Wer kennt Insidon?
Wer kennt Insidon?
Gestern hab ich endlich all meinen Mut zusammengenommen und bin zu meinem Hausarzt gegangen. Nach 5 Sprechanläufen konnte ich ihm dann endlich von meinen Depressionen und Panikattacken - die ich seit ca. 15 Jahren habe - berichten. Das wars aber dann auch schon. Nach einer Minute hatte ich ein Rezept in der Hand, für Insidon.
Ich bin der Meinung, der interessiert sich garnicht für meine Probleme, wollte davon auch nichts wissen.
Ich habe jetzt insgesamt 2 Tabletten genommen, aber ich wurde nur sehr müde davon. Ich werd sie wohl nicht mehr nehmen.
Kennt jemand von euch dieses Insidon? Und was für Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Ich bin der Meinung, der interessiert sich garnicht für meine Probleme, wollte davon auch nichts wissen.
Ich habe jetzt insgesamt 2 Tabletten genommen, aber ich wurde nur sehr müde davon. Ich werd sie wohl nicht mehr nehmen.
Kennt jemand von euch dieses Insidon? Und was für Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
Re: Wer kennt Insidon?
Hallo!
Ich habe längere Zeit Insidon genommen. Es gilt auch unter einem Großteil der Fachleute als absolut Wirkungslos. Dieselbe Erfahrung habe ich auch machen müssen. Es wird gerne verschrieben, weil es nicht abhängig macht.
Gruß,
Ashnak
Ich habe längere Zeit Insidon genommen. Es gilt auch unter einem Großteil der Fachleute als absolut Wirkungslos. Dieselbe Erfahrung habe ich auch machen müssen. Es wird gerne verschrieben, weil es nicht abhängig macht.
Gruß,
Ashnak
hallo Ashnak,
erstmal vielen Dank für Deine Antwort.
Wie lange hast Du Insidon genommen?
Ich hab nur 2 Tabletten genommen, wurde aber immer nur müde davon. Deshalb habe ich auch beschlossen, sie nicht mehr zu nehmen.
erstmal vielen Dank für Deine Antwort.
Wie lange hast Du Insidon genommen?
Ich hab nur 2 Tabletten genommen, wurde aber immer nur müde davon. Deshalb habe ich auch beschlossen, sie nicht mehr zu nehmen.
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
Hallo Tyra,
Gruß,
Ashnak
Ich habe die Insidon ungefähr zwei Jahre genommen. Es ist aber nicht so, das die Dinger bei allen Leuten nicht wirken. Nach zwei Tabletten ist das normal, das da noch nichts geht, Insidon muss über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden, um wirken zu können (wenn es denn wirkt). Zwei Wochen solltest Du dem Mittel schon geben. Die Müdigkeit verschwindet dann auch mit der Zeit, so nach einer Woche.tyra hat geschrieben:hallo Ashnak,
erstmal vielen Dank für Deine Antwort.
Wie lange hast Du Insidon genommen?
Ich hab nur 2 Tabletten genommen, wurde aber immer nur müde davon. Deshalb habe ich auch beschlossen, sie nicht mehr zu nehmen.
Gruß,
Ashnak
nun ja, aber ein Mittel wochenlang einnehmen, nur damit sich dann rausstellt, es wirkt nicht, das kann es doch auch nicht sein.
Ich würde lieber ganz ohne Tabletten auskommen.
Ich würde lieber ganz ohne Tabletten auskommen.
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
Hallo Tyra,
Was hast du denn die letzten 15 Jahre schon alles gemacht?
Gruß
Time
- http://www.kompendium.ch/app/Info_d.cfm?Search=01685
- http://www.kompendium.ch/app/Info_pi_d.cfm?Search=00109
Was hast du denn die letzten 15 Jahre schon alles gemacht?
Gruß
Time
Hallo Tyra,
Medikamente bringen immer auch gravierende Nachteile mit sich.
Wie äußern sich Deine Beschwerden eigentlich genau?
Im Prinzip hast Du drei Alternativen:
- Psychotherapeutische Methoden
- Medikamente
- Selber damit fertig werden.
Was für Dich das richtige ist, kannst nur Du selbst entscheiden.
Psychotherpie sind nicht alle Menschen zugänglich; Du müsstest es ausprobieren.
Alles, was mit Angst zu tun hat, lässt sich nach meiner Erfahrung eigentlich nur mit Benzodiazepinen ordentlich bekämpfen. Bekannte Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind die Handelsmarken Tavor (Wirkstoff: Lorazempam) und das schon sehr alte Valium (Wirkstoff: Diazepam).
Sie wirken schnell und zuverlässig gegen die Angst.
Aber vorsicht! Alle "Benzos" machen unheimlich schnell süchtig. Je nach Wirkstoff tritt die Sucht bereits nach ein- bis zweiwöchiger kontinuierlicher Einnahme auf. Außerdem tritt bei einer kontinuierlichen Einnahme ein Gewöhnungseffekt auf. Man benötigt dann immer größere Dosen, um dieselbe Wirkung zu erreichen und irgendwann wirken Benzos dann gar nicht mehr. Es ist wichtig, daß man Benzos nur im Einzelfall nimmt, wenn es unumgänglich ist. Wenn es nicht mehr auszuhalten ist, oder wenn man eine schwierige und sehr wichtige Situation bewältigen muss.
Der Umgang mit diesen Stoffen erfordert meiner Einschätzung nach ein sehr hohes Maß an Selbstbeherrschung und Willensstärke. Außerdem würde ich jedem Angstkranken, der Benzos in der Schublade hat, empfehlen, akribisch Buch über die Einnahme zu führen. Man kann sich damit gut selbst kontrollieren und rechtzeitig bemerken, wenn die Einnahmen zu oft und zu regelmäßig stattfinden.
Antidepressiva... ...alle sagen, sie würden nicht Abhängig machen, aber schau´ Dir nur mal diese Forum an... ....sie machen süchtig, wenn auch oft nicht so stark wie Benzos (wobei ich da bei SSRI meine Zweifel habe...). Ebenso sagen alle, sie würden gegen die Angst helfen...
...das tun sie, aber nicht in dem Maße wie Benzos. Die Wirkung ist irgendwie... ...anders. Man kann es nur schwer beschreiben. Sinnvoll sind die begrenzt bei Menschen wie z.B. mir, die eine generalisierte Angst haben. Das ist dann eine Art Panikattacke, die Tage bis Monate gehen kann. So lange kann man eben keine Benzos nehmen...
Wenn Du bereits fünzehn Jahre damit zu tun hast, ist es eher unwahrscheinlich, daß Du alleine damit fertig wirst. Vielleicht hilft Dir ja einschlägige Literatur zum Thema weiter.
Gruß,
Ashnak
Dann tu das doch ganz einfach. Wenn Du es kannst, ist es das beste so.tyra hat geschrieben:nun ja, aber ein Mittel wochenlang einnehmen, nur damit sich dann rausstellt, es wirkt nicht, das kann es doch auch nicht sein.
Ich würde lieber ganz ohne Tabletten auskommen.
Medikamente bringen immer auch gravierende Nachteile mit sich.
Wie äußern sich Deine Beschwerden eigentlich genau?
Im Prinzip hast Du drei Alternativen:
- Psychotherapeutische Methoden
- Medikamente
- Selber damit fertig werden.
Was für Dich das richtige ist, kannst nur Du selbst entscheiden.
Psychotherpie sind nicht alle Menschen zugänglich; Du müsstest es ausprobieren.
Alles, was mit Angst zu tun hat, lässt sich nach meiner Erfahrung eigentlich nur mit Benzodiazepinen ordentlich bekämpfen. Bekannte Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind die Handelsmarken Tavor (Wirkstoff: Lorazempam) und das schon sehr alte Valium (Wirkstoff: Diazepam).
Sie wirken schnell und zuverlässig gegen die Angst.
Aber vorsicht! Alle "Benzos" machen unheimlich schnell süchtig. Je nach Wirkstoff tritt die Sucht bereits nach ein- bis zweiwöchiger kontinuierlicher Einnahme auf. Außerdem tritt bei einer kontinuierlichen Einnahme ein Gewöhnungseffekt auf. Man benötigt dann immer größere Dosen, um dieselbe Wirkung zu erreichen und irgendwann wirken Benzos dann gar nicht mehr. Es ist wichtig, daß man Benzos nur im Einzelfall nimmt, wenn es unumgänglich ist. Wenn es nicht mehr auszuhalten ist, oder wenn man eine schwierige und sehr wichtige Situation bewältigen muss.
Der Umgang mit diesen Stoffen erfordert meiner Einschätzung nach ein sehr hohes Maß an Selbstbeherrschung und Willensstärke. Außerdem würde ich jedem Angstkranken, der Benzos in der Schublade hat, empfehlen, akribisch Buch über die Einnahme zu führen. Man kann sich damit gut selbst kontrollieren und rechtzeitig bemerken, wenn die Einnahmen zu oft und zu regelmäßig stattfinden.
Antidepressiva... ...alle sagen, sie würden nicht Abhängig machen, aber schau´ Dir nur mal diese Forum an... ....sie machen süchtig, wenn auch oft nicht so stark wie Benzos (wobei ich da bei SSRI meine Zweifel habe...). Ebenso sagen alle, sie würden gegen die Angst helfen...
...das tun sie, aber nicht in dem Maße wie Benzos. Die Wirkung ist irgendwie... ...anders. Man kann es nur schwer beschreiben. Sinnvoll sind die begrenzt bei Menschen wie z.B. mir, die eine generalisierte Angst haben. Das ist dann eine Art Panikattacke, die Tage bis Monate gehen kann. So lange kann man eben keine Benzos nehmen...
Wenn Du bereits fünzehn Jahre damit zu tun hast, ist es eher unwahrscheinlich, daß Du alleine damit fertig wirst. Vielleicht hilft Dir ja einschlägige Literatur zum Thema weiter.
Gruß,
Ashnak
hallo Time, hallo ashnak
als es vor ca. 11 Jahren wegen einer Arbeitsstelle mal ganz schlimm war, ging ich zu dem einzigen Psychater, den es hier gibt. Er war total irre, hat sich bei mir ausgeheult, verschrieb mir Stangyl (so hießen die glaub ich), das waren Tropfen, da kam man morgens garnicht mehr aus dem Bett, und verordnete mir die Kündigung. Das wars dann.
Das hat damals mein Vertrauen in Psychater ziemlich zerstört, und ich hab bis letzten Donnerstag garnichts mehr gemacht.
Bis jetzt bin ich auch immer wieder selber rausgekommen, und auch mit der Hilfe meines Mannes. Doch seit ein paar Monaten schaffe ich es einfach nicht mehr.
Heute geht es mir zwar ziemlich gut, doch das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Zumal mein Mann auch noch im Aussendienst ist, und unter der Woche meist auswärts übernachten muss. Bis jetzt ist es immer so, dass es mir besser geht, wenn er zu Hause ist. Ich weiss jedoch auch, dass ich mich selbst belügen würde, wenn ich annehmen würde, alles wäre gut wenn er ganz zu Hause wäre.
Ich möchte es jetzt auf dem Wege über einen Therapeuten versuchen, mit Gesprächen. Für Medikamente bin ich noch nicht bereit, denn ich fürchte die Abhängigkeit und alles was damit zusammenhängt.
als es vor ca. 11 Jahren wegen einer Arbeitsstelle mal ganz schlimm war, ging ich zu dem einzigen Psychater, den es hier gibt. Er war total irre, hat sich bei mir ausgeheult, verschrieb mir Stangyl (so hießen die glaub ich), das waren Tropfen, da kam man morgens garnicht mehr aus dem Bett, und verordnete mir die Kündigung. Das wars dann.
Das hat damals mein Vertrauen in Psychater ziemlich zerstört, und ich hab bis letzten Donnerstag garnichts mehr gemacht.
