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Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 30.12.2017 21:03
von Murmeline
Eine Zusammenfassung ihrer persönlichen Geschichte veröffentlichte sie hier auf englisch (aus 2016), falls jemand übersetzen mag gerne. Ich finde Erfahrungsberichte von Betroffenen Medizinern ganz wichtig, weil sie ebenso fassungslos sind, was mit ihnen geschieht und wieviel Unverständnis es gibt. Christy macht auch deutlich, welche Lücken es in ihrem Medizinstudium bei vielen Aspekten gab.

https://www.benzoinfo.com/single-post/2 ... awal-Story

Auf Twitter wird sie 2018 über die hoffentlich letzten Schritte ihres Entzuges berichten:

[mod=Murmeline]Übersetzung von Rosenrot <3 weiter unten, Dankeschön![/mod]

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 01.01.2018 13:43
von Berlin-2013
Hallo Murmeline,

Sollten wir nicht einen Brief an die führenden Dozenten der Pharmakologie schreiben, immerhin unterrichten Sie die angehenden Ärzte und sollten auf die Gefahren der PP hingewiesen werden.

Prof. Dr. Christian Mang stellt seine Vorlesungen über YouTube online, bin mit dem Stoff fast durch und er ist mit seiner Reichweite sicherlich für uns interessant?!

Soll ich es im Alleingang anpacken?

LG

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 02.01.2018 14:46
von Murmeline
Hallo Berlin,

soweit ich das überblicke hat aktuell niemand von uns die Möglichkeit Kräfte- und Zeitmässig, sich daran zu beteiligen, damit es auch im Namen das ADFD verschickt werden kann (falls das dein Anliegen auch war, und ich das nicht missverstanden habe).

Ich finde es aber immer gut, wenn sich einzelne auch als Privatperson etwas einfallen lassen und aktiv werden. Auf das Forum als Selbsthilfegruppe kann man natürlich verweisen. Diesen Monat wird auch noch eine neue, englischsprachige sehr informative Seite zum Absetzen online gehen, auf die könntest du auch verweisen. Infos folgen, sobald darüber öffentlich berichtet werden darf.

Grüße, Murmeline

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 02.01.2018 21:07
von Berlin-2013
Ok dann texte ich mal.... Und danke für die Rückmeldung Murmeline.... LG und tolles 2018

Heute ist ein SCHMERZTAG :cry: LG

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 15:57
von Rosenrot
Liebe Murmeline, liebe Alle, :)

ein glückliches Jahr 2018 mit vielen großen und kleinen Heilungserfolgen an das Team und die Community. :group:

Ich freue mich, dass ich endlich wieder die Kraft und Konzentration aufbringen konnte, um den Text von Laura Christine Huff zu übersetzen und so einen kleinen Beitrag zum Forum zu leisten. Herzlichen Dank für euren Einsatz - ganz besonders über die Feiertage!

Liebe Grüße
Rosenrot
----------------
Quelle: https://www.benzoinfo.com/single-post/2 ... awal-Story


Offener Brief: Kardiologin und Krebsüberlebende äußert sich zur Gefährlichkeit von Benzodiazepinen und ihrem eigenen Entzug

16. Oktober 2016 Christy Huff, M.D.


13. Oktober 2016

An diejenigen, die es interessiert:

Ich bin eine 40-jährige Kardiologin aus dem Bundesstaat Texas und mir wurde durch Benzodiazepine Schaden zugefügt. Während einer ernsthaften Erkrankung im August 2015 (schweres Sicca-Syndrom = Trockenes Auge)) wurde mir von meiner Hausärztin 3 mal täglich Xanax (Alprazolam, d. Übers.) 0,5 mg als Bedarfsmedikation verordnet. Ich begann, lediglich 0,25 mg Xanax als Einschlafhilfe zur Nacht zu nehmen, da sich meine Augen wie Sandpapier anfühlten und meinen Schlaf erschwerten.

Nach ein paar Wochen stellten sich tagsüber schwere Angstzustände ein, so dass ich bis zu 1 mg Xanax täglich einnahm. Ich dachte, ich werde verrückt. Darüber hinaus entwickelte ich einen Tremor und durchlief umfangreiche neurologische Untersuchungen einschließlich einer Lumbalpunktion, die zu schweren spinalen Kopfschmerzen und das Aufsuchen der Notaufnahme führten, um das Austreten der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit mit einem Blutpflaster zu stoppen. Xanax wurde nie als Ursache meines Tremors in Betracht gezogen, obwohl die Einnahme dem Tremor entgegenwirkte. Ich kam an den Punkt, wo ich alle 6 Stunden meine Dosis brauchte, da Xanax nur wenige Stunden wirkte und ich schwere Symptome wie Atemprobleme, Brustenge und Schluckschwierigkeiten bekam. Ich nahm 15 Pfund ab (bei einer Größe von 1,60 m wog ich 115 Pfund). Ich sah aus wie ein Skelett. Ich hatte Angst allein zu sein. Ich wachte nachts nach 3 Stunden Schlaf mit Herzklopfen und totaler Panik auf.

