19 Keine weitere Benzoeinnahme, alles OK

simonb
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von simonb » Mittwoch, 18.03.20, 13:36

Hallo Jamie ,

Dein ganzer Text hat mich sehr berührt.
Auch weil du mir damals ja sehr viel Mut gemacht hast,
es muss einfach einen Sinn haben was du durchleidest,
und es muss sich wieder verbessern.

Meine Mutter hatte längere Zeit sehr starken Trigeminus,
er ist fast weg, ich weiss nicht ob durch Medikamente oder von alleine- ich könnte sie fragen?
Ich kenne einen Pharma Referenten der bis vor kurzem noch intensiv in der Branche gearbeitet hat insbesondere bei Ärzten geworben hat und sich auch mit den nötigen Voraussetzungen (Diagnosen) auskennt. Wenn du möchtest kannst du mir Fragen mitgeben, dann kontaktiere ich ihn?

Viele Grüße Simon
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simonb
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von simonb » Mittwoch, 18.03.20, 13:37

Pharma Referent zum Thema medizinisches Cannabis meinte ich
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Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 18.03.20, 16:47

Hallo simon, :)

vielen Dank für dein Angebot, auf den Pharmareferenten komme ich vielleicht noch zurück.
Aber die Erfahrungen deiner Mutter würden mich interessieren. Mir wurde gesagt es besteht eine gewisse Chance, dass die Nerven sich von selber noch mal beruhigen werden, über die Zeit sozusagen. Mich würde es interessieren, wie es bei deiner Mutter war? War bei ihr auch der Mund betroffen wie bei mir?

Vielen Dank für deine Bemühungen :hug:
Jamie

----
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padma
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von padma » Mittwoch, 18.03.20, 17:50

liebe Jamie, :)

ich denke viel an dich und wünsche dir so sehr, dass du bald Erleichterung erfährst.

alle Liebe, :hug:
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Jodie13
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jodie13 » Mittwoch, 18.03.20, 18:55

Liebe Jamie,

es tut mir sehr leid, dass du so grosses Leid und Schmerzen erfahren musst. Ich denke an dich und wünsche dir, dass Erleichterung kommt.

Lg Jodie
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simonb
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von simonb » Mittwoch, 18.03.20, 21:13

Hallo Jamie,

Habe leider nichts weltbewegendes erfahren, trotzdem teile ich dir gerne die Aussagen meiner Mutter mit:

Sie hatte es 3 Jahre stark , aber nicht permanent, aber dann , wenn der Nerv entzündet war....
Antiepileptika sollen wohl helfen, haben meiner Mutter aber nichts geholfen. Bei ihr ist es jetzt sehr erträglich und sie hat selten Probleme. Sie habe in den schlimmsten Phasen stundenlang unter Rotlicht gesessen. Im Sommer und Frühling sei es viel besser gewesen als im Winter. Kälte als Trigger. Je wärmer es draußen sei je besser. Warm /Kalt trinken als Trigger/Zugluft. Hilfreich: immer Schal tragen.

Laut meiner Mutter kann es Jahre dauern bis die Nerven nachwachsen, aber es ist möglich. Meine Mutter ist Krankenschwester (keine Wissenschaftlerin oder so)
Du hattest ja auch einige Zahngeschichten, vielleicht kann sich da über die Zeit noch was regenerieren. Mir wurde 2018 ein Zahn gezogen und bis sich allein das beruhigte hat es 5 Monate gedauert ( dauernde Schmerzen/Entzündungen/Tinnitus/Antibiotika.
Ich weiss das man das nicht vergleichen kann....

Was meine Mutter noch empfahl hochdosierte B Vitamine (alle!) dies habe ihr wohl auch geholfen.
Kann man ja zb auch ganz einfach subcutan sprItzen.
Ich habe das schon mal mit B12 gemacht.

Ich wünsche dir einen erträglichen abend und etwas Linderung.

Simon
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simonb
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von simonb » Mittwoch, 18.03.20, 21:33

Ach sorry und es war nicht so ganz klar wie so Sie Trigeminus bekommen hat- vielleicht durch Krebs Medikamente
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Katharina
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Katharina » Donnerstag, 19.03.20, 12:18

Liebe Jamie!


