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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

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Coldine
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Coldine » Samstag, 06.09.14, 19:58

Hallo drops,

mir geht es zur Zeit genauso wie Dir. Ich kann den Schwindel und das Verschwommensehen in der Wohnung kaum ertragen. Man denkt dann, damit kann man doch nicht nach draußen. Aber ich kann dann ganz gut autofahren. Und auch in den Geschäften ist es dann in der Regel besser als zuhause.Es geht mir draußen insgesamt viel besser als daheim.

Liebe Grüße,

Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Samstag, 06.09.14, 22:06

Hallo, bin hier eine interessierte Mitleserin.

Habe eine Frage an drops und curly: Mich hindert die DR/das Gehirnwackeln am Rausgehen, Fahrrad- und Autofahren. Hattet Ihr das auch und ist es soweit verschwunden, daß Ihr eben gefahrlos wieder Auto und Rad fahrt?

Im Moment habe ich große Angst, das verschwindet nie. Habe ja geglaubt, irgendwann ist mal (fast) alles wieder gut...

Danke für Antwort und VG von sleepless

curlytitus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von curlytitus » Sonntag, 07.09.14, 8:37

Hallo drops68 und sleepless2014,
ich habe das letzte Mal im Februar 2012 Ariclaim=Duloxetin (gleiche wie Cymbalta) genommen. Es ging mir so schlecht, weil ich ja kalt abgesetzt habe, das ich dann irgendwann vom Arzt Opi verschrieben bekommen habe. Leider wußte ich zu diesem Zeitpunkt gar nichts über die Tabletten und über den Entzug. Es hat mich keiner gewarnt oder in irgend einer Form informiert.

Zum Gehirnwackeln kann ich selber nix sagen, ist wohl mal ein Symptom, was ich nicht habe. Mich läßt die Panik nicht mehr raus gehen, das kann sich aber ganz schnell wieder ändern, so daß ich wieder vor die Tür gehen kann. Und die Angst das es nicht mehr weggeht ist ein eigenes "Symptom" für sich. Das hat man fast bei allen Symptomen, die Angst es bleibt, die Hoffnungslosigkeit.

Gruß
Curly
Ariclaim 30 mg Wirkstoff Duloxetin Einnahme 2 Jahre wegen Schmerzen durch das Kiefergelenk, kalt abgesezt ab 28.01.2012, da ich das AD nicht mehr vertragen habe, ich meine kein Hüsterchen, sondern schon lebensbedrohliche Symptome. Ich bekam keine Luft mehr, konnte vor zittern nicht mehr laufen, schwitzen, frieren, der ganze Körper hat gezuckt. Ich weiß nicht ob es eine paradoxe Reaktion war oder ein Serotonin Syndrom!
Seit Mai 2012 125 mg Opipramol
Seit 2016 69 mg Opipramol
Die genauen Absetztschritte waren immer wieder individuell und ich bin 2 Jahre 2014 und 2015 an 5mg gescheitert und mußte alles wieder aufdosieren. Habe mich monatelang Katastrophe gefühlt. Symptome: Angst, Panik, Taubheitsgefühle Beine+Arme und Nase, Atemnot, Schwitzen, Frieren, Bauchschmerzen, Durchfall, Gedankenkarrusell, Hoffnungslosigkeit, null Kraft, nervös, Zittern, innerliches Vibrieren, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen, verbranntes Gefühl auf der Haut, Gefühl es sitzt jemand auf dem Brustkorb,Zwangsgedanken,Heulanfälle, Herzklopfen wie verrückt,nicht mehr raus gehen könnten, kein Auto fahren, seit SD Medi richtige Todesangst usw.

rosalienchen
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von rosalienchen » Sonntag, 07.09.14, 9:40

