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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


stehe definitiv vor der entscheidung trevilor oder anafranil

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
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Beitrag von Astrid »

Hallo Sara,

deine Aussage verursacht mir Bauchschmerzen.

Du schriebst:
sara hat geschrieben:Ich halte es für sehr gefährlilch, kranke Menschen ( ich glaube, auch Francisco gehört dazu) dazu zu ermunteren, ihre Krankheit ohne ADs in Griff zu bekommen.
Deine Aussage finde ich mehr als gewagt.
1. Sehe ich die Gefahr genau umgekehrt, nämlich ohne bzw. mit mangelhafter, voreiliger Diagnose zu ADs zu raten.
2. Halte ich es für waghalsig Francisco als krank zu vermuten. Wir wissen doch so gut wie gar nichts über ihn. Ihm dann auch noch auf grund reiner Vermutungen indirekt doch zu ADs zu raten, wo selbst seine Ärzte, die bestimmt mehr Informationen über ihn haben, nicht genau weiterwissen, wie sie ihn behandeln sollen, das halte ich für fahrlässig.
3. Vergleiche aus dem eigenen Erleben hinken immer und sollten nicht als Ratschlag auf andere projeziert werden.

Was du persönlich erlebt hast, ist ein harter Schicksalsschlag mit persönlichen gesundheitlichen Folgen. Er lässt jedoch nicht Rückschlüsse zu Ratschlägen für andere zu.

Ich habe ähnliches erlebt. Mein Vater starb nach heimtückischer Krankheit sehr elendig. Mein Bruder und ich waren beide noch Schüler als sein Sichtum begann. Das haben wir alles hautnah im Kinder- und Jugendalter mit sehr viel Angst miterlebt. Er starb sehr jung- übrigens in meinen Armen - weil meine Mutter keine Kraft mehr hatte. Es war Weihnachten.
Zwei Wochen später begann mein Staatsexamen. Ich bin durchgefallen. An seiner Beerdigung zog mein damaliger Freund es vor hinter meinem Rücken mit einer anderen Frau zum Skifahren (und nicht nur dazu) aufzubrechen, angeblich weil er die große Trauer im Hause nicht ertragen konnte.
Als Familie blieben wir arm wie die Kirchenmäuse zurück. Meine Mutter ohne Ausbildung und ebenfalls schwerst krank, mein Bruder vorm Abitur und ich ebenfalls mit einem Haufen Scheiße am Hals.
Mir half damals auch kein Baldrian, aber auch kein Tranquilizer. Es half gar nichts - ich musste da durch!
Dieser Lebensabschnitt ist übrigens nicht das Einzige, was bei mir Depressionen auslöste. Depressive Angststörungen hatte ich schon als Kind. Die Gründe dafür reichen in eine schlimme Vergangenheit zurück.

Aber dennoch würde ich nie dazu tendieren, einem Menschen, der vielleicht annähernd vergleichbares erfahren hat, bei Depressionen zu einem AD zu raten. Ich kann gerne jedem berichten, wie gut mir ein AD nach endlos vielen Jahren Depressions- Angst- und Panikerfahrung vor dem absulten AUS geholfen hat. Aber im gleichen Atemzug sage ich dazu, welche Begleiterscheinungen es ebenfalls auslöste!
Und ich bin davon überzeugt, was mir half, muss noch lange nicht für andere gut sein.

Man sollte sehr behutsam mit Ratschlägen umgehen, solange man nicht auf Alternativen hingewiesen hat, die vor schlimmerem Erleben bewahren können.

Entschuldige bitte, wenn ich so ausführlich wurde, aber ich möchte gerne, dass du mich verstehst und ich glaube, dass ist nur mit ein bißchen Hintergrundwissen möglich.

Grüße von Astrid
sara
Beiträge: 22
Registriert: 06.01.2004 22:55

Beitrag von sara »

