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Medikamentensteckbriefe

padma
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Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 16:55

hallo,

hier findet ihr Kurzbeschreibungen zu den Psychopharmaka, mit denen wir im Forum am häufigsten zu tun haben. Nach und nach werden weitere Steckbriefe hinzu kommen.

Die Psychopharmaka sind nach ihrem Wirkstoffnamen aufgeführt. Wenn du nicht weisst, welchen Wirkstoff dein Medikament enthält, schau im Beipackzettel oder z.B. auf Psychopharmakaliste psylex.de nach.

Die Informationen der Steckbriefe wurden sorgfältig recherchiert. Eine Gewähr auf die Richtigkeit können wir natürlich nicht geben.

Die "Hinweise zum Absetzen" beruhen ausschliesslich auf Erfahrungswerten.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Ululu und LinLina, die viel Arbeit in dieses Lexikon gesteckt hat.

liebe Grüsse,
das ADFD Team



Übersicht:

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padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 16:58

A




Wirkstoffname

Agomelatin

Handelsnamen
Valdoxan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
gehört zu keiner Unterkategorie. Agomelantin ist ein Analogon des Hormons Melatonin. Agomelatin ist ein melatonerger (MT1- und MT2-Rezeptoren) Agonist und 5-HT2C-Antagonist.


Halbwertszeit
ca. 1,5 h

Darreichungsformen
Filmtabletten 25 mg

Übliche Dosierung
25 mg, Höchstdosis 50 mg (es ist nicht nachgewiesen, dass 50 mg besser wirken)

Enzymatischer Abbau
hauptsächlich CYP1A2, geringer über CYP2C9 und CYP2C19

Bioverfügbarkeit
3-4 %, sehr variabel

Wichtige Wechselwirkungen
Agomelantin darf nicht zusammen mit Fluvoxamin und Ciprofloxacin eingenommen werden.
Mögliche Erhöhung der Agomelatin-Blutkonzentration durch gleichzeitige Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen (östrogenen), Betablocker Propranolol, Grepafloxacin, Enoxacin.

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Schwindel, Somnolenz (Schläfrigkeit), Insomnia (Schlaflosigkeit), Migräne, Nausea (Übelkeit), Diarrhö (Durchfall), Obstipation (Verstopfung), Bauchschmerzen, Erbrechen, Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen), Rückenschmerzen, Fatigue (Erschöpfung), erhöhte Leberenzyme und Angst.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage
Erhöhung der Leberwerte kann schnelles Absetzen notwendig machen

Weitere Anmerkungen
Risiko potenziell irreversible Leberschäden, daher sollen vor und während der Einnahme von Agomelantin engmaschig die Leberwerte überprüft werden und auf Symptome einer möglichen Leberschädigung geachtet werden
Die Bioverfügbarkeit wird durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva erhöht und durch Rauchen verringert.

Kontraindikation: eingeschränkte Leberfunktion
nicht geeignet unter 18 Jahren, für Menschen mit Demenz,
bei älteren Menschen konnte kein Nutzen nachgewiesen werden, ab 75 Jahren kontraindiziert
Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen

Die Nutzen-Schaden-Bilanz ist laut Arzneimitteltelegramm negativ: Dem unzureichend belegten Nutzen, der zudem laut EMEA von marginaler klinischer Relevanz ist, stehen potenziell irreversible Leberschäden gegenüber.


Erfahrungsberichte



Links
*Agomelantin - Gelbe Liste
*Agomelantin - psylex.de
*Valdoxan Fachinformation
*Agomelantin - Arzneimittel Telegramm




Wirkstoffname

Alprazolam

Handelsnamen
Cassadan, Tafil, Xanax, Xanor

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
6 - 12 Stunden, bei älteren männlichen Patienten auch länger

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg,

Übliche Dosierung
Anfangsdosis 3x täglich 0,25 - 0,5 mg, Erhaltungsdosis 0,5 - 3 mg täglich, für gebrechliche oder geschwächte Patienten und bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen höchstens 0,75 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Imipramin, Desipramin, Cimetidin, orale Kontrazeptiva, HIV Proteasehemmer

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Verwirrung, Depressionen, Appetitmangel, Koordinationsstörungen, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, schleppende Sprache, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verschwommen sehen, Schwäche, Euphorie


Hinweise zum Absetzen

schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam) und nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Diazepam Äquivalenz lt Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam, die Erfahrung hier im Forum zeigt, dass 0,5 - 1 mg realistisch ist.
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann A. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwölf Tage) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe, Schwere Ateminsuffizienz. Myasthenia gravis, Schwere Leberfunktionsstörungen, Akute Intoxikationen durch Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen.
Die Sicherheit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist nicht belegt

Links
*Alprazolam - Gelbe Liste
*Alprazolam - psylex.de
*Alprazolam Fachinformation PDF
*Ashton Manual



Wirkstoffname

Amisulprid

Handelsnamen
Deniban, Solian

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
ca. 12 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 50 mg, 100 mg, 200 mg, 400 mg, Lösung 1 ml = 100 mg

Übliche Dosierung
bei Schizophrenie und Positivsymptomatik 400 mg - 800 mg, bis zu 1.200 mg, bei Negativsymptomatik 50 mg - 300 mg

Enzymatischer Abbau
wird überwiegend über die Niere abgebaut, nur 4% werden metabolisiert

Bioverfügbarkeit
48 %

Wichtige Wechselwirkungen
Levodopa, Piribedil, Wirkstoffe, die potentiell die QT Zeit verlängern können.

Häufige Nebenwirkungen
Extrapyramide Störungen, wie Tremor, Rigidität, Hypokinese, vermehrter Speichelfluss, Akathisie, akute Dyskinesie, Schiefhals, Augenmuskelkrämpfe, Kieferkrämpfe, Schläfrigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Angst, Agitiertheit, Orgasmusstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Erhöhung des Prolaktinspiegels, Milchfluss, Zyklusstörungen, Gynäktomastie, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Prolaktinome, Impotenz, Blutdrucksenkung, Gewichtszunahme.
Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Extrapyramide Störungen). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.
Eine Verlängerung der QT Zeit kann auftreten und ist ein zwingender Absetzgrund

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Derivat des Sulpirids
Die Unbedenklichkeit in der Schwangerschaft wurde nicht belegt. Abstillen.

