Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Spatzine
Beiträge: 30
Registriert: Dienstag, 15.07.14, 12:48

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Spatzine » Freitag, 05.09.14, 11:29

Halli hallo,

Ich bin zwar keine Langzeitbetroffene, aber mich interessiert einfach wie das dann bei euch ist? Geht es euch dann monate- oder jahrelang jeden Tag schlecht? Oder habt ihr auch immer wieder längere Zeiten in denen alles gut ist? Ihr so richtig glücklich und zufireden seid?

Ich habe immer nur einige Tage oder maximal 1 Woche schlimme Symptome gehabt und kam da wirklich an meine Grenzen. Hatte in den Phasen extreme Angstzustände, Schlaflosigkeit, Druck und Anspannung, Wenierlichkeit, Durchfall, depressive Zeiten.

Bei mir besserten nahmen die Symptome dann immer von Tag zu Tag ab und waren plätzlich ganz verschwunden. Zwischendurch hatte ich auch immer ein paar Stunden die syptmomfrei waren.

Wie ist das bei euch wenn es so lange anhält?
Wirklich mein Respekt vor dem was ihr da leistet!!!

Sorry falls die Frage unangebracht ist, dann einfach ignorieren.

LG Spatzine
Vorgeschichte: Hörsturz, Herzrasen, Panik und Angstzustände --> Überforderung
Diazepam:
26.05. Diazepam 10mg 5-5-10 Tropfen für 10 Tage, danach ausschleichen
ab 05.06. Diazepam täglich um 1 Tropfen reduziert
15.06. 0-0-1 Tropfen. Absetzerscheinungen: Schlaflosigkeit; tiefe depressive Phasen, stundenweise; starke Angstzustände; Appetitlosigkeit - Symptome wechselten mehrfach täglich
20.06. Nachmittags sind alles Absetzerscheinungen weg und bleiben weg. GESCHAFFT

Citalopram
27.05. morgens die ersten 10 mg, über 6 Wochen genommen
27.05.-01.06. mir ging es extrem schelcht. Gedanken über Selbstmord, Verdauuungsstörungen, komplette Schlaflosigkeit und kaum gegessen. 4 kg abgenommen.
09.07. auf 5mg reduziert; Absetzerscheinungen: 2 Tage extrem. kurz vor Panikattacke; Schlaflosigkeit; Angstzustände; Durchfall
16.07. - 20.07. 2,5mg, mir geht es sehr gut, fühle mich befreit. Hin und wieder Durchfall
21.07. 0mg
bis 24.07. alles super!, dann folgende Symptome: Krankheitsgefühl, Durchfall, Unruhe, Herzrasen, Herzklopfen, Angstgefühlen; teilweise Schlaflosigkeit
02.08. alle Symptome weg

12.08. Absetzen der Antibabypille. Eine Woche später wieder erste Symptome von Angst, Druck auf der Brust. Steigerung bis hin zu Weinerlichkeit und extremen Angstzuständen. Fast 1 Woche schlaflos. Nach knapp 14 Tagen ist alles wieder weg. GESCHAFFT

Coldine
Beiträge: 341
Registriert: Montag, 09.03.09, 15:25

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Coldine » Freitag, 05.09.14, 11:41

Hallo an Alle,

ich finde es ganz toll, dass es nun diesen Bereich für die Langzeitbetroffenen gibt. Und ich gehöre mit 5 Jahren nach Null wohl richtig dazu.
Ich denke, ich habe mir mit Absetzen von Cortison und dann noch Gabe und dann auch Absetzen von Betablocker noch einmal eine richtige Verlängerung des Entzuges gegeben.

Vieles was hier geschrieben wird, spricht mir aus dern Seele. Ich bin in diesem Jahr 60 gerworden und man hat das Gefühl, es muss doch endlich besser werden, man hat doch gar nicht mehr so viel Zeit.