Vielleicht könnte dieser Link eine hilfreiche Info sein:


https://www.shotzenkoecherle.ch/


Sehr herzlich,
Katharina

Philine
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Philine » Donnerstag, 19.03.20, 21:16

Liebe Jamie,
ich wollte dir eigentlich schon vor ein paar Tagen schreiben, und zwar zu dem Wörtchen "austherapiert". Ich denke, dass das vor allem bedeutet, dass behandelnde Ärzte in einem definierten, sehr kurzen Zeitraum mit bestimmten medikamentösen Therapien keinen Erfolg erzielen konnten.
Das heißt überhaupt nicht, dass sich deine gereizten Nerven nicht wieder beruhigen.
Gerade weil es den Auslöser Zahnbehandlung gab und du ja auch schreibst, dass es durch das erneute Zahnziehen zu einer wiederholten Reizung gekommen ist vom Trigeminusnerv. Dann war es dazwischen ein wenig abgemildert.
Also, ich will damit nur sagen, für mich liest sich das so, als sei da Bewegung drin.
Gerade wir Psychopharmaka-Geschädigten wissen, wie lange ein Nervensystem zur Heilung braucht. Das glaubt kein Arzt.
Ich bin absolut davon überzeugt, dass du starke Selbstheilungskräfte hast und wieder singen können wirst.
Ich wünsche es dir für ganz bald.
🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵🎶🎵
Philine
Mitte Okt. 2018-bis Mitte Jan. 2019: 30 x Tavor 0.5
Mitte Okt. – Ende Nov. 2018 Esci. 5-10-5 mg
seit Dez. 2018 Sertr. 25, langsam runterdosiert auf 16
weitere Medikation:
nach SD-OP 100 Euthyrox
Calcium 500

stubi
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Freitag, 20.03.20, 8:35

Liebe Jamie, :hug:

ich fühle mich hilflos angesichts deiner Leidensgeschichte und ich Frage mich, was soll ich an jemand schreiben, der so ein Leid zutragen hat?

Ich hoffe, dass bald eine gehörige Besserung bei dir eintreten wird, doch das muss sich für wie eine Farce anhören, weil du ja schon so lange diesen steinigen Weg gehst und es ja immer schlechter wird bei dir.

Liebe Jamie ich denke an dich und wünsche dir vom
Herzen nur das Beste.

Liebe Grüße
Renate
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Fledermaus
Beiträge: 830
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Fledermaus » Freitag, 27.03.20, 14:15

Liebe Jamie,

Ich wünsche dir viel Kraft, :sports: ganz schnelle Schmerzlinderung. :fly:
Fühle dich gedrückt :hug:
Liebe Grüße
Fledermaus
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Luisa1974
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Registriert: Donnerstag, 25.08.16, 4:59

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Luisa1974 » Montag, 13.04.20, 11:54

Liebe Jamie

es tut mir so von Herzen leid, dass du so leiden musst, und du bist so tapfer und mutig..
Ich war länger nicht im Forum. Du hast mir damals so sehr geholfen, als ich fast nur noch den Ausweg sah, aus dem Leben zu gehen..
Ich wünschte, ich könnte irgendetwas für dich tun.. ich war länger nicht im Forum, habe mir nicht Zeit genommen für die Dinge, die doch wichtig sind.. da ich jetzt wieder in so eine Situation wie in 2016 rutschen könnte, habe ich hier und auch woanders geschaut, um Hilfe zu bekommen..
lese dann deinen Bericht.. fühle mich beschämt.. wenn ich an deine Schmerzen denke und dass ich nicht mit meinen "Kleinigkeiten" klar komme..