Links
* Amisulprid - Gelbe Liste
*Amisulprid - psylex.de
*Amisulprid Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika



Wirkstoffname

Amitriptylin

(Metabolit Nortriptylin)

Handelsnamen
Saroten, Tryptizol, (Nortrilen)

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

Halbwertszeit
8 - 51 Stunden (30 Stunden)

Darreichungsformen
Tabletten und Filmtabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, Retardtabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml
(Dragees 10 mg, 25 mg )

Übliche Dosierung
Schmerzen: 5 - 25 mg, Depressionen 100 - 150 mg
(50 - 150 mg, in besonders schweren Fällen bis zu 225 mg)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19, CYP2C9, CYP1A2

Bioverfügbarkeit
48 % (46 - 59 %)

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, Apraclonidin, Brimondin, Budipin, Linezolid, Lumefantrin, Moclobemid Rasagilin, Selegilin, Thioridazin, QT Zeit verändernde Medikamente

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Verstopfung, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, verschnupfte Nase, Kopfschmerzen,, Sprachstörungen, Hypotonie, orthostatische Dysregulation, Tachykardie, Herzrhythmustörungen, Aggression, Tremor, innere Unruhe, sexuelle Funktionsstörungen, Hautausschläge, Störungen der Blasenentleerung, Ataxie, Störungen im Geschmacksvermögen, Konzentrationsstörungen, Mydriasis

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung
bei Einnahme der Retardtabletten ist nach und nach eine Umstellung nötig

häufige Absetzerscheinungen: Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,

Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Aggressivität, Angst, Depressionen,

Weitere Anmerkungen
QT Zeit Verlängerung kann schnelles Absetzen notwendig machen
Unterdrückt den REM Schlaf und kann deshalb Lernprozesse stören und Gedächtnisstörungen bewirken
(gilt wahrscheinlich auch für andere trizyklisches AD)
"altes AD", deshalb recht gut erforscht

Amitriptylin sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind


Links

*Amitriptylin - Gelbe Liste
*Amitriptylin - psylex.de
*Amitriptylin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Aripiprazol

Handelsnamen
Abilify, Abilify Maintena

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
Mittlere Halbwertszeit 75 Stunden, annähernd 146 Stunden bei„schlechten“ (= „poor“) Metabolisierern über CYP2D6
Der Steady State ist nach ca 14 Tagen erreicht.

Darreichungsformen
Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg, 30 mg; Schmelztabletten zu 10 mg, 15 mg, 30 mg; Lösung 1 mg/ml; Injektionslösung 7,5 mg; Depot-Injektion zu 300 mg, 400 mg,

Übliche Dosierung
- nach Herstellerangaben: Schizophrenie: Anfangsdosis 10 oder 15 mg pro Tag, Erhaltungsdosis 15 mg, Höchstdosis 30 mg
Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Anfangsdosis 15 mg pro Tag, Höchstdosis 30 mg
- Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 3.4 mg tgl. ansonsten 6.8 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP3A4 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 87 Prozent

Wichtige Wechselwirkungen
- Wirkstoffe, die eine QT-Verlängerung oder Elektrolythaushaltsstörungen verursachen können;
- CYP2D6-Hemmern, wie Paroxetin, Chinidin, Fluoxetin, sowie CYP3A4-Hemmern (Ketokonazol);
- Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem oder Escitalopram) oder CYP2D6 können mäßigen
Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen.
- serotonerge Arzneimittel wie SSRI/SNRI ► es wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms berichtet

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Akathisie, Tremor, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen gastrointestinale Symptome, Schlafstörungen

QT Zeit Verlängerung, Suizidalität, Dyskinesien, extrapyramidale Symptome, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.
Der Serum-Prolaktinspiegel sowohl erhöhte als auch vermindert werden.
Aripiprazol kann Somnolenz, lageabhängige Hypotonie und motorische und sensorische Instabilität verursachen, was zu Stürzen führen kann.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
- bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht ein erhöhtes Sterberisiko
- es kann zu zwanghaftem oder unkontrollierbarem Verlust der Impulskontrolle kommen
- für Raucher ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht von Lukas
Erfahrungsbericht von Crazy
Erfahrungsbericht von Lea Gie

Links
*Aripiprazol - Gelbe Liste
*Aripiprazol - psylex.de
*Aripiprazol Fachinformation
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:15

B


Wirkstoffname

Bromazepam

Handelsnamen
Bromazanil, Gityl, Lexostad, Lexotanil, Normoc

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
10 - 20 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 6 mg

Übliche Dosierung
3 - 6 mg abends

Enzymatischer Abbau
CYP450

Bioverfügbarkeit
84 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 5 - 6 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bromazepam unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
Bromazepam darf während der gesamten Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation angewendet werden. Vom Stillen ist abzuraten

Links
*Bromazepam - Gelbe Liste
*Bromazepam - psylex.de
*Fachinformaion Bromazepam
*Ashton Manul



Wirkstoffname

Bupropion

Handelsnamen
Elontril, Wellbutrin,Zyban

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Noradrenalin- und Dopamin- Wiederaufnahmehemmer, Phenylethylamin (mit Amphetamin verwandt)

Halbwertszeit
ca 20 h; Steady State nach ca 5 - 8 Tagen

Darreichungsformen
Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (retardiert) 150 mg und 300 mg

Übliche Dosierung
150 - 300 mg (bei älteren Menschen Höchstdosis 150 mg)

Enzymatischer Abbau
Cytochrom P450-2B6, Substrat und Inhibitor von CYP2D6

Bioverfügbarkeit
über 87 %

Wichtige Wechselwirkungen
führt zu Anstieg des Blutspiegels aller Trizyklika außer Doxepin (sehr stark: Desipramin, Nortriptylin, stark: Clomipramin) und vieler SSRI, des Schmerzmittels Tramadol, von Antipsychotika wie Risperidon und Thioridazin, Betablockern wie Metoprolol, Klasse-1C-Antiarrhythmika wie Propafenon und Flecainid.

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, gastrointestinale Störungen mit Übelkeit und Erbrechen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Appetitlosigkeit, Agitiertheit,Angst,Zittern, Schwindel, Geschmacksstörungen, Sehstörungen, Tinnitus, Hypertonie, Gesichtsröte, Obstipation, Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen, Fieber, Brustschmerzen, Asthenie.

Hinweise zum Absetzen
Bupropion soll laut Herstellerangabe schrittweise abgesetzt werden. Die kleinste Dosiseinheit beträgt jedoch 150 mg, es darf nicht geteilt werden.

