Liebe Leute,
war hier während meines heftigen Mirtazapin Entzuges in Sommer oft hier, fast jeden Tag und habe mir hier Hilfe geholt, Ratschläge gelesen und liebe Leute kennengelernt.
Nun, wenn man entzieht, will man dann irgendwann mal Abstand von der Krankheit, vom Entzug nehmen, daher war ich zwar noch oft am lesen hier im Forum, doch ich hatte einfach nicht die Kraft zu antworten.
Ich brauchte einfach den Abstand zum Entzug - ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.
Manchmal muß man einfach Dinge machen, um voranzukommen.
Seit meinem Entzug (siehe meine Signatur) vor ca. 12 Wochen muß ich berichten, dass es mir einigermaßen gut geht - ich habe kein Verlangen nach ADs oder Benzos oder irgendwelche Mittel, die dämpfen oder meinen Verstand benebeln. Ich war letzten Freitag sogar das erste Mal seit Monaten wieder angeheitert - das ging garnicht gut, dachte nur, "hoffentlich ist dieser Spuk bald vorbei". Es hat wirklich 2 Tage gedauert, bis ich wieder einigermaßen klar denken konnte.
Ich hatte aber am meisten Schiß davor, was passieren würde, wenn ich in eine Krisensituation hinein gerate. Ich muß sagen, es geht ohne sich zu benebeln.
Während meiner AD und Benzoeinnahmezeit habe ich, wenn es wirklich kritisch wurde, sofort Benzos eingeschmissen, um mich zu beruhigen - kennt ihr sicherlich auch, die Situationen, die einem über den Kopf wachsen.
Jetzt ist es so, dass ich mich den Problemen stelle und renne nicht weg, beneble mich, um mich zu beruhigen. Das ist sehr schwer und zum Teil reißt es mich wieder nach unten und ich beschäftige mich tagelang damit - aber ich muß mich dem stellen.
Das ist halt die Änderung in meinem Leben.
Leider fehlen mir aber auch manchmal die Möglichkeiten, Verhaltensmöglichkeiten, um mich den Problemen zu stellen und das ist sehr heftig, ich gerate wieder in diese Depression.. furchtbar und zum Teil unerträglich.
Körperlich ist es so, dass ich Nachts noch heftigst schwitze, kann mein Kopkissen jeden Tag wechseln. Tagsüber bin ich auch leicht am Schwitzen, das ist vor allem in Menschenmassen der Fall, wenn ich im Mittelpunkt stehe oder mich leicht körperlich anstrenge.
Mein Magen- und Darmtrakt ist nervös - unangenehm.
Meine Herzfrequenz ist nicht stabil - Herzklopfen oder gar -schmerzen sind die Folge. Körperlich bin ich aber in ordnung, sagen meine Ärzte.
Restless Legs sind nicht mehr so heftig, aber noch vorhanden.
Fazit, trotz der o.g. Punkte:
ich werde nie wieder ADs nehmen, sie haben meinen Körper vergiftet! Ich bin immer noch im Entzug, ohne jedoch, dass ich Japs nach ADs hätte. Manchmal ist es so, dass es mir wirklich so gut geht, manchmal aber auch so schlecht. ich bin noch dabei ein "Zwichending" zu finden.
Wollte euch nur wissen lassen: liebe Leute, es geht, es geht.
Herzlichst, euer
Tep
Mirtazapin Entzug = 12 Wochen später
Mirtazapin Entzug = 12 Wochen später

Symptome/Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung, Depression
Medikation: ab 1999: (Nacheinander Novaprotect, Doxepin, Carbamazepin, Trevilor, Remergil) und als Benzos dazu (1 1/2 Jahre Lorazepam & fast 4 Jahre Diazepam) sowie (Betadorm, Dalmadorn=Schlafmittel)
Bisherige Absetzversuche: (2001: Lorazepam: 2 Wochen versucht, konnte aber die Absetzungssymtome nicht ertragen, dann halbes Jahr später auf Diazepam umgepolt. 2 Absetzungsversuche Juni/2003 und erfolgreich in Mai/2004)
Absetzverlauf: (Mai/2004, 6 Wochen hatte ich starke Absetzungssymtome, dann ging es immer besser - von 30-50 tropfen Diazepam täglich auf 0 tropfen radikal(!) und ohne ärztliche Unterstützung, wozu ich nicht rate!!!)
seit 2002 Mirtazapin 30mg täglich
Absetzungsversuch:
25.06.05 -02.07.05=15mg (geht!), 03.07.05-07.07.05=7,5mg (geht!)
seit 14.07. 2005 = !!! 0,0mg !!! (ich versuche es jedenfalls)
12.09.05 = geht mir zusehends besser!
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10.11.2005 = bin seit 12 Wochen befreit.. es geht... es geht...
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27.05.2019:
Seit 2005 hat sich einiges geändert. Ich bin aufgrund meiner Krankheit wieder auf Diazepam.
Mal mehr mal weniger. Aber jeden Tag 2-3 Tropfen um die Unruhe und Instabilität zu bewältigen - aber die Tropfen wurden immer mehr. Um die Situation zu bewältigen habe ich heimlich genommen - immer bei Bedarf.
Ich habe gestern angefangen mich zu kontrollieren.
Heute morgen 2 Tropfen. Heute mittag 2 und heute Abend 2-4 Tropfen.
Und dann nach Ashton Manual.
24.5.19 - 31.05.19: 2 Tropfen morgens und Abends
Zustand: die ersten Tage waren gut und gut Durchhaltbar. Letzten zwei Tage holt es mich ein. Zurück auf 2-2-2 Tropfen/Tag
01.06.19 - 07.05.19: ca 2 Tropfen morgens und ab und an mittags/nachmittags 1-2 tropfen, Abends 2 Tropfen
... 04.07.2049: die gleiche Dosis wie in den letzten Wochen. Ich habe meine emotionale Stabilität nicht (wie denn auch) - aber ich versuche durchzuhalten
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CloneX
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Re: Mirtazapin Entzug = 12 Wochen später
ADs machen auch nicht süchtig - also gibt es normalerweise auch keienn "Japs" nach ADsTep hat geschrieben:ich werde nie wieder ADs nehmen, sie haben meinen Körper vergiftet! Ich bin immer noch im Entzug, ohne jedoch, dass ich Japs nach ADs hätte.
Auf jedenfall weiterhin viel Erfolg!