Differenzialdiagnose der Depression

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Bevor die Diagnose Depression (engl. Major Depressive Disorder, MDD) gestellt wird, müssen andere Krankheiten und Zustände ausgeschlossen werden, die depressive Symptome bzw. das klinische Bild einer "endogenen Depression" auslösen können.[1]

Die Behandlung der Grunderkrankung ist dann als kausale Therapie (=die Ursache beseitigende Behandlung) der Symptomunterdrückung durch Antidepressiva vorzuziehen; in manchen Fällen ist der Einsatz psychotroper Substanzen bis zur Beseitigung der Grunderkrankung sinnvoll.

Die folgende Auswahl solcher Differenzialdiagnosen der Depression entstammt der finnischen Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Depression. In Finnland sind wegen der dort extremen Häufigkeit depressiver Zustände die Erfahrungen und auch die öffentliche Wahrnehmung des Problems weiter entwickelt als in anderen europäischen Ländern.[2]

Inhaltsverzeichnis

Krankheiten und Mangelzustände

  • Hirninfarkt, Schlaganfall
  • Vitamin-B1-, B2-, B6- und B12-Mangel
  • Folsäuremangel
  • Diabetes mellitus
  • Hypo- und Hyperthyreose (Schilddrüsenerkrankungen)
  • Hypo- und Hyperparathyreose (Nebenschilddrüsenerkrankungen)
  • Morbus Addison, M. Cushing (Nebennierenerkrankungen)
  • Parkinson-Krankheit
  • Porphyrie
  • Koronare Herzkrankheit
  • Zustand nach Herzinfarkt
  • Krebserkrankungen (besonders Pankreas-Ca)
  • Temporallappen-Epilepsie
  • Urämie

Pharmakogene Depression

  • Anabole Steroide (Anabolika)
  • Neuroleptika
  • Betablocker
  • Östrogene (weibliche Hormone)
  • Digitalis
  • Clonidin
  • Kortikosteroide
  • Methyldopa
  • Ranitidin, Cimetidin
  • Reserpin

Die umfassendste Liste von depressionsauslösenden Medikamenten im deutschen Internet bietet das ADFD unter Pharmakogene Depression.

Drogengebrauch

  • Alkohol
  • Amfetamine
  • Ecstasy (MDMA)
  • Kokain

Quellen

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