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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Tach, bin wieder da!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Johann
Beiträge: 2
Registriert: 25.06.2004 23:37
Wohnort: Erlangen

Tach, bin wieder da!

Beitrag von Johann »

Hallo!

Bin nach langer Zeit wieder da, allerding unter anderen Namen. Vor etwa 5 Monaten hieß ich noch Ivan, vieleicht errinrt sich jemand noch... :D
Na ja meine Geschichte möchte ich dennoch kurz erzählen.

Ich bin letzte Woche 24 geworden und wohne zur zeit in Erlangen
Eigentlich bin ich schon seit meiner Kindheit depressiv, nachdenklich und mit mangelndem Selbstvertrauen. Bis zum letzen Herbst aber, kam ich mit meinem Leben relativ gut zurecht. Ich merkte nicht einmal diese Nachteile an mir und nahm mich so, wie ich bin. Im letzen Herbst bin ich in eine, dermaßen schwierige, Lebenslage geraten, daß ich keinen Ausweg mehr kannte und in eine tiefe Depression versank, die ich mir bis dahin beim besten Willen nicht vorstellen konte ( ihr wießt schon, dieses scheis-schwarze Loch :( :shock: ). Ich hab mich damals total von der Gesellschaft isoliert, weil ich große Kontaktschwirigkeiten hatte ( vieleicht ging es jemandem auch so: Konzentrationslosigkeit und Desinteresse beim Gespräch, Entfremdungsgefühle, Humorlosigkeit u.s.w.?) Na ja, bin dann zum Arzt gegangen und ließ mir Citalopram verschreiben, das ich erst beim dritten Anlauf "einschleichen" konnte (da ich über das Medi schlecht informiert war, das es z. b. Suizidgedanken auslöst und verstärkt, hab halt versucht mich umzubringen und durch zufall noch am leben geblieben... :? )
Nach paar Monaten Einnahme hat sich mein Psycho etwas stabilisiert und ich hab mich aus der Situation etwas befreit :) . Besonders möchte ich die Tatsache betonnen, dass dieses Forum mir sehr viel gebracht hat und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir damals geholfen und wertvolle Tips gegeben haben :wink:
Nach 2-monatiger Einnahme, hab ich das Medi abgesetzt (trotzt Empfehlung des Arztes es noch ein weiteres Jahr zu nehmen).
Tja, jetzt bin ich halt seit 3 Monaten SSRI- frei und fange langsam an zu fürchten, dass es doch eine Fehlentscheidung war. Ich hab das Gefühl, dass meine Depression mich wieder "einholt". Bin halt wieder Kontaktunfreundlich, einsam (das ist das unerträglichste!) und total lustlos weiter zu kämpfen und ein würdiges leben zu führen :( . Soll ich wieder dieses Zeug einschleichen?
Kennt ihr vieleicht ein besseres Medi als Citalopram, das Kontaktängste am besten behandelt und vorallendingen mich aus dieser Trägheit herausholt?
Würde für jeden Antwort sehr dankbar!

Grüß. Johann.
AnjaC
Beiträge: 12
Registriert: 20.06.2004 21:12

Beitrag von AnjaC »

