Mirtazapin: Ausschleichplan schiefgelaufen! Wann/wie erneut?
Mirtazapin: Ausschleichplan schiefgelaufen! Wann/wie erneut?
Hallo!
Ich habe dieses Forum erst gestern entdeckt und bin sehr dankbar für die vielen Beiträge zum Thema AD-Ausschleichen; gibt es mir doch das Gefühl, dass es augenscheinlich sehr viel mehr Probleme in dieser Pase gibt, als manche Ärzte zugeben wollen bzw. wirklich wissen.
Zur Situation:
Aufgrund der Diagnose "Schwere depressive Episode" und "Angst- und Panikattacken" habe ich seit Nov. 2004 (erstmalig überhaupt AD) 30 mg Remergil bzw. dann Mirtazapin genommen; keinerlei Probleme in der Einschleichphase, dann allerdings 5 kg Gewichtszunahme und immer wieder irre Träume.
In Abstimmung mit der Neurologin habe ich dann am 1.7. auf 15 mg reduziert. Nach ca. 1 1/2 Wochen kamen die ersten Symptome: Kopfschmerzen, Unruhe, Hitzewallungen, trockener Mund, Gefühl der undeutlichen Aussprache. Davon ausgehend, dass das einfach dazu gehört, habe ich dann am 21.7. auf Null reduziert. Jetzt, in der dritten Woche, kommen zu den v.g. Beeinträchtigungen noch folgende hinzu: Einschlafstörungen, ansatzweise altbekannte Angstsymptome, Schmerzen im linken Oberbauch, und das Gefühl, teilweise kleine Schläge zu erhalten.
Also gestern mit Neurologin telefoniert: Ich soll sofort wieder 30 mg nehmen und die auch gleich für einen Zeitraum von mindestens 3 - 4 Monaten; meinen Vorschlag, bei 15 mg wieder einzusetzen, fand sie nicht gut. Auch ist sie der Meinung, daß das Ausschleichen nicht zu schnell vonstatten gegangen ist, sondern dass es vielleicht insgesamt zu früh war, mit dem Absetzen zu beginnen.
Ich bin total irritiert und weiß diese Veränderung nicht ganz einzuordnen: bin ich auf dem Weg, wieder (tiefer) in eine Depression zu driften oder bin ich hauptsächlich wegen der körperlichen Symptome so durcheinander? Wenn ich auf die Wochen vor dem Beginn des Absetzens zurückblicke, ging es mir wirklich gut, was ja auch von zwei Fachärzten (Neurologin und Psy.therapeutin) bestätigt wurde.
Ich habe jetzt gestern abend wieder 30 mg genommen, möchte aber so schnell es irgendwie geht, wieder einen Absetzversuch starten, wobei ich mir aber selbst keinen unnötigen Druck machen will.
Welche Zeitplanung haltet Ihr jetzt in diesem Fall für sinnvoll? Und hat vielleicht jemand von Euch ein ähnliches Problem, von Null wieder auf die ursprüngliche Dosis gegangen zu sein, um dann (wann?) wieder zu reduzieren?
Vielen Dank im voraus und liebe Grüße aus dem Norden!
Dival
Ich habe dieses Forum erst gestern entdeckt und bin sehr dankbar für die vielen Beiträge zum Thema AD-Ausschleichen; gibt es mir doch das Gefühl, dass es augenscheinlich sehr viel mehr Probleme in dieser Pase gibt, als manche Ärzte zugeben wollen bzw. wirklich wissen.
Zur Situation:
Aufgrund der Diagnose "Schwere depressive Episode" und "Angst- und Panikattacken" habe ich seit Nov. 2004 (erstmalig überhaupt AD) 30 mg Remergil bzw. dann Mirtazapin genommen; keinerlei Probleme in der Einschleichphase, dann allerdings 5 kg Gewichtszunahme und immer wieder irre Träume.
In Abstimmung mit der Neurologin habe ich dann am 1.7. auf 15 mg reduziert. Nach ca. 1 1/2 Wochen kamen die ersten Symptome: Kopfschmerzen, Unruhe, Hitzewallungen, trockener Mund, Gefühl der undeutlichen Aussprache. Davon ausgehend, dass das einfach dazu gehört, habe ich dann am 21.7. auf Null reduziert. Jetzt, in der dritten Woche, kommen zu den v.g. Beeinträchtigungen noch folgende hinzu: Einschlafstörungen, ansatzweise altbekannte Angstsymptome, Schmerzen im linken Oberbauch, und das Gefühl, teilweise kleine Schläge zu erhalten.
Also gestern mit Neurologin telefoniert: Ich soll sofort wieder 30 mg nehmen und die auch gleich für einen Zeitraum von mindestens 3 - 4 Monaten; meinen Vorschlag, bei 15 mg wieder einzusetzen, fand sie nicht gut. Auch ist sie der Meinung, daß das Ausschleichen nicht zu schnell vonstatten gegangen ist, sondern dass es vielleicht insgesamt zu früh war, mit dem Absetzen zu beginnen.
Ich bin total irritiert und weiß diese Veränderung nicht ganz einzuordnen: bin ich auf dem Weg, wieder (tiefer) in eine Depression zu driften oder bin ich hauptsächlich wegen der körperlichen Symptome so durcheinander? Wenn ich auf die Wochen vor dem Beginn des Absetzens zurückblicke, ging es mir wirklich gut, was ja auch von zwei Fachärzten (Neurologin und Psy.therapeutin) bestätigt wurde.
Ich habe jetzt gestern abend wieder 30 mg genommen, möchte aber so schnell es irgendwie geht, wieder einen Absetzversuch starten, wobei ich mir aber selbst keinen unnötigen Druck machen will.
Welche Zeitplanung haltet Ihr jetzt in diesem Fall für sinnvoll? Und hat vielleicht jemand von Euch ein ähnliches Problem, von Null wieder auf die ursprüngliche Dosis gegangen zu sein, um dann (wann?) wieder zu reduzieren?
Vielen Dank im voraus und liebe Grüße aus dem Norden!
Dival
Zuletzt geändert von Dival am 12.08.2005 12:27, insgesamt 4-mal geändert.
01/05 Diagn.: Schwere depressive Episode, Panikstör., Agoraphobie, Subsyndromale posttraumat. Belastungsstör., Somatisierungsstör.
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!
Hallo Dival,
schön, dass Du diese Seiten im Netz gefunden hast, diese "Aufklärung" auf der Website haben mir wirklich sehr geholfen und tun es immer noch
Wie Du vielleicht in meinem Profil siehst, habe ich jahrelang Mirtazapin genommen und habe begonnen es abzusetzen und bin seit ca. 3 Wochen auf 0,0mg.
Deine Absetzungssymptome kenne ich nur zu gut.
Vielleicht liest Du Dir mal die möglichen Syptome hier im Forum mal durch, nimm Dir dafür ein bißchen Zeit und Du wirst Dich sicherlich "wiederfinden", weil eben viele diese Absetzungsprobleme haben/hatten.
Auf keinen Fall darfst Du zu schnell absetzen, von 30mg auf 15mg braucht auch seine Zeit und vor allem von 15mg auf 0,0mg!
Auch wenn ich das einigermaßen geschafft habe, heißt es noch lange nicht, dass es anderen ähnlich ergehen kann.
Aber wie gesagt, lies Dir mal die Erfahrungsberichte und vor allem folgendes durch: http://www.antidepressiva-absetzen.de/
Dann kannst Du es ungefähr einschätzen. Vielleicht könntest Du der Ärztin diese Link(s) auch mal empfehlen durchzulesen!
