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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Nebenwirkungen von Antidepressiva

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
lostsoul
Beiträge: 3
Registriert: 13.01.2004 01:33

Nebenwirkungen von Antidepressiva

Beitrag von lostsoul »

Hallo!

Ich bin zum ersten Mal hier. Ich überlege mir aufgrund meiner "Depression" Medikamente, also Antidepressiva einzunehmen. Ich habe aber Angst vor Nebenwirkungen, vor allem weiss ich nicht was ich von den Gerüchten halten soll, dass Antidepressivas die Persönlichkeit verändern sollen etc. ?? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Danke für eure Hilfe
Stipe

Beitrag von Stipe »

Ich hatte die gleichen Ängste, jedoch ist da nichts dran.
Sie verändenr dich nicht, denn das tun andere Medikamente (ich glaub Neuroleptika oder so).
Kommt drauf an, was für ein Mensch du bist und was du nimmst. Ich nehme ein SSRI und habe auch sonst wenig Probleme mit Medikamenten und somit habe ich nach der Gewöhnung an das Antidepressive nur noch ein leichtes Zittern und das wars... musst du ausprobieren.
sannie
Beiträge: 24
Registriert: 09.01.2004 15:45

Re: Nebenwirkungen von Antidepressiva

Beitrag von sannie »

hallo!
ich hab seit 3 jahren erfahrungen mit antidepressiva und bin jetzt abhängig.
ich würde dir raten, überlege es dir gut, nicht das am ende alles schlimmer ist als am anfang.
diese medikamente sind im grunde nichts weiter als recht gut entwickelte drogen.
wie alt bist du?

gruß, sannie
Stipe

Beitrag von Stipe »

Was ist an Drogen so schlimm?
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
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Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Hi lostsoul,

die Entscheidung kann dir leider keiner abnehmen. Antidepressiva sollten eine letzte Lösung sein. Wenn du aber merkst, dass es gar nicht besser wird oder sogar schlimmer, dann solltest du ADs in betracht ziehen. Wichtig ist jedoch dass du dich vorher gut informierst, auch über die schlechten Seiten der ADs. Dieses Wissen kannst du dann als Vorteil nutzen. Denn wenn etwas mit den "Droge" schief laufen sollte, dann weißt du woran du bist und kannst entsprechend handeln.

Es gibt viele Menschen die keine Probleme mit den ADs haben. Manche haben aber auch leider starke Probleme - nebenwirkungen, absetzprobleme, usw.

No risk, no "fun" - so ist das leider immer im leben.

Erstmal solltest du auf jedenfall die alternativen ausreizen (sport, therapie, fischöl, usw) - siehe auch andere posts darüber.

viel erfolg
sannie
Beiträge: 24
Registriert: 09.01.2004 15:45

Beitrag von sannie »

ich hab nicht wirklich was gegen drogen, im gegenteil.
aber ich hab keine lust eine ferngesteuerte kontrollierte puppe der pharmaindustrie zu sein.

wenn man antidepressiva nur aus spaß nehmen will, ok, das is ein andres thema.
aber wenns dir richtig scheiße geht und die ernsthaft hilfe brauchst ist antidepressiva meiner meinung nach keine geeignete lösung.
gruß, sannie
Stipe

Beitrag von Stipe »

Für mich ist es eine, naund?
Sina
Beiträge: 202
Registriert: 24.10.2003 11:17
Wohnort: NRW

Beitrag von Sina »

Hallo sannie,

Antidepressiva als Drogen hinzustellen finde ich total daneben! :evil:

Wenn es einem richtig scheiße geht und man Hilfe braucht, was ist denn Deiner Meinung nach eine Lösung? Der Strick?

Ohne Antidepressiva würden viele Menschen gar nicht mehr leben! Schonmal daran gedacht?

Puppe der Pharmaindustrie? Hört sich für mich ziemlich paranoid an.....
So einen Unsinn habe ich lange nicht gelesen.....

Viele Grüße
Sina
Stipe

Beitrag von Stipe »

Danke Sina!

Woher kommst du eigentlich, wenn ich fragen darf? ;)
lostsoul
Beiträge: 3
Registriert: 13.01.2004 01:33

Beitrag von lostsoul »

hey, danke für eure posts. Also dass man Antidepressiva als Drogen ansehen kann, lese ich zum ersten mal. Aber es gibt ja verschiedene, hab ich gelesen, solche die abhängig machen und solche die es nicht tun. Es gibt ja auch pflanzliche, wie z.b. mit Johanniskrautextrakten.
Also ich habe einfach Phasen in denen es mir extrem schlecht geht, wo ich nicht mehr weiter weiss, aber darauf möchte ich nicht näher eingehen. Im Moment bin ich in einer Therapie, ob es hilft, weiss ich noch nicht, vielleicht sind ja eben medikamente hilfreich. Aber das ist anscheinend ziemlich umstritten :). Gibt es denn Bücher oder ähnliches, die über Antidepressiva informieren?

