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Jamies "all in a tumble" Thread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 19.09.18, 17:37

Hallo,

wer kennt´s wenn es reicht?
Mir reicht´s.
Hier kommt die Verweigerung dieses sche+ß Leben aktuell auch nur einen Tag weiter ertragen oder gestalten zu wollen.
Nein, ich will nicht mehr.
Will nicht mehr, kann nicht mehr.
Gestalten?
Ist ja lachhaft. Ich kann schon lange nichts mehr gestalten, man erträgt ja nur noch und versucht unter der nächsten Woge, die das Schicksal einem schickt, nicht zu ersaufen.
Das nenne ich nicht gestalten oder aktive Lebensführung, das ist eine Zumutung.

Jawohl, das Leben ist eine Zumutung. Ein kompletter Wahnsinn.
Falscher Film, falsche Sequenz, falsches Universum.
Muss völlig verrückt gewesen sein, als ich mich da oben entschieden habe eine neue Runde hier zu drehen.
Appelliere immer wieder an meinen unbändigen Lebenswillen hier nicht schlapp zu machen, aber heute ist schlappmach-Tag.
Ich frage mich wieviel ein Menschen ertragen kann?
Ich kann jeden verstehen, dem es an einem gewissen Punkt reicht.
Mir reicht´s heute.

Ich muss meinen Liebsten beim Krepieren und Leiden zusehen.
Elend in allen Facetten.
Wie soll man da ohne ne Komplettstörung zu kriegen wieder rauskommen?
Jedes Mal wenn ich denke es kann nicht schlimmer kommen, kommt noch was oben drauf.
Aber das kennen ja viele hier, leider.
Und ich bin nicht mal in einem akuten Entzug, sodass ich sagen könnte, es ist eben auch eine schwere Herausforderung aufgrund des Amoklaufenden ZNSes.
Mein Körper und ZNS sind im Ars*h. Danke an 17 Jahre Schlaflosigkeit und anderes Drama.

Ich kann nicht mal mehr eine kleine Busstrecke fahren ohne Aggressionen auf die Menschheit zu kriegen und ich lebe in einem Ballungszentrum ohne Fluchtmöglichkeiten.
Die Isolation aufgrund der miesen körperlichen Verfassung und die Geldnot tun ihr Übriges; man will sich freistrampeln und es geht nicht. Irgendeine Ressource fehlt immer: Kondition, Geld, Transport...
.. und dann dieses manchmal so vernichtende Gefühl kompletter Einsamkeit, was sich bis in das Gefühl der Gottverlassenheit steigern kann und mir den Rest gibt, denn das ist eines der wenigen Dinge, die ich meist noch sagen kann zu besitzen und was mich vor dem völligen Verderben hier rettet. Und auch das zerrinnt mir mittlerweile immer mehr.
So sehr ich das Alleinsein schätze, es kippt manchmal und dann frage ich mich, wer kann Verständnis für so einen Psycho wie mich haben?
Ich bin hier falsch. Alles fühlt sich falsch an. Wie kann es sich so dermaßen falsch anfühlen?

Ich möchte endlich mal was Gescheites essen und weiß, verdammte sch++++, ich habe die 10-15€ nicht um mir in einem Restaurant etwas zu gönnen.
Käsebrot-Overkill. Ich sehe schon genau so aus: labberig und fahl.
Selbst wenn ich das Geld in den Einkauf hochwertiger Lebensmittel investiere - ich kann nicht gut kochen und es strengt mich momentan so an, zumal mein Magen streikt.
Ich weiß der Körper bräuchte hochwertige Nahrung, auch aus energetischer Sicht, denn Obst und Gemüse sind Lichtträger, aber ich kriege es nur hin mir Käsebrötchen zu schmieren und die paar gekauften Cherrytomaten, die als Alibi dienen, schmecken nicht oder noch schlimmer, liegen dann im Magen und verursachen mir Übelkeit.
Käsebrötchen, KinderPingu*-Schnitten... es lebe die Haute Cuisine...

Yoga. Eben versucht ein paar Yogaübungen zu machen. Ein Nilpferd in Tütü in einem Schlammbad hat mehr Eleganz. Ein Geschnaufe. Ein Geknacke in meinen Knochen und Ziehen in meinen Gelenken. Erste Übung Darmkrämpfe .. zweite Übung nicht ausführbar, da Hüfte immobil, dritte Übung so anstrengend, dass Luftnot....
Wie soll man sich da motivieren? Menschen, die mir erzählen, wie toll Sport ist, ernten von mir nur noch frustrierte Blicke. Ich möchte gerne langsam meine Kondition und Beweglichkeit wieder aufbauen, aber ich bin so schwach und erschöpft; ich bekomme nicht mal die 20min Yoga für Anfänger hin.

