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Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Dienstag, 20.08.13, 18:52
von Jamie
Hallo,

in unserem "Kampf" dafür, dass unsere Absetzsymptome und unser Leiden Beachtung finden, gibt es Möglichkeiten, sich auch an offizielle Stellen zu wenden.
Jeder Patient ist aufgefordert, das steht auch immer im Kleingedruckten im Beipackzettel, meist ganz am Ende, bei dem Auftreten unerwarteter Symptome und Nebenwirkungen (Apothekersprache UAW: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen) den Arzt bzw. Apotheker zu kontaktieren.
Nun wissen wir ja, wie das mit den Ärzten so ist, aber Apotheken sind verpflichtet dem BfArM Meldung zu machen - dies geht über einen anonymisierten Fragebogen - wenn ein Kunde dies wünscht :!: .
Man kann auch selbst Meldung erstatten; im Internet stehen dazu online-Fragebögen abrufbereit.

Deutschland: http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherh ... index.html
Österreich: https://www.basg.gv.at/pharmakovigilanz ... gehoerige/

Wenn jeder mitmacht, seine Symptome und Beschwerden zu melden, die nicht im Beipackzettel (Apothekersprache: Gebrauchsinformation) aufgeführt sind und auch die Zeitspanne, seit der man darunter leidet, kann unser "stilles" Leiden auch in die Öffentlichkeit kommen - zumindest im entsprechenden Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) werden die Meldungen gesammelt und auch ausgewertet.

Häufen sich solche Meldungen zu speziellen Arzneimitteln, kann das BfArM entsprechende Untersuchungen, Studien oder Rückfragen an Pharmaproduzenten veranlassen!

Nutzt also dieses Werkzeug!

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Dienstag, 20.08.13, 19:23
von edgar
Hi Jamie,

finde Deinen Aufruf sehr wichtig. Es sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Nur so kann sich was ändern.

Liebe Grüße

edgar

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Dienstag, 20.08.13, 20:34
von schneefloeckchen
Hallo Jamie!Hallo :group:
Deine Meldung über die Nebenwirkungen ist hochinteressant.
Wenn sie jeder benutzt,können eventuell auch den Ärzten mal die Augen geöffnet werden :x
Ich habe eventuell für einige User noch einen kleinen Tip :!:
AD`s und auch Benzos verursachen oft Unterzuckerung,auch bei ganz "normalen" Leuten,die nicht zuckerkrank sind :!:
Das kann auch bei empfindlichen Menschen eine Ursache der Entzugswellen sein.
Ich habe selbst mit Unterzuckerung zu kämpfen und bin kein Diabetiker :frust: :frust: :frust:
Noch eins: Kiami schrieb,das Arnikasalbe ihr hilft.Mit Arnikasalbe ist das so eine Sache.Sie kann bei empfindlichen Menschen sehr anregend wirken.VORSICHT :!:
In Sachen Naturheilkunde kenn ich mich gut aus.
Seid lieb gegrüsst :hug: Monika

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Mittwoch, 21.08.13, 12:46
von rosalienchen
hallo schneeflöckchen, das mit der unterzuckerung kann ich nur bestätigen, ich habe letztes jahr im februar meine venlafaxin abgesetzt und seitdem damit zu tun wenn ich längere zeit nix gegessen habe, schrecklich. und ich bin kein diabetiker, ich trage seitdem immer gummibärchen oder kekse bei mir ohne gehe ich gar nicht mehr ausser haus, und ich habe letztes jahr im mai beim endokrinologen alles testen lassen unter anderem ob ich diabetis habe. befund negativ.

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Mittwoch, 21.08.13, 14:56
von Nospie
Hallo,
sollte man beim ausfüllen des Fragebogens irgendetwas beachten ?
Ich wollte das schon die ganze Zeit melden,wußte aber nicht mehr wo.
Gruß
Nospie

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Donnerstag, 22.08.13, 12:22
von Jamie
Nospie hat geschrieben:Hallo,
sollte man beim ausfüllen des Fragebogens irgendetwas beachten ?
Im Prinzip nein, außer dass du nicht verpflichtet bist, alle Angaben auch tatsächlich anzukreuzen, wenn sie dir zu privat erscheinen oder du sie nicht verstehst.
Ob das online geht (Angaben weglassen), habe ich noch nicht ausprobiert, aber wenn man sich das Formular ausdruckt, dann gibst du eben nur das an, was wichtig ist. Gewicht ist bsp.weise nicht so essentiell, dafür aber Alter und Geschlecht usw.