Bis jetzt bin ich auch immer wieder selber rausgekommen, und auch mit der Hilfe meines Mannes. Doch seit ein paar Monaten schaffe ich es einfach nicht mehr.
Heute geht es mir zwar ziemlich gut, doch das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Zumal mein Mann auch noch im Aussendienst ist, und unter der Woche meist auswärts übernachten muss. Bis jetzt ist es immer so, dass es mir besser geht, wenn er zu Hause ist. Ich weiss jedoch auch, dass ich mich selbst belügen würde, wenn ich annehmen würde, alles wäre gut wenn er ganz zu Hause wäre.
Ich möchte es jetzt auf dem Wege über einen Therapeuten versuchen, mit Gesprächen. Für Medikamente bin ich noch nicht bereit, denn ich fürchte die Abhängigkeit und alles was damit zusammenhängt.
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
Hallo Tyra,
beschreib doch mal näher, wie Deine Beschwerden sich äußern.

Versuch es doch auch mal damit...
Gruß,
Ashnak
beschreib doch mal näher, wie Deine Beschwerden sich äußern.
Was meinst Du mit er hat sich bei dir ausgeheult ?!?tyra hat geschrieben: als es vor ca. 11 Jahren wegen einer Arbeitsstelle mal ganz schlimm war, ging ich zu dem einzigen Psychater, den es hier gibt. Er war total irre, hat sich bei mir ausgeheult,
Stangyl ist ein tetrazyklisches Antidepressivum. Es wirkt stark beruhigend und macht, wie Du ja bemekrt hast, sehr müde. Das ist eigentlich nur dann angezeigt, wenn an jemanden gleichzeitig ruhigstellen will, z.B. bei Suizidgefahr. Oder bei Schlafproblemen zur Einnahme abends, aber dann nur in geringen Dosen. Vielleicht dachte er, wenn es beruhigt, hilft es auch gegen die Angst...verschrieb mir Stangyl (so hießen die glaub ich), das waren Tropfen, da kam man morgens garnicht mehr aus dem Bett, und verordnete mir die Kündigung. Das wars dann.
Schwierig, gute Psychiater zu finden. Woher kommst Du denn? Vielleicht hat hier jemand eine Empfehlung. Mein Psychiater überließ mir sogar die Dosiseinstellung meiner Medikamente teilweise selbst, und er ließ imme mit sich reden, wenn es Schwierigkeiten mit der Medikation gab.Das hat damals mein Vertrauen in Psychater ziemlich zerstört, und ich hab bis letzten Donnerstag garnichts mehr gemacht.
Tut mir sehr leid für DichBis jetzt bin ich auch immer wieder selber rausgekommen, und auch mit der Hilfe meines Mannes. Doch seit ein paar Monaten schaffe ich es einfach nicht mehr.
Schließe die Medikamente nicht zu schnell aus - sie können eine Therapie sehr gut unterstützen. Lass dabei aber die Finger von SSRI, wenn dann Trizyklische AD. Mit MAO-Hemmern habe ich selbst keine Erfahrung, kann also nichts dazu sagen. Zur Zeit nehme ich Johanniskraut, hilft recht gut.Ich möchte es jetzt auf dem Wege über einen Therapeuten versuchen, mit Gesprächen. Für Medikamente bin ich noch nicht bereit, denn ich fürchte die Abhängigkeit und alles was damit zusammenhängt.
Versuch es doch auch mal damit...
Gruß,
Ashnak
Hallo Tyra,
da du Medikamenten gegenüber kritisch eingestellt bist aber offensichtlich auch Unterstützung suchst, würde ich Johanniskraut einnehmen. Die Wirkung ist belegt, bringt der Pharmaindustrie jedoch gegenüber den SSRI nur einen Bruchteil an Gewinn. Ein paar Links zum Thema lege ich bei.
Stangyl ist trizyklisch, primär ein Histaminantagonist (Knockouter) und ein leichter Dopaminantagonist (vom Prinzip antipsychotisch). Serotonin und Noradrenalin werden nur marginal beeinflusst. Trimipramin reduziert den REM-Schlaf nicht und wird bevorzugt u.a. bei schwereren Schlafstörungen gegeben. Die Halbwertszeit liegt bei 13 h. Für jemand der keine AD nehmen will, ist das sicherlich nicht optimal gewählt.
Gruß
Time
Links zu Johanniskraut:
da du Medikamenten gegenüber kritisch eingestellt bist aber offensichtlich auch Unterstützung suchst, würde ich Johanniskraut einnehmen. Die Wirkung ist belegt, bringt der Pharmaindustrie jedoch gegenüber den SSRI nur einen Bruchteil an Gewinn. Ein paar Links zum Thema lege ich bei.
Stangyl ist trizyklisch, primär ein Histaminantagonist (Knockouter) und ein leichter Dopaminantagonist (vom Prinzip antipsychotisch). Serotonin und Noradrenalin werden nur marginal beeinflusst. Trimipramin reduziert den REM-Schlaf nicht und wird bevorzugt u.a. bei schwereren Schlafstörungen gegeben. Die Halbwertszeit liegt bei 13 h. Für jemand der keine AD nehmen will, ist das sicherlich nicht optimal gewählt.
Gruß
Time
Links zu Johanniskraut:
- http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... kraut.html
- Such mal nach dem Begriff „Johanniskraut“ (113) oder „Hypericum“ (20) unter http://www.aerztezeitung.de/
hallo ashnak, hallo Time,
ich bin sehr froh, dass es Euch beide gibt.
Zum Thema ausgeheult:
Ich hatte damals Schwierigkeiten mit meinem Chef - ein Orthopäde (der liebe Gott) er war selbst in psychatrischer Behandlung (hatte schon 2 Selbstmordversuche hinter sich bevor ich bei ihm anfing), war sehr launisch, ungerecht - eben ein Diktator. Da dies ja eine Kleinstadt ist ( Simbach a. Inn, 10.000 Einwohner), kennt ja jeder jeden, so auch der Psychater den Orthopäden.
Er schimpfte dann bei mir über meinen damaligen Chef, und freute sich darüber, dass er ihm eine Angestellte für 10 Wochen aus dem Verkehr ziehen konnte und zum Schluss mußte ich ja dann kündigen. Die Kündigung war schon gut für mich, aber der Psychater nicht.
Thema Medikamente:
Ich schiebe die Medikamente nur zur Seite, solange es geht. Ich möchte jetzt einfach noch nicht von irgendetwas abhängig werden, solange ich noch der Meinung bin, ich schaffe es mit Geprächen und sonst irgendwas. Ich habe ja schon gesehen, dass mir dieses Forum schon sehr gut hilft. Ich bin mit meinen Problemen nicht mehr alleine, bekomme von Euch Anregungen und Unterstützung, und darüber bin ich sehr froh.
Natürlich wäre es vielleicht falsch zu denken, damit könnte ich alles beheben, das glaube ich ja auch nicht. Doch mir hilft es schon sehr viel. Vielleicht erleichtert es mir auch den Gang zu einem Therapeuten. Ich kann aber leider viel besser meine Probleme schreiben als sagen. Aber ein guter Therapeut könnte schon alles aus mir rausholen.
Ich war (das ist mir heute Nacht eingefallen) vor ca. 14 Jahren auch schon mal bei der Familienhilfe. Der Therapeut wäre nicht schlecht gewesen, die ersten Stunden waren ganz gut. Doch dann gab er mir den Rat, den Kontakt zu meiner Mutter ganz abzubrechen, dann bin ich nicht mehr hingegangen, denn ich war der Meinung, das kann es doch auch nicht sein. Ich möchte ja lernen, mit der Vergangenheit umzugehen, und nicht zu allem den Kontakt abbrechen, was mir Probleme bereitet.
ich bin sehr froh, dass es Euch beide gibt.
Zum Thema ausgeheult:
Ich hatte damals Schwierigkeiten mit meinem Chef - ein Orthopäde (der liebe Gott) er war selbst in psychatrischer Behandlung (hatte schon 2 Selbstmordversuche hinter sich bevor ich bei ihm anfing), war sehr launisch, ungerecht - eben ein Diktator. Da dies ja eine Kleinstadt ist ( Simbach a. Inn, 10.000 Einwohner), kennt ja jeder jeden, so auch der Psychater den Orthopäden.
Er schimpfte dann bei mir über meinen damaligen Chef, und freute sich darüber, dass er ihm eine Angestellte für 10 Wochen aus dem Verkehr ziehen konnte und zum Schluss mußte ich ja dann kündigen. Die Kündigung war schon gut für mich, aber der Psychater nicht.
Thema Medikamente:
Ich schiebe die Medikamente nur zur Seite, solange es geht. Ich möchte jetzt einfach noch nicht von irgendetwas abhängig werden, solange ich noch der Meinung bin, ich schaffe es mit Geprächen und sonst irgendwas. Ich habe ja schon gesehen, dass mir dieses Forum schon sehr gut hilft. Ich bin mit meinen Problemen nicht mehr alleine, bekomme von Euch Anregungen und Unterstützung, und darüber bin ich sehr froh.
Natürlich wäre es vielleicht falsch zu denken, damit könnte ich alles beheben, das glaube ich ja auch nicht. Doch mir hilft es schon sehr viel. Vielleicht erleichtert es mir auch den Gang zu einem Therapeuten. Ich kann aber leider viel besser meine Probleme schreiben als sagen. Aber ein guter Therapeut könnte schon alles aus mir rausholen.
Ich war (das ist mir heute Nacht eingefallen) vor ca. 14 Jahren auch schon mal bei der Familienhilfe. Der Therapeut wäre nicht schlecht gewesen, die ersten Stunden waren ganz gut. Doch dann gab er mir den Rat, den Kontakt zu meiner Mutter ganz abzubrechen, dann bin ich nicht mehr hingegangen, denn ich war der Meinung, das kann es doch auch nicht sein. Ich möchte ja lernen, mit der Vergangenheit umzugehen, und nicht zu allem den Kontakt abbrechen, was mir Probleme bereitet.
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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zu meinen Beschwerden: (das hatte ich vorhin vergessen)
ich liege den ganzen Tag auf der Couch, möchte nicht rausgehen, stricke meist dabei oder sehe fern.
Ich bin nur zu den nötigsten Hausarbeiten fähig.
Kann nicht mit anderen Menschen reden, verkrieche mich deshalb auch im Haus. Bin dann am liebsten alleine.
Grüble den ganzen Tag über Sachen nach, die meist viele Jahre zurückliegen.
Wenn ich aus dem Haus gehe, manchmal zwinge ich mich dazu und setze mich in ein Cafe, dann bekomme ich wenig Luft, denke mir immer "was machst du hier eigentlich", und schau dass ich schnell wieder nach Hause komme.
Ich hab einfach kein Selbstwertgefühl, und kann überhaupt keine Kritik mehr einstecken. Ich kann nichtmal die kleinsten Kleinigkeiten verarbeiten, Sachen worüber andere einfach nur lachen könnten.
ich liege den ganzen Tag auf der Couch, möchte nicht rausgehen, stricke meist dabei oder sehe fern.
Ich bin nur zu den nötigsten Hausarbeiten fähig.
Kann nicht mit anderen Menschen reden, verkrieche mich deshalb auch im Haus. Bin dann am liebsten alleine.
Grüble den ganzen Tag über Sachen nach, die meist viele Jahre zurückliegen.
Wenn ich aus dem Haus gehe, manchmal zwinge ich mich dazu und setze mich in ein Cafe, dann bekomme ich wenig Luft, denke mir immer "was machst du hier eigentlich", und schau dass ich schnell wieder nach Hause komme.
Ich hab einfach kein Selbstwertgefühl, und kann überhaupt keine Kritik mehr einstecken. Ich kann nichtmal die kleinsten Kleinigkeiten verarbeiten, Sachen worüber andere einfach nur lachen könnten.