Liebe Grüsse
Tep
schön, dass Du diese Seiten im Netz gefunden hast, diese "Aufklärung" auf der Website haben mir wirklich sehr geholfen und tun es immer noch
Wie Du vielleicht in meinem Profil siehst, habe ich jahrelang Mirtazapin genommen und habe begonnen es abzusetzen und bin seit ca. 3 Wochen auf 0,0mg.
Deine Absetzungssymptome kenne ich nur zu gut.
Vielleicht liest Du Dir mal die möglichen Syptome hier im Forum mal durch, nimm Dir dafür ein bißchen Zeit und Du wirst Dich sicherlich "wiederfinden", weil eben viele diese Absetzungsprobleme haben/hatten.
Auf keinen Fall darfst Du zu schnell absetzen, von 30mg auf 15mg braucht auch seine Zeit und vor allem von 15mg auf 0,0mg!
Auch wenn ich das einigermaßen geschafft habe, heißt es noch lange nicht, dass es anderen ähnlich ergehen kann.
Aber wie gesagt, lies Dir mal die Erfahrungsberichte und vor allem folgendes durch: http://www.antidepressiva-absetzen.de/
Dann kannst Du es ungefähr einschätzen. Vielleicht könntest Du der Ärztin diese Link(s) auch mal empfehlen durchzulesen!
Liebe Grüsse
Tep

Symptome/Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung, Depression
Medikation: ab 1999: (Nacheinander Novaprotect, Doxepin, Carbamazepin, Trevilor, Remergil) und als Benzos dazu (1 1/2 Jahre Lorazepam & fast 4 Jahre Diazepam) sowie (Betadorm, Dalmadorn=Schlafmittel)
Bisherige Absetzversuche: (2001: Lorazepam: 2 Wochen versucht, konnte aber die Absetzungssymtome nicht ertragen, dann halbes Jahr später auf Diazepam umgepolt. 2 Absetzungsversuche Juni/2003 und erfolgreich in Mai/2004)
Absetzverlauf: (Mai/2004, 6 Wochen hatte ich starke Absetzungssymtome, dann ging es immer besser - von 30-50 tropfen Diazepam täglich auf 0 tropfen radikal(!) und ohne ärztliche Unterstützung, wozu ich nicht rate!!!)
seit 2002 Mirtazapin 30mg täglich
Absetzungsversuch:
25.06.05 -02.07.05=15mg (geht!), 03.07.05-07.07.05=7,5mg (geht!)
seit 14.07. 2005 = !!! 0,0mg !!! (ich versuche es jedenfalls)
12.09.05 = geht mir zusehends besser!
-------------------
10.11.2005 = bin seit 12 Wochen befreit.. es geht... es geht...
...................................................................
27.05.2019:
Seit 2005 hat sich einiges geändert. Ich bin aufgrund meiner Krankheit wieder auf Diazepam.
Mal mehr mal weniger. Aber jeden Tag 2-3 Tropfen um die Unruhe und Instabilität zu bewältigen - aber die Tropfen wurden immer mehr. Um die Situation zu bewältigen habe ich heimlich genommen - immer bei Bedarf.
Ich habe gestern angefangen mich zu kontrollieren.
Heute morgen 2 Tropfen. Heute mittag 2 und heute Abend 2-4 Tropfen.
Und dann nach Ashton Manual.
24.5.19 - 31.05.19: 2 Tropfen morgens und Abends
Zustand: die ersten Tage waren gut und gut Durchhaltbar. Letzten zwei Tage holt es mich ein. Zurück auf 2-2-2 Tropfen/Tag
01.06.19 - 07.05.19: ca 2 Tropfen morgens und ab und an mittags/nachmittags 1-2 tropfen, Abends 2 Tropfen
... 04.07.2049: die gleiche Dosis wie in den letzten Wochen. Ich habe meine emotionale Stabilität nicht (wie denn auch) - aber ich versuche durchzuhalten
-
mücke
- Beiträge: 2922
- Registriert: 30.12.2004 09:24
- Hat sich bedankt: 156 Mal
- Danksagung erhalten: 19 Mal
Hallo Dival
Ein AD wie Remergil sollte ganz langsam reduziert werden.
Lies unter:
www.antidepressiva-absetzen.de
Mit 30 mg warst du stabil, hast erst mit der Reduzierung erneut Beschwerden bekommen, alte schon bekannte, als auch neue. Ich denke das sind bei dir die typischen Absetzprobleme. Manche spüren diese sehr stark, während andere Glück haben u. davon verschont bleiben.
Gut wäre es wieder die Dosis zu nehmen bei der du dich noch wohl gefühlt hast, diese Dosis eine Weile beibehalten um dann erneut, aber langsamer zu reduzieren.
Gruss Annette
Ein AD wie Remergil sollte ganz langsam reduziert werden.
Lies unter:
www.antidepressiva-absetzen.de
Mit 30 mg warst du stabil, hast erst mit der Reduzierung erneut Beschwerden bekommen, alte schon bekannte, als auch neue. Ich denke das sind bei dir die typischen Absetzprobleme. Manche spüren diese sehr stark, während andere Glück haben u. davon verschont bleiben.
Gut wäre es wieder die Dosis zu nehmen bei der du dich noch wohl gefühlt hast, diese Dosis eine Weile beibehalten um dann erneut, aber langsamer zu reduzieren.
Gruss Annette
Erfahrung mit Bespar, Zoloft, Mirtazapin, Thombran
Benzodiazepinentzug (Lexotanil)
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 71#p184371
viewtopic.php?f=35&t=16516
viewtopic.php?f=66&t=16653
viewtopic.php?f=18&t=15490
Benzodiazepinentzug (Lexotanil)
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 71#p184371
viewtopic.php?f=35&t=16516
viewtopic.php?f=66&t=16653
viewtopic.php?f=18&t=15490
Hi Tep!
Vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Ja, ich habe mir den Absetzplan bereits rausgezogen und werde sicherlich beim nächsten Mal vorsichtiger sein! Und die Infos für die Neurologin habe ich auch bereits zusammengestellt; sicherlich auch für sie sehr hilfreich.
Aus Deinem Absetzplan Mirtazapin sehe ich, dass Du insgesamt ja auch relativ schnell ausgeschlichen hast. Was hat Dir (kopfmäßig) dabei geholfen?
Und was meinst Du, wie lange ich nun wieder 30 mg nehmen sollte, bevor ich erneut das Ausschleichen starte? Bin, wie schon gesagt, ziemlich verunsichert, habe vielleicht auch Angst, mich erneut zu überschätzen (wenn das denn wirklich der Fall gewesen ist).
Bei der ca. 8-wöchigen Einnahme von Lorazepam bin ich mit der zweistufigen Absetzphase wunderbarklargekommen, wobei ich zu der Zeit allerdings auch akut stationär in einer Klinik war. Aber ich hatte keinerlei Entzugssymptome, wahrscheinlich einfach riesengroßes Glück!
Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft für Dein Leben ohne AD!
Dival
Vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Ja, ich habe mir den Absetzplan bereits rausgezogen und werde sicherlich beim nächsten Mal vorsichtiger sein! Und die Infos für die Neurologin habe ich auch bereits zusammengestellt; sicherlich auch für sie sehr hilfreich.
Aus Deinem Absetzplan Mirtazapin sehe ich, dass Du insgesamt ja auch relativ schnell ausgeschlichen hast. Was hat Dir (kopfmäßig) dabei geholfen?
Und was meinst Du, wie lange ich nun wieder 30 mg nehmen sollte, bevor ich erneut das Ausschleichen starte? Bin, wie schon gesagt, ziemlich verunsichert, habe vielleicht auch Angst, mich erneut zu überschätzen (wenn das denn wirklich der Fall gewesen ist).
