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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: wir sind bisher noch nicht zu einer tragfähigen Lösung gekommen und müssen unseren Aufnahmestopp daher leider länger als geplant aufrecht erhalten.

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Unwichtig1
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Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Sonntag, 29.11.15, 12:28

Hallo,


ich leide seit über einem Jahr an Depersonalisation, Derealisation, Ängsten und schlechter Laune (die sich so langsam entwickelt hat), Reizüberflutung, ausgelöst durch Cannabis.

Nehme nun seit 4 Tagen Escitalopram, 10mg.
Habe es heute ausgelassen, da ich heute morgen um 5 Uhr extreme Nebenwirkungen hatte. Seit gestern habe ich zum Beispiel Probleme mit dem Pipi machen, es dauert in letzter Zeit immer etwas, bis was kommt und ich habe ganz vorne aber das Gefühl, dass ich muss. Heute dann, um 5 Uhr morgens, wurde ich wach und wollte Pipi machen. Wieder das gleiche. Als ich dann Pipi gemacht habe, wurde mir extrem schlecht und schwindelig und ich hyperventilierte etwas, erbrach aber nicht. Nach einiger Zeit ging es wieder, habe Wasser getrunken und mich hingelegt. Habe auch extrem Tinnitus gehabt heute, gestern hatte ich es leichter....
Aus diesen Gründen habe ich es heute nicht genommen (nehme es immer morgens um 6-7 Uhr). Nehme es jetzt auch nicht weiter, finde es aber sehr schade, da es mir schon nach dem 2. Tag geholfen hat und ich mich viel besser fühlte. Habe jetzt noch extreme Kopfschmerzen...

Irgendwelche Tipps?

Andere Medikamente die keine Nebenwirkungen haben, aber genau so wirken?
Oder was pflanzliches?

Mich macht es echt sehr traurig, dass ich es nicht mehr nehmen kann, aber heute morgen dachte ich echt, dass mein Kopf platzt...

Lisamarie
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 29.11.15, 12:51

Hallo unwichtig,

Harnverhalten ist eine schwere Komplikation vom Escitalopram , bitte wirklich nicht mehr nehmen. :!:

Wir sind ein pharmakritisches Forum und empfehlen keine AD,s , bei allen AD,s ist mit Nebenwirkungen zu rechnen, und AD,s deckeln im besten Fall Symthome , sie heilen nicht. Und dich sollte es nicht traurig machen das du es nicht mehr nehmen kannst sondern glücklich, viele von uns die mit schweren Absetzproblematiken kämpfen wünschten das sie nie mit Psychophamaka angefangen hätten. Ich lad dich ein mal bei anderen Usern zu lesen, wie es ihnen ergeht.

Hast du mal über Psychotherapie nachgedacht um deine Probleme in den Griff zu bekommen , was wir empfehlen können sind Hopfen, Baldrian, Passionsblume .

Lass dir mal was zum lesen da

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=1644

http://www.depression-heute.de/

Schau mal ob du dir da was rausziehen kannst
http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=4


Lg Petra
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2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 29.11.15, 13:03

Hallo!

Diese Nachwirkungen vom kiffen können anhalten, aber auch sie sollten irgendwann ausheilen.

Wie war das Jahr, hast du andere Medikamente ausprobiert? Läuft dein Leben geregelt? Irgendeine Therapie, Sport o.ä. Angefangen?

Erstmal viele Grüße, murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Sonntag, 29.11.15, 13:17

Hallo,


ich habe Laif 900 ausprobiert gehabt, aber ohne Wirkung (Aber hatte es auch nur 3 Wochen genommen, danach aufgehört). L-Theanin hatte ich auch ausprobiert, L-Tryptophan ebenso.


Escitalopram war mein erstes richtiges Medikament. Hier habe ich noch Promethazin, aber das macht mich zu müde.

Leben läuft einigermaßen geregelt, mache gerade mein Abitur, und versuche halt, so oft es geht, rauszugehen. Aber die Depersonalisation macht mich echt fertig. Ich habe einfach keine Kraft mehr, und Escitalopram hat mir einfach so gut Kraft und Energie gegeben und die Depersonalisation wurde auch besser. Ich brauche einfach was gegen Reizüberflutung...

Ich war in Mainz in der psychosomatischen Station für 3 Wochen, wo ich Therapien hatte. Ich bin ja erst 18. Geholfen hat es mir nicht, eher ging es mir dort schlechter (mit der Zeit).

