Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->
Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Tapering Strips

Das Ausschleichen von Antidepressiva, Benzodiazepinen und anderen Psychopharmaka kann schwierig und langwierig sein. Hier findet ihr Artikel, die die jahrelange Erfahrung der Teilnehmer widerspiegeln.
Antworten
Elefantenfuss
Beiträge: 50
Registriert: Freitag, 21.04.17, 18:30
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Tapering Strips

Beitrag von Elefantenfuss » Sonntag, 17.03.19, 14:06

Hallo ihr Lieben,

heute las ich einen sehr interessanten Artikel, in dem es um die Fragestellung ging, ob es bei Psychopharmaka tatsächlich Absetzsymptome gibt und wie man am besten vorgehen sollte. Es wurde auch über das "Tapering Stripes" Projekt gesprochen und ich schaute mir die Seite direkt an. Für alle gängigen Psychomarmaka gibt es mithilfe dieser Streifen, die Möglichkeit, die Dosis minimal zu reduzieren. Die Bestellung ist nicht nur über die Niederlande möglich, um zu bestellen, muss ein Arzt den Bogen ausfüllen. Die Kosten muss man natürlich selber tragen. Leider gibt es bisher keine Erfahrungsberichte und ich würde mich gerne mehr darüber informieren, auch ob die Kassen das Projekt kennen und ggf. die Kosten dafür tragen würden. Hat irgendjemand schon Erfahrungen damit gemacht?
Das wäre so hilfreich und super!

Liebe Grüße
Elefantenfuss
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 15.04.19, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: titel korrigiert (strips statt stripes)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Elefantenfuss für den Beitrag (Insgesamt 6):
ArianrhodinandoutJamieMurmelinepadmaRosenrot
- Seit 2011 Mirtazapin 45 mg. Beginn Absetzen 21.04.2017 mit der Wasserlösemethode 40,5mg.
1. Woche: Bisher nur Schwindel, Kopfschmerzen, morgens innere Unruhe, frühes Erwachen, vermehrtes Träumen, gereizter, schneller wieder "Reizüberflutung", wie Watte im Kopf
2. Woche: Immernoch zum Nachmittag hin starke Kopfschmerzen, Schwindel bei körperlicher Belastung und Unruhe weniger geworden. Gereiztheit weniger, wieder ruhigerer Schlaf. Keine Zunahme von depressiven Symptomatiken.

3. Woche: Deutliche Symptomzunahme, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Stimmungsverschlechterung, unruhiger Schlaf
4. Woche: Regulierung der Symptome, deutlich stabiler, nächsten Absetzschritt noch nicht vorgenommen bei 40,5 mg geblieben.
5. Woche: Keine Symptomzunahme, wieder stabil.
6. Woche 02.06.2017: Nächster Absetzschritt auf 37,5mg in Tablettenform. Morgendliche Maddeligkeit und Müdigkeit, keine weiteren Symptome.
ab 8. Woche Symptomverschlechterung, akustische Halluzinationen, Rückfälle
Juni 2017 bei 37,5 mg geblieben



Problem - Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen (Bertold Brecht)

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18032
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 23023 Mal
Danksagung erhalten: 29550 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Jamie » Montag, 15.04.19, 11:11

Hallo Elefantenfuß, :)

leider nein :(.
Magst du vielleicht Pionier spielen und das mal ausprobieren und uns berichten?

Ich denke auf jeden Fall, dass die Krankenkasse es nicht bezahlt.
Man muss wahrscheinlich schon dankbar sein, wenn der Arzt kooperiert und den Bogen ausfüllt :wacko:....

Liebe Grüße
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag (Insgesamt 3):
MurmelineRosenrotElefantenfuss
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14521
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 15036 Mal
Danksagung erhalten: 14419 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Murmeline » Montag, 15.04.19, 11:24

Guten Morgen!