Grüße
Jamie

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Mittwoch, 15.01.14, 10:31
von Bewell
Das ist ja toll, liebe Jamie

siehste...hab ich nicht mal was gewusst von. NUN schon ! :hug:

Leider mache ich oft die Erfahrung, dass selbst Gepeinigte nichts davon wissen WOLLEN. :cry:

Ihr seid TOLL!
Sanne (Bewell) <3

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Donnerstag, 21.08.14, 0:54
von Dani
Hey,

super Sache. Habe die "AD-Akne" dort gemeldet. :)

LG,
Dani

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Donnerstag, 03.09.15, 22:09
von Murmeline
Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nimmt Meldungen von Nebenwirkungen entgehen:
https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Ph ... _node.html
Das BfArM nimmt Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen sehr ernst. Je früher, häufiger und detaillierter das Bundesinstitut solche Meldungen erhält, desto früher können Risikosignale erkannt und bewertet werden. Daher sind Pharmaunternehmen, Ärzte und Apotheker gesetzlich zur Meldung von Verdachtsfällen verpflichtet. Sollte Ihr Verdacht noch nicht durch Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker gemeldet worden sein, können Sie dies auch selbst veranlassen.
Quelle: siehe Link oben

Link repariert

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Freitag, 19.02.16, 17:31
von padma
Beitragvon Schildkroete » Donnerstag, 18.02.16, 23:40
Auch ich werde gebeten, einen Fragebogen von einem Arzt ausfüllen zu lassen: "Wir sind an weiteren Einzelheiten interessiert und bitten Sie, den beiliegenden Berichtsbogen einem Arzt Ihres Vertrauens auszuhändigen, damit er diesen ausfüllen und an uns zurückschicken kann."

In meinem Fall ist das kein Problem, da mein Hausarzt das Venlafaxin sowieso für den "Schuldigen" hält. Unabhängig davon möchte ich das unterstreichen, was Thomas schon erklärt hat: Es geht bei der Meldung unerwünschter Arzneimittelwirkungen nicht um den Beweis eines Kausalzusammenhanges (der in manchen Fällen erst nach jahrelanger weiterer Forschung möglich ist). Es geht darum, auf zeitliche Zusammenhänge (und damit mögliche Kausalzusammenhänge) aufmerksam zu machen. Auf dem Berichtsbogen soll der Arzt seine Einschätzung des Kausalzusammenhangs abgeben, und die Kategorien reichen von "gesichert" über "wahrscheinlich" und "möglich" bis zu "unwahrscheinlich". Ich gehe davon aus, dass mein Hausarzt mindestens "möglich" ankreuzen wird.

Noch ein Zitat aus den Ausfüllhinweisen: "Um auch bisher unbekannte Arzneimittelrisiken erfassen zu können, ist es notwendig, auch in Verdachtsfällen und beim Auftreten unerwünschter Wirkungen, die bisher nicht mit den verabreichten Arzneimitteln in Verbindung gebracht wurden, einen Berichtsbogen auszufüllen." Daher möchte ich Jamies Appell, unerwünschte Arzneimittelwirkungen den zuständigen Stellen zu melden, unbedingt unterstützen!

Gruß
Schildkröte
(rüberkopiert http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 50#p130950)

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Mittwoch, 25.04.18, 13:59
von padma
NEU - unabhängige Informations- und Meldeplattform | für Nebenwirkungen von Medikamenten.....

Beitrag von Sommersprosse » Donnerstag, 29.03.18, 15:29
Hallo zusammen :)

Habe heute eine neue Website reinbekommen die ich gern mit euch teilen möchte:

unabhängige Informations- und Meldeplattform
für Nebenwirkungen von Medikamenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz

dort kann man ebenfalls:
- Nebenwirkungen melden
- sie enthält eine Datenbank seit 1996 gemeldeter Nebenwirkungen
- Beipackzettel - Medikamente A bis Z

Quelle | nebenwirkungen.eu

Konnte es nicht unter die Rubrik stellen, evtl. ist das Team so nett und fügt es mit ein ?

Liebe Grüße Sommersprosse (n) :schnecke:

Edit: eingefügt

Aufruf zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen

Verfasst: Mittwoch, 05.12.18, 13:09
von carlotta
Aktuelle Pressemitteilung des BfArm:
Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Pressemitteilung 10/18
Pressemitteilung Nummer 10/18
Ausgabejahr 2018
Datum 19.11.2018

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die für eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bearbeitet. Die Kampagne findet zum dritten Mal in Folge statt. Insgesamt nehmen in diesem Jahr weltweit mehr als 30 Arzneimittelbehörden teil, darunter neben Ländern der Europäischen Union auch solche aus Lateinamerika und dem Nahen Osten.