Ansonsten war ich vor einem Jahr bei 2 Hypnosetherapeuten, was aber auch nicht wirklich geholfen hat.
Eine normale Therapie hatte ich auch gestartet, aber nach 20 Wochen oder so abgebrochen, weil es mir dadurch auch schlechter ging. Am besten geht es mir halt ,wenn ich mich nicht damit beschäftige und gar nicht an irgendwelche Probleme oder negatives denke, da sonst die Depersonalisation stärker wird, und dadurch habe ich mich dann eh nicht mehr unter Kontrolle und kann die Probleme eh nicht lösen bzw. irgendetwas ändern. Mein Ziel ist es erstmal, die Depersonalisation wieder loszuwerden...


Vor der Depersonalisation habe ich eigentlich jeden Tag meditiert, hatte top noten, es ging mir sehr gut, ich war gerne in meinem Körper. Und jetzt geht einfach gar nichts mehr, ich bin ein komplett anderer Mensch unter der Depersonalisation.... purer Stress und alles ist mir zu viel, ich habe ein starkes Vermeidungsverhalten, ich ziehe sogar meine Augen von nebensächlichen Wörtern im Internet weg. Beispielsweise steht ja hier unten "Optionen" und sowas. Ich hab mir das irgendwie so angewöhnt, gar nicht mehr auf sowas zu achten und alles unnötige auszublenden... heute geht es mir auch extrem schlecht.... die innere Unruhe vor dem Escitalopram ist wieder da und ich habe echt kein Bock mehr. Habe es ja heute auch nicht mehr genommen und werde es auch nicht weiter nehmen.

Thomas
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Thomas » Sonntag, 29.11.15, 13:57

Hallo,

nachdem was ich von Leuten bisher miterlebt und erfahren habe, bringt das dranrumdoktern an drogeninduzierten Wahrnehmungsstörungen mit anderen Substanzen (auch Psychopharmaka) nichts außer zusätzliche Probleme. Es ist ja noch nichtmal klar, wie Psychopharmaka, z.B. das Escitalopram gegen DR/DP wirken sollen. Nach den Erfahrungen kann ich nur empfehlen, sich von psychotropen Substanzen jeder Art (auch Pharmaka) fern zu halten und dem Gehirn Zeit zu geben, sich wieder "auf die Reihe" zu kriegen. Auch wenn es länger dauert. Außerdem wäre ich darauf bedacht, diese Probleme möglichst nicht einem Psychiater anzuvertrauen bzw. keine andere Diagnose als F12 (Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide) zu akzeptieren.

Gruß Thomas
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Sonntag, 29.11.15, 14:00

Hallo, danke für deine Antwort.

Ich verstehe deinen letzten Satz nicht ganz, kannst du mir sagen, aus welchem Grund?

MFG

Thomas
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Thomas » Sonntag, 29.11.15, 14:13

Du meinst die Diagnose betreffend? Weil alles andere als F12 unzutreffend und unter Umständen sehr ungünstig für Dich wäre. Stell Dir vor, Du bekämst fälschlicherweise die Diagnose "Schizophrenie". Das kann bei Deinen Symptomen ganz schnell gehen und dann hast Du angeblich eine schwere psychische Krankheit in den Akten und bekommst diesen Stempel nicht mehr los. Die übliche Medikamentierung wären hochpotente Neuroleptika, von denen Du Dich möglichst fernhalten solltest.

Gruß
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Sonntag, 29.11.15, 14:17

Genau. Ja, da hast du Recht.

In der Klinik in Mainz habe ich als Hauptdiagnose die Depersonalisationsstörung bekommen, die Klinik ist ja darauf spezialisiert. Und dann noch eine Panikstörung und depressive Episode...

Kennst du dich mit DP aus?

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Thomas » Sonntag, 29.11.15, 14:53

Da hast Du ja schon eine ordentliche Packung Diagnosen bekommen. Mit DP hab ich keine eigenen Erfahrungen. Aber auf jeden Fall einige im Forum, vor allem im Entzug von Psychopharmaka. Vielleicht auch direkt drogeninduziert. Bei drogeninduzierten Wahrnehmungsproblemen kenn ich hauptsächlich Leute mit Stimmenhören. Das ging bei denen unter Pharmaka auch meist nicht weg, hat sich auf lange Sicht eher chronifiziert und es kamen natürlich neue substanzbedingte Symptome dazu.
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Jamie » Sonntag, 29.11.15, 18:56

Hallo,

du musst morgen sofort den Arzt anrufen und ihm vom Harnverhalt berichten.
Das ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in der Regel zum sofortigen Abbruch der "Therapie" führt. Ich würde keinesfalls das Escitalopram weiternehmen.

