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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

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MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus » Mittwoch, 28.01.15, 9:18

Hallo ihr Lieben,

ich liege seit Montag mit ner dicken Grippe im Bett. Hatte zwischenzeitlich bis 40,4 Fieber. Ich war gestern beim Arzt, um die Lungen abzuhören, alles frei! Ich habe mich erfolgreich gegen ein Antibiotikum ausgesprochen.
Jetzt zu meiner Frage: Ich merke wie ich schon wieder in die negative Gedanken- und Gefühlsspirale drifte. Da ich während dem kalten Entzug noch nicht so arg krank war, weiß ich nicht, ob das Symptome triggert? Mir ist das schon 3-4 Tage vor Ausbruch der Grippe aufgefallen. Hatte so eine Art Panikattacken während der Arbeit.

Ich weiß dass Antibiotika Symptome triggern können, aber das Virus ansich?

Lieben Dank und ich hoffe euch geht es einigermaßen gut!

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

sportler1987
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von sportler1987 » Mittwoch, 28.01.15, 18:47

MorulaMyomatosus hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

ich liege seit Montag mit ner dicken Grippe im Bett. Hatte zwischenzeitlich bis 40,4 Fieber. Ich war gestern beim Arzt, um die Lungen abzuhören, alles frei! Ich habe mich erfolgreich gegen ein Antibiotikum ausgesprochen.
Jetzt zu meiner Frage: Ich merke wie ich schon wieder in die negative Gedanken- und Gefühlsspirale drifte. Da ich während dem kalten Entzug noch nicht so arg krank war, weiß ich nicht, ob das Symptome triggert? Mir ist das schon 3-4 Tage vor Ausbruch der Grippe aufgefallen. Hatte so eine Art Panikattacken während der Arbeit.

Ich weiß dass Antibiotika Symptome triggern können, aber das Virus ansich?

Lieben Dank und ich hoffe euch geht es einigermaßen gut!

Morula
hi, also ich denke nicht, dass es am virus direkt liegt, sondern daran, dass allgemein eine körperschwäche wieder etwas von der entzugssymptomatik auslösen kann. ergibt ja auch sinn: der körper spürt ja, dass er krank ist und die psyche natürlich auch und sofort hat der entzug wieder etwas, von dem er zehrt und sich nährt und vll wieder etwas mehr aufblüht.
ich zb musste auch starke antibiotika nehmen und habe eigentlich keine verschlechterung gespürt.

meine frage an euch: wie wirkt sich meditation bei euch aus? hat jemand erfahrungen? habe gestern begonnen damit, irgendwie muss man die ZNS und geist beruhigung ja beschleunigen können. hab zwar gelesen, dass es bei angststörungen nicht so ideal sein kann, aber ich denke man kanns versuchen. jegliche entspannung sollte gut tun.
15.8.2013 - 60mg duloxetin
15.1.2014 - 30mg kügelchenentzug, aber zu schnell
1.4.2014 - 0 mg
1.6.2014 - massiver entzug (hölle), monatelang
1.7.2014 - extreme, rasche besserung durch 30mg mirtazapin
1.9.2014 - reduziert auf 15mg
seit 1.12.14 - 7,5 mg mirta : eigentlich so lala stabil, aber noch viele mühsame duloxetin entzugssymptome (körperlich)

angstphasen, niedere stresstoleranz, dauernd muskelzucken, tinnitus, ohrwürmer sind noch da, muskelschmerzen
(große angst vor fibromyalgie...)

carriecat
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carriecat » Mittwoch, 28.01.15, 21:38

Guten Abend,

ich hab im Moment wieder so die Schnute voll. Immer noch Probleme mit dem Essen....verstopfte Nase, teilweise verschleimter Hals, es schlägt auf die Stimme...alle sprechen mich schon immer drauf an warum meine Erkältung nicht weg geht. Es ist zum Heulen.