Bei der ca. 8-wöchigen Einnahme von Lorazepam bin ich mit der zweistufigen Absetzphase wunderbarklargekommen, wobei ich zu der Zeit allerdings auch akut stationär in einer Klinik war. Aber ich hatte keinerlei Entzugssymptome, wahrscheinlich einfach riesengroßes Glück!
Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft für Dein Leben ohne AD!
Dival
Zuletzt geändert von Dival am 11.08.2005 14:26, insgesamt 3-mal geändert.
Hallo Annette!
Vielen Dank für Deine Antwort!
Dieses Forum ist wirklich super hilfreich, gibt Unterstützung und zeigt so schnell, dass man nicht alleineist. Ich werde sicherlich mein Möglichstes tun, um andere "Leidensgenossen" darüber zu informieren und auch meine Neurologin wird miteinbezogen. Der Absetzplan liegt bereits vor mir und wird mich die nächsten Wochen sicherlich begleiten!
Es ist einfach nur schade, dass man scheinbar zuerst immer den schmerzhaften und extrem belastenden Weg gehen muß, auch wenn mir dieser ganz bestimmt mit der besten Absicht vorgezeichnet wurde. Es gibt wirklich noch viel zu tun!
Ich werde mich also erst mal mit 30 mg pro Tag wieder stabilisieren und meinen Kopf dann ganz langsam dem zweiten Versuch zuwenden, wie war das doch gleich: alles hat seine Zeit...
Für Deinen ganz persönlichen Medi-Ausstieg wünsche ich Dir weiterhin viel Erfolg und bedanke mich nochmals für den Zuspruch!
Dival
Vielen Dank für Deine Antwort!
Dieses Forum ist wirklich super hilfreich, gibt Unterstützung und zeigt so schnell, dass man nicht alleineist. Ich werde sicherlich mein Möglichstes tun, um andere "Leidensgenossen" darüber zu informieren und auch meine Neurologin wird miteinbezogen. Der Absetzplan liegt bereits vor mir und wird mich die nächsten Wochen sicherlich begleiten!
Es ist einfach nur schade, dass man scheinbar zuerst immer den schmerzhaften und extrem belastenden Weg gehen muß, auch wenn mir dieser ganz bestimmt mit der besten Absicht vorgezeichnet wurde. Es gibt wirklich noch viel zu tun!
Ich werde mich also erst mal mit 30 mg pro Tag wieder stabilisieren und meinen Kopf dann ganz langsam dem zweiten Versuch zuwenden, wie war das doch gleich: alles hat seine Zeit...
Für Deinen ganz persönlichen Medi-Ausstieg wünsche ich Dir weiterhin viel Erfolg und bedanke mich nochmals für den Zuspruch!
Dival
Hallo Dival,
hier ein paar Antworten auf Deine Fragen:
1.
Hab ja schon Erfahrung mit dem Absetzen von Diazepam gehabt und das hat gut geklappt(auch wenn ich sehr gelitten habe), daher wußte ich auch ungefähr, was auf mich zukommen könnte.
2.
Ja, ich habe schneller reduziert als ich eigentlich geplant hatte. Das lag wohl daran, dass es doch irgendwie ging. Ich muß aber dazu sagen, dass ich mir die Zeit dafür genommen habe. Hab versucht mich abzulenken (mein 11 jähr. Neffe war für 3 Wochen bei uns zu Besuch, viel Playstation gespielt
) und auch viel rausgegangen, aber auch viel Ruhe gehabt. Diese Zeit habe ich mir genommen und meiner Familie auch gesagt, dass ich mir die Zeit nehme. Wenn man so eine Umgebung hat, dann ist das sicherlich besser.
3.
Ja, die Kopfprobleme sind noch immer da, aber nicht mehr so intensiv, wie in den ersten Tagen/Wochen. Das Schönste ist aber, dass ich kein Japs, kein Verlangen habe nach dem Zeug! Du kennt das ja, wenn es wieder Zeit wird etwas einzunehmen, dann wird man unruhig, nervös und manchmal kommt es früher oder später am Tag - eine Höllenfahrt, wovon ich jetzt befreit bin!!! Das ist das ALLERSCHÖNSTE daran.
4.
Aber natürlich leide ich noch immer an den Absetzungssyptomen: schlafe mal besser aber oft viel schlechter, jedenfalls von de Dauer des Schlafens her. Die Qualität des Schlafes ist aber deutlich besser geworden. Bin nicht mehr "offline" beim schlafen, was heißen soll: ich schlafe nicht, weil ich Medikamnte genommen habe, ich kann mich an meine Träume erinnern. Manchmal sind diese Träume garnicht schön, aber das ist eben so... damit kann ich leben.
5.
Meine Lebensqualität ist deutlich besser, ich muss dieses Teufelszeug nicht mehr mitschleppen und kann schon absolut ohne aus dem Hause für längere Zeit gehen - ich meine damit, dass man etwas beruhigendes in die Tasche hat, im Falle eines Falles.... das brauche ich nicht mehr.
So, jetzt zu Dir:
Ich würde versuchen wieder ruhig zu werden, Annettes Rat befolgen und so viel Mirtazapin einnehmen, dass Du wieder ausgeglichener bist und dann langsam beginnen abzusetzen, lies Dir durch, was im Link steht, welches wir Dir gepsted haben, damit könntest Du klar werden. Wenn Dir die Reduktion zu schnell geht, auf kleinere "Portionen" umstellen und evtl. Remergil flüssig verschreiben lassen, die lassen sich deutlich besser einteilen als die Tabletten.
Ganz wichtig: setz Dich nicht so unter Druck! Plane Rückschläge ein und lebe damit auch, Du wirst merken, dass es aber geht! Halte durch, wenn Du nicht mehr kannst - schreib vielleicht jeden Tag auf, wie es Dir ergeht und Du wirst feststellen, dass wenn Du morgens aufwachst, wieder ein Tag rum ist - das war meine große Moivation und ist es immer noch.
Ich weiß, Du hast bestimmt viel Kraft es abzusetzen zu wollen und das ist der 1.Schritt für Dich - sag Dir jeden Tag mehrmals, dass dieses Zeug Dein Leben nicht bestimmen soll - Du willst wieder darüber Macht haben und das sollte Dir noch mehr Kraft geben - wenn nicht, schreib hier ins Forum und wir hören Dir sicherlich gerne zu, verstehen Dich und unterstützen Dich gerne dabei!
VIEL KRAFT....
Herzlchst
Tep
hier ein paar Antworten auf Deine Fragen:
1.
Hab ja schon Erfahrung mit dem Absetzen von Diazepam gehabt und das hat gut geklappt(auch wenn ich sehr gelitten habe), daher wußte ich auch ungefähr, was auf mich zukommen könnte.
2.
Ja, ich habe schneller reduziert als ich eigentlich geplant hatte. Das lag wohl daran, dass es doch irgendwie ging. Ich muß aber dazu sagen, dass ich mir die Zeit dafür genommen habe. Hab versucht mich abzulenken (mein 11 jähr. Neffe war für 3 Wochen bei uns zu Besuch, viel Playstation gespielt
3.
Ja, die Kopfprobleme sind noch immer da, aber nicht mehr so intensiv, wie in den ersten Tagen/Wochen. Das Schönste ist aber, dass ich kein Japs, kein Verlangen habe nach dem Zeug! Du kennt das ja, wenn es wieder Zeit wird etwas einzunehmen, dann wird man unruhig, nervös und manchmal kommt es früher oder später am Tag - eine Höllenfahrt, wovon ich jetzt befreit bin!!! Das ist das ALLERSCHÖNSTE daran.
4.
