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 ! Nachricht von: Oliver

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Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Neu - Zoloftabsetzerscheinungen

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
mücke
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Spätfolgen durch Zoloft ??

Beitrag von mücke »

An Phil, aber auch alle anderen

Ich habe einige Fragen an euch.
Vorher kurze Zusammenfassung:
Einnahme von 100 mg Zoloft im Nov.2002 für 9 Wochen.
Ausleitung über Bioresonanz ( Dauer 2 J. ), danach kein Nachweis mehr.
Grund des Absetzens waren die Nebenwirkungen, danach Verschlimmerung aller Beschwerden, sind mittlerweile weniger intensiv, haben sich auf einen gewissen Level eingependelt.
Immer noch vorhandene Beschwerden:
Muskelschmerzen, -zuckungen, -krämpfe, mit betroffen auch die grossen Gelenke wie Knie u. Ellenbogen, Parästhesien, manchmal Tachykardien, Panik.
Seit dem 23.2.05 Diagnose: Kleinhirnschädigung ( Hypothalamus ).
Seit dem 13.4.05 leichte Muskelatrophie der Oberschenkelmuskulatur,also zusätzlich Schädigung der peripheren Nerven, festgestellt wieder über Bioresonanz vorgestern.

Was sollte ich tun?
Facharzt Neurologie, ambulant oder stationär besser?
Welche Untersuchungen gibt es speziell um Hirn- u. Nervenschäden zu diagnostizieren?

Ich hatte vor 9 Monaten ein neurol. Konsil wegen der Paresthesien, leider nur allgemeine neurol. Untersuchung, Abbruch selbiger, als ich erwähnte, daß die Paresthesien mit Einnahme von Zoloft aufgetreten sind.
Kommentar des Arztes: "Das Medikament wurde doch dann abgesetzt!" Als ich verneinte, brach das Gespräch ab. Die Untersuchung war beendet mit den Worten. "Ein Bericht geht an den Arzt." Dort stand später: Sensibilisationsstörungen ohne neurologisches Korrelat. :vomit:

Ich würde mich gern belesen. Kann mir jemand Bücher empfehlen?
Thema: ZNS u. periphere Nerven; Anatomie, Physiologie, Phatologie

Gruss Annette
Ich bin froh, daß es gibt ! :D :D
PhilRS
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Re: Spätfolgen durch Zoloft ??

Beitrag von PhilRS »

Annette hat geschrieben:An Phil, aber auch alle anderen
oh, das ehrt mich, aber die anderen Teilnehmer haben mir Wesentliches voraus - echte Absetz-Erfahrungen, dagegen steht nur mein Kombinierkasten. Im Zweifel würde ich eher auf Erfahrung setzen...

Zur Diagnostik kann ich aber schon was sagen. Muss ich sogar.
Beschwerden:
Muskelschmerzen, -zuckungen, -krämpfe, mit betroffen auch die grossen Gelenke wie Knie u. Ellenbogen, Parästhesien, manchmal Tachykardien, Panik.
Mein Tipp: Somatisierungsstörung.
Dir ist hoffentlich klar, dass das keine Abwertung ist! Eine ernstzunehmende Sache, die in die Hand erfahrener Therapeuten gehört. Stichwort Psychosomatik, dummerweise gibt es dafür nicht gerade massig gute Kliniken oder niedergelassene Ärzte.

ACHTUNG: Es gibt einige Sachen, die man ausschließen müsste, bevor man diese Diagnose annimmt. EEG machen. Neurolog. Konsil: Hast Du schon.

Es gibt tatsächlich einige seltene, finstere Sachen, die ein unsicherer "Schulmediziner" befürchten könnte. Die nenne ich nicht, da sollen die mal hübsch selbst drauf kommen -> aber hoffentlich tut es keiner.
Anstatt die volle CT-/MRT-Breitseite usw. abzufeuern, sollten die sich lieber Deine Anamnese ansehen. Spart Nerven und solche Erlebnisse wie beim Neurologen (s.d.) !

