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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
LinLina
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von LinLina »

Liebe Poti :-)

danke fürs melden :hug: das tut mir sehr leid, dass dich eine so heftige Welle erwischt hat :-( gut, dass es langsam wieder ein wenig besser wird.

Ich wollte nur kurz darauf hinweisen, auch für alle anderen Betroffenen im Entzug: Reisetabletten, auch Emesan, beinhalten meist den Wirkstoff Diphenhydramin, der auf Histamin- Serotonin- und Opioidrezeptoren wirkt und auch Anticholinerg wirkt. Der Wirkstoff geht ins zentrale Nervensystem. Im akuten Entzug und auch besonders im protrahierten Entzug gerade von Antidepressiva würde ich unbedingt davon abraten.

Diphenhydramin war auch Ausgangssubstanz/Vorbild für die Entwicklung der SSRI.

https://de.wikipedia.org/wiki/Diphenhydramin

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Abend alle miteinander.

Bin grad auf nen Artikel gestoßen:
Ist auf Englisch.

http://www.dailymail.co.uk/health/artic ... brain.html

Es geht um die Ssri und evtl Schäden.

Will niemanden verängstigen , nur den Bericht mit eich teilen.

Gruß Hope
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

:? Vl wäre jemand bereit diesen Text zu übersetzen wenn man grad zeit hat zufällig. Bin leider kein Englishspezialist
sonst hätte ich das gemacht. :roll:

LG
Poti
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Poti »

Liebe Lina,

danke für deine Antwort!

Ich habs mir ja fast gedacht, dass die Reisetabletten mehr mit der Welle zu tun haben könnten als der Stress. Stress hat man auch so oft und trotzdem wurden die Wellen danach nie so furchtbar schlimm und lang anhaltend wie diese jetzt :(

Aber was hat das jetzt zu bedeuten, dass ich tagelang nen ZNS-aktiven Stoff zu mir genommen hab?
Startet mein Entzug dann wieder bei Null? :cry: :cry:

Manche hier im Forum sagen ja, dass alles von vorne angefangen hat, als sie nochmal ein PP oder Antibiotika eingenommen haben..
Aber in den vielen vielen Monate dazwischen, muss sich doch eigentlich ganz viel getan haben auf der Neurotransmitterebene oder?

Ich kann momentan echt nicht mehr.. gestern war so ein schlimmer Abend, nur weil ich eine halbe Stunde am PC saß und den Text geschrieben hab :cry:
Bitte sagt mir, dass ich die 3 Jahre jetzt nicht nochmal wiederholen muss, das halt ich nicht aus :cry:

liebe Grüße an alle,
Poti
Grundproblematik: Angst-/Panik-Störung, Essstörung, phasenweise Depressionen

Medikation: Paroxetin Suspension
07.-09.2013: Einschleichen auf 10 mg
09.-11.2013: 10 mg (Effekt: Keine Besserung der Ängste, leichte Besserung der Depressionen)
11.-12.2013: 20 mg (Nebenwirkungen: starke Müdikeit und Nachtschwitzen, Verlust von Emotionen)
12.2013: 30 mg (Beginn von Brain-Zaps, zusätzlich zu den andren Nebenwirkungen)
Entschluss abzusetzen
01.-02.2014: "Ausschleichen" von 30mg auf 0 mg; alle 1-2 Tage um 1-2 mg runtergegangen --> quasi Kaltentzug!!
Seit Anfang März 2014 auf 0 mg.

Die ersten zwei Wochen massive Absetzerscheinungen in der vollen Bandbreite.
Dann 4 Wochen extreme Hochphase, teilweise richtige Euphorie.
im April 2014, 6 Wochen nach Null, kam der große Knall und nichts ging mehr,
seit dem im protrahierten Entzug mit Wellen und Fenstern.

Von Jahr zu Jahr bemerk ich leichte Verbesserungen, es geht flach bergauf!
LinLina
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von LinLina »

Hallo Poti :-)

nein, du startest nicht von null :hug:

Dein Nervensystem ist irritiert und gestresst und es ist eine lange Welle dadurch ausgelöst worden.

