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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Zurück ins Leben - Aissela aus Italien

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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LenaLena
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Zurück ins Leben - Aissela aus Italien

Beitrag von LenaLena » Dienstag, 04.09.18, 10:52

Übersetzung der Erfahrungsgeschichte von Userin "Aissela" aus Italien im Februar 2017:
https://www.survivingantidepressants.or ... -to-life/

Back to Life – Zurück ins Leben

Hallo zusammen, ich bin aus Italien, 24 Jahre alt und es tut mir leid wegen meinem Englisch, ich werde mein Bestes geben. Ich möchte meine Geschichte teilen, weil ich denke, dass dies anderen Menschen Hoffnung geben könnte.

Ich war 2013 sechs Monate lang auf SSRI (Fluvoxamin), habe Anfang 2014 aufgehört, es zu nehmen, und nach einem Monat begann mein erster Entzug. Zu dieser Zeit wusste ich nichts über Entzug und mein Arzt sagte mir, ich sei bipolar. Nach drei Monaten merkwürdiger Symptome beschloss er, mich auf Paxil [Paroxetin] zu setzen. Die Symptome verschwanden sehr schnell, und ich nahm Paxil bis Februar 2015, wo ich es absetzte. Und wieder, nach einem Monat ohne Medikamente, hatte ich meinen zweiten Entzug. Aber dieses Mal fand ich glücklicherweise dieses Forum und ich konnte verstehen, was mit meinem Körper geschah. Ich verabschiedete mich von meinem Arzt und begann meinen Heilungsprozess alleine.

Ich hatte einen klassischen Entzug mit dem Muster von Fenstern und Wellen und all diesen Symptomen, die sich Monat für Monat veränderten: Panikattacken, DP / DR (Depersonalisierung/Derealisierung), Anhedonie (Freud-, Lustlosigkeit), Gewichtsverlust, konnte nicht aus der Wohnung gehen, Gedächtnisverlust, Stimmungsschwankungen, brennendes Gehirngefühl, keine Libido, Schlaflosigkeit, aber auch Lethargie, Lichtempfindlichkeit und so weiter ... Das erste Jahr war ich den ganzen Tag in meinem Schlafzimmer, bewegungs- und nutzlos, unfähig zu funktionieren und mich in meine Familie oder meinen Hund einzufühlen.

Aber ich muss sagen, dass mein erstes Fenster sehr bald kam, vielleicht nach drei Monaten im Entzug, und ich habe eine Menge Verbesserungen auch im ersten Jahr gesehen. Langsam sind die Fenster häufiger und länger geworden, während die Wellen weniger intensiv und kürzer geworden sind. Ich kann nicht genau sagen, wie sich meine Symptome jeden Monat verändert haben, weil ich mich nicht erinnern kann und offen gesagt, vergesse ich es auch lieber. Alles, was ich sagen kann, ist, dass meine Gefühle im zweiten Jahr wieder aufkamen und die Panikattacken komplett nachließen, aber ich habe auch eine ständige Verbesserung aller anderen Symptome gesehen.

Jetzt bin ich im 23. Monat und ich kann rausgehen, wann ich will, ich mache Sport, ich habe meine Sexualität zurück, ich kann mich in Menschen hineinversetzen, ich schlafe sehr gut. Alle zwei oder drei Monate kann eine kurze Welle kommen, besonders nach einer stressigen Zeit. Es dauert dann ein bis zwei Wochen, und im Allgemeinen sind meine einzigen Symptome extreme Müdigkeit, Erschöpfung und schlechte Laune. Natürlich geht es mir noch nicht vollständig wieder gut, aber ich mache auch eine sehr langsame Benzoreduktion und bin sicher, dass ein Teil meiner Restsymptome davon ist.

Alles, was ich dir sagen will, ist, dass es Hoffnung gibt. Es ist ein langer und schmerzhafter Prozess, aber wie ich gesehen habe, ist das Gehirn in der Lage, sich selbst zu heilen und die Zeit wird alles regeln.
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Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme Ernährung, Passionsblumentropfen + Gaba
Mein Thread: viewtopic.php?t=14041

Ululu 69
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Re: Zurück ins Leben - Aissela aus Italien

Beitrag von Ululu 69 » Dienstag, 04.09.18, 11:29

Liebe LenaLena,

vielen Dank für die Übersetzung.
:hug:

LG Ute
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Zurück ins Leben - Aissela aus Italien

Beitrag von Offene Reise » Mittwoch, 19.09.18, 19:06

Hey liebe Lena,

das sind echt schöne Geschichten, die du übersetzt. Auch von mir ein Dankeschön für deine Arbeit.

:hug:

LG

Lukas
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Ululu 69Bittchen
Meine Erfahrungsberichte
Ein Jahr nach dem Absetzen
Update: zwei Jahre danach
Drei Jahre nach dem Absetzen (Update) NEU!

Erfolgreiche Absetzung
Seit Anfang 2015 ganz frei von Medikamenten (einige Jahre Erfahrung mit Olanzapin, dann lange mit Abilify, für kurze Phasen zusätzlich auch mit ADs und Lithium)

Antworten