Kratzbürstigkeit. Verweigerung. Mangel. Frustration. Hysterische Zustände. Schwäche. Verstopfte Nase. Alpträume. Mutlosigkeit. Dunkle Gedanken. Sich wischiwaschi fühlen. Keinen klaren Gedanken fassen können.
Ideen haben wie das Leben sein sollte aber nicht wissen, wie man das macht, leben....
Ratlosigkeit. Rückzug. Unterdrückte Wut. Verstummen.


Wir sollten doch alle glücklich und zufrieden sein auf diesem Erdenrund :cry: .
Was ist bloß schief gelaufen?
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von houelle1 » Mittwoch, 19.09.18, 18:22

Liebe Jamie,

Deine Wut, die ich in jeder Zeile deines so 'körperlichen' und - fast schon paradoxer- und zynischerweise - so kraftvollen Schreibens spüre, macht mich betroffen. Sie geht intravenös in mein Blut, irgendwie. Ganz schwer zu beschreiben.

Und mir stellen sich gerade fast die Haare auf, wenn vor meinem inneren Auge wohlbekannte Therapieszenen vorbeiziehen und gefühlt 1000e Male gehörte Sätze widerhallen, wie: "Frau XY, Ihre Wut ist so gut für Sie, Das ist die Basis, etc., etc. ..."

SO WHAT?
Soll es nicht auch mal das 'RECHT' geben, NICHT wütend sein zu müssen, sondern einfach auch mal GLÜCKLICH?

Es gibt den im Grunde todtraurigen (aber auch sehr wahren) Satz von Kafka der in etwa so geht: "Ja, wenn man durch Trost schon glücklich würde und nicht auch ein wenig Glück zum Glücklichsein nötig wäre." Daran musste ich beim Lesen denken.

Deine Worte berühren mich sehr!


Ich bin in Gedanken bei Dir! Wünschen würde ich Dir gerne 'alles Glück der Welt' - aber diese Worte muten so phrasenhaft an, angesichts der oft so gut getarnten Grausamkeit dieses neoliberalen Lebens und Gestrampels in unserem Weltteil...

Danke für alles hier und fühl dich gedrückt

von

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Diagnosen: Angst und Depression gemischt, generalisierte Angststörung, Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung

2008: erstmals Deanxit (1-0-0) für ca. 4 Monate, keine Absetzproblematik

Dezember 2014-Juni 2015: neuerlich Deanxit, Absetzversuch nach Auslassmethode
fehlgeschlgen, massive Verschlechterung der Symptomatik

Juli 15-September 15: Versuche mit Opipramol, Amitryptilin, Abilify, Mirtazapin, alles nicht vertragen. Über vier Wochen regelmäßig (2-3 Mal/Woche Tavor, 1 mg)

14.September 2015-29.September 2015, freiwilliger Psychiatrieaufenthalt: Buspiron (20 mg?) und Olanzapin (5mg), dann Lyrica (mg?) und Olanzapin. Lyrica nicht vertragen, massive Entfremdungsgefühle. Entlassungsmedikation: Olanzapin 10 mg, Cipralex 10 mg. (habe ich aber nie genommen)

Oktober 2015-Dezember 2015, ein Mal IMAP-Spritze (Fluspi): Dosierung?

Dezember 2015-Juli 2016: Deanxit selbstmächtig eindosiert, 3 Wochen super gefühlt, dann wegen massivem Schwindel und Derealisierung auf 3/4 reduziert, dann langsam auf die Hälfte. Hälfte wohl zu abrupt abgesetzt. Symptome: ständig wechselnd: zuerst große Erschöpfung, dann Aggression, Weinkrämpfe, dann Depressivität und Angst, permanente Reizüberflutung, ertrage Leute schwer. Seit 2 Monaten nicht arbeitsfähig

August 2016: 2 Tage Seroquel retard 50 mg (nur noch müde), 10 Tage Opipramol 50 mg, wegen aufkommender starker Zwangsgedanken Reduktion auf 25 mg, wegen Unruhe: auch Opi abgesetzt

Ende August: 1/2 Deanxit wieder eindosiert. Fühle mich etwas stabiler

seit 3.10.2016: 5 mg Cipralex. Fühle mich abgetötet und verzweifelt, massive Schlafstörungen, trotzdem auf 10 mg hochdosiert, Stabilisierung, allerdings alles 'verlangsamt', sehr starke Tagesmüdigkeit (um 17..00 zu Bett), was mit meine Beruf schwer vereinbar ist

ca. Februar 2017: Reduktion auf 5 mg (zu schnell, ich weiß), nichts gespürt, außer 2 Wochen Übelkeit

Februar 2017-Juni 2017: immer weiter 'runtergebröselt' (nicht nachmachen, da ungenau!!) bis 0.