Es gibt keine wirklich gute Lösung zum Ausschleichen von Bupropion.
Manche Betroffene können die 150 mg direkt weglassen.
Es gibt Betroffene, die die Retardtablette trotz Risiko teilen (bitte Rücksprache mit dem Arzt halten). Wichtig ist dann, die Dosis auf mehrere Einnahmen zu verteilen ( 3 x alle 8 Stunden) um so einem zu starken Wirkstoffanstieg entgegen zu wirken.
Zum Teilen bitte benutze ggfs. einer Feinwaage (möglichst grosse Stücke und nicht zermösern). Bitte nicht die Wasserlösemethode benutzen.

Andere haben es damit geschafft, Bupropion zwei Tage nehmen, einen nicht. Wir raten bei im allgemeinen von dieser Methode ab, bei Bupropion kann man evtl. darauf zurückgreifen.
Relativ neu sind die Taperingstrips, da brauchst du allerdings einen Arzt, der kooperiert

Weitere Anmerkungen
Die Tabletten dürfen aufgrund der Gefahr eines Krampfanfalls nicht zerteilt oder zerkaut werden!
Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Bupropion nicht eingenommen werden
wegen unkontollierbarer Risiken nicht unter 18 Jahren anwenden
Suchtverhalten ist möglich
wird auch zur Unterstützung der Rauchentwöhnung eingesetzt
negative Bewertung durch das Arzneimittel-Telegramm (wirkschwache und nebenwirkungsreiche Scheininnovation)

Erfahrungsberichte


Links
*Bupropion - Gelbe Liste
*Bupropipn - psylex.de
*Bupropion-Fachinformation
*Bupropion-Arzneimittel-Telegramm

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:18

C


Wirkstoffname

Citalopram

Handelsnamen
Cipramil, Seropram, Pram, Cipram, Celexa

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 10mg, 20mg, 30 mg, 40 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 20 mg bis 40 mg, bei Angsterkrankung 10mg bis 40 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Eine gleichzeitige Einnahme mit Omeprazol kann die Plasmaspiegel von Citalopram erhöhen und so zu verstärkten Nebenwirkungen führen.

Häufige Nebenwirkungen
Benommenheit, Schläfrigkeit, Insomie, Agitiertheit, Nervosität, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Palpilationen, Schwitzen, Akkomodationsstörungen, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Amnesie, Angst, Apathie, Suizidversuche, Verwirrtheit, Migräne, Parästhesien, Tachykardie, Hypotonie, Hypertonie, Verdauungsstörungen, erhöhter Speichelfluss, Miktionsstörungen, Polyurie, Gewichtsverlust und - zunahme, Rhinitis, Sinusitis, Libidoabnahme, Impotenz, Geschmackstörungen, Juckreiz, Ausschlag, Sehstörungen, Müdigkeit und Gähnen

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 20 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten

Citalopram sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Geht in die Muttermilch über, beim Stillen ist Vorsicht geboten

Links
*Citalopram - Gelbe Liste
*Citalopram - psylex.de
*Citalopram Fachinformation PDF
*Sicherheitsinformation Citalopram
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Clonazepam

Handelsnamen
Rivotril, Antelepsin, Klonopin

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
30 - 40 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,5 mg, 2 mg, Tropfen 2,5 mg / ml

Übliche Dosierung
Die Dosis wird individuell angepasst.
Erhaltungstherapie bei Epilepsie: Säuglinge 0,5 - 1 mg, Kleinkinder 1,5 - 3 mg, Schulkinder 3 - 6 mg, Erwachsene 4 - 8 mg

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
71 - 76 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 0,5 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
wird hauptsächlich als Antikonvulsivum eingesetzt
Wie alle Benzodiazepine kann C. physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, eher seltenToleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe

während der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit, nicht stillen

Links
*Clonazepam - Gelbe Liste
*Clonazepam - psylex.de
*Fachinformation Clonazepam PDF
*Ashton Manual

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19242
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:29

D


Wirkstoffname

Diazepam

Handelsnamen
Faustan, Gewacalm, Paceum, Psychopax, Relanium, Stesolid, Valiquid, Valium

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
24 - 48 Stunden,
"aktive Metaboliten" bis zu 100 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 2 mg, 5 mg, 10 mg, Tropfen, Zäpfchen 10 mg

Übliche Dosierung
5 mg - 10 mg täglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C19

Bioverfügbarkeit
nahezu 100 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Muskelrelaxantien, Blutdrucksenker, Lachgas, Opioide Analgetika
Grapefruitsaft hemmt den Abbau von D.

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Benommenheit, Depression, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Gang - und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit


Hinweise zum Absetzen
nach Ashton ausschleichen (s.Link)

Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle


Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann D. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.

Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Nicht anwenden bei Säuglingen und Kleinkindern unter 6 Monaten
In der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation anwenden, nicht stillen
Sturzgefahr bei älteren Patienten
Durch die lange Halbwertzeit spiegelt D. sich auf, sodass die volle Wirkung erst nach einigen Tagen erreicht wird.

Links
*Diazepam - Gelbe Liste
*Diazepam - psylex.de
*Diazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual




Wirkstoffname

Doxepin

Handelsnamen
Aponal, Sinquan

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
trizyklisches Antidepressivum

Halbwertszeit
17 Stunden, Metabolit Desmethyldoxepin 51 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 kg, 100 mg, Lösung 40 mg/ ml

Übliche Dosierung
50 mg, kann bis auf 150 mg gesteigert werden, Einnahme abends

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP2C19

Bioverfügbarkeit
30 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate auch die Vorstufe L- Tryptophan,, andere zentral dämpfende Arzneimittel, morphinhaltige Arzneimittel, H1 Antihistaminika

Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, trockene Nase, Kopfschmerzen, Sehstörung, Schwitzen, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, niedriger Blutdruck, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Tremor, Verstopfung, Anstieg der Leberwerte, Gewichtszunahme, Juckreiz, Durst, Blasenentleerungsstörungen, innere Unruhe, Verwirrtheitszustände, Verlust der Libido, Impotenz

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Lösung

häufige Absetzerscheinungen: Muskelzuckungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Verdauungsstörungen, innere Unruhe, Angst, Gliederschmerzen, Erschöpfung, Weinen, Frieren, Schwitzen

Weitere Anmerkungen
wirkt zumeist stark dämpfend
wird im Alkoholentzug eingesetzt, wird als Schlafmittel eingesetzt, als Migräneprophylaxe und bei Schmerzerkrankungen,
kann die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich steigern, auf Sonnenschutz achten !
QT-Zeit Verlängerung macht schnelles Absetzen notwendig
Alkohol meiden

Links
*Doxepin - Gelbe Liste
*Doxepin - psylex.de
*Doxepin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva


Wirkstoffname

Duloxetin

Handelsnamen
Riclaim, Cymbalta, Yentreve, Duloxalta

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSNRI

Halbwertszeit
12 Stunden

Darreichungsformen
Kapseln zu 30 und 60 mg

Übliche Dosierung
60 mg, kann bis auf 120 mg gesteigert werden

Enzymatischer Abbau
CYP2D6 , CYP1A2

Bioverfügbarkeit
32 - 80 % Raucher haben eine um nahezu 50% reduzierte Plasmakonzentration, muss bei Rauchstopp bedacht werden

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Ciprofloxacin, Alkohol, Erhöhung der Blutungsneigung bei Blutverdünnern, Tabakrauch s.o.