Hallo Ihr Lieben, schön das ihr diesen Thread eröffnet habt, ich schließe mich dann mal an was? Bin seit 2, 7 Jahren ohne AD.. seit letztem Jahr Okt./Nov. ohne Betablocker. Momentan geht es mir sehr schlecht ... Symptome über Symptome.. wenn es mir wieder etwas besser geht schreibe ich ausführlicher.. momentan weiß ich für mich nur, es zerrt unwahrscheinlich diese ganze Geschichte, mein Leben hat sich dadurch sehr verändert, und an manchen Tagen verliere ich die Hoffnung das es je wieder besser wird.. aber andere haben es auch geschafft, dann werd ich es auch schaffen..
LG
Rosalienchen
mittelschwere Depressionen, Angst und Panik, Sept-Nov. trimiparin, weiss aber nicht mehr genau wieviel, musste es dann absetzen weil ich nicht mit klar gekommen bin,
seit november 2010 venlafaxin 37,5mg
nach 2 wochen hoch auf 75 mg
september 2011 von 75mg runter auf 37,5mg
starke stromstösse, übelkeit, nervosität, traurig, unruhig
genau weiss ich es nicht mehr ich glaube im dezember runter auf 18 mg und im januar auf 12,5mg dann im februar ganz abgesetzt
seitdem alle symptome die es gibt in verschiedenen abständen jeden monat was anderes habe ich das gefühl, seit märz betablocker morgens 25mg abends 25mg, nur mit nebenwirkungen zu kämpfen, seit anfang september nur noch morgens 25 mg, nebenwirkungen lassen langsam nach, seit 3 wochen nur ne viertel metobeta, jetzt seit einer woche nur noch jeden zweiten tag eine viertel metobeta, dann tgl. eine viertel metobeta also12,5mg, jetzt seit weihnachten aufgrund von herzstolpern und einer panikattacke wieder auf 25mg, seit april 2013 nur noch ein krümel also 12 mg metobeta, und ich glaube ich habe das schlimmste überstanden, sicherlich gibt es noch tage wo stundenweise symptome auftreten, aber es ist auszuhalten, ich sage mir immer das geht vorbei und motiviere mich selbst. im juli eine op mit kurznarkose, 2 wochen später kommen alle absetzerscheinungen wieder zurück, jeden tag was anderes, schwindel, üelkeit, frieren, schwitzen, zittern, weinerlichkeit ect
seit 30.10.2013 letzten krümel betablocker abgesetzt, nun medikamentenfrei.. symptome weiterhin stundenweise am tag... frieren, schwindel, muskelzittern, nackenverspannungen und schmerzen, blutdruck sehr niedrig, müdigkeit, stimmungsschwankungen,
Im Februar 2015 werden es 3 Jahre ohne Ad und mein Zustand ist oft einfach katastrophal.

drops68
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Sonntag, 07.09.14, 12:40

Hallo an alle, hallo sleepless,
sleepless2014 hat geschrieben:Habe eine Frage an drops und curly: Mich hindert die DR/das Gehirnwackeln am Rausgehen, Fahrrad- und Autofahren. Hattet Ihr das auch und ist es soweit verschwunden, daß Ihr eben gefahrlos wieder Auto und Rad fahrt?
Ganz am Anfang ging bei mir ja auch gar nichts. Habe mich überhaupt nicht getraut, nur einen Meter vor die Tür zu gehen.
Ich weiß gar nicht mehr wann, ich schätze so nach einem halben Jahr, habe ich es einfach versucht.
Je nach Verfassung wäge ich ab, was in dem Moment gefahrloser ist. Wenn der Schwindel und DR zu doll sind, schwing ich mich lieber aufs Fahrrad. So viele Kilometer wie in den letzten Monaten bin ich noch nie geradelt :D Soll aber auch heißen, dass ich das Autofahren oft lieber lasse, weil ich dann doch befürchte, einen Unfall zu bauen. Und längere Strecken würde ich mir z.Zt. eh nicht zutrauen, im Stadtbereich oder bis zu einer halben Std. waren bisher immer ok, wie gesagt waren die Symptome dann deutlich weniger als zuhause..