Nach eigener Recherche fand ich heraus, dass ich zwischen den einzelnen Einnahmen Entzugssymptome hatte und Xanax-abhängig geworden war. Ich versuchte, direkt auszuschleichen, aber die Symptome waren zu schwerwiegend. Ich sprach mit meiner Hausärztin und sagte ihr, dass ich sicher sei, Xanax-abhängig zu sein und dass ich ausschleichen wolle. Sie erwiderte, dass Angst mein Problem sei und dass ich, da ich Xanax nur wenige Wochen nehme, problemlos kalt absetzen könne. Im Grunde genommen behandelte sie mich, als sei ich verrückt. Ich wusste, dass ich angesichts meiner ausgeprägten Absetzsymptome nicht in der Lage war, kalt abzusetzen. Sie verordnete mir Lexapro (Escitalopram, d. Übers.), was meine Symptome verschlimmerte. Ich setzte es nach nur 3 Tagen ab. Darüber hinaus verschrieb sie mir genügend Xanax für einen 2- bis 3-wöchigen Entzug.

Glücklicherweise stieß ich auf das Ashton-Manual und die „Benzobuddies“-Online-Selbsthilfegruppe und machte einen Termin beim besten Psychiater der Stadt. Ich gab ihm eine Kopie des Ashton-Manuals und erklärte, dass ich Xanax ausschleichen wolle, indem ich zu Valium wechselte. Glücklicherweise hörte er mir zu. Er bestätigte, dass ich wirklich Xanax-abhängig war und stimmte meinem Vorhaben, mit Valium ausschleichen zu wollen, zu.

Während 5 bis 6 Wochen wechselte ich zu Valium, während ich Xanax ausschlich. Sobald ich auf einer täglichen Valium-Dosis von 15 mg stabil war, begann ich mit dem Ausschleichen. Ich schleiche Valium seit Januar dieses Jahres aus und habe mich als überaus empfindlich gegenüber Absetzsymptomen erwiesen. Im Moment bin ich bei 8,5 mg täglich.

Ich erlebe eine Menge Benzo-Entzugssymptome (die ich vor Einnahme des Medikaments nie hatte). Die schlimmsten sind Herzklopfen, Tremor, starke Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfe, schwerer Reflux, schwere Verstopfung, Verwirrung, Angst und Depression. Ich lebe in ständigem Schrecken und einem fortwährenden Kampf-oder-Flucht-Modus.

Offen gesagt ist mein Leben die Hölle. Es gab Zeiten, in denen ich nach einer Dosisreduktion so verzweifelt war, dass ich darüber nachdachte, meinem Leben ein Ende zu setzen. Mein Verstand sagt mir ständig, dass ich es niemals schaffen werde und dass es mir nie besser gehen wird. Nur mein Ehemann und meine 5-jährige Tochter gaben mir die Kraft durchzuhalten. Ehrlich gesagt sind sie wahrscheinlich der einzige Grund, warum ich mein Leben nicht beendet habe.

Um es klarzustellen: Ich habe nicht die Absicht, mein Leben zu beenden. Aber ich habe immer noch dieses Gefühl eines drohenden Todes. Ich habe Vieles durchgestanden und werde Vieles weiterhin durchstehen. Ich habe gelernt, mit meinen Symptomen umzugehen und lerne weiter. Glücklicherweise habe ich vor Jahren entschieden, eine Vollzeit-Mutter zu sein, so dass ich keinen beruflichen Erfordernissen gerecht werden muss. Ich könnte ihnen weder kognitiv noch physisch entsprechen. Ich musste eine Nanny einstellen, die mich bei der Betreuung meiner Tochter und den Haushalt unterstützt. Meine Energie reicht nicht aus, ich kann manchmal noch nicht einmal sicher autofahren. Mein Leben ist zur Zeit sehr eingeschränkt. Ich kann nicht reisen und kämpfe mit den täglichen Aufgaben. Meine ganze Familie ist von meinem Entzugssyndrom umfassend betroffen.

Als wäre der Benzo-Entzug noch nicht genug, bekam ich Ende April die Diagnose „Brustkrebs“ nach der Biopsie eines schmerzhaften Knotens, den ich bei einer Selbstuntersuchung entdeckt hatte. Ich hatte 3 Tage vor der Diagnose meine Valium-Dosis reduziert. Anstelle zur ursprünglichen Dosis zurückzukehren, blieb ich dabei. Ich verbrachte eine Woche mit wenig Schlaf und lag nachts von Angst geschüttelt im Bett.

Am 1.6.2016 unterzog ich mich einer beidseitigen Brustamputation mit Einsetzen von Gewebe-Expandern. Die Operation war erfolgreich, aber die Genesung verlief aufgrund des Ausschleichens schwierig. Die Gewebe-Expander befanden sich unter meinen Hauptbrustmuskeln. Alle 2 Wochen bekam ich Füllungen mit Kochsalzlösung, insgesamt benötigte ich 6 Füllungen. Die Brustmuskelkrämpfe waren qualvoll und wurden durch den Valiumentzug verschlimmert.