Lieber Johann,
mich erschreckt es immer wieder, wenn Menschen meinen, ihre Probleme einfach durch die Einnahme von Tabletten lösen zu können. Nicht falsch verstehen, zur Unterstützung mögen Medikamente richtig sein.
Warst du jemals in Therapie, hast du eine Ahnung, welchen Grund es für deine Depressionen gibt und wie du daran arbeiten kannst.
Ich denke, daß du noch so viele Tabeleten nehmen kannst, ohne die richtige therapeutische Unterstützung ist es möglich, daß du immer wieder in dieses Loch fällst. Da ich neu im Forum bin, weiß ich natürlich nicht mehr über dich.
Such dir einen Therapeuten und gehe den Gründen nach, die oftmals banal sind und eben nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Viele Grüße und alles Gute ANJA
Seroxat 20mg seit 05/03
Seroxat 10mg seit 03/04
Seroxat 5mg seit Ende 05/04
10mg seit 06/04 laaaaaangsam reduziert bis auf Körnchen
seit 25.08. auf 0 (und hoffentlich für immer)
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Johann,
hast Du es auch schon mal auf andere Weise versucht mit Deinen Depressionen fertig zu werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde bei Dir ein Selbstmordversuch ausgelöst, bei Einnahme von Citalopram. Ich an Deiner Stelle würde die Finger von dem Zeug lassen. Sei froh, wenn Du seit ein paar Monaten frei bist davon.
Sport eignet sich z. B sehr gut, gegen die Trägheit und es hilft auch gegen Depressionen. Was auch erwiesen ist. Auch eine Therapie wäre sicher gut für Dich, wo Du lernst mit Deinen Depressionen umzugehen.
Medikamente können eine Depression nämlich nicht heilen, die übertünchen nur für ne Weile.
Wünsch Dir alles Gute Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Johann.

Schön, dass Du wieder da bist (und noch lebst :shock:). Ich finde es allerdings sehr erstaunlich, dass Du nach einem durch SSRI ausgelösten Selbstmordversuch immer noch auf Rettung durch Medikamente hoffst.

Dein Zustand hat handfeste Gründe und Auslöser - Du kommst mit der Belastung durch Studium und Familie nicht klar - das ist verständlich und durchaus keine Seltenheit. Es gibt verschieden Arten, auf derartige Belastungen zu reagieren und eine davon ist Rückzug in die Depression. Für Deine Problematik gibt es sicher viele mögliche Lösungen - vielleicht würde es sogar schon genügen, wenn Du Deine Situation in anderem Lichte betrachten würdest und somit anders wahrnehmen und dadurch eine andere/mehr Energie erhältst.

Ich kann deshalb nicht ganz nachvollziehen, warum Du glaubst, dass Psychopharmaka Dir in Deiner Situation helfen sollten. Falls sich an Deiner Lebenssituation oder an der Art, wie Du sie interpretierst und mit ihr umgehst nichts ändert, werden auch die Symptome nach dem Absetzen von Psychopharmaka immer wieder auftauchen. Für mich klingt das so wie jemand, der alle zwei Minuten einen Hammer auf den Kopf bekommt und denkt, dass die Einnahme Kopfschmerztabletten der korrekte Lösungsansatz für das Problem sind :wink:.

[Schwadroniermodus an]
Die "Behandlung" von lebensbedingten Krisen/schweren Situationen mit bewusstseinsverändernden Substanzen nennt man im Volksmund Drogenmissbrauch. Die Verabreichung von Beruhigungsmitteln, Antidepressiva und ähnlichem, an Menschen die einfach in einer handfesten Krise stecken ist in meinen Augen unverantwotlich und einer der großen Fehler unserer Zeit. Die Motivaton dahinter besteht, denke ich aus mehreren Aspekten:
1. Der Glaube an die Rettung durch Medikamente: ich bin krank => ich bekomme eine Pille => es geht mir wieder gut.
2. Pharmakonzerne schaffen es, durch gutes Marketing (das wie Wissensdchaft aussieht) immer mehr menschliche Befindlichkeiten in Krankheiten umzudefinieren und Ärzte davon zu überzeugen, immer mehr Menschen medikamentös gegen alles Mögliche und Unögliche zu behandeln.
3. Der Druck, den die Gesellschaft auf den einzelnen Menschen über alle möglichen Kanäle ausübt, gibt uns das Gefühl wir müssten immer funktionieren und auch noch glücklich dabei sein. Längere Auszeiten wegen Überlastung werden als unverzeihliche Schwäche angesehen, und deshalb muss das Indivuddum so schnel wie es geht wieder "ans Laufen" gebracht werden - mit Medikamenten.