<hr>
Noch was anderes:
Seit dem 23.2.05 Diagnose: Kleinhirnschädigung ( Hypothalamus ).
Du hast oben richtig geschrieben, Hypothalamus ist Zwischenhirn. Kleinhirn ist was anderes, das macht die Bewegungskoordination usw.

Allerdings würde mich bei dieser Art "Diagnose" gar nichts mehr wundern. Der könnte auch erzählen, Dein Kopf sitzt jetzt am Sprunggelenk. Kommt immer drauf an, was der Patient bereit ist zu glauben. Oder zu bezahlen.

Bitte versteh mich richtig: Ich hab nichts gg. Heilpraktiker, solange sie bei ihrem Zeug bleiben. Dieser Vertreter hier macht Quacksalberei. Er behandelt eine virtuelle Diagnose mit einer virtuellen Therapie.

Sonst würde ich keine öffentliche Einschätzung dieser Art geben. Selbst in Behandlungen von HP. würde ich nicht reinreden wollen, denn die können manchmal sogar besser helfen als ein unwilliger, unaufmerksamer Arzt.
Aber hier ist die Grenze des Akzeptablen überschritten !!

Weiter... nein - ich unterbreche mich. Regt mich zu sehr auf. Nur wenn Du weitere Gründe hören willst, dann äußere ich mich weiter.

<hr>

Zusammenfassung:
So wie Du alles beschreibst, bist Du ein "Opfer" geworden, sowohl ungünstiger Umstände als auch des hiesigen Medizinbetriebs. Und jetzt bist Du dabei, auch noch Opfer eines Quacksalbers zu werden.

Diese Entwicklung sollte dringend unterbrochen werden!

Du brauchst einen umfassend informierten Arzt, der Dir ggf. auch mal Sachen klar sagt, ohne dabei beleidigend zu werden oder das Gefühl zu geben, nur ein Würstchen zu sein. Das bist Du nicht, und Du zeigst Dein Selbstbewusstsein.

Leider gibt es wenige solcher Ärzte. Selbst die, die es mal waren, geben oft im Lauf der Zeit auf. Die Konfrontation ist dann klar.

Ein bisschen wirkt das aus der Ferne wie Slapstick (bitte nicht missverstehen): Als Zuschauer sieht man den Zusammenprall kommen, man kennt den Ablauf solcher Verwicklungen; z.B. die Torte fliegt vorbei und trifft den Falschen usw.

Nur dass diese Sache hier ganz und gar nicht komisch ist. Weil Du keine Filmfigur bist, sondern echt, und weil Du schlimme Beschwerden hast.

Und das macht mir ernstlich ein Problem -> sowohl wg. eigener Beobachtungen bisher als auch deshalb, weil Du mich explizit darum angesprochen hast.
Ich fürchte, mir fällt keine Lösung ein... zumindest keine einfache, wenn überhaupt.

Daumen drückt
-PhilippRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.

Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
mücke
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Spätfolgen durch SSRI oder Somatisierung ??

Beitrag von mücke »

Hi Phil

Ich habe den Fehler gemacht mit dem "Kleinhirn", sh. meine
Postings. Mein Heilpraktiker hat nur vom Hypothalamus gesprochen u. mir dann aus dem klinischen Wörterbuch darüber vorgelesen.
Entschudigung! Das passiert mir leider immer dann, wenn ich etwas bes. gut machen will ! :(
Sollte mein Heilpraktiker jemals auf die Idee kommen das Sprunggelenk ins Gehirn zu packen, wäre es für mich kein Problem, ihn auch offen als einen Idioten zu bezeichnen. Wir kennen uns mittlerweile 25 Jahre, haben Respekt, als auch viel Vertrauen zueinander.