Böses Erwachen Ende Juli 2017: Heulkrämpfe, starke Depressivität. Wiedereindosierung von 1,5 mg, Stabilisierung

25.10.2017: letzte Dosis genommmen seitdem auf 0: vier Wochen wunderbar, als wäre ich nie 'krank' gewesen. Dann schleichen sich Symptome ein, starke Stimmungsschwankungen, Alltagsbewältigung eher schwierig, aber auch Fenster. Ich war wohl zu schnell mit Absetzen, v.a. mit dem letzten Schritt, ca. 1 mg auf 0.

ca. seit Dez 2017: Verstärkung der Symptome.

seit Feb 2018: v.a. morgendliche Unruhe, verstärkte Ängste. Alltag wird schwieriger.

26. Februar 2018: Symptome zu stark; kaum Alltag möglich; dosiere 0,1 mg Escitalopram wieder ein

14.03. 2018: Lasse Esci wieder weg. Bluthochdruck und Panikattacken. Seitdem wieder auf 0. Fühle mich gerade gut.

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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Berlin-2013 » Mittwoch, 19.09.18, 19:01

Genau so ist es Jamie.... mir reicht es schon lange und das meine ich wenn ich schreibe: ich will mein Leben zurück!

Ich stimme dir in allen Punkten zu und bin so frustriert wenn ich darüber nachdenke aber

du wirst Heilung erfahren, gerade wenn du nicht mehr damit gerechnet hast.

Das Leben ist täglich eine Herausforderung und ist eigentlich schön....

Jetzt schicke ich dir :fly: :hug:
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viele Grüße und 2018 wird super
Ich war viel zu schnell unterwegs und es hat alles verschlimmert und den Entzug unnötig verlängert!! :schnecke: besser ZEIT UND GEDULD
13. September 4 Jahre nach 0 mg :party2: Heilung des ZNS leider noch nicht 100 Prozent aber 85 %

Zur Zeit EIN helles strahlendes Licht am Ende des Tunnels :party2:


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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Mittwoch, 19.09.18, 22:38

Liebe Jamie, :hug:

genau lass es raus, es ist doch so frustrierend und nur noch zum sich übergeben.

Ich fühle mit dir und was soll ich schreiben, es tut mir unendlich leid wie du dich fühlst und dabei hast du nur das Beste verdient. Ich würde so gerne was gutes für dich tun, ECHT!!!

Du tust soviel für die Menschen hier und auch privat gehst du an deine Grenzen und gibst soviel von dir ab. Du bist ein für mich, so wertvoller, toller Mensch und ich weiß echt nicht wie ich es ausdrücken soll, doch ich bin mir sicher, du weißt wie ich das meine, nämlich von Herzen alles Gute für dich.

Herzlichst
Renate
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Rosenrot » Donnerstag, 20.09.18, 1:10

Liebe Jamie, es tut mir so leid. :hug:

Du hast schon so viel durchgemacht, und immer wieder kommt noch was drauf.

Es ist sehr, sehr bitter. Du hast völlig recht.

Ich würde dir so gerne helfen. So, wie du uns schon unzählige Male mit deinem Mitgefühl geholfen hast.

Zum Beispiel habe ich hier noch Yoga-Literatur von Anna Trökes (mit CD) und eine große Yoga-Karten-Box (GU). Da sind vielleicht leichtere Übungen für dich dabei. Ich kann sie ja seit meinem Schlaganfall gar nicht mehr verwenden. Ich würde mich freuen, sie an dich weitergeben zu können. Wenn du magst, schreib mir einfach 'ne PN.

Ich überlege auch, ob gesundheitlich angegriffene Menschen überhaupt kochen können und sollten. Ich habe zum Beispiel im Ayurveda gelernt, dass kranke Menschen kein Ghee zubereiten sollen. Und das kann ich nur bestätigen: Es gelingt in einem angeschlagenen Zustand nicht.
Ich kann und mag zur Zeit auch nicht kochen, habe aber 'ne tolle Entdeckung gemacht: aus frischem Bio-Gemüse zubereitete Fertiggerichte aus Mecklenburg-Vorpommern für 5 - 7 Euro. Ich habe jetzt 2 probiert und sie waren sehr lecker und ich fühlte mich nach dem Essen richtig versorgt und genährt. Man kann die Gerichte nach Hause bestellen (sind 30 Tage haltbar) oder den nächstgelegenen Händler suchen. https://lunchvegaz.de/bio-food/

Ich wünsche dir, dass aus diesem Tief heraus neue Kraft, Kreativität und Hoffnung vor deinem geistigen Auge entstehen.