Genau wie du schreibst, in den vielen Monaten ohne PP hat sich ganz viel getan, durch ein paar Tage einnahme wird das nicht rückgängig gemacht worden sein.

Wenn Betroffene es so empfinden, dass der Entzug von vorne anfängt, bedeutet das denke ich, dass man sich zurückversetzt fühlt wegen der Symptome, die so stark sein können wir am Anfang. Dennoch ist schon ganz viel Heilung passiert, die man dann einfach nicht merken kann wenn man in einer schlimmen Welle steckt.

Pass gut auf dich auf

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

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Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
Siggi
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Siggi »

Hallo Hope,

mein Schulenglisch hat in all den Jahren etwas gelitten :) und warum sich anstrengen, wenns Tante Google übersetzt 8-)

Voilà:
857/5000
Mehr Briten als je zuvor nehmen Antidepressiva - Rezepte für die häufigste Art, bekannt als SSRIs (Serotonin selektiven Reuptake Hemmer), stieg um 165 Prozent zwischen 1998 und 2012.

Aber ein umstrittenes neues Buch, The Sedated Society, behauptet diese Drogen, sagte, um ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn zu korrigieren, sind die falschen Dinge, um emotional verletzlichen Menschen - Erwachsene oder Kinder zu geben.

In einer excoriating Einschätzung der Drogeindustrie und der Psychiatrie behaupten Experten, daß die Beweise für Antidepressiva fehlerhaft sind und sagen, daß die Drogen nie gezeigt worden sind, um ein chemisches Ungleichgewicht zu korrigieren.

Dennoch werden Millionen Medikamente verschrieben, die potentiell extrem schädlich sind.


Lieben Gruß Siggi
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
jedoch immer mal wieder Fenster.... die ich dann versuche zu genießen und davon zu zehren[/spoil]
Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie »

Hallo,
LinLina hat geschrieben: Wenn Betroffene es so empfinden, dass der Entzug von vorne anfängt, bedeutet das denke ich, dass man sich zurückversetzt fühlt wegen der Symptome, die so stark sein können wir am Anfang. Dennoch ist schon ganz viel Heilung passiert, die man dann einfach nicht merken kann wenn man in einer schlimmen Welle steckt.
So sehe ich das auch,es kann richtig heftig sein und auch länger dauern,aber es reguliert sich wieder und dann sind wir wieder ein Stück weiter.....!

Für mich sind solche Rückschläge auch immer ein Warnschuß !
Mir zeigt es: Ich bin noch nicht durch und muß sehr vorsichtig sein!
Poti hat geschrieben: Ich kann momentan echt nicht mehr.. gestern war so ein schlimmer Abend, nur weil ich eine halbe Stunde am PC saß und den Text geschrieben hab :cry:
Ja,das kenne ich,wird aber auch wieder,am besten viel Ruhe halten,aber das weißt du ja :hug: !
LG
Nospie
Poti
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Poti »

Liebe Lina,

tausend Dank für deine Antwort! :hug:
Ich hab mich wieder ganz tief in so böse Katastrophengedanken reinziehen lassen und mich verurteilt, wieso ich immer alles falsch machen muss..
Aber jetzt bin ich wieder ein bisschen hoffnungsvoller und kann das momentane Tief wieder mehr als zwar heftige, aber ansonsten normale Welle sehn, die auch wieder abklingen wird.

Liebe Nospie, vielen Dank auch für deine netten Worte und deine Erfahrungen!

Ihr seid alle so super lieb und empathisch hier im Forum.. das bin ich aus der Welt da draußen gar nicht gewohnt.. und es tut wirklich gut!

Ich wünsche euch allen nur das Beste :group:
Poti
Grundproblematik: Angst-/Panik-Störung, Essstörung, phasenweise Depressionen

Medikation: Paroxetin Suspension
07.-09.2013: Einschleichen auf 10 mg
09.-11.2013: 10 mg (Effekt: Keine Besserung der Ängste, leichte Besserung der Depressionen)
11.-12.2013: 20 mg (Nebenwirkungen: starke Müdikeit und Nachtschwitzen, Verlust von Emotionen)
12.2013: 30 mg (Beginn von Brain-Zaps, zusätzlich zu den andren Nebenwirkungen)
Entschluss abzusetzen
01.-02.2014: "Ausschleichen" von 30mg auf 0 mg; alle 1-2 Tage um 1-2 mg runtergegangen --> quasi Kaltentzug!!
Seit Anfang März 2014 auf 0 mg.