Auch ich leide noch immer unter permanentem Schwindelgefühl, Unwirklichkeit, Sehstörungen,Angst bis hin zur Panik und vielen anderen Beschwerden.
Vieles war nach ca. 2 Jahren besser geworden bis ich dieses verflixte Cortison Asthmaspray verordnet bekam. Danach ging der Entzug nicht mehr weiter voran, hat sich sogar verschlechtert. Als ich es dann abgesetzt hatte, wurde der Entzug so schlimm wie noch nie zuvor. Vor allem bekam ich dann auch psychische Symptome. Die hatte ich bis dahin noch nicht. Auch mein Blutdruck, der auf einmal durch das Cortison hoch war, hat sich wieder vollkommen normalisiert.
Nach dem Absetzen vom Cortisol habe ich auch eine starke Neurodermitis, vor allem im Gesicht- und Kopfbereich bekommen. Dagegen habe ich aber nichts genommen, habe es einfach "ausgesessen". Nun, nach 1 1/2 Jahren ist sie wieder komplett verschwunden.

Wenn nur alles andere sich nun endlich auch mal verabschieden würde. Nach 5 Jahren hat man keine Kraft mehr.

Euch allen alles Liebe,

Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Freitag, 05.09.14, 12:31

Hallo :group: ,
drops68 hat geschrieben: Nach jeder Zigarette (jaja, ich habe es noch immer nicht geschafft - ich schwacher Mensch :roll: )
Ich rauche auch noch :roll: ,hatte mal für 2 Wochen aufgehört,aber verbessert hat das halt auch nix,ich werde auch mal aufhören,
aber nicht jetzt....
Spatzine hat geschrieben:Geht es euch dann monate- oder jahrelang jeden Tag schlecht?
Mir ging es 4-5 Monate am Stück ganz übel,wog nur noch 48 kg (1,70 "groß") und wollte nur noch sterben!Und ich war schon ein Jahr auf Null.
Diese Verschlimmerung schiebe ich aber auf Antibiotikaeinnahme und kurzfristige (ca 1 Woche) Hormontherapie.
Ich vertrage keine Medikamente mehr und werde die Finger davon lassen.
Spatzine hat geschrieben:Oder habt ihr auch immer wieder längere Zeiten in denen alles gut ist? Ihr so richtig glücklich und zufireden seid?
WOW,glücklich und zufrieden....das möchte ich mal wieder haben :cry: ,davon träume ich.
Bei mir gibt es nur total :censored: oder weniger :censored: .
Na ja,ab und zu war es auch mal garnicht sooo schlecht,aber man traut der Sache nicht mehr.......
Spatzine hat geschrieben: Wirklich mein Respekt vor dem was ihr da leistet!!!
:hug:
Ist erstaunlich was ein Mensch aushalten kann,auch eine Erfahrung ,die man macht.Das hätte sich vermutlich keiner von uns zugetraut.
Wir hätten gerne drauf verzichtet :wacko: .
Hallo coldine,
schön,dass du schreibst!
Coldine hat geschrieben:Und ich gehöre mit 5 Jahren nach Null wohl richtig dazu.
Ich vermute auch,wie du,dass bei dir die Medikamente den Entzug nochmal angefeuert haben.
Und da hat man lange dran zu knabbern....aber es beruhigt sich auch wieder,dauert halt leider sehr lange.
Wir müssen mit Medikamenten (und teilweise auch mit Ernährung) sehr vorsichtig sein.
LG
Nospie

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18430
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Jamie » Freitag, 05.09.14, 13:37

Hallo,

es steht ja die These im Raum, dass Langzeit-Verläufe / protrahierte Entzüge vor allem dann vermehrt auftreten, wenn man falsch absetzt.
Da sich hier jetzt schon Einige gefunden haben, fänd ich es wirklich toll, wenn ihr kurz etwas dazu schreiben könntet (wie ihr abgesetzt habt und ob ihr glaubt, dass es am falschen Absetzen lag).
Euer Erfahrungsschatz ist unbezahlbar!
Ich würde gerne ein wenig empirische Forschung betreiben. Einfach mal festhalten, wie das korreliert ist.
Auch wenn ihr langsam abgesetzt habt, würde mich das sehr interessieren.


Danke an alle :hug:

Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.09.14, 13:42

Hallo, danke für Eure Antworten. Ich habe aufmerksam alle Beiträge gelesen und mein optimistischstes Fazit ist: Ich bin nicht allein.

Ich bekomme den Eindruck: Symptome des Entzuges bleiben länger bestehen (und sind mglw. schwerer und vielfältiger - ? -), wenn man die 55 überschritten hat. Könnte das stimmen?