Was die Muskelatrophie betrifft, so ist diese auch sichtbar, ist nicht nur über Bioresonanz getestet. Mein Heilpraktiker ist übrigens auch Masseur von Beruf, kennt sich somit mit der Materie aus.

Thema: Somatisierug !? Sicher ist das auch etwas, was ich in Erwägung gezogen habe. Laut Wörterbuch der Psychiatrie heißt es :
Somatisierung ist Umwandlung seelischer Konflikte in Organerkrankungen. Leider habe ich hier das Problem keine psychischen Konflikte zu haben, sei es durch Eigenrefexion oder mit Hilfe meines Psychologen. Die Beschwerden sind da, unabhängig vom Fühlen, Denken u. Handeln.

Mein Psychologe sagt bereits: "Ich bin mit meinem Latein bald am Ende." Er unterstellt mir jetzt auch noch, daß ich gar nicht über Probleme reden will. Das tut mir sehr weh. Aber auch angesichts einer solchen Aussage, habe ich immer noch kein Problem, was zu bearbeiten wichtig wäre.

Das Thema Mobbing am Arbeitsplatz ist gelaufen. Ich kann da sehr gut gedanklich loslassen, wünsche allen einen guten Tag, als auch einen guten Weg. Ich bin froh, mich nie wieder beruflich mit Problemen anderer Menschen auseinandersetzen zu müssen, habe jetzt viel Zeit für meine Mann, mich u. meine Tiere.

Das Thema Psychiatrie ist für mich vorerst auch gut abgeschlossen. Ich brauche da noch etwas Zeit um auch den letzten Rest zu verdauen.
Pause. Fortsetzung folgt.

Gruss Annette :hug:
mücke
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mögliche Problemlösungen - Fortsetzung

Beitrag von mücke »

Hi Phil, aber auch Gruss an alle anderen

Was kann ich tun?
1. Psychiatrie
NEIN ! NIE WIEDER !
Grund: schlechte Erfahrung durch das Personal, als auch durch die NW der Medikamente, deswegen Suizidalität, 5 Tg. Unterbringung auf der geschlossenen.

2. psychosomatische Klinik
über BfA nicht möglich, da ich Rente beziehe
über die Barmer auch nicht, da noch ambulante VT läuft

3. ambulante VT
läuft aus, nur noch 1 Std., Verlängerung wenig sinnvoll (Ansicht des Psychologen)

4. Psychiater
dedeutet auch Einahme von Psychopharmaka
NEIN ! NEIN !

bisher ausprobiert:
Atosil
Eunerpan
NW: ziemliche Einschränkung im Fühlen, Denken u. Handeln
vom Eunerpan (50mg) Schluckbeschwerden, Müdigkeit
vom Atosil (12,5mg), Einnahme 10 Tg., hab mich verlaufen

Bespar (3 x 10 mg)
NW: starke Muskelzuckungen, Panik ohne Herzr., Herzrasen mit ziehenden Schmerzen in der Brust, Suizidälität
nach dem Absetzen: Parästhesien, optische Wahrnehmungsstörungen, Muskelschmerzen u. starke Entzugssymptome, Dauer ca. 9 Wo., danach alles weg.

Saroten - starke Müdigkeit, rasende Kopfschmerzen, Inaktivität
Remergil - starke Müdigkeit, Inaktivität
Zoloft - von der 1 Tbl. an NW, starke Unruhe, starkes schwitzen, Agetiertheit in den Füssen u.v.m., nach 5 Wo. Parästhesien, nach 7 Wo. Krämpfe in den Füssen, außerdem spontanes Nasenbluten ohne Grund, blutiger Auswurf u.v.m.
erst nach Absetzen Sekundenpanik, Ataxie, stärkste Muskelschmerzen. bis heute, in Schüben verlaufend.