Die ersten zwei Wochen massive Absetzerscheinungen in der vollen Bandbreite.
Dann 4 Wochen extreme Hochphase, teilweise richtige Euphorie.
im April 2014, 6 Wochen nach Null, kam der große Knall und nichts ging mehr,
seit dem im protrahierten Entzug mit Wellen und Fenstern.

Von Jahr zu Jahr bemerk ich leichte Verbesserungen, es geht flach bergauf!
Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie »

Hi Hope :) ,
HOPE85 hat geschrieben: Bin grad auf nen Artikel gestoßen:
Ist auf Englisch.

http://www.dailymail.co.uk/health/artic ... brain.html

Es geht um die Ssri und evtl Schäden.
Irgendwie ist der Link beim Zitieren mutiert :) ,hier ist er richtig:
http://www.dailymail.co.uk/health/artic ... brain.html

Auszug:
These withdrawal effects can last for years, as Viscount Hinchingbrooke described last week.


Das ist ja genau das,was wir hier erleben :cry: .

Auszug:
Research on animals has found that antidepressants can shrink the connections between brain cells and that these don't grow back after the drugs are stopped.


Ich glaube nicht,dass diese Versuchstiere lange Zeit zum Regenerieren hatten.Jahre schon mal garnicht.
Wir sind da besser dran !

Ich vermisse solche Artikel in Deutschland,na ja,was nicht ist kann ja noch werden.

Viscount Hinchingbrooke : Über ihn (von ihm) haben wir doch hier auch schon Texte,er erholt sich jedenfalls.
Ist auch ein Lichtblick.

LG
Nospie
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Hallo liebe Leidensgenossen.
Gibt es vl erfahrungen mit der wiedereinnahme von ssri nach langer zeit die zur besserung führten?
Überlege vl mal wieder paxil einzuwerfen. Vl lässt sich ja mit dem Teufel ein pakt schließen.

GRÜSSE HOPE
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Danke Katharina. Wie es aussieht kommt man wohl nie aus der Hölle.

:censored: Leben. Oder besser gesagt überleben.

Gruß Hope
carlotta
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carlotta »

Hallo Hope,

eigentlich lautet die "Regel", dass man bis ca. 6 Wochen auf null noch ganz gute Karten hat für eine "erfolgreiche" Wiedereindosierung, danach steigt das Risiko paradoxer Reaktionen bzw. von Unverträglichkeit. Es gibt wohl auch Betroffene, die nach längerer Zeit auf null noch wiedereindosieren können.

Ich kann Deinen Gedanken aus der Verzweiflung heraus verstehen, ich hatte nach längerer Zeit auf null ähnliche, habe es aber nicht gewagt, "den Teufel herauszufordern", um mal bei Deinem Bild zu bleiben. Ich fürchte, das kann böse nach hinten losgehen und kann Dir nicht wirklich dazu raten. Falls Du es dennoch versuchen willst, nimm bitte nur eine Minimenge (deutlich unter 1 mg); dann "haut" es ggf. nicht so "rein", falls Du es nicht mehr verträgst. Zudem wird man solche kleinen Dosierungen schneller wieder los.

Zu Deiner Info noch: Gerade bei SSRI zeigt sich häufig, dass sie im zweiten bzw. wiederholten Anlauf nicht mehr vertragen werden. Ein Hinweis darauf, dass ihre Einnahme wohl deutliche Spuren im ZNS hinterlassen hat.