Obwohl ich meine Dosis vor und nach der Operation konstant hielt, verschlimmerten sich meine Entzugssymptome 3 Wochen nach der OP. Ich vermute, die Anästhesie und post-operativen Medikamente erhöhten vorübergehend mein Valium-Level und setzten mich später auf Entzug). Wieder verbrachte ich eine Woche mit wenig Schlaf zitternd im Bett mit Muskelkrämpfen und meiner schmerzenden, post-operativen Brust. Es war so schlimm, dass ich überlegte aufzudosieren. Aber nach einem Gespräch mit meinem Psychiater entschied ich mich durchzuhalten und konnte mich stabilisieren.

Während des Ausschleichens habe ich zu keinem Zeitpunkt eine zusätzliche oder erhöhte Dosis Valium eingenommen. Glücklicherweise waren meine Lymphknoten negativ und der Chirurg konnte saubere Werte über den Tumor erkennen. Ich wurde bei 2A eingestuft und benötigte keine Chemotherapie oder Bestrahlung. Ich bekam den Hormonblocker Tamoxifen, der mein Ausschleichen durch das Entfernen des Östrogens aus meinem Körper erschwerte. Ich verbrachte den Sommer mit Physiotherapie gegen die Brustmuskelkrämpfe. Dank der Fähigkeiten meines Therapeuten sowie meiner eigenen Disziplin und Ausdauer verminderten sich die Krämpfe deutlich.

Ungefähr 6 Wochen nach der Operation fühlte ich mich bereit, das Ausschleichen wieder aufzunehmen. Ich bin bei 8,5 mg täglich und halte diese Dosis in Vorbereitung auf meine Operation Anfang November, wenn die Gewebe-Expander entfernt und die Brustimplantate eingesetzt werden sollen. Natürlich bin ich beunruhigt, inwieweit dies meinen Entzug beeinflussen kann. Es ist interessant zu sehen, wie bedeutungslos Krebs im Vergleich zum Horror des Entzugs sein kann. Dies haben mehrere Krebspatienten festgestellt.

Ich schreibe diesen Brief, um anderen Patienten diese Erfahrungen ersparen zu können. Ich bin wütend über das, was mir und weiteren Patienten widerfahren ist. Ich bin Mitglied des Internet-Forums „Benzo Buddies“ und habe so viele Menschen getroffen, denen von ihren Ärzten Psychopharmaka verordnet wurden, ohne auf mögliche Risiken hingewiesen worden zu sein.

Ich möchte Ihnen in meiner Eigenschaft als Ärztin mitteilen, dass wir in Bezug auf die möglichen Gefahren eines Benzodiazepin-Entzugssyndroms und die Unterschiede zwischen Halbwertzeiten und Potenzen der verschiedenen Benzodiazepine nicht ausgebildet wurden. Ich absolvierte mein medizinisches Studium an der University of Texas Southwestern in Dallas, welches ich 2001 mit Alpha Omega Alpha (die besten 5 % meines Jahrgangs) abschloss. Mein praktisches Jahr durchlief ich an der Washington University in St. Louis. Es handelt sich bei beiden Fakultäten
um hoch angesehene medizinische Institutionen. Mir wurde beigebracht, dass Benzodiazepine möglicherweise süchtig machen, dass sie keine langfristige Lösung seien und dass sie ausgeschlichen werden müssten, falls sie länger als ein paar Wochen eingesetzt würden. Aber ich wurde niemals ausgebildet zu Themen wie dem Entzug zwischen einzelnen Einnahmen, Ausschleichmethoden, Schwere des Entzugssyndroms und der Schwierigkeit des Absetzens. Ich verwendete diese Medikamente nicht in meiner täglichen Routine als Kardiologin. Die einzige Ausnahme stellte die intravenöse Sedierung dar. Ich glaubte, dass keine Gefahr darin bestünde, lediglich für ein paar Wochen eine niedrige Dosis Xanax einzunehmen und sie dann ganz einfach wieder abzusetzen. Ich habe mich geirrt. Wenn es mir passieren kann, einer Ärztin, die zu den besten ihres Jahrgangs gehört, kann es jedem passieren. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich den Begriff „Süchtige“ in Zusammenhang mit diesen Medikamenten höre. Ich habe weder eine Historie zu Drogenmissbrauch noch eine Disposition, Abhängigkeiten zu entwickeln. Ich bin es leid, meinem Körper diese Giftpillen zu verabreichen. Aber leider bin ich von dieser Chemie abhängig und muss diese Droge, die mich vergiftet, langsam ausschleichen, um mich vor schwerer Erkrankung zu schützen.

Ich schlage vor, dass an medizinischen Fakultäten und unter praktizierenden Ärzten, besonders unter Hausärzten, Psychiatern und Onkologen, wo diese Medikamente häufig verordnet werden, besser ausgebildet wird. Außerdem finde ich, dass die Verordnung dieser Medikamente besser reglementiert werden und die Einholung einer Einverständniserklärung des Patienten Pflicht sein sollte.