Ich bin überzeugt davon, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen die heute mit ADs u.ä. behandelt werden, besser beraten wären, einen Weg zu finden, ihr Leben ihren Bedürfnissen und Stärken entsprechend zu gestalten und zu akzeptieren, dass es in jedem Leben auch mal dunkle Zeiten geben muss. Das muss nicht unbedingt durch eine Therapie geschehen - da führen bestimmt viele, sehr individuelle Wege hin.
[Schwadroniermodus aus]

Alles Gute
Oliver
Stipe

Beitrag von Stipe »

Ich denke du solltest ausprobeiren, welches Medikament dir am besten hilft. Dazu sind wir so weit fortgeschritten.
Medikamente können Depressionwn sehr wohl komplett heilen, einfach dadurch, dass der Körperstoffwechsel geändert wird und es dann möglich ist wieder normal zu leben. ADs kann man auch lebenslöange nehmen, also kein Problem, so wie es hier manche darstellen. Früher sind einfach alle verreckt, heute haben wir Medikamente... so einfach ist das.
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Dazu sind wir so weit fortgeschritten.
Medikamente können Depressionwn sehr wohl komplett heilen, einfach dadurch, dass der Körperstoffwechsel geändert wird und es dann möglich ist wieder normal zu leben. ADs kann man auch lebenslöange nehmen, also kein Problem, so wie es hier manche darstellen. Früher sind einfach alle verreckt, heute haben wir Medikamente... so einfach ist das.
Ach so ist das ... danke für die Aufklärung Stipe. Kannst Du mir dann bitte erklären, was Du an einem wunderschönen Samstag Mittag in diesem Forum suchst, anstatt Dich draussen auf irgendwelchen Blumenwiesen zu tollen und Deine fortschrittliche medikamentöse Gesundheit zu geniessen? Es wäre auch nett, wenn Du mir diesen Fortschritt von dem Du immer sprichst, mal mit Hilfe von Links und einer nachvollziehbaren Argumentation erklären könntest :)

Woher willst Du z.B. wissen, dass es kein Problem ist, SSRI jahrzenhtelang zu nehmen, wenn die Dinger gerade mal seit Ende der 80iger auf dem Markt sind?

Oliver
Uschi
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Beitrag von Uschi »

Hallo Stipe,

echt ich bin erstmal sprachlos, was Du losläßt, ich schließe mich da OLiver an. Bitte belege uns das mal, sind ja für alles offen! Vor allem finde ich es echt toll, dass es Dir so gut geht mit den fortschrittlichen Medikamenten. Eine richtige Wunderheilung! Toll freut mich für Dich. Die Pharmafirmen sicher auch, haben sie ja jetzt einen Langzeitkunden mehr!
Dass Medikamente Depressionen heilen können, ist mir neu. Bitte nenne mir doch mal die Quellen, wo Du das her hast! Dass man die Medikamente lebenslang ohne Probleme nehmen kann ist mir auch neu. Bitte beleg das mal. Oder gehst Du da von Dir aus?

Wünsch Dir einen wunderschönen Tag
da es Dir ja so gut geht solltest Du ihn richtig draussen genießen und nicht hier im Forum rumsurfen, da ja hier eh nur alles dramatisiert wird!
Das zieht Dich sonst ja wieder runter.

Liebe Grüße an Dich Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
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Johann
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Wohnort: Erlangen

Moin

Beitrag von Johann »