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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hab schon wieder was vergessen:
im Dezember letzten Jahres kam dann noch eine Neurodermitis dazu (war damit beim Hautarzt, der stellte schon psychische Auslöser fest, bekam Tabletten und eine Salbe, und Lichttherapie die ich 2 Monate machte, half aber nichts, dann hab ich sie abgebrochen),
ansonsten die normalen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lustlosigkeit, Atemnot, und massive Rückenschmerzen (die mein Hausarzt mit einer Spritze behandelt, und danach konnte ich eine Woche nicht mehr gehen). Ich sollte ihn wirklich nicht mehr aufsuchen.
im Dezember letzten Jahres kam dann noch eine Neurodermitis dazu (war damit beim Hautarzt, der stellte schon psychische Auslöser fest, bekam Tabletten und eine Salbe, und Lichttherapie die ich 2 Monate machte, half aber nichts, dann hab ich sie abgebrochen),
ansonsten die normalen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lustlosigkeit, Atemnot, und massive Rückenschmerzen (die mein Hausarzt mit einer Spritze behandelt, und danach konnte ich eine Woche nicht mehr gehen). Ich sollte ihn wirklich nicht mehr aufsuchen.
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Hallo Tyra,
wenn du nicht mehr hochkommst und dich nur noch mit Fernsehen etc. ablenkst, dann wäre eine vorübergehende Unterstützung mit Johanniskraut vielleicht ganz vernünftig, denn so etwas kann sich einschleifen. Ich würde es ausprobieren und sehen wie es auf mich wirkt.
Eine Psychotherapie würde ich auf jeden Fall beginnen. Du solltest dich allerdings vorher schlau machen, welche Arten von Psychotherapie es gibt und welches Verfahren für dich das angemessene ist. Einen guten Therapeuten zu finden, ist dann das nächste Problem, die gibt es nur sehr dünn gesät.
Gruß
Time
wenn du nicht mehr hochkommst und dich nur noch mit Fernsehen etc. ablenkst, dann wäre eine vorübergehende Unterstützung mit Johanniskraut vielleicht ganz vernünftig, denn so etwas kann sich einschleifen. Ich würde es ausprobieren und sehen wie es auf mich wirkt.
Eine Psychotherapie würde ich auf jeden Fall beginnen. Du solltest dich allerdings vorher schlau machen, welche Arten von Psychotherapie es gibt und welches Verfahren für dich das angemessene ist. Einen guten Therapeuten zu finden, ist dann das nächste Problem, die gibt es nur sehr dünn gesät.
Gruß
Time
Hallo Tyra,
lass dir Tabletten verschrieben.
Die Standarddosierung der Arzneimittelkommission ist 2-4 g Droge (nicht Trockenextrakt)
Zu Jarsin und Neuroplant gibt es, wenn ich es noch recht im Kopf habe, Studien, was aber eigentlich nur sagt, dass hier besseres Marketing getrieben wird. Ich persönlich nahm Laif 600, weil ich bei Kaul (1999) (siehe Literatur) ein recht gutes Urteil über die Zusammensetzung las; das will aber auch nichts heißen. Laif 600 ist neben Hypericin auch bezüglich Hyperforin und Flavonoide standardisiert, was u.a. nach Kaul (2000) für die Wirkung wichtig ist.
Die Zusammensetzung und Konstanz der Charge ist sehr wichtig und es gibt Studien die das Vertrauen in die Güte und Konstanz von Johanniskrautpräparaten erheblich schmälern und damit die Unterschiede in den Anwendungsstudien erklären. Ob es eine aktuelle Untersuchung hierzu gibt, ist mir nicht bekannt. Wer eine aktuelle Studie kennt, ich bin interessiert!
Laut Kommision E werden 2 bis 4 Gramm Johanniskrautdroge pro Tag empfohlen. Bei einem durchschnittlichen Auszugsverhältnis von 1:6,5 ergäbe dies 300 bis 600 mg Trockenextrakt. 1200 mg sind für einen Test auch noch okay, selbst 1800 mg werden klinisch beschrieben. Als nicht toxische Maximalmenge werden bei Kaul (1999) 100 mg/ kg KG angegeben; dies ist ein theoretischer Wert, der sich auf die Toxizität bezieht und für die Dosierung nicht von Belang ist! Ich würde mit 600 mg anfangen. Falls es nichts bringt auf 1200 mg steigern. Später kannst du wieder runterdosieren, um zu sehen, ob sich etwas ändert. Höhere Dosen sind Ausnahmen.
Ob verteilt oder einmal einzunehmen ist eine Streitfrage. Wenn es für dich okay ist, dann nimm es verteilt über den Tag, weil einige Wirkstoffe des Johanniskrauts eine sehr kurze Halbwertszeit haben.
Bei der Einnahmedauer gibt es auch keine Einigkeit. Die generelle Empfehlung liegt bei AD zwischen 1 und 8 Wochen.
Das mit der Sensibilisierung der Haut ist bei diesen Dosierungen nicht zu erwarten; dazu müsstest du dich von Johanniskraut ernähren. Wechselwirkungen mit anderen Pharmaka sind aber sehr wohl zu bedenken! Ich kopier separat noch einen Text rein, der nicht mehr im Web ist.
Gruß
Time
Literatur:
lass dir Tabletten verschrieben.
Die Standarddosierung der Arzneimittelkommission ist 2-4 g Droge (nicht Trockenextrakt)
Zu Jarsin und Neuroplant gibt es, wenn ich es noch recht im Kopf habe, Studien, was aber eigentlich nur sagt, dass hier besseres Marketing getrieben wird. Ich persönlich nahm Laif 600, weil ich bei Kaul (1999) (siehe Literatur) ein recht gutes Urteil über die Zusammensetzung las; das will aber auch nichts heißen. Laif 600 ist neben Hypericin auch bezüglich Hyperforin und Flavonoide standardisiert, was u.a. nach Kaul (2000) für die Wirkung wichtig ist.
Die Zusammensetzung und Konstanz der Charge ist sehr wichtig und es gibt Studien die das Vertrauen in die Güte und Konstanz von Johanniskrautpräparaten erheblich schmälern und damit die Unterschiede in den Anwendungsstudien erklären. Ob es eine aktuelle Untersuchung hierzu gibt, ist mir nicht bekannt. Wer eine aktuelle Studie kennt, ich bin interessiert!
Laut Kommision E werden 2 bis 4 Gramm Johanniskrautdroge pro Tag empfohlen. Bei einem durchschnittlichen Auszugsverhältnis von 1:6,5 ergäbe dies 300 bis 600 mg Trockenextrakt. 1200 mg sind für einen Test auch noch okay, selbst 1800 mg werden klinisch beschrieben. Als nicht toxische Maximalmenge werden bei Kaul (1999) 100 mg/ kg KG angegeben; dies ist ein theoretischer Wert, der sich auf die Toxizität bezieht und für die Dosierung nicht von Belang ist! Ich würde mit 600 mg anfangen. Falls es nichts bringt auf 1200 mg steigern. Später kannst du wieder runterdosieren, um zu sehen, ob sich etwas ändert. Höhere Dosen sind Ausnahmen.
Ob verteilt oder einmal einzunehmen ist eine Streitfrage. Wenn es für dich okay ist, dann nimm es verteilt über den Tag, weil einige Wirkstoffe des Johanniskrauts eine sehr kurze Halbwertszeit haben.
Bei der Einnahmedauer gibt es auch keine Einigkeit. Die generelle Empfehlung liegt bei AD zwischen 1 und 8 Wochen.
Das mit der Sensibilisierung der Haut ist bei diesen Dosierungen nicht zu erwarten; dazu müsstest du dich von Johanniskraut ernähren. Wechselwirkungen mit anderen Pharmaka sind aber sehr wohl zu bedenken! Ich kopier separat noch einen Text rein, der nicht mehr im Web ist.
Gruß
Time
Literatur:
- http://www.preistester.de/cgi-bin/pt/bu ... 3804717047
- http://www.folk.de/kraeuterhexe/de/pfla ... oratum.htm
- http://www.tee.org/BHSD/johannk.html
- http://www.pharmakobotanik.de/systemati ... per-he.htm
- http://aerztezeitung.de/suchen/default. ... anniskraut
- http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/tre ... sJahr=2004
- http://www.arznei-telegramm.de/db/frido ... ummer=6078
- http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... kraut.html
[Da es folgende kritische Betrachtung zu Johanniskraut nicht mehr zu geben scheint, lege ich hier den Inhalt bei. Die ursprüngliche Quelle war: http://www.vrzverlag.com/]
Online-Lexikon Paramedizin
Zum Begriff: Johanniskraut
Das Johanniskraut entstammt der Familie der Hypericaceae (syn. Guttferae) und wird als Hypericum perforatum bezeichnet. Es handelt sich um eine etwa 60 cm hoch werdende, krautige Pflanze mit 5-zähligen, gelben Blüten mit auffallenden, zahlreichen, langen Staubblättern und gegenständigen, durchscheinend drüsig punktierten Blättern (s. Abb.1).
Ein charakteristisches Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Hypericum-Arten ist der mit 2 Längsleisten versehene Stengel. Auffallend am Johanneskraut sind besonders die gelben und gelbbraunen, u.U. noch in traubig zusammengesetzten Trugdolden stehenden Blüten, deren Kronblätter auf die Fläche zahlreiche dunkle Punkte oder Striche aufweisen (Wichtl 1997). Die Pflanze wächst bevorzugt auf trocken Wiesen und Hängen. Die Blüte erfolgt von Ende Juni bis September, wobei der Tag Johannes des Täufers (24. Juni) als Beginn der Blütezeit namensgebend ist (Bergmann 1999).
Für das Johanniskraut gibt es eine ganze Reihe von Bezeichnungen: Blutkraut, Johannisblut, Hartheu, Herb de millerpertuis (frz.), Herrgottsblut, Hexenkraut, Konradskraut, Mannskraft, St. Johns Wort (engl.), Sonnwendkraut, Teufelsfluchtkraut, Tüpfelhartheu oder Waldhopfenkraut.
An pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen sind im Johanniskraut vorhanden (Wichtl 1997, Bergmann 1999):
Neuerdings findet Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen (Antidepressivum) in der Bevölkerung Verwendung. In den letzten Jahren war deshalb die Pflanze und deren Inhaltsstoffe Gegenstand tierexperimenteller und klinischer Untersuchungen. Der Rohextrakt des Johanniskrauts zeigte in Tiermodellen Wirkungen, die auf antidepressive Eigenschaften schließen lassen konnten. So konnte eine Senkung der Spontanaktivität und eine verringerte Immobilitätsdauer im Forced-Swimming-Test ermittelt werden. Die antidepressive Wirkung scheint dabei auf die korrekte Mischung der Inhaltsstoffe Hypericin, Pseudohypericin und Proantocyanidin (Procyanidin B2) zurückzuführen zu sein, jedoch liegen hierzu abschließende Tierversuchsstudien noch nicht vor. Vorliegende Rezeptorbindungsstudien zeigen nach Bergmann (1999) für den Rohextrakt des Johanniskrauts eine hohe Affinität zu Rezeptoren verschiedener Neurotransmitter (Serotonin, GABA, MAO-A/B, Benzodiazepine), was jedoch die Wirksamkeit des Pflanzenextraktes nicht ausreichend erklärt. Zwar enthalten Johanniskrautpräparate mehrere psychotrop wirksame Substanzen, aber es ist bisher noch nicht gelungen, die antidepressive Wirkung einem bestimmten Inhaltsstoff oder Gemisch aus Inhaltsstoffen zuzuordnen. Bisherige Studien an Patienten zeichnen sich leider nicht durch ein besonders überzeugendes Design aus. Ihre Aussagekraft ist deshalb eingeschränkt, da Patientenzahlen oftmals zu klein, die Patientengruppen sehr heterogen aufgebaut und die Diagnose der Patienten zum Einschluß in die Studien nicht nach standardisierten Verfahren (ICD-9 oder -10) vorgenommen wurde. Es mangelt auch an Daten zur Langzeitgabe, Rückfallrate und -prophylaxe, Langzeittoxizität, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, Kontraindikationen und der Anwendung bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Kindern, Schwangern oder Stillenden (Bergmann 1999). Die Kommission E veröffentlichte bisher keine Gegenanzeigen und ihr sind bisher keine Wechselwirkungen bekannt (Wichtl 1997). Wie man weiter unten sieht, läßt sich jedoch diese Ansicht der Kommission E nicht länger aufrecht erhalten.