Möchte ergänzen, dass es die Infos neu jetzt auch auf deutsch gibt: https://www.taperingstrip.de

Murmeline mit Grüßen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 6):
padmaFineFinchenKaenguruRosenrotJamieElefantenfuss
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Smilla
Beiträge: 776
Registriert: Freitag, 11.01.19, 16:10
Hat sich bedankt: 1066 Mal
Danksagung erhalten: 1213 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Smilla » Montag, 15.04.19, 12:39

Hallo,

na wenn das nicht die Anerkennung der absoluten Notwendigkeit des Ausschleichens bedeutet ... *Daumen hoch*

Grüße, Smilla
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Smilla für den Beitrag (Insgesamt 2):
JamieAnjalena
► Text zeigen

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14521
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 15036 Mal
Danksagung erhalten: 14419 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 16.04.19, 7:38

Hier ein zusammenfassender Artikel, wir es funktioniert:
https://www.depression-heute.de/blog/taperingstrip
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 2):
ElefantenfussAnjalena
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

lionel
Beiträge: 38
Registriert: Sonntag, 18.03.18, 11:10
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von lionel » Dienstag, 16.04.19, 10:17

Hallöchen,

ich habe in 2 Wochen einen Termin bei meiner Psychiaterin und werde das Formular mitnehmen und ihr meinen Plan präsentieren. Eigentlich hält sie nichts von Absetzsymptomen, aber reden war schon immer meine Stärke und ich möchte sie davon überzeugen!

Also wenn alles gut geht werde ich Anfang Mai die Tapering Stripes haben und damit beginnen. Habe gerade ein bisschen gespartes auf der Seite und möchte mir das einfach leisten. Würde dann ausführlich im Forum darüber berichten :) Melde mich spätestens in zwei Wochen wieder ;)

Ganz liebe Grüße,
lionel aus Wien
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor lionel für den Beitrag (Insgesamt 4):
KaenguruSmillaElefantenfussJamie
Anfang 2017:
Angstzustände, Schlafstörungen, Depression, Panikattacken.
März 2017:
Von meiner Psychiaterin verschrieben und genommen ab 10. März:
15mg Praxiten (Benzo) 2mal
25mg Sertralin für eine Woche...danach auch 50mg hochdosiert.
NW: große nicht aushaltbare Anspannung in der Nacht, Kopfschmerzen, starke Verspannung beim Genick und Hals, psychosomatische Symptome (Zuckendes Auge, Sprachstörungen, Verkrampfung der linken Gesichtshälfte, Muskeltonus links nicht kontrollierbar, Schwierigkeiten zu stehen.

Ab Ende März: Aufentahlt in der Psychiatrie, 6 Wochen. Benzo wird innerhalb von 2 Wochen abgesetzt und nur noch bei Bedarf, Lyrica wird eindosiert, täglich um 25mg mehr bis zu 200mg und etwas später auf 300mg.

Ab Mai: 50mg Sertralin und 300mg Lyrica und bei Bedarf 15mg Oxazepam

Ab November 2017: 75mg Sertralin und 300mg Lyrica
NW: Einschlafprobleme, lebhafte Träume und Nachtschweiß
Libido kaum vorhanden...

10.3.18: weniger 25mg Sertralin, nun 50mg
NW: sehr trockener Hals -> Halsschmerzen, trockene Lippen, Nase und Augen; Muskelschmerzen am Rücken, sehr lebhafte Träume, dazwischen Kopfschmerzen und Verspannungen beim Hals.

28.3.18: etwas mehr Angstzustände, aber noch im Rahmen, Halsschmerzen und Trockenheit viel besser, Nachtschweiß ubd lebhafte Träume weiterhin vorhanden...

Sertralin wird erstmals nicht weiter abgesetzt!

10.6.18: Lyrica 125-0-150 (25mg am Vm reduziert)
NW: Muskelschmerzen, Darmprobleme und Schmerzen, Verspannungen.