Häufige Nebenwirkungen
Schlafprobleme, Übelkeit, merkbar trockener Mund, Verstopfung, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, verminderter Appetit, Durst, Ängstlichkeit, Libidoverminderung, Anorgasmie, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern, unscharfes Sehen, Nervosität, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Schwitzen, Lethargie, Juckreiz, Schwäche, Erektion Dysfunktion, verzögerte Ejakulation

Hinweise zum Absetzen
Kügelchenmethode, Feinwaage
Folgende Präparate haben Kügelchen: Duloxetin Zentiva, Cymbalta Lilly

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: hoher Blutdruck, Unruhe, Albträume, Schwindel, Depersonalisation, Derealisation, Brainzaps, Wahrnehmungsstörungen, Ohrgeräusche, Gereiztheit, Aggressivität, Suizidgedanken, Angst, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit

Absetzerscheinungen treten häufig auf.

Weitere Anmerkungen
Schwangerschaft: potentielles Risiko für den Fötus und das Neugeborene
Stillzeit: Anwendung nicht empfohlen
D. wird auch bei Schmerzerkrankungen und Harninkontinenz eingesetzt.

Links
*Duloxetin - Gelbe Liste
*Duloxetin psylex.de
*Duloxetin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:33

E


Wirkstoffname

Escitalopram

Handelsnamen
Cipralex, Seroplex, Lexapro

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

Halbwertszeit
36 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 5mg, 10mg, 15mg, 20 mg Lösung: 20mg/ml

Übliche Dosierung
bei Depressionen 10 mg bis 20 mg, bei Angsterkrankung 5mg bis 20 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan, Wirkstoffe, die die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen, Betablocker, Domperidon

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Insomnie, Somnolenz, Schwindel, Parästhesien, Tremor, Sinusitis, Gähnen, Diarrhoe, Obstipation, Erbrechen, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Arthalgie, Myalgie, verminderter Appetit, verstärkter Appetit, Erschöpfung, Fieber, Ejakulationsstörungen, Impotenz, Libidoverlust, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, anormale Träume, Anorgasmie

Hinweise zum Absetzen

Wasserlösmethode, Feinwaage oder Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schwindel, Empfindungsstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit, Sehstörungen.
Tinnitus und Kopfrauschen treten sowohl als NW als auch beim Absetzen auf.

Weitere Anmerkungen
bei Patienten 60+ liegt die Höchstdosis bei 10 mg
Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten


Erfahrungsberichte
*Bittchen: Escitalopram abgesetzt
*Hypeastrum Escitalopram absetzen

Links
*Escitalopram - Gelbe Liste
*Escitalopram - psylex.de
*Escitalopram Fachinformation
*QT Verlängerung Escitalopram - Pharmazeutische Zeitung
*Infoartikel Antidepressiva

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:41

F


Wirkstoffname

Flunitrazepam

Handelsnamen
Fluninoc, Rohypnol

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
35 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 1mg

Übliche Dosierung
1mg direkt vor dem Schlafen, nicht anzuwenden bei älteren Patienten (Sturzgefahr)

Enzymatischer Abbau
CYP2C19 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
80 - 90 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, CYP Induktoren, Valporinsäure, Clozapin, Lithium, Narkotika

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen,Schwindel, Benommenheit, Niedergeschlagenheit, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Gedächtnislücken, Konzentrationsstörungen, Schwäche, verlängerte Reaktionszeit, Überhang, Muskelschwäche, Ataxie

Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit, dann nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenzdosis lt. Ashton: 1 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann B. schon nach wenigen Wochen regelmäßiger Einnahme physisch und psychisch abhängig machen (Sucht,Toleranzentwicklung).
Das Risiko einer Abhängigkeit steigt bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der persönlichen Vorgeschichte.
Keine Anwendung bei Schlaf - Apnoe
Darf bei Kindern nicht angewendet werden
Anwendung in der Schwangerschaft nur bei zwingenden Gründen; abstillen

Bei gleichzeitigem Alkoholgenuss und in höherer Dosierung können schwere Erinnerungslücken auftreten. Das Medikament erlangte deshalb als "Vergewaltigungsdroge" oder "K.O. Tropfen" traurige Berühmtheit.
Die sedierende Wirkung ist sehr stark.
F wird besonders häufig missbräuchlich verwendet. Es darf laut Warnhinweis unter keinen Umständen Drogenabhängigen oder Patienten mit Abhängigkeitsanamnese verschrieben werden.

Links
*Flunitrazepam - Gelbe Liste
*Flunitrazepam - psylex.de
*Flunitrazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual



Wirkstoffname

Fluoxetin

Handelsnamen
Flecium, Fluctine, Fluxet, Mutan, Positivum, Prozac

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)
In hoher Dosierung kann F auch die Wiederaufnahme von Noradrenalin hemmen

Halbwertszeit
4 - 16 Tage ( aktiver Metabolit Nurofluoxetin)

Darreichungsformen
Kapseln, Hartkapseln, Tabletten zu 10 mg, 20 mg und 40 mg

Übliche Dosierung
Depression: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich
Bulimie: 60 mg
Zwangserkrankungen: 20 mg, schrittweise Erhöhung auf 60 mg ist möglich

Enzymatischer Abbau
CYP2C9/19 und CYP2D6

Bioverfügbarkeit
72 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen auch die Vorstufe L- Tryptophan , Metoprolol, Arzneimittel, die die QT Zeit verlängern, orale Antikoagulantien, incl.ASS und NSAR,
andere durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel, Arzneimittel, die die Krampfschwelle herabsetzen