Liebe Grüße :group:
Carlotta

PS: Hormone sind nichts anderes als Neurotransmitter, sie spielen im Entzug grundsätzlich eine Rolle. Allerdings kann es bei schweren Verläufen sein, dass sich daran nichts regulieren lässt, da zentrale Eingriffe häufig nicht toleriert werden. Man kann dann nur auf die Zeit setzen.
Zuletzt geändert von carlotta am 24.07.2017 14:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Hallo Carlotta. Danke für dein Beitrag.
Bin einfach fertig mit der Welt. Entweder alles oder nichts.
Leben oder .....
Denk ich mir manchmal.
Das macht mich so fertig , weiß einfach nicht mehr wie oder was.
Hab voele Berichte gelesen auch den von Leon . Was soll ich noch dazu sagen.

Es kommt mir so vor als müsste man entweder so leben für den rest oder man beendet das ganze.
Diese Gedanken sind halt echt da bei solchen Verläufen.
Jeder einzelne hier tut mir leid .

LG

Hope
carlotta
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carlotta »

Hallo Hope,

ich verstehe Dich. :hug:

Denke, solche (wenn auch krassen) Gedanken sind bei heftigen Einschränkungen über längere Zeit in gewisser Weise "normal". Wie soll man immer weiter Kraft aufbringen, wenn die Akkus immer leerer werden und nicht mehr aufgefüllt werden können? Auch mir sind sie nicht fremd, es ist einfach ein Ausdruck der tiefen Verzweiflung. Man will ja leben, aber eben tatsächlich leben und nicht jahrelang in so einem elendigen Zustand irgendwo zwischen Leben und Tod hinvegetieren.

Das Schlimme ist, dass man kein Ende absehen kann. Dabei könnte ein zeitlich festes Ziel (selbst wenn es bspw. erst in zwei Jahren ist) enorm helfen, all das durchzustehen. Sicher wird es irgendwann besser, viele erholen sich soweit, dass sie wieder ein Leben haben. Aber wir wissen nicht, wann das sein wird. Und das ist ganz schwer zu ertragen.

Wir können uns nur gegenseitig immer wieder aufbauen und hoffen bzw. daran arbeiten, dass die Verzweiflung uns nicht komplett übermannt. Verzweiflung braucht auch ihren Platz, sie muss auch sein dürfen. Nur wenn sie endgültig die Oberhand gewinnt, ist es schlecht.

Auch ich muss gerade sehr kämpfen, damit das nicht passiert. Dabei bin ich auch sehr erschöpft von den ganzen Jahren des Aushaltens und Kämpfens.

Es ist nicht leicht.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Jeanny444 »

Hallo in die Runde,

Ich leide auch an Muskelschwäche und habe gelesen, dass ich nicht die Einzige bin. Meine Frage ist nun, ob es sich bei einigen wieder verbessert hat oder sogar ganz verschwunden ist. Was hat eventuell geholfen?

LG Jeanny
Diagnose: Depression

Einnahme von Venlafaxin von 2007 bis 2016

Hochdosiert auf 2 mal täglich 150 mg

Dann auf 2 mal täglich 75 mg

Die letzten Jahre 2 mal 37,5 mg täglich

Das letzte halbe Jahr vor dem kompletten Absetzen einmal 37,5 mg

abgesetzt im Juli 2016 von 37,5 mg auf 0 nach Aussage von 3 Psychiatern, dass es sicher sei

Wiedereindosierung im Mai fehlgeschlagen. War ein Versuch, die Symptome abzufangen

Seit Oktober 2016 diverse Symptome, die immer schlimmer wurden:

Verlust von Appetit und Hungergefühl, Schwäche in den Beinenund Armen mit Stromgefühl und Empfindungsstörungen, Sehprobleme, Allgemeine Schwäche, Gewichtsverlust, Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Weinen nahezu täglich, Druck im Kopf, Balanceprobleme, kann kaum noch aus dem Haus vor Schwäche, keine positiven Gefühle mehr, nur noch Traurigkeit und Angst vor den Symptomen

Aufenthalt in der Psychiartischen Klinik:

Aussage der Ärzte, dass sei alles psychosomatisch. Wollten Mirtazipin ansetzen und Psychotherapie beginnen. Habe mich nach einer Woche entlassen lassen.
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Hallo . Ich denke ich hab da ne passende Antwort gefunden , die für unser Leiden verantwortlich ist:

Antidepressants damage brain cells

Neuronal (brain cell) damage: Dr Grace Jackson points out that there are indications that antidepressants have the potential to actually change the structure of the brain (reducing dendritic length and dendritic spine density of serotonin nerve cells). In rat studies these changes did not reverse after the drugs were stopped.7 Alarmingly, serotonin “receptors actually die back and disappear. In some regions of the brain, the dieback may result in losses of 40-60% of serotonin receptors.”13

Hier der Link:

https://ssristories.org/antidepressants ... sinfo-com/

:cry: :evil: :censored:
Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie »

Hallo,
HOPE85 hat geschrieben: Neuronal (brain cell) damage: Dr Grace Jackson points out that there are indications that antidepressants have the potential to actually change the structure of the brain (reducing dendritic length and dendritic spine density of serotonin nerve cells). In rat studies these changes did not reverse after the drugs were stopped.7 Alarmingly, serotonin “receptors actually die back and disappear. In some regions of the brain, the dieback may result in losses of 40-60% of serotonin receptors.”13
Ich hatte es ja oben schon einmal gesagt:
Nospie hat geschrieben: Ich glaube nicht,dass diese Versuchstiere lange Zeit zum Regenerieren hatten.Jahre schon mal garnicht.
Wir sind da besser dran !
Hope,versuche mal nicht soviel über irreparable Schäden durch SSRI zu forschen,damit macht man den Horror nur noch schlimmer !
Das kenne ich aus Erfahrung !

Zur Abwechsung mal etwas zum Aufbauen:

Claudius (surviving antidepressants),er war ca 7 Jahre in diesem Irrsinn http://survivingantidepressants.org/ind ... omment-693

Hier ist mal ein Bericht von ihm:
http://survivingantidepressants.org/ind ... ment-88648
Posted May 16, 2014

I wrote already a lot in this forum and others, and like many I was totally unaware of what was ahead of me when I quit Seroxat. Even after repeated attempts to quit, the dime did not fell and in September 2007, still ignorant about WD and tapering, I quit for the final time from 10 mg just before going on a holiday to Italy.

The holiday was about the best 2 weeks of my life, but one month after being home again the withdrawal hit me hard as ever. And that was the start of a long long road though Hell and beyond, in which I visited numerous therapists, lost my job, tens of thousands of bugs and felt like worse than the living dead for almost 2 years.

But this is about succes stories... :) The good news is that recovery started in the second year off, albeit slowly and bumpy whit long and nasty waves for another couple of years . Now after more than 6.5 years off I feel pretty much close to healed. Many symptoms are gone completely, I feel mentally pretty stable (not to confuse with very happy because I still have many things to worry about in life), a pretty active social life and embared for a 80% job for the first time in Februatry this year.

Unfortunately, my employer had to close their business recently so I have to hunt for a job again, but for many years this was really impossible.But I know that even further recovery will come and though it takes 7-8 years in total, we DO recover from this and we ARE able to built a new life.

I will give an other update if even better news is available.


Und dann etwas später:

Posted May 20, 2014

Thanks for your reactions. My progress over the last few years has been very slowly and still with the waves/windows pattern.

I feel emotionally pretty strong now, see some future (for a long time I did only see a very dark and black future) and see the light at the end of the tunnel. But I say partial recovery, because the tinglings and electrical jolts are still there, but when they are on their low points, I feel able to funciton normally. So I still need more time (nobody knows how much more I guess) to feel healed completely.


Ihr müßt mal den Übersetzer bemühen,eigentlich recht einfach verständlich.