Ich find´s immer schlimm zu lesen, wenn Leute mit Drogen-induzierten Problemen zu kämpfen haben.
Mir tut das immer leid, weil es derart vermeidbar gewesen ist, aber das soll kein Vorwurf sein. Jetzt ist es passiert und man muss mit den Konsequenzen leben.
SSRI wirken pushend / antriebsteigernd, deswegen hast du mehr Energie, aber sie erhöhen leider oft auch die Empfindlichkeit für Reize und machen nervös. Jungen Menschen (unter 21) dürfen sie nur nach sorgfältiger Abwägung verordnet werden, weil sie bei einigen Aggressionen auslösen und das Suizidrisiko bei dieser Gruppe erheblich steigt.

Eine DP / DR ist oft eine wirklich hartnäckige Angelegenheit, die Monate andauert. Da hilft nur ganz viel Geduld und das Prinzip Hoffnung und eben Techniken, sich ins Hier und Jetzt zurückzuholen, wenn es ganz schlimm wird. http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... it#p117257
Diese Reizempfindlichkeit - es hört sich ja an, als ob das Cannabis das ausgelöst hat, aber du bist ja auch mitten in der Pubertät und das kann evtl. auch etwas mit Hochsensibilität zu tun haben. Bitte googel das mal: hochsensibel, Hochsensibilität.

Wenn du deinen weiteren Weg erstmal übergangsweise mit AD bestreiten willst, respektiere ich deine Entscheidung, aber wir im ADFD sehen uns als psychopharmakakritisches Absetzforum und geben darum keine Empfehlungen ab, welches AD "gut" ist etc.
"Gut" sind die nämlich alle nicht und gäbe es eine Wunderpille, die alles heilen würde, dann müsste es keine Depressiven oder Angstkranken auf dieser Welt mehr geben, aber die gibt es nicht und leider haben diese Medikamente die unangenehme Eigenschaft starke Probleme auszulösen, weil sie weder richtig erforscht sind noch korrekt angewendet werden. AD waren nie dazu bestimmt, dass man sie langfristig einnimmt; sie waren als Krücke zur Überbrückung gedacht und damit meinen wir Wochen oder ein paar Monate. Aber mittlerweile schlucken sie sie Menschen oft ihr halbes Leben lang und kommen auch nicht mehr richtig davon weg, weil sie eben eine körperliche Abhängigkeit erzeugen und das Absetzen so schwer ist.

Wünsche dir weiterhin alles Gute.
Grüße
Jamie

Und PS. Unwichtig bist du nicht. Kein Mensch ist unwichtig. :roll:
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von suppe » Montag, 30.11.15, 11:10