Außerdem glaube ich auch : Schlaf ist wichtig, und da Schlafmangel/Schlaflosigkeit mich seit Jahren begleiten und ich erst seit 1 Woche die schlafanstoßenden Neuroleptika abgesetzt habe ... kann es nicht so recht voran gehen mit Überwindung der Beschwerden. AKTUELL 5 komplett schlaflose Nächte und 3 mit ca. 3-4 Std. unruhigen Schlafes später bin ich nur noch erschöpft und laufe rum wie Falschgeld. Wie soll der Körper da Kraft haben, einen Entzug zu wuppen.

Die Erfahrung mit Unverträglichkeit von Medikamenten habe ich auch gemacht, die triggern die Symptome.
Och Mönsch, es ist schon Mist.

War vorhin einkaufen, krieche auf dem Zahnfleisch und habe die ganzen normalen Menschen, die Einkauf u.v.m. so nebenbei erledigen und für die Einkauf keine Belastung ist, ernsthaft beneidet. Ich habe im Moment gar nicht mal den Anspruch, richtig glücklich zu sein - beschwerdeärmer, ausgeschlafen, belastbarer, das wär's.

Nochmals danke für die ehrlichen Antworten, ob sie mir nun gefallen oder nicht, und allen einen beschwerdefreien/-armen Tag!

VG, sleepless
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

drops68
Beiträge: 108
Registriert: Donnerstag, 26.09.13, 9:46

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Freitag, 05.09.14, 13:55

Hallo,

mir geht es da genau wie Nospie: Gut oder normal hat es seitdem nicht mehr gegeben. Nur ein erträglich sein.

Vielleicht habt Ihr einen Tipp für mich bezüglich Medikamente:

Während meines letzten Klinikaufenthaltes bekam ich (nach kurzer Einnahmedauer von Mirta - ob `s damit zusammenhängt, wer weiss??) bekam ich tierische Schmerzen in der Schulter, die bis in den Arm gingen.Ich konnte nicht liegen, im Sitzen/Stehen/Laufen ging es. Sollte nur Ibu 800 nehmen und turnen - fertig waren die Ärzte damit. Wäre alles nur die Psyche.
Wieder zuhause wurde in einem speziellen MRT festgestellt, dass ich sowohl einen Bandscheibenvorfall als auch eine instabile HWS habe. Die Schmerzen wurden erträglicher, außer dass mein Nacken mir ja seit dem Absetzen massive Probleme macht.

Nun aber gehen die Schmerzen wieder los. Ich habe solche Panik davor, dass es wieder so schlimm wird, wie in der Klinik, denn diese Schmerzen wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Krankengymnastik bekomme ich, aber sobald sie an die Wirbelsäule geht, habe ich den nächsten Tag starke Ängste und alle anderen Symptome verstärkt. Daher versucht sie über die Füsse (ähnlich einer Fussreflexzonenmassage) die HWS zu stimulieren. Aber wirklich geholfen hat das bisher nicht.

Was, wenn es schlimmer wird. Was, wenn alles vom Bandscheibenvorfall kommt und ich eigentlich keine andere Wahl habe, außer Schmerzmittel oder schlimmstenfalls OP? Ich weiß ja jetzt schon, dass ich weder das eine noch das andere vertragen werde. Und gerade was mache von Euch beschreiben, nämlich dass es danach entzugsmäßig erst richtig los ging...

Was würdet Ihr tun? Hat jemand ähnliche Probleme oder habt Ihr Tipps für mich?

Eure drops
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.09.14, 14:06

Hallo Jamie: Ein interessantes Thema, mir hat sich auch schon der Verdacht aufgedrängt. Ich würde ebenfalls gern mehr darüber erfahren.

Ich selbst habe garantiert und mehrfach falsch abgesetzt.
Das liegt u.a. daran, daß ich mich erst im Nachhinein über das Thema Abdosierung informieren konnte. Ich bin halt stationär gegangen, da stand die Frage überhaupt nicht. Es hieß: Schwerer Entzug, wird wohl 3 Wochen (!) dauern. (Ich war die einzige Medikamentenabhängige.) Auch meine ambulanten Versuche wurden nicht begleitet bzw. ich erhielt z.B. ein Schema zum Z*lpidem-Abdosieren mit tgl. 1/2 weniger und nach paar Tagen dann Null von meiner Ärztin. Das mußte schief gehen und ist es auch. Bei AD und NL hieß es: Einfach absetzen, haben Sie doch gar nicht so lange und hochdosiert genommen wie z.B. Schizophrenie-Pat. (ich hab es off label zum Deckeln des Entzuges und zum Schlafen bekommen).