Hallo Astrid,
entschuldigen musst du dich auf keinen Fall bei dir. Ich danke dir sogar für deine Ausführungen,weil ich dich jetzt besser verstehe!
Fakt ist aber wohl, dass sich Francisco in psychiatrischer Behandlung befindet( deshalb gehe ich auch davon aus, dass er krank ist).
Wenn man dem vielen Studien Glauben schenken kann, ist die Kombination aus AD und Psychotherapie ein gutes Mittel Depressionen zu heilen!
Bei einer reaktiven Depression, wie ich sie hatte, hat letztendlich die Psychotherapie den entscheidenden Erfolg gebracht.
Als Biologin kenne ich mich aber mit den biochemischen Abläufen in unserem Gehirn einigermaßen aus und weiß aus Studien, dass extreme psychische Belastungen den Stoffwechsel ganz erheblich stören können. In diesem Fall halte ich die Einnahme von Psychopharmaka eine Weile für sinnvoll, bis man sich wieder besser fühlt.
Ich habe Francisco zur Einnahme von Anafranil nur ermutigt, da ich seinen Zeilen entnommen habe, dass er sich in einer wirklichen Notlage befand.
( Es ging ja um die Entscheidung Trevilor und Anafranil).
Astrid, ich hatte einfach bei vielen Antworten das Gefühl, dass ihr es besser findet, wenn er erst versucht seine Probleme zu lösen und zwar ohne AD.
Hätte ich vor zwei Jahren auch so gesagt, bis das Schicksal zuschlug.
Da wir alle nicht wissen, was bei Francisco die Depressionen ausgelöst hat, können wir nur hoffen ,dass er sich unsere Antworten kritsch durchliest( wir meinen es ja alle nur gut) und er die für sich beste Entscheidung trifft!

liebe Grüße SARA
Astrid
Beiträge: 313
Registriert: 26.11.2003 18:02
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von Astrid »

Hallo Sara
und auch
Hall francisco,

ich glaube, jetzt verstehen wir uns und kommen uns in der Sache auch näher. Ich habe mir unsere unterschiedlichen Standpunkte zum Anlass genommen, noch mal alle Beiträge von francisco nachzulesen. Vor exakt 7 Monaten schrieb ich ihm folgendes:
Im Nachhinein würde ich sagen, es hat sich gelohnt ein AD zu nehmen. Denn da wo ich war, da waren noch nicht allzu viele und da will ich nie nie wieder hin. Ich weiß nicht, ob ich es ohne Paroxetin geschafft hätte.
Wobei ich immer wieder betone: Nicht das Paroxetin hat mich gerettet, sondern die Therapie. Doch in der war ich schon ein Jahr lang, ohne dass sich was tat, weil es nur darum ging, meinen Zustand irgendwie wieder aufzubauen und zu halten. An Änderung war nicht zu denken. Dazu war ich erst in der Lage, nachdem ich durch Paroxetin stabiler wurde.
Kein Psychopharmakon kann Panikattacken, Depressionen und Ängste wegnehmen, sondern nur helfen, dass man in den Zustand kommt, sich selbst wieder helfen zu können."

Das ist nach wie vor meine Haltung, die mit deiner durchaus konform geht.
Nur in Bezug auf francisco bleiben noch so viele Fragen bezüglich einer Diagnose offen. "Eine Art Depression" zitierte er einen seiner Ärzte, der ihm mit dieser "medizinischen ?Feststellung?" gleich Seroxat verschrieb. Seit dem ist francisco - ich hoffe du liest das hier - in der AD-Tretmühle.

Mein Gefühl sagt mir, dass ihm besser im Sinne von "genauer" geholfen werden könnte, wenn genauerer und sicherer festgestellt würde, was seine Depressionen auslöst. Seine Psychologin scheint es genauso wenig wie seine Ärzte herausgefunden zu haben. Migräne ist der eine Auslöser, aber ist das das Wahrheit letzter Schluss?

Ich würde ihm sehr wünschen, langsam von den AD wegzukommen und zu einem stabileren Zustand hinzukommen.

Herzlichst Astrid
francisco
Beiträge: 48
Registriert: 12.06.2004 00:27

gribbeln am körper

Beitrag von francisco »

hier mal ne zwischen bilanz,

nehme seit dem 14 januar , halbe 25 mg anafranil tablette, also 12,4 mg.

die ersten 2 tage waren ok, aber dann nahm nervosität und unruhe zu bis heute.
erst abends wird es wieder besser.
vorgestern is mir noch was komisches passiert ich nahm um 22:00uhr 12,5 mg anafranil und um 00:30 meine 45 mg remergil flash tablette.
nach ca 15 minuten bekam ich eine art gribbeln am ganzen körper, wie als würde ich in einem ameisenhaufen stecken, nach ca 1 minute ging der spuck vorbei, ich setzte mich darauf erst mal hin und machte ein blutdruckcheck, der war bei 172 zu 108 bei 98 puls, lag bestimmt an der aufregung.
seither hab ich ab und zu dieses gribbeln an den beinen.

kennt jemand dieses symptom?


lg

francisco

pd


ich werde mit dem absezten von remergil erst anfangen wenn sich mein körper etwas mehr an die 12,5 mg anafranil gewöhnt hat.
Gesperrt