Ich möchte nur einmal wieder was essen und mir keine Gedanken darum machen, ob ich nachher ständig aufstoßen muss, mir die Luft weg oder oder oder.... :(
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

Hinweis:
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Monalinde
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Monalinde » Donnerstag, 29.01.15, 13:31

Hallo carriecat,

dass Du die Geschichte langsam satt hast, kann ich gut nachvollziehen. Mir ist beim Lesen Deines postings der Gedanke gekommen, ob es nicht einen Zusammenhang zwischen dem Aufstoßen und der verstopften Nase geben könnte. Ich hatte für mindestens 1/2 Jahr dieses Luftaufstoßen, speziell nach dem Essen auch, verbunden mit einer diagnostizierten Speiseröhrenentzündung infolge von zu viel Magensäure. Um es kurz zu machen, das Aufstoßen lässt mich zur Zeit in Ruhe, teils weil ich sehr Diät lebe, und teils auch, weil ich versuche, dem Stress so weit als möglich aus dem Weg zu gehen.
Vielleicht auch, so hoffe ich es wenigstens, dass der Entzug nach über zwei Jahren vielleicht auch einmal an Wirkung verliert.

Seit ich das saure Aufstoßen nicht mehr spüre, ist auf jeden Fall die Rachenschleimhautentzündung mit den damit verbundenen Schmerzen zurückgegangen. Dieser lag nach mehrmaliger Begutachtung durch den HNO auch keine Infektion zu Grunde. Ich vermute deshalb auch einen Zusammenhang mit dem Entzug. Was ich noch habe,ist die Nebenhöhlenentzündung, die meinen HNO jedesmal ins Grübeln bringt und auch die Verschleimung im Rachen. Fließschnupfen, verstopfte Nase und häufige Niesanfälle sind mir treu geblieben. Mir bringt ein bisschen Kaugummikauen in diesem Punkt Erleichterung, weil sich vermutlich der Schleim etwas abschwächt, vielleicht kannst du das auch ausprobieren. Das soll auch für die Speiseröhre gut sein, wegen der Elastizität.
Etwas Besseres dazu fällt mir auch nicht ein. Was schon sehr seltsam ist, ist, dass ich diese Symptome erst 1 1/2 Jahre nach dem endgültigen Absetzen der Medikamente bekommen habe, nachdem wiederum andere weggefallen sind.
Ich lese sehr viel auch in anderen Foren, ich habe mir für meinen Ruhestand zwar etwas anderes vorgestellt, aber ich bemerke hier grundsätzlich einen trend weg von den Antidepressivas, und auch sehr viel mehr kritische Anmerkungen darüber.
Das nutzt uns Betroffenen jetzt auch nicht mehr viel, aber die Hoffnung auf Besserung dürfen wir nicht aufgeben. Carry, drücken wir uns gegenseitig die Daumen, dass wir noch eine Chanc haben

Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Mrs Columbo
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Registriert: Montag, 19.03.12, 11:51

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Mrs Columbo » Freitag, 30.01.15, 21:46

Hallo ihr Lieben,

@ Morula: Ich denke auch, jede Art von Schwächung kann Symptome verstärken. Aussderdem bemerke ich bei mir, dass gerade die Angstsymptome es lieben, wenn es mir auch körperlich nicht gut geht und dazu auch noch Ruhe da ist. Das hohe Fieber ist bestimmt auch nicht zu unterschätzen... Beim Antibiotika wäre ich vorsichtig, ich weiss von ein paar Betroffenen, dass die durchaus heftig getriggert haben. Muss aber natürlich nicht sein. Allerdings ist wohl auch entscheidend, welche Art Antibiotika. Sorry, habe das gerade nicht mehr im Kopf, aber Nospie kennt sich da aus. Wenn Du magst und da mehr Informationen brauchst, schreib eine PN oder ich frag nach. Ganz gute Besserung! :-)

@carriecat: Das tut mir leid :-( Alles Liebe. Ich habe momentan gerade auch so die Schnauze voll und mag nicht mehr. Schicke Dir aber wenigstens eine Umarmung, wenn Du magst. :-)

@sportler: Ich habe viel Positives darüber gelesen. Regelmässige Meditation mildert Depressionen und Ängste und hilft dem Gehirn, Balance zu finden und sich umzubauen. Ich habe es eher immer mal wieder sporadisch mit Achtsamkeitsübungen probiert, aber gerade aktuell denke ich, es koennte eine echte Chance sein, dem ZNS nachhaltig zu helfen - wenn es für einen passt (es kann erstmal ungewöhnlich sein und auch Angst machen). Wichtig ist die Regelmässigkeit. Ich scheitere da leider dran, weil es mir nicht gut geht oder ich nicht diszipliniert genug bin bzw. es zuviele Baustellen gibt. Andererseits sage ich mir: Täglich meditieren anstatt täglich irgendein Medikament einzuwerfen, das muss doch zu packen sein!

