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Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

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Jamies "all in a tumble" Thread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Juna
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Juna » Mittwoch, 27.11.19, 21:11

Liebe Kampfhasi,


ich denke an Dich und schicke Dir ganz liebe Grüße.

Ich wünsche Dir von Herzen Linderung und ab jetzt einen viiiiiiel besseren Verlauf.

Pass auf Dich auf und lass auf Dich aufpassen 😘

GLG
Dein Kampfhasi, der versucht seinem Namen alle Ehre zu machen
Mein Thread:
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stubi
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Donnerstag, 28.11.19, 7:09

Liebe Jamie,

auch von mir liebe Grüße und alles Gute für die OP.

Herzlichen Gruß
Renate
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Chor
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Chor » Sonntag, 01.12.19, 12:45

Hallo Jamie,

habe heute nach einem Artikel gesucht und bin dann bei Deinem gelandet.
Es tut mir sehr leid, dass es Dir so schlecht geht und Du so traurig bist. Du hast mir damals Mut gemacht und mir alles verständlich und wohltuend erklärt, was mir wirklich geholfen hat.
Da ich mit meinem Entzug vor Kurzem extrem überfordert war und Angst hatte, es nicht mehr zu schaffen, habe ich bei meiner Stellungnahme an Euch und auch an Dich falsche Worte gewählt. Ich war hilflos und konnte nicht mehr. Ich habe mir so sehr Unterstützung gewünscht. Deswegen weiß ich, wie es Dir jetzt gehen muss.

Damals hast Du geschrieben, es wäre nicht gut, immer mal wieder, in unregelmäßigen Abständen etwas einzunehmen.
Ich konnte nicht anders. Heute sind 3 1/2 Monate seit meiner letzten Einnahme vergangen und ich hatte nie den Wunsch, rückfällig zu werden. Irgendwann drehte sich der Schalter im Kopf und sagte mir, du brauchst ab jetzt nichts mehr zu nehmen.

Deine schreckliche Phase wird vorüber gehen. Aber Du hast es bis jetzt geschafft und wirst auch den Rest schaffen.

Ich habe momentan extremen Durchfall aber ich glaube, mein Körper entgiftet und ich denke, es ist ein gutes Zeichen.
Ich bin sehr oft verzweifelt und seit Jahren leide ich sehr unter stärksten Krämpfen im Kopf und Nacken ...
Trotz allem hoffe ich auf den Augenblick, ab dem mein Leben wieder nicht nur erträglich sondern lebenswert wird.
Ich habe 40 Jahre TRANXILIUM genommen und bin über 70 Jahre alt.

Du bist jung und hast Energie. Alles, was Du erlebst, sind Anzeichen einer Wiederherstellung einer „normalen“ Gehirnfunktion. Du kennst Dich damit besser aus als ich. Gib Deinem Gehirn eine Auszeit, lese etwas Gutes, hör Dir klassische Musik an, träume und vergiss alles um Dich.

Schaff Dir einen Hund an. Dem kannst Du Deine Liebe schenken, der hört sich alles an und versteht Dich. Mit dem Hund musst Du raus gehen, das lenkt ab und tut gut.

Ich wünsche Dir alles Gute, gib nicht auf.

Chor
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Quietscheentchen » Sonntag, 01.12.19, 20:22

Liebe Jamie,

du hast mein tiefstes Mitgefühl. Ich habe nur eine vage Ahnung, wie schlimm Zahnschmerzen sein können. Dafür kenne ich aber Angst und Panik, die zu stark sind, um noch Skills anwenden zu können. Auch das Nichtalleinseinkönnen kenne ich sehr gut und finde es schön, dass du bei deiner Mutter sein kannst.

Gut, dass du dich nicht hast beirren lassen und nun wirklich endlich mit einem Befund dastehst. Du schaffst so vieles in so elendigen Zuständen, du machst das toll!

Ich wünsche dir das Beste für die OP. Das Blatt muss sich für dich nun mal wenden. Du hast genug gelitten für dieses und mindestens zehn weitere Leben.

Ich denk an dich.
Liebe Grüße
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Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Montag, 02.12.19, 20:06

Hallo,

ich habe einige Tage gebraucht mich zu berappeln, hier zu schreiben, nun möchte ich berichten.

Aufgrund meiner starken Schmerzen ist die Operation von Mittwoch auf Montag vorgezogen worden; ich hatte das riesen Glück, dass ein Patient von seinem OP-Termin abgesprungen ist und mir dann der Platz angeboten wurde, weil die Helferin sich an meinen Fall erinnerte, wie elend ich da am letzen Donnerstag saß und wimmerte.