Ich möchte Ihnen abschließend folgende Überlegung da lassen: Am Schalter meiner Apotheke befindet sich ein Schild mit der Aufschrift: „Bitte zeigen Sie Ihren Personalausweis zum Abholen verschreibungspflichtiger Medikamente.“ Seit Januar habe ich jeden Monat meine Valium-Rezepte eingelöst. Ich wurde kein einziges Mal nach meinem Ausweis gefragt. Kein Ausweis für ein Medikament, dessen plötzliches Absetzen Krampfanfälle und Tod verursachen kann. Kein Ausweis für ein Medikament, dessen Entzug schlimmer als der von Heroin bewertet wird. Kein Ausweis für ein Medikament, das zahlreiche Todesfälle durch Überdosierung (oftmals in Kombination mit Opiaten) herbeigeführt hat. Kein Ausweis für ein Medikament, das zahlreiche Suizide durch die bloßen Absetzqualen nach sich gezogen hat. Die Zustände müssen geändert werden. Ich bin nicht die Einzige, die gerade in diesem Moment mit diesem Horror zu kämpfen hat. Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Christine Huff, M. D.

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 16:41
von Murmeline
Rosenrot, vielen <3 lichen Dank! So fühlt sich gelebte Community an
:group:

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 16:52
von Berlin-2013
Rosenrot toll gemacht und Danke :party2:

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 18:39
von Rosenrot
Danke, Murmeline und Berlin, für das tolle Feedback. :hug:
Das tut so gut! Gemeinsam sind wir stark! :sports:
:pillowtalk:

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 19:42
von Murmeline
Schau mal, Rosenrot, so findet Laura Christine Huff die Übersetzung ihres Textes:

Thank you so much! That is wonderful. I am honored to have my letter translated into German.

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 03.01.2018 22:14
von Rosenrot
Oh - das ist schön. Ich freu mich.

Es ist aber auch wirklich ein guter Text. Sehr persönlich und eindringlich geschrieben. Und dass sie als Ärztin ihre Erfahrung darstellt und Forderungen formuliert, verleiht ihrem Engagement hoffentlich noch mehr Gewicht.

Liebe Grüße :group:
Rosenrot

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 12.01.2018 07:23
von Anke13
Liebe Rosenrot :)

Danke für die tolle Übersetzung und das war wirklich sehr interessant für mich dieser Bericht. Spiegelt meine Geschichte dar, nur daß ich zum Schluß auf 7 Xanax pro Tag war !!! und dann Übergang laut Ashton Manual auf Diazepam (allerdings in Hochdosisbereich). Kein Wunder, daß mein Leben so zerstört ist davon.....

Ich kämpfe immer weiter aber es ist schwer... :(

Liebe Grüsse
Anke

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 12.01.2018 09:28
von Jamie
Liebe Rosenrot. :)

Vielen Dank für die Übersetzung. Ganz toll :hug: .
Es ist leider so viel los, dass keiner von uns Moderatoren mitbekommen hast, dass du dir die ganze Mühe gemacht hast; das siehst du auch an den Dankes; ich selbst bin eben erst drüber gestolpert, weil jemand den Thread herausgekramt hat.

Ich hätte daher die lieb gemeinte Anfrage, ob du jemanden aus dem Team - und das gilt auch für alle anderen, die hier übersetzen und Texte einstellen, per PN anschreiben kannst, wenn du einen neuen Text reinstellst? <3

Zum einen, damit wir gucken und uns freuen können, zum anderen damit wir wissen, dass nun eine Übersetzung existiert.

Das wäre super.

Vielen Dank
Jamie

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 12.01.2018 13:57
von Rosenrot
Liebe Jamie, :)

ist doch alles okay. Mach dir keine Gedanken. Ich wusste doch, dass es dir sehr schlecht ging und es hier so viele Anfragen gab.

Murmeline :) hat aber doch in weniger als 60 min reagiert und sich ganz doll gefreut.

Aber ich kann auch gerne jemanden vom Team per PN informieren. :group:

Sei lieb gegrüßt
Rosenrot

PS: Ich sehe gerade, da steht noch eine Übersetzung von mir im Übersetzungsthread. Ich glaube, die kennst du auch noch nicht. http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 67#p224467

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 13.01.2018 17:32
von Jamie
Danke Rosenrot.
Ich hatte gestern auch nicht meinen besten und konzentriertesten Tag und habe ungenau gelesen, sonst hätte ich nämlich bemerkt, dass Murmeline :) längst reagiert hatte.

Grüße
Jamie

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 13.01.2018 18:40
von Rosenrot
Ich grüß' dich, liebe Jamie! :hug:

Bei dem, was hier zur Zeit geleistet wird, kann so leicht was übersehen werden.

Danke für all dein Engagement und pass gut auf dich auf. <3

Rosenrot

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 17.01.2018 12:04
von Murmeline
Murmeline hat geschrieben: 02.01.2018 14:46 Diesen Monat wird auch noch eine neue, englischsprachige sehr informative Seite zum Absetzen online gehen, auf die könntest du auch verweisen. Infos folgen, sobald darüber öffentlich berichtet werden darf.

Grüße, Murmeline
Hallo Berlin!