Lieber Gruss,
Mrs Columbo
Symptome: (Wiederkehrende depressive Episoden, Stimmungsschwankungen, gelegentlich unklare Symptome wie Erschöpfung, Schwindel); Diagnose: (unklar, meist Depression als Hauptsymptom. 2009: Akut Erschöpfungsdepression wg. Krebserkrankung)
Medikation: (Fluoxetin, 20mg, 7 Monate) (>>) (Venlafaxin, 75mg, 1 1/2 Jahre)
Absetzverlauf (15.09.2011, 75mg): (1 Monat 55mg) (>>) (1Monat 37,5mg) (>>) (6 Wochen lang weiter herunterdosiert bis auf 12 mg) (>>) (1 Monat 12mg) (>>) (seit 02.02.2012 auf 0mg)

Seither protrahierter Entzug in Wellen.
Nach 9-monatiger symptomfreier Zeit begann nach OP alles von vorne.
Hauptsymptome: Depersonalisation/Derealisation; Angst; negative Zwangsgedanken.

Seit 4/5 2015 symptomfrei!

MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus » Sonntag, 01.02.15, 9:31

Hallo Mrs. Columbo,

lieben Dank für deine Antwort. Heute ist es wirklich wieder schlimm! Ich bin schon mit zwangsgedanken aufgewacht :cry:
Natürlich denke ich sofort wieder, dass das nicht mehr weg geht und jetzt so bleiben wird!
Die Grippe ist jetzt (bis auf Husten und eine belegte Stimme) überstanden und jetzt geht das schon wieder los.. Das darf doch echt nicht wahr sein! :(
Ich weiß einfach nicht wie ich das Kopfkino ausschalten kann!
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Mrs Columbo
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Registriert: Montag, 19.03.12, 11:51

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Mrs Columbo » Sonntag, 01.02.15, 11:57

Ach Morula :-( das tut mir leid...!!
Gut, dass wenigstens die Grippe vorbei ist. Wobei ich stark vermute, dass Du wahrscheinlich lieber tauschen würdest. :-/ Es wird wieder besser werden. Ich zwinge mich selbst gerade dazu, das zu glauben, auch wenn es schwer ist. Ich denke an Dich und glaube, sehr gut zu wissen, wo Du gerade bist.
Gegen Zwangsgedanken habe ich ein - zugegeben sehr kleines - Hilfsmittel, dass bei mir in schlimmen Phasen nur Sekunden wirkt, aber immerhin ein kurzes Aufatmen ermöglicht: Ein inneres Bild/Imagination, oder ein Wort/Satz, der in mir Entspannung auslöst. Kannst Du so etwas finden oder hast Du das? Und das konsequent immer wieder ins Gedächtnis rufen. Es ging bei mir dann immer wieder mit den Zwangsgedanken los, aber es ist, wie kurz etwas Druck aus dem Ventil zu lassen.
Was hilft Dir?
Alles Liebe,
Mrs Columbo
Symptome: (Wiederkehrende depressive Episoden, Stimmungsschwankungen, gelegentlich unklare Symptome wie Erschöpfung, Schwindel); Diagnose: (unklar, meist Depression als Hauptsymptom. 2009: Akut Erschöpfungsdepression wg. Krebserkrankung)
Medikation: (Fluoxetin, 20mg, 7 Monate) (>>) (Venlafaxin, 75mg, 1 1/2 Jahre)
Absetzverlauf (15.09.2011, 75mg): (1 Monat 55mg) (>>) (1Monat 37,5mg) (>>) (6 Wochen lang weiter herunterdosiert bis auf 12 mg) (>>) (1 Monat 12mg) (>>) (seit 02.02.2012 auf 0mg)

Seither protrahierter Entzug in Wellen.
Nach 9-monatiger symptomfreier Zeit begann nach OP alles von vorne.
Hauptsymptome: Depersonalisation/Derealisation; Angst; negative Zwangsgedanken.