Aber natürlich leide ich noch immer an den Absetzungssyptomen: schlafe mal besser aber oft viel schlechter, jedenfalls von de Dauer des Schlafens her. Die Qualität des Schlafes ist aber deutlich besser geworden. Bin nicht mehr "offline" beim schlafen, was heißen soll: ich schlafe nicht, weil ich Medikamnte genommen habe, ich kann mich an meine Träume erinnern. Manchmal sind diese Träume garnicht schön, aber das ist eben so... damit kann ich leben.
5.
Meine Lebensqualität ist deutlich besser, ich muss dieses Teufelszeug nicht mehr mitschleppen und kann schon absolut ohne aus dem Hause für längere Zeit gehen - ich meine damit, dass man etwas beruhigendes in die Tasche hat, im Falle eines Falles.... das brauche ich nicht mehr.
So, jetzt zu Dir:
Ich würde versuchen wieder ruhig zu werden, Annettes Rat befolgen und so viel Mirtazapin einnehmen, dass Du wieder ausgeglichener bist und dann langsam beginnen abzusetzen, lies Dir durch, was im Link steht, welches wir Dir gepsted haben, damit könntest Du klar werden. Wenn Dir die Reduktion zu schnell geht, auf kleinere "Portionen" umstellen und evtl. Remergil flüssig verschreiben lassen, die lassen sich deutlich besser einteilen als die Tabletten.
Ganz wichtig: setz Dich nicht so unter Druck! Plane Rückschläge ein und lebe damit auch, Du wirst merken, dass es aber geht! Halte durch, wenn Du nicht mehr kannst - schreib vielleicht jeden Tag auf, wie es Dir ergeht und Du wirst feststellen, dass wenn Du morgens aufwachst, wieder ein Tag rum ist - das war meine große Moivation und ist es immer noch.
Ich weiß, Du hast bestimmt viel Kraft es abzusetzen zu wollen und das ist der 1.Schritt für Dich - sag Dir jeden Tag mehrmals, dass dieses Zeug Dein Leben nicht bestimmen soll - Du willst wieder darüber Macht haben und das sollte Dir noch mehr Kraft geben - wenn nicht, schreib hier ins Forum und wir hören Dir sicherlich gerne zu, verstehen Dich und unterstützen Dich gerne dabei!
VIEL KRAFT....
Herzlchst
Tep

Symptome/Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung, Depression
Medikation: ab 1999: (Nacheinander Novaprotect, Doxepin, Carbamazepin, Trevilor, Remergil) und als Benzos dazu (1 1/2 Jahre Lorazepam & fast 4 Jahre Diazepam) sowie (Betadorm, Dalmadorn=Schlafmittel)
Bisherige Absetzversuche: (2001: Lorazepam: 2 Wochen versucht, konnte aber die Absetzungssymtome nicht ertragen, dann halbes Jahr später auf Diazepam umgepolt. 2 Absetzungsversuche Juni/2003 und erfolgreich in Mai/2004)
Absetzverlauf: (Mai/2004, 6 Wochen hatte ich starke Absetzungssymtome, dann ging es immer besser - von 30-50 tropfen Diazepam täglich auf 0 tropfen radikal(!) und ohne ärztliche Unterstützung, wozu ich nicht rate!!!)
seit 2002 Mirtazapin 30mg täglich
Absetzungsversuch:
25.06.05 -02.07.05=15mg (geht!), 03.07.05-07.07.05=7,5mg (geht!)
seit 14.07. 2005 = !!! 0,0mg !!! (ich versuche es jedenfalls)
12.09.05 = geht mir zusehends besser!
-------------------
10.11.2005 = bin seit 12 Wochen befreit.. es geht... es geht...
...................................................................
27.05.2019:
Seit 2005 hat sich einiges geändert. Ich bin aufgrund meiner Krankheit wieder auf Diazepam.
Mal mehr mal weniger. Aber jeden Tag 2-3 Tropfen um die Unruhe und Instabilität zu bewältigen - aber die Tropfen wurden immer mehr. Um die Situation zu bewältigen habe ich heimlich genommen - immer bei Bedarf.
Ich habe gestern angefangen mich zu kontrollieren.
Heute morgen 2 Tropfen. Heute mittag 2 und heute Abend 2-4 Tropfen.
Und dann nach Ashton Manual.
24.5.19 - 31.05.19: 2 Tropfen morgens und Abends
Zustand: die ersten Tage waren gut und gut Durchhaltbar. Letzten zwei Tage holt es mich ein. Zurück auf 2-2-2 Tropfen/Tag
01.06.19 - 07.05.19: ca 2 Tropfen morgens und ab und an mittags/nachmittags 1-2 tropfen, Abends 2 Tropfen
... 04.07.2049: die gleiche Dosis wie in den letzten Wochen. Ich habe meine emotionale Stabilität nicht (wie denn auch) - aber ich versuche durchzuhalten
Hallo Tep!
Hab’ mich echt über Deine erneute, schnelle Antwort gefreut!
Du hast bestätigt, dass Du eigentlich viel schneller reduziert hast, als eigentlich geplant, auch weil Du kein Verlangen mehr nach dem „Zeug“ hattest.
Das ist bei mir die ganze Zeit über scheinbar total anders gewesen. Ich habe die Tablette abends fast nebenbei genommen, also sozusagen als Ritual vor dem Weg ins Obergeschoß, und konnte mich auch fast immer an meine Träume erinnern, die wahnsinnig intensiv waren und die ich auch meistens gerade aktuellen Themen zuordnen konnte.
Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob die Neurologin mir vielleicht ein Placebo verschrieben hat, weil ich (und andere) überhaupt nicht das Gefühl hatte, irgendwie verändert oder gedämpft zu sein. Den einzigen Einfluss habe ich wirklich beim „in den Schlaf kommen“ gemerkt, was aber vorher lange Zeit auch mit hochdosiertem Johanniskraut und Ivel Mono 300 mg (Baldrian) geklappt hat.
Die von Dir beschriebene Zeit, in der Du nicht ohne etwas in der Tasche aus dem Haus gehen konntest, muss wirklich schlimm für Dich gewesen sein! Die wenigen Wochen mit Lorazepam haben mir ja schon gereicht und ich bin tierisch froh, dass ich so schnell davon losgekommen bin.
In der Tasche habe ich übrigens auch immer etwas: meinen „Notfallplan“, den ich wegen der Angst- und Panikattacken erstellt habe und der mir gerade in der Zeit nach der Klinik unheimlich geholfen hat. Mittlerweile stelle ich allerdings im nachhinein fest, dass ich schon diverse Male auch ohne dieses Stück Papier unterwegs war – auch eine positive Veränderung.
Ich bin also Eurem (Annette und auch Deinem) Rat gefolgt und habe jetzt seit zwei Tagen wieder die 30 mg-Dosis. Und ich werde ganz sicher das nächste Mal vorsichtiger sein und die flüssige Variante mit in den Absetzplan einbauen.
Mit Deinem Vorschlag, jeden Tag kurz innezuhalten und zu schreiben, hast Du ganz klar einen wunden Punkt getroffen! Ich habe dies lange Zeit sehr genau gemacht, es aber dann leider schleifen lassen, wohl weil es mir wieder so viel besser ging! Dabei ist gerade das Schreiben so wichtig und kann so viel helfen – also zurück zum Tagebuch und Angstprotokoll.
Ich danke Dir sehr für Deine lieben Worte und das Verständnis und wünsche Dir ebenfalls, dass es Dir kontinuierlich besser geht!
Zu Deiner Diagnose habe ich noch eine Frage: Hast Du schon mal Bekanntschaft mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) gemacht? Wenn nicht, könnte ich Dir vielleicht ein paar Infos dazu geben, da ich wirklich an diese Methode glaube und relativ schnell Erfolge erzielt werden.