Die Website ist online https://withdrawal.theinnercompass.org/

Grüße, Murmeline

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 09.08.2018 11:12
von Sunny30
Rosenrot hat geschrieben: 03.01.2018 15:57 Liebe Murmeline, liebe Alle, :)

ein glückliches Jahr 2018 mit vielen großen und kleinen Heilungserfolgen an das Team und die Community. :group:

Ich freue mich, dass ich endlich wieder die Kraft und Konzentration aufbringen konnte, um den Text von Laura Christine Huff zu übersetzen und so einen kleinen Beitrag zum Forum zu leisten. Herzlichen Dank für euren Einsatz - ganz besonders über die Feiertage!

Liebe Grüße
Rosenrot
----------------
Quelle: https://www.benzoinfo.com/single-post/2 ... awal-Story


Offener Brief: Kardiologin und Krebsüberlebende äußert sich zur Gefährlichkeit von Benzodiazepinen und ihrem eigenen Entzug

16. Oktober 2016 Christy Huff, M.D.


13. Oktober 2016

An diejenigen, die es interessiert:

Ich bin eine 40-jährige Kardiologin aus dem Bundesstaat Texas und mir wurde durch Benzodiazepine Schaden zugefügt. Während einer ernsthaften Erkrankung im August 2015 (schweres Sicca-Syndrom = Trockenes Auge)) wurde mir von meiner Hausärztin 3 mal täglich Xanax (Alprazolam, d. Übers.) 0,5 mg als Bedarfsmedikation verordnet. Ich begann, lediglich 0,25 mg Xanax als Einschlafhilfe zur Nacht zu nehmen, da sich meine Augen wie Sandpapier anfühlten und meinen Schlaf erschwerten.

Nach ein paar Wochen stellten sich tagsüber schwere Angstzustände ein, so dass ich bis zu 1 mg Xanax täglich einnahm. Ich dachte, ich werde verrückt. Darüber hinaus entwickelte ich einen Tremor und durchlief umfangreiche neurologische Untersuchungen einschließlich einer Lumbalpunktion, die zu schweren spinalen Kopfschmerzen und das Aufsuchen der Notaufnahme führten, um das Austreten der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit mit einem Blutpflaster zu stoppen. Xanax wurde nie als Ursache meines Tremors in Betracht gezogen, obwohl die Einnahme dem Tremor entgegenwirkte. Ich kam an den Punkt, wo ich alle 6 Stunden meine Dosis brauchte, da Xanax nur wenige Stunden wirkte und ich schwere Symptome wie Atemprobleme, Brustenge und Schluckschwierigkeiten bekam. Ich nahm 15 Pfund ab (bei einer Größe von 1,60 m wog ich 115 Pfund). Ich sah aus wie ein Skelett. Ich hatte Angst allein zu sein. Ich wachte nachts nach 3 Stunden Schlaf mit Herzklopfen und totaler Panik auf.

Nach eigener Recherche fand ich heraus, dass ich zwischen den einzelnen Einnahmen Entzugssymptome hatte und Xanax-abhängig geworden war. Ich versuchte, direkt auszuschleichen, aber die Symptome waren zu schwerwiegend. Ich sprach mit meiner Hausärztin und sagte ihr, dass ich sicher sei, Xanax-abhängig zu sein und dass ich ausschleichen wolle. Sie erwiderte, dass Angst mein Problem sei und dass ich, da ich Xanax nur wenige Wochen nehme, problemlos kalt absetzen könne. Im Grunde genommen behandelte sie mich, als sei ich verrückt. Ich wusste, dass ich angesichts meiner ausgeprägten Absetzsymptome nicht in der Lage war, kalt abzusetzen. Sie verordnete mir Lexapro (Escitalopram, d. Übers.), was meine Symptome verschlimmerte. Ich setzte es nach nur 3 Tagen ab. Darüber hinaus verschrieb sie mir genügend Xanax für einen 2- bis 3-wöchigen Entzug.

Glücklicherweise stieß ich auf das Ashton-Manual und die „Benzobuddies“-Online-Selbsthilfegruppe und machte einen Termin beim besten Psychiater der Stadt. Ich gab ihm eine Kopie des Ashton-Manuals und erklärte, dass ich Xanax ausschleichen wolle, indem ich zu Valium wechselte. Glücklicherweise hörte er mir zu. Er bestätigte, dass ich wirklich Xanax-abhängig war und stimmte meinem Vorhaben, mit Valium ausschleichen zu wollen, zu.

Während 5 bis 6 Wochen wechselte ich zu Valium, während ich Xanax ausschlich. Sobald ich auf einer täglichen Valium-Dosis von 15 mg stabil war, begann ich mit dem Ausschleichen. Ich schleiche Valium seit Januar dieses Jahres aus und habe mich als überaus empfindlich gegenüber Absetzsymptomen erwiesen. Im Moment bin ich bei 8,5 mg täglich.

Ich erlebe eine Menge Benzo-Entzugssymptome (die ich vor Einnahme des Medikaments nie hatte). Die schlimmsten sind Herzklopfen, Tremor, starke Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfe, schwerer Reflux, schwere Verstopfung, Verwirrung, Angst und Depression. Ich lebe in ständigem Schrecken und einem fortwährenden Kampf-oder-Flucht-Modus.