Liebe Jamie, jetzt ist es schon spät.

Schlaf gut. Fühl dich geborgen und geliebt. <3

:hug:
Rosenrot
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 20.09.18, 10:03

Liebe Jamie

:hug: :hug: :hug: :hug:

Alles Liebe
Ilse
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Anke13 » Donnerstag, 20.09.18, 10:40

Liebe Jamie,

Du sprichst mir aus der Seele: mir reicht es schon seit langem !!

Ich kann es nachempfinden wie es Dir geht und Deine Gefühle: mit der Schlaflosigkeit, Magen streikt, wenn ein kleiner Lichtstrahl war bekam ich wieder einen Schicksalsschlag, die Isolation und vieles was Du aufzählst.

Genau wie Berlin2013 kann ich auch nur sagen: ich will mein Leben zurück !!

Aber Du bist stark und eine Kämpferin und daher möchte ich Dir etwas zitieren von einem bekannten amerikanischen Dichter (Ralph Waldo Emerson):

„What lies behind us and what lies before us are tiny matters compared to what lies within us.“

In diesem Sinne wünsche ich Dir ganz viel Kraft und trotz allem einen Hauch Zuversicht. :fly:

Alles Gute wünsche ich Dir und liebe Grüsse
Anke
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Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Clarissa
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 20.09.18, 11:54

Hallo, Ihr Lieben.

Ich kann hier nicht mit einstimmen.

Mein Leben nach der Null ist weiter mit Einschränkungen verbunden, aber nicht in dem Ausmaß, wie hier geschildert.

Möglicherweise habe ich eine andere Einstellung dazu und zu den Lebenskrisen, die leider mit zunehmendem Alter immer mehr werden, gewinnen können.
Ich kann manches nicht ändern, wohl aber meine Einstellung dazu, meinen Umgang damit.

Ich bin froh, überhaupt überlebt zu haben, und werde weiter versuchen, aus diesem Geschenk das Beste zu machen.

Ich wünsche Euch das Allerbeste.

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Jamie
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 20.09.18, 11:59

Hallo
Ich kann hier nicht mit einstimmen.
Niemand muss in meine ureigene höchst subjektive Psycho-Krise mit einstimmen. :roll:

Viele Grüße
Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 20.09.18, 16:08

Jamie, Liebes!

Ich möchte hier keine großartigen Phrasen hinwerfen, denn das kennst du schon alles und in einem solchen Zustand, in dem du dich grade befindest, will man auch Mutmach-Sätze nicht hören. Man KANN einfach nicht mehr im Moment.

Sehr verständlich, wenn man schon so viel mitgemacht hat.

Ich nehme dich einfach nur virtuell in den Arm und sende positive Energie, mehr kann man nicht machen, leider!

Wegen Geld - kannst du keine Pflegestufe beantragen, oder sonst irgendeinen Zuschuss, damit wenigstens ein Teil leichter werden würde?

Mitfühlenden liebe Grüße!
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Edi567 » Sonntag, 23.09.18, 16:07

Ich kann Dich verstehen, i.wann muss alles mal raus, ging mir auch oft so.

Nur das beste für Dich liebe Jamie!

Sg Edi
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7,5 Monate ohne Diazepam.
Alles deutet darauf hin dass ich noch immer Entzugssymptome habe.
>Muskelschmerzen/Zucken, Nerven Kribbeln,Schmerzen, Gefühl von Elektrischen Schocks in den Waden, Lustlosigkeit, Erregungsniveau zu hoch,
Ab und zu Benommenheit -> wurde aber weniger,
Grippeähnliche Symptome,
Wochenweiße total überreizt zb. Einkaufen, Menschen, laute Umgebung triggert und ich beginne zu Zittern, Schwitzem und mir wird Schwindelig und muss flüchten. Ohrenrauschen/Kopfrauschen. Tinnitus ?
(War aber dieses Jahr alles schon mal weg)




ES IST HART UND ICH WAR OFT KURZ VORM AUFGEBEN, TROTZDEM HAB ICH IMMER WIEDER WEITER GEMACHT, DASS ZEIGT MIR DASS ICH ES SCHAFFEN WERDE ! :sports:

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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Amanda » Montag, 24.09.18, 19:50

Liebe Jamie,

auch ich kenne es, wenn's einfach reicht und es tut mir aufrichtig leid, dass es dir so geht.