Liebe Grüße

drops
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Jamie
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Jamie » Sonntag, 07.09.14, 12:47

Hallo sleepless,

ich habe auch einen Kaltentzug hinter mir von 100mg Sertralin (Einnahme 1 Jahr). Abgesetzt in 6 Tagen auf null. Die Monate danach waren Horror. :shock:
Das Gehirnschwappen kenne ich sehr gut. Hatte immer das Gefühl, mein Gehirn kommt nicht mit, wenn ich meinen Kopf oder die Augen bewege.
Zudem war mein Hirn wie in einen Nebel eingehüllt; der bekannte "Matschkopf" :oops: .
Ich war auch sehr unsicher auf den Beinen, hatte auch oft ein Schwindelgefühl.
Ich kann bestätigen, dass sich das besserte (bei mir innerhalb von 12 Wochen) und ich mich danach auch wieder getraut habe Auto zu fahren.
Der Kaltentzug hat mir in etwa 2 Jahre meines Lebens, meinen Universitätsabschluss und meine Beziehung geraubt :( :( :( :cry: :cry: :cry: :( :( :(

Gruss
Jamie
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curlytitus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von curlytitus » Sonntag, 07.09.14, 13:39

Hallo Jamie,
du hast geschrieben, das der 2 jährige Kaltentzung dich die Liebe und die Uni gekostet hat. Heißt das, dir geht es jetzt wieder gut und du hast alles überstanden? Oder hast du weiterhin Probleme? Wenn ja, welche? Hast du danach noch mal ein AD genommen?

Gruß
Curly
Ariclaim 30 mg Wirkstoff Duloxetin Einnahme 2 Jahre wegen Schmerzen durch das Kiefergelenk, kalt abgesezt ab 28.01.2012, da ich das AD nicht mehr vertragen habe, ich meine kein Hüsterchen, sondern schon lebensbedrohliche Symptome. Ich bekam keine Luft mehr, konnte vor zittern nicht mehr laufen, schwitzen, frieren, der ganze Körper hat gezuckt. Ich weiß nicht ob es eine paradoxe Reaktion war oder ein Serotonin Syndrom!
Seit Mai 2012 125 mg Opipramol
Seit 2016 69 mg Opipramol
Die genauen Absetztschritte waren immer wieder individuell und ich bin 2 Jahre 2014 und 2015 an 5mg gescheitert und mußte alles wieder aufdosieren. Habe mich monatelang Katastrophe gefühlt. Symptome: Angst, Panik, Taubheitsgefühle Beine+Arme und Nase, Atemnot, Schwitzen, Frieren, Bauchschmerzen, Durchfall, Gedankenkarrusell, Hoffnungslosigkeit, null Kraft, nervös, Zittern, innerliches Vibrieren, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen, verbranntes Gefühl auf der Haut, Gefühl es sitzt jemand auf dem Brustkorb,Zwangsgedanken,Heulanfälle, Herzklopfen wie verrückt,nicht mehr raus gehen könnten, kein Auto fahren, seit SD Medi richtige Todesangst usw.

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 07.09.14, 14:49

Hallo, Jamie1979 und alle anderen Mitleser/Mitkämpfer,

danke für Eure Antworten. Helfen mir richtig gut weiter.

Nach 2 Tagen Matschkopf und DR hatte ich wieder gar keine Hoffnung mehr, daß das JE verschwindet. Wobei ich immer den Eindruck hatte, der Matschkopp ist erst nach gewisser Zeit der NL-Einnahme so richtig aufgetreten. Aber habe hier im Forum gelesen, daß manche Entzugssymptome erst bis zu 6 Wochen nach Entzug beginnen. Wie auch immer ...

Und dann befürchte ich, der Schlafmangel trägt auch noch dazu bei (zu DR und Matschkopp) - ist aber wohl bei Dir nicht so, Jamie? - Ürigens, Jamie, kann ich nach 5 komplett schlaflosen Nächten jetzt ohne alles außer L-Tryptophan 2g (k.A., ob das hilft) zumindest 3, max. 4 Std. nachts UNRUHIG schlafen, aber ohne REM-Schlaf und bin nicht ausgeruht danach, wie auch. Viel besser war es mit D*minal auch bloß nicht, dafür aber viele NW, und die sedierenden AD, da habe ich nicht geschlafen, war aber tagelang schwindlig und benommen.

Aber immerhin, dachte, ich schlafe NIE mehr. Paar Stündchen schaffst Du doch auch, Jamie, wenn ich mich recht eingelesen habe, aber erst im Morgengrauen, wie ätzend ? Bist Du noch am Abdosieren? Vielleicht können wir noch Hoffnung haben und es regelt sich mit der Schlaferei doch ETWAS ein, zu guten Schläfern werden wir sicher nie.