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, verminderter Appetit, Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit, Angespanntheit, verminderte Libido, Schlafstörungen, abnormale Träume, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Geschmacksstörung, Lethargie, Somnolenz, Tremor, verschwommenen Sehen, Palpitation, Flüge, Gähnen, Erbrechen, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hyperhidrose

Hinweise zum Absetzen
Tabletten mit Wasserlösmethode, Feinwaage (Lösung ist in Deutschland nicht mehr erhältlich)

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Parästhesien, Schlafstörungen, Asthenie, Erregtheit, Angst, Übelkeit, Erbrechen

Weitere Anmerkungen

Schwangerschaft: Risiko für kardiovaskuläre Fehlbildungen des Kindes erhöht ist, Entzugssyndrom beim Neugeborenen möglich
Kinder und Jugendliche: unter 8 Jahren nicht erlaubt; darf zwischen 8 bis 18 Jahren nur zur Behandlung von mittelgradigen bis schweren Episoden einer Major Depression in Kombination mit psychologischen Therapiemaßnahmen angewandt werden. Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung ist in dieser Altersgruppe bezüglich Wachstum, Pubertät, geistiger und emotionaler Entwicklung und Verhaltensentwicklung ncht gewährleistet

Das Auftreten einer QT Zeit Verlängerung macht ein schnelles Absetzen notwendig.
PSSD kann auftreten
gesteigerte Aggressivität und Feindseligkeit kann als Nebenwirkung auftreten; das Medikament wird mit einigen Amokläufen, vor allem in den USA, in Verbindung gebracht.
Fluoxetin kann Knochenverlust und langfristig Osteoporose verursachen,
Aufgrund der langen HWZ stellen Ärzte gelegentlich auf Fluoxetin um, "um den Entzug zu erleichtern"

Links
*Fluoxetin - Gelbe Liste
*Fluoxetin - psylex.de
*Fluoxetin Fachinformation
*Infoartikel Antidepressiva





Wirkstoffname

Fluvoxamin

Handelsnamen
Fevarin, Flox-Ex, Floxyfral, Lucky

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSRI

Halbwertszeit
15 Stunden

Darreichungsformen
Filmtablette zu 50 mg, 100 mg

Übliche Dosierung
100 mg, kann bis auf 300 mg erhöht werden, sollte ab 150 mg in zwei oder drei Tagesdosen aufgeteilt werden

Enzymatischer Abbau
CYP1A2, CYP2C, CYP3A4

Bioverfügbarkeit
53 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate (SSRI, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva) auch die Vorstufe L- Tryptophan,

Häufige Nebenwirkungen
Erregung, Angst, Benommenheit, Schlaflosigkeit, Tremor, Somnolenz, Nervosität, Herzklopfen, Tachykardie, QT Zeit Verlängerung, Abdominal er Schmerz, Anorexie, Verstopfung Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Schwitzen, Asthenie, Kopfschmerzen, Unwohlsein

Hinweise zum Absetzen
Feinwaage

häufige Absetzerscheinungen sind Parästhesien, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst


Weitere Anmerkungen

wird hauptsächlich zur Behandlung von Zwangserkrankungen eingesetzt
hat nur geringe anticholinerge und antihistaminische Eigenschaften
wird auch bei Reizdarm eingesetzt
hemmt den Abbau von Koffein, daher Koffeinkonsum einschränken

Links
*Fluvoxamin - psylex.de
*Fluvoxamin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva

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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:43

G


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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:43

H

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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:46

I


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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:47

J

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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:47

K

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Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:50

L


Wirkstoffname

Lorazepam

Handelsnamen
Tavor, Tavor Expidet, Tolid, Ativan, Merlit, Temesta, Temesta Expidet

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin

Halbwertszeit
11 - 18 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 0,5 mg (Tavor), 1 mg, 2,5 mg, Täfelchen zur sublingualen Anwendung. (Tavor Expidet) 1 mg, 2,5 mg, Tabs (Tavor) 2,0 mg

Übliche Dosierung
0,5 mg - 2,5 mg, verteilt auf zwei bis drei Einzeldosen täglich bei Bedarf, bei älteren oder geschwächten Patienten und bei Patienten mit hirnorganischen Veränderung sollte die Tagesdosis um 50 % reduziert werden
Höchstdosis 7,5 mg

Enzymatischer Abbau
Konjugation mit Glucuronsäure

Bioverfügbarkeit
ca. 94 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Antidepressiva ( insbes. Lithiumpräparate), Neuroleptika, Antiepileptika, PPI, Clozapin, Valporinsäure, Muskelrelaxantien, Erythromycin, orale Kontrazeptiva, Antikoagulation, Blutdrucksenker

Häufige Nebenwirkungen
Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Verwirrung, Benommenheit,Depression,eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schwäche, Euphorie


Hinweise zum Absetzen
schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam) und nach Ashton ausschleichen (s.Link)
Äquivalenz lt Ashton: 1 mg zu 10 mg Diazepam, erfahrungsgemäß kann oft etwas weniger Diazepam angesetzt werden.
Häufigste Entzugserscheinungen: Zittern, Angst, Schlaflosigkeit, Alpträume, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe, Herzrasen, Innere Unruhe., Bauchkrämpfe, Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen
selten: Delirium, zerebrale Krampfanfälle

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann L. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Wird oft zur Vorbereitung von operativen Eingriffen genutzt


Erfahrungsberichte
*Danielle: Das Rezept, das mein Leben veränderte (Lorazepam)

Links
*Lorazepam - psylex.de
*Lorazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 17:55

M


Wirkstoffname

Milnacipran

Handelsname
Ixel, Savella, Milna-neurax

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSNRI

Halbwertszeit
etwa 8 Stunden

Darreichungsformen
Hartkapseln zu 25 mg und 50 mg

Übliche Dosierung
2 Mal am Tag 50 mg
Einzunehmen mit den Mahlzeiten

Enzymatischer Abbau
wird hauptsächlich über die Niere abgebaut

Bioverfügbarkeit
ca. 80 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, Digitalis, Sumatriptan

Häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Bluthochdruck, beschleunigter Puls, Essstörungen, Schlafstörungen, Deression, Ängstlichkeit, Suizidalität, Migräne, Schwindel, Empfindungsstörungen, Schläfrigkeit, Muskelzittern, Palpitationen, Hitzewallungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit, Schmerzen der Skelettmuskulatur, Juckreiz Ausschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Harndrang, Erektionsstörungen, Hodenschmerzen

Hinweise zum Absetzen



Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Panikattacken, extreme Müdigkeit, Unruhe, Gliederschmerzen, Aussichtslosigkeiz, Weinkrämpfe und Suizidgedanken