Nicht aufgeben ! Weitermachen !
Ich weiß,dass es oft kaum zu ertragen ist :group: ,aber es gibt auch POSITIVE Berichte über Langzeitbetroffene !
Und mir sind Berichte von Betroffenen immer wesentlich wichtiger wie Berichte von "Experten".
LG
Nospie
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Hey Leute .
Glaub ich pack das alles nicht . Bin jeden Tag im Krankenhaus ( herzrasen 160 , atemnot , usw.)
Schwäche auch noch vorhanden etc. Glaub der Teufel wartet nur bis er meine Seele bekommt. Weiß nicht mehr weiter . Wie ich da raus komme . Jeder Tag ist gleich . Keine soz. KONtakte . Familie ist gemütlich im urlaub während ich tag für tag ums leben kämpfe. Ehemalige Freundin schwanger entbindet demnächst . Ich bekomme ne tochter und bin ein pflegefall und allein. Was mir bleibt sind die Symptome. Und die hölle . Tag für Tag.
Weiß einfach nicht weiter. Alles was ich versuche klappt nicht. Vl bin ich verrückt . Und miss mit neuroleptika zugedröhnt werden.bin erst aus dem krankenhaus raus , neben mir lag ein krebspatient im endstadium, er konnte alles noch machen , laufen , rausgehen , tel, kontakte ..

Und ich , was bleibt mir

Gruß hope
HOPE85
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von HOPE85 »

Überall wird man als eingebildeter kranker dargestellt.
Alles ost einbildung....
Wie soll man das Aushalten das alles. Es ist das gesamtpaket . Es erdrückt einen....
Kaum schnappt man nach luft zieht einen die höllenspirale den schlund hinunter.
Unterstützung von familie bzw. Verständnis , fehlanzeige !
Alle haben erwartungen.
Mdk bei begutachtung zur pflegestufe macht sich über den zustand lustig. Rentenversicherung sagt man ist gesund obwohl man so gut wie tot ist , mit leben hat das nichts mehr zu tun.
Überall kämpfen kämpfen kämpfen

Gruss hope
carlotta
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carlotta »

Hallo Hope,

bin gerade ähnlich verzweifelt. :cry: Mag das auch gerade alles nicht mehr ertragen. Und dann die Abhängigkeit von Institutionen, wie Du schreibst, ganz schlimm. :( Sich Behandlern gegenüber sehen, die meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und könnten uns im Bruchteil einer Sekunde "durchschauen". Dabei sind sie einfach nur so platt und plump unterwegs, voreingenommen, blind, unprofessionell, dass einem schlecht wird. Und ja, von solchen Leuten hängt letztlich die Existenz ab, sie entscheiden über Wohl und Wehe. :frust:

Hope, das ist grausam und man muss auch mal k*tzen dürfen, sonst entwickelt man obendrauf noch depressive Zustände. Traumatisiert ist man eh. Die Helfer werden zu Tätern. Wie aus dem perfekten Horrorfilm. :alptraum:

Wenn es einen schlimm erwischt hat, ist es u. U. eine mehrjährige Geschichte. Und Du bist noch nicht so lange auf null, das Intermezzo mit dem JK solltest Du miteinbeziehen. Es kann Entzüge ordentlich verschlimmern/verlängern und selbst auch Entzug auslösen. Ich versuche es gerade in Minischritten abzusetzen (hatte es auch mal als Entzugsdeckelung versucht, was ein großer Fehler war) und es macht mich seit den Schritten im unteren Dosisbereich jedesmal bettlägerig und sehr krank, auch über Monate. Es steht synthetischen AD in nichts nach. :vomit:

Du hast noch einiges an Lebenszeit vor Dir, Du wirst Deine Tochter noch aufwachsen sehen, Du wirst ihr auch ein guter Vater sein können, wenn Du diesen fiesen Entzug überstanden hast. Es wird ein harter Weg, fürchte ich, aber er führt da raus. Ich weiß, zeitweise kann man sich das nicht mehr vorstellen, geht mir auch so. Aber es gibt so viele Langzeitbetroffene, die es nach vielen Jahren geschafft haben.

Es muss weitergehen, oder? :hug: Sonst hätten ja die sog. Medikamente gewonnen.

Verträgst Du Magnesium und Fischöl? Man kann damit im Entzug bei regelmäßiger Einnahme die schlimmsten Zustände etwas lindern und den Körper unterstützen. (Wirkt auch Blutdruck regulierend und kann Stresshormone senken.). Aber nicht jeder verträgt es. Falls Du es ausprobieren möchtest, dann bitte mit Minidosierungen.

Liebe Grüße und viel Kraft :group:
Carlotta
Zuletzt geändert von carlotta am 28.07.2017 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
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"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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