Ganz liebe Grüße an Dich,
Dival
Hab’ mich echt über Deine erneute, schnelle Antwort gefreut!
Du hast bestätigt, dass Du eigentlich viel schneller reduziert hast, als eigentlich geplant, auch weil Du kein Verlangen mehr nach dem „Zeug“ hattest.
Das ist bei mir die ganze Zeit über scheinbar total anders gewesen. Ich habe die Tablette abends fast nebenbei genommen, also sozusagen als Ritual vor dem Weg ins Obergeschoß, und konnte mich auch fast immer an meine Träume erinnern, die wahnsinnig intensiv waren und die ich auch meistens gerade aktuellen Themen zuordnen konnte.
Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob die Neurologin mir vielleicht ein Placebo verschrieben hat, weil ich (und andere) überhaupt nicht das Gefühl hatte, irgendwie verändert oder gedämpft zu sein. Den einzigen Einfluss habe ich wirklich beim „in den Schlaf kommen“ gemerkt, was aber vorher lange Zeit auch mit hochdosiertem Johanniskraut und Ivel Mono 300 mg (Baldrian) geklappt hat.
Die von Dir beschriebene Zeit, in der Du nicht ohne etwas in der Tasche aus dem Haus gehen konntest, muss wirklich schlimm für Dich gewesen sein! Die wenigen Wochen mit Lorazepam haben mir ja schon gereicht und ich bin tierisch froh, dass ich so schnell davon losgekommen bin.
In der Tasche habe ich übrigens auch immer etwas: meinen „Notfallplan“, den ich wegen der Angst- und Panikattacken erstellt habe und der mir gerade in der Zeit nach der Klinik unheimlich geholfen hat. Mittlerweile stelle ich allerdings im nachhinein fest, dass ich schon diverse Male auch ohne dieses Stück Papier unterwegs war – auch eine positive Veränderung.
Ich bin also Eurem (Annette und auch Deinem) Rat gefolgt und habe jetzt seit zwei Tagen wieder die 30 mg-Dosis. Und ich werde ganz sicher das nächste Mal vorsichtiger sein und die flüssige Variante mit in den Absetzplan einbauen.
Mit Deinem Vorschlag, jeden Tag kurz innezuhalten und zu schreiben, hast Du ganz klar einen wunden Punkt getroffen! Ich habe dies lange Zeit sehr genau gemacht, es aber dann leider schleifen lassen, wohl weil es mir wieder so viel besser ging! Dabei ist gerade das Schreiben so wichtig und kann so viel helfen – also zurück zum Tagebuch und Angstprotokoll.
Ich danke Dir sehr für Deine lieben Worte und das Verständnis und wünsche Dir ebenfalls, dass es Dir kontinuierlich besser geht!
Zu Deiner Diagnose habe ich noch eine Frage: Hast Du schon mal Bekanntschaft mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) gemacht? Wenn nicht, könnte ich Dir vielleicht ein paar Infos dazu geben, da ich wirklich an diese Methode glaube und relativ schnell Erfolge erzielt werden.
Ganz liebe Grüße an Dich,
Dival
01/05 Diagn.: Schwere depressive Episode, Panikstör., Agoraphobie, Subsyndromale posttraumat. Belastungsstör., Somatisierungsstör.
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!
Liebe Dival,
danke für Dein Posting!
Weißt Du, das mit dem Schlafen sehe ich jetzt etwas anders, denn mein Schlaf mit Mirtazapin war nicht so erholend, wie nun ohne.
Ich bin immer friedlich ins "Ratzepufferchen" eingenickt und meistens habe ich auch durchgeschlafen, doch wenn ich morgens aufgewacht bin, mußte ich erst einmal in mich hineinhorchen, wie es mir denn heute geht. Mal war es schlimm mal weniger schlimm. Ich habe aber das Gefühl, dass die Qualität des Schlafes jetzt deutlich anders ist.
Durch die Absetzungssymptome schlafe ich deutlich unregelmäßiger und wache nachts auf und bleibe 2-3 Stunden wach. Das schlaucht dann. Aber ich sage mir, das liegt doch nur daran, dass etwas wieder reguliert werden muß in mir - auch der Schlaf.
Ich nehme zur Zeit wirklich garnichts an Medikamenten, homöopatische- oder pflanzliche Mittel ein. Ich möchte wirklich clean sein und mein Leben wieder danach ausrichten, dass sich wieder eine innerliche Befriedigung einstellt. Nun, das ist sehr schwer, aber das ist mein Ziel.
Die Konflikte des Lebens möchte ich wieder lösen können, ohne gedämpft zu sein oder auf einem Wattebausch zu spazieren.
Das mit dem Aufschreiben ist eigentlich immer eine kleine Überwindung, da man ja eigentlich nicht ständig in Selbstmitleid baden möchte und wenn man das so aufschreibt, kommt es einem so vor, als wäre man eben dieses kleine bißchen verrückt oder eben anders.
Doch beim Absetzen habe ich bemerkt, dass es mir unwahrscheinlich geholfen hat, da ich die Tage vergleichen konnte - UND: es kam jedesmal ein Tag dazu
Das war entscheidend!
Auch wenn einige Tage schlimmer waren als die Tage davor, aber das sind Rückschritte, mit denen man leben muß, kennst Du ja auch vom Lorazepamentzug, zwei Schritte vor = ein Schritt zurück oder auch ein Schritt vor und zwei zurück..., oder nicht ein halbes Glas leer sondern ein halbes Glas voll, so versuche es zu sehen.
Das mit dem "Notfallplan" finde ich lustig, kenne ich nur zu gut!!! Ohne geht man nicht aus dem Hause und wenn man es wirklich mal in der Hektik vergessen haben sollte, dann aber schnell zurück, egal wie weit man von zuhause weg ist. Es brach dann immer eine kleine Welt in mir zusammen und ich hatte schon wieder versagt. War abhängig geworden und völlig hilflos ausgeliefert - oft stand ich nur einfach da und hätte am liebsten losgeheult.
Da kannst Du es Dir vorstellen, dass es mir deutlich besser geht, wenn ich nun stundenlang durch die Stadt gehe und denke: "ich muß keine Medis mehr einnehmen" und brauch darum auch nicht daran denken.
Dennoch gehe ich mit erheblichem Respekt so lange weg, denn ich bin das nicht gewohnt und jede Situation (Strassenbahn, volles Kaufhaus u.ä.) können wirklich viel Stress ausüben und da denke ich schon wieder daran, wie es wäre, es zu dämpfen. Aber womit denn? Hab ja nix mit, also muß ich da durch!
Das kostet viel viel Kraft, aber es muß doch möglich sein das zu ertragen. Bisher frage ich mich, wann ein Zeitpunkt kommt, welches ich evtl. nicht mehr ertrage... aber das schiebe ich noch vor mir weg.
Die nächsten Tage werden sicherlich für Dich etwas "erträglicher" mit 30mg, vielleicht sprichst Du es mit der Neurologin noch einmal durch und gehst es mit der Zeit erneut an, aber mit deutlich kleineren Schritten. Ist ja kein beinbruch!
Bedenken solltest Du aber auch, dass die Syptome Deiner Depression beim Absetzen wieder komplett auftreten können und bewußter dargestellt werden.
Deine Kopfschmerzen könnten auch dadurch entstehen, dass Du viel daran denkst und die Psyche regiert wieder über Dein Körper.
Mirtazapin wird ja auch in der Schmerztherapie eingesetzt. Ich habe ein Halswirbelproblem, welches oft Kopfschmerzen auslöste und durch die Einnahme von Mirtzapin waren die Schmerzen fast wie weggeblasen.