Ich habe das Wochenende mit den sprichwörtlich letzten Kräften irgendwie überstanden. Beim Aufstehen sah ich Sternchen, so ist mir der Kreislauf weggesackt vor Schwäche; ernährt habe ich mich nur noch von löffelchenweise Pudding und lauwarmen Wasser. Die Menge der eingeworfenen Schmerzmittel hat die der zugeführten Nahrung definitiv überschritten.
Zwei Mal stand ich vor Stress kurz vor einem Hörsturz und konnte das Ganze nur mit Atemübungen und Beruhigungstabletten abwenden.

Die OP dauerte verhältnismäßig lange, über 1h wurde mir der Kiefer operiert und der Zahn im Unterkiefer wurde gezogen.

Endlich kam das Schei*ding raus!
Ich hatte zuvor am Donnerstag noch mit dem Professor diskutieren müssen, der ihn unbedingt erhalten wollte (Wurzelspitzenresektion) zum Preis, am 17.12 ein drittes Mal operiert werden zu müssen. Der Prof sagte mir, der Zahn sähe doch ganz gut aus.
Aber wenn er ein Attest von meinem Zahnarzt bekäme, dass der Zahn nicht erhaltungswürdig sei, würden sie ihn ziehen. Nur das müsse ich schon liefern! :shock:

Gott sei Dank kooperierte mein Zahnarzt - ja im Gegenteil; er war unangenehm überrascht, dass man diesen kranken, mit vielen Füllungen versehenen Zahn erhalten wollte. Es ist der letzte Backenzahn im Kiefer unten, 37, einer der am kompliziertesten zu behandelnden Zähne bei Wurzelfüllungen und Resektionen überhaupt. Erfolgsquote kleiner 30%, Gefahr der Zungen - und Lippen-Nervschädigung dafür massiv erhöht.
Dass mir der Professor diese "kleinen unwesentlichen" Infos nicht hat zukommen lassen, möchte ich nicht kommentieren...
Mein Zahnarzt sagte nur "Lasssen Sie den bloß ziehen!!!! Ich rate dringend dazu! Ich schreib Ihnen ein Attest" und damit war die Sache dann glücklicherweise erledigt.

Nach der OP am Tag drauf erzählte mir dann der Chirurg, dass er seit 3 jahren 5 Tage die Woche täglich um die 7 (Weisheits-) Zähne pro Tag zieht / operiert, was grob gerechnet heißt, er hat schon über 1500 Zähne gezogen, und ich sei überhaupt erst die zweite Patientin, bei der es solche derartigen Komplikationen gab. Prima - da hat die Jamie doch mal wieder was für die Statistik (oder ein Wissenschafts Review ;)) getan.

Der Arzt sagte mir, er habe nicht den Hauch einer Ahnung, was er mir da aus dem Kiefer gekratzt habe, die Masse sei absolut undefinierbar gewesen und habe den Knochen befallen (entzündet / nekrotisch) - das Zeug wurde in die Pathologie / Histologie eingeschickt, aber es gibt noch kein Ergebnis.

Nun fehlen mir im Oberkiefer einige Knochenteile und es klafft ein Loch, das nur provisorisch mit Schleimhaut vernäht werden konnte (Defekt zu groß), der Zugang zur Kieferhöhle ist ferner offen, was ein besonderes Infektionsrisiko darstellt und im Unterkiefer klafft ein weiteres (aber zugenähtes) Loch.
Ich habe eine gelb grüne Wange und es ist immer noch geschwollen.

Die Schmerzen nach der OP auf Aufwachstation gingen, aber dann wurden sie unerträglich.
Der Prof hatte als Schmerzmittel nur Piritramid und Novalgin verordnet, und das, obwohl ich ihm gesagt habe, ich bin Novalgin Allergikerin. :evil: Das hatte dann zur Folge, dass man mir abends auf Normalstation nur noch Piritramid geben konnte, was zwar gut half, mich aber so tachykard werden ließ, dass sie schon einen Internisten am späten Abend holen wollten.
Ich wusste intuitiv, dass das nicht mein Herz an sich ist, das ein Problem ist, sondern dass die Tachykardie eine NW des Piritramids und den starken Schmerzen war und so lehnte ich weitere Injektionen mit Dipidolor (Piritramid) ab und hab die Nacht gelitten wie ein gequälter Hund.