Weitere Anmerkungen
relativ neu zugelassen (2016)
darf nicht bei Niereninsuffizienz und vergrößerter Prostata angewendet werden
Wirkt sich stark auf Noradrenalin aus.
Wird oft bei Schmerzerkrankungen eingesetzt.
Keine QT Zeit Verlängerung

Links
*Milnacipran - Gelbe Liste
*Milnacipran - psylex.de
*Milnacipran Fachinformation
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Mirtazapin

Handelsnamen
Mirtazapin, Remeron, Remergil, Mirtel

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Tetrazyklische Antidepressiva

Halbwertszeit
20-40 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten, Schmelztabletten: 15 mg/30 mg

Übliche Dosierung
7.5 mg, 15 mg, 30 mg, 45 mg

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP1A2 und CYP3A4

Bioverfügbarkeit
ca. 50 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen, Sedativa, Alkohol und Warfarin

Häufige Nebenwirkungen
Schläfrigkeit, Dämpfung, Mundtrockenheit, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Schwindel und Erschöpfung, Restless-Leg-Syndrom

Hinweise zum Absetzen

Die Absetzerscheinungen von Mirtazapin sind, wenn sie auftreten, teilweise recht schwerwiegend. Manchmal treten die Symptome erst 1-2 Wochen nach der Dosisreduktion auf, oder verstärken sich in diesem Zeitraum.

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion: Schlaflosigkeit, Alpträume, Übelkeit, Erschöpfung, Schwindel, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, Herzrasen, Innere Unruhe. Besonders im unteren Dosisbereich (unter ca. 10 mg) sollte mit besonderer Vorsicht und in kleinen Schritten reduziert werden.

Aufgrund der stark histaminergen Wirkung kann es beim Absetzen recht häufig zu einer (meist vorübergehenden) Histaminintoleranz kommen.

Nach dem völligen Absetzen können sich die Symptome nach 1-3 Monaten nochmal verstärken und klingen dann meist langsam ab. Ob ein besonders langsames Absetzen bei den letzten mg diese nachträgliche Symptomwelle verhindert, ist noch unklar.

Gute Techniken für die Dosisreduktion sind das Auflösen der Tabletten, die Verwendung einer Feinwaage.


Weitere Anmerkungen

Die Einnahme von Mirtazapin kann zu einer sehr starken Sedierung führen, daher wird es teilweise auch als schlafanstoßendes Mittel eingesetzt. Der beruhigende Effekt nimmt meist oberhalb von ca. 15 mg ab und kann bei einer Dosierung von 30 mg oder 45 mg zu erhöhter innerer Unruhe führen.

In manchen Fällen kann die Einnahme von Mirtazapin eine Verschlechterung der Stimmung verursachen bis hin zu Suizidgedanken.

Links
*Mirtazapin - Gelbe Liste
*Mirtazapin - psylex.de
*Fachinformation: Remergil Schmelztabletten
*Fachinformation: Mirtazapin Actavis Filmtabletten
*Infoartikel Antidepressiva

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 18:05

N


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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Sonntag, 23.06.19, 18:10

O



Wirkstoffname

Olanzapin

Handelsnamen
Zyprexa

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
ca 35 h (20 - 70 h), Steady State: 7 - 10 Tage

Darreichungsformen
Tabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Filmtabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Schmelztabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Tropfen 5mg/ml;
Injektionslösung (Pulver) 10 mg; Depot-Injektion-Suspension 210 mg, 300 mg, 405 mg,

Übliche Dosierung
nach Herstellerangaben 5 - 20 mg ( Patienten >60 Jahre wird daher eine Anfangsdosis von 2,5-5 mg)
Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 2,5 mg tgl. ansonsten 5,1 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP1A2

Bioverfügbarkeit
ca 57 %

Wichtige Wechselwirkungen
Carbamazepin, Fluvoxamin, Direkte und indirekte Dopamin-Agonisten, Insulin, Medikamente, die die QT Zeit verlängern, Aktivkohle

Häufige Nebenwirkungen
Gewichtszunahme(zwischen 7 und 25% des Ausgangskörpergewichtes), Schläfrigkeit, erhöhter Plasmaprolaktinspiegel, bei Patienten mit Alzheimer Krankheit abnormer Gang.
Eosinophilie, Appetitzunahme, erhöhter Glucosespiegel, erhöhter Triglyceridspiegel, Schwindelgefühl, Akathisie, Parkinsonismus, Dyskinesie, orthostatische Hypotonie, leichte, vorübergehende anticholinerge Effekte einschließlich Verstopfung und Mundtrockenheit, vorübergehend asymptomatische Erhöhung von Lebertransaminasen (ALT/AST), Schwäche, Ödeme.

QT Zeit Verlängerung, Suizidalität, Malignes neuroleptisches Syndrom, Krampfanfälle, können auftreten.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösemethode, Feinwaage, Tropfen
häufige Absetzsymptome: Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen

Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Schwangerschaft: potentielles Risiko für Fötus und Neugeborenes; nicht stillen
bei älteren Menschen Dosisanpassung erforderlich
nicht geeignet bei Demenz-assoziierten Psychosen und/oder Verhaltensstörungen (erhöhte Sterblichkeit, erhöhtes Risiko für Schlganfälle)
kontraindiziert bei Patienten mit erhöhtem Risiko für ein Engwinkelglaukom
Rauchen kann den Spiegel senken

Erfahrungsberichte
Links zu Erfahrungsberichten zum Absetzen der Substanz

Links
*Olanzapin - Gelbe Liste
*Olanzapin - psylex.de
*Olanzapin - Arzneimittet Telegramm
*Olanzapin Fachinformation PDF





Wirkstoffname

Opipramol

Handelsnamen
Insidon, Opipram

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
strukturell: Trizyklika; Nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer
nimmt eine Mittelstellung zwischen Antidepressiva und Neuroleptika ein

Halbwertszeit
Mittlere Halbwertszeit: ca 11 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten 50 mg, 100 mg, 150 mg; Tropfen (Insidon)

Übliche Dosierung
200 - 300 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP2D6-Isoenzym

Bioverfügbarkeit

Wichtige Wechselwirkungen
Neuroleptika, Hypnotika, Tranquillizer, Anästhetika, Starke Anticholinerga, MAO-Hemmer, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Betablocker, IC-Antiarrhythmika, trizyklische Antidepressiva, Monooxygenasen, Cimetidin,

Wirkstoffe, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern, zu einer Hypokaliämie führen oder den hepatischen Abbau von Opipramol bremsen, sind zu vermeiden oder nur unter regelmäßiger EKG-Kontrolle zusammen mit Opipramol einzunehmen.