Offen gesagt ist mein Leben die Hölle. Es gab Zeiten, in denen ich nach einer Dosisreduktion so verzweifelt war, dass ich darüber nachdachte, meinem Leben ein Ende zu setzen. Mein Verstand sagt mir ständig, dass ich es niemals schaffen werde und dass es mir nie besser gehen wird. Nur mein Ehemann und meine 5-jährige Tochter gaben mir die Kraft durchzuhalten. Ehrlich gesagt sind sie wahrscheinlich der einzige Grund, warum ich mein Leben nicht beendet habe.

Um es klarzustellen: Ich habe nicht die Absicht, mein Leben zu beenden. Aber ich habe immer noch dieses Gefühl eines drohenden Todes. Ich habe Vieles durchgestanden und werde Vieles weiterhin durchstehen. Ich habe gelernt, mit meinen Symptomen umzugehen und lerne weiter. Glücklicherweise habe ich vor Jahren entschieden, eine Vollzeit-Mutter zu sein, so dass ich keinen beruflichen Erfordernissen gerecht werden muss. Ich könnte ihnen weder kognitiv noch physisch entsprechen. Ich musste eine Nanny einstellen, die mich bei der Betreuung meiner Tochter und den Haushalt unterstützt. Meine Energie reicht nicht aus, ich kann manchmal noch nicht einmal sicher autofahren. Mein Leben ist zur Zeit sehr eingeschränkt. Ich kann nicht reisen und kämpfe mit den täglichen Aufgaben. Meine ganze Familie ist von meinem Entzugssyndrom umfassend betroffen.

Als wäre der Benzo-Entzug noch nicht genug, bekam ich Ende April die Diagnose „Brustkrebs“ nach der Biopsie eines schmerzhaften Knotens, den ich bei einer Selbstuntersuchung entdeckt hatte. Ich hatte 3 Tage vor der Diagnose meine Valium-Dosis reduziert. Anstelle zur ursprünglichen Dosis zurückzukehren, blieb ich dabei. Ich verbrachte eine Woche mit wenig Schlaf und lag nachts von Angst geschüttelt im Bett.

Am 1.6.2016 unterzog ich mich einer beidseitigen Brustamputation mit Einsetzen von Gewebe-Expandern. Die Operation war erfolgreich, aber die Genesung verlief aufgrund des Ausschleichens schwierig. Die Gewebe-Expander befanden sich unter meinen Hauptbrustmuskeln. Alle 2 Wochen bekam ich Füllungen mit Kochsalzlösung, insgesamt benötigte ich 6 Füllungen. Die Brustmuskelkrämpfe waren qualvoll und wurden durch den Valiumentzug verschlimmert.

Obwohl ich meine Dosis vor und nach der Operation konstant hielt, verschlimmerten sich meine Entzugssymptome 3 Wochen nach der OP. Ich vermute, die Anästhesie und post-operativen Medikamente erhöhten vorübergehend mein Valium-Level und setzten mich später auf Entzug). Wieder verbrachte ich eine Woche mit wenig Schlaf zitternd im Bett mit Muskelkrämpfen und meiner schmerzenden, post-operativen Brust. Es war so schlimm, dass ich überlegte aufzudosieren. Aber nach einem Gespräch mit meinem Psychiater entschied ich mich durchzuhalten und konnte mich stabilisieren.

Während des Ausschleichens habe ich zu keinem Zeitpunkt eine zusätzliche oder erhöhte Dosis Valium eingenommen. Glücklicherweise waren meine Lymphknoten negativ und der Chirurg konnte saubere Werte über den Tumor erkennen. Ich wurde bei 2A eingestuft und benötigte keine Chemotherapie oder Bestrahlung. Ich bekam den Hormonblocker Tamoxifen, der mein Ausschleichen durch das Entfernen des Östrogens aus meinem Körper erschwerte. Ich verbrachte den Sommer mit Physiotherapie gegen die Brustmuskelkrämpfe. Dank der Fähigkeiten meines Therapeuten sowie meiner eigenen Disziplin und Ausdauer verminderten sich die Krämpfe deutlich.

Ungefähr 6 Wochen nach der Operation fühlte ich mich bereit, das Ausschleichen wieder aufzunehmen. Ich bin bei 8,5 mg täglich und halte diese Dosis in Vorbereitung auf meine Operation Anfang November, wenn die Gewebe-Expander entfernt und die Brustimplantate eingesetzt werden sollen. Natürlich bin ich beunruhigt, inwieweit dies meinen Entzug beeinflussen kann. Es ist interessant zu sehen, wie bedeutungslos Krebs im Vergleich zum Horror des Entzugs sein kann. Dies haben mehrere Krebspatienten festgestellt.

Ich schreibe diesen Brief, um anderen Patienten diese Erfahrungen ersparen zu können. Ich bin wütend über das, was mir und weiteren Patienten widerfahren ist. Ich bin Mitglied des Internet-Forums „Benzo Buddies“ und habe so viele Menschen getroffen, denen von ihren Ärzten Psychopharmaka verordnet wurden, ohne auf mögliche Risiken hingewiesen worden zu sein.