Dass Menschen wie du, die sich so für andere aufopfern und reinhängen so sehr leiden müssen, ist so ungerecht. Ich bewundere es sehr, wie du neben all dem deine Kraft zusammen nimmst, um anderen zu helfen. Mit einer Klarheit und einem Wissen die beeindruckend sind.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du gut für dich sorgen kannst. Möge alles Gute zu dir kommen, was du jetzt brauchst.

Alles Liebe.
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Lucifer » Mittwoch, 26.09.18, 16:26

Oh Mann, Jamie :cry:

Habe jetzt fast alle deine Beiträge gelesen und weiss echt nicht wie ich in Worte fassen soll, wie leid mir das alles tut.

Ich kenne dieses Gefühl, wenn es einem einfach nur reicht! :vomit: So geht es mir sehr oft. Ich kann mir jedoch nicht das Ausmaß vorstellen, wie du es erlebst.

Warum nur, liebe Jamie? Du vertraust so sehr auf deine göttliche Fügung und wirst trotzdem immer wieder enttäuscht. Was soll das alles? Irgendwann kann und will man sich auch nicht immer wieder zusammenreimen müssen, dass alles so sein soll, wie es ist. Warum sollte je ein Mensch so leiden müssen? Ist das wirklich göttliche Fügung, oder ist man total vom Weg abgekommen und hat sich verirrt? Wäre ich klar im Kopf, würde mir meine Seele für dich etwas ins Ohr flüstern. Aber das ist momentan nicht möglich. Ich kann dich vollkommen verstehen, dass du denkst Gott hat dich verlassen. Und die Frage "warum ich mich auf dieses Leben nochmal eingelassen habe" stelle ich mir auch oft. Ich wäre am liebsten am Sterne polieren, drüben im Jenseits. :sad-angel:

Liebe Jamie, was soll ich sagen, ich hoffe so sehr, dass du eines Tages ein gesunder Mensch wirst. Das mit der Nahrung ist kacke, es ist sehr wichtig. Das gesündeste ist eine basische Ernährung und so viel Rohkost wie möglich. Das ist das Wichtigste überhaupt, damit eine Regeneration gewährleistet ist. Sollte man vorallem in unserem Zustand streng einhalten. Nur wenn der Körper wieder ein basisches Millieu hat, kann es sich nach und nach regenerieren. Das würde ich dir sehr ans Herz legen. Aber ich weiss, dass es nicht immer möglich ist.

Diese Welt ist einfach unfair... Wenn ich wieder mein göttliches Ich verkörpern kann, dann tue ich alles, damit es dir irgendwie wieder besser gehen kann, aus der Ferne.

Sende dir Licht & Liebe
Namaste
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Arianrhod » Mittwoch, 26.09.18, 16:46

Liebe Jamie,
Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 19.09.18, 17:37
Wir sollten doch alle glücklich und zufrieden sein auf diesem Erdenrund
Nein, sollen wir nicht. Wir sollen gar nix. Wir sind, wie Albert Schweitzer es ausgedrückt hat, Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
"Und Mitleiden heißt Leiden. Wer einmal das Weh der Welt in sich erlebt, der kann nicht mehr glücklich werden in dem Sinne, wie der Mensch es möchte.“, auch Albert Schweitzer.

Wir sollten nicht glücklich und zufrieden sein, , aber wir haben das Talent dazu, die Fähigkeit und die tiefe Sehnsucht - solange wir auf dieser Erde leben.
Kein Geschenk, nix, wir sind mit leeren Händen gekommen .
und niemand schuldet uns was.

Liebe Jamie, du bist ein Leuchtturm- Mensch, ein Licht für andere in der tiefen Nacht. Bitte lass dieses Licht nicht ausgehen.

liebe Grüße Arian
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Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 26.09.18, 22:11

Hallo, <3

ich möchte mich bei allen bedanken, die mir in den letzten Wochen über diverse "Kanäle" haben gute Worte und Botschaften und Angebote zukommen lassen.
Ich werde mich nach und nach damit befassen und rück-antworten :) .

Ich kann mich nicht hetzen, weil momentan geht mir privates Leid nah und ich bin manchmal überdreht und manchmal paralysiert. Also kann alles nur so gehen, wie es eben gerade möglich ist.

Das Ausk°tzen vor einer Woche hat übrigens gut getan. Hab mich danach besser gefühlt.

:pillowtalk: Alles Gute allen hier
Jamie
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Lucifer
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Lucifer » Freitag, 12.10.18, 21:33

Hallo Jamie <3

Wie geht es dir? Hat sich dein privates Leid ein wenig gelegt?

Sende dir Hoffnung, Heilung und Grüße
Lucifer
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