Bisherige klinische Studien zeigen, daß Johanniskraut in der Behandlung von Depressionen hinsichtlich der Effektivität nicht nur Placebo gegenüber signifikant überlegen ist, sondern daß es üblichen Standardmedikationen gleichwertig sein kann (Bergmann 1999). Als Indikationen gelten derzeit leichtere Formen neurotischer, endogener oder lavierter Depressionen (z.B. nervöse Erschöpfung, Klimakteriumsbeschwerden, etc.) (Wichtl 1997).
Johanniskrautpräparate gehören mittlerweile in Deutschland zu den meistverkauften Arzneimitteln überhaupt. Sie werden häufiger verkauft als chemisch definierte Antidepressiva und wird beispielsweise in den USA vergleichsweise wenig verwendet. (Bergmann 1999). In zahlreichen Monopräparaten werden Johanniskrautextrakte eingesetzt (Wichtl 1997), die in der Regel auf einen bestimmten Hypericingehalt eingestellt sind. Die Dosierung der Präparate schwankt dabei erheblich (0,05 - 0,9 mg Hypericin pro Dosis). Neuerdings wird oft nur noch dere Trockenextrakt alleine deklariert z.B.
Als mittlere Tagesdosis für die innere Anwendung wird von der Kommission E eine Menge von 0,2-1,0 mg Gesamthypericin (= 2-4 g Droge) empfohlen. Als Nebenwirkung kann aufgrund der photosensibilisierenden Wirkung des Hypericins vermehrt Hautrötung und Sonnenbrand auftreten, weshalb den Patienten vom Besuch von Solarien und der Benutzung von Höhensonnen abgeraten wird (Wichtl 1997). Nach Angaben Bergmanns (1999) stellt aber die Photosensibilisierung während der Therapie in der Regel kein Problem dar. Diese Meinung wird von einer Studie aus der Dermatologischen Klinik der Universität Frankfurt/Main gestärkt (Bernd et al. 1999), die menschliche Hautzellen (Keratinozyten) mit Hypericindosen behandelten, die jenen Mengen entsprechen, die für gewöhnlich in der Behandlung leichter Depressionen verwendet werden. Sie waren der Ansicht, daß die resultierenden Blutspiegel nicht für eine Photosensibilisierung ausreichen würden.
Johanniskraut kein "Wundermittel" gegen Krebs
Die medizinische Fachliteratur weißt in den letzten Jahren eine Reihe Untersuchungen auf, die Hypericin bei bestimmten Krebsformen auf seine Wirksamkeit untersuchten.
Im Zellkulturversuch (bestätigende Überprüfungen aus Tier- und Humanversuchen stehen noch aus!) konnte durch die Gabe von Hypericin die Empfindlichkeit von menschlichen Glioblastom-Krebszellkulturen gegenüber Röntgenbestrahlung deutlich erhöhen. Überlebten ohne Hypericingabe 50,2% der Tumorzellen eine Bestrahlung von 6 Gy, waren es bei zusätzlicher Hypericingabe nur noch 26% (Zhang et al. 1996).
Ermutigende Resultate bei einigen wenigen Patienten mit malignem Mesothelium konnten in der Sonderabteilung für Strahlentherapie der Universität Wien erzielt werden (Koren et al. 1996). Hier wurde durch eine kombinierte Therapie aus Laserlicht (632-nm-Argonlaser) und der oralen Einnahme (Hematoporphyrin-Derivate) mit zusätzlichem Auftragen von Hypericinsalbe auf die tumorbefallene Hautstelle eine Zerstörung von Tumorzellen registriert. Von einer Heilung war jedoch nicht zu sprechen.
Wird jedoch Hypericin bei Patienten mit den Hautkrebsarten Basalzellkarzinom bzw. squamösen Zellkarzinom in einer Menge von 40-100 Mikrogramm direkt in die Läsion gespritzt, kann es eine direkte Zerstörung von Teilen des Tumorgewebes bewirken (Alecu et al. 1998).
Diese und andere Studien weisen darauf hin, daß bei ausgewählten Tumoren eine Hypericin-Therapie sinnvoll sein kann, um das Tumorwachstum oder die Tumormetastasierung zu bremsen. Eines dürfte jedoch sicher sein: der geringe Hypericin- und Pseudohypericingehalt der handelsüblichen Präparate ist keinesfalls ausreichend, um die dafür notwendigen Wirkspiegel zu erzeugen. Deshalb stellen die gängigen Präparate keinesfalls neue "Wundermittel" gegen Krebs dar.
Johanniskraut - endlich ein Mittel ohne Reue?
Die fehlende akute Toxizität des Johanniskrauts ergibt sich für die Behandlung depressiver Verstimmungen ein ermutigendes Bild. Es wäre denkbar, daß das Johanniskraut auch bei schwereren Formen der Depression in der Zukunft Anwendung finden könnte. Aber "every cloud has a silver lining": Johanniskraut führt - wie andere Arzneimittel auch - in Einzelfällen (0,4-0,6% der Patienten) zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, allergische Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden (Arznei-Telegramm 8/1996).
Kritisch muß deshalb aus der Sicht des Patienten darauf geachtet werden, daß durch den völlig freien Verkauf von Johanniskraut- oder Johannisölkapseln über Supermarktketten wie ALDI seit Jahren ein "Massenexperiment" sowohl bezüglich der Gesamtbevölkerung als auch bei bestimmten Patientengruppen abläuft, welches sich faktisch jeglicher Kontrolle entzieht. Bemerkenswert ist bei der seit Jahren laufenden Vermarktung nämlich, daß in den Beipackzetteln (Stand November 1998) des im Discounter ALDI vermarkteten Johanniskrautpräparates "St. Benedikt - Vita Johanniskrautdragée" (FB Vertrieb GmbH, Pf. 1660, 21306 Lüneburg) nur auf die Nebenwirkung der Photosensibilisierung abgestellt wird und abgeraten wird, das Mittel bei Kindern im Alter unter 12 Jahren anzuwenden.
Johanniskraut bei HIV-Infizierten wirkungslos
Phytopharmaka werden von HIV-Infizierten und AIDS-Patienten häufig benutzt. Die Anwendungshäufigkeit solcher Mittel liegt bei bis zu 40% (Kassler et al. 1991). Gründe für die starke Nutzung von Johanniskraut unter HIV- und AIDS-Patienten dürften u.a. auch voreilige Publikationen aus Ärztkreisen gegen Ende der 80er Jahre aus der Pathologischen Abteilung des Kaplan Cancer Center in New York gewesen sein (Meruelo et al. 1988, Lavie et al. 1989). In beiden Veröffentlichungen wurde Hypericin und Pseudohypericin als Substanz mit dramatisch hoher antiviraler Potenz bei geringer toxischer Nebenwirkungsrate bezeichnet und insbesondere für die Behandlung von AIDS-Patienten empfohlen.
Klärend wirkte aber eine aktuelle Studie, die im New Yorker University Medical Center an 30 HIV-Infizierten mit bereits schlechtem Immunstatus (CD4-Spiegel weniger als 350 cells/mm3) durchgeführt wurde. Sie zeigte, daß eine i.v.-Gabe von Hypericin in einer Dosis von 0,25-0,5 mg/kg Körpergewicht 2-3mal wöchentlich mehr Nachteile als Vorteile brachte. 53% der Patienten brachen aufgrund toxischer Nebenwirkungen die Studie ab, bei 11 von insgesamt 23 auswertbaren Patienten (47,8%) trat eine schwere Photosensibilisierung der Haut auf. Eine signifikante Veränderung antivirologischer Parameter (HIV p24 Antigenspiegel, HIV-Titer, Anzahl der HIV RNA Virenkopien im Serum oder CD4-Zellzahl) ergab sich nicht (Gulick et al. 1999).
Mittlerweile zeigte sich in einer Studie, die von Piscitelli et al. (2000) veröffentlicht wurde, daß Johanniskrautpräparate die Effektivität des HIV-1 Protease Inhibitors Indinavir um 57 +/- 19% zu senken vermag. Dieser drastische Wirkungsabfall des Anti-HIV-Medikamentes wurde bei 13 von 16 gesunden Probanden festgestellt, die beide Mittel einnahmen.
Juristisches Tauziehen bei der Vermarktung
Da mit Johanniskraut-Präparaten eine Menge Geld verdient werden kann, sind Hersteller aufgrund des harten Wettbewerbs durchaus bereit, dem Präparat Eigenschaften anzudichten, die es nicht besitzen kann. Beispielsweise wurde einem Hersteller von Johanniskrautpräparaten vom OLG Schleswig-Holstein (2.7.1996, Az. 6 U 20/96) rechtskräftig untersagt, mit der Behauptung zu werben, daß sein Mittel in der Lage sei, die Produktion des körpereigenen "Schlafhormons Melatonin" anzuregen (Pharma Recht 1996).
Daß heftig außerhalb der medizinischen Fachkreise für Johanniskrautpräparate geworben wird, obgleich nach § 10 Abs. 2 HWG für Arzneimittel, die dazu bestimmt sind, bei Menschen die Schlaflosigkeit oder psychische Störungen zu beseitigen oder die Stimmungslage zu beeinflussen, untersagt ist, ist seit Jahren bekannt. Da es sich bei Johanniskrautpräparaten aber nicht um ein Mittel handelt, das für die Behandlung psychischer Störungsformen wie Psychosen, Neurosen, persönlichkeitsstörungen oder anderer nicht psychotische oder psychische Störungen bzw. Olegofrenien handelt, sondern es in der Werbung lediglich gegen Erschöpfungszustände aufgrund von Streß und Hektik, nervlicher Überreizung, Erschöpfung und Lustlosigkeit eingesetzt werden soll, ist seine Bewerbung außerhalb der Fachkreise zulässig, die das LG Berlin (91. O. 161/94) entschied (Pharma Recht 1995).
In der Realität bedeutet dies, daß ein Mittel, das den Gemütszustand zu beeinflussen in der Lage ist, dessen Wirkungsweg und die dafür verantwortlichen Wirksubstanz(en) bis heute nicht eindeutig geklärt sind, de facto völlig unkontrolliert vermarktet werden kann.
Hypericin beeinflußt die Wirksamkeit anderer Arzneimittel
Das Institut für Klinische Pharmakologie der Humbold Universität der Berliner Charité fand kürzlich heraus, daß der Extrakt aus dem Johanniskraut bei Personen, die digoxinhaltige Herzmittel einnehmen müssen, die Wirksamkeit des Digoxin deutlich herabsetzt (Johne et al. 1999). Die Autoren gaben in einem plabeco-kontrollierten Einfachblindversuch gesunden Freiwilligen nach fünftätiger einschleichender Digoxintherapie entweder Placebo (n=12 Patienten) oder Johanniskrautpräparat (LI160; 900 mg/d bei n=13 Patienten). Die am ersten Versuchstag (also dem 5. Tag nach Beginn der einschleichenden Digoxineinnahme) gemessenen Digoxinwerte im Blut der Probanden wurden mit jenen Werten verglichen, die am 6. Tag (also dem 1. Placebo-/Verum-Versuchstag) und dem 15. Tag (dem 10. Placebo-/Verum-Versuchstag) gemessen wurden. Unterschieden sich am 1. Versuchstag die Placebo- und die Verumgruppe bezüglich ihrer Digoxinkonzentration noch nicht voneinander, so fand sich am 10. Versuchstag in der mit Johanniskrautextrakt behandelten Probandengruppe ein um 25% (!) erniedrigter Digoxinspiegel.