Hier bei uns ist dosierter Entzug überhaupt nicht populär und ich wüßte keinen Arzt, der die Medikamente zum Zwecke des Abdosierens aufschreiben würde. Ich glaube nicht, daß irgendein Arzt hier sich mit diesem Thema beschäftigt hat.

Ich habe immer noch schwere Symptome, nicht nur die Schlaflosigkeit, die mich schon vorher plagte, und ich habe die Symptome schon seit dem ersten Kaltentzug im November 2013 - und das war nicht der Einzige.

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Umfrage von Jamie.

LG, sleepless2014
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Freitag, 05.09.14, 14:11

Hallo drops,
an OP würde ich erst mal garnicht denken,da bekommst du nur Angst.
Es gibt viele Leute mit BV (unter anderem mein Mann),die müssen nicht gleich operiert werden.
Schmerzen in der Schulter hatte ich massiv während der Einnahme (frozen shoulder),aber es gibt hier auch einige,die haben Schulter/Nackenschmerzen
im Entzug.
Vielleicht meldet sich mal einer :?: :!:
sleepless2014 hat geschrieben: Ich bekomme den Eindruck: Symptome des Entzuges bleiben länger bestehen (und sind mglw. schwerer und vielfältiger - ? -), wenn man die 55 überschritten hat. Könnte das stimmen?
CloneX hier aus dem Forum mußte sein Studium 3 Jahre auf Eis legen,der war bestimmt noch keine 60.
In Paxil Progress habe ich von vielen gelesen die auch im p.Entzug stecken und um einiges jünger sind.Ich kenne User,die ebenfalls drinstecken und die
sind fast 20 Jahre jünger wie ich.......

Hallo jamie,
ich glaube schon,dass es bei mir am falschen Absetzen lag.....
Ich bin innerhalb von drei Monaten auf Null,zuerst halbiert,dann geviertelt,dann Null...es ging nach ca 6 Wochen los...mit der Absetzgrippe.
Wenn es nach dem Arzt gegangen wäre ,hätte ich einen kalten Entzug machen sollen.
LG
Nospie

drops68
Beiträge: 108
Registriert: Donnerstag, 26.09.13, 9:46

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Freitag, 05.09.14, 14:37

Ich nochmal,

hatte Jamie´s Antwort vorhin gar nicht gelesen, als ich meine Anfrage schrieb.

Ich denke, ich habe auch zu schnell abgesetzt, bzw. ja auch die Ärzte, die Cita (welches ich ja 10 Jahre genommen habe) innerhalb kürzester Zeit gegen Venla ausgetauscht hatten (30 mg runter auf 10mg, nach ein paar Tagen ganz weg und Venla rein). Das war wohl der Anfang allen Übels.

Ob es wirklich ein Fehler war, am Ende das Mirta einfach wegzulassen? Ich hatte unter Mirta am Ende ja starke Suizidgedanken, die ich vorher in meinen schlimmsten Krisen nieeeeee gehabt habe. Mein Bauchgefühl sagte mir einfach, dass das Medikament weg muss. Was wäre gewesen, wenn ich es weiterhin genommen hätte, nur um richtig auszuschleichen? Mag es mir gar nicht ausmalen.

Wenn ich dann die Langzeit-Ausschleicher sehe (fällt mir spontan Siggi ein) die über Jahre zwar korrekt ausschleichen aber heftigst unter Symptomen leiden, eben genau wie unsereins, die Falsch-Ausschleicher.
Kann man da wirklich immer sagen, welche Form des Absetzens die Richtige ist?

Viele Grüße
drops
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.09.14, 14:57

@drops68: Dein Beitrag stimmt mich nachdenklich, ich hätte vermutet, daß korrektes Absetzen weitgehend vor protrahiertem Entzug schützt.