Derealisation

Hallo,

im Jahr 2000 hatte ich auch eine lange Zeit mit Derealisation ausgelöst durch Marijuana verbunden mit einer starken Panikattake zu kämpfen. Ich dachte irgendetwas musste in meinem Hirn kaputt gegangen sein. Es hatte zwei Jahre gedauert bis diese Gefühle allmählich weniger wurden.
15 Jahre später ausgelöst durch Johanniskraut und ebenfalls nach einer starken Panikattake hatte ich nun wieder diese Gefühle und habe mich viel in die Thekatik eingelesen.
Das Problem ist nicht mehr das Marijuana was die DR/DP auslöst, das ist schon lange aus deinem Körper heraus. Das Problem ist einfach eine Angststörung ausgelöst durch die Empfindungen die Marijuana auslösen kann. Es gibt Menschen die vertragen und lieben es und es gibt Menschen wie uns die Angst hatten vor diesen Gefühlen (Abgekapselt zu sein, Kontrolle zu verlieren). Verbunden mit Angst ist das Ganze dann abgespeichert worden tief in dir. Dein Unterbewusstsein weiß nähmlich nicht ob du dich in einem Raum mit einem gefählichen Tier befindest oder ob du Angst vor diesen Gefühlen hast. DU kannst kämpfen, weglaufen oder dich "totstellen" das sind die Optionen die wie sie zB bei einem Schock oder in gefährlichen Situationen ausgelöst werden. Du dissozierst und stellst gewisse Sinne in den Vordergrund (Besser sehen, Aufmerksamkeit ist erregt) andere in den Hintergrund (Denken verlangsamt sich zB. Was bringt Dir in einer Gefahrensituation das Denken? -> Du handelst Instinktiv so wie es seit tausenden von Jahren ist und flüchtest vor dem Feuer!). Du sendest fleissig immer mehr Stress aus und hälst deine Gefühle und Empfindungen damit am leben. Das Problem ist, dass die derealisation dich von diesem Ereignis abkapseln möchte bzw dir helfen will, aber vor DIR SELBST und das ist das Problem -> Du kannst nicht vor dir selbst weglaufen, dich totstellen oder dich selbst bekämpfen! Du kannst lernen dir wieder zu Vertrauen nur das geht halt nicht von heute auf morgen. Das ist der Grund warum du immer wieder in einen Konflikt mit dir selbst gehst. Der Körper kann bestimmte Areale in deinem Körper abkapseln wenn es ihm zu viel wird. Dadurch entstehen diese seltsamen Gefühle und ich kann dir sagen wovon ich rede. Man grübelt über alles nach und was passiert wenn man nur noch Nachdenkt wie schlecht alles ist und wieso das Leben so seltsam ist, was wir hier tun auf der Erde, was mache ich eigentlich hier? bin ich wirklich hier? usw. wir werden müde. Unser Geist ist erschöpft. Stell dir vor du läufst einen Marathon kommst aber nicht zur Ruhe. Genauso geht es deinem Geist, Ständig schenkst du diesen Gefühlen aufmerksamkeit, er hat keine Zeit sich zu beruhigen. Du hast diesen Gefühlen die du beim Marijuanakonsum hattest verbunden mit Angst zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, dann ist durch die zu einer Panikreaktion gekommen. Angst kam dazu und eine Menge Fragen.
Ich hatte eine lange Zeit damit zu kämpfen letztendlich hat es mir geholfen die DR zu akzeptieren! Egal was sie macht - es ist wie es ist. Akzeptiere sie als eine vorrübergehende Erscheinung und schenke ihr keine Beachtung, du wirst merken, dass du nicht mehr an sie denkst aber es wird dauern. Verstehen - Akzeptanz - Vertrauen - Kontrolle abgeben ist der Schlüssel zur Heilung. Akzeptanz voll und ganz gegenüber deinem Körper und den damit verbundenen Symtomen!
Was aber passieren kann dass du dir immer wieder fragen stellst ob sie da ist, mit diesen Fragen sendest du kleine Tests an dein Unterbewusstsein und dein Unterbewusstsein antwortet dann "so fühlt es sich an die derealisation/DP" zu haben und schon merkst du wieder diese Gefühle. Dein Unterbewusstsein möchte herausfinden was diese gefühle auslösen. Es gibt aber nichts herauszufinden nur zu wissen dass es nicht für immer ist und ausgelöst wurde durch die Gefühle die Marjuana erzeugen kann sprich ->Abgekapselt zu sein und das Gefühl zu haben die Kontrolle zuverlieren, gemischt mit der damit verbundenen Angst die zu einer Panikreaktion geführt hat. Fragen wie "Was ist wenn das nie weggeht" (Wir es - Zeit, Vertrauen und Akzeptanz ist der Schlüssel) "Was ist wenn ich den Verstand verliere" (Wirst Du nicht!) bringen dich nicht zur Ruhe. Sie triggern die Angst und senden zu all dem ganzen Stress Adrenalinstoße aus die den ganzen Kreislauf weiter am leben halten. Es ist normal dass diese Fragen kommen, ich hatte lange damit zu kämpfen bis man merkt dass sie zu nichts führen. Sie erschöpfen dich nur. Vertraue in deinen Körper und Akzeptiere die DR/DP und sie wird irgendwann verschwinden.

Tipp: Wenn du wieder merkst dass du die Angst spürst, kämpfe nicht mehr dagegen an. Lade Sie ein (JA!) akzeptiere sie, sag ihr werde stärker. Bleibe in einer Situation die unangenehm ist, flüchte nicht sondern sehe Sie wie einen Wellenritt an, lasse die Angst zuerst gehen und das wird sie, das wird sie immer! Dein Geist wird irgendwann merken dich nicht mehr beschützen zu wollen.
Gedanken: Gedanken kommen und gehen lassen - > Gedanken beobachten und rationalisieren -> "Macht dieser Gedanke der gerade kommt sinn?"

Im Deutschen gibt es zu wenig Informationen, m.M.n. falsche Ansätze damit umzugehen.
Englische Bücher die ich dir empfehlen kann auch bezgl. Angststörung / Panikattaken ohne Werbung zu machen:

Hope and Help for Your Nerves - Claire Weekes
Paul David - At last a life
PDf / und Forum vom Panicend.com (Mit vielen Infos auch zu DP)

Meditation / Achsamkeitsübungen.
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von PSSDneindanke88 » Montag, 30.11.15, 14:40

@Unwichtig1

Auch ich hatte leider das "Vergnügen", im Sommer (siehe auch mein Thread "sex. Störungen nach 3 Wochen Escitalopram" sowie meine Signatur) Escitalopram nehmen zu müssen.

Ich muss sagen, meine Panikattacken und die mittelschwere Depression waren nach 2 Wochen Einnahme (dann habe ich es ja abgesetzt) wie weggeblasen.

Neben der Sensibilitätsstörungen im Genitalbereich hatte ich Probleme, zum Orgasmus zu kommen UND ebenfalls mit Problemen beim Wasserlassen, die sich genau so wie bei dir dargestellt haben. Von Kopfschmerzen blieb ich verschont, war aber auf 15mg wie weggebeamt, totmüde und quasi wie neben der Kappe.