Ivar Roots, Co-Autor der eben erwähnten Studie, berichtete nach Angaben des "Informationsdienstes Wissenschaft" der Medizinischen Fakultät der Charité vom 18.11.1999 über weitere Untersuchungen, die einen hemmenden Einfluß von Johanniskrautpräparaten auf andere Arzneimittel ergaben. So wurde bei Patienten, die wegen bestehender Depressionen bereits mit Amitriptylin oder Nortriptylin behandelt wurden, unter zusätzlicher 14tägiger Gabe von 900 mg Johanneskraut-Extrakt eine Reduktion der Wirkstoffkonzentrationen um 21% (Amytriptylin) und 40% (Nortriptylin) beobachtet. Ebenso ergab sich, daß Medikamente, die die Wirksubstanz Phenprocoumon enthalten, welche bei Patienten z.B. zur Verhütung von Blutgerinnseln nach Herzinfarkt angewendet wird, schon bei gesunden Probanden im Test eine Verringerung der Phenprocoumon-Spiegel um 17% bewirkten. Patienten, die beispielsweise aufgrund einer viralen Hepatitiserkrankung (u.a. Hepatitis C) eine Leberfibrose erleiden, bauen Johanniskrautpräparate deutlich schneller ab als Lebergesunde, jedoch wird der ebenfalls vorhandene Inhaltsstoff Pseudohypericin deutlich langsamer verstoffwechselt.
Einer weiterer aktuellen Bericht (Ruschitzka et al. 2000), der die Krankengeschichte von zwei herztransplantierten Patienten beschreibt, legt den Verdacht nahe, daß Johanniskraut ursächlich für ein Herabsetzen der Spiegel von Immunsuppressiva ist, die transplantierte Patienten zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion einnehmen müssen. Die Autoren, die an der Züricher Universitätsklinik arbeiteten, berichteten zunächst über einen 61jährigen Patienten mit einer 11 Monate zurückliegenden Herztransplantation, der unter Ciclosporin- (125 mg zweimal tgl.), Azathioprin (100 mg/d) und Corticosteroid- (7,5 mg/d) Immunsuppressionstherapie stand. Der Patient hatte drei Wochen vor seiner Krankenhausaufnahme wegen Depressionen eine Selbstbehandlung mit Jarsin® (900 Mikrogramm Hypericin) in einer Menge von 300 mg/d begonnen. Bei der Krankenhausaufnahme war der Ciclosporinspiegel deutlich gesunken und es war zu einer akuten Abstoßungskrise gekommen. Die Symptome bildeten sich nach Absetzen von Jarsin® wieder zurück. Eine Woche nach Entlassung dieses Patienten kam eine 63jährige herztransplantierte Patientin ebenfalls mit Zeichen einer akuten Abstoßungskrise in die Klinik. Sie hatte das gleiche Immunsuppressionsregime erhalten wie ihr Vorgänge und hatte ebenfalls drei Wochen vorher die gleiche Menge Jarsin® (300 mg/d) wegen Depressionen eingenommen. Auch hier war der Cyclosporinspiegel drastisch gesunken und zwar auf weniger als die Hälfte der notwendigen Konzentration. Auch diese Patientin überstand die Abstoßungskrise, nachdem das Johanniskrautpräparat abgesetzt worden war.
Johanniskrautpräparate haben offensichtlich auch einen störenden Effekt auf gerinnungshemmende Medikamente wie Warfarin, wobei Johanniskrautpräparate die Wirksamkeit von Warfarin herabsetzen können und somit die Gefahr steigt, daß die Patienten thromboembolische Komplikationen erleiden (Yue et al. 2000). Dem schwedischen Gesundheitsministerium wurden in den letzten Jahren insgesamt 8 Fälle gemeldet, in denen Frauen, die mittels Pille verhüteten, derartig verstärkte menstruelle Blutungen erlitten, das medizinische Behandlungsbedürftigkeit entstand. Dabei bestanden enge zeitliche Beziehungen zwischen der Einnahme von Johanneskraut und dem Auftreten von Blutungen, denn es war bei fünf der acht Frauen zwischen beiden Ereignissen nicht mehr als eine Woche verstrichen.
CNN Health gab in einer Pressemitteilung vom 25. Juli 2000 alle jene Wirkstoffe an, die durch Johanneskrautpräparate in ihrer Wirksamkeit herabgesetzt bzw. beeinflußt werden können (Ciampa 2000).
Johanniskrautpräparate bald verschreibungspflichtig?
Ivar Roots erwartet aufgrund dieser Resultate, daß in der Bundesrepublik eine Verschreibungspflicht für Johanniskrautpräparte bevorsteht, da es erkrankten Patienten nicht zugemutet werden könne, die Einnahme von Johanniskrautmedikamenten auf eigene Verantwortung in Einklang mit ihrer Grunderkrankung zu bringen. In Schweden sind Johanniskrautpräparate keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern natürliche Heilmittel, für deren Sicherheit und Qualitätskontrolle die Medical Products Agency (MDA) zuständig ist. Aufgrund der diversen Neben- und Wechselwirkungen von Johanniskrautpräparaten hat sich die MDA dieses Jahr entschlossen, alle Hersteller zu kontaktieren und diese zur Anfertigung von wissenschaftlichen Studien zur Abklärung der Problematik anzuhalten. Solange diese Studien fehlen, wurden die Firmen aufgefordert, auf die Packungen und in die Packungsbeilagen einen Vermerk anzubringen, daß Johanniskrautpräparate nicht gleichzeitig mit irgendeiner medikamentösen Therapie eingenommen werden sollten (Yue et al. 2000).
In Österreich ist seit Anfang Juli Johanniskraut als Arzneimittel eingestuft. War es bisher frei verkäuflich, so kan man es ab Juli nur noch in Apotheken verkaufen. Verschiedene Präparate, die in Drogerien öffentlich beworben wurden, dürfen ab sofort nicht mehr abgegeben werden. Ebenso die Präparate, die keine Teezubereitungen sind, sondern das pulverisierte Johanniskraut enthalten, erhalten einen Status als zulassungspflichtiges Arzneimittel (Die Presse, 2000).
Der Weg des Johanniskrautpräparates zeigt, daß auch bei pflanzlichen Arneimitteln es stets denkbar ist, daß diese auf lange Sicht Nebenwirkungen oder sogar Schäden erzeugen können. Vor einem permanenten Konsum dieser Präparate wäre deshalb meiner Meinung nach vor allem dann abzuraten, wenn es sich bei den Konsumenten um Kinder, Schwangere, Stillende, Patienten mit bestehenden und bereits mit anderen Medikamenten behandelten Depressionen, Patienten mit digoxinpflichtigen Herzerkrankungen, medikamentös behandelten Gerinnungsstörungen oder Leberfunktionsstörungen handelt. HIV- oder AIDS-Patienten sollten sich gerade bei schlechter Abwehrlage überlegen, Johanniskrautpräparate als Antidepressivum nur in niedrigen Dosen einzunehmen, um einer Photosensibilisierung zu entgehen. Vor allem Patienten, die Proteasehemmer einnehmen, um die Viruslast zu senken, sollten keine Johanniskrautpräparate konsumieren, um einer Resistenzbildung von HIV und damit einem vorzeitigen Versagen der Therapie vorzubeugen.
Nach einer längeren Periode des Abwartens wird nun auch in Deutschland behördlicherseits das Nebenwirkungspotential des Johanniskrauts erkannt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ließ zu Jahresbeginn 2000 verlauten, "Ergänzungen" an den Packungsbeilagen anordnen zu wollen (Arznei-Telegramm 2000).
Neuste Pressemitteilungen zeigen, daß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die betroffenen pharmazeutischen Unternehmer am 24.3.2000 darüber unterrichtet hat, dass Änderungen in den Gebrauchs- und Fachinformationen von Johanniskraut (Hypericum)-haltigen Arzneimitteln für erforderlich gehalten werden. Die Hersteller haben Gelegenheit im Rahmen einer schriftlichen Anhörung nach dem Stufenplan innerhalb von 4 Wochen Stellung zu nehmen (Pharmazeutische Zeitung 2000).
Das BfArM beabsichtigt folgende Ergänzungen der Produktinformationen anzuordnen:
Abschnitt: Gegenanzeigen
"Nicht anwenden bei schweren, endogenen Depressionen. [Arzneimittelname] darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit folgenden Wirkstoffen: Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B.: Phenprocoumon) Ciclosporin Digoxin Indinavir und anderen Proteaseinhibitoren in der Anti-HIV-Behandlung Nicht anwenden bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit."
Abschnitt: Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch:
"Bei gleichzeitiger Anwendung von [Arzneimittelname] kann die Wirksamkeit von Theophyllin und einigen Antidepressiva abgeschwächt sein. Patienten, die [Arzneimittelname] und gleichzeitig Arzneimittel mit einem dieser Wirkstoffe einnehmen, sollten den Rat ihres behandelnden Arztes einholen (siehe auch Abschnitt ‚Wechselwirkungen ‘). Während der Anwendung von [Arzneimittelname] sollte eine intensive UV-Bestrahlung (lange Sonnenbäder, Höhensonne, Solarien) vermieden werden."
Abschnitt: Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und andere Formen von Interaktionen:
"In Einzelfällen wurden Wechselwirkungen, die zu einer Abschwächung der therapeutischen Wirksamkeit führen können, mit folgenden Mitteln festgestellt (siehe auch Abschnitte: ‚Gegenanzeigen‘ und ‚Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch‘): Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B.: Phenprocoumon) Ciclosporin Digoxin Indinavir Nefazodon, Amitriptylin, Nortriptylin, Paroxetin, Sertralin oralen Kontrazeptiva Theophyllin. Eine Verstärkung der photosensibilisierenden Wirkung anderer Arzneimittel ist möglich. Bei gleichzeitiger Einnahme zentral dämpfender Antidepressiva kann deren Wirksamkeit verstärkt sein."
Abschnitt: Unerwünschte Wirkungen:
"Bei der Anwendung dieses Arzneimittels kann es vor allem bei hellhäutigen Personen durch erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht (Photosensibilisierung) zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen der Hautpartien, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren, kommen. Selten können gastrointestinale Beschwerden, allergische Reaktionen, Müdigkeit oder Unruhe auftreten."
Von diesen Maßnahmen werden allerdings homöopathische Zubereitungen ausgenommen, die Hypericum in einer Potenz von D2, D3 oder höheren Potenzen enthalten. Dies bedeutet, daß es Herstellern homöopathischer Präparate erlaubt sein wird, auf der Basis von Pflanzensaft-Auszügen Verdünnungen von 1:100 (D2) ohne Wirksamkeitsnachweis in Verkehr zu bringen, nicht jedoch Präparate in einer Verdünnung von 1:10 (D1) oder in unverdünntem Zustande von 1:1 (D0, Urtinktur).
Vor dem Hintergrund der in jüngster Zeit bekannt gewordenen Risiken hält es die Arzneimittelkommission für dringend erforderlich, Johanniskraut-haltige Arzneimittel baldmöglich der Apothekenpflicht zu unterstellen. (Pharmazeutische Zeitung 2000).
© Roland Ziegler (26.7.2000)
Literatur
[Ende des Textes]
Online-Lexikon Paramedizin
Zum Begriff: Johanniskraut
Das Johanniskraut entstammt der Familie der Hypericaceae (syn. Guttferae) und wird als Hypericum perforatum bezeichnet. Es handelt sich um eine etwa 60 cm hoch werdende, krautige Pflanze mit 5-zähligen, gelben Blüten mit auffallenden, zahlreichen, langen Staubblättern und gegenständigen, durchscheinend drüsig punktierten Blättern (s. Abb.1).