Um Arzneimittelrisiken möglichst schnell zu identifizieren, ist die Meldung von Verdachtsfällen an die dafür zuständigen Behörden besonders wichtig. Das BfArM ist dazu auf belastbare Daten und Risikosignale aus der Praxis angewiesen. Aus der Fülle der berichteten Symptome werden dann diejenigen herausgefiltert, die möglicherweise ein Signal für eine bisher unbekannte Nebenwirkung bei einem Arzneimittel sind.

Erfahrungsgemäß werden jedoch nicht alle Verdachtsfälle gemeldet. Die Gründe dafür sind vielfältig. So informieren Patientinnen und Patienten ihren Arzt nicht über jede Beobachtung, oder der Zusammenhang zwischen einer Reaktion oder einem Symptom und dem Arzneimittel wird nicht hergestellt, weil beispielsweise die Symptome einer Grunderkrankung zugeordnet werden. Auch werden Nebenwirkungen zu Arzneimitteln, die sich bereits länger auf dem Markt befinden, oft weniger häufig gemeldet als solche von neuen Arzneimitteln.

„Je mehr Meldungen von Verdachtsfällen wir erhalten, desto früher können wir auch Risikosignale erkennen und bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen für den Patientenschutz treffen“, betont Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM. „Die Kampagne spricht die Patienten daher direkt an und fordert sie auf, Nebenwirkungen immer an die zuständigen Behörden zu melden. Nur so können diese Meldungen von Experten der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden und schnellstmöglich in die Risikoüberwachung einfließen.“ Patientinnen und Patienten sollten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Internet deshalb ausschließlich über das gemeinsame Portal von PEI und BfArM melden.

BfArM und PEI stellen dazu unter www.bfarm.de/uawmelden ein modernes und barrierefreies Meldeportal bereit. Die Meldungen werden unter Berücksichtigung des Datenschutzes und entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen an die „Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen“ weitergeleitet. Dieses Online-Meldesystem ist ein wichtiges Instrument der gesetzlichen Arzneimittelüberwachung und Teil des Früherkennungssystems im Bereich der Arzneimittelsicherheit.

Das BfArM informiert im Zusammenhang mit der Kampagne auch auf seinem Twitter-Kanal darüber, wie wichtig das Melden von Nebenwirkungen ist. Patientinnen und Patienten werden per Animation und über Tweets für das Thema sensibilisiert.

Wenn Sie den Verdacht einer Nebenwirkung melden möchten, beachten Sie bitte auch folgende Hinweise:
  • Die Meldung der Nebenwirkung ersetzt nicht den Arztbesuch. Nur der behandelnde Arzt kann und darf beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll ist.
  • Die medizinische Beurteilung des Falles durch einen Arzt, der den Patienten und die medizinischen Hintergründe gut kennt, stellt eine wichtige Informationsquelle dar. Eventuell vorhandene Arztbriefe oder Krankenhausberichte sollten der eigentlichen Meldung daher zusätzlich beigefügt werden.
Hintergrund: Beobachtung von Arzneimitteln nach der Zulassung

Die Kenntnisse über die Sicherheit von Arzneimitteln sind zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Zulassung nicht vollständig. Dies ergibt sich vor allem daraus, dass die klinische Erprobung eines Arzneimittels an einer relativ geringen Zahl von Patienten durchgeführt wird. Seltene oder sehr seltene unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen oder andere Risiken im Zusammenhang mit der Arzneimittelanwendung können in klinischen Prüfungen üblicherweise nicht erkannt werden. Diese Patientinnen und Patienten sind zudem unter verschiedenen Aspekten für die klinische Prüfung besonders ausgewählt worden, was nicht notwendigerweise den Bedingungen bei der breiten Anwendung des Arzneimittels entspricht.