Bis auf die Sache mit den Sensibilitätsstörungen ging alles andere Gott sei dank weg. Die Sensibilätsstörungen sind leider immer noch da, wenn auch nicht mehr so stark wie bei der Einnahme von 15mg von dem Dreckszeug. Aber sie sind noch da. Ob es nun tatsächlich PSSD ist (was ich zu 90% befürchte) oder an etwas anderem liegen kann (Bandscheibenprobleme - hoffe ich zu 10%, da besser "behandelbar"), bleibt noch abschließend zu klären.

Wenn ich dir aber nen Tipp geben darf wenn du es absetzen willst:
Mach es nicht wie ich von jetzt auf gleich, sondern schonend und langsam (Tipps kriegst du ja hier diesbezüglich einige).

Guck aber, dass du möglichst davon wegkommst.
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Alter: 27 Jahre / M

Werdegang:
Mittelschwere Depression und Panikattacken seit 01/2015

Beginn Therapie:
20.06.15 bis 24.06.15 - 5mg Escitalopram
25.06.15 bis 30.06.15 - 10mg Escitalopram
01.07.15 bis 01.07.15 - 15mg Escitalopram

Bei 15mg Gefühl der völligen Weggebeamtheit, Libido von heute auf morgen nahe null, ausbleibender Orgasmus, genitale Gefühlstaubheit sowie Probleme beim Wasserlassen.

Sofortiger Entschluss, das AD loszuwerden, am 02.07.15 Reduktion auf 10mg

Beschwerden wurden vom einen auf den anderen Tag deutlich besser.

03.07.15 Reduktion auf 5mg

Ab 04.07.15 abgesetzt!

Panikattacken waren komplett weg und bis heute nicht mehr aufgetreten, sexuelle Störungen blieben, aber in einem erträglichen Rahmen, Sex war möglich.

Da die depressive Stimmung wieder etwas durchkam:

Ab 07.10.15 - 900mg Johanniskraut (Laif900)

Stimmung wurde nach 4 Wochen wieder besser, Gefühlsstörungen im Genitalbereich waren schwankend, mal mehr, mal weniger.

Daher wieder Reduzierung auf eine halbe Tablette (450mg) ab 10.11.15.

Sexuelle Störungen haben sich nicht gebessert.

25.11.15 - Reduzierung auf eine 1/4 Tablette (ca. 225mg) in der Hoffnung, dass zumindest wieder der Stand von der Zeit zwischen der Einnahme vom Escitalopram und Johanniskraut erreicht wird.

Am Tag darauf Übelkeit, noch stärker werdende Gefühlstaubheit, extreme Unruhe, daher abends eine viertel Tablette nachgeholt - wieder auf 450mg.

Seit 27.11.15 - 450mg Johanniskraut

Seit 01.12.15 - 900mg Johanniskraut, da ich mich damit derzeit einfach sicherer fühle

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Freitag, 04.12.15, 14:24

@Suppe: Danke für deine Antwort. Solch eine Antwort wollte ich schon immer hören, nun, nach mehr als einem Jahr, lese ich sowas. Dass die Angst nur wegen der Depersonalisation da ist und man eigentlich kerngesund ist.
Aber wie soll ich diese Scheiß Angst, welche ich 24H verspüre, einfach zulassen? Ich habe es ein Jahr lang nicht geschafft, wieso sollte ich es jetzt schaffen? Meditation verschlimmert meinen Zustand... :(


Bin jetzt seit ein paar Tagen auf Opipramol... Erster Abend 50mg, nächsten Tag jeweils morgen und Abends 1x 50mg und gestern insgesamt 150mg, heute habe ich insgesamt schon 150mg eingenommen und werde heute Abend noch eine 50mg nehmen. Habe keine Nebenwirkungen, aber der Schei** wirkt auch nicht.... konnte gestern Abend kaum schlafen und hatte richtig Panik....
Aber vor SSRIS habe ich auch Angst... die will ich nicht unbedingt wieder nehmen.... gibt es denn keine andere Lösung gegen diese Scheiß Angst.... etwas, was mich ruhiger werden lässt.

Johanniskraut, L-Theanin, Baldrian, L-Tryptophan - alles hilft nicht.

Promethazin macht mich extrem müde und chillt mich nur, Depersonalisation geht davon auch nicht weg....

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von suppe » Freitag, 04.12.15, 16:39

Du musst merken, dass die DP durch deine ständige Angst und das in dich Hineinhorchen aufrechterhalten wird Dein Körper erhält somit nicht die notwenigen Ruhe, die er benötigt um herunterzufahren. Du bist sensibilisiert. Du hast Angst die Kontrolle zu verlieren aber das wirst du nicht.