Ein charakteristisches Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Hypericum-Arten ist der mit 2 Längsleisten versehene Stengel. Auffallend am Johanneskraut sind besonders die gelben und gelbbraunen, u.U. noch in traubig zusammengesetzten Trugdolden stehenden Blüten, deren Kronblätter auf die Fläche zahlreiche dunkle Punkte oder Striche aufweisen (Wichtl 1997). Die Pflanze wächst bevorzugt auf trocken Wiesen und Hängen. Die Blüte erfolgt von Ende Juni bis September, wobei der Tag Johannes des Täufers (24. Juni) als Beginn der Blütezeit namensgebend ist (Bergmann 1999).
Für das Johanniskraut gibt es eine ganze Reihe von Bezeichnungen: Blutkraut, Johannisblut, Hartheu, Herb de millerpertuis (frz.), Herrgottsblut, Hexenkraut, Konradskraut, Mannskraft, St. Johns Wort (engl.), Sonnwendkraut, Teufelsfluchtkraut, Tüpfelhartheu oder Waldhopfenkraut.
An pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen sind im Johanniskraut vorhanden (Wichtl 1997, Bergmann 1999):
- 6-15% Gerbstoffe, vorwiegend vom Catechin-Typ.
- 2-4% Phloroglucinderivate: Hyperforin, Adhyperforin und Hydroperoxycadiforin
- 0,1-0,3% Naphthodiantrhone: Hypericin, Pseudohypericin, Iso-, Proto-, Protopseudo- und Cyclopseudohypericin 0,1-0,3% ätherische Öle, n-Alkane und Monoterpene
- 2-4% Flavinoide: Hyperosid, Isoquercitrin, Kämpferol, Luteolin, Myricetin, Quercetin, Quercitrin und Rutin.
- kleine Mengen Biflavonoide: z.B. I3,II8-Biapigenin und dessen Isomer Amentoflavon
- kleine Mengen Xanthonen: 1,3,6,7,-Tetrahydroxyxanthon
- kleine Mengen oligomere Procyanidine mit ähnlicher Struktur, wie sie auch beim Weißdorn vorhanden sind
- gamma-Aminobuttersäure
Neuerdings findet Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen (Antidepressivum) in der Bevölkerung Verwendung. In den letzten Jahren war deshalb die Pflanze und deren Inhaltsstoffe Gegenstand tierexperimenteller und klinischer Untersuchungen. Der Rohextrakt des Johanniskrauts zeigte in Tiermodellen Wirkungen, die auf antidepressive Eigenschaften schließen lassen konnten. So konnte eine Senkung der Spontanaktivität und eine verringerte Immobilitätsdauer im Forced-Swimming-Test ermittelt werden. Die antidepressive Wirkung scheint dabei auf die korrekte Mischung der Inhaltsstoffe Hypericin, Pseudohypericin und Proantocyanidin (Procyanidin B2) zurückzuführen zu sein, jedoch liegen hierzu abschließende Tierversuchsstudien noch nicht vor. Vorliegende Rezeptorbindungsstudien zeigen nach Bergmann (1999) für den Rohextrakt des Johanniskrauts eine hohe Affinität zu Rezeptoren verschiedener Neurotransmitter (Serotonin, GABA, MAO-A/B, Benzodiazepine), was jedoch die Wirksamkeit des Pflanzenextraktes nicht ausreichend erklärt. Zwar enthalten Johanniskrautpräparate mehrere psychotrop wirksame Substanzen, aber es ist bisher noch nicht gelungen, die antidepressive Wirkung einem bestimmten Inhaltsstoff oder Gemisch aus Inhaltsstoffen zuzuordnen. Bisherige Studien an Patienten zeichnen sich leider nicht durch ein besonders überzeugendes Design aus. Ihre Aussagekraft ist deshalb eingeschränkt, da Patientenzahlen oftmals zu klein, die Patientengruppen sehr heterogen aufgebaut und die Diagnose der Patienten zum Einschluß in die Studien nicht nach standardisierten Verfahren (ICD-9 oder -10) vorgenommen wurde. Es mangelt auch an Daten zur Langzeitgabe, Rückfallrate und -prophylaxe, Langzeittoxizität, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, Kontraindikationen und der Anwendung bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Kindern, Schwangern oder Stillenden (Bergmann 1999). Die Kommission E veröffentlichte bisher keine Gegenanzeigen und ihr sind bisher keine Wechselwirkungen bekannt (Wichtl 1997). Wie man weiter unten sieht, läßt sich jedoch diese Ansicht der Kommission E nicht länger aufrecht erhalten.
Bisherige klinische Studien zeigen, daß Johanniskraut in der Behandlung von Depressionen hinsichtlich der Effektivität nicht nur Placebo gegenüber signifikant überlegen ist, sondern daß es üblichen Standardmedikationen gleichwertig sein kann (Bergmann 1999). Als Indikationen gelten derzeit leichtere Formen neurotischer, endogener oder lavierter Depressionen (z.B. nervöse Erschöpfung, Klimakteriumsbeschwerden, etc.) (Wichtl 1997).
Johanniskrautpräparate gehören mittlerweile in Deutschland zu den meistverkauften Arzneimitteln überhaupt. Sie werden häufiger verkauft als chemisch definierte Antidepressiva und wird beispielsweise in den USA vergleichsweise wenig verwendet. (Bergmann 1999). In zahlreichen Monopräparaten werden Johanniskrautextrakte eingesetzt (Wichtl 1997), die in der Regel auf einen bestimmten Hypericingehalt eingestellt sind. Die Dosierung der Präparate schwankt dabei erheblich (0,05 - 0,9 mg Hypericin pro Dosis). Neuerdings wird oft nur noch dere Trockenextrakt alleine deklariert z.B.
- Hyperforat-Dragees ® (40 mg Tr.E., 0,05 mg Hypericin)
- Hypericum Stada ® N Kapseln (115 mg Tr.E., 0,3 mg Hypericin)
- Helarium ® Hypericum Dragees (270 mg Tr.E., 0,9 mg Hypericin)
- Jarsin ® 300 Dragees (300 mg Tr.E., 0,9 mg Hypericin)
- Remotiv ® Dragees (250 mg Tr.E., 0,5 mg Hypericin)
- Vita Johanniskrautdragée ® (240 mg Gesamthypericin pro Dragée)
Als mittlere Tagesdosis für die innere Anwendung wird von der Kommission E eine Menge von 0,2-1,0 mg Gesamthypericin (= 2-4 g Droge) empfohlen. Als Nebenwirkung kann aufgrund der photosensibilisierenden Wirkung des Hypericins vermehrt Hautrötung und Sonnenbrand auftreten, weshalb den Patienten vom Besuch von Solarien und der Benutzung von Höhensonnen abgeraten wird (Wichtl 1997). Nach Angaben Bergmanns (1999) stellt aber die Photosensibilisierung während der Therapie in der Regel kein Problem dar. Diese Meinung wird von einer Studie aus der Dermatologischen Klinik der Universität Frankfurt/Main gestärkt (Bernd et al. 1999), die menschliche Hautzellen (Keratinozyten) mit Hypericindosen behandelten, die jenen Mengen entsprechen, die für gewöhnlich in der Behandlung leichter Depressionen verwendet werden. Sie waren der Ansicht, daß die resultierenden Blutspiegel nicht für eine Photosensibilisierung ausreichen würden.
Johanniskraut kein "Wundermittel" gegen Krebs
Die medizinische Fachliteratur weißt in den letzten Jahren eine Reihe Untersuchungen auf, die Hypericin bei bestimmten Krebsformen auf seine Wirksamkeit untersuchten.
Im Zellkulturversuch (bestätigende Überprüfungen aus Tier- und Humanversuchen stehen noch aus!) konnte durch die Gabe von Hypericin die Empfindlichkeit von menschlichen Glioblastom-Krebszellkulturen gegenüber Röntgenbestrahlung deutlich erhöhen. Überlebten ohne Hypericingabe 50,2% der Tumorzellen eine Bestrahlung von 6 Gy, waren es bei zusätzlicher Hypericingabe nur noch 26% (Zhang et al. 1996).
Ermutigende Resultate bei einigen wenigen Patienten mit malignem Mesothelium konnten in der Sonderabteilung für Strahlentherapie der Universität Wien erzielt werden (Koren et al. 1996). Hier wurde durch eine kombinierte Therapie aus Laserlicht (632-nm-Argonlaser) und der oralen Einnahme (Hematoporphyrin-Derivate) mit zusätzlichem Auftragen von Hypericinsalbe auf die tumorbefallene Hautstelle eine Zerstörung von Tumorzellen registriert. Von einer Heilung war jedoch nicht zu sprechen.
Wird jedoch Hypericin bei Patienten mit den Hautkrebsarten Basalzellkarzinom bzw. squamösen Zellkarzinom in einer Menge von 40-100 Mikrogramm direkt in die Läsion gespritzt, kann es eine direkte Zerstörung von Teilen des Tumorgewebes bewirken (Alecu et al. 1998).
Diese und andere Studien weisen darauf hin, daß bei ausgewählten Tumoren eine Hypericin-Therapie sinnvoll sein kann, um das Tumorwachstum oder die Tumormetastasierung zu bremsen. Eines dürfte jedoch sicher sein: der geringe Hypericin- und Pseudohypericingehalt der handelsüblichen Präparate ist keinesfalls ausreichend, um die dafür notwendigen Wirkspiegel zu erzeugen. Deshalb stellen die gängigen Präparate keinesfalls neue "Wundermittel" gegen Krebs dar.
Johanniskraut - endlich ein Mittel ohne Reue?
Die fehlende akute Toxizität des Johanniskrauts ergibt sich für die Behandlung depressiver Verstimmungen ein ermutigendes Bild. Es wäre denkbar, daß das Johanniskraut auch bei schwereren Formen der Depression in der Zukunft Anwendung finden könnte. Aber "every cloud has a silver lining": Johanniskraut führt - wie andere Arzneimittel auch - in Einzelfällen (0,4-0,6% der Patienten) zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, allergische Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden (Arznei-Telegramm 8/1996).
Kritisch muß deshalb aus der Sicht des Patienten darauf geachtet werden, daß durch den völlig freien Verkauf von Johanniskraut- oder Johannisölkapseln über Supermarktketten wie ALDI seit Jahren ein "Massenexperiment" sowohl bezüglich der Gesamtbevölkerung als auch bei bestimmten Patientengruppen abläuft, welches sich faktisch jeglicher Kontrolle entzieht. Bemerkenswert ist bei der seit Jahren laufenden Vermarktung nämlich, daß in den Beipackzetteln (Stand November 1998) des im Discounter ALDI vermarkteten Johanniskrautpräparates "St. Benedikt - Vita Johanniskrautdragée" (FB Vertrieb GmbH, Pf. 1660, 21306 Lüneburg) nur auf die Nebenwirkung der Photosensibilisierung abgestellt wird und abgeraten wird, das Mittel bei Kindern im Alter unter 12 Jahren anzuwenden.
Johanniskraut bei HIV-Infizierten wirkungslos
Phytopharmaka werden von HIV-Infizierten und AIDS-Patienten häufig benutzt. Die Anwendungshäufigkeit solcher Mittel liegt bei bis zu 40% (Kassler et al. 1991). Gründe für die starke Nutzung von Johanniskraut unter HIV- und AIDS-Patienten dürften u.a. auch voreilige Publikationen aus Ärztkreisen gegen Ende der 80er Jahre aus der Pathologischen Abteilung des Kaplan Cancer Center in New York gewesen sein (Meruelo et al. 1988, Lavie et al. 1989). In beiden Veröffentlichungen wurde Hypericin und Pseudohypericin als Substanz mit dramatisch hoher antiviraler Potenz bei geringer toxischer Nebenwirkungsrate bezeichnet und insbesondere für die Behandlung von AIDS-Patienten empfohlen.