Ich wünsche so sehr, dass es auch wieder besser für dich wird.. ♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡

ganz liebe Grüße
Luisa
Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise
Januar 2017: Existenzangst ->Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Tinnitus macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser
25.01.2017: denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: neue Psychiaterin: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg durch Psychiaterin angeordnet
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: auf 30mg erhöht - Panikattacken Atemnot, bin sicher das Citalopram löst dies aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten v. Psychiaterin - Androhung Einweisung in Klinik gegen eigenen Willen, ab jetzt bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15 - Klinik abgesagt weil wegen meinem Hund keine Selbstmordgefahr besteht sagt Psychiaterin
*******************
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg , Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 -schrittweise langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg
2018 - 2019 - Citalopram abgesetzt bis 0 gm in Mini-Schritten, ab 5mg Wasserlösemethode - durch die Krankheit und dem Tod meiner Mutter konnte ich dies nicht dokumentieren, Tinnitus ist leider geblieben, aber erträglich, oft leise

aktuell: Mirtazapin 30 mg, musste nach dem Tod meiner Mutter erhöht werden, da Panik und Atemnot extrem wiederkamen und ich beinahe meine Arbeit verloren hätte (kein Kündigungsschutz..)
mein neuer Psychiater setzte mich unter Druck Venlafaxin zusätzlich zu nehmen, lüge ihn an, es zu nehmen, nehme es aber nicht, habe Angst dass er die Behandlung abbricht. Suche Therapieplatz bisher vergeblich.

Schwimmerin
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Schwimmerin » Freitag, 01.05.20, 19:00

Liebe Jamie 💫

Ich wollte dir schon paarmal schreiben, doch die passenden Worte haben gefehlt - sie fehlen mir auch jetzt..

Ich hoffe einfach dass die Schmerzen nachgelassen haben uns ich wünsche mir so sehr dass du Besserung erfahren darfst und dass ich irgend etwas tun könnte was dir weiter hilft.

Ich denke oft an dich & das es viel mehr Menschen wie dich geben sollte - danke für Alles ☆

Ganz liebe Grüsse & viel Kraft 💫
Schwimmerin 💦😊
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Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 14.05.20, 22:58

Guten Abend :)

Ich wollte mich wieder einmal melden.

Folgendes kann ich berichten.

Seitdem ich als austherapiert gelte, versuche ich, mich mit dem Gesichtsschmerz und dem Trigeminusnerv-Problem zu arrangieren.
Es geht auch einigermaßen.
Ich habe einen Dauerschmerz, mit dem ich leben kann, wenn er nicht über 5 (5 von 10 auf der Schmerzskala) geht - sonst ist das (nur leidlich helfende) Morphin dran.
Der Trigeminus hat sich Gott sei Dank beruhigt; ich muss aber alle Trigger vermeiden (zB etwas Hartes auf der linken Seite kauen, links unbequem liegen usw.)

Meine Galle ist nach wie vor kaputt und die OP Anfang April musste ich absagen, weil ich einen grippalen Infekt nach dem anderen habe. So darf ich aber nicht operiert werden.
Der letzte Infekt war begleitet von einer doppelseitigen Gehörgangsentzündung, was wirklich fies bis unerträglich ist, aber ich will nicht jammern.

Zwischenzeitlich stand ich unter Quarantäne und musste einen Coronatest abwarten, er fiel negativ aus.

Mein Körper ist geschwächt und ich bin sehr erschöpft. Diese andauernden Schmerzen machen mich fertig, mürbe.

Sehr ungünstig entwickelt hat sich ganz generell die Schmerzproblematik.
Ich gehöre zu den Patienten, bei denen sich der Schmerz verselbständigt hat in dem Sinne, dass er anfängt ohne Auslöser und lokal ungebunden aufzutauchen.
Mein behandelnder Schmerzarzt benutzte den Begriff des "frei galoppierenden" Schmerzes, was ich zutreffend finde.
Für mich selber habe ich Attribute wie willkürlich, wahllos, unberechenbar.

So passiert es mir, dass von einer Sekunde auf die andere, ohne erkennbaren Anlass, irgendwo in meinem Körper einen Nervenschmerz losbricht / einschießt, ohne dass ich erkennen könnte, wieso überhaupt.
Und wir reden nicht von etwas Aua, sondern einem solch heftig brennenden, heißen, feuernden Nervenschmerz, dass ich denke, ich stehe in Flammen.