9.7.18: Lyrica 100-0-150 (25mg am Vm reduziert)

10.10.18: Lyrica 100-0-125 (25mg am Abend weniger)

28.12.18: Lyrica 100-0-100 (25mg am Abend weniger)

Nahrungsergänzungsmittel
Vitamin D3 40.000 i.E. pro Woche, Mönchspfeffer 20mg/Tag, Magnesium 150mg/Tag und Vitamin K2 100mg/Tag

Elefantenfuss
Beiträge: 50
Registriert: Freitag, 21.04.17, 18:30
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Elefantenfuss » Freitag, 10.05.19, 17:11

Hey ihr Lieben,

@lionel Da drücke ich Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen und bin gespannt, auf Deine Erfahrungen!

ich habe nun auch gerade entdeckt, dass es die Bestellformulare und Hinweise jetzt auch auf deutsch gibt :) Sehr erfreulich! Ich habe mir nun alles ausgedruckt und habe in zwei Wochen einen Termin bei meiner Ärztin. Vielleicht lässt sie sich so davon überzeugen und nimmt die Thematik bezüglich Absetzsymptome endlich ernst und unterstützt mich in meinem Vorhaben. Als ich es auf eigene Faust anfing, war sie natürlich nicht sonderlich erbaut davon :o
Ich hatte in meiner Apotheke nachgefragt, ob Ihnen dieses Projekt bekannt ist und ob es so etwas in der Art auch schon in Deutschland gibt. Leider bisher nicht, es gäbe nur die Möglichkeit, bei einigen Medikamenten, die es nicht in Tropfenform gibt, Kapseln herzustellen.
Ich werde vorab noch mit meiner Krankenkasse sprechen, denn in dem Infoblatt steht auch, dass dieses Verfahren, laut eines Urteils des Gerichtshofs der europäischen Union, erstattungsfähig ist. Das werde ich noch mal evaluieren, ob das für alle Kassen gilt und auch in Deutschland.
Ich werde ebenfalls weiter berichten und bin frohen Mutes :D

Ganz herzliche Grüße
Elefantenfuß
Zuletzt geändert von Elefantenfuss am Freitag, 10.05.19, 17:21, insgesamt 2-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Elefantenfuss für den Beitrag (Insgesamt 3):
MurmelinepadmaJamie
- Seit 2011 Mirtazapin 45 mg. Beginn Absetzen 21.04.2017 mit der Wasserlösemethode 40,5mg.
1. Woche: Bisher nur Schwindel, Kopfschmerzen, morgens innere Unruhe, frühes Erwachen, vermehrtes Träumen, gereizter, schneller wieder "Reizüberflutung", wie Watte im Kopf
2. Woche: Immernoch zum Nachmittag hin starke Kopfschmerzen, Schwindel bei körperlicher Belastung und Unruhe weniger geworden. Gereiztheit weniger, wieder ruhigerer Schlaf. Keine Zunahme von depressiven Symptomatiken.

3. Woche: Deutliche Symptomzunahme, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Stimmungsverschlechterung, unruhiger Schlaf
4. Woche: Regulierung der Symptome, deutlich stabiler, nächsten Absetzschritt noch nicht vorgenommen bei 40,5 mg geblieben.
5. Woche: Keine Symptomzunahme, wieder stabil.
6. Woche 02.06.2017: Nächster Absetzschritt auf 37,5mg in Tablettenform. Morgendliche Maddeligkeit und Müdigkeit, keine weiteren Symptome.
ab 8. Woche Symptomverschlechterung, akustische Halluzinationen, Rückfälle
Juni 2017 bei 37,5 mg geblieben



Problem - Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen (Bertold Brecht)

Elefantenfuss
Beiträge: 50
Registriert: Freitag, 21.04.17, 18:30
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Elefantenfuss » Freitag, 10.05.19, 17:19

Smilla hat geschrieben:
Montag, 15.04.19, 12:39
Hallo,

na wenn das nicht die Anerkennung der absoluten Notwendigkeit des Ausschleichens bedeutet ... *Daumen hoch*