Das Arzneimittelgesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht deshalb vor, dass nach der Zulassung eines Arzneimittels die Erfahrungen bei seiner Anwendung fortlaufend und systematisch gesammelt und ausgewertet werden. Dies ist eine der Aufgaben des BfArM und des PEI. Die Meldung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen ist hierzu ein wichtiger Baustein. ((meine Hervorhebungen))
Link (führt auch zu Animationen und Infografiken):
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Pressem ... d=10333894

Das ist natürlich der offizielle Tenor, der im Fall von PP nicht unbedingt zutrifft (aufgrund einer extrem mangelhaften Informationslage unter Medizinern zum Thema), wie wir alle wissen:
Nur der behandelnde Arzt kann und darf beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll ist.
Liebe Grüße
Carlotta

Re: Aufruf zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen

Verfasst: Donnerstag, 06.12.18, 17:46
von Huhu90
carlotta hat geschrieben:
Mittwoch, 05.12.18, 13:09
Aktuelle Pressemitteilung des BfArm:
Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Pressemitteilung 10/18
Pressemitteilung Nummer 10/18
Ausgabejahr 2018
Datum 19.11.2018

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die für eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bearbeitet. Die Kampagne findet zum dritten Mal in Folge statt. Insgesamt nehmen in diesem Jahr weltweit mehr als 30 Arzneimittelbehörden teil, darunter neben Ländern der Europäischen Union auch solche aus Lateinamerika und dem Nahen Osten.

Um Arzneimittelrisiken möglichst schnell zu identifizieren, ist die Meldung von Verdachtsfällen an die dafür zuständigen Behörden besonders wichtig. Das BfArM ist dazu auf belastbare Daten und Risikosignale aus der Praxis angewiesen. Aus der Fülle der berichteten Symptome werden dann diejenigen herausgefiltert, die möglicherweise ein Signal für eine bisher unbekannte Nebenwirkung bei einem Arzneimittel sind.

Erfahrungsgemäß werden jedoch nicht alle Verdachtsfälle gemeldet. Die Gründe dafür sind vielfältig. So informieren Patientinnen und Patienten ihren Arzt nicht über jede Beobachtung, oder der Zusammenhang zwischen einer Reaktion oder einem Symptom und dem Arzneimittel wird nicht hergestellt, weil beispielsweise die Symptome einer Grunderkrankung zugeordnet werden. Auch werden Nebenwirkungen zu Arzneimitteln, die sich bereits länger auf dem Markt befinden, oft weniger häufig gemeldet als solche von neuen Arzneimitteln.

„Je mehr Meldungen von Verdachtsfällen wir erhalten, desto früher können wir auch Risikosignale erkennen und bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen für den Patientenschutz treffen“, betont Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM. „Die Kampagne spricht die Patienten daher direkt an und fordert sie auf, Nebenwirkungen immer an die zuständigen Behörden zu melden. Nur so können diese Meldungen von Experten der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden und schnellstmöglich in die Risikoüberwachung einfließen.“ Patientinnen und Patienten sollten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Internet deshalb ausschließlich über das gemeinsame Portal von PEI und BfArM melden.

BfArM und PEI stellen dazu unter www.bfarm.de/uawmelden ein modernes und barrierefreies Meldeportal bereit. Die Meldungen werden unter Berücksichtigung des Datenschutzes und entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen an die „Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen“ weitergeleitet. Dieses Online-Meldesystem ist ein wichtiges Instrument der gesetzlichen Arzneimittelüberwachung und Teil des Früherkennungssystems im Bereich der Arzneimittelsicherheit.

Das BfArM informiert im Zusammenhang mit der Kampagne auch auf seinem Twitter-Kanal darüber, wie wichtig das Melden von Nebenwirkungen ist. Patientinnen und Patienten werden per Animation und über Tweets für das Thema sensibilisiert.

Wenn Sie den Verdacht einer Nebenwirkung melden möchten, beachten Sie bitte auch folgende Hinweise:
  • Die Meldung der Nebenwirkung ersetzt nicht den Arztbesuch. Nur der behandelnde Arzt kann und darf beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll ist.
  • Die medizinische Beurteilung des Falles durch einen Arzt, der den Patienten und die medizinischen Hintergründe gut kennt, stellt eine wichtige Informationsquelle dar. Eventuell vorhandene Arztbriefe oder Krankenhausberichte sollten der eigentlichen Meldung daher zusätzlich beigefügt werden.
Hintergrund: Beobachtung von Arzneimitteln nach der Zulassung

Die Kenntnisse über die Sicherheit von Arzneimitteln sind zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Zulassung nicht vollständig. Dies ergibt sich vor allem daraus, dass die klinische Erprobung eines Arzneimittels an einer relativ geringen Zahl von Patienten durchgeführt wird. Seltene oder sehr seltene unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen oder andere Risiken im Zusammenhang mit der Arzneimittelanwendung können in klinischen Prüfungen üblicherweise nicht erkannt werden. Diese Patientinnen und Patienten sind zudem unter verschiedenen Aspekten für die klinische Prüfung besonders ausgewählt worden, was nicht notwendigerweise den Bedingungen bei der breiten Anwendung des Arzneimittels entspricht.