Ich möchte Ihnen in meiner Eigenschaft als Ärztin mitteilen, dass wir in Bezug auf die möglichen Gefahren eines Benzodiazepin-Entzugssyndroms und die Unterschiede zwischen Halbwertzeiten und Potenzen der verschiedenen Benzodiazepine nicht ausgebildet wurden. Ich absolvierte mein medizinisches Studium an der University of Texas Southwestern in Dallas, welches ich 2001 mit Alpha Omega Alpha (die besten 5 % meines Jahrgangs) abschloss. Mein praktisches Jahr durchlief ich an der Washington University in St. Louis. Es handelt sich bei beiden Fakultäten
um hoch angesehene medizinische Institutionen. Mir wurde beigebracht, dass Benzodiazepine möglicherweise süchtig machen, dass sie keine langfristige Lösung seien und dass sie ausgeschlichen werden müssten, falls sie länger als ein paar Wochen eingesetzt würden. Aber ich wurde niemals ausgebildet zu Themen wie dem Entzug zwischen einzelnen Einnahmen, Ausschleichmethoden, Schwere des Entzugssyndroms und der Schwierigkeit des Absetzens. Ich verwendete diese Medikamente nicht in meiner täglichen Routine als Kardiologin. Die einzige Ausnahme stellte die intravenöse Sedierung dar. Ich glaubte, dass keine Gefahr darin bestünde, lediglich für ein paar Wochen eine niedrige Dosis Xanax einzunehmen und sie dann ganz einfach wieder abzusetzen. Ich habe mich geirrt. Wenn es mir passieren kann, einer Ärztin, die zu den besten ihres Jahrgangs gehört, kann es jedem passieren. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich den Begriff „Süchtige“ in Zusammenhang mit diesen Medikamenten höre. Ich habe weder eine Historie zu Drogenmissbrauch noch eine Disposition, Abhängigkeiten zu entwickeln. Ich bin es leid, meinem Körper diese Giftpillen zu verabreichen. Aber leider bin ich von dieser Chemie abhängig und muss diese Droge, die mich vergiftet, langsam ausschleichen, um mich vor schwerer Erkrankung zu schützen.

Ich schlage vor, dass an medizinischen Fakultäten und unter praktizierenden Ärzten, besonders unter Hausärzten, Psychiatern und Onkologen, wo diese Medikamente häufig verordnet werden, besser ausgebildet wird. Außerdem finde ich, dass die Verordnung dieser Medikamente besser reglementiert werden und die Einholung einer Einverständniserklärung des Patienten Pflicht sein sollte.

Ich möchte Ihnen abschließend folgende Überlegung da lassen: Am Schalter meiner Apotheke befindet sich ein Schild mit der Aufschrift: „Bitte zeigen Sie Ihren Personalausweis zum Abholen verschreibungspflichtiger Medikamente.“ Seit Januar habe ich jeden Monat meine Valium-Rezepte eingelöst. Ich wurde kein einziges Mal nach meinem Ausweis gefragt. Kein Ausweis für ein Medikament, dessen plötzliches Absetzen Krampfanfälle und Tod verursachen kann. Kein Ausweis für ein Medikament, dessen Entzug schlimmer als der von Heroin bewertet wird. Kein Ausweis für ein Medikament, das zahlreiche Todesfälle durch Überdosierung (oftmals in Kombination mit Opiaten) herbeigeführt hat. Kein Ausweis für ein Medikament, das zahlreiche Suizide durch die bloßen Absetzqualen nach sich gezogen hat. Die Zustände müssen geändert werden. Ich bin nicht die Einzige, die gerade in diesem Moment mit diesem Horror zu kämpfen hat. Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Christine Huff, M. D.
Das sollte an alle Ärzte und Apotheker verteilt werden!!

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 21.04.2020 06:54
von Murmeline
Ein Update ein Jahr nach Null.
Übersetzung im nachfolgenden Beitrag

Many people ask me to express my healing in terms of a percentage, but it’s hard to assign an exact numerical value. It’s more useful for me to speak in terms of my current level of function. Although I need to lie down to rest during the afternoons, I’m no longer bedridden as I was last year. Showering, cooking, doing laundry, and walking are no longer a big deal. But I still have physical limitations, and if I’m not careful, my exuberance about getting back to life causes me to “crash” and end up in bed for a few days. However, this is happening less as time goes on.

The month of March 2020 has been the biggest test of my health so far. I took a trip to Disneyland over spring break, just before my one-year anniversary off benzodiazepines, which was March 15. I was able to handle air travel and three busy days in the park, not at full speed, perhaps, but I still accomplished a great deal. I arrived back from Disneyland only to be isolated in my home with my husband and nine-year-old daughter because of the COVID-19 pandemic. During this time I’ve been preparing three meals a day, homeschooling my daughter, and also tackling one home project after another to keep myself distracted. Despite the extreme stress of the situation, I’m able to cope. This would have been impossible last year.
Despite my improvements, I still have bad days, and I get frustrated that my mind and body aren’t the same. Lately I’ve asked myself, “What if this is best I ever get? Could I live this way the rest of my life?” The answer is yes! I still have symptoms and limitations, but I am living my life. I am able to experience joy again, and my life is fulfilling. There was a period of years where I wanted to die every day, and I’m so glad I didn’t give in to that desire.