Grüße, Smilla
Liebe Smilla,

ja, eindeutig! Das habe ich auch als erstes gedacht. Die Holländer sind da offensichtlich um Einiges weiter, wo Deutschland gerade mal damit beginnt, sich damit auseinanderzusetzen und in der Psychiatrie nur langsam :schnecke: , endlich, immer mehr durchsickert, dass es Absetzsymptome gibt und diese nicht ausgedacht oder mit einer Verschlimmerung der Grunderkrankung zu tun haben. Hoffentlich wird man bald nicht mehr auf so viel Gegenwind stoßen, sondern auf aufgeklärte Ärzte und Therapeuten. :sports:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Elefantenfuss für den Beitrag (Insgesamt 2):
AnjalenaJamie
- Seit 2011 Mirtazapin 45 mg. Beginn Absetzen 21.04.2017 mit der Wasserlösemethode 40,5mg.
1. Woche: Bisher nur Schwindel, Kopfschmerzen, morgens innere Unruhe, frühes Erwachen, vermehrtes Träumen, gereizter, schneller wieder "Reizüberflutung", wie Watte im Kopf
2. Woche: Immernoch zum Nachmittag hin starke Kopfschmerzen, Schwindel bei körperlicher Belastung und Unruhe weniger geworden. Gereiztheit weniger, wieder ruhigerer Schlaf. Keine Zunahme von depressiven Symptomatiken.

3. Woche: Deutliche Symptomzunahme, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Stimmungsverschlechterung, unruhiger Schlaf
4. Woche: Regulierung der Symptome, deutlich stabiler, nächsten Absetzschritt noch nicht vorgenommen bei 40,5 mg geblieben.
5. Woche: Keine Symptomzunahme, wieder stabil.
6. Woche 02.06.2017: Nächster Absetzschritt auf 37,5mg in Tablettenform. Morgendliche Maddeligkeit und Müdigkeit, keine weiteren Symptome.
ab 8. Woche Symptomverschlechterung, akustische Halluzinationen, Rückfälle
Juni 2017 bei 37,5 mg geblieben



Problem - Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen (Bertold Brecht)

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 14521
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 15036 Mal
Danksagung erhalten: 14419 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Murmeline » Freitag, 10.05.19, 17:49

Hallo Elefantenfuss!

In Deutschland können Psychiater Individualrezepte ausstellen. Meist muss man für die Herstellung dazu bezahlen. Aber eigentlich kommt man do an jede beliebige Dosismenge. Wenn der Arzt mitspielt.

Hier der Link: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=1030
Und hier ein kurzes Video, wie das geht (in der Apotheke): https://www.youtube.com/watch?v=ql7Nw3CY2R8
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 4):
ElefantenfussRosenrotAnjalenaJamie
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Rosenrot
Beiträge: 795
Registriert: Montag, 20.03.17, 7:30
Hat sich bedankt: 2168 Mal
Danksagung erhalten: 2158 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Rosenrot » Freitag, 10.05.19, 18:29

Hallo,

in Bezug auf Escitalopram wird empfohlen, auf Citalopram umzusteigen. (Escitalopram-Strips werden nicht angeboten).

Geht das wirklich so einfach?

Also ich würde mich nicht trauen, von 5 mg Escitalopram auf 10 mg Citalopram umzustellen.

Was meint ihr?

Dankeschön.

LG Rosenrot
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Rosenrot für den Beitrag (Insgesamt 3):
AnnanascarlottaJamie
► Text zeigen

carlotta
Beiträge: 3331
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10
Hat sich bedankt: 7484 Mal
Danksagung erhalten: 7767 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von carlotta » Montag, 13.05.19, 16:58

Hallo Rosenrot,

so lautete früher die Standardempfehlung, auch in sog. Absetzforen, von Citalopram auf Escitalopram umzusteigen, weil es letzteres flüssig gab bzw. zur leichteren Dosierung. (Soweit ich weiß, gibt es mittlerweile auch Citalopram als Tropfen.)

Nach den zahlreichen Erfahrungen, die über die Jahre so gemacht und mitgeteilt wurden, wäre ich mittlerweile auch vorsichtig mit der Umstellung, v. a. ad hoc, da gerade bei einem bereits sensibilisierten ZNS jedwede noch so geringe Veränderung schon spürbare Auswirkungen haben kann. Das sieht man ja schon daran, dass Betroffene immer wieder bei Präparate- bzw. Herstellerwechseln wegen anderer Zusatzstoffe Probleme haben.