@nospie: Soooo alt ist 60 nun auch wieder nicht, geht ganz schnell. Und wir oldies haben auch noch eine Chance verdient. - Ich hatte vermutet, daß die Neuroplastizität mit zunehmendem Alter eben abnimmt. Habe aber keine Erfahrung und lese noch nicht so lange mit.

schneefloeckchen
Beiträge: 476
Registriert: Dienstag, 22.01.13, 12:50
Wohnort: Berlin

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von schneefloeckchen » Freitag, 05.09.14, 17:37

Hallo Ihr Lieben!
Danke Nospie für diesen Thread.
Ich möchte mich auch in die Runde der Langzeitbetroffenen einreihen.
Auch ich bin seit Dezember 2010 Benzofrei und seit Oktober 2011 ADfrei und habe auch noch massive Symptome
die mein "normales" Leben stark beeinträchtigen.
Was ich seit dieser Zeit konstant habe ist Tinnitus,Lippen und Zungenspitzen kribbeln und ständig das Gefühl das Wasser läuft im Mund zusammen.
Ich vertrage bis heute einige Lebensmittel und Medikamente überhaupt nicht.Das habe ich früher nie gehabt.
Weiter habe ich brennen und Taubheitsgefühle in einer Hand und an den Füßen.
Massive Muskel und Gelenkschmerzen in den Beinen als wenn mir jemand die Knochen zertrümmert.
Und immer dieses Gefühl der Schwäche oder Überforderung im Körper.
Manchmal auch Magenprobleme mit Magenkrämpfen.Ab und zu Schwindel und Gangunsicherheiten.
DR sind weniger geworden.
Alles wird viel schlimmer in Stresssituationen oder wenn ich mich auf etwas konzentrieren muß.
Kann heute zwar schon fernsehen und am PC sitzen und kleine Artikel in der Zeitung lesen,was vor einem Jahr garnicht ging.
Aber leider noch kein ganzes Buch lesen.Ich habe dann ein wahnsinniges Gewitter im Kopf und muß aufhören.
Auch ich erkenne mich in vielen Artikeln,die Ihr geschrieben habt wieder.
Es gibt kein Symptom das ich nicht kenne und in den letzten Jahren ausgestanden habe.
Aber es ist vieles besser geworden,auch wenn ich immer wieder daran zweifle.
Und diese vertrauten Sätze"es wird nie wieder was2 "ich bleibe für immer so" "ich kann nie wieder ein normales Leben führen" die ich
immer vor mich hin sagte oder schrie und meine Familie mich immer wieder auffing und immer wieder sagte "du bleibst nicht so"
"du wirst wieder normal".
Ich glaube ich würde heute garnicht mehr da sein.
Ein langer harter Weg!!!
Und auch ich muß sagen es sind verlorene Jahre,denn soviel Zeit habe ich auch nicht mehr.
Seid alle lieb gegrüßt von Monika
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.09.14, 19:17

Hallo, schneefloeckchen!
Mit diesem ganzen Brennen und Kribbeln und Taubheitsgefühl und Tinnitus etc. kann ich leben, selbst die Muskelschmerzen (ziemlich unangenehm) halte ich aus. Bei solchen Sachen denke ich: das Alter, das hättest Du vielleicht sonst auch.
ABER: Das "Gewitter im Kopf", dieses Gehirnwackeln, diese Streßintoleranz. Lesen und fernsehen kann ich nur manchmal, selbst PC nicht immer mgl. Bin noch gar nicht im protrahierten Entzug... Alles, was mit dem Kopf/Gehirn zusammenhängt, finde ich schwer erträglich. Aber was hat man für eine Alternative außer durchhalten...
GLG sleepness

Siggi
Beiträge: 962
Registriert: Donnerstag, 05.07.07, 19:49
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Siggi » Freitag, 05.09.14, 22:18

Ihr Lieben Alle, :group:

habe soeben alle eure hochbrisanten und teilweise recht verzweifelten Beiträge gelesen!

Ja, es ist ein Phänomen, denn keiner kann wirklich definitiv sagen, woher -und wieso-super-langsamen Tempo reduzierte
Entzüge dennoch so viel schwere Absetzsymtome verursachen können.
Zwei Jahre habe ich mir für ca. 18-20 mg Mirtaza*in gemommen...
diese 2 Jahre waren die Hölle satt..... und jetzt,nach 4 Wochen auf Null geht es mir zwar gemessen an den letzen 2 Jahren
etwas besser (vorausgesetzt, es kommen nicht immer diese grausigen Entzugsswellen)
aber..... gut ist was Anderes......
Muss, oder Kann es denn wirklich immer nur am schnellen oder kalten Entzug liegen :?: :?:
Denn, gemessen an meinem Schneckentempo müsste ich doch eigentlich alle Absetz-Symptome schon lange überstanden haben!?