Am nächsten Morgen, als ich entlassen werden sollte, habe ich den Chirurgen nur noch angeheult und erzählt, was die Nacht los war. Der hat zwar betroffen drein geschaut, aber passiert ist passiert.

Ich habe den Entlasstag (dienstags) für meine Verhältnisse recht gut überstanden, mittwochs kam aber dann der große Crash. Die Schmerzen waren kaum auszuhalten; egal was ich probierte, nichts half. Ich heulte und heulte und durfte nicht weinen, weil wegen der offenen Kieferhöhle ist das nicht gut. Ich durfte nicht die Nase putzen und musste dann alles hochziehen, wovon mir übel wurde und ich würgen musste. Ich bekam parallel auch noch einen grippalen Infekt. Meine Wunden pochten im Herztakt und der Herztakt war schnell :(
Ich war wirklich kurz davor durchzudrehen. Meine Mutter und ich haben dann entschieden, wir packen jetzt wieder eine Krankenhaustasche und wenn es nur noch ein My schlimmer wird, dann ab zurück in die Klinik.

Ich konnte das Ganze dann mit irgendwie überstehen, auch in der Hoffnung, dass das einfach ein Krisentag nach all dem Horror war und so war es dann auch. Donnerstag war nicht viel besser schmerztechnisch, aber seelisch hatte ich mich etwas gefangen.
Seit Samstag ist der erste Tag, wo ich ein wenig die Schmerzmittel reduzieren konnte.
Ich nehm das Zeug jetzt 10 Wochen (vorrangig Ibuprofen) - ich habe oft den Eindruck, es wirkt gar nicht mehr.
Unter Antibiose stand ich der ganzen Zeit auch noch (Cefadroxil).

Ich hoffe jetzt sehr, dass es nun bergauf geht und das Schlimmste überstanden ist.
Die nächsten Probleme lauern allerdings schon. Durch das einseitige Kauen auf der rechten Seite ist ein Stück Füllung / Zahn abgebrochen. Man kann es temporär etwas polieren, sodass es nicht so rau und spitz ist, aber die Füllung ist defekt und muss getauscht werden und schon stehe ich wieder vor den gleichen Problemen und dieses Mal macht das Krankenhaus nicht mit, denn die tauschen keine Füllungen in Vollnarkose. Nur echte Zahn OPs und Entfernungen. :oops:

Der "Masterplan" sieht also so aus, dass der Zahn provisorisch ohne zu bohren etwas poliert / geglättet und ggf. Füllmasse drauf geklatscht wird und ich dann nach einer Zahnarztpraxis im neuen Jahr suchen muss, die Zahnfüllungenaustausch unter Vollnarkose anbietet.
Und vorher natürlich, dass endlich alles heilt, sich nichts infiziert, meine Wunden sich gut schließen und ich endlich wieder halbwegs schmerzfrei bin und werde und dieses Martyrium, das mittlerweile in Woche 10 geht, ein Ende findet.

Ich habe jetzt die ganze Zeit sehr "technisch / sachlich / rational" geschrieben.
Ich möchte in einem letzten satz erwähnen, dass es seelisch in mir anders aussieht.
Ich bin unglaublich verstört, mitgenommen und traumatisiert, kann und will da aber im Moment nicht drüber reden.
Zwei Mal ist es in den letzten Tagen aus mir raus gebrochen, zu zugegebenermaßen eher ungünstigen Momenten, und die Menschen haben da so unwirsch reagiert, dass ich die Tränen weggewischt, die Nase hochgezogen und mich verletzt eingeigelt habe. :oops:
Es ist kein Leichtes, wenn sich eine Traumatisierung ihre Bahn bricht; gewünscht hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl und jemand, der in diesem Moment die Antennen richtig gepolt hätte, aber das ist Wunschdenken.

Und so nagt es eben weiter an mir und ich hoffe, ich kann meine Ressourcen aktivieren, bis ich die Hilfe finde, die ich brauche.

Passt auf euch auf
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Juna
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Juna » Montag, 02.12.19, 20:24

Meine liebe Kampfhasi,


es tut mir sooooo leid, ich finde einfach keine Worte dafür, finde es aber einfach grausam, dass viele Mitmenschen so empathielos sind, in mir stirbt jedes mal ein Stückchen mehr, ich werde noch ein bisschen "Kühler, unnahbarer, verletzlich,..." und frage mich jedes Mal aufs Neue, was ich falsch mache.