Ich habe nur Saroten zu Hause genommen. Die anderen Medikamente in der Klinik.
Bevor ich das letzte Medikament (Zoloft) bekam, konnte ich folgende Dinge tun :
1Std. Radfahren ohne Angst u. Schmerzen
bis zu 2 Std. Tischtennis spielen
mich tgl. im Park u. Stadt allein, als auch in Begleitung bewegen, zu Fuß u. mit Rad
mit Genuss 1 - 2 Std. lesen
Nach gut 8 Wochen Einnahme von Zoloft konnte ich nicht mehr allein das Haus verlassen.

Das zur medikamentösen Therapie.
Ich werde solche Mittel NIE WIEDER einnehmen, würde mich lieber erschlagen lassen, als nochmals so ein GIFT zu nehmen.

Was soll ich tun ? Weiß es nicht !
Fortsetzung folgt. Mein Mann ist von der Arbeit zurück. Ich möchte jetzt lieber mit ihm kuscheln, ist angenehmer als dieses Thema.

bitte noch nichts dazu schreiben, weil noch einiges fehlt, Fortsetzung vieleicht morgen oder Mo.

Ein schönes Wochenende an alle, genießt das schöne Wetter.
Annette
mücke
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Beitrag von mücke »

Hi, bin wieder da !

Was ich durch die Versuchen mit den Medikamenten feststellen konnte, ist , daß ich weder AD´s noch Neuroleptika vertrage. Ich werde mich nie wieder darauf einlassen können. Das schlimmste war für mich allerdings, daß immer alle Beschwerden unter Somatisierung gepackt wurden, auch wenn es Beschwerden waren, die ich noch nie im Leben hatte.

Ich habe dich Phil ansprochen, wegen deiner fachlichen Kompetenz. Hier hätte ich gern von dir Unterstützung.
1. Fachliteratur
Thema: ZNS, periphere Nerven, Endokrinologie
Ich besitze leider keine Bücher mehr darüber. Mein Examen zur Krankenschwester war vor ca. 30 J., habe darum auch viel vergessen.

2. spezielle neurol. Untersuchungen
periphere Nerven (Ich kenne hier nur die Messung der NLG.)
Hypothalmus ( Da weiß ich gar nichts drüber; körperl. Untersuchung, Anamnese, ich denke: ja; noch was ?)
Entschudige bitte, wenn ich dich damit nerven sollte, ist für mich z.Zt. nur wichtig um Infos zu sammeln. Was ich dann machen werde, weiß ich noch nicht.

So, ich mache jetzt Schluss, habe genug geschrieben.
Ich danke allen, die meinen recht langen Beitrag gelesen haben. Ich würde mich sehr über Antworten freuen.

Bis später mal
Annette
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Beitrag von PhilRS »

Annette hat geschrieben:Hi, bin wieder da !
Schön! Musste mich gestern zusammenreißen, um Deine Bitte zu befolgen und nicht vorfristig zu antworten.

Jetzt habe ich aber leider nur wenig Zeit ... gerade Terror mit einer inkompetenten Versicherung, muss mein Auto zulassen ... werde diesen Beitrag dann erweitern, wenn ich mehr Zeit habe.

<hr>

Aber eins hat mich sofort aufhorchen lassen:
Mein Examen zur Krankenschwester war vor ca. 30 J., habe darum auch viel vergessen.
Naja, gelinde gesagt, vor 30 Jahren hätte wohl kaum jemand die "Somatisierung" gekannt, und das meiste andere von den angesprochenen Sachen auch nicht wirklich...

Aber ich freue mich, dass wir (primär) Kollegen sind! Meine Ausbildung ist zwar auch schon ca. 10 Jahre her, und wie die meisten hab ich den Absprung aus der Krankenpflege gemacht -> aber dgl.: ohne dass ich da je Ernsthaftes über Psychosomatik erfahren hätte.

Dir ist bekannt, dass Menschen mit diesem Beruf (und allgemein im Sozial-/Gesundheits(un)wesen) eine Risikogruppe für S.-Störungen sind? Die klassische Konstellation.

Bis hoffentlich bald, Dein
-PhilippRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.

Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
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