Verstehe wieso du Angst hast -> Angst vor der Angst -> Angst vor den Gefühlen. Dein Körper ist sozusagen ständig auf der Lauer um dich vor diesen unangenehmen Gefühlen zu beschützen indem er dir die ganze Symtompalette bietet um dir die schnellstmögliche Flucht oder Kampfreaktion geben zu können. Dein Körper weiß nicht wovor er Angst hast du kannst es Ihm aber beibringen, indem es dir egal ist und du nicht dagegen ankämpfst. Lass die Angst stärker werden wenn die kommt, sage dir mir ist es egal wenn du da bist Angst. Gebe die Kontrolle ab und vertraue. Dein Körper steht ständig in Alarmbereitschaft und gibt dir alle Symtome gibt inkl der DP um dich zu schützen. Du fürchtest die Angst, deswegen ist die DP da und deswegen befindest Du dich in einem dir scheinbar undurchbrechlichen Kreis.
Es würde vermutlich nur wenige Wochen dauern um deinen Körper herunterzufahren, wenn Du deine Angst voll und Ganz akzeptieren würdest, stattdessen feuerst du sie immer wieder an indem du deine Angst Bestätigung und Aufmerksamkeit schenkst.

Stell dir vor du gehst Fallschirmspringen, du bekommst Herzrasen du hast Angst. Nachdem du wieder festen Boden unter den Füßen hast beruhigt sich dein Körper wieder, du wirst vielleicht denken, das mache ich nie wieder, aber es ist eine Erleichterung und du würdest dich wieder gut fühlen.
Auf dich projeziert hast du aber keinen Boden unter den Füßen du lebst ständig im freien Fall und spürst die Angst, aber nur weil du nicht verstehst warum du Angst hast, du bietest dem Körper keine Lösung an. Die Lösung ist deinem Körper ganz zu akzeptieren, vertrauen und loszulassen.

Versuche die Progressive Muskelentspannung vielleicht sagt dir das eher zu um deine Achtsamkeit ins hier und jetzt zu lenken.
https://www.youtube.com/watch?v=Fpvt_xOqrgk

Und hör dir auch mal diese kurzen Audiotracks von Dr. Claire Weekes an: (Englisch)
https://soundcloud.com/megan-crocker-2/ ... -the-panic
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Dane » Freitag, 04.12.15, 17:18

Hey unwichtig,

das Johanniskraut hat mich hellhörig werden lassen, habe ebenfalls Erfahrung mit Laif 900!
JK wirkt im Hochdosisbereich wie ein mittelpotentes SSRI, ist also alles Andere als harmlos. Es müsste somit wie die "chemischen Klopper" behandelt werden und der Verschreibungspflicht unterliegen. Da man hier aber "natürlich" sofort mit "ungefährlich" assoziiert, wird es wohl weiterhin eine Einstiegsdroge in die wunderbare Welt der Psychopillen bleiben!
Wenn du mal "Johanniskraut" in die Suchmaske eingibst, wirst du einige teils krasse Fälle finden. Es kann also durchaus einen Teil deiner Symptomatik (mit)ausgelöst haben, wobei das Kiffen natürlich nochmal ein anderes Kaliber ist :P

Ich habe jedenfalls während der Einnahme auch nichts Positives gespürt, nur dass ich nach dem Weglassen eine zeitlang furchtbar unruhig war. An Absetzsymptome habe ich da im Traum noch nicht gedacht.

Und das Opipramol würde ich auch schnell gaaaanz weit weglegen, da du anscheinend paradox darauf reagiert hast! Mal ganz davon zu schweigen, dass du es früher oder später auch wieder absetzen müsstest...

Da nehme ich es ganz wie Thomas, denn mir ist ebenfalls noch kein Fall begegnet, in dem Depersonalisation durch Psychopharmaka entschärft (und schon gar nicht geheilt!) worden wäre, sondern viel eher erst dadurch ausgelöst :D
Promethazin ist ein Neuroleptikum und gehört somit bereits zu den stärksten Geschützen, die die Psychiatrie so auffährt. Diese Mittelchen katapultieren dich erst recht aus der Welt der Lebenden, lösen Absetzpsychosen aus und lassen nach längerem Gebrauch sogar das Gehirn schrumpfen :o Also sei froh, dass du es nicht verträgst! :o

Viele Grüße
Dane
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In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Sonntag, 06.12.15, 10:49

@SUppe: Danke, die progressive Muskelentspannung hilft mir echt.

Diesen Satz aus deinem ersten Post verstehe ich allerdings nicht so richtig: "Bleibe in einer Situation die unangenehm ist, flüchte nicht sondern sehe Sie wie einen Wellenritt an, lasse die Angst zuerst gehen und das wird sie, das wird sie immer! Dein Geist wird irgendwann merken dich nicht mehr beschützen zu wollen."