Aber auch Dein Masseur könnte Recht haben, dass evtl. eine Blockade gelöst wurde und die Nerven jetzt frei liegen... aber ich bin kein Arzt und halte mich da doch zurück.
Meine posttraumatische Belastungssyndrom ist eigentlich gut abgeheilt, habe 5 Jahre lang Therapie gemacht, so das ich nicht mehr so viel daran denken muß und es belastet mich nicht mehr so wie früher. EMDR kenne ich gut, war auch Inhalt meiner Therapie, doch nicht so wirksam, daher haben wir andere Therapiewege verfolgt (Hypnose, Konfrontationstherapie beispielsweise). Aber wieso hast Du das kennengelernt? Du schreibst ja, dass Du eine schwere depressive Episode hattest/hast. Magst Du mehr darüber schreiben? Würde mich freuen!
So, ich will Dich nicht "zulabern", wünsche Dir einen superschönen Freitag!
Lieben Gruss
Tep
danke für Dein Posting!
Weißt Du, das mit dem Schlafen sehe ich jetzt etwas anders, denn mein Schlaf mit Mirtazapin war nicht so erholend, wie nun ohne.
Ich bin immer friedlich ins "Ratzepufferchen" eingenickt und meistens habe ich auch durchgeschlafen, doch wenn ich morgens aufgewacht bin, mußte ich erst einmal in mich hineinhorchen, wie es mir denn heute geht. Mal war es schlimm mal weniger schlimm. Ich habe aber das Gefühl, dass die Qualität des Schlafes jetzt deutlich anders ist.
Durch die Absetzungssymptome schlafe ich deutlich unregelmäßiger und wache nachts auf und bleibe 2-3 Stunden wach. Das schlaucht dann. Aber ich sage mir, das liegt doch nur daran, dass etwas wieder reguliert werden muß in mir - auch der Schlaf.
Ich nehme zur Zeit wirklich garnichts an Medikamenten, homöopatische- oder pflanzliche Mittel ein. Ich möchte wirklich clean sein und mein Leben wieder danach ausrichten, dass sich wieder eine innerliche Befriedigung einstellt. Nun, das ist sehr schwer, aber das ist mein Ziel.
Die Konflikte des Lebens möchte ich wieder lösen können, ohne gedämpft zu sein oder auf einem Wattebausch zu spazieren.
Das mit dem Aufschreiben ist eigentlich immer eine kleine Überwindung, da man ja eigentlich nicht ständig in Selbstmitleid baden möchte und wenn man das so aufschreibt, kommt es einem so vor, als wäre man eben dieses kleine bißchen verrückt oder eben anders.
Doch beim Absetzen habe ich bemerkt, dass es mir unwahrscheinlich geholfen hat, da ich die Tage vergleichen konnte - UND: es kam jedesmal ein Tag dazu
Auch wenn einige Tage schlimmer waren als die Tage davor, aber das sind Rückschritte, mit denen man leben muß, kennst Du ja auch vom Lorazepamentzug, zwei Schritte vor = ein Schritt zurück oder auch ein Schritt vor und zwei zurück..., oder nicht ein halbes Glas leer sondern ein halbes Glas voll, so versuche es zu sehen.
Das mit dem "Notfallplan" finde ich lustig, kenne ich nur zu gut!!! Ohne geht man nicht aus dem Hause und wenn man es wirklich mal in der Hektik vergessen haben sollte, dann aber schnell zurück, egal wie weit man von zuhause weg ist. Es brach dann immer eine kleine Welt in mir zusammen und ich hatte schon wieder versagt. War abhängig geworden und völlig hilflos ausgeliefert - oft stand ich nur einfach da und hätte am liebsten losgeheult.
Da kannst Du es Dir vorstellen, dass es mir deutlich besser geht, wenn ich nun stundenlang durch die Stadt gehe und denke: "ich muß keine Medis mehr einnehmen" und brauch darum auch nicht daran denken.
Dennoch gehe ich mit erheblichem Respekt so lange weg, denn ich bin das nicht gewohnt und jede Situation (Strassenbahn, volles Kaufhaus u.ä.) können wirklich viel Stress ausüben und da denke ich schon wieder daran, wie es wäre, es zu dämpfen. Aber womit denn? Hab ja nix mit, also muß ich da durch!
Das kostet viel viel Kraft, aber es muß doch möglich sein das zu ertragen. Bisher frage ich mich, wann ein Zeitpunkt kommt, welches ich evtl. nicht mehr ertrage... aber das schiebe ich noch vor mir weg.
Die nächsten Tage werden sicherlich für Dich etwas "erträglicher" mit 30mg, vielleicht sprichst Du es mit der Neurologin noch einmal durch und gehst es mit der Zeit erneut an, aber mit deutlich kleineren Schritten. Ist ja kein beinbruch!
Bedenken solltest Du aber auch, dass die Syptome Deiner Depression beim Absetzen wieder komplett auftreten können und bewußter dargestellt werden.
Deine Kopfschmerzen könnten auch dadurch entstehen, dass Du viel daran denkst und die Psyche regiert wieder über Dein Körper.
Mirtazapin wird ja auch in der Schmerztherapie eingesetzt. Ich habe ein Halswirbelproblem, welches oft Kopfschmerzen auslöste und durch die Einnahme von Mirtzapin waren die Schmerzen fast wie weggeblasen.
Aber auch Dein Masseur könnte Recht haben, dass evtl. eine Blockade gelöst wurde und die Nerven jetzt frei liegen... aber ich bin kein Arzt und halte mich da doch zurück.
Meine posttraumatische Belastungssyndrom ist eigentlich gut abgeheilt, habe 5 Jahre lang Therapie gemacht, so das ich nicht mehr so viel daran denken muß und es belastet mich nicht mehr so wie früher. EMDR kenne ich gut, war auch Inhalt meiner Therapie, doch nicht so wirksam, daher haben wir andere Therapiewege verfolgt (Hypnose, Konfrontationstherapie beispielsweise). Aber wieso hast Du das kennengelernt? Du schreibst ja, dass Du eine schwere depressive Episode hattest/hast. Magst Du mehr darüber schreiben? Würde mich freuen!
So, ich will Dich nicht "zulabern", wünsche Dir einen superschönen Freitag!
Lieben Gruss
Tep

Symptome/Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung, Depression
Medikation: ab 1999: (Nacheinander Novaprotect, Doxepin, Carbamazepin, Trevilor, Remergil) und als Benzos dazu (1 1/2 Jahre Lorazepam & fast 4 Jahre Diazepam) sowie (Betadorm, Dalmadorn=Schlafmittel)
Bisherige Absetzversuche: (2001: Lorazepam: 2 Wochen versucht, konnte aber die Absetzungssymtome nicht ertragen, dann halbes Jahr später auf Diazepam umgepolt. 2 Absetzungsversuche Juni/2003 und erfolgreich in Mai/2004)
Absetzverlauf: (Mai/2004, 6 Wochen hatte ich starke Absetzungssymtome, dann ging es immer besser - von 30-50 tropfen Diazepam täglich auf 0 tropfen radikal(!) und ohne ärztliche Unterstützung, wozu ich nicht rate!!!)
seit 2002 Mirtazapin 30mg täglich
Absetzungsversuch:
25.06.05 -02.07.05=15mg (geht!), 03.07.05-07.07.05=7,5mg (geht!)
seit 14.07. 2005 = !!! 0,0mg !!! (ich versuche es jedenfalls)
12.09.05 = geht mir zusehends besser!
-------------------
10.11.2005 = bin seit 12 Wochen befreit.. es geht... es geht...
...................................................................
27.05.2019:
Seit 2005 hat sich einiges geändert. Ich bin aufgrund meiner Krankheit wieder auf Diazepam.