Richtig ist sicher, dass, je älter der Mensch, desto schwerwiegender der Ausschleichprozess, weil der Stoffwechsel ein anderer
ist als in jüngeren Jahren, aber ein Rätsel bleibt es dennoch!

Festgestellt habe ich auch, dass Männer (allgemein) weitaus weniger Absetzprobleme haben, und wenn, dann haben sie aber meist
nach einigen Monaten das Übelste überstanden!

Hm...... eine ratlose Siggi
grüßt euch ganz herzlich :hug:
Mein Absetzverlauf:
► Text zeigen

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Freitag, 05.09.14, 22:33

@Siggi: Männer vertragen Medikamente generell auch besser. (Ausnahnmen bestätigen die Regel.) Das ist Fakt, aber im Einzelfall: man weiß es nicht, man weiß es nicht.
LG sleepless

ataraxia
Beiträge: 120
Registriert: Donnerstag, 21.02.13, 19:50

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von ataraxia » Samstag, 06.09.14, 10:54

Dann reihe ich mich mal ein. Ich habe sicherlich zu schnell abgesetzt.
Durchgehend schlecht ging es mir 6 Monate, seitdem wechseln sich gute und schlechte Phasen ab, aber ich vertrage viele Medikamente nicht mehr, Lebensmittel genauso und bin generell nicht belastbar. Und ich bin knapp über 30...
Aber mein Verlauf bisher war stetig und langsam immer besser...
Ich wünschte es gäbe jemanden, der einem genau sagen kann, wie lange das noch dauern wird. Dann wüsste man mit Gewissheit, es geht vorbei, könnte Tage zählen und voller Vorfreude durchhalten.
An meinen schlechten Tagen (wie heute) habe ich nämliuch Angst, wie ich mein Leben einrichten soll, wenn es immer so bleiben würde...
Für mich persönlich sind die schlimmsten Symptome Derealisation, (leichte) Atmenot und starke Übelkeit - diese Sachen lösen bei mir nämlich automatisch Angst aus...
Ursprüngliche Diagnose 2009/10: Angst- und Panikstörung.
Medikation: Citalopram 20-30mg. 3 Jahre genommen.

3 Monate lang ausgeschlichen (zu schnell!), seit Ende April 2013 medikamentenfrei und im protrahierten Entzug

Nach 6 Monaten kleine Besserung, nach 18 Monaten große Besserung! Nach 2 Jahren gesund.

Monalinde
Beiträge: 568
Registriert: Freitag, 21.01.11, 16:10

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Monalinde » Samstag, 06.09.14, 11:48

Halllo

in diesem Thread ist ja richtig viel los. Da will ich mich auch mal wieder einreihen.

Was bei mir das Absetzen anbelangt, habe ich nicht langsam genug abgesetzt, wie man aus der Signatur ersehen kann, aber auch nicht übermäßig falsch.

Was sich bei meinem Verlauf wie ein roter Faden durch die Erkrankung und auch jetzt danach noch turnusmäßig durchzieht ist folgendes:. An einem Tag scheint der Sympathikus zu überwiegen, dann fühle ich mich wie aufgedreht, fast ein bisschen euphorisch, die allergischen Symptome eskalieren, die Nase läuft, die Augen tränen, die Muskelverspannungen treten heftiger hervor, Magensäure und Magendruck steigen an.
Am nächsten Tag dann fühlie ich mich abgespnnt, müde, antriebslos, die Nase ist verstopft, leichte Übelkeit mit Speiseröhrenproblemen, meinem Hauptsymtom.
Früher hatte ich an solchen Tagen auch dieses verlangsamte Denken und ich wusste mitten im Satz nicht mehr, was ich zuvor gesagt habe.
Das hat sich mittlerweile wieder gebessert, und darum bin ich froh, weil in meinem Alter von 71 Jahren,hätte man ja auch an beginnende Demenz denken können.