Ich habe die Angst ja bei jeder Bewegung, bei allem was ich mache. Sie macht sich bei allem bemerkbar. Soll ich mir vorstellen, dass ich der Surfer bin, welcher auf einer Welle ist, und die Welle die Angst ist? Oder wie ist das mit dem Wellenritt gemeint?

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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von suppe » Sonntag, 06.12.15, 15:46

Bin gerade unterwegs. Die pme bringt dich zu dir selbst in den jetztigen Moment. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist und die Gedanken danach wieder anfangen zu rasen üben üben. Sehe die Erfolge nicht von heute auf morgen
Lese dir mal das hier durch.Im Grunde ist das auf der Seite nochmal gut beschrieben. Ich meinte damit die Situationen wo du denkst es geht garnichts mehr. In solchen Situationen wo man denkt jetzt verliere ich den verstand.

http://m.depersonalisation.de.tl/Das--g ... rinzip.htm

http://www.dpselfhelp.com/forum/index.p ... ring-dpdr/
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Samstag, 12.12.15, 14:10

suppe hat geschrieben:Bin gerade unterwegs. Die pme bringt dich zu dir selbst in den jetztigen Moment. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist und die Gedanken danach wieder anfangen zu rasen üben üben. Sehe die Erfolge nicht von heute auf morgen
Lese dir mal das hier durch.Im Grunde ist das auf der Seite nochmal gut beschrieben. Ich meinte damit die Situationen wo du denkst es geht garnichts mehr. In solchen Situationen wo man denkt jetzt verliere ich den verstand.

http://m.depersonalisation.de.tl/Das--g ... rinzip.htm

http://www.dpselfhelp.com/forum/index.p ... ring-dpdr/

@Suppe:

Ich habe gestern Abend noch einmal deine erste Antwort gelesen.

Endlich hat es bei mir "Klick gemacht", bei diesem Satz: "Das Problem ist, dass die derealisation dich von diesem Ereignis abkapseln möchte bzw dir helfen will, aber vor DIR SELBST und das ist das Problem -> Du kannst nicht vor dir selbst weglaufen, dich totstellen oder dich selbst bekämpfen!"

Davor hatte ich immer die ganze Zeit angst, da ich immer dachte, dass ich mich von der Realität schützen müsse, um nicht noch mehr Schaden zu nehmen. Ich darauf aufpassen müsse, mich nicht auf die Realität eizulassen und mich vor der Umwelt zu schützen.
Nun aber hat es Klick gemacht. Es lauert keine Gefahr in der Realität oder meiner Umwelt, meinem Leben. Die Depersonalisation ist also nur da, weil ich Angst vor meinen Gefühlen habe/hatte und die Depersonalisation mich vor ihnen schützen will.

Endlich bin ich einen Schritt weiter. Das merke ich auch daran, dass diese eine Panik, nämlich die vor meiner Umwelt/Realität, auch heute wegbleibt und nicht nur ein kurzer Moment war.

Jetzt aber, habe ich wiederum einen neuen, wichtigen Konflikt aufgedeckt. Ich weiß jetzt nämlich auch, warum mich Tavor, Promethazin, und Opipramol nie so wirklich ruhig stellen konnten und könnten. Denn ich wehre mich extrem gegen Entspannung und Meditation, alles was mir gut tut und was mich entspannen könnte. Ich wehre mich dagegen. Denn ich denke mir irgendwie, dass ich mich noch weiter schützen sollte, und mich noch nicht auf mich selbst einlassen sollte. Denn dann könnte ich etwas nicht sehen oder mitbekommen und ich könnte mir selbst schaden. Es ist also quasi eine Sicherheit, die ich mir angeeignet habe. Nur, dass sie total falsch ist und mir schadet, anstatt mir zu helfen. Ich denke also, wenn ich mich entspanne und mich auf das Leben einlasse, mich auf meinen Körper einlasse, dann ist alles vorbei, dann kann ich nicht mehr aufpassen, dann kann ich es nicht mehr richtig machen. Dann könnte es sein, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe und ich es falsch gemacht habe, und es nicht mehr rückgängig zu machen sei.


Ich finde hier aber nicht den Fehler. Bzw. einen weiteren Gedanken, der bei mir "Klick" macht und mir dabei hilft, zu verstehen, dass diese obige Denwkeise völlig falsch ist. Wie bei der Panik/Angst vor meiner Umwelt. Da hat dein Satz endlich bei mir "Klick" gemacht. Ich brauche nämlich gar keine Angst vor der Realität zu haben, denn da lauert keine Gefahr. Da stammt sie ja gar nicht her.
Aber wie kann ich es mir hier klar machen? Wo liegt mein Denkfehler?
Hast du da vielleicht ein passendes Beispiel für mich, bzw. fällt dir etwas an meiner Denkweise auf, was ich nicht sehe? Was mache ich falsch, welche falsche Annahme habe ich noch?