Nein, weder sind wir falsch, noch machen wir etwas falsch.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du "die Hilfe" die Du brauchst und suchst findest, dass Du Deine Ressourcen dafür aktivieren kannst und dass Du dann an einen Menschen gerätst, der Dir das geben kann.




Auch wenn Du sehr rational und sachlich schreibst, kann ich lesen, wie es Dir geht und was mit Dir los ist 😘🤗 - und ich glaube nicht, dass es mir alleine so geht.


Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung, so viel Kraft wie nötig, alles Glück der Welt und keine weiteren Steine.


GGLG, eine dicke Umarmung, eine Schulter zum weinen und anlehnen und ganz viel Halt,
Deine Kampfhasi
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stubi
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Montag, 02.12.19, 20:42

Liebe Jamie, :hug:

du bist echt so ein arme Seele und es tut mir unendlich leid was dir alles angetan wird. Ich weiß gerade echt nicht wo wir leben, hier im Forum sind jetzt schon einige, die unter der Eiseskälte ihrer Mitmenschen zu leiden haben und noch dazu handelt es sich um sogenannte Freunde, also wenn so Freundschaft aussieht, dann wollte ich keine haben.

Liebe Jamie ich wünsche dir, das bald alles wieder gut werden wird bei dir und ein bisschen Frieden in dein Leben kommt.

Liebe Grüße
Renate
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li-la
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von li-la » Montag, 02.12.19, 20:53

Arme Jamie, das hört sich alles furchtbar an.

Ich drücke dir die Daumen das es ab jetzt nur noch bergauf geht!

Lg. Lila
Diagnose Schlafstörungen / Angststörung / Panikattacken

2016 5mg Escitalopram kurzzeitig 10mg - diese jedoch wieder auf 5mg reduziert wegen unruhiger Beine
März 2017 - Dezember 2017 100mg Opipramol

bis 23.12.2017 = 100mg Opipramol
ab 24.12.2017 = 50mg Opipramol
ab 31.12.2017 = 0mg Opipramol
Absetzplan vom Arzt bekommen!


ab 02.01.2018 extreme Unruhe, Angstzuständige, Herrasen / Herzstolpern

ab 12.01.2018 50mg Opipramol ( Rücksprache Arzt)

30.01.2018 mein Hausarzt geht in Rente
12.02.2018 aufsuchen des neuen Hauarztes wegen inneren vibrieren
lt Hausarzt psychisch bedingt, sollte sofort Opipramol absetzen und 5mg Escitalopram beginnen

folgende Symptome : Unruhe, innerliches zittern/vibrieren, Muskelzucken, Schüttelfrost, Angst und Panik, Ohrenrauschen, starke Verspannungen

15.02.2018 lt neuen Arzt Aufdosierung auf 10mg Escitalopram da Symptome so schlimm waren
19.02.2018 lt Arzt vertrage ich Escitalopram nicht , da Symptome immer schlimmer werden, sofort Absetzen

Fazit :
12.02.2018 Kalt Opipramol entzogen
19.02.2018 sofort Absetzen von Esticalopram nach 1 Wöchiger Einnahme

Arzt erkannte Entzug nicht! Seine Kollegin und sein Chef allerdings schon. lt Aussage sollte der Entzug nach 6 Wochen vorbei sein

Im Entzug : 2 x Notaufnahme
Blutbild ohne Befund
EKG ohne Befund

Vom Arzt verordnet:
Kopf MRT ohne Befund
HWS und LWS MRT ohne Befund
Blutbild ohne Befund
Stulhprobe ohne Befund
Schilddrüsenwerden i.O, kein Eisenmangel, kein Vitaminmangel

Symptome im Entzug
- Schüttelfrost
- inneres Zittern /Vibrieren
- extreme Angst / Panik
- Angst verrückt zu werden oder Psychose zu bekommen
- Angst vor der Angst
- starkes Muskelzucken
- starke Verspannungen
- Appettitlosigkeit
- Abnahme Gewicht 10kg in 14 Tagen
- Durchfall
- Unruhe im Kopf / Stromgefühl im Kopf
- Herzrasen / Herzstolpern
- Ohrenrauschen
- anfällig für Infekte
- Neuroemotionen - Neuroangst
- Unruhe
- extreme Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

Seit 2 1/2Jahr auf 0mg Opipramol :party2:
Seit 2 1/2 jahren 0mg Escitalopram :party2:



Befinden aktuell ( 06.06.2020)
- Angst vor der Angst, manchmal noch Angst vor psychose und verrückt zu werden
- ab und an Zwangsgedanken und die Angst davor das sie wieder auftreten.