My health has improved immensely in the last year, and I expect to continue with the current trajectory of healing. I don’t know how long it will take, or whether I’ll ever be completely symptom free. I’m just taking it one day at a time and continuing to think positively about the future. I think the biggest testament to my recovery is that recently I’ve started unconsciously speaking about my benzo ordeal in the past tense.
https://www.benzoinfo.com/2020/04/20/on ... ign=buffer

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 21.04.2020 09:24
von FineFinchen
Hallo, :-)

vielen Dank fürs Einstellen, Murmeline :-)

Hier ist die Übersetzung:

Viele Leute möchten, dass ich meine Heilung in Form eines Prozentsatzes ausdrücke, es ist aber schwer, einen genauen Zahlenwert festzulegen. Für mich ist es sinnvoller, über mein aktuelles Funktionsniveau zu sprechen. Obwohl ich mich nachmittags zur Erholung hinlegen muss, bin ich nicht mehr so bettlägerig wie im letzten Jahr. Duschen, Kochen, Wäsche waschen und Spaziergänge sind keine große Sache mehr. Aber ich habe immer noch körperliche Einschränkungen, und wenn ich nicht aufpasse, dann führt die Überschwänglichkeit, wieder ins Leben zurückzukehren, dazu, dass ich "abstürze" und für ein paar Tage im Bett lande. Das passiert jedoch mit der Zeit immer weniger.

Der März 2020 war der bisher größte Test für meine Gesundheit. Ich reiste kurz vor meinem einjährigen Benzodiazepin-Jubiläum, dem 15. März, in den Frühjahrsferien nach Disneyland. Ich war in der Lage, die Flugreise und drei ausgefüllte Tage im Park zu bewältigen, vielleicht nicht mit voller Leistung, aber ich habe trotzdem sehr viel erreicht. Ich kam aus Disneyland zurück, nur um wegen der COVID-19-Pandemie mit meinem Mann und meiner neunjährigen Tochter in meinem Haus isoliert zu sein. Während dieser Zeit habe ich drei Mahlzeiten am Tag zubereitet, meine Tochter zu Hause unterrichtet und auch ein Hausprojekt nach dem anderen in Angriff genommen, um mich abzulenken. Ich bin trotz des extremen Stresses dieser Situation in der Lage, damit fertig zu werden. Im vergangenen Jahr wäre das unmöglich gewesen.
Ungeachtet meiner Verbesserungen habe ich immer noch schlechte Tage, und ich bin frustriert, dass mein Geist und mein Körper nicht mehr derselbe sind. In letzter Zeit habe ich mich gefragt: "Was ist, wenn dies das Beste ist, was ich je bekommen werde? Könnte ich den Rest meines Lebens so leben?" Die Antwort ist ja! Ich habe immer noch Symptome und Einschränkungen, aber ich lebe mein Leben. Ich bin in der Lage, wieder Freude zu erleben und mein Leben ist erfüllend. Es gab einen jahrelangen Zeitraum, in dem ich jeden Tag sterben wollte, und ich bin so froh, dass ich diesem Wunsch nicht nachgegeben habe.

Mein Gesundheitszustand hat sich im letzten Jahr immens verbessert und ich gehe davon aus, dass ich den derzeitigen Heilungsverlauf fortsetzen werde. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird oder ob ich jemals völlig beschwerdefrei sein werde. Ich gehe einfach einen Tag nach dem anderen an und schaue weiterhin positiv in die Zukunft. Ich glaube, der größte Beweis für meine Genesung ist, dass ich in letzter Zeit unbewusst angefangen habe, über meine Benzo-Tortur in der Vergangenheitsform zu sprechen.



Wenn ich meinen eigenen Verlauf ansehe, erkenne ich viele Parallelen mit ihrem Bericht. Es wurde auch bei mir schrittweise immer besser, ich blieb auch (fast immer) positiv und ja, ich habe damals auch unbewusst angefangen, vom meiner "Benzo-Zeit und dem -Entzug" in der Vergangenheitsform zu sprechen. Ich glaube, das ist ein wichtiger Schritt, um diese Zeit in sein Leben einzubauen, anzunehmen und abzuschließen.

Viele Grüße & bleibt gesund und zuversichtlich
Finchen

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Verfasst: 21.04.2020 09:48
von Clarissa
Vielen lieben Dank, liebe Finchen, für diese Übersetzung!

Auch ich finde viele Parallelen zu meinem Verlauf.

Auch ich habe weiter "Abstürze", besonders nach "Überforderung", auch ich würde so weiterleben wollen, selbst wenn sich keine Verbesserungen mehr ergeben. Ich lebe mein Leben, richtig.

Alles Gute und VG von Clarissa