Seit 4/5 2015 symptomfrei!

MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus » Sonntag, 01.02.15, 12:10

Hey. Danke für deine aufbauenden Worte. Das mit der Imagination ist eine gute Idee..Das werde ich versuchen. Ansonsten hilft mir (mal mehr mal weniger) stupide TV gucken. Ich wünsche mir so sehr mal wieder ein Buch lesen zu können. Mensch..was habe ich früher viel gelesen. Ich habe es geliebt! Wenn ich heute ein Buch in die Hand nehme, überfordern mich die vielen Buchstaben regelrecht. Ich kann mich überhaupt nicht darauf konzentrieren und drifte immer wieder ab. Dann kommt noch dazu, dass sich mein Hirn dann an einzelnen Sätzen bzw. Themen festbeißt und nicht mehr loslässt. :frust:

Niemals hätte ich gedacht, dass es irgendwann mal mein größter Wunsch sein wird ein Buch zu lesen. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass das mal nicht mehr geht. :cry:
Jetzt bin ich schon wieder abgedriftet....

Jedenfalls habe ich mich heute für eine Stunde zur Arbeit gezwungen. Das war, wider erwartend, ganz okay. Ich war ja abgelenkt. Ich hatte zwar immer mal so Anflüge von Verzweifelung, aber es war auszuhalten.

Wie geht es dir denn im Moment eigentlich Mrs Columbo?

Liebste Grüße :hug:

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

carriecat
Beiträge: 761
Registriert: Donnerstag, 03.11.11, 12:33

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carriecat » Montag, 02.02.15, 8:49

Guten Morgen Ihr Lieben!

@Mona, danke, ich denke dass das auch davon kommt. Das mit dem Kaugummikauen ist eine gute Idee, das versuche ich mal. Allerdings kriege ich davon immer Hunger....nicht gut, wenn man eh schon keine zarte Elfe ist :D

@ Mrs. Columbo, danke für die Umarmung :hug:
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

Hinweis:
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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Freitag, 27.02.15, 9:17

Hallo :group: ,
Mrs Columbo hat geschrieben: Allerdings ist wohl auch entscheidend, welche Art Antibiotika. Sorry, habe das gerade nicht mehr im Kopf, aber Nospie kennt sich da aus.
Mal kurz dazu:
Das sind Fluorchinolone,die haben mich nach einem Jahr im Entzug erst so richtig in die Hölle gebracht,muß ja nicht bei jedem so sein.......
Das Zeug ist mit äußerster Vorsicht zu genießen :!:
Sollten nicht mal "Normale" nehmen.Und wenn,dann nur wenn andere Antibiotika nicht wirken.
Hier mal 2 Links :
https://ciprohilfe.wordpress.com/
http://www.survivingcipro.com/
surviving cipro,na...klingelts ?
Die sind wohl chemisch mit vielen ADs verwandt....... :wacko:
So,ich melde mich in einem Monat wieder zum Update,bin gerade wieder in einer üblen Welle....29.Monat um....... :frust:
LG
Nospie
:group:

Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 27.02.15, 9:50

Hallo ihr lieben, hier ist auch noch ein Bericht zu Cipro

http://www.cbgnetwork.org/4888.html

Wenn es nicht um euer Leben geht bitte auf gar keinen Fall nehmen. Mir ist es wegen Verdacht auf eine Blasentzündung verschrieben worden :frust: :frust: :frust: :frust:

Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Montag, 09.03.15, 11:07

Hallo,
hier ist eine Seite,die ich euch nicht vorenthalten will (danke carlotta :hug: ):

Sie ist auf DEUTSCH :!: :
http://my-free-mind.at/protrahiertes-ab ... ei-phasen/
http://my-free-mind.at/psychopharmaka-absetzsyndrom/

Mal kurz ein Auszug:
Was kann nach dem Absetzen passieren?

In der Vergangenheit wurde oft die Meinung vertreten, dass Probleme nach dem Absetzen von Psychopharmaka nicht länger als zwei Wochen anhalten können und sich auf „sanfte“ Symptome (wie Schwindel) beschränken würden.