Es gibt also zwei Konflikte, die mich davon abhalten, wieder am Leben ganz normal teilzunehmen.

Einer davon war, dass meine Umwelt eine ständige Gefahr für mich darstellt, und ich deswegen aufpassen muss, dass sie mir nicht schadet. Also = Rückzug, Anspannung und Angst.

Der zweite Konflikt scheint wohl nun zu sein, dass ich Angst davor habe, mich auf mich selbst wieder ganz einzulassen. Ich kann diesen Schritt irgendwie nicht machen. Irgendetwas in mir hält mich davon ab, wehrt sich dagegen, denn ich möchte ja nichts falsch machen. Und solange ich alle Informationen um das Problem herum nicht weiß, kann ich den Schritt nicht machen. Denn dann habe ich nicht die Beruhigung, dass ich das Bestmögliche daraus gemacht habe, für mich also die beste Entscheidung getroffen habe. Ich habe also noch nicht die Überzeugung, warum ich diesen Schritt denn machen sollte. Denn mir fehlt die eigene Sicherheit, Überzeugung darüber.


MFG
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Samstag, 12.12.15, 16:58

Hier mal noch ein paar weitergeführte Gedankengänge:

Wenn ich diesen Schritt mache, verliere ich alles. Dann kann ich nicht mehr zurück, denn diese Entscheidung ist nicht rückgängig zu machen.
Der Schritt wäre:
- Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
- loszulassen (abzuschließen, zu akzeptieren, dass es keine Gefahr mehr gibt).
- Ich verliere keine Kontrolle beim loslassen, ich verliere keine Aufmerksamkeit. Ich verliere nichts. Ich achte einfach nicht mehr darauf, mich selbst zu schützen. Denn es gibt nichts mehr. Ich habe mir ja klar gemacht, dass es keine äußeren Gefahren gibt oder gab. Ich habe trotzdem sehr große Angst davor, loszulassen. Denn ich denke, dass ich mich dann nicht mehr schützen kann, wieder in Gefahr bin.

Wenn ich diesen Schritt gehen würde, was wäre dann?
- Ich würde mich selbst nicht mehr spüren
- Ich hätte keine Kontrolle mehr über mich selbst
- Ich wäre nicht mehr ich selbst
- Es wäre alles so wie vor der Depersonalisation/Derealisation, alles ganz normal
- Alles wäre vorbei
- Ich hätte die ANgst überwunden
- Würde ich denken, dass irgendetwas nicht stimmt, da ich das "Etwas" nicht beseigt hätte und nicht richtig gekämüft hätte
--> Könnte es wieder kommen und mich jedes Mal angreifen und ich könnte mich nicht mehr vor ihm schützen, da ich diesen Schritt schon gegangen bin und ihn nicht mehr vor dem Angriff erkennen würde, das heißt, er hätte eine freie Angriffsfläche.
--> Alles was normal ist, alles was an das normale Leben erinnert, löst in mir Panik aus. Das heißt also, dass dies jeglicher Reiz tut. Handy in die Hand nehmen. Zähne putzen. Denn alles ist "normal". Und das würde heißen, dass dieses Gefühl wieder kommen würde. Und ich pure Panik hätte. Ich mich selbst nicht mehr fühlen würde, keine Kontrolle mehr hätte. In Gefahr wäre. Und davor schütze ich mich wohl.
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Re: Escitalopram - 10 mg - Nebenwirkungen :((((

Beitrag von Unwichtig1 » Samstag, 12.12.15, 23:50

Man solle ja nicht gegen die Angst ankämpfen, sondern einfach die Depersonalisation ignorieren, damit sie von selbst weg geht. So ging sie ja auch ein paar Mal für eine kurze Zeit einfach so von selbst weg, wo ich gar nicht darauf aus war, dass sie weg gehen soll. Aber so fühle ich mich nur passiv und ich finde es irgendwie falsch. Ich finde, dass es der falsche Weg ist. Denn es gibt doch auch diesen Weg, wo es mir schlechter geht, wo ich gegen die Angst kämpfe. Es einen Kampf/Konflikt gibt. Oder gibt es gar keinen und ich versuche einfach nur etwas Unmögliches? Wie z.B. einen Wasserfall nach oben zu schwimmen? Aber diesen "Ignorier-Weg" finde ich einfach zu einfach. Einfach ignorieren und weiterleben. Ich fühle mich dann so leer und so schwach. Aber vielleicht auch nur, weil ich dann endlich zur Ruhe komme und erschöpft bin? ...

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