Ich sitze dann beispielsweise nachts senkrecht im Bett, weil es zB in meinem Zeh so losfeuert, als wäre er gerade am Absterben. Und der Zeh ist nur ein Beispiel.
Ich habe das auch schon im Rücken, in den Fingerspitzen, im Bein, im Handgelenk ..... und sonstwo gehabt.
Ich gucke dann verstört auf das betroffene Körperteil und analysiere, was los ist.
Habe ich mich verletzt und es nicht bemerkt? Ist vielleicht was spontan entzündet? Habe ich mich am Tag zuvor an dieser Stelle überlastet? Und so weiter.
Die Antwort ist in 99% der Fälle Nein. Ein erschütternd banales Nein.

Der Schmerz kommt, bringt mich und mein Nervensystem und mein Herz zum Rasen, gleichzeitig treten meine PTBS / Traumasymptome auf (Panik, Horror, Ausgeliefertsein, Herzrasen, Durchfall, Würgen...) und dann ist es Aus.

Es ist klar erkennbar, dass der Schmerz seine eigentliche Funktion, nämlich zu warnen, völlig verloren hat.
Und hier muss man ganz klar feststellen, dass in meinem Oberstübchen wirklich einiges nicht mehr so arbeitet, wie es soll.
Die ganzen Neuronen scheinen mir falsch verknüpft zu sein, das Gehirn / ZNS und generell der Körper ist außer Rand und Band, unkontrollierbar und macht, was er will.

Aus dem Gehirn werden grund- und anlasslos massive Schmerzimpulse losgefeuert und das Einzige, was ich dann noch tun kann, ist versuchen, nicht überzuschnappen und / oder panisch zu werden, was aber nicht immer gelingt.
Sobald ein bestimmtes Schmerzlevel oder andauernde Zeit überschritten ist, wird mein Traumaprogramm aktiv und dann ist es aus.
Dann muss das wirklich starke Zeug her (Opiate) und auch die wirken nicht richtig, was die Verzweiflung nur weiter steigert.

Letzte Woche hatte ich über viele Stunden in der Nacht einen so schlimmen Nervenschmerzzustand in meinem Oberschenkel (als ob man ihn angezündet hätte), dass ich mir gesagt habe, ich bettele mir Geld von Familie und Freunden zusammen und reise in die Schweiz aus, um mir einen assistierten Suizid / Sterbehilfe zu leisten.
Ja, so weit bin ich manchmal mit meinen Gedanken.
Es muss enden. Denn so kann ich nicht leben.
Ich kann mit solchen schlimmen Schmerzen nicht leben!

Mein nächster Schritt ist, dass ich nach einer guten psychosomatischen Klinik mit anthroposophischen Ansatz Ausschau halten werde, denn ambulant ist hier alles ausgereizt und Ärzte und ich sind hilf- und ratlos.
Nach Medikamenten will ich nicht mehr groß schauen, es gibt nichts Hilfreiches, eher nach meiner Psyche.
Ich bin massiv erschöpft und ausgelaugt, zermürbt und schwach.
Mein Schlaf ist eine Katastrophe und es fehlt die Kraft fürs Leben.

Aber aufgeben werde ich nicht.
:hug:

Es grüßt lieb
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Jofab
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 14.05.20, 23:25

Liebe Jamie, :hug:

mir fehlen die Worte angesichts deines Leids.
Es tut mir in der Seele weh, zu lesen, wie grausam du gequält bist - das es fast nichts gibt, um dir ein
wenig Erleichterung zu verschaffen.

Von ganzem Herzen mein Mitgefühl - und Kraft, unerschöpfliche Kraft, weiterzukämpfen.
Ilse
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Philine
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Registriert: Freitag, 02.08.19, 15:47

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Philine » Freitag, 15.05.20, 0:04

Liebe Jamie,

das ist sehr schlimm. Aber ich bin trotzdem froh, dass der Trigeminusnerv sich beruhigt hat!! Die Vorstellung, was du dadurch im Gesicht erleiden musst, hat mich lange verfolgt, deshalb bin ich jetzt sehr erleichtert für dich.

