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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: wir sind bisher noch nicht zu einer tragfähigen Lösung gekommen und müssen unseren Aufnahmestopp daher leider länger als geplant aufrecht erhalten.

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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User1
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Registriert: Dienstag, 05.06.18, 18:12

Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von User1 » Dienstag, 05.06.18, 18:42

Hallo ihr,

ich nahm mal 25mg Sertralin für eine Woche und in der zweiten Woche 50mg. Beides einmal am Tag morgens. Sertralins positive Seiten waren schon innerhalb ca. 3 Tagen da: stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebssteigernd

Dann nach 2 Wochen Sertralin -> Wechsel zu 20 mg Fluoxetin täglich morgens, weil Sertralin so viele Nebenwirkungen mit sich brachte.
4 Wochen diese Dosis Fluoxetin.

Jetzt wieder 50mg Sertralin täglich, weil Fluoxetin keine einzige positive Wirkung brachte, nur Nebenwirkungen und dazu noch natürlich die psychischen Probleme. Ich spürte garnichts von Fluoxetin?! Und von Sertralin schon am dritten Tag. lol

Sertralin JETZT, hat aber komischerweise garkeine Nebenwirkungen und die positive Wirkung ist irgendwie schooon da?.?.... aber irgendwie auch nicht, vielleicht Placebo weil ich Sertralin eigentlich mag...

Wirkt Sertralin auch bei der zweiten Einnahme so wie bei der ersten? Oder verliert sich das wenn man das schonmal genommen hat?
Wo sind jetzt aufeinmal die vielen und fiesen Nebenwirkungen hin... die waren so blöd dass ich damals SSRI gewechselt habe, wie gesagt....

Bitte um kurzen Rat

User1

Stud_psych
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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Stud_psych » Dienstag, 05.06.18, 18:49

Hello,

Es besteht die Möglichkeit, dass ein früher genommendes Ad keine Wirkung bei erneuter Einnahme erzielt. Genauso kann es sein, dass NW nicht mehr auftreten.
Ich hätte an deiner Stelle das Medikament ein wenig länger genommen beim 1.Mal so lange die NW nicht zu stark sind, da diese normalerweise in 4-6 Wochen abklingen.

Bedenke auch, das häufiges Wechseln von AD die Wahrscheinlichkeit erhöht Problem beim Absetzen des Medikamentes zu haben.

LG
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Murmeline
Sommer 2012 20mg Citalopram
Herbst 2012 wechsel auf Escitalopram
Winter 2012 wechsel auf Duloxetin 60mg
2015 wechsel auf Venlafaxin 75mg, später aufdosiert auf 150 mg
Februar 2017 150 mg Venlafaxin
Bis Ende März auf 110mg runter
Bis April runter auf 75 mg

Mai- September jede 6-8 Wochen um 3-4 mg reduziert.
Oktober pause
Anfang November auf 42 mg (um 3 mg reduziert).
01.01 Reduzierung auf 39 mg
01.4 reduziert auf 36 mg
22.5 reduziert auf 27 (ausversehen)
23.5 aufdosiert auf 33 mg (122 Kügelchen)
28.11 reduziert auf 119
17.01 reduzierung auf 116
04.03 Reduzierung auf 110

Blumenwiese
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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 06.06.18, 11:00

Hallo,

Mir ging es so mit Trevilor (Venlafaxin). Beim ersten Mal reichten mir schon 37,5 mg und es ging mir sofort besser. Ich habs ein 3/4 Jahr genommen. Dann abgesetzt, weil es mir gut genug ging.

Ein paar Jahre später hab ich es wieder genommen. Plötzlich hatte ich viele NW und ich musste immer weiter erhöhen und es half so gut wie gar nicht. Ich habs deswegen dann wieder abgesetzt.

Liebe Grüße
Blumenwiese
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Promethazin 25-25-0-25 (75 mg)
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Bedarf:Movicol, Ibulysin 684 mg, Solidago Steiner, Levociterizin, Salbutamol, Mometason

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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Murmeline » Samstag, 15.12.18, 18:19

Hier eine aktuelle Studie zum Thema.

Zitat
RESULTS: Ten studies reported failure to respond following antidepressant reinstatement. The phenomenon was observed in 16.5% of patients with a depressive disorder, OCD, and social phobia and occurred in all common classes of antidepressants. The range of response failure was broad, varying between 3.8 and 42.9% across studies. No risk factors for failure to respond were investigated. The overall study quality was limited.

CONCLUSION: Research investigating response failure is scarce and the study quality limited. Response failure occurred in a substantial minority of patients. Contributors to the relevance of this phenomenon are the prevalence of the investigated disorders, the number of patients being treated with antidepressants, and the occurrence of response failure for all common classes of antidepressants. This systematic review highlights the need for studies systematically investigating this phenomenon and associated risk factors.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/30041180/

Ergebnis:

Das Problem ist bei einem Teil der Betroffenen vorhanden. Mehr ist unklar, Studien werden benötigt.
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padmaUlulu 69Nietzsche-Ente
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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