Häufige Nebenwirkungen
Müdigkeit, Mundtrockenheit, verstopfte Nase.

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösemethode, Feinwaage, Tropfen
Häufigste Absetzsymptome: Unruhe, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen

Weitere Anmerkungen
wirkt dämpfend, angstlösend und schwach stimmungsaufhellend
durchschnittliche Behandlungsdauer: 1 - 2 Monate
Schwangerschaft: möglichst nicht einnehmen; abstillen
für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet
ältere Menschen haben unter Opipramol ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opipramol kam es zu Suizidversuchen
In hoher Dosierung können eventuell die NW von Neuroleptika eintreten (extrapyramidale Störungen)
Schwarzer Tee führt zu einem Wirkstoffverlust von 30 %
Alkohol sollte gemieden werden

Erfahrungsberichte

Links
*Opipramol - Gelbe Liste
*Opipramol - psylex.de
*Opipramol Fachinformation PDF




Wirkstoffname

Oxazepam

Handelsnamen
Adumbran, Anxiolit, Durazepam, Praxiten, Seresta

Wirkstoffkategorie
Tranquilizer

Unterkategorie
Benzodiazepin, Metabolit des Diazepams

Halbwertszeit
5 - 15 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 10 mg, 50 mg,

Übliche Dosierung
20 mg - 30 mg, verteilt auf 10 mg morgens und 10 - 20 mg abends, Höchstdosis 60 mg täglich, ältere PatientInnen 10 mg - 30 mg

Enzymatischer Abbau
Konjugation mit Glucuronsäure

Bioverfügbarkeit
95,5 %

Wichtige Wechselwirkungen
zentral dämpfende Arzneimittel und Alkohol, Antidepressiva ( insbes. Lithiumpräparate), Muskelrelaxantien, Antikoagulation, Blutdrucksenker Beta Blocker, Neuroleptika, Valporinsäure

Häufige Nebenwirkungen

Sedierung, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Verwirrung, Benommenheit, Impotenz, Kopfschmerzen, Gangstörung, Übelkeit, Schwindel, Schwäche


Hinweise zum Absetzen
evtl.schrittweise Umstellung auf Benzodiazepin mit längerer Halbwertzeit (Diazepam, Clonazepam)nach Ashton ausschleichen (s.Link)
oder direkt mit der Wasserlösmethode absetzen
Äquivalenz lt Ashton: 20 mg zu 10 mg Diazepam
Häufigste Entzugserscheinungen: Muskelzucken, Zittern, Schlafstörungen, Angst, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit
zerebrale Krampfanfälle möglich

Weitere Anmerkungen
Wie alle Benzodiazepine kann O.. schon nach relativ kurzer regelmäßiger Einnahme ( angegeben sind zwei bis vier Wochen) physisch und psychisch abhängig machen (Sucht, incl. Toleranzentwicklung).
Das Risiko für eine Sucht steigt bei Alkoholmissbrauch oder Medikamentenmissbrauch in persönlicher Vorgeschichte.
Nicht anzuwenden bei Schlaf - Apnoe
Wirkung setzt langsam ein
Kinder unter 7 Jahren sollten nicht mit Oxazepam behandelt werden

Links
*Oxazepam - Gelbe Liste
*Oxazepam - psylex.de
*Oxazepam Fachinformation PDF
*Ashton Manual

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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Montag, 24.06.19, 10:43

P


Wirkstoffname

Paroxetin

Handelsnamen
Deroxat, ParoLich, Paroxat, Seroxat, Tagonis

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
SSRI

Halbwertszeit
24 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten und Filmtabletten zu 10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg, Tropfen 33,1 mg/ml (Hormosan), Suspension 2mg/ml

Übliche Dosierung
20 mg, kann allmählich bis 50 mg gesteigert werden

Enzymatischer Abbau
CYP2D6

Bioverfügbarkeit
40%- 70%

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, andere serotonerg wirksamen Präparate (SSRI) auch die Vorstufe L- Tryptophan, Triptane, Buspiron, Trizyklische Antidepressiva), Tamoxifen, Pimozid, Thioridazin

Häufige Nebenwirkungen
verminderter Appetit, Erhöhung der Cholesterinwerte, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Unruhe, ungewöhnliche Träume, Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, verschwommenen Sehen, Gähnen, Übelkeit, Obstipation, Diarrhö, Erbrechen, Mundtrockenheit, Schwitzen, sexuelle Dysfunktion, Schwäche, Gewichtszunahme

Hinweise zum Absetzen
nicht wasserlöslich, Feinwaage oder Tropfen

häufige Absetzerscheinungen sind Brainzaps, Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung, Tinnitus, Muskelkrämpfe, Suizidgedanken, Zuckungen

Weitere Anmerkungen
Absetzerscheinungen treten sehr häufig auf
wird auch zur Behandlung der Fibromyalgie eingesetzt, in den USA auch gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren, absolut kontraindiziert in der Schwangerschaft, signifikant erhöhte Suizidalität, PSSD und Priapismus können als Nebenwirkung auftreten

Erfahrungsberichte
*Aissela: Zurück ins Leben - Paroxetin abgesetzt

Links
*Paroxetin - psylex.de
*Paroxetin Fachinformation PDF
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Montag, 24.06.19, 10:46

Q


Wirkstoffname

Quetiapin

Handelsnamen
Seroquel, Sequase, Seroquel prolong, Seroquel XR

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
ca. 7 Stunden, Metabolit 12 Stunden
retardiert 24 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg
Retardtabletten zu 50 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg, 400 mg

Übliche Dosierung
- nach Herstellerangabe: je nach Erkrankung 150 mg - 800 mg
- Niedrigdosierung nach Aderhold: Ersterkrankung: 76 mg ansonsten 152 mg tgl.