Mal mehr mal weniger. Aber jeden Tag 2-3 Tropfen um die Unruhe und Instabilität zu bewältigen - aber die Tropfen wurden immer mehr. Um die Situation zu bewältigen habe ich heimlich genommen - immer bei Bedarf.
Ich habe gestern angefangen mich zu kontrollieren.
Heute morgen 2 Tropfen. Heute mittag 2 und heute Abend 2-4 Tropfen.
Und dann nach Ashton Manual.
24.5.19 - 31.05.19: 2 Tropfen morgens und Abends
Zustand: die ersten Tage waren gut und gut Durchhaltbar. Letzten zwei Tage holt es mich ein. Zurück auf 2-2-2 Tropfen/Tag
01.06.19 - 07.05.19: ca 2 Tropfen morgens und ab und an mittags/nachmittags 1-2 tropfen, Abends 2 Tropfen
... 04.07.2049: die gleiche Dosis wie in den letzten Wochen. Ich habe meine emotionale Stabilität nicht (wie denn auch) - aber ich versuche durchzuhalten
Guten Morgen Tep!
Habe mich sehr über Deine Nachricht gefreut! Danke.
Als Zwischenmeldung: es geht mir wieder wesentlich besser als am Mittwoch und auch mit der Entscheidung, wieder auf 30 mg gegangen zu sein, kann ich umgehen, da der nächste Absetzversuch ja nur verschoben wurde und ich auch, zumindest derzeitig, keine Angst habe, dass es das nächste Mal auch schief geht. Die Mitteilungen im Forum helfen wirklich, also noch mal DANKE an Dich und das Forum!
Zum Thema Schreiben: Ich habe eine Verbesserung bei mir gespürt in der Zeit, als ich noch täglich geschrieben habe und zwar gerade weil nach einer Phase, in der ich nur noch negativ gedacht habe, langsam wieder die Lichtblicke kamen. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Was war heute gut/was war schlecht“, und „was habe ich heute erfolgreich geschafft/was nicht“ hat dazu geführt, die positiven Dinge überhaupt erst wieder wahrzunehmen; ich kam an dem Geschriebenen ja nicht vorbei, und konnte mich so auch über die allerkleinsten Schritte wieder freuen.
Und dieses Wort „verrückt“, das Du ja auch erwähnst: Das war wohl die schlimmste Zeit für mich überhaupt, die Angst, verrückt zu werden, weil man einfach nicht versteht, was mit einem passiert.
Mein Lebensgefährte hat mir mit seinem Verständnis dieses Wortes „ver-rückt“, im Sinne von nicht mehr am angestammten Platz zu sein, verschoben, sehr geholfen. Ich wollte/konnte ja wirklich nicht mehr diesen Platz ausfüllen, den ich in meinem bisherigen Leben hatte, weil er nicht gut für mich war und mich krank gemacht hat.
Der wichtigste Schritt für mich war auf jeden Fall der, mir wirklich professionelle Hilfe zu holen, sowohl psychotherapeutisch als auch durch angepasste medikamentöse Unterstützung. Wie ich schon an anderer Stelle in diesem Forum geschrieben habe, möchte ich wirklich keine Werbung für AD machen, aber für mich waren sie richtig, auch wenn ich jetzt Probleme mit dem Absetzen habe.
Der Notfallplan: ein so simples Instrument mit so großer psychischer Wirkung! Allein die Tatsache, die Telefonnummer von der Klinikstation, auf der ich war, in der Tasche zu haben und die Gewissheit, sofort dort hin fahren zu können, wenn es mir sehr schlecht geht, war fast die halbe Miete für die Zeit nach der Klinik. Hier im Forum ist Angst ein so großes Thema, vielleicht könnte man ja mal eine Rubrik anregen, in der so kleine Tools dargestellt werden, die jeder für sich selber und ohne großen Aufwand nutzen kann?
Nun zu EMDR
Vorgeschichte: Jan. 04 Tod meines Vaters, und dann brach die ganze unverarbeitete Trauer über den Tod meiner Mutter (1989) wieder auf; bei beiden war ich in der Sterbephase bis zum Schluss dabei, beim ersten Mal ganz alleine. Im März 04 ging es mir so schlecht, dass ich erstmalig zur Therapie gegangen bin und dann auf Empfehlung für einen dreiwöchigen stationären Aufenthalt in eine Kasseler Klinik. Weil mein Weinen immer schon in Höhe des oberen Brustkorbes stecken blieb, wurde mir dort empfohlen, am Holotropen Atmen teilzunehmen. Dies fand in einer Gruppe von 8 Leuten mit Therapeutin und Co-Therapeutin statt. Ich bin total abgedriftet, habe angefangen zu krampfen, Füße und Hände in Pfötchenstellung, alles hat nur noch wehgetan und ich hatte das Gefühl, die Luft nicht mehr aus dem Körper zu kriegen, zu ersticken. Die Therapeutin hat mir dann geholfen, mit ihren Händen auf meinem Brustkorb, die Luft rauszudrücken; es war absolut schrecklich. In den Nächten danach konnte ich dann nicht mehr schlafen, bin immer kurz eingenickt und dann wieder hochgeschreckt, weil ich meinen eigenen letzten Atemzug zu spüren glaubte, fing immer wieder an zu krampfen und konnte meinen eigenen Atemrhythmus nicht mehr finden.
Ich war so verängstigt, dass ich keinen weiteren Termin mehr machen wollte und man hat mir dann nur noch Atosil zum Schlafen gegeben. So bin ich dann nach drei Wochen nach Hause gefahren, hatte auf der Autobahn meine erste richtig heftige Panikattacke.
Zuhause folgten dann einige Wochen mit Johanniskraut und Ivel Mono (Baldrian), bis im November 04 dann ein weiterer Todesfall in meinem unmittelbaren Umfeld folgte.
Und ab da war dann Schluss und AD und Tavor war angesagt.
In dieser Phase habe ich von einer Ärztin den Tipp bekommen, mal zu einer Psycho-Kinesiologin zu gehen, die auch EMDR praktiziert. Es hat nicht alleine geholfen, aber es war zur Unterstützung sehr gut und wird sicherlich auch bald häufiger in Deutschland praktiziert, wenn man denn den Erfahrungsberichten von Servan Schreiber folgt.
Für mich war es einfach wichtig, überhaupt erst mal zu begreifen, dass es mir so schlecht ging, weil ich durch mehrere Erlebnisse von Kindheit an traumatisiert war und dass es um die Aufarbeitung dieser Probleme ging und geht. Früher war immer „stark sein“ angesagt als Überlebensstrategie, die mir aber im nachhinein nur geschadet hat.
So sehe ich also mittlerweile die Krise als Chance für mein neues altes Leben und bin dankbar, dass es mir bei allem Schlechten doch noch so gut geht und ich das Leben als lebenswert empfinde!
Tja, jetzt habe ich wohl doch mehr geschrieben als ursprünglich geplant!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende mit ganz viel Sonne (wenn auch aufgrund der Wetterlage hauptsächlich im Herzen, wo sie ja sowieso am wichtigsten ist!).
Dival
Habe mich sehr über Deine Nachricht gefreut! Danke.
Als Zwischenmeldung: es geht mir wieder wesentlich besser als am Mittwoch und auch mit der Entscheidung, wieder auf 30 mg gegangen zu sein, kann ich umgehen, da der nächste Absetzversuch ja nur verschoben wurde und ich auch, zumindest derzeitig, keine Angst habe, dass es das nächste Mal auch schief geht. Die Mitteilungen im Forum helfen wirklich, also noch mal DANKE an Dich und das Forum!