Das Arzneimittelgesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht deshalb vor, dass nach der Zulassung eines Arzneimittels die Erfahrungen bei seiner Anwendung fortlaufend und systematisch gesammelt und ausgewertet werden. Dies ist eine der Aufgaben des BfArM und des PEI. Die Meldung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen ist hierzu ein wichtiger Baustein. ((meine Hervorhebungen))
Link (führt auch zu Animationen und Infografiken):
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Pressem ... d=10333894

Das ist natürlich der offizielle Tenor, der im Fall von PP nicht unbedingt zutrifft (aufgrund einer extrem mangelhaften Informationslage unter Medizinern zum Thema), wie wir alle wissen:
Nur der behandelnde Arzt kann und darf beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll ist.
Liebe Grüße
Carlotta

Hallo Carlotta,

vielen Dank für deine Mitteilung und dem link dazu, ich habe die Nebenwirkung gerade der Arzneimittelbehörden mitgeteilt über die Internetseite ging das schnell und unkompliziert.
Alleine wäre ich darauf nicht gekommen!
Lg Marina

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Samstag, 30.03.19, 23:21
von Jodie13
Hallo,

ich wollte mitteilen, dass ich mein Entzugssyndrom nach dem Absetzen von Fluoxetin an das Bundesamt für Arzneimittelsicherheit gemeldet habe. Heute habe ich einen Brief bekommen, dass sie mehr dazu Wissen wollen und auch so einen Bogen, den ein Arzt ausfüllen soll. :shock: Jetzt weiß ich nur noch nicht, wer mir den ausfüllt (evtl. die neue Neurologin?) weil mein alter Arzt z.B. den Zusammenhang zwischen Absetzen und den massiven Symptomen sicher verneinen würde. Auf jeden Fall war ich positiv überrascht, dass da ne Nachfrage kam. Für mich ist es eh „zu spät“ aber wer weiß, wen ganz viele diese Probleme immer wieder melden, vielleicht ändert sich ja irgendwann was.

Lg Jodie

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Sonntag, 31.03.19, 7:45
von Kimeta
Liebe Jodie,

ich hatte vor einiger Zeit Nebenwirkungen von Levofloxacin gemeldet und ebenfalls einen Fragebogen zugeschickt bekommen, ich vermute, dass das ein Standardablauf ist. Ich wusste ebenfalls nicht, wem ich den Fragebogen geben soll, denn die Ärzte, die ich aufgesucht habe, auch meine Hausärztin, haben einen Zusammenhang ausgeschlossen, obwohl Sehnenprobleme im Beipackzettel erwähnt werden. Ich habe es genauso gesehen wie Du und einfach gehofft, dass viele gleichgeartete Meldungen trotzdem irgendwas bewirken, auch wenn sie nicht ärztlich bestätigt wurden. Die werden beim BfArM auch wissen, dass Ärzte verallgemeinernd gesagt Nebenwirkungen nicht immer erkennen oder auch gelegentlich leugnen.

Viele Grüße
Kimeta

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Montag, 01.04.19, 22:14
von Huhu90
Hallo Jodie,

ich habe auch dem Bundesamt für Arzneimittelsicherheit eine Nebenwirkung mitgeteilt, da ich letztes Jahr im Mai aufgrund von Reduzierung von 17,5 mg auf 15 mg von Doxepin, geschwollene Sehnerven hatte und bis heute extreme Sehstörungen habe. Am besten du gibst den Zettel deiner Neurologin, das sie den ausfüllt, da diese auch Bescheid wissen bezüglich Nebenwirkungen. Meine Hausärztin hat mich auch zur Neurologin geschickt, da die einfach besser im Thema sind und alles konkreter ausfüllen können.

Alles liebe und viele Grüße
Marina

Re: Nebenwirkungen melden!

Verfasst: Dienstag, 02.04.19, 11:50
von Jamie
Danke Pomgranate für die Meldung, dass die Links nicht mehr aktuell sind.
Wir werden uns drum kümmern.
MfG Jamie
--> Die Links wurden überprüft und korrigiert