deine Aussage verursacht mir Bauchschmerzen.
Du schriebst:
Deine Aussage finde ich mehr als gewagt.sara hat geschrieben:Ich halte es für sehr gefährlilch, kranke Menschen ( ich glaube, auch Francisco gehört dazu) dazu zu ermunteren, ihre Krankheit ohne ADs in Griff zu bekommen.
1. Sehe ich die Gefahr genau umgekehrt, nämlich ohne bzw. mit mangelhafter, voreiliger Diagnose zu ADs zu raten.
2. Halte ich es für waghalsig Francisco als krank zu vermuten. Wir wissen doch so gut wie gar nichts über ihn. Ihm dann auch noch auf grund reiner Vermutungen indirekt doch zu ADs zu raten, wo selbst seine Ärzte, die bestimmt mehr Informationen über ihn haben, nicht genau weiterwissen, wie sie ihn behandeln sollen, das halte ich für fahrlässig.
3. Vergleiche aus dem eigenen Erleben hinken immer und sollten nicht als Ratschlag auf andere projeziert werden.
Was du persönlich erlebt hast, ist ein harter Schicksalsschlag mit persönlichen gesundheitlichen Folgen. Er lässt jedoch nicht Rückschlüsse zu Ratschlägen für andere zu.
Ich habe ähnliches erlebt. Mein Vater starb nach heimtückischer Krankheit sehr elendig. Mein Bruder und ich waren beide noch Schüler als sein Sichtum begann. Das haben wir alles hautnah im Kinder- und Jugendalter mit sehr viel Angst miterlebt. Er starb sehr jung- übrigens in meinen Armen - weil meine Mutter keine Kraft mehr hatte. Es war Weihnachten.
Zwei Wochen später begann mein Staatsexamen. Ich bin durchgefallen. An seiner Beerdigung zog mein damaliger Freund es vor hinter meinem Rücken mit einer anderen Frau zum Skifahren (und nicht nur dazu) aufzubrechen, angeblich weil er die große Trauer im Hause nicht ertragen konnte.
Als Familie blieben wir arm wie die Kirchenmäuse zurück. Meine Mutter ohne Ausbildung und ebenfalls schwerst krank, mein Bruder vorm Abitur und ich ebenfalls mit einem Haufen Scheiße am Hals.
Mir half damals auch kein Baldrian, aber auch kein Tranquilizer. Es half gar nichts - ich musste da durch!
Dieser Lebensabschnitt ist übrigens nicht das Einzige, was bei mir Depressionen auslöste. Depressive Angststörungen hatte ich schon als Kind. Die Gründe dafür reichen in eine schlimme Vergangenheit zurück.
Aber dennoch würde ich nie dazu tendieren, einem Menschen, der vielleicht annähernd vergleichbares erfahren hat, bei Depressionen zu einem AD zu raten. Ich kann gerne jedem berichten, wie gut mir ein AD nach endlos vielen Jahren Depressions- Angst- und Panikerfahrung vor dem absulten AUS geholfen hat. Aber im gleichen Atemzug sage ich dazu, welche Begleiterscheinungen es ebenfalls auslöste!
Und ich bin davon überzeugt, was mir half, muss noch lange nicht für andere gut sein.
Man sollte sehr behutsam mit Ratschlägen umgehen, solange man nicht auf Alternativen hingewiesen hat, die vor schlimmerem Erleben bewahren können.
Entschuldige bitte, wenn ich so ausführlich wurde, aber ich möchte gerne, dass du mich verstehst und ich glaube, dass ist nur mit ein bißchen Hintergrundwissen möglich.
Grüße von Astrid