Kaenguru
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Kaenguru » Montag, 02.12.19, 21:22

Liebe Jamie

es ist schlimm, wir sehr du leiden musst und ich hoffe sehr, dass jetzt endlich Ruhe bei dir einkehren kann.

Möge der Mensch zu dir finden, der dich trösten und stützen kann :hug: .

Ganz liebe Grüße <3
Sarah
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Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null
Werde bald anfangen Lamotrigin abzusetzen
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krasiva
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von krasiva » Montag, 02.12.19, 22:34

Liebe Jamie,

ich hoffe, dass es jetzt besser gehen wird mit deinen Zähnen. Ich drücke dir fest die Daumen.
Mögest du auf Menschen treffen, die dir behilflich und sanft zur Seite stehen mögen.
Das wünsche ich dir vom ganzen Herzen.

Ich habe zwei lange Weisheitoperationen durch: eine hat mit paar kleinen Pausen 7 Std. gedauert, die andere unter 3 Std. Beide uberstanden in lokal Anest. Es ging.
Nachher half mir Arnika D6, Schwedenbitter immer wieder (äusserlich und innerlich) einzunehmen und mit Kammillentee Spülungen zu machen.

Ich wünsche dir gute gute Besserung und Erholung und schicke dir ein Päckchen von Kraft, Licht und Wärme.

Alles Liebe,

krasiva :)
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Fledermaus
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Registriert: Sonntag, 05.03.17, 10:04

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Fledermaus » Dienstag, 03.12.19, 19:21

Liebe Jamie,
Ich wünsche dir schnelle Besserung, sende dir Kraft und Umarmung.
Mögen bitte nur noch Liebe Menschen in dein Leben treten. :hug: :sports: :group:

Lg
Fledermaus
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Bittchen
Beiträge: 1302
Registriert: Freitag, 24.11.17, 9:35

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Bittchen » Dienstag, 03.12.19, 19:42

Liebe Jamie,
ich will dir wünschen,dass du das Schlimmste überstanden.
Es war ja wirklich der Horror, was du durchmachen mußtes.
Zahnschmerzen sind sehr sehr schwer zu ertragen.
Jetzt werden die Wunden heilen ,auch die seelischen.
Sei ganz gut zu dir.
Meine Mitgefühl hast du sowieso.
Liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Mole25
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Registriert: Freitag, 13.01.17, 18:34

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Mole25 » Dienstag, 03.12.19, 23:02

Jamie - du wirst alles überstehen - and look back and be proud of yourself - du hast alles geschafft.
:whistle: :whistle: Nov/ Dez 2016 Panikattacken
11.2016 - 12.2017 15,00 mg Citalopram
Starke Nebenwirkungen: Halluzination, Durchfall, mehr Unruhe
Langsames Absetzen Citalopram.
Psychologin will mich nicht weiter behandeln
Feb 2017: 10,00 mg Citalopram
Anfang März 2017: 9,00 mg Citalopram
Ende März 2017: 8,00 mg Citalopram / Starke Entzugssymptome, aber 4 Tage ohne Beschwerden
01.04.2017: 7,50 mg Citalopram / weiterhin starke Entzugssymptome
30.04.2017: 7,00 mg Citalopram / weiterhin teilweise starke Entzugssysmptome
inkl. Nackenschmerzen / Herzstechen
20.06.17: 3,50 mg Citalopram
01.07.17 3,00 mg Citalopram
05.07.17 2,50 mg Citalopram
14.07.17 2,00 mg Citalopram
03.09.17 0 Citalopram / diverse Entzugssymptome manchmal sehr stark
Seit 01.06.18 Omega Öl 6000 mg + Vitamin Bs
Seit ungefähr Jan 18 CBD Öl - beruhigt
Seit 12.02.18 Black Seed Oil / Cumin - beruhigt
Seit 20.02.18 Chlorella - Dr. Klinghardt
Seit 24.02.18 ausgeprägtes Brain movement, Schmerzen - kann mich kaum
konzentrieren. Autofahrten verursachen noch mehr Schmerzen
26.02.18 Brain Zaps und Schmerzen nicht zu ertragen
Seit 26.02.18 kein Chlorella mehr - Verdacht auf verschlimmerte Symptome
Seit 06.18 Omega Öl mit Mega DHA - positive Erfahrung
Seit 07.18 Rhodiola Rosea - effektiv bei der Reduzierung von Cortisol
Seit einer Woche zum ersten Mal:
Kein Cortisol-Unruhe beim Aufwachen, Keine Übelkeit morgens, und ab und zu mal kurze
:roll: Windows

Juna
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Juna » Donnerstag, 05.12.19, 23:27

Liebe Kampfhasi(2),


in der Hoffnung, dass es Dir so gut wie möglich geht, schleiche ich einmal vorbei und lasse Dir einen lieben Gruß und ganz viel Kraft und Kampfgeist da.