Alles, was darüber hinausgeht, würde die Krankheit des Patienten darstellen, die wieder aufgeflammt ist bzw. so stark ausgeprägt ist, dass dieser Patient lebenslang Medikamente nehmen sollte.

und:

Leider kann es aber passieren, dass man in diesem Zusammenhang Probleme bekommt, die sogar monate- oder jahrelang anhalten können. Und Personen, denen das passiert, brauchen Unterstützung.

Bei vielen Betroffenen verschwinden diese Probleme von alleine wieder, selbst nach vielen Monaten – so plötzlich wie sie aufgetaucht sind.

Ich habe unzählige Patientengeschichten gelesen und die Zeit hat oftmals wahre Wunder vollbracht.

Lest euch die Seite mal durch.......
LG
Nospie

edgar
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von edgar » Dienstag, 17.03.15, 21:00

Hallo zusammen, :)

ich bekam von Carlotta Folgendes zur Weiterleitung an Euch gemailt:

Hallo Ihr,

Das ist ein ganz wichtiger Text für alle Langzeitbetroffenen (könnt Ihr auch gerne im Forum posten), auch wieder von Monica Cassani:

"My favorite MD is an unusual man of great insight who is also a scientist and researcher. This is a man who has never told me what to do and only supported my process by being witness and offering insights when and if applicable. I found him later in the drug withdrawal journey, after I was off the offending drugs that harmed me. I was still bedridden. He certainly saw the worst of the iatrogenic injury. He once said to me that those of us who have the most extreme reactions to the drugs are actually the most likely to heal and transform. He said the mere fact that we are so profoundly injured by them is proof of our highly neuroplastic brains. And while the healing process may sometimes be radical and even violent, that ultimately when we’ve healed, we’ve also transformed in profound ways. Indeed, this is becoming my experience."

Und:
"Emotional “dysregulation” is plasticity. It inherently holds healing within it. Stop believing something is wrong with you. Surrender to the ride."

Mehr hier:
http://beyondmeds.com/2015/03/15/emotio ... egulation/


Ganz liebe Grüße
edgar und auch von carlotta
Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Dienstag, 31.03.15, 14:20

Hallo,
ich habe da mal was zum Spielen :wink: ,
muß doch auch mal sein.......
den Link hatte ich schon mal irgendwo im Forum reingesetzt,aber ich
denke,hier ist er auch gut aufgehoben.
Ihr könnt einen Nervenarzt therapieren...Viel Erfolg !
http://www.mut-zum-anderssein.de/holodeckholodoc.html
LG
Nospie

Kaulquappe 411
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Kaulquappe 411 » Sonntag, 03.05.15, 15:16

Hihihi, ich lach mich schlapp ..... hab dann gleich mal die Spielerei ausprobiert und mir vorgestellt, dass die unfähigen Psychiater, denen ich begegenet bin, vor mir sitzen würden.
Ich hätte dann gerne mal ne Prise Kawumm genommen, das hilft ganz sicher und mach auf keinen Fall abhängig und man kann es sein Leben lang nehmen, denn es ist sooooo harmlos.

Klasse Idee, danke! :-D
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Dienstag, 05.05.15, 9:44

Hallo Kaulquappe :) ,
da gibt es noch mehr Spiele,Tassen an die Wand werfen usw.
http://www.mut-zum-anderssein.de/holodeckdocdance.html
http://www.mut-zum-anderssein.de/holode ... erfen.html
Im übrigen ist die ganze Seite klasse !

Mal was anderes. Edgar hat doch diesen guten Text hier reingestellt:
edgar hat geschrieben: Das ist ein ganz wichtiger Text für alle Langzeitbetroffenen (könnt Ihr auch gerne im Forum posten), auch wieder von Monica Cassani:

"My favorite MD is an unusual man of great insight who is also a scientist and researcher. This is a man who has never told me what to do and only supported my process by being witness and offering insights when and if applicable. I found him later in the drug withdrawal journey, after I was off the offending drugs that harmed me. I was still bedridden. He certainly saw the worst of the iatrogenic injury. He once said to me that those of us who have the most extreme reactions to the drugs are actually the most likely to heal and transform. He said the mere fact that we are so profoundly injured by them is proof of our highly neuroplastic brains. And while the healing process may sometimes be radical and even violent, that ultimately when we’ve healed, we’ve also transformed in profound ways. Indeed, this is becoming my experience."
Und da wir nicht alle so ein gutes Englisch haben hatte murmeline ihn übersetzt (habe ich erst jetzt gesehen):