Und nun meine Frage, falls sie jemand beantworten kann.
Kennt jemand auch die wechselnden Symptome oder ähnlichesder bin ich da die einzige?

Alles ist nicht mehr so heftig wie früher, aber es langt noch massig.

Ich denke auch, dass das Alter eine gewichtige Rolle beim Entzugszeitraum spielt, zumindest sehr oft.

Liebe Grüße, Mona




I
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Samstag, 06.09.14, 12:20

Hallo :group: ,
Monalinde hat geschrieben: Und nun meine Frage, falls sie jemand beantworten kann.
Kennt jemand auch die wechselnden Symptome oder ähnlichesder bin ich da die einzige?
Läuft bei mir auch so.Das wechselt sich ab,heute bin ich total schwach und schleiche nur noch durch die Wohnung,alles ist zuviel.
Duschen und Haare waschen ein echter Gewaltakt....pochender Herzschlag,Schwindel,zittrig.......
Vorgestern eher leicht euphorisch...na ich kenne es ja ,hoch und runter und im Kreis :wacko: .
Jetzt muß ich mich wieder auf die Couch legen,bin geschafft.
Monalinde hat geschrieben: in diesem Thread ist ja richtig viel los
Das war das Erste,was ich vorhin gedacht habe :lol:
Und jetzt zieh`ich mir Shopping Queen rein :roll: ,das ist schön banal und lenkt mich ab.
Man könnte heulen,soviel vertane Lebenszeit..... :cry:
LG
Nadja

Clarissa
Beiträge: 3017
Registriert: Sonntag, 24.08.14, 18:37

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Samstag, 06.09.14, 12:49

Hallo,

es ist wirklich viel los in diesem Thread, scheint ein echter Bedarf an solch einem Austausch zu bestehen.

Ich bin erschrocken, wieviel protrahierte Entzüge mit beträchtlichen Symptome es gibt. Oder ist das ein Trugschluß, weil sich einfach die, welche symptomfrei sind/kaum Symptome haben, nicht (mehr) an der Diskussion beteiligen?

Gibt es auch einen Thread über "Z.n. ... " und symptomfrei/-arm?

LG von sleepless

curlytitus
Beiträge: 379
Registriert: Samstag, 21.01.12, 15:00
Wohnort: Köln

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von curlytitus » Samstag, 06.09.14, 14:00

Hallo liebe Nospie,
super das du diesen Thread eröffnet hast. Mir geht es da genau wie dir!

Ich bin jetzt seit 2 Jahren und 8 Monaten auf null und es gibt immer noch ganz schlimme Zeiten. Ich hatte schon viele gute Wochen wo ich weggehen konnte usw. Aber es kommt immer wieder alles zurück und dann fühlt man sich "genau wie am Anfang", als ob sich gar nichts getan hätte.

Ich leide hauptsächlich unter Panik, Angst, Durchdrehgefühle, frieren, Gedankenkarussell, wenn es mir so schlecht geht, wie jetzt, kann ich über nichts anderes mehr reden, Weinen, Unruhe oder kaputt! Ich habe auch, wie jetzt aktuell, mit einen Kopf zu kämpfen, der in einer Wolke hängt. Logische Zusammenhänge sind für mich manchmal sehr schwer zu verstehen. Also diese "Wolken im Kopf" ist wohl auch ein Problem, wo viele von euch mit zu kämpfen haben.

Es kommen immer mal wieder Sachen, dann habe ich Monate keine Problem mit dem Symtom usw. Ich kann nur sagen, das es nach wie vor die Hölle ist, die wir hier alle miteinander durchmachen. Ich verliere so oft den Mut und die Kraft weiter zu machen! Aber da ich schon einige schöne Zeit hatte, weiß ich wohin ich zurück will. Ich bin momentan wieder nicht in der Lage raus zu gehen, kann also gar nichts machen. Wenn das ganze dann wieder besser wird, kann ich auch wieder raus. Ach, es sind einfach so unwahrscheinlich viele Dinge die man aushalten muss, weil es keine andere Wahl gibt. Ich hatte leider damals keine andere Wahl, weil meine Körper ganz arg auf Duloxetin reagiert hat und ich konnte es von heute auf morgen nicht mehr nehmen. Zwei andere AD´s habe ich ausprobiert, da habe ich genau so drauf reagiert. Wochen später habe ich dann Opipramol bekommen, es hat mir geholfen, aber die Symptome kamen wieder. Jetzt ist es ganz schwierig, bin von 125 mg auf 75 mg in über 2 Jahren runter. Es geht momentan gar nicht weiter, habe dieses Jahr so viele Monate verschenkt, weil ich unbedingt weiter runter vom AD wollte. Mit dem Kopf durch die Wand geht überhaupt gar nicht. Also wieder zurück und mir geht es dieses Jahr echt beschissen. Hatte letztes Jahr ein besseres Jahr, das wird mir zwar keiner glauben, aber so ist es.