Dass du ständig solche furchtbaren Schmerzattacken hast, ist natürlich trotzdem kein Zustand.

Woher das nun kommen mag? Meinst du, es ist ein Schmerzgedächtnis-Problem? Du musst nicht antworten, ich frage mich das eher selbst.

Ich kann mir jedenfalls nichts Anderes vorstellen, als dass auch diese brutalen neuropathischen Zustände wieder weggehen - so wie sie gekommen sind. So wie das mit dem Trigeminusnerv.

Offenbar braucht die Heilung viel viel Zeit. Aber sie ist unterwegs, bitte vertraue weiter darauf.

Alles Gute, :hug:
Philine
Mitte Okt. 2018-bis Mitte Jan. 2019: 30 x Tavor 0.5
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seit Dez. 2018 Sertr. 25, langsam runterdosiert auf 16
weitere Medikation:
nach SD-OP 100 Euthyrox
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simonb
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von simonb » Freitag, 15.05.20, 0:55

Hallo Jamie

Ich wollte dir die Klinik Lahnstein ans Herz legen,
dort waren damals auch Menschen die u.a. unter Schmerzen litten , das Essen ist Vollwertkost nach Brucker, die haben ganz viele Therapien früher 100-200!. Es ist eine psychosomatische Klinik und Anthroposophisch- aber ganz ohne Dogmatismus, und mit viel Freiraum.
Auch Ptbs wird dort wohl behandelt (Stabilisierungsphase).

Mich hat diese Klinik 2 mal wirklich gerettet, und der Aufenthalt dort hat mehrere Jahre nachgewirkt.
Die Umgebung ist wunderschön....

Früher hatten die auch eine Dringlichkeitsliste auf die man sich bei stärkeren akuten Beschwerden setzen lassen konnte, dann wurde man zügig aufgenommen

Gruß Simon
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Rosenrot
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Rosenrot » Freitag, 15.05.20, 1:24

Liebe Jamie, <3

was du schreibst, berührt mich sehr.

Ich wünsche dir, dass sich ganz bald für dich ein Weg auftut, der dir Linderung verschafft.

Gerade habe ich mal "TCM Klinik Schmerztherapie" in die Suchmaschine eingegeben. Da wird auch einiges angeboten. Vielleicht ist das eine Überlegung wert.

Bitte bleib stark und gib die Hoffnung nicht auf.
Es wird wieder besser werden. Es muss einfach. Es muss.

Bitte fühl dich sanft gehalten. :hug:

Mitfühlende Grüße
Rosenrot
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Clarissa
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Clarissa » Freitag, 15.05.20, 6:13

Hallo, Jamie.

Ich bin auch ein "Schmerzleut", obwohl ich es hier kaum kommuniziere und nicht in Behandlung bin.

Die Schmerzen, die Du beschreibst, erinnern mich fatal an meine - allerdings nicht auf so einem extrem hohen Schmerzlevel, also für mich nicht unerträglich.
Schmerzfrei bin ich nie. Oft haut es so richtig rein, ohne daß ich eine Ursache festmachen kann.
Ich nennen es für mich "neuropathischer Schmerz", "Neuralgie".
Besonders ausgeprägt bei mir im Kopfbereich, aber auch überall anders schon aufgetreten.
Anfangs habe ich Schmerzmittel versucht, allerdings nie Opioide. Inzwischen nehme ich schon lange nichts mehr, da mir NW nur zusätzliche Pein verschafften.

Ein wenig hilft mir sofortige Entlastung, sprich: "Couching", da wird der Schmerz zumindest nicht schlimmer. Ansonsten halte ich lediglich aus, bis er von allein etwas nachläßt.

Der Schmerz ist neben der Erschöpfung mein Hauptsymptom. Ich bin bei beiden Symptomen von einem Zusammenhang mit meiner Vorgeschichte (ZNS-Reizung!) überzeugt.

Ich wünsche Dir von Herzen Linderung und alles Gute.

VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

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