Enzymatischer Abbau
CYP3A4

Bioverfügbarkeit
100 %

Wichtige Wechselwirkungen
CYP3A4 Inhibitoren, Deferipon, Amprenavir, Atazanavir, Clarithromycin, Erythromycin, Indinavir, Proteasehemmer,

Häufige Nebenwirkungen
Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, ungewöhnliche Muskelbewegungen, Zittern, Cholesterinerhöhung, erhöhter Herzschlag, Herzklopfen, Herzschmerzen, Herzstolpern, Verstopfung, Magenbeschwerden, Schwächegefühl, Anschwellen von Armen und Beinen, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Ohnmacht, erhöhte Blutzuckerwerte, verschwommenen Sehen, ungewöhnliche Träume, Alpträume, vermehrtes Hungergefühl, Gereiztheit, Schwierigkeiten beim Sprechen und mit der Sprache, Suizidgedanken, Depression, Kurzatmigkeit, Erbrechen, Fieber, Veränderung der Schilddrüsenhormone im Blut, Verminderung bestimmter Blutzellen, Anstieg der Leberwerte, Prolaktinanstieg mit Milchfluss, Zyklusstörungen

Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Extrapyramide Störungen). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.


Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, bei prolongierter Einnahme schrittweise Umstellung
Häufigste Entzugserscheinungen: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Gereiztheit, Akathisie, Angst, Panikattacken, DP, DR, Erschöpfung, Reizoffenheit, Neuroemotionen
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Ursprünglich als Antipsychotika entwickelt, werden NL mehr und mehr auch bei anderen Erkrankungen verordnet. Im Falle des Q. sind das depressive Erkrankungen, bipolare Störungen, Wirkverstärkung von AD, offlabel auch als Schlafmittel


Erfahrungsberichte
*Arianrhod: Absetzen von Quetiapin

Links
*Quetiapin - psylex.de
*Quetiapin Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Montag, 24.06.19, 10:47

R


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padma
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Re: Medikamentensteckbriefe

Beitrag von padma » Montag, 24.06.19, 10:49

S


Wirkstoffname

Sertralin

Handelsnamen
Gladem, Tresleen, Zoloft

Wirkstoffkategorie
Antidepressiva

Unterkategorie
Selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)

Halbwertszeit
22 - 26 Stunden

Darreichungsformen
Filmtabletten zu 50 mg und 100 mg, Zoloft Lösung 20 mg/ml ( Nutzer berichten von hoher Zuzahlung)

Übliche Dosierung
50 mg, kann auf 100 mg erhöht werden, Höchstdosis 200 mg
Bei älteren Patienten ist eine möglichst niedrige Dosis zu empfehlen.

Enzymatischer Abbau
CYP2D6, CYP3A4, CYP2C19

Bioverfügbarkeit
44 %

Wichtige Wechselwirkungen
MAO-Hemmer, serotonerge Substanzen ,auch die Vorstufe L- Tryptophan, andere durch CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel, Propafenon, Flecainid

Häufige Nebenwirkungen
Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Ejakulationsversagen, Erregung, Nervosität, Appetitstörungen, Tremor, Schwitzen, Sehstörungen, Hautausschlag, Erbrechen, Dyspepsie, sexuelle Funktionsstörungen, Hitzewallungen, Miktionsstörungen, Herzklopfen, Schmerzen in der Brust

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Tropfen

Häufigste Symptome bei Dosisreduktion:
Schwindel, Kreislaufprobleme, Konzentrationsprobleme, Selbstmordgedanken, Niedergeschlagenheit, Verdauungsprobleme, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brainzaps, Zittern

Weitere Anmerkungen
während der Einnahme darf kein Grapefruitsaft getrunken werden, wird häufig bei Alkoholikern im Entzug und bei älteren Menschen eingesetzt, wirkt stark antriebssteigernd, Manie und Halluzinationen können als Nebenwirkung auftreten

Links
*Sertralin psylex.de
*Sertralin Fachinformation PDF
*Infoartikel Antidepressiva




Wirkstoffname

Sulpirid

Handelsnamen
Arminol, Dogmatil, Meresa, Meresasul, Neogama, Sulpivert, Vertigo-Meresa, Vertige-Neogama

Wirkstoffkategorie
Neuroleptika

Unterkategorie
atypische Neuroleptika

Halbwertszeit
6-8 Stunden

Darreichungsformen
Tabletten und Kapseln zu 50 mg,100 mg, 200 mg, Saft 1ml = 5 mg

Übliche Dosierung
bei Schizophrenie 400 mg - 800 mg, bis zu 1.600 mg, ältere PatientInnen erhalten die Hälfte
bei Depressionen 150 mg - 300 mg
bei Schwindel 50 mg - 150 mg

Enzymatischer Abbau
wird überwiegend über die Niere abgebaut

Bioverfügbarkeit
20 - 30 %

Wichtige Wechselwirkungen
Amantadin, Amiodaron, Amisulpirid, Amitriptylin, Artemether, Artenimol, Budipin, Chlorprothixen, Citalopram, Diphenhydramin, Domperidon, Dronedaron, Droperidol, Erythromycin, Escitalopram, Levodopa, Moxifloxacin, Pripedil, Thioridazin, Tramadol, Zotepin

Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, übermäßige Speichelsekretion, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, herabgesetzte körperliche Aktivität, Beruhigung, Benommenheit, Herzjagen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtszunahme
Bei längerer und hoch dosierter Therapie können bei Neuroleptika unumkehrbare Nervenstörungen im Mundbereich, Gesicht, sowie an Armen und Beinen mit Zuckungen, Zittern und Bewegungslosigkeit auftreten (Spätdyskinesien). Frauen und ältere Menschen sind davon häufiger betroffen als andere Patientengruppen. Das Risiko ist bei typischen NL höher als bei atypischen.
Neuere Studien zeigen, dass die langfristige Einnahme von NL zu Hirnathropie führen kann.
S. kann den Prolaktinspiegel ansteigen lassen, was bei Frauen zu Milcheinschuss führen kann.Langfristig ist das ein schwerwiegender Absetzgrund.
Eine Verlängerung der QT Zeit kann auftreten und ist ein zwingender Absetzgrund

Hinweise zum Absetzen
Wasserlösmethode, Feinwaage, Saft
Häufigste Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gehirnnebel, Depression, Niedergeschlagenheit, Übelkeit, Unruhe, Herzschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, Neuroemotionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schwindel
Alle Neuroleptika bergen bei zu schnellem oder abruptem Absetzen das Risiko einer Absetzspsychose, das Risiko steigt bei Psychosen in der persönlichen Vorgeschichte.

Weitere Anmerkungen
Ursprünglich als Antipsychotika entwickelt, werden NL mehr und mehr auch bei anderen Erkrankungen verordnet. Im Falle des S. sind das vornehmlich depressive Erkrankungen und Schwindelsymptome.

Links
*Sulpirid - psylex.de
*Sulpirid Fachinformation PDF
*DGSP Stellungnahme: Verwendung von Neuroleptika

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