Zum Thema Schreiben: Ich habe eine Verbesserung bei mir gespürt in der Zeit, als ich noch täglich geschrieben habe und zwar gerade weil nach einer Phase, in der ich nur noch negativ gedacht habe, langsam wieder die Lichtblicke kamen. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Was war heute gut/was war schlecht“, und „was habe ich heute erfolgreich geschafft/was nicht“ hat dazu geführt, die positiven Dinge überhaupt erst wieder wahrzunehmen; ich kam an dem Geschriebenen ja nicht vorbei, und konnte mich so auch über die allerkleinsten Schritte wieder freuen.
Und dieses Wort „verrückt“, das Du ja auch erwähnst: Das war wohl die schlimmste Zeit für mich überhaupt, die Angst, verrückt zu werden, weil man einfach nicht versteht, was mit einem passiert.
Mein Lebensgefährte hat mir mit seinem Verständnis dieses Wortes „ver-rückt“, im Sinne von nicht mehr am angestammten Platz zu sein, verschoben, sehr geholfen. Ich wollte/konnte ja wirklich nicht mehr diesen Platz ausfüllen, den ich in meinem bisherigen Leben hatte, weil er nicht gut für mich war und mich krank gemacht hat.
Der wichtigste Schritt für mich war auf jeden Fall der, mir wirklich professionelle Hilfe zu holen, sowohl psychotherapeutisch als auch durch angepasste medikamentöse Unterstützung. Wie ich schon an anderer Stelle in diesem Forum geschrieben habe, möchte ich wirklich keine Werbung für AD machen, aber für mich waren sie richtig, auch wenn ich jetzt Probleme mit dem Absetzen habe.
Der Notfallplan: ein so simples Instrument mit so großer psychischer Wirkung! Allein die Tatsache, die Telefonnummer von der Klinikstation, auf der ich war, in der Tasche zu haben und die Gewissheit, sofort dort hin fahren zu können, wenn es mir sehr schlecht geht, war fast die halbe Miete für die Zeit nach der Klinik. Hier im Forum ist Angst ein so großes Thema, vielleicht könnte man ja mal eine Rubrik anregen, in der so kleine Tools dargestellt werden, die jeder für sich selber und ohne großen Aufwand nutzen kann?
Nun zu EMDR
Vorgeschichte: Jan. 04 Tod meines Vaters, und dann brach die ganze unverarbeitete Trauer über den Tod meiner Mutter (1989) wieder auf; bei beiden war ich in der Sterbephase bis zum Schluss dabei, beim ersten Mal ganz alleine. Im März 04 ging es mir so schlecht, dass ich erstmalig zur Therapie gegangen bin und dann auf Empfehlung für einen dreiwöchigen stationären Aufenthalt in eine Kasseler Klinik. Weil mein Weinen immer schon in Höhe des oberen Brustkorbes stecken blieb, wurde mir dort empfohlen, am Holotropen Atmen teilzunehmen. Dies fand in einer Gruppe von 8 Leuten mit Therapeutin und Co-Therapeutin statt. Ich bin total abgedriftet, habe angefangen zu krampfen, Füße und Hände in Pfötchenstellung, alles hat nur noch wehgetan und ich hatte das Gefühl, die Luft nicht mehr aus dem Körper zu kriegen, zu ersticken. Die Therapeutin hat mir dann geholfen, mit ihren Händen auf meinem Brustkorb, die Luft rauszudrücken; es war absolut schrecklich. In den Nächten danach konnte ich dann nicht mehr schlafen, bin immer kurz eingenickt und dann wieder hochgeschreckt, weil ich meinen eigenen letzten Atemzug zu spüren glaubte, fing immer wieder an zu krampfen und konnte meinen eigenen Atemrhythmus nicht mehr finden.
Ich war so verängstigt, dass ich keinen weiteren Termin mehr machen wollte und man hat mir dann nur noch Atosil zum Schlafen gegeben. So bin ich dann nach drei Wochen nach Hause gefahren, hatte auf der Autobahn meine erste richtig heftige Panikattacke.
Zuhause folgten dann einige Wochen mit Johanniskraut und Ivel Mono (Baldrian), bis im November 04 dann ein weiterer Todesfall in meinem unmittelbaren Umfeld folgte.
Und ab da war dann Schluss und AD und Tavor war angesagt.
In dieser Phase habe ich von einer Ärztin den Tipp bekommen, mal zu einer Psycho-Kinesiologin zu gehen, die auch EMDR praktiziert. Es hat nicht alleine geholfen, aber es war zur Unterstützung sehr gut und wird sicherlich auch bald häufiger in Deutschland praktiziert, wenn man denn den Erfahrungsberichten von Servan Schreiber folgt.
Für mich war es einfach wichtig, überhaupt erst mal zu begreifen, dass es mir so schlecht ging, weil ich durch mehrere Erlebnisse von Kindheit an traumatisiert war und dass es um die Aufarbeitung dieser Probleme ging und geht. Früher war immer „stark sein“ angesagt als Überlebensstrategie, die mir aber im nachhinein nur geschadet hat.
So sehe ich also mittlerweile die Krise als Chance für mein neues altes Leben und bin dankbar, dass es mir bei allem Schlechten doch noch so gut geht und ich das Leben als lebenswert empfinde!
Tja, jetzt habe ich wohl doch mehr geschrieben als ursprünglich geplant!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende mit ganz viel Sonne (wenn auch aufgrund der Wetterlage hauptsächlich im Herzen, wo sie ja sowieso am wichtigsten ist!).
Dival
01/05 Diagn.: Schwere depressive Episode, Panikstör., Agoraphobie, Subsyndromale posttraumat. Belastungsstör., Somatisierungsstör.
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!
Vorlauf / Medikation
Medikation:
07/04: Klinik: Atosil 25 Trop., wg. massiver Schlafstör. durch Traumatis. bei Holotropem Atmen
08 - 11/04 tgl. Laif 900, Ivel Mono (Baldrian)
11/04: Panikatt., Notfallamb., Valium, IMAP
11/04: a) Tavor (Lorazepam), bis 12/04: 1,5 mg, dann 2 Wo. 1,0 mg, 1 Wo. 0,5 mg, 0, o.k.
01/05: 4 Wo. Klinik
11/04 – 06/05: Remergil / Mirtaz. 30 mg, Nebenw.: Gew. +6 kg, lebhafte Träume;
Absetzversuche:
01.07. - 21.07.: 15 mg; Absetzs.: Unruhe, Schlafstör., Gedankenkreisel, Unwohlsein, Kopfschm., Unsicherheitsgefühl
seit 22.07: 0 mg; Absetzs.: Verstärkte Symptome, Negativ-Gedanken, kleine Schläge durch ganzen Körper, leichte Angstgefphle
10.08.: Absetzvers. abgebrochen: wieder 30 mg
15.08.: 4 Nächte Restless-Legs-Symptom, Sprachschwierigkeiten
24.08.: okay, leichte Gewichtsabnahme
22.09.: Start 2. Absetzvers.: 25 mg, mind. 3 Wo.
31.10.: noch 25 mg, alles i. O.
02.12.: ca. 20 mg; 27.12.: ca. 15/16 mg, jetzt eher 15 (12.01.06)
01.02.06: 13,5 mg / Remeron flüssig = 0,9 ml, 23.02.: 12 mg (0,8 ml), 16.03.: 10,5 mg (0,7 ml)
06.04.06: 9 mg (0,6 ml); ab 27.04.: 7,5 mg (0,5 ml), läuft super.
14.07.06: ab morgen noch 0,1 ml / 1,5 mg. Dann ist es geschafft! Bin sehr zuversichtlich und dankbar für den Tipp mit dem flüssigen Remergil.
09.08.: 0,0
14.09.2006: 0,0 und alles in Ordnung! Jippieh!