Mich würde speziell interessieren, wer nach der langen Zeit immer noch Probleme mit Panik und Angst, nicht raus gehen können, hat! Wäre schön, ihr würdet dazu etwas schreiben. Bei dir Nospie weiß ich es ja!

Ich kämpfe weiter! Ich wäre einfach nur schön zu wissen, wann der ganze Spuk ein Ende hat.

Liebe Grüße
Curly
Ariclaim 30 mg Wirkstoff Duloxetin Einnahme 2 Jahre wegen Schmerzen durch das Kiefergelenk, kalt abgesezt ab 28.01.2012, da ich das AD nicht mehr vertragen habe, ich meine kein Hüsterchen, sondern schon lebensbedrohliche Symptome. Ich bekam keine Luft mehr, konnte vor zittern nicht mehr laufen, schwitzen, frieren, der ganze Körper hat gezuckt. Ich weiß nicht ob es eine paradoxe Reaktion war oder ein Serotonin Syndrom!
Seit Mai 2012 125 mg Opipramol
Seit 2016 69 mg Opipramol
Die genauen Absetztschritte waren immer wieder individuell und ich bin 2 Jahre 2014 und 2015 an 5mg gescheitert und mußte alles wieder aufdosieren. Habe mich monatelang Katastrophe gefühlt. Symptome: Angst, Panik, Taubheitsgefühle Beine+Arme und Nase, Atemnot, Schwitzen, Frieren, Bauchschmerzen, Durchfall, Gedankenkarrusell, Hoffnungslosigkeit, null Kraft, nervös, Zittern, innerliches Vibrieren, Muskelschmerzen, Zahnschmerzen, verbranntes Gefühl auf der Haut, Gefühl es sitzt jemand auf dem Brustkorb,Zwangsgedanken,Heulanfälle, Herzklopfen wie verrückt,nicht mehr raus gehen könnten, kein Auto fahren, seit SD Medi richtige Todesangst usw.

drops68
Beiträge: 108
Registriert: Donnerstag, 26.09.13, 9:46

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Samstag, 06.09.14, 18:37

Hallo Curly,
curlytitus hat geschrieben:Ich bin jetzt seit 2 Jahren und 8 Monaten auf null
curlytitus hat geschrieben:Jetzt ist es ganz schwierig, bin von 125 mg auf 75 mg in über 2 Jahren runter
muss mal fragen: Bist Du jetzt auf 0 oder nimmst Du noch Opipramol?

Tut mir leid zu lesen, dass es Dir wieder schlecht geht. Fast 3 Jahre sind schon eine lange Zeit.
Ich finde es ganz fürchterlich, wenn man denkt, es geht einem endlich besser und dann eine neue Welle. Und dann diese Gedanken, dass es vielleicht immer so bleibt. Echt zum Verzweifeln. Aber das kennt ja wahrscheinlich jeder Langzeit-Betroffene.

Am Anfang war es bei mir auch so, dass ich überhaupt nicht rausgehen konnte. Mittlerweile ist es eher so, dass ich es in der Wohnung kaum aushalte und raus muss, gerade wenn es mir schlecht geht, weil ich sonst auch das Gefühl habe, jeden Moment durchzudrehen.
Habe auch festgestellt, dass alles nicht so schlimm ist, wenn ich Auto oder Fahrrad fahre, als wenn ich gehe. Besonders der Schwindel ist komischerweise deutlich weniger. Wahrscheinlich, weil man dann abgelenkt und nicht mehr so auf den ganzen Symptom-Mist fokussiert ist.

Ich wünsche Dir Curly, und allen anderen natürlich auch, ganz ganz viel Kraft und dass es bald besser wird.

Liebe Grüße

drops
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Antworten