Klärend wirkte aber eine aktuelle Studie, die im New Yorker University Medical Center an 30 HIV-Infizierten mit bereits schlechtem Immunstatus (CD4-Spiegel weniger als 350 cells/mm3) durchgeführt wurde. Sie zeigte, daß eine i.v.-Gabe von Hypericin in einer Dosis von 0,25-0,5 mg/kg Körpergewicht 2-3mal wöchentlich mehr Nachteile als Vorteile brachte. 53% der Patienten brachen aufgrund toxischer Nebenwirkungen die Studie ab, bei 11 von insgesamt 23 auswertbaren Patienten (47,8%) trat eine schwere Photosensibilisierung der Haut auf. Eine signifikante Veränderung antivirologischer Parameter (HIV p24 Antigenspiegel, HIV-Titer, Anzahl der HIV RNA Virenkopien im Serum oder CD4-Zellzahl) ergab sich nicht (Gulick et al. 1999).
Mittlerweile zeigte sich in einer Studie, die von Piscitelli et al. (2000) veröffentlicht wurde, daß Johanniskrautpräparate die Effektivität des HIV-1 Protease Inhibitors Indinavir um 57 +/- 19% zu senken vermag. Dieser drastische Wirkungsabfall des Anti-HIV-Medikamentes wurde bei 13 von 16 gesunden Probanden festgestellt, die beide Mittel einnahmen.
Juristisches Tauziehen bei der Vermarktung
Da mit Johanniskraut-Präparaten eine Menge Geld verdient werden kann, sind Hersteller aufgrund des harten Wettbewerbs durchaus bereit, dem Präparat Eigenschaften anzudichten, die es nicht besitzen kann. Beispielsweise wurde einem Hersteller von Johanniskrautpräparaten vom OLG Schleswig-Holstein (2.7.1996, Az. 6 U 20/96) rechtskräftig untersagt, mit der Behauptung zu werben, daß sein Mittel in der Lage sei, die Produktion des körpereigenen "Schlafhormons Melatonin" anzuregen (Pharma Recht 1996).
Daß heftig außerhalb der medizinischen Fachkreise für Johanniskrautpräparate geworben wird, obgleich nach § 10 Abs. 2 HWG für Arzneimittel, die dazu bestimmt sind, bei Menschen die Schlaflosigkeit oder psychische Störungen zu beseitigen oder die Stimmungslage zu beeinflussen, untersagt ist, ist seit Jahren bekannt. Da es sich bei Johanniskrautpräparaten aber nicht um ein Mittel handelt, das für die Behandlung psychischer Störungsformen wie Psychosen, Neurosen, persönlichkeitsstörungen oder anderer nicht psychotische oder psychische Störungen bzw. Olegofrenien handelt, sondern es in der Werbung lediglich gegen Erschöpfungszustände aufgrund von Streß und Hektik, nervlicher Überreizung, Erschöpfung und Lustlosigkeit eingesetzt werden soll, ist seine Bewerbung außerhalb der Fachkreise zulässig, die das LG Berlin (91. O. 161/94) entschied (Pharma Recht 1995).
In der Realität bedeutet dies, daß ein Mittel, das den Gemütszustand zu beeinflussen in der Lage ist, dessen Wirkungsweg und die dafür verantwortlichen Wirksubstanz(en) bis heute nicht eindeutig geklärt sind, de facto völlig unkontrolliert vermarktet werden kann.
Hypericin beeinflußt die Wirksamkeit anderer Arzneimittel
Das Institut für Klinische Pharmakologie der Humbold Universität der Berliner Charité fand kürzlich heraus, daß der Extrakt aus dem Johanniskraut bei Personen, die digoxinhaltige Herzmittel einnehmen müssen, die Wirksamkeit des Digoxin deutlich herabsetzt (Johne et al. 1999). Die Autoren gaben in einem plabeco-kontrollierten Einfachblindversuch gesunden Freiwilligen nach fünftätiger einschleichender Digoxintherapie entweder Placebo (n=12 Patienten) oder Johanniskrautpräparat (LI160; 900 mg/d bei n=13 Patienten). Die am ersten Versuchstag (also dem 5. Tag nach Beginn der einschleichenden Digoxineinnahme) gemessenen Digoxinwerte im Blut der Probanden wurden mit jenen Werten verglichen, die am 6. Tag (also dem 1. Placebo-/Verum-Versuchstag) und dem 15. Tag (dem 10. Placebo-/Verum-Versuchstag) gemessen wurden. Unterschieden sich am 1. Versuchstag die Placebo- und die Verumgruppe bezüglich ihrer Digoxinkonzentration noch nicht voneinander, so fand sich am 10. Versuchstag in der mit Johanniskrautextrakt behandelten Probandengruppe ein um 25% (!) erniedrigter Digoxinspiegel.
Ivar Roots, Co-Autor der eben erwähnten Studie, berichtete nach Angaben des "Informationsdienstes Wissenschaft" der Medizinischen Fakultät der Charité vom 18.11.1999 über weitere Untersuchungen, die einen hemmenden Einfluß von Johanniskrautpräparaten auf andere Arzneimittel ergaben. So wurde bei Patienten, die wegen bestehender Depressionen bereits mit Amitriptylin oder Nortriptylin behandelt wurden, unter zusätzlicher 14tägiger Gabe von 900 mg Johanneskraut-Extrakt eine Reduktion der Wirkstoffkonzentrationen um 21% (Amytriptylin) und 40% (Nortriptylin) beobachtet. Ebenso ergab sich, daß Medikamente, die die Wirksubstanz Phenprocoumon enthalten, welche bei Patienten z.B. zur Verhütung von Blutgerinnseln nach Herzinfarkt angewendet wird, schon bei gesunden Probanden im Test eine Verringerung der Phenprocoumon-Spiegel um 17% bewirkten. Patienten, die beispielsweise aufgrund einer viralen Hepatitiserkrankung (u.a. Hepatitis C) eine Leberfibrose erleiden, bauen Johanniskrautpräparate deutlich schneller ab als Lebergesunde, jedoch wird der ebenfalls vorhandene Inhaltsstoff Pseudohypericin deutlich langsamer verstoffwechselt.
Einer weiterer aktuellen Bericht (Ruschitzka et al. 2000), der die Krankengeschichte von zwei herztransplantierten Patienten beschreibt, legt den Verdacht nahe, daß Johanniskraut ursächlich für ein Herabsetzen der Spiegel von Immunsuppressiva ist, die transplantierte Patienten zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion einnehmen müssen. Die Autoren, die an der Züricher Universitätsklinik arbeiteten, berichteten zunächst über einen 61jährigen Patienten mit einer 11 Monate zurückliegenden Herztransplantation, der unter Ciclosporin- (125 mg zweimal tgl.), Azathioprin (100 mg/d) und Corticosteroid- (7,5 mg/d) Immunsuppressionstherapie stand. Der Patient hatte drei Wochen vor seiner Krankenhausaufnahme wegen Depressionen eine Selbstbehandlung mit Jarsin® (900 Mikrogramm Hypericin) in einer Menge von 300 mg/d begonnen. Bei der Krankenhausaufnahme war der Ciclosporinspiegel deutlich gesunken und es war zu einer akuten Abstoßungskrise gekommen. Die Symptome bildeten sich nach Absetzen von Jarsin® wieder zurück. Eine Woche nach Entlassung dieses Patienten kam eine 63jährige herztransplantierte Patientin ebenfalls mit Zeichen einer akuten Abstoßungskrise in die Klinik. Sie hatte das gleiche Immunsuppressionsregime erhalten wie ihr Vorgänge und hatte ebenfalls drei Wochen vorher die gleiche Menge Jarsin® (300 mg/d) wegen Depressionen eingenommen. Auch hier war der Cyclosporinspiegel drastisch gesunken und zwar auf weniger als die Hälfte der notwendigen Konzentration. Auch diese Patientin überstand die Abstoßungskrise, nachdem das Johanniskrautpräparat abgesetzt worden war.
Johanniskrautpräparate haben offensichtlich auch einen störenden Effekt auf gerinnungshemmende Medikamente wie Warfarin, wobei Johanniskrautpräparate die Wirksamkeit von Warfarin herabsetzen können und somit die Gefahr steigt, daß die Patienten thromboembolische Komplikationen erleiden (Yue et al. 2000). Dem schwedischen Gesundheitsministerium wurden in den letzten Jahren insgesamt 8 Fälle gemeldet, in denen Frauen, die mittels Pille verhüteten, derartig verstärkte menstruelle Blutungen erlitten, das medizinische Behandlungsbedürftigkeit entstand. Dabei bestanden enge zeitliche Beziehungen zwischen der Einnahme von Johanneskraut und dem Auftreten von Blutungen, denn es war bei fünf der acht Frauen zwischen beiden Ereignissen nicht mehr als eine Woche verstrichen.
CNN Health gab in einer Pressemitteilung vom 25. Juli 2000 alle jene Wirkstoffe an, die durch Johanneskrautpräparate in ihrer Wirksamkeit herabgesetzt bzw. beeinflußt werden können (Ciampa 2000).
- Medikamente gegen HIV/AIDS: Indinavir, Amprenavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Delavirdin, Efavirenz und Nevirapin
- Medikamente gegen Herzkrankheiten: Digoxin, Digitoxin, Diltiazem, Nifedipin und ß-Blocker
- Medikamente gegen Depressionen: Imipramin, Amoxapin und Amitriptylin
- Medikamente gegen Organabstoßung bei Transplantatempfängern: Cyclosporin, Rapamycin und Tacrolimus
- Medikamente gegen Krampfanfälle/Anfallsleiden: Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital
- Medikamente gegen Krebs: Cyclophosphamid, Tamoxifen, Taxol und Etoposid
Johanniskrautpräparate bald verschreibungspflichtig?
Ivar Roots erwartet aufgrund dieser Resultate, daß in der Bundesrepublik eine Verschreibungspflicht für Johanniskrautpräparte bevorsteht, da es erkrankten Patienten nicht zugemutet werden könne, die Einnahme von Johanniskrautmedikamenten auf eigene Verantwortung in Einklang mit ihrer Grunderkrankung zu bringen. In Schweden sind Johanniskrautpräparate keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern natürliche Heilmittel, für deren Sicherheit und Qualitätskontrolle die Medical Products Agency (MDA) zuständig ist. Aufgrund der diversen Neben- und Wechselwirkungen von Johanniskrautpräparaten hat sich die MDA dieses Jahr entschlossen, alle Hersteller zu kontaktieren und diese zur Anfertigung von wissenschaftlichen Studien zur Abklärung der Problematik anzuhalten. Solange diese Studien fehlen, wurden die Firmen aufgefordert, auf die Packungen und in die Packungsbeilagen einen Vermerk anzubringen, daß Johanniskrautpräparate nicht gleichzeitig mit irgendeiner medikamentösen Therapie eingenommen werden sollten (Yue et al. 2000).
In Österreich ist seit Anfang Juli Johanniskraut als Arzneimittel eingestuft. War es bisher frei verkäuflich, so kan man es ab Juli nur noch in Apotheken verkaufen. Verschiedene Präparate, die in Drogerien öffentlich beworben wurden, dürfen ab sofort nicht mehr abgegeben werden. Ebenso die Präparate, die keine Teezubereitungen sind, sondern das pulverisierte Johanniskraut enthalten, erhalten einen Status als zulassungspflichtiges Arzneimittel (Die Presse, 2000).
Der Weg des Johanniskrautpräparates zeigt, daß auch bei pflanzlichen Arneimitteln es stets denkbar ist, daß diese auf lange Sicht Nebenwirkungen oder sogar Schäden erzeugen können. Vor einem permanenten Konsum dieser Präparate wäre deshalb meiner Meinung nach vor allem dann abzuraten, wenn es sich bei den Konsumenten um Kinder, Schwangere, Stillende, Patienten mit bestehenden und bereits mit anderen Medikamenten behandelten Depressionen, Patienten mit digoxinpflichtigen Herzerkrankungen, medikamentös behandelten Gerinnungsstörungen oder Leberfunktionsstörungen handelt. HIV- oder AIDS-Patienten sollten sich gerade bei schlechter Abwehrlage überlegen, Johanniskrautpräparate als Antidepressivum nur in niedrigen Dosen einzunehmen, um einer Photosensibilisierung zu entgehen. Vor allem Patienten, die Proteasehemmer einnehmen, um die Viruslast zu senken, sollten keine Johanniskrautpräparate konsumieren, um einer Resistenzbildung von HIV und damit einem vorzeitigen Versagen der Therapie vorzubeugen.