Bin auch gespannt auf Jamies Antwort auf Curlys Fragen. Curly, das Opi ist doch auch ein AD, oder?

LG und im voraus danke von sleepless.

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene ! - weitere Anfrage

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 07.09.14, 15:30

Ich habe noch eine Anfrage an die Langzeitbetroffenen:

Wie war es bei Euch mit den Kraftreserven?

Im Moment könnte ich schon wg. Kraftmangel gar kein Fahrrad fahren. Ich habe den Eindruck, der Entzug verbraucht meine ganze Kraft, eben auch die physische.

Kommt die Kraft wieder und dann auch so schubweise/wellenförmig?

LG , sleepless

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !Weitere Fragen:

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 07.09.14, 19:34

Ist es so, daß vorwiegend besonders sensible Menschen protrahierte Entzüge durchmachen (müssen) ?

Gibt es auch User, die korrekt abgesetzt haben und dabei und danach (fast) völlig symptomfrei waren ?

Kann sein, daß dies schon irgendwo steht, habe zwar viel gelesen ...

Danke und VG sleepless

curlytitus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von curlytitus » Sonntag, 07.09.14, 19:48

Hallo sleepless2014,
ich kann dir bestätigen, das der Entzug einen total schlapp und kaputt macht. Bei mir war es die meiste Zeit so, das ich unruhig und rastlos war oder bin. Es gab aber schon auch oft Zeiten, wo ich mich nicht mehr von hier nach da bewegen konnte. Das kann ich dir auch von vielen anderen bestätigen, die genau in der Situation stecken. Trotz des Gefühls keine Kraft mehr zu haben oder total kaputt zu sein, können die Betroffenen meistens noch nicht mal mehr schlafen!

Ich habe noch eine für mich wichtige Frage! Hat jemand von euch vielleicht auch Krämpfe in der Kaumuskulatur. Wenn es mir richtig schlecht geht, wie im Moment, dann habe ich solche Krämpfe in der Kaumuskulatur, das ich mich fast fest beiße. Wäre froh, wenn ich darauf Antworten bekäme


Gruß
Curly
Ariclaim 30 mg Wirkstoff Duloxetin Einnahme 2 Jahre wegen Schmerzen durch das Kiefergelenk, kalt abgesezt ab 28.01.2012, da ich das AD nicht mehr vertragen habe, ich meine kein Hüsterchen, sondern schon lebensbedrohliche Symptome. Ich bekam keine Luft mehr, konnte vor zittern nicht mehr laufen, schwitzen, frieren, der ganze Körper hat gezuckt. Ich weiß nicht ob es eine paradoxe Reaktion war oder ein Serotonin Syndrom!
Seit Mai 2012 125 mg Opipramol
Seit 2016 69 mg Opipramol
Die genauen Absetztschritte waren immer wieder individuell und ich bin 2 Jahre 2014 und 2015 an 5mg gescheitert und mußte alles wieder aufdosieren. Habe mich monatelang Katastrophe gefühlt. Symptome: Angst, Panik, Taubheitsgefühle Beine+Arme und Nase, Atemnot, Schwitzen, Frieren, Bauchschmerzen, Durchfall, Gedankenkarrusell, Hoffnungslosigkeit, null Kraft, nervös, Zittern, innerliches Vibrieren, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen, verbranntes Gefühl auf der Haut, Gefühl es sitzt jemand auf dem Brustkorb,Zwangsgedanken,Heulanfälle, Herzklopfen wie verrückt,nicht mehr raus gehen könnten, kein Auto fahren, seit SD Medi richtige Todesangst usw.

drops68
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Sonntag, 07.09.14, 20:05

Hallo Curly,

kenne ich auch. Nicht nur die Kaumuskeln, sondern auch Zunge - fühlte sich an, als ob alles verkrampft, die Zunge anschwillt und ich ersticke. War manchmal tagelang und (wie vieles andere auch) von heut auf morgen wieder verschwunden.