Danke und gruss
lostsoul
Beiträge: 3
Registriert: 13.01.2004 01:33

Beitrag von lostsoul »

ach ja ich bin jetzt 20. das alter hat ja anscheinend auch einen einfluss, oder? bin ich sowieso noch zu jung für solche medis?

gruss
libra
Beiträge: 7
Registriert: 13.01.2004 14:42

Beitrag von libra »

Hallo Lostsoul!

Ich finde es gut dass Du Dir in erster Linie Gedanken machst, ob Du AD einnehmen willst oder nicht und stimme was CloneX geschrieben hat, voll und ganz zu.
Ich war auch immer sehr zurückhaltend und kritisch, wenn es um Einnahme von Medikamenten geht, aber in meinem Fall ging es leider nicht ohne, da ich eine sehr schwere Depression mit mehreren Klinikaufenthalten hatte und ich Glück habe dass ich heute noch am Leben bin.

Mit Seropram und dem Nachfolgemedikament Cipralex hatte ich am wenigsten Nebenwirkungen und die besten Erfahrungen gemacht, sollte aber auch bedenken dass jeder anders darauf reagiert, vor allem wenn man vielleicht noch diverse andere Medikamente einnehmen muss; ich denke da an Wechselwirkungen. Anfänglich verschrieb mir der Psychiater trizylklische AD und schlafanstossende, die ein breiteres Wirkumsspektrum haben, aber umsomehr Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, die ich deswegen nach einiger Zeit wieder absetzte. Ich brauchte anfänglich noch andere Psychopharmaka, aber da es hier vor allem um AD geht, beschränke ich mich auf die Erfahrungen dieser. Man muss sehr viel Geduld mit sich selber aufbringen und auch an sich arbeiten wollen, denn vieles spielt sich im Kopf ab und die Lebensumstände spielen auch keine geringe Rolle.
Deshalb ist eine begleitende Psychotherapie bei einem vertrauensvollen Psychiater unerlässlich. Mir hat es sehr viel gebracht. Heute ist mein Gesundheitszustand mehr oder weniger stabil.
Man darf nicht denken, jetzt nehm ich eine Pille und alle Probleme sind gelöst.



Ich habe noch einige Buchtipps für Dich:

Psychopharmaka von Prof. Volker Faust, vom Thieme-Verlag

Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen (Asmus Finzen)vom Psychiatrie-Verlag (das ist ein spezielles Fachbuch, vielleicht zu fachlich für Dich?)

oder über die Internet-Adresse
www.kompendium.ch (musst den Namen des entsprechenden Medikamentes eingeben, dann erhältst Du alle Informationen, die auf dem Beipackzettel stehen)
Vielleicht leiht Dir ja auch ein Therapeut ein Buch aus????


Ich hoffe, dass ich für Deine Entscheidungsfindung etwas beigetragen habe und warte nicht zulange damit

Herzlichst grüsst Dich

Libra
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

lostsoul hat geschrieben:ach ja ich bin jetzt 20. das alter hat ja anscheinend auch einen einfluss, oder? bin ich sowieso noch zu jung für solche medis?

gruss
hi lostsoul,

ich bin selber 21. hab remergil damals mit uhm...19.. gekriegt. es hat mich aus der deprihölle befreit.

dafür sitze ich heute hier in einer neuen hölle: der (absetzungs-)entzugshölle.
Matthias
Beiträge: 38
Registriert: 25.10.2003 17:51

Beitrag von Matthias »

Antidepressiva können helfen, aber

man sollte mit dem Arzt genau besprechen, unter welchen Symptomen man leidet und ob bzw. wieweit sich diese durch die Medikamente bessern werden

man sollte keine unrealistischen Erwartungen haben - nur weil man AD nimmt, lösen sich nicht plötzlich alle Probleme in Luft auf

man sollte der niedrigsten Dosis ausreichen Zeit geben zu wirken (nicht nur ein paar Wochen) und nicht voreilig hochdosieren oder das Medikament wechseln
Sina
Beiträge: 202
Registriert: 24.10.2003 11:17
Wohnort: NRW

Beitrag von Sina »

Hallo Stipe,

sorry dass ich erst jetzt schreibe. Gucke nicht jeden Tag hier rein.
Ich komme aus NRW (Nähe Düsseldorf) und Du?

Liebe Grüße
Sina
Gesperrt