Nach einer längeren Periode des Abwartens wird nun auch in Deutschland behördlicherseits das Nebenwirkungspotential des Johanniskrauts erkannt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ließ zu Jahresbeginn 2000 verlauten, "Ergänzungen" an den Packungsbeilagen anordnen zu wollen (Arznei-Telegramm 2000).
Neuste Pressemitteilungen zeigen, daß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die betroffenen pharmazeutischen Unternehmer am 24.3.2000 darüber unterrichtet hat, dass Änderungen in den Gebrauchs- und Fachinformationen von Johanniskraut (Hypericum)-haltigen Arzneimitteln für erforderlich gehalten werden. Die Hersteller haben Gelegenheit im Rahmen einer schriftlichen Anhörung nach dem Stufenplan innerhalb von 4 Wochen Stellung zu nehmen (Pharmazeutische Zeitung 2000).
Das BfArM beabsichtigt folgende Ergänzungen der Produktinformationen anzuordnen:
Abschnitt: Gegenanzeigen
"Nicht anwenden bei schweren, endogenen Depressionen. [Arzneimittelname] darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit folgenden Wirkstoffen: Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B.: Phenprocoumon) Ciclosporin Digoxin Indinavir und anderen Proteaseinhibitoren in der Anti-HIV-Behandlung Nicht anwenden bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit."
Abschnitt: Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch:
"Bei gleichzeitiger Anwendung von [Arzneimittelname] kann die Wirksamkeit von Theophyllin und einigen Antidepressiva abgeschwächt sein. Patienten, die [Arzneimittelname] und gleichzeitig Arzneimittel mit einem dieser Wirkstoffe einnehmen, sollten den Rat ihres behandelnden Arztes einholen (siehe auch Abschnitt ‚Wechselwirkungen ‘). Während der Anwendung von [Arzneimittelname] sollte eine intensive UV-Bestrahlung (lange Sonnenbäder, Höhensonne, Solarien) vermieden werden."
Abschnitt: Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und andere Formen von Interaktionen:
"In Einzelfällen wurden Wechselwirkungen, die zu einer Abschwächung der therapeutischen Wirksamkeit führen können, mit folgenden Mitteln festgestellt (siehe auch Abschnitte: ‚Gegenanzeigen‘ und ‚Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch‘): Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B.: Phenprocoumon) Ciclosporin Digoxin Indinavir Nefazodon, Amitriptylin, Nortriptylin, Paroxetin, Sertralin oralen Kontrazeptiva Theophyllin. Eine Verstärkung der photosensibilisierenden Wirkung anderer Arzneimittel ist möglich. Bei gleichzeitiger Einnahme zentral dämpfender Antidepressiva kann deren Wirksamkeit verstärkt sein."
Abschnitt: Unerwünschte Wirkungen:
"Bei der Anwendung dieses Arzneimittels kann es vor allem bei hellhäutigen Personen durch erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht (Photosensibilisierung) zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen der Hautpartien, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren, kommen. Selten können gastrointestinale Beschwerden, allergische Reaktionen, Müdigkeit oder Unruhe auftreten."
Von diesen Maßnahmen werden allerdings homöopathische Zubereitungen ausgenommen, die Hypericum in einer Potenz von D2, D3 oder höheren Potenzen enthalten. Dies bedeutet, daß es Herstellern homöopathischer Präparate erlaubt sein wird, auf der Basis von Pflanzensaft-Auszügen Verdünnungen von 1:100 (D2) ohne Wirksamkeitsnachweis in Verkehr zu bringen, nicht jedoch Präparate in einer Verdünnung von 1:10 (D1) oder in unverdünntem Zustande von 1:1 (D0, Urtinktur).
Vor dem Hintergrund der in jüngster Zeit bekannt gewordenen Risiken hält es die Arzneimittelkommission für dringend erforderlich, Johanniskraut-haltige Arzneimittel baldmöglich der Apothekenpflicht zu unterstellen. (Pharmazeutische Zeitung 2000).
© Roland Ziegler (26.7.2000)
Literatur
- Arznei-Telegramm
- Johanniskraut doch mehr als ein "Edelplacebo"?
- Arznei-Telegramm, Nr.8, 81, 1996 (www.arznei-telegramm.de)
- Arznei-Telegramm
- Neues zu Johanniskraut (Jarsin u.a.) - Manie und wichtige Interaktionen
- Arznei-Telegramm, Nr.3, 2000 (http://www.arznei-telegramm.de/0003/neben.shtml)
- Alecu, M., Ursaciuc, C., Halalau, F., Coman, G., Merlevede, W., Waelkens, E., de Witte, P.
- Photodynamic treatment of basal cell carcinoma and squamous cell carcinoma with hypericin.
- Anticancer Res, 18(6B), 4651-4654, 1998
- Bergmann, J.
- Pflanzliche Antidepressiva.
- Seminararbeit, Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie, Prof. P. Schreiber, Würzburg, 15-20, Sommersemester 1999
- Bernd, A., Simon, S., Ramirez Bosca, A., Kippenberger, S., Diaz Alperi, J., Miquel, J., Villalba Garcia, J.F., Pamies Mira, D., Kaufmann, R.
- Phototoxic effects of Hypericum extract in cultures of human keratinocytes compared with those of psoralen.
- Photochem Photobiol, 69, 218-21, 1999
- Ciampa, L.
- Prescriptions foiled by St. John's Wort. Herbal antidepressant use can pose problems.
- CNN.com.Health, http://www.cnn.com/2000/HEALTH/alternat ... index.html, 25. Juli 2000
- Die Presse
- Gesundheit, S.9, 23.07.2000
- Gulick, R.M., McAuliffe, V., Holden-Wiltse, J., Crumpacker, C., Liebes, L., Stein, D.S., Meehan, P., Hussey, S., Forcht, J., Valentine, F.T.
- Phase I studies of hypericin, the active compound in St. John's Wort, as an antiretroviral agent in HIV-infected adults. AIDS Clinical Trials Group Protocols 150 and 258.
- Ann Intern Med, 130, 510-514, 1999
- Informationsdienst Wissenschaft - Pressemitteilung
- Johanniskraut verändert die Wirksamkeit anderer Medikamente - Studien an der Charité.
- Aus der Medizin für die Medien 29-1999, 18.11.1999
- Johne, A., Brockmoller, J., Bauer, S., Maurer, A., Langheinrich, M., Roots, I.
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- Therapeutic agents with dramatic antiretroviral activity and little toxicity at effective doses: aromatic polycyclic diones hypericin and pseudohypericin.
- Proc Natl Acad Sci U S A, 85, 5230-5234, 1988
- Pharma Recht
- Werbung für Johanniskrautpräparat.
- Pharma Recht, Nr.1, 28-29, 1995
- Pharma Recht
- Werbung für Johanniskrautpräparat irreführend.
- Pharma Recht, Nr.11, 359-364, 1996
- Pharmazeutische Zeitung
- Arzneimittelkommission.
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- Indinavir concentrations and St. John's wort.
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- Wiss. Verlagsgesell. Stuttgart, 3. Aufl., 309-312, 1997
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- Enhancement of radiosensitivity in human malignant glioma cells by hypericin in vitro.
- Clin Cancer Res, 2, 843-846, 1996
[Ende des Textes]
hallo Time,
Du machst Dir ja eine Menge Arbeit mit mir. Vielen Dank dafür.
Kann mir diese Tabletten auch ein Psychotherapeut verschreiben, oder kann das nur ein anderer Arzt? Dann müsste ich nämlich schon wieder zu meinem Hausarzt, und das möchte ich im Moment nicht.
Johanniskrautprodukte sind ja auch im Supermarkt erhältlich. Sind die auch zu empfehlen?
Gruß und nochmals vielen Dank für Deine Mühen
tyra
Du machst Dir ja eine Menge Arbeit mit mir. Vielen Dank dafür.
Kann mir diese Tabletten auch ein Psychotherapeut verschreiben, oder kann das nur ein anderer Arzt? Dann müsste ich nämlich schon wieder zu meinem Hausarzt, und das möchte ich im Moment nicht.
Johanniskrautprodukte sind ja auch im Supermarkt erhältlich. Sind die auch zu empfehlen?
Gruß und nochmals vielen Dank für Deine Mühen
tyra
Cabrio fahren ist meine Medizin
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
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noch keine Medikamente und ich wünsche mir, dass das so bleibt!
Hallo Tyra,
Ich hab nochmal nachgelesen. Das Präparat, das betreff der Stabilität und des Hyperforingehalts sehr oft genannt wird, ist Neuroplant. Ob das jedoch wirklich besser ist, kann ich nicht sagen.
Gruß
Time
http://www.apotheker.at/internet/OEAK/N ... News&iif=0
Hält sich noch in Grenzen, da ich die Texte und Links im Rechner habe und nur kopieren muss.Du machst Dir ja eine Menge Arbeit mit mir.
Verschreiben kann nur der Arzt. Erhebe dich und hole es dir, das dauert nur ein, zwei Stunden; dein Zustand hat dann aber eine Chance auf Änderung, damit du eine Therapie anfangen kannst.Kann mir diese Tabletten auch ein Psychotherapeut verschreiben, oder kann das nur ein anderer Arzt?
Nein! Siehe den Link unten.Johanniskrautprodukte sind ja auch im Supermarkt erhältlich. Sind die auch zu empfehlen?
Ich hab nochmal nachgelesen. Das Präparat, das betreff der Stabilität und des Hyperforingehalts sehr oft genannt wird, ist Neuroplant. Ob das jedoch wirklich besser ist, kann ich nicht sagen.
Gruß
Time
http://www.apotheker.at/internet/OEAK/N ... News&iif=0
Hallo Tyra,
noch eine rein intuitive Anmerkung: Es könnte sein, dass du ganz einfach zu allein bist und dich damit sehr stark auf dich selbst konzentrierst. Damit kommen zwangsläufig unverarbeitete Erfahrungen hoch. Vielleicht solltest du dir eine Arbeit suchen, um mehr mit Menschen zusammen zu sein? Das kann auch etwas unbezahltes sein. Wenn du dich auf die Verarbeitung alter traumatischer Erfahrungen nachträglich einläßt, ist das eine Menge Arbeit und es gibt u.U. keinen Weg zurück. Und unternimm mit deinem Mann regelmässig etwas, Cabrio fahren bei diesem Wetter, Kino, Joggen oder Radfahren oder Schwimmen gehen, zusammen Kochen usw. Und schalt den Fernseher aus, der macht fast genauso sicher depressiv wie nichts tun!
Gruß
Time
noch eine rein intuitive Anmerkung: Es könnte sein, dass du ganz einfach zu allein bist und dich damit sehr stark auf dich selbst konzentrierst. Damit kommen zwangsläufig unverarbeitete Erfahrungen hoch. Vielleicht solltest du dir eine Arbeit suchen, um mehr mit Menschen zusammen zu sein? Das kann auch etwas unbezahltes sein. Wenn du dich auf die Verarbeitung alter traumatischer Erfahrungen nachträglich einläßt, ist das eine Menge Arbeit und es gibt u.U. keinen Weg zurück. Und unternimm mit deinem Mann regelmässig etwas, Cabrio fahren bei diesem Wetter, Kino, Joggen oder Radfahren oder Schwimmen gehen, zusammen Kochen usw. Und schalt den Fernseher aus, der macht fast genauso sicher depressiv wie nichts tun!
Gruß
Time