Liebe Grüße

drops
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
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06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
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carriecat
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !Weitere Fragen:

Beitrag von carriecat » Sonntag, 07.09.14, 21:04

sleepless2014 hat geschrieben:Ist es so, daß vorwiegend besonders sensible Menschen protrahierte Entzüge durchmachen (müssen) ?
Hallo Sleepless,

ich habe mich eigentlich nicht für besonders sensibel gehalten....vielleicht sensibel was das Vertragen von Medikamenten angeht. Ich habe nie irgendwas genommen, außer Schmerzmittel, weil ich an Endometriose leide. Bin ein paar Mal mittels Bauchspiegelung operiert worden, Narkosen sind für mich ganz schwierig zu verpacken.
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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carriecat
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carriecat » Sonntag, 07.09.14, 21:09

Achso, für die Statistik :D . Ich bin jetzt 42 und habe zu schnell (innerhalb von 3 Monaten) abgesetzt...und dazu noch 2 Medikamente gleichzeitig.
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Sonntag, 07.09.14, 21:21

Hallo,
sleepless2014 hat geschrieben: Ist es so, daß vorwiegend besonders sensible Menschen protrahierte Entzüge durchmachen (müssen) ?
Wir machen einen körperlichen Entzug durch,bis das Gehirn sein chemisches Gleichgewicht gefunden hat kann es sehr lange dauern.
Wenn man eh schon sehr sensibel ist beutelt einen das ganze vermutlich noch mehr.
Ich war körperlich nie besonders anfällig für Krankheiten,habe alles essen und trinken können und hatte auch nie Probleme mit Medikamenten (falls
ich überhaupt mal welche nahm)....bis der AD-Entzug anfing.
sleepless2014 hat geschrieben: Wie war es bei Euch mit den Kraftreserven?
Nix mehr da. Fast permanentes Krankheitsgefühl -Schwäche...seit November 2012.
Jamie1979 hat geschrieben:Der Kaltentzug hat mir in etwa 2 Jahre meines Lebens, meinen Universitätsabschluss und meine Beziehung geraubt :(
Der Entzug kann einem das komplette Leben auf den Kopf stellen!
Er kann Beziehungen zerstören,berufliche Karrieren beenden und schlimm Betroffene in den Selbstmord treiben.
Klingt hart.Ist aber meine Überzeugung.
LG
Nospie

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 07.09.14, 21:55

Na dann ... Mist.
Aber gut zu wissen.
Das mit dem Selbstmord kann ich mir gut vorstellen.

Danke und LG sleepless

Coldine
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Coldine » Sonntag, 07.09.14, 22:00

Hallo curly,

Du fragst nach der Verkrampfung der Kaumuskulatur. Das habe ichn immer wieder mal. Dann muss ich mit dem Kauen aufhören, bis sich die Muskulatur wieder entspannt hat. Vor kurzem hatte ich sogar einmal so etwas wie einen Muskelkrampf, der sich anfühlte, als wenn er tief innen im Kopf stattfand und seitlich am Hals bis zur Schulter zog. Auch die Zähne auf dieser Seite schmerzten. Alles fühlte sich an wie ein Muskelkrampf. Ich habe mir ganz schnell eine Wärmeflasche daraufgelegt und es verschwand innerhalb kurzer Zeit. Der Schmerz ist fast unerträglich. Das habe ich bis jetzt in den ganzen Jahren 4 Mal gehabt und macht immer richtig Angst.

Liebe Grüße

Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

schneefloeckchen
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von schneefloeckchen » Sonntag, 07.09.14, 22:03

Hallo Ihr Lieben!
Ja Nospie genau so wie Du sehe ich es auch.
Ein Entzug kann ein mühsam aufgebautes Leben zerstören.
Liebe Grüße von Monika
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Clarissa
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Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 07.09.14, 22:18

Bitte mir nicht allen Mut nehmen, bin sowieso fast am Ende mitunter .... ziemlich oft ...

LG sleepless

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Sonntag, 07.09.14, 22:35

Hallo sleepless :hug: ,
nee..nicht den Mut verlieren ...du schaffst das und wir anderen auch :!: :!:
Aber weißt du,wenn man schon soviel durch den Entzug erlebt hat ist man auch sehr geschockt..... und zornig
über die Folgen.
Wir schaffen das :wink: :sports: :!:
LG
Nospie
Nachtrag: .....und wenn wir durch sind werden wir einiges nachholen :wink: :D.

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