GLG
Deine Kampfhasi
Mein Thread:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=11366



BildIch entziehe nicht wie empfohlen, bitte nicht nachmachen!!!Bild

Diagnosen:
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In Behandlung bei einem Psychiater u. Schmerzdoc
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Marcilie

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Marcilie » Freitag, 13.12.19, 20:36

Liebe Jamie, :)

ich bin's Marcilie (war mein alter nick).

das hört sich ja echt schlimm an was du weiterhin noch alles in der letzten Zeit durchmachen musstest. ich finde es aber wirklich erstaunlich wie du dich in dieser Situation so durchboxt!!
ich hoffe sehr das deine Schmerzen jetzt nachgelassen haben und das der Kiefer nicht mehr solche faxen macht, vor allem wenn du gerade was essen möchtest.
ich hoffe , der Gott behütet und beschützt dich in deiner schwierigen Lage und wünsche mir so sehr , das du wieder schnell gesund wirst.
ich könnte jetzt sagen mache das beste aus der Situation, aber das ist ja dann einfacher gesagt als getan.

alles gute und auf baldige Besserung!🍀🍀🍀🍀
liebe Grüsse,
Marc

Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 19.12.19, 2:43

Guten Abend-Nacht-Morgen liebe Fories :)

Wenn man gedacht hat, die letzten Wochen seien schlimm gewesen, so kann ich versichern, die waren nur der Anlauf für das Megadesaster, mit dem ich seit über 3 Wochen konfrontiert bin.

Wie es nun definitiv und endgültig scheint, habe ich eine Gesichtsnervverletzung davon getragen, eine Verletzung des Trigeminusnervs.

Ich renne seit knapp einer Woche jeden Morgen weinend die Türen meiner Hausarztpraxis ein und sitze schniefend abwechselnd bei ihm oder seiner Kollegin. Wir haben listenweise jede infrage kommende Schmerzklinik, Ambulanz oder Praxis abtelefoniert, stundenlang.
Das kann man meinen beiden Ärzten überhaupt nicht hoch genug anrechnen.

Immer wieder Vertröstungen. Absagen und Neins. Mit dabei waren Uniklink Gießen / Marburg und Uniklinik Würzburg, das Betha*ienkrankenhauf Frankfurt, Schmerzzentrum-Rhein-M+in, Schmerzpraxis am R., Schmerzzentrum am Hei*ig Geist Hospital, private Schmerzzentren. Schmerzpraxis B., Schmerzpraxis F.
Ich habe die Terminvermittlungsstelle der Krankenkasse angerufen, nichts zu machen. Unmöglich vor Weihnachten oder zwischen den Jahren Termine zu organisieren,

Egal was die Ärzte oder ich probierten, immer nur ein abschmetterndes Nein.

Wenigstens die Unikliniken riefen meine Ärzte aus Mitleid und weil meine Docs dort persönlich anriefen und auf ein Arztgespräch insistierten, zurück, und gaben dann telefonisch Schmerzmedikationspläne durch, was sie mit mir anstellen würden, wenn ich jetzt bei ihnen wäre.
Das hat zur Folge, dass ich seit mehreren Tagen fast täglich neu eingestellt bin und werde, allerdings mit wenig Erfolg.

Am schlimmsten war es am Sonntag, als mich die Neurolog. Notaufnahme der Uniklinik Frankfurt, obwohl ich weinend vor Schmerzen mit Dringlichkeitsweinweisung vor ihnen stand, abwies.
Man würde keine reinen Schmerzzustände behandeln, außerdem sei sowieso kein Bett frei und ich solle erst mal 3 Wochen Oxcarabzepin probieren und aufdosieren und wenn das nichts helfe, einen Termin (ha ha) in der Ambulanz ausmachen.