Ein liebes Hallo an Anja, Uschi, Oliver und Stipe! :D

Danke für Antworten und Engagement. Trotz euerer Meinungsunterschiede, wird es nichts an der Tatsache ändern, dass wir alle im selben Treck stecken und keiner von uns will daran verrecken. Es wird auch nichts an der Tatsache ändern, dass jeder von uns sich einmal doch für AD’s entschieden hat, wohl wissend, was es für Konsequenzen haben könnte. Ich glaube viele von uns, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind, würden zugeben dass keiner gezwungen wurde die AD zu nehmen, das war unsere eileinige Entscheidung, weil es einfach die letzte Hoffnung war, sich wieder als normaler, gesunder Mensch zu fühlen, oder nicht? Ich glaube auch, dass es vielen geholfen hat das Ursprungsproblem (nämlich Ängste, schlechte Laune- das schwache Geist eben) mehr oder weniger zu besiegen. Es entstand aber das andere Problem- die Abhängigkeit von der Chemie, die Hauptthema über die sich meiste aufregen. Ich, für mein Teil, kann nur sagen, die AD’s haben mich mal aus der tiefsten Hölle herausgezogen, wenn auch nur vorrübergehend. Als mein Psycho dann einigermaßen stabilisiert hatte, hatte ich natürlich auch Sorgen bekommen, von nun an ständig mit dem Medi leben zu müssen und entschloss mich kurzerhand schon nach zwei Monaten aufzuhören.
Schwere Absetzsymptomen hatte ich zum Glück nicht gespürt, die unangenehmen Phasen jedoch schon (Angstattacken, Elektroschocks :shock: u.s.w., aber eben in erträglichen Maße). Was ich festgestellt hatte, war die Tatsache, dass je weniger ich daran dachte, dass ich Entzug habe, desto weniger merkte ich davon. An dieser Stelle finde ich wichtig zu behaupten, dass die Ärzte es vollkommen richtig machen, dass sie bewusst die Abhängigkeit von AD’s verheimlichen bzw. umstreiten, nur so ist es dem Patienten tatsächlich möglich, davon später loszukommen :D .

Nun zu meinem Problem: ich hab mich entschlossen das Medi doch einzuschleichen, allerdings erst im August, wenn ich Urlaub hab ( bin halt noch in der Probezeit bei Siemens und ein zweiwöchiger Ausfall, würde mir bestimmt nicht weiterhelfen). Welches ich da nehmen werde, weiß ich noch nicht, und bitte deswegen um Rat eurerseits. Wer hat da ähnliche Probleme mit Kommunikation? Welches Medi hilft am besten die Komplexe abzubauen? Welches SSRI ist es zu empfehlen, wenn man zu träge ist und energischer sein will?

mfg
Johann.
Stipe

Beitrag von Stipe »

Ich habe das alles mal gehört und auch eigene Erfahrungen. Ich habe keine Lust dauernd im Internet zu suchen... abe rda gibts sicher auch was zu dem Thema.
Naja, ist einfach meine Mentaltität, dass ich nicht so ein offener Mensch bin und viel sozialen Kontakt habe, das hat nichts mit Medis zu tun und dasd können diese auch nicht ändern. ;)
Zitronenfalter
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Registriert: 03.06.2004 14:01

Hallo

Beitrag von Zitronenfalter »

Hallo ihr

Also ich kann auch nur davon abraten SSRI zu nehmen......den Antrieb kann man auch anders steigern:Lichttherapie.....Psychotherapie......pflanzliche Mittelchen....... usw.

Also ich bin froh wenn ich von dem Dreck los bin das dauert aber bestimmt noch weil ich gaaaaaanz empfindlich bin in Sachen ausschleichen.

Gruss Zitronenfalter
10 mg Cipralex
10 mg Atosil bei Bedarf
150 mg Insidon

-------------------------------------------------------
-30 mg Mirtazapin seit ca 4 Jahren die ich aber seit dem
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Johann.
An dieser Stelle finde ich wichtig zu behaupten, dass die Ärzte es vollkommen richtig machen, dass sie bewusst die Abhängigkeit von AD?s verheimlichen bzw. umstreiten, nur so ist es dem Patienten tatsächlich möglich, davon später loszukommen
Puhhh ... diese Aussage würde ich mir an Deiner Stelle nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Oliver
Uschi
Beiträge: 527
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Beitrag von Uschi »