"Meine Lieblingsarzt ist ein ungewöhnlicher Mann von großer Einsicht, der auch Wissenschaftler und Forscher ist. Er ist ein Mann, der mir nie gesagt hat, was zu tun ist und der nur meine Verlauf unterstützt hat, indem er Zeuge war und Erkenntnisse weitergegeben hat, wenn und falls diese passend waren. Ich fand ihn erst später auf meiner Entzug-Reise, nachdem ich von den Medikamente losgekommen war, die mir so viel Schaden zugefügt haben. Ich war immer noch bettlägerig. Er sah sicherlich das Schlimmste an iatrogenen Schäden (EDIT: so werden Krankheitsbilder bezeichnet, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht wurden). Er sagte einmal zu mir, dass diejenigen von uns, die die extremsten Reaktionen auf das Medikamente haben, diejenigen sind, die eigentlich die größtmögliche Wahrscheinlichkeit haben zu heilen und zu transformieren. Er sagte, die bloße Tatsache, dass wir so stark von ihnen verletzt sind ist ein Beweis für unser hoch-neuroplastisches Hirn. Der Heilungsprozess kann manchmal radikal und sogar brutal sein, aber wenn wir geheilt werden, dann haben wir uns letztlich auch tiefgreifend verändert. In der Tat, das ist meine Erfahrung. "

Super ! Danke murmeline,das war Gedankenübertragung!
LG
Nospie

Kaulquappe 411
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Kaulquappe 411 » Montag, 01.06.15, 13:01

Sehr guter Beitrag! Der sagt alles!


Hihihi, habe mich gerade mal im Tassen werfen ausprobiert. Tut gut! Hätt ich in der Praxis meines Psychiaters mal machen sollen, aber da hätte er mir bestimmt die dreifache Menge an Neuroleptikum verschrieben plus einem wohschmeckenden Cocktail aus AD und Benzos. Mmmmm, lecker, kann kaum wiederstehen!
Ach ja, die Ärzte tanzen zu lassen ist auch nicht schlecht, lach!
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Montag, 15.06.15, 9:26

Hallo,
mich würde mal interessieren wie die Erfahrungen von Langzeitbetroffenen mit Medikamenten ist !
Wenn man schon Jahre auf Null ist,sich vielleicht schon wieder gut fühlt .......
Ich komme drauf,weil Aeroman auf surviving (6 Jahre auf Null,fühlte sich seit ca 2,5 Jahre wieder ok)
schlechte Erfahrungen gemacht hat.
http://survivingantidepressants.org/ind ... m-aeroman/
Klar,er hat ausgerechnet Cipro genommen,aber wie ist es mit anderen Sachen,anderen ABs,Narkose,
örtlichen Betäubungen usw.......
Wenn ihr was wißt,her damit.
LG
Nospie

EDIT Murmeline: Hier ist der Austauschthread: viewtopic.php?p=105317#p105317
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 15.06.15, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link ergänzt

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15000
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline » Montag, 15.06.15, 9:35

Nospie,

das ist eine wichtige Frage. Können wir dafür einen eignen Beitrag aufmachen? Diesen Erfahrungsaustausch gezielt zu sammeln wäre ganz hilfreich, auch um später für andere direkt darauf verlinken zu können.

Bist Du einverstanden?
Entweder machst Du dann den neuen Beitrag und setzt in Deinem Beitrag hier oben einen Verweislink dorthin oder ich mach das :)

Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Montag, 15.06.15, 11:17

Hi murmeline :) ,
Murmeline hat geschrieben: oder ich mach das :)
sei so lieb und mach' du das ,bin schon wieder so "brainfog - mäßig" unterwegs :wirbel: ...
LG
Nospie

EDIT Murmeline: Hier ist der Austauschthread: viewtopic.php?p=105317#p105317
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 15.06.15, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link ergänzt

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