Es gab einen einzigen Tag in den letzten 2 Wochen, an dem es schmerztechnisch ging, und das war letzten Freitag, als mich die Hausarztpraxis in ihrer Verzweiflung 2h an einen Opioid-Tropf (Dolantintropf) hängte. Ich war mal 5h schmerzfrei, allerdings für 12 weitere Stunden völlig abgeschossen und das alleine.
Meine Mutter war in Urlaub und meine Schwester immer noch in Reha.

Die Hausärzte sagten auch, das muss die Ausnahme bleiben, ich gehöre in dem Zustand stationär aufgenommen und überwacht, denn es sind starke Medikamente. Nichts, was man zuhause noch verantwortungsvoll managen kann, auch nicht, wenn man einen pharmaz.-mediz. Beruf hat.
Ich bin am Ende. So verzweifelt.
Es ist eines der schlimmsten Gefühle der Welt, sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmen zu wollen, und nur Absagen, Neins und Abweisungen zu erfahren.
Dass es schwierig sein würde in einer Schmerzklinik oder Ambulant unterzukommen, wusste ich, aber dass es ein solches Fiasko werden würde... :cry:

Ich möchte gerne mal die Schmerzen beschreiben, die mich um den Verstand bringen.
Aus dem OP Bereich des Oberkiefers und aus dem Bereich an Kiefergelenk / Schläfe links (operierte Seite) feuern Nerven in stärkster Schmerzstärke Schmerzsalven raus, zusätzlich zu einem permanent existierenden Schmerzgefühl, Druck und Ziehen im Oberkiefer.
Gleichzeitig, und das ist noch viel schlimmer, fühlen sich Mund, Mundschleimhaut, Zahnfleisch, Gaumen UND vor allem die Zunge so an, als ob man sie jede Minute mit kochend heißem Wasser verbrühen würde :cry: :cry: .
Die Schmerzen sind auch spiegelverkehrt auf die rechte Seite gewandert, als habe man mir dort auch den Ober- und Unterkiefer operiert. Wie Phantomschmerzen. Furchteinflößend, da auf der Seite nix gemacht wurde
Zudem Augenschmerzen, Ohrenschmerzen, Hautschmerzen am Gesicht.
Die Diagnose lautet: schwerste therapieresistente morphinpflichtige Trigeminusnervneuralgie bei frustraner Therapie.

Ich nehme und muss nehmen jetzt den heftigsten Cocktail meines Lebens:
Oxcarbazepin (Antiepileptikum), aufdosierend bis 1200mg [momentan bin ich bei 375mg seit Sonntag aufdosierend]
Arcoxia 90mg
Morphin Tropfen (Dosis ausloten)
Amitriptylin 25mg über Tag verteilt
Hydromorphon retard (Dosis ausloten)
Tramadol
Tilidin (eins von beiden, wenn ich mal vom Morphium Pause machen will)
Temgesic (Buprenorphin) sublingual bei Schmerzspitze
hochdos. Vit B Komplex
bei Bedarf Beruhigungsmittel (Bromazepam)
bei schwersten Schmerzen Fahrt zum ärztl. Bereitschaftsdienst für Dolantin (Pethidin)-Infusionen i.v. über 2h in NaCl.

Die vorher ausprobierten Medikamente (Pregabalin, Ibuprofen, Ibu retard 800, Dexketoprofen, Diclofenac, Naproxen) haben mittlerweile ihre Wirkung verloren, sodass ich sie nicht mehr nehmen kann / brauche.
Bzw. das Lyrica musste ich wegen schwerer NW (völlige Desorientierung, eingestellter Schluckreflex, geschwollene Brüste mit beginnendem Milcheinschuss schon nach 2 Tagen bei 50mg) absetzen und weigere mich es noch mal zu nehmen.

Ihr könnt euch nicht die Verzweiflung vorstellen, wie das ist, nur noch - und das freiwillig - sich ins Krankenhaus an einen Schmerztropf hängen lassen zu wollen und nur Absagen zu kassieren.
Ich bin so am Ende, ich finde keine Worte mehr dafür.
So erschöpft, schwach und zittrig.
Ich habe über 1,5 Kleidergrößen abgenommen, kann nur noch Babygläschen essen, wenn überhaupt.
Ich vergesse essen und trinken und vegetiere vor mich hin, unterbrochen noch von letzten Kraftakten bei Ärzten.
Phasenweise übernachtet meine Mutter bei mir, damit ich nicht alleine bin, wenn die Panik besonders stark ist.

