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Ein verspätetes frohes neues Jahr wünschen wir euch allen und eine Neuigkeit haben wir auch:

Im Laufe der Zeit haben sich einige Mitglieder gefunden, die Interesse haben, eine lokale Selbsthilfegruppe aufzubauen. Gleichzeitig wird immer häufiger nachgefragt, ob solche Angebote bereits existieren. In unserer neuen Rubrik "Selbsthilfegruppen" wollen wir Angebot und Nachfrage zusammenführen und unser virtuelles Anliegen in Form von persönlichen Treffen und Austausch auf "lebendige Füße" stellen.


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Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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User1
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Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von User1 » Dienstag, 05.06.18, 18:42

Hallo ihr,

ich nahm mal 25mg Sertralin für eine Woche und in der zweiten Woche 50mg. Beides einmal am Tag morgens. Sertralins positive Seiten waren schon innerhalb ca. 3 Tagen da: stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebssteigernd

Dann nach 2 Wochen Sertralin -> Wechsel zu 20 mg Fluoxetin täglich morgens, weil Sertralin so viele Nebenwirkungen mit sich brachte.
4 Wochen diese Dosis Fluoxetin.

Jetzt wieder 50mg Sertralin täglich, weil Fluoxetin keine einzige positive Wirkung brachte, nur Nebenwirkungen und dazu noch natürlich die psychischen Probleme. Ich spürte garnichts von Fluoxetin?! Und von Sertralin schon am dritten Tag. lol

Sertralin JETZT, hat aber komischerweise garkeine Nebenwirkungen und die positive Wirkung ist irgendwie schooon da?.?.... aber irgendwie auch nicht, vielleicht Placebo weil ich Sertralin eigentlich mag...

Wirkt Sertralin auch bei der zweiten Einnahme so wie bei der ersten? Oder verliert sich das wenn man das schonmal genommen hat?
Wo sind jetzt aufeinmal die vielen und fiesen Nebenwirkungen hin... die waren so blöd dass ich damals SSRI gewechselt habe, wie gesagt....

Bitte um kurzen Rat

User1

Stud_psych
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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Stud_psych » Dienstag, 05.06.18, 18:49

Hello,

Es besteht die Möglichkeit, dass ein früher genommendes Ad keine Wirkung bei erneuter Einnahme erzielt. Genauso kann es sein, dass NW nicht mehr auftreten.
Ich hätte an deiner Stelle das Medikament ein wenig länger genommen beim 1.Mal so lange die NW nicht zu stark sind, da diese normalerweise in 4-6 Wochen abklingen.

Bedenke auch, das häufiges Wechseln von AD die Wahrscheinlichkeit erhöht Problem beim Absetzen des Medikamentes zu haben.

LG
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Sommer 2012 20mg Citalopram
Herbst 2012 wechsel auf Escitalopram
Winter 2012 wechsel auf Duloxetin 60mg
2015 wechsel auf Venlafaxin 75mg, später aufdosiert auf 150 mg
Februar 2017 150 mg Venlafaxin
Bis Ende März auf 110mg runter
Bis April runter auf 75 mg

Mai- September jede 6-8 Wochen um 3-4 mg reduziert.
Oktober pause
Anfang November auf 42 mg (um 3 mg reduziert).
01.01 Reduzierung auf 39 mg
01.4 reduziert auf 36 mg
22.5 reduziert auf 27 (ausversehen)
23.5 aufdosiert auf 33 mg (122 Kügelchen)
28.11 reduziert auf 119

Blumenwiese
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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Blumenwiese » Mittwoch, 06.06.18, 11:00

Hallo,

Mir ging es so mit Trevilor (Venlafaxin). Beim ersten Mal reichten mir schon 37,5 mg und es ging mir sofort besser. Ich habs ein 3/4 Jahr genommen. Dann abgesetzt, weil es mir gut genug ging.

Ein paar Jahre später hab ich es wieder genommen. Plötzlich hatte ich viele NW und ich musste immer weiter erhöhen und es half so gut wie gar nicht. Ich habs deswegen dann wieder abgesetzt.

Liebe Grüße
Blumenwiese
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Re: Wirken Antidepressiva nicht mehr bei zweiter etc. Einnahme?

Beitrag von Murmeline » Samstag, 15.12.18, 18:19

Hier eine aktuelle Studie zum Thema.

Zitat
RESULTS: Ten studies reported failure to respond following antidepressant reinstatement. The phenomenon was observed in 16.5% of patients with a depressive disorder, OCD, and social phobia and occurred in all common classes of antidepressants. The range of response failure was broad, varying between 3.8 and 42.9% across studies. No risk factors for failure to respond were investigated. The overall study quality was limited.

CONCLUSION: Research investigating response failure is scarce and the study quality limited. Response failure occurred in a substantial minority of patients. Contributors to the relevance of this phenomenon are the prevalence of the investigated disorders, the number of patients being treated with antidepressants, and the occurrence of response failure for all common classes of antidepressants. This systematic review highlights the need for studies systematically investigating this phenomenon and associated risk factors.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/30041180/

Ergebnis:

Das Problem ist bei einem Teil der Betroffenen vorhanden. Mehr ist unklar, Studien werden benötigt.
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padmaUlulu 69Nietzsche-Ente
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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