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Nebenwirkung Myoklonie und Tinnitus durch SSRI

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
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antianti
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Nebenwirkung Myoklonie und Tinnitus durch SSRI

Beitrag von antianti » Samstag, 27.02.10, 17:34

Aus aktuellem Anlass möchte ich gerne über eine Nebenwirkung schreiben, die ich durch die Einnahme von Venlafaxin hatte: Myoklonie.

Was ist Myoklonie?
Es hört sich gefährlich an, beschreibt aber nur schnellfolgende unwillkürliche Muskelzuckungen, eher eine Art Flattern, wie man es unter (Muskel-) Anspannung erfährt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Myoklonie
Das kann anscheinend mit jedem Muskel passieren, bei mir war es, wie ich jetzt herausgefunden habe, wahrscheinlich der Tensor Tympani, der Trommelfellspanner.
http://www.haus-des-hoerens.de/unser_ohr.html
Ich wusste bis vor kurzem selber nicht, dass man im Ohr Muskeln hat; es gibt aber neben dem Tensor Tympani auch noch den Stapedius, den Steigbügelmuskel. Beide können von Myoklonie betroffen sein.

Objektiver Tinnitus
Da ich dies bislang nicht wusste, konnte ich eine wichtige Nebenwirkung des Venlafaxin bei mir bisher nicht gut beschreiben. Es trat hervor als dumpfes, wummerndes Geräusch, ein bisschen als würde irgendwo draußen ein Motor laufen. Ich stellte aber bald fest, dass das Geräusch aus meinem Kopf kam – na toll. Durch Zufall merkte ich bei einem - ebenfalls durch das Venlafaxin hervorgerufenen - nächtlichen Klogang, dass meine Kiefer- und Nackenmuskulatur stark angespannt war. Ich schaffte es, diese Muskeln bewusst zu entspannen und merkte, wie auch das Wummern in den Ohren dabei nachließ. Ich probierte etwas herum und merkte, dass dort irgendwo Muskeln sein mussten, die ich mit etwas Übung scheinbar auch entspannen konnte - das Geräusch ging weg. Ich lernte dabei auch, diese Muskeln wieder anzuspannen - das Geräusch kehrte zurück.
http://en.wikipedia.org/wiki/Tensor_tympani_muscle
http://www.madsci.org/posts/archives/19 ... .Gb.r.html
http://www.egms.de/static/en/meetings/h ... d677.shtml
Die meisten Informationen über dieses Phänomen gibt es natürlich mal wieder nur in Englisch. Vielleicht lassen sich noch weitere Quellen auf Deutsch auftun.

Gestern hatte mein Ohr scheinbar eine Art Schluckauf. Ich hatte eine permanente Spannung im Ohr, sowie ab und zu wieder dieses Wummern, was sich auch physisch durch ein leichtes Zucken bemerkbar machte. Daher kam ich auf die Idee, endlich zu recherchieren, was das denn nun soll. (EDIT: Heute ist das Zucken weg.)

http://www.imedo.de/medizinlexikon/tinnitus-aurium
http://www.medizin-medien.at/dynasite.c ... aid=435729

Myoklonie durch SSRI
Warum poste ich das hier? Nun, bei mir trat dieses unangenehme Phänomen während der Einnahme eines SSRI auf.
http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=1155
Besonders am Anfang der Einnahme spürte ich eine verstärkte Muskelanspannung im ganzen Körper, und besonders scheint mein Ohr davon betroffen gewesen zu sein.

:?: Mich würde interessieren, ob noch andere hier ähnliche Probleme hatten, vielleicht sogar ebenfalls solche Ohrgeräusche. Wenn der Steigbügelmuskel oder die Gaumensegelmuskulatur betroffen sind, kann es übrigens ebenfalls zu einem Tinnitus kommen. Dann klingen die Geräusche allerdings eher klickend.

LG
antianti

antianti
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Re: Nebenwirkung Myoklonie und Tinnitus durch SSRI

Beitrag von antianti » Sonntag, 28.02.10, 14:52

Hallo Branka,

solche Myoklonien, Krämpfe und Spasmen werden "lustigerweise" ja auch mit Benzos behandelt (klar, sind ja schön muskelentspannend). Ich finde, es klingt logisch, wenn durch den Entzug des Diazepams Dein Körper mit solchen Krämpfen darauf reagiert. Aber wie man so etwas wieder wegbekommen soll... Falls es an dieser Ursache liegen sollte, gibt es natürlich auch die Hoffnung, dass sich das irgendwann wieder gibt. Ich kann Dich aber auch gut verstehen, wenn Dich diese Symptome irritieren. Ich war vorgestern auch ganz schön angenervt von diesem Zucken im Ohr.

Gegen diesen Krampf im Ohr, den manche Leute wohl wirklich ständig haben, gibt es die Möglichkeit, den Muskel chirurgisch zu durchtrennen oder ihn mit Botox (!) lahmzulegen. Ich habe auch schon von Menschen gelesen, die durch einen Myoklonus des Gaumensegelspanners (veli palatini) einen Tinnitus bekommen haben und ebenfalls mit Botox behandelt wurden. Hier ist ein - leider englischer - Link zum Thema "palataler Myoklonus":
http://www.righthealth.com/topic/Palata ... 2&p=clinkl
und http://www.springerlink.com/content/j2qulllymdmbtwfh/
In englischsprachigen Foren stößt man recht häufig auf dieses Phänomen und auf Leute, die dagegen behandelt werden.

Übrigens werden als Ursache für Muskelspasmen hauptsächlich Nervenschädigungen angegeben, u.a. verursacht durch Multiple Sklerose, aber mit Sicherheit können auch Medikamente dazu führen. Wir wissen ja, wie potent und gefährlich Psychopharmaka sind.

LG
antianti

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Re: Nebenwirkung Myoklonie und Tinnitus durch SSRI

Beitrag von antianti » Montag, 01.03.10, 9:40

Hallo Branka, wünsche Dir das Geiche.

...mit Botox einen Muskel zu lähmen ist nicht besonders ansprechend, oder? :wink:

LG
antianti

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Re: Nebenwirkung Myoklonie und Tinnitus durch SSRI

Beitrag von antianti » Montag, 01.03.10, 19:29

Nee nee, so sehr leide ich dann doch nicht darunter. :D
Hatte so gesehen jetzt meinen ersten "Rückfall" und gehe davon aus, dass es nicht chronisch wird. Aber die Muskeln sind jetzt sensibilisiert, also kann es schon mal wieder zu solchen Krämpfen kommen (wie sich das anhört: Krampf im Ohr). Das betroffene Ohr ist sowieso empfindlicher, was laute Geräusche angeht, aber wie gesagt, der Leidensdruck ist nicht so hoch...

Ich fände es komisch, sich Muskeln lähmen zu lassen, besonders im Gaumenbereich. Ich hätte dann Angst, im Schlaf zu ersticken oder so etwas. Und Benzos würde ich schon gar nicht dagegen einnehmen.

Ich hoffe mal, dass bei Dir die Krämpfe bald wieder nachlassen und keine Radikalkur dagegen erforderlich wird.

LG
antianti

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