Unser Gesundheitssystem hat Stärken und Schwächen, aber das ist ein unhaltbarer Zustand!
Meine Angehörigen und Freunde sind fassungslos; und das sind auch meine behandelnden Ärzte.
Sie sagen es geht gar nicht, dass Notaufnahmen so Patienten wie mich abweisen, zumal mit Dringlichkeitseinweisung. Aber das Problem ist nun mal, dass der Trigeminusnervneuralgie keine akute Ursache zugrunde liegt - und da kann man dann nichts therapieren oder die Ursache auflösen und damit bin ich als Patient nur kostenintensiv und völlig unattraktiv.

Ich kann nicht in Worte fassen, wie schrecklich die letzten Tage waren. Ich habe jeden Tag aufs Neue gehofft und gebetet, dass sich eine Lösung finden lässt, ein Arzt sein Herz erweicht, aber dem war nicht so.
Jetzt bleibt nur aushalten bis zum 16.1. - da wurde mir nach ausdrücklichem Insistieren meiner Hausärztin ein Ambulanztermin in Gießen (ist nicht gerade um die Ecke) angeboten. Noch nicht mal statiomär, aber wenigstens ambulant... Noch einen Monat durchhalten...

Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, dem Gesundheitsministerium einen Brief zu schreiben!
Aber auch das wird nur Kraft kosten, die ich nicht habe. Ich schleiche wie ein Zombie durch die Gegend, zitternd und schwach, voller Angst und Schmerzen und stehe vor mittlerweile 15 Schachteln Medikamenten und weiß nicht, was ich nehmen soll, weil nichts richtig hilft... :oops:.

Und ich bin oft schlaflos.... wie ihr seht.... vor Schmerzen und Aufgewühltsein und weil der Körper Amok läuft.. ständig muss ich Betablocker nehmen, weil das Herz vor Schmerzstress so rast...

Ihr Lieben, ich wünsch euch was. :group:
Ich versuche die Hoffnung nicht fahren zu lassen.
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Schwimmerin » Donnerstag, 19.12.19, 9:32

Liebe Jamie

Ich kann nicht in Worte fassen, wie leid du mir tust - es ist einfach so ungerecht, sniff.. :(

Spontan kommt mir eine sunnyrose vom forum in Sinn, die eine Zeit lang in ein Sanatorium ging um sich ihrer Genesung zu widmen, aber bei dir sind ja die Schmerzen das Schlimmste.

Wenn ein bisschen Geld etwas helfen würde, einen freier Platz in einer Schmerzklinik vll als Privatpatient zu bekommen, dann gibt es hier im forum bestimmt Etliche, die dir gerne in Form von Geld etwas zurück geben würden, wenn du es nicht verdient hast, wer dann?

Ich wünsche mir so sehr dass du richtige Hilfe erfahren darfst und das in absehbarer Zeit.

Liebe Grüsse
Schwimmerin
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stubi
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi » Donnerstag, 19.12.19, 10:18

Liebe Jamie, :hug:

ich bin sprachlos gegenüber deinem Leid und ich habe einen solchen Zorn gegenüber dem Gesundheitssystem.
Sicher gibt es auch viele positive Fälle, aber ich selbst habe auch schlimme Erfahrungen und was ich von Bekannten höre, ist auch schwer aushaltbar.

Liebe Jamie, ich wünsche dir alles erdenklich Gute und hoffe das dir baldigst geholfen werden kann.

Liebe Grüße
Renate
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Jofab
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 19.12.19, 10:32

Liebe Jamie, :hug:

ich bin fassungslos, was du erdulden musst !
Das allein ist schon grausam genug - aber das du keine Hilfe bekommst, ist ein Sandal.

Ich wünsche dir Kraft, das durchzustehen.

Alles Liebe
Ilse
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Guglhupf
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Guglhupf » Donnerstag, 19.12.19, 10:50

Liebe Jamie

es macht mich sehr betroffen, was du aushalten musst. Und das schon so lange.

Der Trigeminusnerv macht einen schon phasenweise mürbe, es ist kaum vorstellbar wie du zu leiden hast :(

Und als wäre dem nicht genug, kommt auch noch die absolut unzureichende Versorgung dazu. Es ist schon sehr traurig, wenn man hilflos und abhängig ist, wie sehr man in der Luft hängt.

Liebe Jamie, ich wünsche dir alles Gute und hoffentlich endlich Besserung deines physischen und psychischen Zustands.

Liebe Grüße
Anna 🍀
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