Hallo Johann,
natürlich wurde keiner von uns gezwungen ADS zu nehmen. Allerdings muß ich dazu sagen, ich persönlich fühle mich getäuscht, von den Ärzten und den Pharmafirmen. Am Anfang meiner Depressionen vor 20Jahren habe ich auch verschiedene Medikamente gegen Depressionen durchprobiert. Ich habe jedoch jedesmal wahnsinnig zugenommen, und richtig geholfen haben sie mir auch nicht. Also habe ich es gelassen, und mir mit Johanniskraut, Homöphatie und alles was man sonst noch so tun kann versucht zu helfen. Jedenfalls wollte ich keine derartigen Medikamente mehr nehmen. Vor zwei Jahren ging es mir jedenfalls sehr schlecht ich stand kurz vor einem Zusammenbruch, meine Ärztin hat mir dann zuerst Insidon verschrieben, und dann noch das Paroxetin. Insidon kannte ich schon, es hat mir als einziges Mittel immer auch etwas geholfen, bei dem Mittel nahm ich nicht so zu und es war auch immer wieder leicht abzusetzen. Jedenfalls hat sie mir das Paroxetin empfohlen als neustes Mittel gegen Depressionen und Ängste, man würde davon garantiert nicht zunehmen und wenn ich mich wieder stabiliesiert hätte könnte man es einfach wieder ausschleichen. Auch eine zusätzlich von mir konsultierte Psyschaterin hat mir das bestätigt und die Einnahme nicht ungefährlicher dargestellt als die tägliche Pilleneinnahme. Also habe ich es genommen. Und nach einem halben Jahr dann sogar noch auf ihre Empfehlung auf 40mg gesteigert. Alles was mir gesagt wurde über dieses Medikament stimmte nicht, ich hab insgesamt 10kg zugenommen. Hatte am Schluß enorme Nebenwirkungen, und habe insgesamt 4 Mal versucht es so wie es im Beipackzettel steht abzusetzen. Bis ich hier auf dieses Forum gestoßen bin, und nun weiß warum. Habe dann nochmals einen Absetzversuch gestartet, der auch schief ging. Es ging mir körperlich sehr schlecht und innerhalb von 2 Wochen hatte ich wieder Depressionen und sogar Selbstmordgedanken. Wenn ich das vorher gewußt hätte was ich mir mit diesem Mittel antue ich hätte es nicht genommen, da bin ich mir ganz sicher. Denn seit Beginn meiner Krankheit habe ich versucht alles zu meiden, was irgenwie abhängig macht. Ich behaupte sogar diese Mittel verursachen erst Recht Depressionen, das ging mir nämlich mit keinem anderen je genommenen Mittel, dass ich nach dem absetzten innerhalb weniger Tage wieder Depressionen bekomme. Ich für mich sage, wenn ich vom Paroxetin erstmal weg bin, werde ich so was nie wieder nehmen. Es muß für auch noch einen anderen Weg geben, um mit meinen Depressionen fertig zu werden.

Johann hat geschrieben:
An dieser Stelle finde ich wichtig zu behaupten, dass die Ärzte es vollkommen richtig machen, dass sie bewusst die Abhängigkeit von AD?s verheimlichen bzw. umstreiten, nur so ist es dem Patienten tatsächlich möglich, davon später loszukommen

Von daher kann ich diesen Satz den Du geschrieben hast auch nicht
verstehen. Möchtest Du bewußt getäuscht werden? Selbst nachdem Du einen Selbstmordversuch ausgelöst durch das AD hinter Dir hast?
Es gibt leider auch kein Medikament um nicht so träge zu sein, komunikativer, energischer usw.
Und wenn ein Mittel das wirklich bewirken sollte, dann nur unter erheblichen Nebenwirkungen. So sieht die Realität aus.
Das einzige, das hilft ist die Arbeit an sich selbst, die ist garantiert ohne Nebenwirkungen. Vor allem auch sportliche Bewegung, ist ein super Mittel um die Trägheit zu bekämpfen, und hat keinerlei Nebenwirkungen.


Gruß an Dich Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
Gesperrt