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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

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Ebenfalls Absetzsymptome!?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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AnjaC
Beiträge: 12
Registriert: 20.06.2004 21:12

Ebenfalls Absetzsymptome!?

Beitrag von AnjaC »

Vor 7 Wochen habe ich also die letzte Seroxat genommen. Es handelte sich dabei noch um 1/8 Tablette.
Die darauffolgenden Zaps waren auszuhalten, ansonsten habe ich mich befreit geführt. Ich wollte gar nicht über Symptome nachdenken und sie mir einfach wegleugnen. Nach und nach merkte ich aber, daß ich ganz komische Körpergefühle bekomme.
Meine Arme und Beine fühlen sich seltsam an, kribbeln oft, sind schwer und oft fühle ich dies am ganzen Körper. Es ist unbeschreiblich und macht mich sehr unglücklich, weil sich alles nach einer schlimmen Krankheit anfühlt. Die Zaps spüre ich nur noch sporadisch und nicht mehr jeden Tag. Dafür hae ich oft einen Durck im Kopf, den ich während der Einnahme noch viel öfter hatte.
Begleitet wird dies alles mit einer für meine Verhältnisse großen Zurückhaltung. Ich möchte mich am liebsten nur noch auf dem Sofa aufhalten (geht leider nicht mit zwei Kindern).
Manchmal habe ich das Gefühl, kurz vor dem Durchdrehen zu sein, weil ich mich jetzt seit nunmehr zwei Jahren immer wieder etwas habe, daß zunächst als Angsterkrankung diagnostiziert wurde, dann immer körperlicher spürbar war (besonders im Bauch) und auch mit Seroxat immer neue Formen angenommen hat. Untersucht ist do ziemlich alles und nie ergab es eine Diagnose.
Ich habe so die Nase voll, immer alles zu analysieren und mich zu fragen, wo dies herkommt, was möchte mir mein Körper sagen. Eine Gesprächstherapie habe ich hinter mir.
Meine Frage: Sind dies Symptome, die auf das Absetzen schließen können? Hängt die Dauer der Absetzsymptome mit der Einnahme zusammen (1 Jahr)? Für eure Antworten danke ich euch!
Viele Grüße Anja
Seroxat 20mg seit 05/03
Seroxat 10mg seit 03/04
Seroxat 5mg seit Ende 05/04
10mg seit 06/04 laaaaaangsam reduziert bis auf Körnchen
seit 25.08. auf 0 (und hoffentlich für immer)
Hippo
Beiträge: 95
Registriert: 21.10.2003 17:16
Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von Hippo »

Hallo Anja,

"Symptome wegleugnen" ist natürlich nicht so einfach, gerade, wenn die Körperwahrnehmung ohnehin blendend funktioniert. Falls es Dich ein wenig beruhigt, diese Schwere / Schwäche in Armen und Beinen habe ich heute - 6 Monate ohne Paroxetin - noch recht oft und natürlich macht es mich manchmal unruhig und ich muss immer wieder aufpassen, dass die "Gedankenmaschinerie" nicht wieder losgeht.
"Die Nase voll haben, vom analysieren", das finde ich wiederum gar keine schlechte "Strategie". Diese Art Resignation, dass sowieso alles untersucht ist - ohne körp. Befund, dass man nicht mal mehr eine Idee hat, welche üble Krankheit das sein könnte, hat mir schon sehr oft geholfen. In Verbindung mit der Tatsache, dass es einem dann doch auch oftmals ganz gut geht, dass man trotz dieser "Handicaps" doch im Stande ist, einiges zu leisten (mach eine Liste und Du wirst erstaunt sein...), wirkt das auf jeden Fall beruhigend bzw. angstreduzierend. Ausserdem, wenn man die Erfahrungsberichte hier liest, kann es sich durchaus um Absetztsymptome handeln, die auch länger anhalten können.
Man sollte berücksichtigen, dass Angststörungen die verschiedensten Symptome verursachen können, dass Symptome sich "somatisieren" können, obwohl die Angst nicht mehr akut da ist und dass schliesslich das Absetzen von Paroxetin, das scheinbar den kompletten Stoffwechsel nachhaltig beeinflusst, nachweislich Absetzsymptome verursacht. Wenn man das alles zusammenrechnet, kann und muss man glaube ich die Frage "Was möchte mir mein Körper damit sagen ?" nicht unbedingt jetzt beantworten.

Ich glaube, wir brauchen noch mehr Geduld und noch weniger Angst.

Liebe Grüsse erstmal.
Hippo
AnjaC
Beiträge: 12
Registriert: 20.06.2004 21:12

Beitrag von AnjaC »

Hallo Hippo,

ich danke dir für deine Antwort. Das schwierigste ist wohl, endlich mal eine Lösung für sich selbst zu akzeptieren. Ich habe eigentlich keinem Arzt mehr irgendetwas geglaubt, weil mir doch letztendlich keiner geholfen hat. Deshalb bin ich immer so erstaunt, stehe dem aber auch bewundernd gegenüber, wenn Leute sich so sicher sind, daß die Symptome z.B. von Absetzen kommen.
Ich habe mir jetzt vorgenommen, dies ebenfalls so zu akzeptieren und einfach Geduld zu haben.
Mit "analysieren" meinte ich eigentlich hauptsächlich die Ursache für meine Angsterkrankung. Wenn ich rückblicke hat mein ganzer körperlicher Zustand eigentlich mit Angstzuständen vor zwei Jahren angefangen. Ich bin der Meinung, daß Angstzustände nicht einfach so kommen, obwohl mir das eine Allgemeinmedizinerin so verkaufen wollte. Trotz Psychotherapie habe ich den richtigen Punkt bzw. die richtige Lösung noch nicht gefunden und diese Analysiererei geht mir auf die Nerven mittlerweile. Hast aber Recht, daß man dies auch auf die Suche nach körperlicher Krankheit beziehen kann.
Machen wir also weiter wie bisher und warten auf noch bessere Zeit, die bestimmt auch wieder kommen. (Bleibt ja auch nichts anderes übrig!)
Viele Grüße ANJA
Seroxat 20mg seit 05/03
Seroxat 10mg seit 03/04
Seroxat 5mg seit Ende 05/04
10mg seit 06/04 laaaaaangsam reduziert bis auf Körnchen
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