Wenn überhaupt, würde ich in solch einem Fall überlappend und ganz langsam umstellen, sofern möglich. Wobei man dann das Ausgangsmedikament, also in dem von Dir genannten Beispiel, das Escitalopram, auch irgendwie "kleinkriegen" müsste.

Alternativ könnte man eben auch auf die flüssige Variante umsteigen, aber auch da wäre ein vorsichtiges Heranführen u. U. vorzuziehen, da sich auch dabei die Zusatzstoffe unterscheiden und flüssige Darreichungsformen anders verstoffwechselt werden bzw. schneller anfluten.

Alles nicht so einfach.

Liebe Grüße
Carlotta
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor carlotta für den Beitrag (Insgesamt 6):
RosenrotAnnanaspadmaKaenguruElefantenfussJamie
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

Elefantenfuss
Beiträge: 50
Registriert: Freitag, 21.04.17, 18:30
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: Tapering Strips

Beitrag von Elefantenfuss » Dienstag, 14.05.19, 18:51

Hallo ihr Lieben,

gestern hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit einer total lieben Mitarbeiterin meiner Krankenkasse.
"Tapering Strip" war ihr bisher nicht bekannt und ist in der Datenbank nicht erfasst, sie hat aber sofort recherchiert und heraus gefunden, dass es so ein Angebot in Deutschland tatsächlich noch nicht gibt. Es gibt die Möglichkeit, mit dem Arzt zusammen, einen Antrag zu stellen und das Anliegen detailliert und begründet darzulegen, dann würde nach Einzelfall entschieden. Wenn es von dem behandelnden Arzt indiziert ist, stehe dem aber nichts im Weg.
Sie fand es sehr spannend und war sofort interessiert und sehr offen für die gesamte Thematik.
Abgesehen davon, möchte ich hier am Rande erwähnen, dass ich bei meiner Krankenkasse schon so viele Jahre bin und ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht habe, mit allen Anliegen und bisher Kosten immer übernommen wurden, sei es für Klinikaufenthalte oder sonstige notwendige, medizinischen Maßnahmen/Medikamete und möchte an dieser Stelle ermutigen, dass man mit den Krankenkassen durchaus sprechen kann, auch betreffend dieser Thematik.
Das soll erst einmal ein kleiner Zwischenstand gewesen sein :)

Drückt mir die Daumen, dass meine Ärztin ebenso positiv darauf reagiert und den Weg mit mir zusammen geht.

Ganz liebe Grüße
Elefantenfuß
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Elefantenfuss für den Beitrag (Insgesamt 5):
carlottaRosenrotpadmaAnjalenaJamie
- Seit 2011 Mirtazapin 45 mg. Beginn Absetzen 21.04.2017 mit der Wasserlösemethode 40,5mg.
1. Woche: Bisher nur Schwindel, Kopfschmerzen, morgens innere Unruhe, frühes Erwachen, vermehrtes Träumen, gereizter, schneller wieder "Reizüberflutung", wie Watte im Kopf
2. Woche: Immernoch zum Nachmittag hin starke Kopfschmerzen, Schwindel bei körperlicher Belastung und Unruhe weniger geworden. Gereiztheit weniger, wieder ruhigerer Schlaf. Keine Zunahme von depressiven Symptomatiken.

3. Woche: Deutliche Symptomzunahme, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Stimmungsverschlechterung, unruhiger Schlaf
4. Woche: Regulierung der Symptome, deutlich stabiler, nächsten Absetzschritt noch nicht vorgenommen bei 40,5 mg geblieben.
5. Woche: Keine Symptomzunahme, wieder stabil.
6. Woche 02.06.2017: Nächster Absetzschritt auf 37,5mg in Tablettenform. Morgendliche Maddeligkeit und Müdigkeit, keine weiteren Symptome.
ab 8. Woche Symptomverschlechterung, akustische Halluzinationen, Rückfälle
Juni 2017 bei 37,5 mg geblieben



Problem - Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen (Bertold Brecht)

Antworten